Lernen bei Goethe

»Der echte Schüler lernt aus dem Bekannten das Unbekannte entwickeln und nähert sich dem Meister.« – Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen

Es tut mir echt leid. Aber die Entdeckungen der modernen Hirnforschung, die sich mit dem Lernen beschäftigt, sind so neu dann doch nicht.

Menschen lernen am besten, wenn es ihnen möglich ist, an bereits vorhandenes Vorwissen anknüpfen zu können und außerdem noch irgendwie persönlich in den Lernprozess involviert (eingebunden) sind. Dies war bereits Goethe bekannt. Und so sehr sich Goethe auch auf reine Beobachtung beschränkt haben mag, die Ursachen für diese Form des Lernens also nicht erklären konnte, er kam zum richtigen Ergebnis.

Die moderne Hirnforschung kann erklären, warum das so ist; erstaunlich ist aber, dass diese Einsicht in die großen Linien der Schulpädagogik und der Lehrerausbildung erst in den vergangenen Jahren eingezogen zu sein scheint. Zumindest mir wurden die Erkenntnisse Manfred Spitzers als nahezu revolutionäre Entdeckungen verkauft und tatsächlich war mir dieser Zugang zum Lernen vorher auch nicht begegnet. Ja, ich finde es gut, dass diese Erkenntnisse in der Pädagogik heute zum Tragen kommen.

Dennoch stolperte ich über diese Zitat von Goethe und frage mich nun: Lese ich vielleicht doch noch zu wenig (oder das Falsche?), um mir uralte Einsichten eben nicht als neue Erkenntnisse verkaufen zu lassen?

Ähnliche Beiträge:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>