Live und in SchwarzWeiß: Jaspers HDL-Song

Warum soll ich es selbst sagen, wenn Jasper das viel besser kann. fg – Ein HDL der »Generation LOL«:

Jasper – Der HDL-Song – [original & live]

Eine Liste entsprechender Abkürzungen der deutschen HDL-LOL-Sprache (Netzjargon) haben eifrige Wikipedia-Benutzer zusammengestellt.

Und da Listen so lustig sind, gibt es hier gleich noch eine der in Internet-Welten verbreiteten Abkürzungen, die doch deutlich über jene mit Kürzeln des Netzjargons hinaus geht.

Kreativität – Ein (Selbst)Interview

Hi Torsten. Wenn ich es richtig gehört habe, arbeitest du gern kreativ. Kannst du mir vielleicht erst einmal sagen, was das für dich eigentlich ist: Kreativität?

  • »Kreativität« heißt für mich: Viel arbeiten. Transpiration auf dem Weg zur Inspiration. Und im Prozess des Arbeitens dann noch so wachsam sein, dass ich merke: Hier bin ich an einem Punkt, an dem etwas »Neues« entstehen kann. Das kann ein Gedanke sein, den ich so noch nicht hatte; oder eine Formulierung, die mir besonders gut gefällt. Dabei ist es aber natürlich wichtig, dass ich überhaupt erst einmal eine Frage habe, auf die ich eine Antwort suche.

Und wie könnte so eine Frage lauten?

  • Das kommt ganz darauf an. Zumindest sind die richtigen Fragen ja oft das schwierigste. Worum geht es, wofür suche ich einen Einfall, was soll erreicht werden… Meist habe ich zuerst nur eine Ahnung, welche Frage mich ein wenig beschäftigen könnte. Dann heißt es, ganz viel Informationen sammeln, lesen, schreiben, nachdenken und – ganz wichtig: spazieren gehen!

Spazieren gehen? Continue reading

Doris Lessing: Nobelvorlesung

Da mir Doris Lessing aus dem Herzen spricht und gleichzeitig das Problem beim Umgang mit Büchern in unserer Gesellschaft die angemessene Schärfe verleiht, erlaube ich mir hier, Lessings Nobelvorlesung vollständig festzuhalten. Die schriftliche Genehmigung der Nobel-Foundation für diese Veröffentlichung liegt mir vor.

© DIE NOBELSTIFTUNG 2007 Nachdruck genehmigt für Zeitungen in allen Sprachen nach dem 7. Dezember 2007, 17 Uhr 30 (schwedische Zeit). Jede Veröffentlichung in Zeitschriften oder Büchern, die über eine inhaltliche Zusammenfassung hinausgeht, bedarf der Genehmigung der Stiftung. Alle Veröffentlichungen des gesamten Textes oder größerer Teile des Textes müssen die oben angegebene unterstrichene Copyright-Angabe enthalten.

Doris Lessing: Nobelvorlesung

  1. Dezember 2007

Den Nobelpreis nicht gewinnen

Ich stehe in einem Türrahmen und blicke durch wehende Staubwolken dorthin, wo es noch Wald gibt, der nicht abgeholzt worden ist, wie ich höre. Gestern bin ich meilenweit an Baumstümpfen und verkohlten Flächen vorbeigefahren, wo ’56 der wunderbarste Wald stand, den ich je gesehen habe; jetzt ist er vernichtet. Menschen müssen essen. Sie brauchen Brennstoff.

Es ist Anfang der achtziger Jahre, und ich bin im Nordwesten Simbabwes zu Besuch bei einem Freund, der an einer Schule in London Lehrer war. Er ist hier, „um Afrika zu helfen“, wie wir sagen. Er ist eine gute idealistische Seele, und als er diese Schule hier sah, verfiel er vor Schreck in eine Depression, von der er sich nur schwer erholte. Die Schule ist wie alle anderen, die nach der Unabhängigkeit gebaut worden sind. Sie besteht aus vier großen Räumen mit Ziegelwänden, die einfach nebeneinander in den Staub gesetzt worden sind, eins, zwei, drei, vier, mit einem kleineren Raum am Ende, das ist die Bibliothek. In den Klassenzimmern gibt es Tafeln, aber die Kreide hat mein Freund in der Hosentasche, damit sie nicht gestohlen wird. Es gibt in der Schule keinen Atlas und keinen Globus, keine Schulbücher oder Hefte oder Kugelschreiber. In der Bibliothek stehen nicht die Bücher, die die Schüler gerne lesen würden, nur dicke Wälzer aus amerikanischen Universitäten, die man kaum hochheben kann, Aussortiertes aus den Bibliotheken der Weißen, oder Bücher mit Titeln wie „Ein Wochenende in Paris“ oder „Felicity findet die Liebe“.

Eine Ziege sucht im dürren Gras nach Nahrung. Der Rektor hat Gelder der Schule veruntreut und ist suspendiert worden, was eine Frage aufwirft, die uns allen geläufig ist, wenn auch gewöhnlich in erhabeneren Zusammenhängen: Warum verhalten sich diese Leute so, obwohl sie doch wissen müssten, dass alles auf sie blickt?

Mein Freund hat kein Geld, denn alle, Schüler und Lehrer, leihen sich etwas bei ihm, wenn er sein Gehalt bekommen hat, und werden es wahrscheinlich nie zurückzahlen. Die Schüler sind zwischen sechs und sechsundzwanzig Jahre alt, denn manche konnten als Kinder nicht zur Schule gehen und holen das jetzt nach. Manche gehen jeden Morgen viele Meilen zu Fuß, bei jedem Wetter und über jeden Fluss. Sie können keine Hausaufgaben machen, denn in den Dörfern gibt es keinen Strom, und im Licht eines brennenden Holzscheits lernt es sich nicht besonders gut. Die Mädchen müssen Wasser holen und kochen, bevor sie zur Schule gehen und wenn sie aus der Schule kommen.

Wenn ich mit meinem Freund in seinem Zimmer sitze, kommen Leute schüchtern herein, und alle bitten sie um Bücher. „Bitte schicken Sie uns Bücher, wenn Sie wieder in London sind“, sagt ein Mann. „Lesen haben wir gelernt, aber Bücher haben wir nicht.“ Jeder, dem ich begegnet bin – alle haben sie um Bücher gebeten. Continue reading

Über das Vielschreiben

»Es ist schwer, gut und viel zu schreiben, und ich wage die Behauptung, dass man Gutes nur schreiben kann, wenn man viel schreibt.«

Somerset Maugham

Partielle Mondfinsternis

Partielle (teilweise) Mondfinsternis 16-08-2008 | © by tlarbig (herrlarbig.de)

Vollmond, klarer Himmel und der Mond ausreichend nahe am Mondknoten, an dem die Mondbahn die Ekliptik schneidet – so nüchtern sind die physikalischen Voraussetzungen einer Mondfinsternis.

Es war nicht die naturwissenschaftliche Erklärung, die mir bei der heutigen Mondfinsternis durch den Kopf ging, sondern ein romantisches Gedicht von Joseph von Eichendorff, das mir in solchen Momenten irgendwie unvermeidlich scheint:

Joseph von Eichendorff

Mondnacht

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p style=”text-align: center;”>Es war, als hätt’ der Himmel Die Erde still geküsst, Dass sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müsst.

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p style=”text-align: center;”>Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis’ die Wälder, So sternklar war die Nacht.

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p style=”text-align: center;”>Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus.

Ob denn diese Gedichte noch Kunst sind, oder schon wieder Natur? (Friedrich Schlegel)