Beiträge vom September, 2008

Alle Tage (Ingeborg Bachmann)

Dienstag, 30. September 2008 1:23

Ingeborg Bachmanns Gedicht »Alle Tage« hat das Zeug zum Klassiker. Sprachlich und formal einfach gebaut, inhaltlich dafür um so gehaltvoller, lesbar und immer wieder neu verstehbar in den unterschiedlichsten Zeiten. Machen wir das Übliche also kurz:

1953 erschien das Gedicht in Bachmanns Gedichtband »Gestundete« Zeit, der sie als Autorin bekannt machte. Der zweite Weltkrieg war gerade vorbei, der Kalte Krieg in vollem Gange. Es lag also nahe, über die Alltäglichkeit des Krieges auch in der Poesie nachzudenken.

Wenn nun also jemand kommt und sagt, man müsse ein solches Gedicht vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund verstehen, hat er zwar Recht, doch gleichzeitig erklärt er das Gedicht, wahrscheinlich ohne es zu wollen, für tot: Ja, ich kann ein Gedicht vor dem zeithistorischen Hintergrund verstehen (oder vor dem Hintergrund der Biographie einer Autorin), aber wenn ich ein Gedicht verstehe – für mich ist es dann kein Gedicht mehr.

Klar: Ich habe Formanalysen gelernt, kann mit einigen rhetorischen Begriffen was anfangen und bin auch nach wie vor davon überzeugt, dass ein historischer oder ein auf die Biographie von Autoren und Autorinnen hin ausgerichteter Zugang zu einem Gedicht sehr hilfreich sind, wenn ich mit einem Gedicht ins Gespräch kommen will, aber bestünde der Reiz von Gedichten nur daraus, wären sie nicht mehr als nette kulturhistorische Dokumente. Diese Zugangsweisen helfen, ein Gedicht im Kontext seiner Entstehung zu verstehen. Aber ein Gedicht beginnt für mich erst da zu leben, wo ich selbst mit ihm in ein Gespräch eintrete und es nicht für das literaturhistorische Seminar oder den Unterricht analysiere. Dort, wo ein Gedicht meine Gedanken zum rotieren bringt, mich ein Sog erfasst, der mir immer neue Gedanken und Ideen bringt und mich auch mit meinen Gefühlen in ein Gedicht hinein zieht – dort lebt für mich ein Gedicht. [...]

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Thema: Deutsch Sek. II, Lyrik, T. Mora, Alle Tage, »Schul«-Lektüren | Kommentare (1) | Autor: Herr Larbig

IT-Support im 16. Jahrhundert

Samstag, 27. September 2008 15:47

Man stelle sich vor: Ein neues System zur Speicherung und Verwaltung von Daten und Informationen wird eingeführt. Da brauchen die Benutzer des Systems natürlich Unterstützung. Neudeutsch wird da vom »Helpdesk« gesprochen. Wie also Unterstützung bei der Einführung eines neuen Mediums im 16. Jahrhundert auswgesehen haben könnte, kann im verlinkten YouTube-Video (englischer Untertitel) angeschaut werden. Ich habe mich köstlich amüsiert :-)

IT-Support im 16. Jahrhundert (YouTube-Video mit englischen Untertiteln)

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Thema: Medien, Notizen | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Fließen

Freitag, 26. September 2008 7:45

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Thema: Notizen | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

»Im Anfang war die Tat« – Das Verb als Satzzentrum

Donnerstag, 25. September 2008 23:45

Goethe lässt Faust den Beginn des Johannes-Evangeliums aus der Bibel übersetzen (Joh 1,1: Im Anfang war das Wort.). Nach einigem Hin und Her entschließt er sich für die Übersetzung:

»Im Anfang war die Tat.« ( Vers 1237)

Das ist zwar eine sehr freie Übersetzung des griechischen Wortes »logos«, das an dieser Stelle des griechischen Urtextes steht, beschreibt aber ziemlich genau die Bedeutung, die das Verb in einem Satz hat.

Was ein Satz sagen will, steckt, grammatikalisch betrachtet, im Verb. Das Verb ist die Tür zu den Informationen, die nötig sind, damit ein Satz entstehen kann.

Als Beispiel nehme ich hier das Verb »pflücken« –  Alleine stehend ist diese Wort einsam. Mit ihm verbinden sich aber sofort Fragen, die beantwortet werden wollen, soll das Wort einen Sinn bekommen:

  • Wer? (Subjekt)
  • pflücken (Verb | Prädikat)

  • was? (Objekt)
  • Mögliche Antworten:

    Wir pflücken Blumen. | Sie pflücken Äpfel.

    Damit haben wir einen grammatikalisch vollständigen Satz (Prädikat – pflücken; Subjekt – Wir | Sie; Objekt – Blumen | Äpfel), auch wenn sich neue Fragen ergeben: Wo? Wann? Wie? Warum?

    Diese neuen Fragen öffnen den Satz für weitere zu vergebende Aufgaben (Positionen), die durch Adverbiale, Nebensätze, Attribute ausgefüllt werden können.

    Doch wie viele Antworten (Postionen; Aussagen) auch in einen Satz gefasst werden: das Zentrum, um das sich ein Satz wie ein Hurrikan oder ein Tornado um ihr »Auge«, bleibt das Verb als (Teil des) Prädikat(s).

    Aus diesem Grunde ist das Verb in allen Sprachen die spannendste (und auch schwierigste) Wortart. In ihm selbst werden zahlreiche weitere Informationen untergebracht: Tempus, Modus, infinites (vom Subjekt nicht beeinflusstes) und finites (vom Subjekt beeinflusstes) Verb…

    Doch welche Form ein Verb auch immer annehmen mag (das wird hier im Laufe der Zeit noch Thema werden müssen), so bleibt es doch immer das Zentrum des Satzes, das sich im Satz zum (Teil des) Prädikat(s) verwandelt und so bestimmend für die gesamtes Bedeutung eines Satzes ist.

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    Thema: Deutsch Sek. I, Faust 1, Grammatik, Sprache | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

    Hundeglück

    Mittwoch, 24. September 2008 12:00

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    Thema: Bilder, Fotografie | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

    Das einzelne Wort will nicht einsam sein – oder: Einführung in die Grammatik

    Dienstag, 23. September 2008 23:03

    Einzelne Wörter sind wichtig. Jedes Wort kann etwas von der Wirklichkeit zeigen. Je mehr Wörter ein Mensch also kennt, um so mehr und genauer kann er etwas von der Wirklichkeit »abbilden«. Aber auch Gedanken und Gefühle benötigen Wörter, wenn wir sie über Sprache beschreiben und ausdrücken wollen.

    Doch können wir noch so viele Wörter kennen: Um mit Wörtern etwas ausdrücken zu können, brauchen die (meisten) Wörter andere Wörter. Aber auch wenn sich mehrere Wörter zusammen tun, ergibt das nicht automatisch auch Sinn. Wörter brauchen eine Ordnung, um etwas von der Wirklichkeit ausdrücken zu können. Diese Ordnung nennt man »Grammatik«.

    Die Grammatik ist in ihren Grundlagen eigentlich ganz einfach: Man braucht neben Wörter Regeln, die es den Wörtern ermöglichen, etwas über die Wirklichkeit zu sagen. Erst diese Regeln stellen die Ordnung her, die man »Grammatik« nennt. [...]

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    Thema: Deutsch Sek. I, Grammatik, Sprache | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

    Streets of Frankfurt

    Dienstag, 23. September 2008 1:30

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    Thema: Bilder, Fotografie | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

    Faust 1 – Vor dem Tor (Gelehrtentragödie 2 – V 808–1177)

    Montag, 22. September 2008 21:39

    Was bereits in den letzten Versen der Nacht-Szene in Goethes Faust (V 737–807) von Engeln verkündet und von Faust in seiner tiefen Zerrissenheit vernommen wird, wird in den Versen 808–1177 (Vor dem Tor) ausgearbeitet: Es ist die Osternacht, in der Faust in seinem Studierzimmer nach metaphysischer Wahrheit strebt. Ostern: Das christliche Fest der Auferstehung Jesu Christi, das Fest, in dem sich im christlichen Glauben die Selbstoffenbarung Gottes vollendet. Faust Suchen nach Wahrheit könnte hier eine Antwort finden, doch er sagt:

    »Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube; / Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind. / Zu jenen Sphären wag ich nicht zu streben, / Woher die holde Nachricht tönt. (V 765–768)

    Und doch erinnert sich Faust an die Gefühle, die das Osterfest in seiner Jugend bei ihm ausgelöst haben. Gemeinsam mit Wagner begibt er sich am Ostertage vor das Tor, so dass die folgende Szene oft auch als »Osterspaziergang« bekannt ist, wenn manche diese Bezeichnung auch alleine auf die Verse 903–940 anwenden.

    Faust fühlt sich angesichts des bunten Treibens »vor dem Tor« sichtlich wohl: »Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein« (V 940). Doch dieses Gefühl hält nicht lange. [...]

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    Thema: Deutsch Sek. II, Faust 1, Literatur, »Schul«-Lektüren | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

    Turteltauben

    Montag, 22. September 2008 6:50

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    Thema: Bilder, Fotografie | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

    An den Ufern stand ich…

    Sonntag, 21. September 2008 23:00

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    Thema: Bilder, Fotografie | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig