Beiträge vom Oktober, 2008

Zum Frankfurt-Marathon ein Sonett von Platen

Sonntag, 26. Oktober 2008 20:08

Der Frankfurt-Marathon ging heute nur ein paar Meter von hier entfernt vorbei. Also bewaffnete ich mich mit dem Fotoapparat und ging auf Suche nach möglichen Motiven. Als ich diese durchsah, erinnerte ich mich an Gedicht von August von Platen, ein Sonett, um genau zu sein, in dessen letzter Zeile »der Läufer« ausdrücklich genannt wird. Was passiert, wenn ein paar der Bilder, die Läufer und auch Publikum zeigen, neben dieses Gedicht gestellt werden?

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Thema: Bilder, Fotografie, Literatur, Serien, lesen | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Terézia Mora, Alle Tage: 0. Jetzt – Wochenende – Vögel (S. 9f)

Donnerstag, 23. Oktober 2008 20:41

Nach dem »Vorspann« kann nun also der Roman beginnen. Irritierend: Er beginnt mit einem Abschnitt der »0. Jetzt Wochenende« betitelt ist. Und dann erste Kapitel dieses Abschnittes, kaum zwei Seiten lang, mit dem Titel »Vögel« obwohl kein Vogel in dem Kapitel auftaucht.

Die Zeit »Jetzt«, der Ort »Hier«. Na, toll. Welches »Jetzt« denn? Das »Jetzt« Lesers, der Autorin, des Erzählers/der Erzählerin des Romans? Und die gleiche Verwirrung beim Ort »Hier«. Ein Hinweis, das Ort und Zeit unwesentlich sind? Dem widerspricht die folgende Beschreibung des Ortes, die mit Adjektiven nur so gespickt ist. Eine Auswahl:

östlicherer, braune, leere, vollgestopft, winzig, wüst, spitz, zerklüftet, hölzern, alt, frei, nah, klappernd … [...]

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Thema: Deutsch Sek. II, Literatur, T. Mora, Alle Tage, lesen, »Schul«-Lektüren | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Terézia Mora, Alle Tage: Der Vorspann des Romans (S. 5)

Donnerstag, 23. Oktober 2008 19:59

Im Anfang eines Romans soll alles enthalten sein, was sich im weiteren Verlauf des Buches entfaltet. Zumindest ist dies für mich ein Kriterium für gelungene Literatur und ich weiß aus Gesprächen mit Autoren, dass nicht nur den ersten Seiten eines Romans noch mehr Mühe gewidmet wird als dem Rest, sondern dass der erste Satz hier noch einmal eine herausragende Stellung hat.

Manchmal aber gibt es vor dem ersten Satz noch eine Seite mit einer Art Motto des Romans: Das können Zitate bekannterer, unbekannterer und sogar erfundener Leute sein. Bei Terézia Mora wirkt diese der eigentlichen Geschichte voran gestellte Seite ein wenig wie Vorwort, das auch »Bekenntnis« zu sein scheint zumindest auf den ersten Blick. Erst gegen Ende der Seite wird klar: Hier spricht bereits der Protagonist des Romans; hier spricht bereits Abel Nema von dem wir erst später erfahren, dass er der Protagonist ist, so wir nicht schon den Klappentext gelesen haben… [...]

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Thema: Deutsch Sek. II, Literatur, T. Mora, Alle Tage, lesen, »Schul«-Lektüren | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Isabel Abedi, Isola – Mögliche Themen (Brainstorming)

Mittwoch, 22. Oktober 2008 22:19

Bevor ich mich mit Isabel Abedis Roman »Isola« näher befasse, will ich in einem ersten Schritt erst einmal überlegen, welche Themen ich mit dem Buch verbinde, die möglicherweise der Bearbeitung wert sein könnten. Dabe gehe ich bewusst über den reinen Inhalt des Romans hinaus. Die Überlegungen sind ungeordnet: [...]

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Thema: Deutsch Sek. I, I. Abedi, Isola, »Schul«_Lektüren | Kommentare (1) | Autor: Herr Larbig

Schlagwortsammlung

Montag, 20. Oktober 2008 14:42

Hier zur Abwechslung mal keine neuen Inhalte, sondern eine kleine Spielerei, wie eine Schlagwortsammlung (Tags) auf einer Website dynamisch angezeigt werden kann. (benötigt Flash) – Einfach mit dem Mauszeiger über das folgende Feld fahren und schauen was passiert. (Die Schlagworte gehören übrigens alles zu dieser Website…)

[WP-CUMULUS]

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Thema: Notizen | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Red-Lips-Window

Samstag, 18. Oktober 2008 7:02

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Thema: Notizen | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Kirchtürme

Freitag, 17. Oktober 2008 1:58

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Thema: Bilder, Fotografie | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Schmöker-Schnipsel: Die Dinge der Literatur

Donnerstag, 16. Oktober 2008 12:46

Immer wenn Buchmesse in Frankfurt ist, schwebt angesichts der Masse an literarischen Werken und Autorenauftritten, die in diesen fünf Oktobertagen die Stimmung in der Stadt prägen, für mich die Frage im Raum, was Literatur denn nun eigentlich sei. Eine Antwort fand ich beim Schmökern in Raymond Carvers Erhählungenband »Würdest du bitte endlich still sein, bitte« (Berlin 2001, amerikanische Originalausgabe 1976). Richard Ford schreibt dort im Vorwort (Der gute alte Raymond – S. 9–40):

»Auf die eine oder andere Art geht es in Literatur natürlich immer um diese einfachen Dinge: mit den Folgen zurechtkommen zu müssen, wenn die Vergangenheit sich in der Gegegenwart auswirkt und auf manchmal erstaunliche Weise die Zukunft in Gang setzt.« (S. 27)

Von dieser einfachen Definition dessen, um was es in Literatur geht, ausgehend, einfach mal das nächste Buch danach befragen: Was aus der Vergangenheit wirkt sich in dieser Geschichte auf die Gegenwart so aus, dass sich daraus eine Zukunft (also möglicherweise der Handlungsverlauf des Romans) entwickelt?

Raymond Carver: Würdest du bitte endlich still sein, bitte. Erzählungen. Berlin 2001 (Berliner Taschenbuch Verlag).

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Thema: Deutsch Sek. II, Literatur, Notizen, Schmöker-Schnipsel, lesen, »Theorie« | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

herbstlich(t)

Donnerstag, 16. Oktober 2008 0:51

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Thema: Bilder, Fotografie | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Atmosphärische Störungen: »Krabat« – Der Film

Mittwoch, 15. Oktober 2008 13:32

Da reibt sich der verwunderte Kinogänger die Augen: Verschneite, hochgebirgsähnliche Berge in der Gegend um Hoyerswerda, der Heimat der Sagenfigur Krabat? Marco Kreuzpaintner trägt schon zu Beginn seiner Aufnahme des Krabatstoffes, die ausdrücklich dem gleichnamigen Buch von Otfried Preußler folgen will, ganz schön dick auf.  Das ist erst einmal in Ordnung, da die Verfilmung eines Buches natürlich ein neues Werk schafft und nicht nur darstellen soll, was so im Buch steht. Jede Verfilmung eines Romans ist eine Interpretation des Romans, die so ziemlich alles leisten muss, was in Schule und Studium über den Umgang mit Büchern gelernt wurde:

  • Es gilt den Inhalt des Romans zu erfassen und wiederzugeben (Inhaltsangabe, Nacherzählung).
  • Die Figuren benötigen Darsteller, Kostüme, Masken und müssen von den Darstellern als Figuren begriffen werden. Bereits die Auswahl der Schauspielenden spiegelt Vorstellungen der Auswählenden wider, wie diese Figuren sind und wirken (Personenbeschreibung, Charakteristik).
  • Die Darsteller selbst müssen sich in die Rollenbiographie ihrer Figuren einarbeiten, um den jeweiligen Charakter darstellen zu können (Charakteristik).
  • Es gilt, entsprechende Kulissen zu  bauen und Spielorte zu finden. Dazu muss man Entscheidungen treffen, in welcher Zeit ein Film spielt, welche Atmosphäre diese Zeit bestimmt (oder auch einzelne Spielorte des Films) etc. Es müssen also Entscheidungen zu eingesetzten Formen getroffen werden, welche Stilmittel genutzt werden – und damit steht im Hintergrund immer die Frage, wie die eine Romanverfilmung Produzierenden den Roman verstehen und deuten (Interpretation, Stilanalyse).
  • Jede Verfilmung eines Romans ist nicht nur die Interpretation einer Geschichte mit Hilfe szenischer Mittel, sondern immer auch eine persönliche Stellungnahme der Filmschaffenden zu dem Roman.
  • Möglicherweise wird in einem Film auch ein Thema, das in einer Romanvorlage angelegt ist, näher erörtert, während andere Themen möglicherweise außen vor gelassen werden.

Für Filmschaffende ist die Verfilmung eines literarischen Werkes dem entsprechend eine äußerst anspruchsvolle Tätigkeit, die aber gleichzeitig mit dem Problem verbunden ist, dass ein Film teuer ist und entsprechenden Erfolg beim Publikum braucht.

Wende ich all dies auf Kreuzpaintners Umgang mit Preußlers »Krabat« an, so fällt zunächst auf, dass Kreuzpaintner bestimmte Schwächen bei der Darstellung der Figuren im Roman bezüglich deren »Biographien« zumindest bei der Figur des Krabats aufgreift und sich dafür entscheidet, dass die Pest Krabat zum Waisen gemacht habe. Dabei taucht zwar nur Krabats Mutter auf, vom Vater erfahren wir auch im Film nichts, aber immerhin wird verständlich, warum Krabat möglicherweise an der Schwarzen Kunst interessiert ist: Die Hilflosigkeit im Umgang mit dem Tod seiner Mutter könnte Wünsche nach Macht losgetreten haben, die mit dem Tod kämpfen kann. Andererseits könnte auf diesem Wege verstanden werden, warum Krabat sich gegen den Müller zur Wehr setzt, als er erkennt, dass die Kunst des Müllers darauf beruht, mit dem Gevatter ein Bündnis eingegangen zu sein, das unweigerlich Jahr für Jahr zum Tode eines der Müllergesellen führen muss.

Doch diese in der Figur des Film-Krabats angelegten Charaktereigenschaften werden von David Kross in der Rolle des Krabats nicht überzeugend vermittelt. [...]

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Thema: Darstellende Kunst, Deutsch Sek. I, Film, Preußler: Krabat, »Schul«_Lektüren | Kommentare (2) | Autor: Herr Larbig