Zum Titel des Bildes siehe hier.
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Als »›verbale Leitfossilien‹ eines Jahres« bezeichnet die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden das von ihr seit 1972 ausgewählte »Wort des Jahres«. Ein Wort, das etwas von der Atmosphäre und den zentralen Themen eines Jahres in sich birgt, wie Bernstein, der ein Insekt umschlossen und konserviert hat.
Wörter, die wie fossiles Harz das Lebensgefühl eines Jahres in sich tragen. – Mir gefällt dieses Bild, weil die Liste, der Wörter eines Jahres, die seit 1971, regelmäßig seit 1977, zwischen sechs und zehn Wörter pro Jahr versammelt, mir tatsächlich Bilder und Gefühle aus diesen Zeiten wieder lebendig und erinnerbar werden lässt. Continue reading
In der wenigen Zeit, die mir bleibt, hat dieses Blog nun doch ein größeres Update erfahren, das sich den regelmäßigen Besuchern nicht nur in einer anderen äußeren Gestaltung (Layout) von herrlarbig.de zeigt.
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Alle Angaben in diesem Beitrag: Stand 7.12.2008 und ohne Gewähr.
Wie viele Blätter Din A4 mit einem Papiergewicht von 80g pro Quadratmeter kann man in einen Standardbrief stecken, ohne sich allzu viele Gedanken machen zu müssen, ob die 20g-Grenze für einen Brief überschritten ist?
DIN-A4 ist ungefähr 1/16 Quadratmeter, er wiegt also 80g:16=5g. Nehme ich noch den Briefumschlag dazu, komme ich auf drei Blatt für den Standardbrief, der zur Zeit 55ct kostet. Beschreibe ich das Papier beidseitig, so sind das immerhin sechs Seiten, die ich mit einem Standardbrief verschicken kann.
Das bleibt übrigens auch dann so, wenn ich Papier mit 70g pro Quadratmeter nehme. Vier Blatt dieses Papiers wiegen nämlich 17,5g. Mit Umschlag und Briefmarke bin ich dann ganz schnell bei über 20g – sodass das Porto eines Kompaktbriefes – 90ct – fällig würde. Aber dafür kann ich in einem Kompaktbrief immerhin, rechne ich für Umschlag und Marke 5g, 9 Blätter (16 Seiten) DIN A4 mit 80g verschicken. Das reicht dann schon für eine ganze Menge Text…
Und die mit dem Briefversand verbundene Dienstleistung ist das Geld allemal wert: Von meinem Briefkasten um die Ecke, auch wenn es in den letzten Jahren bedauerlicherweise weniger geworden sind, bis zum persönlichen Einwurf durch einen Postboten oder eine Postbotin in eine beliegem Hausbriefkasten in Deutschland in meist einem Tag, werfe ich den Brief kurz vor einer abendlichen Leerung ein, sind das oft weniger als 24 Stunden!
In Europa kostet der Standardbrief 70ct und der Kompaktbrief 1€ (Achtung: Preiserhöhung der Deutschen Post ab 1.1.2009 – der Kompaktbrief kostet dann 1,25€ [25% mehr – 1/4 mehr – so eine Entgelterhöhung hätte ich auch gerne einmal]). Und in den Rest der Welt zahlt man bei der Deutschen Post für den Standardbrief 1,70€ (keine Veränderung 2009) und 2€ für den Kompaktbrief (ab 1.1.2009 2,20€).
Im Internet schreiben ist wie das Abschicken von Flaschenpost: Weder weiß man, welchen Weg die Botschaft nimmt, noch, wer sie findet & liest.
Der größte Verlust des E-Mail-Zeitalters: Der persönliche Brief, der täglich den Weg zu Briefkasten motiviert und selbst was schreiben lässt. Heute landen im Briefkasten fast nur noch Rechnungen, Info-Post und Belanglosigkeiten, manchmal eine Postkarte dazwischen.
6 Prozent der Menschen in Deutschland haben mehr als 250 Bücher im Haushalt. Das hat die aktuelle Studie »Lesen in Deutschland 2008« der Stiftung Lesen unter anderem herausgefunden. Im Jahr 2000 waren es noch 9 Prozent. Bei ca. 39 Millionen Haushalten in Deutschland (Stand 2005) sind das ca. 2,3 Millionen Haushalte mit mehr als 250 Büchern, ca. 1,17 Millionen Haushalte weniger als 2000.
Wo sind diese 1,17 Millionen Haushalte geblieben? Wo sind die Bücher geblieben? Rechne ich nur mit 250 Büchern pro Haushalt, handelt es ich hier immerhin um 292 500 000 Bücher. – Leider gibt die Studie darüber keine Auskunft: Es wurde nur der Ist-Stand erhoben, dieser mit früheren Ergebnissen verglichen. Erklärungen für ein so überraschendes Ergebnis habe ich nicht gefunden. (Vgl. S. 27 der Studie)
Mindestens 300 Millionen Bücher, die in dieser Studie nicht mehr auftauchen! – Mindestens, weil ich mit 250 Büchern gerechnet habe, die Frage aber lautete, wer mindestens 250 Bücher im Haushalt hat. Und es gibt Haushalte mit deutlich mehr als 250 Büchern – ganz sicher bin ich da nicht der einzige.
Mindestens 300 Millionen Bücher werden also gesucht. Wo sind sie? Was lese ich an der Statistik falsch, dass ich zu solchen Fragen komme?
Darüber hinaus ist der Rest der Studie, die vor allem in Form von Schaubildern, ebenfalls ohne nähere Erläuterungen, daherkommt, durchaus ein interessantes Zahlenwerk, dessen Gestaltung sehr an die Gestaltung von digital erstellten Präsentationsfolien erinnert: Knappe Informationen, wenige Hintergründe oder deutende Analysen. Statt dessen Listen mit sprachlich unverbundenen »Schlag-Sätzen«, bestens geeignet für die schnelle Erfassung der Ergebnisse.
Am interessantesten aber ist die Schlussfolgerung, die fett gedruckt ganz am Ende der Studie (S. 72) steht:
Es ist die zentrale wirtschafts-und gesellschaftspolitische Aufgabe, Deutschland weiterhin zukunftsfähig zu halten: Auf der Basis einer lebendigen Lesekultur.
Das ist wahrlich ein erschütterndes Ergebnis…