Scoyo – aber bitte nur mit persönlichen Daten!

Dieser Blogbeitrag stellt kritische Fragen. Um so schöner, dass die befragte Firma umgehend reagiert hat. Das nenne ich professionell! – Ich empfehle sehr,  den Kommentar von Jenny Achtermann (Scoyo) zu beachten, da hier einige Fragen offen aufgenommen und aus der Sicht Scoyos beantwortet werden – insbesondere auch zum Einsatz von Google-Analytics.

Kennen Sie das: Die schulischen Anforderungen an Kinder sind hoch und Eltern fragen sich, wie kann ich mein Kind unterstützen, damit sein Lernerfolg möglichst groß ist!

Ein Angebot, das Lernen zu unterstützen bietet scoyo.de an, eine Lernplattform, die verspricht, nach neuesten didaktischen Konzepten das Lernen der Kinder bis Klasse 7 mit Hilfe spielerischer Mittel zu unterstützen.

Lernen soll Spaß machen! Dieses Ziel stecken sich die Macher von scoyo, meinen Recherchen nach ein Unternehmen der Bertelsmann-Gruppe, zu Recht. Also habe ich mir das Angebot von Scoyo einmal angeschaut.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Es gibt viele Fragen an diesen Anbieter, die insbesondere mit der Gestaltung der Website und der Frage der Datenerhebung zusammenhängen, Fragen, die sich auch bereits bei dem Versuch eines Tests des Angebotes stellen. Beginnen wir also am Anfang: Continue reading

Georg Heym: Der Gott der Stadt

Resume: Die formale Strenge expressionistischer Lyrik steht in einem Widerspruch zum Inhalt und zur genutzten Sprache. Dieser Widerspruch soll nicht nur das Ungeheure des Inhalts verschärfen, sondern ist zugleich Ausdruck der Zeit selbst. Im Rahmen einer Interpretation von Georg Heyms »Der Gott der Stadt«, wird dieser Zusammenhang hier näher dargestellt. Continue reading

Kreativität – John Cleese

Wer ist John Cleese? Kennen Sie Monty Phyton? – Dann kenne Sie auch John Cleese, ein kreativer Kopf und einer, der auch etwas zum Thema Kreativität zu sagen hat. (Mit Dank an geistesblitz.de für seinen Beitrag!) Bei solchen Menschen werde ich schweigsam, habe ich nicht viel zu sagen, vor lauter Respekt. Also: Ein Link und ein Video, in dem sich Clees auch zur Rolle von Lehrern in kreativen Prozessen äußert, müssen reichen – Englischkenntnisse werden vorausgesetzt.

John Cleese on How to Get Out of a Creative Rut

und

Siehe auch hier: John Clees offizielle Website.

Vernetzt – Lernen im Web 2.0 (Teil 2)

Meine Überlegungen zum vernetzten Lernen im Web 2.0 haben René Scheppler im Projektblog D21 zu einer ausführlichen und spannenden Reaktion unter dem Titel Weiche Faktoren des Web 2.0 veranlasst. An dieser Stelle führe ich die Diskussion weiter und  stelle erst einmal an meinem eigenen Beispiel dar, was ich unter einer Lernumgebung verstehe, die außerhalb einer in sich geschlossenen Lernplattform in Anlehnung an die Idee des OpenSpace – übertragen in digitale Formen der Wissenskonstruktion – aufgebaut ist. Dabei verdanke ich viele Anregungen Jean-Pol Martin, der den OpenSpace-Gedanken in seiner Arbeit praktisch umsetzt.

Die nachfolgende Grafik fasst meinen gegenwärtigen Stand der Vernetzung zusammen. Dabei fehlen einige wichtige Plattformen, weil ich sie bislang nicht nutze, insbesondere Wikipedia als die bekannteste Plattform kollektiver Wissenskonstruktion und Wikiversity. (Zum Vergrößern Grafik anklicken! – JavaScript für Lightbox)

Glossar: ldl – Lernen durch Lehren; mdc – Maschendraht-Community; neuron – Neuron-Community)

Vernetzung – Ein Beispiel

Ähnliche Strukturen sind auch mit E-Learning-Plattformen möglich, sowohl im Kontext einer solchen Plattform und somit in einem geschützten Rahmen, als auch über die Plattform hinaus, so die dort verfügbaren Beiträge öffentlich zugänglich sind, was  in an Klassen orientierten Programmen oft nicht (automatisch) die Regel ist. Das hier geschlossenste System ist meiner Wahrnehmung nach übrigens Lo-Net2, das eigens für den Einsatz in den Schulen geschaffen wurde und ganz eigene Barrieren für das Eröffnen von Lernräumen mit sich bringt, die an dieser Stelle aber nicht näher dargestellt werden sollen.

Der Hintergrund der geschlossenen Räume in vielen E-Learning-Kontexten scheint mir – und diese Einsicht verdanke ich auch dem Beitrag René Schepplers – zudem ein durchaus nachvollziehbarer zu sein: der Datenschutz. Wenn Schülerinnen und Schüler mit solchen Plattformen arbeiten, werden sie nicht gleich zu öffentlich auffindbaren Personen. Nils van den Boom bringt dies in einem Kommentar auf dem D21-Projektblog auf den Punkt:

Was ich damit sagen will, ist, dass wir die Schülerinnen und Schüler auch erst einmal behutsam in die neue bunte Welt des Internet einführen müssen. Und dazu sind geschützte Räume gut geeignet. Warum nicht zunächst nur für die Klassenkameraden bloggen und die eingestellten Youtube-Videos nur den Mitschülern zur Verfügung stellen. Richtig, die Dynamik dieser Technologien erfahren sie zwar dann nicht in ihren vollen Ausmaßen, aber auch nicht ihre Risiken.

Geschlossene E-Learning-Systeme bieten einen geschützten Raum, der verhindert, dass ihr Einsatz die beteiligten Schülerinnen und Schüler gleich zu mehr oder weniger öffentlichen Personen macht. Ich kann dieses Argument gut nachvollziehen. Und dementsprechend soll dann auch René Scheppler hier das letzte Wort haben:

In diesem Sinne möchte ich zum Einen einen Stab für geschützte Plattformen wie Moodle, die dann ja immer noch geöffnet werden können, brechen, da ich glaube, dass es aufgrund des zum herkömmlichen Unterricht doch sinnvoll sein kann, die Strukturen und Herausforderungen eines sich zu Gunsten des Lerners und dessen Selbstbestimmung verschiebenden Unterrichts mit den Schülern in einem vertrauensvoll und für alle Beteiligten sicheren Raum einzuüben bzw. kennen zu lernen. Zum Anderen möchte ich Mut machen, genauer hinzuschauen, wenn das Wiki, das Forum oder die Schülerblogs sich auf den ersten Blick nicht so fruchtbar zu entwickeln scheinen, wie man es aufgrund eigener Erfahrungen mit etablierten Plattformen oder Tools im Internet erwartet hat. Dort sind halt oft “Profis” oder erfahrene Nutzer unterwegs, während unsere Schüler auch das Recht haben sollten, sich zu solchen zu entwickeln.

Frankfurt, Schweizer Platz – Details

Höchste Zeit, mal wieder etwas Visuelles hier zu hinterlassen: Zwei Impressionen rund um den Schweizer-Platz in Frankfurt am Main Sachsenhausen.

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Vernetzt – Lernen im Web 2.0

Resume: Vernetztes Lernen bietet im Kontext des Web 2.0 bislang nur von wenigen genutzte Möglichkeiten des Lernens, die Bildungsprozesse insgesamt offener zugänglich (demokratischer) gestalten. Hierbei helfen oft monolithische Lernumgebungen im Internet nur begrenzt weiter. Weit mehr Möglichkeiten bietet die Vernetzung auf unterschiedlichen Kanälen im Kontext des Web 2.0. Einzige Voraussetzung: Der Lernende muss bereit sein, vom Wissenskonsumenten zum Wissenskonstrukteur zu werden und selbst aktiver Teil solcher Netzwerke werden.

Es geschieht noch viel zu selten, dass die Möglichkeiten der Vernetzung genutzt werden, die das Internet über das Lernen in traditionellen (und alles andere als überflüssigen) Kontexten hinaus bietet. Conectivism hat zu diesem Thema einen kleinen Film bei YouTube veröffentlicht: Networked Student, den ich hier einbette, weil er die Grundzüge der Vernetzung darstellt. Continue reading

Wer sich einen »Wilhelm« vormachen lässt

Resume: Wissenskonstruktion in vernetzten Strukturen ist von ethischen Voraussetzungen im Umgang mit Wissen abhängig. Die bewusste Falscheingabe von Wissensbeständen in Plattformen zur gemeinsamen Wissenskonstruktion ist deshalb mindestens genau so kritisch zu betrachten, wie die unreflektierte und unüberprüfte Übernahme dieses Wissens durch Journalisten oder Wissenschaftler. An die Stelle des Feixens über auf solche Fehlinformationen hereingefallen – und so ihre reduzierten Recherchen offenbarenden  – Journalisten sollte an dieser Stelle eine Diskussion über eine Ethik der Wissenskonstruktion im Netz treten.

Wer ist nun eigentlich der Schlimmere? Jener anonyme Wikipedia-Manipulator / jene anonyme Wikipedia-Manipulatorin, der / die dem neuen Bundeswirtschaftsminister von Guttenberg einen zusätzlichen Vornamen (Wilhelm) unterjubelte oder jene Schar von Journalisten und Journalistinnen, die Wikipedia als Recherchequelle nutzt und dort abschreibt?

Während nun viel über die mangelnden Recherchqualitäten der deutschen Qualitätspresse gefeixt wird, scheint sich kaum jemand über jenen anonymen, dem Bildblog jedoch namentlich bekannten, Internetbenutzer zu ärgern. Es ist bestimmt kein Zufall, dass jener Wikipedia-Mitschreiber seinen Namen nicht nennen will. Hier wurde eines der in meinen Augen wichtigsten Netiquette mit Füßen getreten, der jeder ernsthaft an der Wissenkonstruktion im Netz beteiligte Autor unterworfen sein sollte: Aufrichtige Gewissenhaftigkeit! – Und das nicht erst im Nachhinein öffentlichkeitswirksam im Bildblog.

Ja, Fehler können passieren. Bewusst konstruierte Fehler aber geben keinerlei Anlass über andere zu feixen, auch wenn es natürlich interessant ist, in wie vielen Medien diese Fehler übernommen wurde! Das gibt einen tiefen Einblick in eine Recherchepraxis, die die gesamte Medienlandschaft durchzieht. Es scheint manchmal so, als schrieben auch Journalisten und Journalistinnen in vielen Fällen einfach voneinander oder aus gleichen Quellen ab, so dass sich keine Vielfalt sondern vor allem Redundanz entwickelt.

Die gemeinsame Konstruktion von Wissen ist darauf angewiesen, dass alle an ihr Beteiligten nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig mit den jeweils selbst beigetragenen Wissensteilen umgehen. Trotz Sichtungsmechanismen ist dies in Wikis leider nicht zu garantieren. Hier greift so etwas wie eine Ethik des Schreibens im Internet, die meines Erachtens nicht unter der Journalistenethik steht. Anders kann die Konstruktion von Wissen im Netz nicht funktionieren.

Die offene Struktur solcher Wissenbildungsprozesse kann nicht sicherstellen, dass nur solche Menschen im Netz schreiben, die sorgfältig mit Wissen umgehen und sich Gedanken über die Bedeutung des Netzes für die moderne Wissensgesellschaft machen. Das ist ja der Grund, warum ich Wikipedia und viele andere Seite im Internet z.B. für die Generierung von Wissen in Schule und Unterricht nur bedingt für geeignet halte.

Und da sind wir beim nächsten Problem: Das Internet wird nach wie vor als Konsum-Medium genutzt. Verantwortete Vernetzung zum Zwecke der Wissensbildung ist nach wie vor eher die Ausnahme. Es ist nach wie vor so, dass eigentlich nur der oder die mit Gewinn im Netz recherchieren kann, der oder die Kriterien entwickelt hat, anhand derer er oder sie Informationen einschätzen und bewerten kann, die ihm oder ihr dort vorgesetzt werden.

Trotz der relativ hohen Qualität von kollektiv konstruiertem Wissens, dessen berühmtestes Beispiel Wikipdedia ist, das durch die gegenseitige Kontrolle der am Wissensbildkonstruktionsprozess beteiligten Personen erreicht wird, die (unbewusst gesetzte) Fehler in der Regel schnell korrigieren, kommen wir um die Aufforderung der Aufklärung auch heute nicht herum, dass man sich trauen solle, sich des eigenen Verstandes zu bedienen (sapere aude), statt in voraufklärerischer Unmündigkeit auf die Überprüfung von Wissen zu verzichten, auch wenn dies en Detail in vielen Fällen nahezu unmöglich ist.

Ja, auch ich wäre auf den Hoax mit dem untergejubelten »Wilhelm« hereingefallen. Das nur, damit mir keiner Selbstgerechtigkeit vorwerfen kann. Deshalb bin ich auf die betroffenen Medien auch fast nicht böse; wenig Humor habe ich aber gegenüber dem Verursacher oder der Verursacherin dieses bewusst gesetzten Fehlers. (Warum gehen eigentlich nahezu alle, zumindest sprachlich, davon aus, dass es sich um einen männlichen Autor gehandelt hat?) Gerade weil wir uns in eine gewisse Selbtsverständichkeit im Umgang mit Informationen aus dem Netz begegeben haben, ist es um so wichtiger, dass möglichst alle dort schreibenden Personen ernst nehmen, dass das Netz zu einem wichtigen Ort der Information und Wissenskonstruktion geworden ist.

Wie Schüler anders lernen – Zeit-Artikel

Hier nur kurz ein Link zu einem Artikel aus »Die Zeit«, den ich spannend finde und der zu den letzten Beiträge hier im Blog passt.

»›Ist es denn schlimm, wenn ich Fehler mache?‹ fragt Michaela. ›Dafür bin ich doch in der Schule.‹« Unterricht: Wenn Schüler zu Lehrern werden – ZEIT ONLINE.

Web 2.0 – eine pädagogische Herausforderung?

Zugegeben: Ich bin schon länger im Netz unterwegs und bin nach wie vor den Möglichkeiten fasziniert, die es für das produktive (sic!) Arbeiten bietet. Doch nach wie vor ist die Nutzung vor allem der Optionen von Web 2.0 durch »Ahnungslosigkeit 2.0« gekennzeichnet, wie es Volker Rüddigkeit im unten verlinkten Interview mit »Schulen ans Netz« nennt.

Neben der »Ahnungslosigkeit 2.0«, die viele Lehrkräfte (und in Bezug auf das Lernen auch die meisten Schülerinnen und Schüler) nach wie vor auszeichnet, ist die Skepsis gegenüber dem wirklich produktiven Einsatz der Web 2.0 Applikationen weit verbreitet. Und es stimmt ja: Gelungene Bildungsprozesse, die auf diesem Weg stattfinden, scheinen selten (dokumentiert?) zu sein. Dazu mag beitragen, dass das Web nach wie vor vor allem als Verteilungs-Medium von Informationen betrachtet wird: Wikipedia wird für Recherchen genutzt, selten aber als Plattform, auf der eine Teilhabe an der Generierung von Wissen möglich ist. Social-Communitys dienen vor allem der privaten Kommunikation und werden nur selten als Bildungsplattformen benutzt, wie z.B. auf maschendraht, in der ldl- und neuron-Community, die allen professionell in Bildungsprozessen beteiligten lebendige Arbeitskontakte ermöglichen.

Hier liegen längst (auch von mir noch) nicht ausgenutzte Möglichkeiten, Bildungsprozesse wirklich so zu gestalten, dass Bildung nicht mehr vor allem als Pauken sondern als Lernen im besten Sinne des Wortes betrachtet wird, als ein interaktiver Prozess, der aktive Lernprozesse fördert und z.B. sowohl Lehrer und Lehrerinnen als auch Schülerinnen und Schüler nach Verlassen der Schule nicht als weitgehend isolierte Lern- und Lehr-Monade zurücklässt.

Gibt es überhaupt eine neue Ära des Internets? Wer nutzt eigentlich Web 2.0? Folgt auf Web 2.0 bald Web 3.0? Fragen an Volker Rüddigkeit vom Hessischen Amt für Lehrerbildung. Schulen ans Netz e.V. – Web 2.0 – eine pädagogische Herausforderung?.

Jugendsprache 2009

Von wegen, Jugendliche sind langweilig und unkreativ! Den Gegenbeweis liefert die auf Initiative des Langenscheidt-Verlages entstandene Liste der beliebtesten Wörter der jüngeren Generation: Hier findet ein nahezu literarisch-verspielter Umgang mit Bedeutungsverschiebungen statt, die zum Teil zu sehr überraschenden Ergebnissen führen; nicht immer nett, aber irgendwie doch mit Humor gesättigt.

Die Worte der Jugend auf  sueddeutsche.de.