Beiträge vom Juli, 2009

Der Kampf um die Definitionsmacht oder: Von korrekter Schreibung zu angemessenem Ausdruck

Donnerstag, 30. Juli 2009 17:07

Das Chaos begann 1996, vor nunmehr dreizehn Jahren, ohne dass die damals ausgelöste Verwirrung ein Ende hätte. Aus dem „ß“ wurde in vielen Fällen ein Doppel-s, die Aneinanderreihung von drei Konsonanten wurde festgelegt (Schifffahrt; Fülllinie…), die Getrennt- und Zusammenschreibung wurde ebenso neu geregelt, wie Teile der Zeichensetzung.

Es bedurfte zweier weiterer Reformen, bis sich zumindest ein wenig Ruhe in Sachen Rechtschreibreform einstellte. In meinen Augen eine völlig unberechtigte Ruhe, da die Diskussion um die Rechtschreibreform eine Seite des schriftlichen Ausdrucks in den Blick zurück geholt hat, die vorher weitgehend unberücksichtigt blieb, eine Seite, die sogar das Bundesverfassungsgericht und den Deutschen Bundestag beschäftigt hat. Der Bundestag beschloss 1998 [...]

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Thema: Deutsch Sek. II, Orthographie, Sprache | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Kaffee Togo

Montag, 27. Juli 2009 0:48

Gehe ich vom „Kaffee“ aus, müsste das wohl „Kaffee Togo“ heißen und sich somit auf das gleichnamige Land in Afrika beziehen. Aber natürlich weiß jeder was gemeint ist: „Kaffee zum Mitnehmen“. Wenn aber schon mit kleinen englischsprachigen Anwandlungen, dann doch bitte konsequent „Coffee to go“, als „Kaffee zum Gehen“, was an sich ja schon fast „Kaffee zum Weglaufen klingt“ – und angesichts des Designgenies, das sich hier ausgetobt hat, könnte das sogar die angemessenste Übersetzung sein, oder?

kaffee-to-go

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Thema: Sprache | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

MUTO von BLU

Donnerstag, 23. Juli 2009 11:51

Ein Kunst-Stück, das zu finden kein Kunststück war, sondern nur eines Besuchs im Bremer Museum „Weserburg – Museum für moderne Kunst“ bedurfte. Dort läuft zur Zeit die Ausstellung „Urban Art”, in der es um Kunst geht, die normalerweise im öffentlichen Raum stattfinden – und dort nicht immer „legal“ ist, weil die Künstler bspw. ihre Aktionen nicht anmelden oder gar aus dem Graffiti-Bereich kommen. Allen geht es um die Frage des Umgang mit dem öffentlichen Raum oder um das Problem, dass es immer weniger nicht-privatisierten öffentlichen Raum gibt. Und dabei geht es dann auch um die Frage der Wahrnehmung des urbanen Umfeldes durch dessen Bewohner.

In dieser Ausstellung stieß ich auf ein Video von Blu, einem zeitgenössischen Künstler, der sich mit Animationen auf öffentlichen Mauern befasst. Hier ein Beispiel, dass ich einbinden darf, weil Blus Werke unter einer CreativeCommons-Lizenz stehen, die das Einbinden im nicht-kommerziellen Zuammenhang erlaubt. Mehr von Blu gibt es in seinem YouTube-Kanal.

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Thema: Darstellende Kunst, Film, gefunden | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

Vegetarisches Parken

Sonntag, 19. Juli 2009 1:58

Es ist sicherlich ein sympathisches Unterfangen, endlich einmal nicht nur Frauenparkplätze anzulegen, sondern auch andere gesellschaftliche Gruppen mit eigenen Parkflächen zu versorgen:

Sprache

Im Zusammenhang, das Schild ist an einem Obst- und Gemüseladen in Döttlingen zu finden, ist zwar klar, dass hier ein Parkplatz nur für Kunden dieses Ladens vorbehalten ist, das macht es aber sprachlich nicht weniger lustig.

Frustrierend finde ich immer wieder, dass mir fast immer, wenn ich solche Beobachtungen mache, von Dritten gesagt wird, dass ihnen das noch gar nicht aufgefallen sei. Bei dem Obst und Gemüse führte das zu einem kollektiven Gelächter. Und doch steht die Frage im Raum, wie wichtig uns eigentlich Sprache ist, wenn wir solche Phänomene als (lustige) Sprachentgleisungen gar nicht mehr wahrnehmen.

Ein zweites Beispiel, das ich in Bremen gefunden habe. Hier gilt es besonders auf die Verwendung des Genitiv-s zu achten. Die sonstigen sprachlichen Haarspaltereien, die an dieser Stelle möglich sind, überlasse ich dann anderen, die diese natürlich gerne auch als Kommentar beifügen dürfen:

Sprache (1)

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Thema: Deutsch Sek. I, Deutsch Sek. II, Lebenshilfe, Sprache, gefunden | Kommentare (1) | Autor: Herr Larbig

Tanze, wo immer du bist

Mittwoch, 15. Juli 2009 16:09

Und wer nicht um den halben Globus in den Urlaub fliegt, kann hier ein wenig träumen und tanzen.

Ich wünsche allen schöne Sommerferien, einen schönen Urlaub, eine gute Zeit auf dem Balkon, im Grünen, auf dem Rad, beim Joggen, Wandern, am Strand liegen, durch Städte und Landschaften flanieren etc.

Und jetzt ganz einfach:

Where the Hell ist Matt? – mein persönlicher Sommerhit 2009.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=zlfKdbWwruY&feature=player_embedded[/youtube]

Und wer wissen will, wie Matt all diese Menschen zum Tanzen bekommt: Auf Where the Hell ist Matt? gibt es dazu einen Vortrag von Matt himself.

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Thema: Lebenshilfe, Notizen | Kommentare (2) | Autor: Herr Larbig

„Schadstoff für die Seele“ – Des ZDFs „Die Vorleser“ kritisch betrachtet

Sonntag, 12. Juli 2009 13:37

Es mag der Aufgeregtheit geschuldet sein, dass Amelie Fried das erste in der neuen ZDF-Sendung „Die Vorleser“ vorgestellte Buch nicht in die Hand nimmt. Statt dessen beginnt sie mit einer auswendig gelernt wirkenden Inhaltsangabe. Und dann:

„Ich finde, dass diese Autorin ganz toll geschrieben hat, wie eine Kindheit endet. Das hat mir gut gefallen.“

In „Das literarische Quartett“ stritten sich leidenschaftliche Literaturkritiker. In „Lesen!“ lobte eine leidenschaftliche Literatin Bücher und kämpfte in einer Zeit, in der er es um die Lesekultur nicht mehr allzu toll zu stehen scheint, um die Vermittlung der Lust am Lesen.

Reich-Ranicki lehnte den Deutschen Fernsehpreis ab. Elke Heidenreich wurde vom ZDF gefeuert. Und jetzt wird ein sich andeutender Streit über Per Olov Enquists literarische „Autobiographie“ (Ein anderes Leben) in Harmoniegesülze zwischen Amelie Fried und Ijoma Mangold ausgeplätschert. O-Ton Fried:

„Es ist sicher ein lesenwertes Buch. Man muss ja nicht alles toll finden.”

Anschließend kommt [...]

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Thema: Literatur, Medien, Medienkritik, lesen | Kommentare (3) | Autor: Herr Larbig