37 Gedanken zu „#OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (& Update zu #schultrojaner)

  1. Fontanefan

    Solche Blogartikel sind wahrlich nur als Selbstausbeutung möglich. Aber es müssen erst einmal die entsprechenden Schätze in einem stecken. Große Gratulation! Es ist eine sehr würdige Weiterschreibung deines offenen Briefes, aber noch mehr als das. Ich wünsche euch/uns viel Erfolg! (wird sogleich im ZUM-Wiki verlinkt)

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  2. Martin Kurz

    Vielen Dank, Torsten, für deine Überlegungen. Sehr gelungen ist deine Strukturierung in kurz-, mittel- und langfristigen Ziele. Ich habe ganz ähnliche Gedanken, du hast viele davon weiter entwickelt! (Und danke für die Erwähnung.)

    Zum Thema: Kurzfristig sollten wir die Vision von OER weiter darlegen und kommunizieren. Je mehr Lehrer davon angesteckt werden, desto besser. Es ist sehr wichtig nicht nur “alte Hasen” ins Boot zu nehmen, sondern Pädagogen zu aktivieren, die noch nicht in Social Web-Kreisen verkehren. Viele Blog-Artikel, aber auch Mund-zu-Mund-Proaganda zu diesem Anliegen OER können helfen. (Ich werd’ da auch noch etwas beitragen.)

    Mittelfristig wird einiges erreicht sein, wenn wir Autoren von Lernmaterialien, die diese zur Verfügung stellen, bitten ihre Materialien wirklich unter einer “echten”, freien Lizenz zu stellen. Denn leider kenne ich viele Beispiele, wo solche Materialien zwar verfügbar, aber nicht wirklich frei sind. So ist z. B. ein Arbeitsblatt zwar im Unterricht verwendbar, die einzelne Zeichnung des Blattes darf aber nicht “isoliert” verwendet werden, beispielsweise in einem (freien) Moodlekurs. So etwas geht nicht.

    Ich kann nur unterstreichen, das Aufklärung mit guten Argumenten, das Benutzen eines gemeinsamen Logos und eine intelligente Vernetzung mittels eines “Tags” eine echte Bewegung in Gange bringen kann. Ich bin sehr optimistisch, ich freue mich. Und bin gespannt auf das Educamp in Bielefeld, meine erstes Educamp.

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  3. Wolfgang

    Danke für diesen sehr guten Beitrag :-) Besonders gefällt mir unter den langfristigen Zielen die Vorgabe, Bearbeitungsrechte für Bildungsmedien zwingend vorauszusetzen. Wenn von mir (zu Recht) guter Unterricht erwartet wird, muss ich auch gutes Material zum Bearbeiten zur Verfügung haben, ohne in rechtliche Schwierigkeiten zu geraten.

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  4. Crossyard

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Die Ideen finde ich schon recht ausgereift und ein großer Schritt in die richtige Richtung. Durch die Untergliederung in kurz-, mittel- und langefristige Ziele könnte so wirklich ein “Fahrpaln” hin zu offener Bildung entstehen.

    Besonders interessant finde ich das langfristige Ziel auch die Schulbuchverlage mit ins Boot zu nehmen und Finanzierungsmodelle zu entwicklen, die diesen den Übergang vom Content- zum Serviceanbieter ermöglichen. Ich denke ein wichtiger Aspekt, dass man diese – doch recht einflussreiche Gruppe – nicht versucht zu umgehen, sondern ihnen die Hand ausstreckt.

    Hoffe wirklich, dass die aktuell wieder aufflammende Bildungsdebatte sich verstärkt hinsichtlich einer Diskussion über Chancen von OER entwickelt und auf diese Art konstruktiv zur Weiterentwicklung des Systems beiträgt.

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  5. Pingback: #OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (& Update zu ... | Moodle Courses | Scoop.it

  6. Maik Riecken

    Fontanefan schrieb: “Solche Blogartikel sind wahrlich nur als Selbstausbeutung möglich.” – Ich glaube, dass das Schreiben dabei eher lustbetont ist. Dahinter steckt für mich vor allem eine wahnsinnige Gedankenarbeit von Stunden. Es ist ein fantastisch rationales, ausgewogenes Konzept. Vielen Dank dafür.

    Gruß,

    Maik

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  7. Thomas Kuban

    Wunderbarer Artikel, mit toller Zielgebung…und von einem offensichtlich beneidenswert strukturiertem Kopf. Danke dafür. Und daher steigt der Reiz, sich zu beteiligen.

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  8. Pingback: Schultrojaner und Open Educational Resources: Abhilfe schaffen « eventualitaetswabe.de

  9. Uwe Klemm

    Auch von meiner Seite tiefen Respekt. Die strategischen Überlegungen sind so überzeugend, dass ihnen so schnell nicht viel hinzuzufügen ist. Die Akzeptanz von und Orientierung hin zu dezentralen Angeboten und das “Zusammenbinden” per Tag / Logo könnten einen guten Weg öffnen… Danke, hoffe bescheiden mitwirken zu können. Uwe

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  10. Herr Larbig Artikelautor

    Ich danke herzlich für die tollen Reaktionen. :-)

    Nun kommt es auf die Bereitschaft an, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten (und einen Ticken über diese hinaus ;-) ) mitzuwirken.

    Hier mag eine Konezeption entstanden sein; die Umsetzung dessen, was im Diskussionsprozess heraus kommt, geht nur als Gemeinschaftsprojekt.

    Da vertraue ich darauf, dass wir es schaffen werden zu zeigen, dass ein solches Projekt dezentral organisiert werden. Die notwendigen Strukturen, das habe ich beim OpenCourse gelernt, werden sich die Beteiligten schaffen.

    Wichtig ist, dass nun der eine oder die andere zusätzlich mit ins Boot steigt. Da können auf dem EduCamp Weichen gestellt werden.

    Und das wichtigste überhaupt: Content = Legt mal los und kreiert Unterrichtsmaterial so, dass ihr es befreit weiter geben könnt. Gebt es weiter.

    Wartet nicht auf Strukturen, denn diese bilden sich am besten an dem entlang, was geliefert wird. Der Inhalt gibt sich eine Form, ist mir in der Regel lieber, als wenn die Form beginnt den Inhalt über die Maßen zu bestimmen. In diesem Sinne freue ich mich, dass meine Gedanken auf so positive Stimmung stoßen. Diese gute Laune gilt es jetzt in Taten umzusetzen. – Und wir haben ja auch schon begonnen.

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  11. Dörte Giebel | dieGoerelebt

    Chapeau!

    Nachdem ich Gunter Duecks Versuche auf verschiedenen Veranstaltungen wach zu rütteln und für Open Educational Ressources zu sensibilisieren, im vergangenen halben Jahr verfolgt habe, tut es gut, hier jemanden handeln zu sehen. Ja, denn auch mit Worten kann man handeln bzw. so konkret werden, dass der nächste Schritt nach dem Lesen schlichtweg nur noch ein Handeln sein kann…

    Ich würde gern wissen, inwieweit Du/Ihr die Aktion auf Bildungsmedien für den Schulunterricht fokussiert seht. Es kann Vorteile haben, sich auf einen Bildungsbereich zu konzentrieren, es könnte aber auch wesentlich mehr Kräfte frei setzen, wenn von Beginn an weitere Bildungsbereiche (Hochschule, Weiterbildung usw.) in den Blick genommen werden.

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    1. Herr Larbig Artikelautor

      Ich komme aus der Schule und Ausgangspunkt ist für mich die Debatte um den „Schultrojaner“.

      Entsprechend bewege ich mich in diesem Bereich. Die im Artikel angesprochene Kapstadt-Deklaration geht darüber hinaus.

      Wenn die hier angestoßenen Aktivitäten über Schule hinaus ausstrahlen, wäre das toll. Aber Schule und andere Bildungsinstitutionen sind so unterschiedliche in ihrer Struktur, dass es sicher jeweils angepasste Strukturen für OER benötigt.

      Ich will jetzt auf Schule bezogen fachspezifische Kompetenzen bündeln und nicht zu früh eine große Heterogenität der BIldungsinstitutionen anstreben, denn Schule ist schon sehr komplex, gibt es doch eine ganze Reihe an Schulformen, die es irgendwie zu integrieren gilt.

      Anders sieht das bei der Lehrerbildung aus. Wenn das hier ein Hochschullehrer oder eine Hochschullehrerin liest, der oder die am Thema OER im Kontext des Lehramtsstudienganges mitarbeiten will, Seminare halten, will, Material für das Fach entwickelt, im Informatikbereich Infrastrukturideen entwickelt und umsetzt, würde das Schule und Hochschule nutzen. Gleiches gilt für den Weiterbildungssektor.

      Der Austausch untereinander ist fruchtbar, keine Frage, dass habe ich beim CoLearnCamp (http://colearncamp.hessenmetall.de) erlebt. Ein spannender Austausch war das. Aber eben aus strukturell sehr unterschiedlichen Perspektiven.

      Dörte, ich habe keine Ahnung, wo das alles hinführen wird, ob es versandet oder was. Damit es möglichst nicht versandet, würde ich mich gerne auf den Bereich der Schule konzentrieren.

      Wie und Wo sinnvolle Synergien für die unterschiedlichen Bildungsbereiche erreicht werden können, interessiert mich natürlich auch. Und es gibt ja parallele Entwicklungen, wie z. B. die OpenAccess-Ideen, seit langem die OpenSource-Community, die vielleicht die umfassendsten Erfahrungen bei der Frage hat.

      Dass ich meine Aktivitäten (die alle in meiner Freizeit verortet sind, es sei denn, ich bastle an Bildungsmedien, die ich jetzt neu in den Blick genommen habe) auf Schule fokussiere heißt nicht, dass nicht auch andere Bildungsbereiche sich davon angesprochen fühlen dürfen.

      Ich gehe aber davon aus, dass die Differenzen der Bedürfnisse und Notwendigkeiten im Augenblick größer sind als die Schnittmengen, die sich sicher ergeben würden, wenn von unterschiedllicher Seite her am Thema jeweils eigenständig mit offenen Augen für die parallel stattfindende Arbeit gearbeitet würde.

      Das heißt nicht, dass das mein letztes Wort wäre. Das ist meine gegenwärtige Perspektive. Mit guten Argumenten und konkreten Projektvorstellungen…

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  12. Pingback: #OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (& Update zu #schultrojaner) | herrlarbig.de | Offene Bildung | Scoop.it

  13. markus deimann

    Sehr schöner Beitrag, bitte mehr davon. Ich kenne das Thema aus der Hochschule sehr gut, auch hier sind dicke Bretter zu bohren.

    Einige kurze Anmerkungen zum Artikel: Die Einteilung in verschiedene Zielstufen ist hilfreich zur Strukturierung des weiteren Vorgehens und um die Gefahr von verloren gegangenen Ideen zu verhindern.

    Was das Ziel “hohe didaktische Qualität” anbelangt, bin ich mir nicht so sicher, ob das wirklich ein Ziel sein sollte. Wie David Wiley (http://opencontent.org/blog/archives/2015) immer wieder betont, sind unter OER alle Arten von Materialien zu verstehen, die frei lizenziert sind. Von didaktischer Qualität ist dort nie die Rede. Muss das ein Nachteil sein? Oder sollen wir es nicht lieber den einzelnen Nutzer/innen überlassen, was sie damit zu tun gedenken? Dass das natürlich eine enstsprechende Fähigkeit erfordert ist auch klar, steht jedoch zunächst auf einem anderen Blatt.

    Die Forderung nach Peer-Review ist nicht unproblematisch, da dieses System nicht nur positive Effektive für die Wissensentwicklung hat. Wie aus der akademischen Praxis bekannt, fördert es oftmals nur die Einhaltung von Standards und erzeugt konformistischen Druck insbesondere dann, wenn es um die Platzierung von Beiträgen für sog. A-Journals mit hohem Impact-Faktor geht. In den Büchern von Konrad Paul Liessmann und Richard Münch wird darauf näher eingegangen. Ich denke als Verfechter einer offenen Wissenszirkulation sollten man sich dessen bewusst sein und nach geeigneteren Alternativen suchen.

    Bin gespannt auf die weitere Diskussion.

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    1. Herr Larbig Artikelautor

      Vielen Dank für diesen Kommentar und die kritischen Überlegungen, die einfach produktiv sind und zum Nachdenken anregen, vielleicht mehr, als ich direkt hier im Kommentar zugebe ;-)

      Es ist entlastend, was da zu bei opencontent.org betont wird, ist richtig. Bislang orientiere ich mich aber kaum an solchen Vorgaben, sondern an Fragestellungen meiner Praxis, die mir schon begegnet sind.

      Ich war mal auf einer Sammelstelle für Unterichtsmaterial, die mich damals mehr Zeit gekostet hat, als ich einen Nutzen gehabt hätte. Das Material war einfach in zu großem Maße aus sachlichen Gründen unbrauchbar (fehlerhaft, didaktisch schwach, grausames Design…)

      Natürlich kann niemand vorgeben, was OER sind und was nicht. Dafür sind sie ja offen :-) – Aber die Frage nach der Qualität (auch im Sinne gemeinsamer Qualitätsentwicklung) finde ich durchaus hilfreich.

      Peer-Review ist nicht im akademischen Sinne gemeint. Wie das aussehen kann, muss sich erst noch entwickeln. Und konformistischem Druck zur Platzierung in A-Journals wird es bei Bildungsmedien nicht geben können ;-)

      Was die Suche nach Alternativen angeht:

      Ja, genau das ist eine Vorstellung, die ich teile. Deshalb ein offener, kollaborativer Diskussionsprozess, verbunden mit konkreten Zielen und Tasks, die erkennbar vergeben werden. Ziel ist es nicht, bereits Bekanntes auf Bildungsmedien zu übertragen, sondern in einen Entwicklungsprozess hinein zu gehen, der an vielen Punkten sehr offen ist und vor allem vom Ziel zusammen gehalten wird: Bildungsmedien zu vernetzen, kollaborativ zu arbeiten und guten Unterricht im Blick zu haben.

      Deshalb die Offenheit im Prozess. Man könnte natürlich einfach eine Datenbank programmieren, eine Suchmaschine oder eine benutzerdefinierte Googlesuche dazu stellen und dann ohne jede Beteiligung Dritter irgendwas anbieten. Die Offenheit im Prozess aber enthält Potentiale, aus alt eingefahrenen Spuren vielleicht rauszukommen oder diese überhaupt erst zu sehen. Und außerdem lernt man dabei wirklich viel voneinander, so mein Eindruck, sodass man sich ganz nebenbei auch noch persönlich weiter entwickelt.

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  14. Henri

    Der Beitrag beschäftigt Deutschlands Lehrerschaft doch schon so lange. Traurig ist sicherlich, dass federführende durch Lobbyisten der Grundsatz des Vertrauens in eine ganze Berufsgruppe (und das war ja nach dem Bundestrojaner auch das ganze eigene – leibeigene? Volk ) doch das gleiche Strickmuster. Mann, Frau, Kind, Lehrer(in) alle stehen unter generalverdacht! Tolles Bild gibt diese “Bildungsrepublik” oder sollte man von einer Einbildungsrepublik sprechen? Man (Politik fehltgeleitet durch die Lobby!) bildet sich ein, wir merken nichts?

    Denk ich an Deutschland in der … Danke an den Autor und den tollen Beitrag, ich kann das nur unterstützen und es wird Zeit das Lehrer(in) nicht immer alles anstandslos schluckt!!!

    Grüße Henri aus Thüringen

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