Einladung zur Blogparade: Reflektierende Praktiker (Lehrende und Co)

Auf Twitter fragte ich heute:

Aus den ersten Antworten kristallisierte sich heraus, dass das keine Frage für 140 Zeichen auf Twitter ist. Deshalb lade ich zu einer Blogparade zu genau diesem Thema ein. Das mache ich in zwei Schritten:

  1. Ich erzähle kurz, was mich an der Frage interessiert und
  2. erläutere dann, was eine Blogparade ist und wie an ihr teilgenommen werden kann.

zu 1: Warum diese Frage nach der Praxisreflexion?

Mir wurde in meiner Ausbildung, sowohl im Studium als auch in der Zeit als – wie es in Hessen statt Referendar heute heißt – LiV (Lehrer im Vorbereitungsdienst) immer wieder nahegelegt, dass Lehrer reflektierende Praktiker sein sollten, sein müssten, um in dem Beruf professionell bestehen zu können. Damit war gemeint, dass Lehrer – und ich erlaube mir, das auf alle Lehrenden und auf mit Sicherheit viele andere Berufsgruppe auszudehnen – in der Lage sein sollen (müssen?), über ihre Berufspraxis eigenständig nachzudenken. Als LiV z. B. mussten wir nach jedem Unterrichtsbesuch darstellen können, wie die Stunde aus unserer Sicht warum gelaufen ist, was gut war, was nicht so gut war, wo es Überraschungen gab etc.

Routinen allerdings wurden uns für diesen Reflexionsprozess nicht beigebracht. Aber wenn diese Reflexion doch so wichtig ist, wo findet sie im Beruf ihren Platz?

Wie reflektieren unterschiedliche Praktiker (insbesondere Lehrende) ihr Praxis? Welche Instrumente setzen sie dazu ein? Wird – exemplarisch auf Lehrer bezogen, bitte auf den je eigenen Berufskontext hin anpassen – nur der Unterricht  reflektiert oder auch  die Lehrerrolle, Elterngespräche, Konferenzverhalten? FIndet Praxisreflexion im stillen Kämmerlein statt oder im Rahmen von Supervision?

Kommt der Reflexionsprozess nur zum Tragen, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll oder ist er kontinuierlicher Bestandteil der Arbeit? Wie wird er in den Arbeitsalltag (und in die Arbeitszeit, die eh schon voll ist) integriert?

Nein, es ist gar nicht wichtig, wie ich diese Fragen alle jeweils meine! Auf Twitter gab es schon Nachfragen in diese Richtung. Das interessante an einer Blogparade ist doch gerade, dass das Thema so aufgenommen werden soll, wie der einzelne Blogger es versteht, angehen will, mit Inhalten bereichern möchte.

Und damit sind wir auch schon bei

2. Was ist eine Blogparade und wie kann an ihr teilgenommen werden?

Nicht umsonst wird alternativ zum Begriff „Blog-Parade“ auch der Begriff „Blog-Karneval“ genutzt.

Ein bunter Reigen eigenständiger Blogs, der in einem bestimmten Zeitraum zu einem bestimmten Thema schreibt: Das ist eine Blogparade.

Damit das aber zu einer Parade werden kann, braucht es einen Ort, an dem diese Blogs gesammelt werden, an dem sie zur Parade „auflaufen“. Dieser Platz ist in der Regel dort, wo zum Blog-Karneval, zur Blogparade aufgerufen wurde.

Am einfachsten verlinkst du in deinem Beitrag zum Thema diesen Beitrag hier und dann erscheint dein Artikel als PingBack im Kommentarteil. Du kannst mich aber auch über das Kontaktformular oder via Twitter kontaktieren und mir den Link deines Artikels mitteilen, sodass ich ihn hier dokumentieren kann.

Hier also noch einmal die Schritte zum Mitmachen:

  1. Schreibe einen Blogartikel zu der Frage, wie für dich als reflektierender Praktiker im Beruf die Reflexionsroutine aussieht. Schreibe zu dieser Frage als Lehrende oder Lehrender – egal ob Lehrer, Professorin, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Mitarbeiterin an einer päd. Hochschule, als Fortbildner etc. – Oder als reflektierender Praktiker aus einer anderen Branche.
  2. Verlinke diesen Blogartikel mit diesem Artikel hier (http://herrlarbig.de/?p=35154), sodass automatisch ein PingBack erfolgt, also dein Beitrag hier im Kommentarteil verlinkt wird. (Da ich Kommentare immer freischalte, kann es ein paar Minuten dauern, bis dein Beitrag hier sichtbar wird.)
  3. Alternativ kannst du deinen Beitrag als Kommentar mit Link unten eintragen oder mich über das Kontaktformular oder über Twitter von deinem Beitrag informieren. Ich verlinke ihn dann hier.
  4. Das war es schon. Damit es aber noch lebendiger wird: Lest die Beiträge schreibt eure Kommentare dazu, bloggt zu Beiträgen, die ihr via PingBack in euren Artikel einbindet.

Die Blogparade läuft angesichts der gerade erst begonnenen Sommerferien in Bayern bis

zum 15. September.

Bis dahin macht bitte Werbung (via Twitter, in eurem Facebook-Account, im Lehrerzimmer, bei Bloggern im In- und Ausland, die zur Zielgruppe gehören und zum Thema was zu sagen haben. Wie schon angedeutet: Von mir aus darf auch jemand, der seine Berufspraxis in einer Reflexionsroutine immer wieder in den Blick nimmt, davon berichten. Ja, von mir aus darf das auch ein Vorstandsvorsitzender eines DAX-Unternehmens sein ;-)

Leuten, Unternehmen, Marketingabteilungen, die meinen, sie könnten diese Blogparade offensichtlich für PR, Marketing, Werbung oder SPAM missbrauchen, sei gleich gesagt: Ich behalte mir vor, offensichtlich missbräuchlich gesetzte PingBacks nicht freizuschalten.

Wenn du kein Blog hast, aber zu dem Thema was sagen willst, kannst du deinen „Blogbeitrag“ als Kommentar hier hinterlassen – oder du nimmst diese Blogparade zum Anlass, selbst ein Blog zu beginnen… ;-)

Und was hast du davon?

  1. Du musst dir über das Thema eines Blogartikels keine Gedanken machen, weil es hier schon genannt ist.
  2. Du bekommst wahrscheinlich ein paar Leser für deinen Beitrag und vielleicht sogar Kommentare.
  3. Du bekommst vielleicht Leser, die noch gar nicht wissen, dass es dein Blog gibt!
  4. Du erfährst, wie andere mit dem Thema umgehen.
  5. Du stärkst dein soziales Netzwerk.
  6. Du trägst dazu bei, dass erfahrbar wird, wie Blogs miteinander vernetzt nachdenken können.
  7. Du befriedigst die Neugier anderer und deine eigene.
  8. Du lässt uns an deinen Ideen teilhaben und kannst mitbekommen, wie andere denken.
  9. Du machst dich um die deutsche Blogosphäre verdient.
  10. Du … (such dir aus, was hier stehen soll, um dich, falls du noch zweifeln solltest, zu motiveren, an dieser Blogparade mitzuwirken.)

Los geht’s!

Zur Erinnerung noch einmal der Tweet, mit dem die Idee zu dieser Blogparade kam:

(Und natürlich werde ich auch noch einen Artikel zum Thema schreiben. Klar. Ehrensache.)

Ende der Blogparade: Samstag, 15. September 2012.

 

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31 Gedanken zu „Einladung zur Blogparade: Reflektierende Praktiker (Lehrende und Co)

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  7. hijackinthebox

    Ohne mich an der eigentlichen Aktion beteiligen zu können möchte ich mich für diese Idee bedanken. Ich studiere derzeit Lehramt und der “reflective practitioner” und diverse Methoden zur Unterrichtsverbesserung/Evaluationsmethoden waren ein ganz großes Thema im vergangenen (sechsten) Semester. Leider hat man ja nie den Praxisbezug und ist sich dann nicht sicher, ob derlei wirklich so praktiziert wird oder ob man damit rechnen muss, dass man später – sollte man mit solchen universitären Ideen ankommen – gleich mal ausgebremst wird, weil das eh niemand macht.

    Umso interessanter ist es, dass ich jetzt bei aktiven Lehrkräften mal reinschnuppern kann, welche Methoden sie dabei nutzen, was sich bewährt hat und was nicht. Besser geht es nicht. ^^

    :-)

    Antworten
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  18. Michael Veeser-Dombrowski

    spannend und anregend – eines meiner Dauer-Themen, auch weil ich Reflexion so wichtig und nicht ganz einfach finde: Immer zu druckvollen Zeiten drohe ich in die Falle des Naheliegenden zu fallen und das NAchsinnen über die eigene Arbeit zu unterlassen. Mein Beitrag zu dieser Blogparade: http://wp.me/ptQ4a-10x Freue mich über diese Initiative und habe auch schon etwas herumgelesen – habe vor, mich da und dort auch nochmals kommentierend zu melden. Vielen Dank!

    Antworten
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