Beitrags-Archiv für die Kategory 'Grammatik'

Rechtschreibung – wichtig und sekundär, oder: Vom Lesen und Schreiben

Freitag, 18. September 2009 1:36

Dieser Beitrag greift die Einsichten auf, die der Verfasser im Rahmen einer Fortbildung mit  Ingrid Naegele zu Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten gemacht hat. Zentrale Gedanken, denen ich hier meine eigene Ausdrucksform zu geben versuche, verdanke ich dementsprechend Ingrid Naegele, an deren reicher Erfahrung ich im Rahmen der Fortbildung partizipieren durfte.

Die Fähigkeit der Menschen, zu lesen und zu schreiben, hat die Welt verändert. Erst seit diese Kulturtechniken entwickelt wurden, ist ein „Gespräch“ über Raum und Zeit mit nicht anwesenden Menschen möglich. Menschen müssen nicht länger an einem Ort sein, um ihre Gedanken auszutauschen und so voneinander und miteinander zu lernen. Außerdem hilft uns die Fähigkeit des Lesens, mehr über das Leben zu früheren Zeiten zu erfahren als es für einen Nicht-Archäologen mittels archäologischer Funde möglich ist.

Das Ziel des Schreibens und des Lesens ist primär, Texte für nicht Anwesende zu verfassen und solche Texte in die eigene Auseinandersetzung mit der Welt und deren Wirklichkeit zu integrieren.

Dieses Ziel muss jedem vor Augen stehen, der in Bildungsprozessen mit dem Lesen und Schreiben zu tun hat – also nicht nur Deutschlehrern, sondern Lehrenden in allen Fächern der Schule, den Eltern und allen anderen an Bildungsprozessen beteiligten Personen und Institutionen.

Das Ziel für die Lernenden besteht in erster Linie also darin, [...]

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel

Thema: Deutsch Sek. I, Grammatik, Kompetenzenförderung, LRS, Orthographie, Rechtschreibung, Schlüsselkompetenzen, Sprache, Unterricht, lernen, lesen, schreiben | Kommentare (1) | Autor: Herr Larbig

»Im Anfang war die Tat« – Das Verb als Satzzentrum

Donnerstag, 25. September 2008 23:45

Goethe lässt Faust den Beginn des Johannes-Evangeliums aus der Bibel übersetzen (Joh 1,1: Im Anfang war das Wort.). Nach einigem Hin und Her entschließt er sich für die Übersetzung:

»Im Anfang war die Tat.« ( Vers 1237)

Das ist zwar eine sehr freie Übersetzung des griechischen Wortes »logos«, das an dieser Stelle des griechischen Urtextes steht, beschreibt aber ziemlich genau die Bedeutung, die das Verb in einem Satz hat.

Was ein Satz sagen will, steckt, grammatikalisch betrachtet, im Verb. Das Verb ist die Tür zu den Informationen, die nötig sind, damit ein Satz entstehen kann.

Als Beispiel nehme ich hier das Verb »pflücken« –  Alleine stehend ist diese Wort einsam. Mit ihm verbinden sich aber sofort Fragen, die beantwortet werden wollen, soll das Wort einen Sinn bekommen:

  • Wer? (Subjekt)
  • pflücken (Verb | Prädikat)

  • was? (Objekt)
  • Mögliche Antworten:

    Wir pflücken Blumen. | Sie pflücken Äpfel.

    Damit haben wir einen grammatikalisch vollständigen Satz (Prädikat – pflücken; Subjekt – Wir | Sie; Objekt – Blumen | Äpfel), auch wenn sich neue Fragen ergeben: Wo? Wann? Wie? Warum?

    Diese neuen Fragen öffnen den Satz für weitere zu vergebende Aufgaben (Positionen), die durch Adverbiale, Nebensätze, Attribute ausgefüllt werden können.

    Doch wie viele Antworten (Postionen; Aussagen) auch in einen Satz gefasst werden: das Zentrum, um das sich ein Satz wie ein Hurrikan oder ein Tornado um ihr »Auge«, bleibt das Verb als (Teil des) Prädikat(s).

    Aus diesem Grunde ist das Verb in allen Sprachen die spannendste (und auch schwierigste) Wortart. In ihm selbst werden zahlreiche weitere Informationen untergebracht: Tempus, Modus, infinites (vom Subjekt nicht beeinflusstes) und finites (vom Subjekt beeinflusstes) Verb…

    Doch welche Form ein Verb auch immer annehmen mag (das wird hier im Laufe der Zeit noch Thema werden müssen), so bleibt es doch immer das Zentrum des Satzes, das sich im Satz zum (Teil des) Prädikat(s) verwandelt und so bestimmend für die gesamtes Bedeutung eines Satzes ist.

    Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

    Verwandte Artikel

    Thema: Deutsch Sek. I, Faust 1, Grammatik, Sprache | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig

    Das einzelne Wort will nicht einsam sein – oder: Einführung in die Grammatik

    Dienstag, 23. September 2008 23:03

    Einzelne Wörter sind wichtig. Jedes Wort kann etwas von der Wirklichkeit zeigen. Je mehr Wörter ein Mensch also kennt, um so mehr und genauer kann er etwas von der Wirklichkeit »abbilden«. Aber auch Gedanken und Gefühle benötigen Wörter, wenn wir sie über Sprache beschreiben und ausdrücken wollen.

    Doch können wir noch so viele Wörter kennen: Um mit Wörtern etwas ausdrücken zu können, brauchen die (meisten) Wörter andere Wörter. Aber auch wenn sich mehrere Wörter zusammen tun, ergibt das nicht automatisch auch Sinn. Wörter brauchen eine Ordnung, um etwas von der Wirklichkeit ausdrücken zu können. Diese Ordnung nennt man »Grammatik«.

    Die Grammatik ist in ihren Grundlagen eigentlich ganz einfach: Man braucht neben Wörter Regeln, die es den Wörtern ermöglichen, etwas über die Wirklichkeit zu sagen. Erst diese Regeln stellen die Ordnung her, die man »Grammatik« nennt. [...]

    Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

    Verwandte Artikel

    Thema: Deutsch Sek. I, Grammatik, Sprache | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig