Ein Panther im botanischen Garten – Rilkes »Der Panther«
Dienstag, 4. November 2008 22:41
Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris
Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Ein Panther ist ein Leopard [1], eine Wildkatze, die in einer Großstadt wie Paris nichts verloren hat. Bereits die von Rilke dem Titel beigefügte Ortsbezeichnung weist auf einen Un-Ort hin, einen Ort, der keine Heimat für ein solch majestisches Tier ist. [...]
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Thema: Allende, Die Stadt der wilden Götter, Deutsch Sek. I, Deutsch Sek. II, Gedichte, Literatur, Lyrik, lesen | Kommentare (0) | Autor: Herr Larbig
