Beitrags-Archiv für die Kategory 'Zeichensetzung'

Vom Wissen zum Können

Dienstag, 23. März 2010 20:22

„Ich kann doch die Regeln! Warum mache ich das in Arbeiten trotzdem immer falsch?“ Ein vertrauter Satz, gerade wenn es um Rechtschreibung und Grammatik geht. Aber warum ist es so schwer, einmal gründlich erarbeitetes Wissen dann auch routiniert anzuwenden? In dieser zweiten Folge meines Podcasts „Deutschstunde“ gehe ich dieser Frage einmal nach, denn es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, etwas zu wissen und etwas zu können, so sehr das Können auch vom Wissen abhängt.

 

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Thema: Audio, Deutsch Sek. I, Deutsch Sek. II, Deutschunterricht Tipps, Grammatik, Kompetenzenförderung, Lebenshilfe, Orthographie, Rechtschreibung, Unterricht, Zeichensetzung | Kommentare (1) | Autor: Herr Larbig

140 Zeichen Deutschunterricht: Ein Twitterprojekt

Mittwoch, 17. März 2010 23:53

Zwischendurch immer mal wieder einen Tweet, in dem es um die deutsche Sprache und Literatur geht – so lautet die Idee, die hinter dem in der Seitenleiste neu aufgeführtem Feld „Herr Larbigs „Deutschstunde“ auf Twitter” steckt.

Wer der „Deutschstunde“ auf Twitter folgt (in der Twittersprache heißt das „followed“), bekommt immer wieder zwischen all den anderen Meldungen (Tweets) kurze Hinweise, in denen es um Fragen der Rechtschreibung geht, um Grammatik und Ausdruck. Außerdem gibt es Links zu Beiträgen, die für alle interessant sein können, die sich für deutsche Sprache und Literatur interessieren.

Eine kleine Besonderheit ist, dass in dieser „Twitter Timeline“ auch Fotos auftauchen, die ich immer dann mache, wenn mir irgendwo in der Öffentlichkeit etwas auffällt, das mit Sprache zu tun hat. Dabei interessiert mich, welchen sprachlichen „Sünden” wir in unserer Umgebung tagtäglich ausgesetzt sind. – Ich finde es spannend, mit einem solch forschenden Blick durch die Stadt zu gehen; vielleicht bin ich da nicht der einzige.

Ziel des Projekts ist es nicht, als der ständig korrigierende Lehrer durch das Netz zu laufen. Ziel ist es auch nicht, die Tweets anderer nach Rechtschreibfehlern zu durchforsten und sie dann in einer Antwort an die betreffenden Personen zu korrigieren. Es gibt jemanden bei Twitter, der macht solche Korrekturen. Ich bin es nicht. Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass sich die Fähigkeiten im Umgang mit Sprache Schritt für Schritt und dennoch kontinuierlich entwickeln, so sich jemand der (Schrift)Sprache wirklich aussetzt, in dem zum Beispiel viel gelesen und geschrieben wird.

Das Ziel des Projekts „Deutschstunde“ auf Twitter ist zunächst einmal ein vielleicht überraschend egoistisches: Mir dient dieses Projekt als Motivationshilfe, meine Fühler wirklich in dem Maße auf Sprache und Literatur hin ausgerichtet zu halten, wie ich mir das für mich wünsche.

Das zweite Ziel besteht darin, interessierten Twitternutzern Anregungen aus meinem wachsenden Fundus rund um Sprache und Literatur zu geben. Zumindest die Sensibilität für sprachliche Phänomene und im Umgang mit Literatur soll da unterstützt werden. Vielleicht wächst sie bei dem einen oder anderen mithilfe dieser Tweets auch noch ein wenig.

Das Interesse für einen solchen Twitter-Stream ist da. In weniger als 24 Stunden haben sich 18 Twitterer entschieden, dass sie diesem Account folgen wollen.

Ich hoffe, dass „Deutschstunde“ auf Twitter dabei keine Einbahnstraße bleibt, auf der ich mit Inhalten hausieren gehe, sondern dass sich dieses Projekt dahin entwickelt, dass über sprachliche Phänomene via Twitter diskutiert wird, dass Fragen gestellt werden etc.

Außerdem kann diesem Account natürlich auch gerne von Schülerinnen und Schülern gefolgt werden, solchen, die ich unterrichte genauso wie solchen, die ich nicht unterrichte. Und in diesem Rahmen können durchaus auch Fragen an mich gestellt werden, denn wenn ich auf konkrete Fragen Antworten suche, oft muss ich sie tatsächlich erst suchen, bin ich doch alles anderes als „Mr. Allwissend“, lerne ich selbst in der Regel eine ganze Menge dabei.

Noch aber steht das Projekt, dessen „Basislager“ im Netz dieses Blog herrlarbig.de ist, ganz am Anfang. Als „Basislager“ wird es im Blog auch (weiterhin) längere Beiträge zu Themen rund um Sprache und Literatur geben, die auf Twitter dann natürlich als Links auftauchen. Ich weiß, dass solche Beiträge durchaus gelesen werden, denn die meist gelesenen Beiträge hier sind Beiträge, in denen literarische Werke im Zentrum stehen.

Ich bin neugierig, wie sich dieses Projekt „Deutschstunde“ auf Twitter entwickeln wird. Dabei werde ich in diesem Rahmen die klassische Twitterfrage „What are you doing“ (Was machst du gerade) nicht beantworten, sondern mich tatsächlich alleine auf die Inhalte konzentrieren. Dabei kann sich der Charakter dieser Twitter-Timeline  „Deutschstunde“ aus dem Hause herrlarbig.de im Laufe der Zeit auch ändern. Dies wird die Zeit dann aber zeigen, das kann ich heute nicht voraussehen.

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Wenn Fehler aufhören Fehler zu sein oder: Gedanken zur Sprachentwicklung

Dienstag, 21. April 2009 0:48

Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der Duden, statt Gänsefüßchen („…“) oder den eher im Schriftsatz üblichen Anführungszeichen (»…«) auch jene mir schon heute an allen Ecken und Enden begegnenden Zollzeichen (“…” – leider wird das Resultat hier nicht richtig dargestellt, Zollzeichen sind jene senkrechten, völlig geraden Doppelstriche, die man oft an Stelle von Anführungszeichen sieht, die hier aber leider wie klassische englische Anführungszeichen erscheinen) zulassen wird, da der Duden sich in der Regel durch die Anpassung an den allgemeinen Sprachgebrauch „weiter entwickelt“.

Ein Beispiel, in dem eine Schreibweise, die bis dato als „falsch“ nun aber als möglich gilt, findet sich in der Kapitulation des Dudens vor dem Apostroph beim Genitiv von Namen, obwohl eigentlich auch schon vorher alles klar war: Wenn ein Name auf -s endet, dann steht das Apostroph zur Kennzeichnung des Genetivs (Markus [Grundform des Namens] – Markus’ [Genitiv]. Eine Verwechslung von Grundform und Genitiv ist nicht möglich, wenn dieser Regel gefolgt wird.

In der der aktuellsten Ausgabe jenes proprietären Standardwerkes der deutschen Rechtschreibregelung findet sich jetzt aber als neue Schreibmöglichkeit gekennzeichnet ein Hinweis, dass das Apostroph bei Namen zur Kennzeichnung derer Grundform nun auch vor das Genitiv-s gestellt werden kann, sodass nun zwei Möglichkeiten vom Duden anerkannt werden, wenn da auch noch ein wenig schüchtern angemerkt wird, dass diese Verwendung des Apostrophs „gelegentlich“ gebraucht würde.1

Von wegen „gelegentlich“! Der Sprachgebrauch ist da schon viel weiter vom Duden weg, [...]

  1. Duden. Die deutsche Rechtschreibung, 24. Auflage, Mannheim 2006, S. 36 – K16 []

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