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		<title>Was im Deutsch-Grundkurs zu lesen sein wird (Landesabitur Hessen 2013)</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 17:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach einem in seinen Lekt&#252;ren dem Deutsch-Unterricht noch Luft gebenden Einf&#252;hrungsjahr, beginnt f&#252;r die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, die im Jahr 2013 ihr Abitur in Hessen machen wollen, nun die Phase, in der der offizielle Lehrplan mit verbindlichen Lekt&#252;ren verbunden ist. &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einem in seinen Lekt&#252;ren dem Deutsch-Unterricht noch Luft gebenden Einf&#252;hrungsjahr, beginnt f&#252;r die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, die im Jahr 2013 ihr Abitur in Hessen machen wollen, nun die Phase, in der der offizielle Lehrplan mit verbindlichen Lekt&#252;ren verbunden ist. Erstmals sind diese Lekt&#252;ren sogar Halbjahren zugeordnet, worauf die bisherigen Vorgaben verzichteten, wohl deshalb, weil sich durch die offiziellen Lehrpl&#228;ne eigentlich fast von alleine ergab, in welchen Halbjahren der Oberstufe die Lekt&#252;ren ihren Platz finden. – Dass die Lekt&#252;ren nun konkreten Halbjahren zugewiesen werden, hat vielleicht Gr&#252;nde. Doch &#252;ber diese will ich hier gar nicht spekulieren.</p>

<p>Was also wird im Grundkurs Deutsch in Hessen f&#252;r all die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler zu lesen sein, die n&#228;chsten Montag (8. August 2011) mit der Qualifikationsphase beginnen? – Hier die (subjektiv) kommentierte <a href="http://www.kultusministerium.hessen.de/irj/servlet/prt/portal/prtroot/slimp.CMReader/HKM_15/HKM_Internet/med/2fe/2fe7045d-2144-e031-f012-f31e2389e481,22222222-2222-2222-2222-222222222222,true" target="_blank">Lekt&#252;reliste</a> ((Der Link f&#252;hrt zum PDF mit den offiziellen Hinweisen zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturpr&#252;fungen im Landesabitur 2013, gem&#228;&#223; Erlass vom 20. Juni 2011)), f&#252;r deren Richtigkeit ich &#252;brigens keine Gew&#228;hr &#252;bernehme.</p>

<p><span id="more-6019"></span>Die <a href="http://lernarchiv.bildung.hessen.de/sek_ii/" target="_blank">offiziellen Hinweise zu den Pr&#252;fungen des hessischen Landesabiturs</a> finden sich auf der <a href="http://www.kultusministerium.hessen.de/" target="_blank">Website des Hessischen Kultusministeriums</a> bzw. auf dem <a href="http://dms.bildung.hessen.de/index.html" target="_blank">Hessischen Bildungsserver</a>.</p>

<h2>Lekt&#252;ren im Grundkurs Deutsch<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/#footnote_0_6019" id="identifier_0_6019" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Angaben ohne Gew&amp;#228;hr">1</a></sup> im Verlauf der Qualifikationsphase 1 mit subjektivem Kommentar:</h2>

<h4>Kleist: Prinz Friedrich von Homburg</h4>

<p>Kleist ist neu im Reigen der f&#252;r das Landesabitur relevanten Lekt&#252;rverpflichtungen in der Qualifikationsphase. Endlich! Kleist! Mit „Prinz Friedrich von Homburg“ ist Kleists wohl ausgereiftestes B&#252;hnenwerk Teil der Leseliste f&#252;r das Landesabitur. Eine fremde Welt, die sich heutigen Leserinnen und Lesern da auftut, aber die Themen sind heute nach wie vor die gleichen geblieben. Richtig: Es geht nat&#252;rlich um …!</p>

<div>
<h4>Lyrik zum Menschenbild der Klassik</h4>
Stand so bislang nicht auf der Liste der f&#252;r das Landesabitur relevanten Lekt&#252;rverpflichtungen. Die Pr&#228;senz der Lyrik wird damit um ein Drittel erweitert. Standen bislang nur zwei Themenbereich mit Lyrikschwerpunkt auf der Leseliste, sind es nun derer drei. Allerdings standen auf bisherigen Leselisten f&#252;r das Landesabitur auch nur sieben Lekt&#252;revorgaben. Nunmehr sind es neun (Lyrik und Epik wurden um jeweils eine Lekt&#252;reverpflichtung aufgestockt, sodass nun aus jedem Bereich (Dramatik, Epik, Lyrik) drei Lekt&#252;reverpflichtungen vorgesehen sind). F&#252;r mich wird diese Unterrichtseinheit noch einmal eine Entdeckungsreise durch diese Epoche werden, in der nat&#252;rlich nicht nur Goethe schrieb. Und die Frage nach dem Menschenbild im Kontext der Lyrik zu stellen, halte ich f&#252;r eine bisherige Kenntnisse vertiefende Hinf&#252;hrung zur Lyrik im ersten Halbjahr der Qualifikationsphase nicht schlecht gew&#228;hlt. Hier bieten sich f&#252;r mich  Ankn&#252;pfungsm&#246;glichkeiten an die in der Einf&#252;hrungsphase intensiv erarbeitete Epoche der Aufkl&#228;rung, was ebenso f&#252;r die Lyrik der Romantik gilt.
<h4>Lyrik der Romantik</h4>
Ob es m&#246;glich ist, die Lyrik zum Menschenbild der Klassik gewinnbringend mit der Erarbeitung der romantischen Lyrik zu verbinden? Die Basis der romantischen Lyrik ist eng mit Fragen des Welt- und Menschenbildes verbunden. Die Frage einer Integration dieser Lekt&#252;rebereiche in eine Unterrichtseinheit ist naheliegend. Zumindest wenn ich in Klausuren denke<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/#footnote_1_6019" id="identifier_1_6019" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich wei&amp;#223;, dass unter meinen Leserinnen und Lesern auch solche sind, die Pr&amp;#252;fungen, Noten und die damit verbundenen Auswirkungen auf das schulische Lernen kritisch betrachten. Da ich aber konkret unterrichte, tue ich das im Rahmen der Vorgaben, die ich dann auch bei meine Vorbereitungen zu ber&amp;#252;cksichtigen habe.">2</a></sup>, so f&#228;llt mir auf, dass in jedem Halbjahr der Qualifikationsphase nach der mir vorliegenden &#220;bersicht drei Lekt&#252;ren vorgesehen sind. Es werden zwei Klausuren pro Halbjahr geschrieben. Daraus ergeben sich die M&#246;glichkeiten, 1. Lekt&#252;rebereiche aus der &#220;berpr&#252;fung mittels Klausuren heraus zu nehmen und andere Formen der Leistungsnachweise zu nutzen oder aber 2. Lekt&#252;revorgaben zu integrieren und somit das verkn&#252;pfende Denken auf noch einer weiteren Ebene gezielt zu f&#246;rdern, ist es doch durchaus f&#252;r viele Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen nicht trivial, &#252;ber die Grenzen eines literarischen Werkes bzw. einer literarischen Epoche hinaus zu denken.

Die Qualifikationsphase legt im ersten Halbjahr der Vorbereitung auf das hessische Landesabitur im Grundkurs Deutsch einen klaren Schwerpunkt auf die ersten H&#228;lfte des 19. Jahrhundert. Das Halbjahr kann also durchaus auch als eine literarische Zeitreise in die Epoche vor nunmehr 200 Jahren gesehen und gestaltet werden. Wenn dann noch B&#252;chners Woyzeck in Q2 dazu genommen wird, ist dieses Drama doch auch in dieser Zeit entstanden, so zeigt sich in der zu lesenden Literatur die Differenziertheit literarischer Str&#246;mungen, aber auch die Zerrissenheit der Gesellschaft, insbesondere in der Gegen&#252;berstellung B&#252;chners Arbeiten mit denen der Romantik und der Klassik.
<h2>Lekt&#252;ren im Grundkurs Deutsch im Verlauf der Qualifikationsphase 2 mit subjektivem Kommentar:</h2>
<h3><span class="Apple-style-span" style="font-size: 14px;">B&#252;chner: Woyzeck</span></h3>
<div>

Woyzeck geh&#246;rt auf die Lekt&#252;reliste. Ganz klar. Doch dieses Mal werden die Briefe B&#252;chners und der von ihm mit verfasste „Hessische Landbote“ in den Hinweisen zum Landesabitur 2013 nicht genannt. Das ist aber nur eine kosmetische Frage, denn in gewisser Weise werden die Briefe bestimmt eine Rolle spielen – und wenn nicht im Unterricht, so bieten sie von ihrem Umfang her durchaus M&#246;glichkeiten f&#252;r die Gestaltung von Leistungsnachweisen. Eine rein werkimmanente Erarbeitung des Woyzeck, die zentrale Bez&#252;ge zu B&#252;chners politischem Engagement vernachl&#228;ssigt, kann ich mir bislang allerdings nur schwer vorstellen.
<h4>Fontane: Irrungen, Wirrungen</h4>
Dieses Werk bietet Einblicke in die Zeit der zweiten H&#228;lte des 19. Jahrhunderts unter literarischen Vorzeichen. Fontane ist ein durchaus in einigen Werken sehr spannender Erz&#228;hler. „Irrungen, Wirrungen“ bietet sich dazu an, einem Schriftsteller mal sehr genau auf die Finger zu schauen, sind manche „Tricks“, derer sich Autoren bedienen, hier doch so augenf&#228;llig und zug&#228;nglich, dass es wirklich keine gro&#223;e Herausforderung ist, Techniken der Vorausdeutung, der im Text diesen deutend integrierten Beschreibungen von Dingen etc. und weiteres Handwerkszeug von Autoren herauszuarbeiten. – Im Zusammenhang mit B&#252;chners Wirklichkeitsdarstellung kann, bei allem kritischen Geist, der im Werk Fontanes vorhanden ist, auch manche Einseitigkeit der Wirklichkeitswahrnehmung Fontanes im Kontext des B&#252;rgertums sicherlich nachvollziehbar heraus gearbeitet werden.  – F&#252;r die Sch&#252;ler ist „Irrungen, Wirrungen“ zum ersten Mal auf der Lekt&#252;reliste. F&#252;r mich als Lehrer f&#228;nde ich es nicht so schlecht, wenn mit Effie Briest oder gar Werken von Gerhart Hauptmann mal wieder ein anderes Werk diese Epoche repr&#228;sentieren w&#252;rde.
<h4>Kafka: Das Urteil</h4>
Ich mag Kafka und gerade „Das Urteil“ ist vielen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern weit zug&#228;nglicher, als es bei Kafka zu vermuten w&#228;re. Erinnere ich mich an meine eigene Schulzeit, wir lasen Kafka schon in den Klassen 9 und 10, so war Kafka ein Autor, dessen gesammelte Prosa ich mir direkt im Zusammenhang mit dem Unterricht zulegte, weil ich diesen Autor sehr spannend fand und finde. Dass in den vergangenen Jahren, in denen Kafka auf der Lekt&#252;reliste zum hessischen Landesabitur steht, Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler teilweise immer noch richtig gut mit Kafka umgehen k&#246;nnen, zeigt mir einmal mehr, wie existentiell und &#252;ber die Zeiten hinweg Kafka geschrieben hat.

</div>
<h2>Lekt&#252;ren im Grundkurs Deutsch im Verlauf der Qualifikationsphase 3 mit subjektivem Kommentar:</h2>
<h4>Goethe: Faust I</h4>
<em>Der</em> deutsche Klassiker &#252;berhaupt. Zumindest angesichts des heute als relevant betrachteten Kanons; zumindest in dem Zeitraum deutscher Literaturgeschichte, der in der hessischen Oberstufe ber&#252;cksichtigt wird. Doch auch im Gesamtkontext deutschsprachiger Literaturgeschichte gibt es nur wenige Werke, die literarisch und inhaltlich so spannend sind, wie „Faust“. So sehe ich das zumindest. Einmal im Jahr „Faust“ lesen – das kann auch ohne berufliche Verpflichtungen, die mit der Lekt&#252;re verbunden sind, sehr lohnend sein. Mein Eindruck ist, dass diese Lekt&#252;re nach wie vor f&#252;r &#252;berraschend viele Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler als eine Art H&#246;hepunkt des Deutschunterrichts gilt. Dar&#252;ber hinaus sind die M&#246;glichkeiten des werkimmanenten Arbeitens sehr breit gef&#228;chert. Bez&#252;ge zur Klassik, zur Romantik, zu Kleist und … zu eigentlich der gesamten deutschsprachigen Literaturgeschichte (und zu Shakespeare und und und…) sind beim Faust immer m&#246;glich.
<h4>Hein: In seiner fr&#252;hen Kindheit ein Garten</h4>
Heins „In seiner fr&#252;hen Kindheit ein Garten“ ist der einzige nach 1945 entstandene Roman, der f&#252;r das hessische Landesabitur im Grundkurs Deutsch im Jahr 2013 relevant ist. Dieser Roman bietet sich, von den historischen Bez&#252;gen, die sehr viel spannende Hintergr&#252;nde liefern k&#246;nnen einmal abgesehen, vor allem dazu an, sich bei seiner Lekt&#252;re noch einmal grunds&#228;tzlich reflexiv mit der Frage nach Qualit&#228;tskriterien von Literatur zu befassen. Was macht einen guten literarischen Text aus? Und welche der in der Qualifikationsphase gelesenen Texte erf&#252;llen welche Qualit&#228;tskriterien.  Zu allererst muss sich aber Heins „In seiner fr&#252;hen Kindheit ein Garten“ diesen Kriterien stellen. Die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen k&#246;nnen dabei sicher zu unterschiedlichen Positionen gelangen.
<h4>Lyrik des Expressionismus</h4>
Der Expressionismus ist ein Ph&#228;nomen, dass in der gesamten Kunst seinen Niederschlag fand, vor allem aber in der bildenden Kunst, sodass die Verbindung von Bildern mit Gedichten so nahe liegt, dass sie eigentlich nicht erw&#228;hnt werden muss. In Frankfurt <del>liegen</del> h&#228;ngen aber nun auch noch einige Schl&#252;sselwerke dieser Epoche sehr nah im St&#228;del, sodass die Verbindung in der direkten Begegnung mit diesen Bildern geschehen kann. Die Bandbreite der Lyrik dieser Zeit ist enorm, so sehr sie sich auch eines beschr&#228;nkten Umfangs stilbildender Mittel bediente. Nach dem Sturm und Drang als Epoche des jungen Goethes ist der Expressionismus in der Lyrik vielleicht die erste Nachfolgeepoche, in der sich die Lyrik inhaltlich und formal sprunghaft weiter entwickelte und somit die gro&#223;en Ver&#228;nderungen hin zu Dadaismus und zur konkreten Poesie erm&#246;glichte.
<h2>Au&#223;erdem</h2>
Grundkategorien der Redeanalyse sind im Kontext der Sprachreflexion zu erarbeiten. Das halte ich angesichts unserer politischen Redekultur f&#252;r sehr sinnvoll und oft ist es erhellend, wenn man politische Reden unter rhetorischer Perspektive betrachtet. Doch finde ich, dass es nicht nur um die Analyse von Reden gehen sollte, sondern dar&#252;ber hinaus die Kompetenz zur Vorstellung eigener Reden gef&#246;rdert werden sollte.

Insgesamt ist das ein anspruchsvolles und recht umfangreiches Programm, dass die mit diesem Schuljahr in die hessische Qualifikationsphase eintretenden Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler da im GK Deutsch absolvieren sollen. Ich halte es aber auch f&#252;r ein spannendes Programm, das einiges an Optionen f&#252;r die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen bietet, so mit den Texten zu arbeiten, dass f&#252;r unterschiedlichste Herangehensweisen Platz ist, f&#252;r Herangehensweisen, die differenziert dazu qualifizieren, die Anforderungen einer zentralen Abiturpr&#252;fung erf&#252;llen zu k&#246;nnen.
<blockquote>Ebenfalls ohne Gew&#228;hr, aber der Vollst&#228;ndigkeit halber hier noch die Lekt&#252;ren, die f&#252;r den Deutsch-Leistungskurs f&#252;r das hessische Landesabitur 2013 die Grundlage bilden:</blockquote>
<blockquote>Q1: Schiller: Die Jungfrau von Orleans; Kleist: Die Marquise von O …; Lyrik zum Menschenbild der Klassik; Lyrik der Romantik</blockquote>
<blockquote>Q2: B&#252;chner: Woyzeck; Fontane: Irrungen, Wirrungen; Hofmannsthal: Brief des Lord Chandos; Kafka: Das Urteil</blockquote>
<blockquote>Q3: Goethe: Faust I; Wolf: Medea. Stimmen; Lyrik des Expressionismus</blockquote>
<blockquote>Au&#223;erdem, im Rahmen der sog. zus&#228;tzlichen Belesenheit von Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen im Deutsch-LK: Thomas Mann: Mario und der Zauberer; S&#252;skind: Das Parf&#252;m</blockquote>
</div>

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		<title>Georg Heym: Der Gott der Stadt</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 20:35:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Resume: Die formale Strenge expressionistischer Lyrik steht in einem Widerspruch zum Inhalt und zur genutzten Sprache. Dieser Widerspruch soll nicht nur das Ungeheure des Inhalts versch&#228;rfen, sondern ist zugleich Ausdruck der Zeit selbst. Im Rahmen einer Interpretation von Georg Heyms &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/17/georg-heym-der-gott-der-stadt/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Resume: </strong>Die formale Strenge expressionistischer Lyrik steht in einem Widerspruch zum Inhalt und zur genutzten Sprache. Dieser Widerspruch soll nicht nur das Ungeheure des Inhalts versch&#228;rfen, sondern ist zugleich Ausdruck der Zeit selbst. Im Rahmen einer Interpretation von Georg Heyms »Der Gott der Stadt«, wird dieser Zusammenhang hier n&#228;her dargestellt.<span id="more-1193"></span></em></p>

<blockquote>Auf einem H&#228;userblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten H&#228;user in das Land verirrn.

Vom Abend gl&#228;nzt der rote Bauch dem Baal,
Die gro&#223;en St&#228;dte knieen um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer T&#252;rme Meer.

Wie Korybanten-Tanz dr&#246;hnt die Musik
Der Millionen durch die Stra&#223;en laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.

Das Wetter schw&#228;lt in seinen Augenbrauen.
Der dunkle Abend wird in Nacht bet&#228;ubt.
Die St&#252;rme flattern, die wie Geier schauen
Von seinem Haupthaar, das im Zorne str&#228;ubt.

Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er sch&#252;ttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
Durch eine Stra&#223;e. Und der Glutqualm braust
Und fri&#223;t sie auf, bis sp&#228;t der Morgen tagt.</blockquote>

<p>Am Anfang des Gedichts »Der Gott der Stadt« von <a href="http://www.hs-augsburg.de/%7Eharsch/germanica/Chronologie/20Jh/Heym/hey_intr.html" target="_blank">Georg Heym</a> sitzt einer auf einem Dach, »breit« (V1) und w&#252;tend (V3). Sein Blick geht in die Ferne, dorthin wo noch Einsamkeit zu finden ist und sich die st&#228;dtische Ansammlung von H&#228;usern ins Land (in die Landschaft?) hinein verliert. Schwarze Winde (V2) scheinen der Grund f&#252;r seine Wut. – Schwarze Winde? Ein Farbadjektiv, das zu der Klarheit der Luft und dem Wind, wie sie normalerweise erlebt werden, so gar nicht passen will. Es muss etwas bedeuten; hier kommt die Zeit der Entstehung des Gedichtes ins Spiel: Die Industrialisierung war 1911 noch relativ jung und von Umweltschutz sprach noch niemand. Fabrikschlote und die Heizungen der H&#228;user lie&#223;en Abgase ungefiltert in die Luft – und Ru&#223; legte sich auf die H&#228;user.</p>

<p>Bis vor ein paar Jahren konnten z.B. in London noch Spuren dieser »dicken Luft« betrachtet werden: Ganze H&#228;userfronten waren schwarz gescheckt und lie&#223;en die urspr&#252;ngliche Farbe nur noch erahnen. Die Stadt muss 1911, bei aller Lebendigkeit, die mit der <a href="http://www.bpb.de/themen/OTB0ZA,0,MegaUrbanisierung:_Chancen_und_Risiken.html" target="_blank">Urbanisierung</a> und <a href="http://www.bpb.de/publikationen/2OR8C7,0,Voraussetzungen_der_Industrialisierung_Entwicklung_der_Technik.html" target="_blank">Industrialisierung</a> Einzug gehalten hatten, f&#252;r viele Menschen und vor allem f&#252;r die Natur ein lebensfeindlicher Ort gewesen sein.</p>

<p>Doch warum ist der hier breit auf dem Dach Sitzende w&#252;tend?</p>

<p>Die zweite Strophe gibt einen Hinweis. Sie nennt den auf dem Dach »Baal« (V5). <a href="http://lexikon.meyers.de/wissen/Baal+%28Sachartikel%29" target="_blank">Baal</a> war ein Gottheit in vorderen Orient und wurde als Wetter- und Fruchtbarkeitsgott gesehen. Wo bleibt in der Stadt f&#252;r Natur und die mit ihr verbundene Fruchtbarkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts Platz? Kein Wunder, dass er w&#252;tend ist. Das l&#228;sst nichts Gutes ahnen, wenn er auch noch der Wettergott ist.</p>

<p>Es ist Abend (V5), die Sonne geht unter. Und die St&#228;dte werden personifiziert, sie knien (V6) um ihn her. Es l&#228;uten die Glocken von T&#252;rmen, die zwischen all den schwarzen T&#252;rmen stehen – wie Inseln in »schwarzer T&#252;rme Meer« (V8). Hier wird eine Verbindung zur christlichen Religion geschaffen und mit ihr zu dem<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_%28Gott%29" target="_blank"> Baal</a> der Bibel, dem angeblich Kinder als Opfer gebracht wurden.</p>

<p>In den ersten zwei der f&#252;nf Strophen des Gedichtes gelingt es Heym, ein Bild jenes »Gottes der Stadt« aufzubauen, das Andeutungen in Richtung unterschiedlicher Bedeutungen des Baals macht. Er, der w&#252;tend seinen Blick auf die Stadt richtet, erst in Richtung Horizont, dann in den von T&#252;rmen (Schornsteinen) &#252;bers&#228;ten n&#228;heren Bereich, ist es, dem die Stadt huldigt. Bringt sie ihm auch Opfer – Menschenopfer?</p>

<p>Die Menschen selbst werden in der dritten Strophe mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korybanten" target="_blank">Korybanten</a> verglichen (V9), jenen orgiastischen T&#228;nzern, jenen Vegetationsd&#228;monen. Der Mensch: Ein D&#228;mon f&#252;r die Vegetation und die Natur, der sich l&#228;rmend in Millionen in der Stadt aufh&#228;lt! Keine Natur, der Weihrauch besteht aus Abgasen. – Schlote, Fabriken, Menschenmassen.</p>

<p>Die Nacht h&#228;lt Einzug (V13f). In der vierten Strophe entsteht der Eindruck, dass hier nicht nur die normale Nacht gemeint ist, sondern eine Nacht, eine Dunkelheit, die mit dem Leben in der Stadt selbst zu tun hat. Ein langsames <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/schwelen" target="_blank">Schw&#228;len</a>, die heraufziehenden St&#252;rme (Plural!) werden mit Geiern vergleichen,  schauen auf die Stadt, kurz davor, losgelassen zu werden.</p>

<p>Am Ende kommt die Zerst&#246;rung (V17), »ein Meer von Feuer jagt durch die Stra&#223;e« (V18f). Heym entwirft hier ein endzeitliches Bild und es mutet aus heutiger Sicht fast unheimlich an, mit welcher Klarheit er den am Horizont heraufziehenden 1. Weltkrieg hier vorweggenommen zu haben scheint.</p>

<p>In klarer Form, alle Regeln eines klassischen Gedichtes einhaltend, entwirft Heym in diesem Gedicht ein Bild, das in keinem gr&#246;&#223;eren Widerspruch zur &#228;u&#223;eren Form stehen k&#246;nnte: Konsequent werden die Verse &#252;ber Kreuz gereimt, er nutzt in den meisten Versen (au&#223;er V 13 und 15) m&#228;nnliche (stumpfe) Kadenzen. In gr&#246;&#223;ter Ordnung wird hier die herufziehende Zerst&#246;rung und am Ende auch das Vernichtungswerk des Baal beschrieben. Wo aber ist da eine Ordnung, die der des Gedichts entsprechen w&#252;rde?</p>

<p>Bislang begegnete ich zahlreichen Ans&#228;tzen, die sagten, die &#228;u&#223;ere Form solle in expressionistischen Gedichte die Ungeheuerlichkeit des Inhaltes durch einen deutlichen Gegensatz unterstreichen. Heute reicht mir diese, poetologisch sicher nachvollziehbare, Erkl&#228;rung des Ph&#228;nomens nicht mehr aus.</p>

<p>Je mehr ich mich mit Gedichten der Zeit vor dem ersten Weltkrieg besch&#228;ftige, um so mehr habe ich den Eindruck, hier wird nicht nur ein poetologisches Konzept umgesetzt, sondern um eine wirklich authentische Form der k&#252;nstlerischen Darstellungen der Widerspr&#252;che dieser Zeit gerungen.</p>

<p>Es war eine Zeit, in der im Gewand der &#228;u&#223;eren Ordnung des Wilhelmischen Kaiserreiches l&#228;ngst eine neue Epoche begonnen hatte, die sich dieser »Ordnung« entgegenstellte. Es war eine autorit&#228;re und militaristische Gesellschaft, die Heinrich Mann in der »<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Untertan" target="_blank">Der Untertan</a>« kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges so treffend darstellt.</p>

<p>In der Lyrik findet diese Spannung in der Spannung zwischen Inhalt und Form ihren angemessenen Ausdruck. Die Sprache sprengt die Form nahezu auf, ohne dass schon eine neue Form gefunden worden w&#228;re, die die Verwerfungen der Zeit darzustellen verm&#246;chte. Man reimt, schreibt Sonette, bleibt bei klassischen Reimschemata, ahnt aber zugleich schon die Zerst&#246;rung dieser formalen Enge, die die gesellschaftliche Enge (und nicht nur die faktische Enge der St&#228;dte) darstellt.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Gedichtinterpretation: Paul Zech – Fabrikstra&#223;e tags (1911)</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 16:37:28 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a></p>

<p><em>Gedichtinterpretation: Paul Zech – Fabrikstra&#223;e tags (1911) von <a href="http://herrlarbig.de/?p=634" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>. </em></p>

<p>»Nichts als Mauern.« (V 1) – Gleich zu Beginn nennt <a href="http://www.exil-archiv.de/html/biografien/zech.htm" target="_blank">Paul Zech</a> in dem <a href="http://xlibris.de/Epochen/Jahrhundertwende%20bis%201933" target="_blank">1911</a> erschienen Gedicht »Fabrikstra&#223;e tags« das Lebensgef&#252;hl <a href="http://www.kas.de/db_files/dokumente/7_dokument_dok_pdf_4018_1.pdf" target="_blank">expressionistischer Gro&#223;stadtlyrik</a>: Alles ist eng – und der Mensch in dieser Enge eingesperrt.</p>

<p>Zech beschr&#228;nkt den Blick auf eine Fabrikstra&#223;e, die er, so die hier angenommene Interpretationshypothese<sup><a href="http://herrlarbig.de/2008/11/26/paul-zech-fabrikstrasse-tags-1911/#footnote_0_634" id="identifier_0_634" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Andere m&amp;#246;gliche Interpretationslinien: Das Verh&amp;#228;ltnis des Menschen zur Zeit; Entfremdung des Menschen in industrialisierten Produktionsprozessen; Architektur und die Folgen; Verschwinden der Transzendenz und die Folgen &ndash; wenn dem Gottesbegriff in V 14 nachgegangen w&amp;#252;rde &hellip;">1</a></sup>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pars_pro_toto" target="_blank">Pars pro toto </a>f&#252;r die Stadt w&#228;hlt, da die Fabrik im Rahmen der <a href="http://www.bpb.de/publikationen/2OR8C7,0,Voraussetzungen_der_Industrialisierung_Entwicklung_der_Technik.html" target="_blank">Industrialisierung</a> zum das <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/alltagsleben/urbanisierung/index.html" target="_blank">Leben in der Stadt</a> pr&#228;genden Puls geworden war.</p>

<p>Zech fasst dieses Lebensgef&#252;hl in einem <a href="http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_gat/d_lyr/lyr_txtsort/son/son_0.htm" target="_blank">Sonett</a> zusammen, einer in deutscher Dichtung seit dem <a href="http://xlibris.de/Epochen/Barock" target="_blank">Barock</a> oft zur Reflexion existentieller Fragen herangezogenen Gedichtform.</p>

<p>Die erste <a href="http://www.literature.de/Inhalt/begriffe/Strophe.htm" target="_blank">Strophe</a> beschreibt das Umfeld, in dem das Gedicht angesiedelt ist: Eine Fabrikstra&#223;e, die »ohne Gras und Glas« (V 1) den Blick auf die Au&#223;enwelt verbaut und alles Nat&#252;rliche verdr&#228;ngt hat.</p>

<p>Dies hat Auswirkungen auf die Menschen, deren Beziehungen in Strophe Zwei v&#246;llig erkaltet erscheinen: die Blicke sind kalt (V 5), die Schritte sind hart (V 6), der kurze Atem »wolkt geballt«, wie an einem kalten Wintertag.</p>

<p>Das Eingesperrtsein des Menschen in diese Mauern spiegelt sich formal im <a href="http://www.literature.de/Inhalt/begriffe/Umarmender%20Reim.htmhttp://www.literature.de/Inhalt/begriffe/Umarmender%20Reim.htm" target="_blank">umarmenden Reim</a> wider, der die ersten beiden Strophen jeweils in sich selbst geschlossen erscheinen l&#228;sst.</p>

<p>Die Verse sind in diesem Gedicht auffallend oft, au&#223;er V 3-4; 6–7 und 12–14, durch <a href="http://www.literaturkritik.de/public/online_abo/online_lexikon.php?option=item&amp;task=show&amp;id=1006" target="_blank">Enjambements </a>miteinander verhakt (Hakenstil), wie die Menschen, die »Ineinander dicht gehakt« (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Wolfenstein" target="_blank">Alfred Wolfenstein</a>, Die St&#228;dter V 5) in der Gro&#223;stadt leben. Der Klang der Schritte auf hartem Pflaster klingt in den ausschlie&#223;lich m&#228;nnlichen <a href="http://abgedichtet.org/?p=31" target="_blank">Kadenzen</a> der f&#252;nfhebigen (V 9: vierhebig) <a href="http://www.uni-duisburg-essen.de/einladung/Vorlesungen/lyrik/trochaeus.htm" target="_blank">Troch&#228;en</a> nach.</p>

<p>V 9 er&#246;ffnet die Reflexion der Folgen dieser Situation in den beiden Terzetten des Sonetts: Das Denken wird beim Gehn zwischen diesen Mauern kalt – wieder wird das Leitmotiv der K&#228;lte aufgegriffen; K&#228;lte steht f&#252;r Erstarrung, das Flie&#223;en des Denkens wird zu Eis, starrer, als es in einer Zuchthauszelle werden k&#246;nnte. (V 9–11)</p>

<p>Dabei ist v&#246;llig egal, zu welcher gesellschaftlichen Schicht ein Mensch geh&#246;rt (»Tr&#228;gst du Purpur oder B&#252;&#223;erhemd« V 12): Alle sind dem Bannfluch des Gottes dieser Zeit ausgesetzt: Auch dort, wo die Uhr nicht die Schicht in der Fabrik bestimmt (»uhrenlose Schicht« – V 14), sind Menschlichkeit und W&#228;rme verloren.</p>

<p>Alles wird vom Rhythmus der durchrationalisierten Produktion in der Fabrik bestimmt, das ganze Leben in der Gro&#223;stadt Anfang des 20. Jahrhunderts, zumindest jenes, das expressionistische Lyriker darstellen, steht im Zeichen dieses »Fluches«, der so stark ist, dass er als g&#246;ttliche Macht wahrgenommen wird.</p>

<p>Die Fabrikstra&#223;e als ein Bild f&#252;r das Ganze, in dem das Leben in der Gro&#223;stadt verdeutlicht wird: Die Ausgangsthese, dass der Titel »Fabrikstra&#223;e tags« als Pars pro toto f&#252;r das Leben in der Stadt steht, scheint also tragf&#228;hig. Hier, in dieser engen Stra&#223;enschlucht, ohne Weite oder nat&#252;rlichem Leben, zeigt sich das Herz der expressionistisch gesehenen Gro&#223;stadt: kalt, starr und unmenschlich.</p>

<p style="text-align: right;"> torstenlarbig 2008-11-25</p>

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