Vom Diktieren. Oder: Wie geht das mit dem Schreiben weiter?

Dieser Text ist nicht „geschrieben“ worden.

Diesen Text habe ich meinem Smartphone – beim Spazierengehen – diktiert. Nunmehr aber liegt dieser Text als Text vor.

Wenn man sich diesen Text ganz genau anschaut, jeden Satz genau analysiert, dann entdecken gewiefte Linguisten möglicherweise Merkmale, die erkennen lassen, dass dieser Text einen etwas stärkeren mündlichen Touch als andere Texte von mir hat.

Aber ganz ehrlich: Wenn ich es nicht am Anfang gesagt hätte, wäre es dann irgend jemandem aufgefallen, dass ich diesen Text nicht getippt und auch nicht zunächst mit der Hand geschrieben und dann getippt habe? Hätte es irgend jemand bemerkt, dass dieser Text direkt diktiert wurde?

Kulturpessimisten müssen nun keine Angst haben, dass ich an dieser Stelle das Ende des geschriebenen Textes als Produkt eines gezielten Schreibprozesses per Hand oder per Tastatur verkünden würde.1

Natürlich muss man bislang einen solchen Text zumindest in Bezug auf Kleinigkeiten manuell nachbearbeiten. Darüber hinaus muss man alle Satzzeichen diktieren, was eine angemessene Kenntnis in der Kommasetzung nach wie vor nicht obsolet werden lässt.

Also, liebe Kulturpessimisten: Der Untergang des Abendlandes bleibt trotz zunehmender Technologie in ehedem analogen Bereichen wieder einmal2 aus.

Allerdings schafft es diese Software tatsächlich schon, „dass“ auch an solchen Stellen zu schreiben, an denen man vergisst, ein Komma zu setzen. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Algorithmen in einer solchen Software3 irgendwann so ausgefeilt sind, dass Kommata eigenständig gesetzt werden können. Ich habe keine Ahnung, wie lange das noch dauern wird oder ob es überhaupt möglich ist. Ausschließen kann ich diese Möglichkeit allerdings auch nicht.

Bereits heute finde ich es bemerkenswert, dass die Möglichkeit diktierter Texte im Rahmen der Sprach- und Schreibdidaktik meiner Wahrnehmung nach bislang Überhaupt keine Rolle spielt. Von klassischen Diktaten natürlich abgesehen, aber das ist ein anderes Thema.

(Nach wie vor bin ich dabei, diesen Text zu diktieren.)

Möglicherweise wird das Diktieren in der Schule auch für lange Zeit nicht als ein Problem beschrieben werden, da es durchaus keine Trivialität ist, einen Text diktierend zu strukturieren. Das fällt mir immer dann auf, wenn ich erlebe, wie Menschen versuchen, frei zu sprechen!

Und dennoch scheint es nicht ganz abwegig zu sein, damit zu rechnen, dass Diktat-Software in den nächsten Jahren so gut werden könnte, dass man sich bei manchem Text tatsächlich die Frage stellen muss, ob er nun getippt oder diktiert wurde.– Aber was macht das eigentlich für einen Unterschied?

Natürlich: Es ist eine immense Kulturleistung, wenn man per Hand oder per Tastatur in der Lage ist, einen Text zu verfassen. Es ist eine ebenso große Kulturleistung, einen Text inklusive des roten Fadens, der in einem Text vorhanden ist, zu diktieren.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es dennoch Lehrerinnen oder Lehrer geben könnte, die einen diktierten Text im Deutschunterricht als Betrugsversuch werten würden. – Das Argument wäre dann, dass man dem Text nicht mehr ansehen könne, ob ein Schüler oder eine Schülerin Inhalte eigenständig produziert habe und darüber hinaus die Rechtschreibung beherrsche oder nicht. Dieses Argument wäre zutreffend. Beziehungsweise auch nicht: Beim gegenwärtigen Stand der Technik kann jemand einen Text nur dann diktieren, wenn diese(r) Jemand Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung beherrscht. Beherrscht er oder sie diese nicht, merkt man das auch einem diktierten Text deutlich an!

Aber manchmal lohnt es sich, ein wenig voraus zu denken und Entwicklungen zu antizipieren.

Was eigentlich passierte, wenn so etwas wie das Erstellen von Texten per Diktat tatsächlich trivial würde und Texte entsprechend fehlerfrei zur Datei gebracht werden könnten, weil die Software dahinter so gut geworden ist, dass sie dies ermöglicht. – Wird sich dann die Diskussion um Textkompetenz verändern? Wird man vor dem Hintergrund des Kompetenzbegriffs dann möglicherweise die Fähigkeit, eigenständig richtig schreiben zu können, vernachlässigen, weil die Kompetenz auch erreicht ist, wenn man eine Diktatsoftware bedienen kann?

Ich habe darauf zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Antworten.

Ich erlaube mir aber an dieser Stelle mit diesem diktierten Text drauf aufmerksam zu machen, dass eine solche Diskussion in möglicherweise gar nicht allzu langer Zeit anstehen dürfte.

Wir haben die Möglichkeit, diese Situation bereits jetzt in den Blick zu nehmen und im Vorfeld zu reflektieren. – Wir können aber auch abwarten, bis die Situation tatsächlich eintreten wird, und dann auf das Lamento warten, das garantiert einsetzen wird, sobald Lehrerinnen und Lehrer entdecken, dass die Technik den Schülerinnen und Schülern einmal mehr eine Hilfestellung bietet, die Lehrerinnen und Lehrer auf den ersten Blick möglicherweise gar nicht so positiv finden, wie Schülerinnen und Schüler das tun werden.

P.S.: Die letzte Bearbeitung und somit das Korrekturlesen fand auf dem Laptop statt. Dabei wurden Kleinigkeiten per Hand korrigiert, ergänzt, verfeinert. Wirklich viele Änderungen aber waren es nicht.
  1. Noch nicht. 😉 []
  2. vorläufig []
  3. Ok, die Frage liegt nahe: Ich benutze die Diktatsoftware des iPhones []

Wenn es dem Lernen dient!

Meine Ansage im Klassenraum in diesem Schuljahr ab Klasse 9 (Schülerreaktionen aus mehreren Lerngruppen zusammengefasst):

„Ihr dürft im Unterricht bei mir alles nutzen, was eurem Lernen dient.“

Schüler schauen irritiert.

„Ihr könnt den Duden auf dem Tisch stehen haben. Alle Bände eines Lexikons mitbringen. Germanistische Handbücher nutzen…“

Schülerblicke reden deutlich – Isss ja guuud, Herr Larbig

„…wenn ihr wollt und Internetzugang habt, euer Smartphone nutzen.“

Schülerblicke: Aaaahhhhh

„Und wenn ihr im Lexikon nach Wörtern sucht, die nichts mit dem Unterricht zu tun haben, konfisziere ich es. Gleiches gilt für Handys, wenn ihr Messenger-Nachrichten im Unterricht beantwortet.“

Schüler: Und müssen wir dann jedes Mal fragen, wenn wir das Handy rausholen.

Ich: „Legt es auf den Tisch, wie ihr das Mäppchen, das Heft, die Bücher auf den Tisch legt, aber mit dem Bildschirm nach unten. Und wenn ihr es braucht, dann nehmt ihr es.“

Schüler: „Ok.“

11 Tipps für Lehrer, wie digitale Geräte das Arbeiten erleichtern können

Fast alle Lehrerinnen und Lehrer arbeiten heute mit dem Computer. Dennoch scheint die Arbeitsbelastung oft nicht ab-, sondern sogar zuzunehmen. So zumindest mein Eindruck aus Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern.

Ich selbst erlebe das digitale Arbeiten als eine große Erleichterung.

Deshalb hier nun eine Sammlung von Tipps, die sich in meiner Praxis bewährt haben und die vielleicht dazu beitragen, dass ein paar Leute mehr digitales Arbeiten als Erleichterung empfinden.

Die Tipps sind subjektiv und garantiert unvollständig. Gerne darfst du sie in den Kommentaren um deine Tipps bereichern. – Ich bin sehr neugierig, was andere als wichtig für ihre eigenen (gelungenen) Arbeitsabläufe (Workflow) sehen.

Hier meine Tipps:

  1. Digitale Geräte helfen dann beim Arbeiten, wenn man sie beherrscht. Ein Tischler muss einen Hobel gekonnt benutzen können. Wer digital arbeitet, muss die Technik so beherrschen, dass nicht jedes Mal aufs Neue überlegt werden muss, auf welcher Taste des Computers welcher Befehl liegt.
  2. Mit zehn Fingern schnell, fehlerarm und möglichst blind schreiben zu können, ist weit weniger verbreitet, als es sein sollte, selbst unter Leuten, die täglich mit der Tastatur zu tun haben. An dieser Stelle steckt viel verschwendete Zeit, da mangelndes Können zum Zeitfresser wird.
  3. Wenn Protokolle z. B. von Konferenzen geschrieben werden, dann werden die direkt am Computer (Laptop oder Tablet) getippt, anschließend noch einmal überarbeitet und noch am gleichen Tag verschickt. Wer heute noch per Hand Protokoll schreibt, es dann abtippt und über eine zu hohe Arbeitslast klagt, sollte sich nicht wundern, wenn das mit der hohen Arbeitslast möglicherweise vom Gegenüber nicht so ganz ernst genommen werden kann 😉
  4. Auf dienstliche EMails sollte man möglichst sofort reagieren, wenn eine Reaktion nötig ist. Die meisten Reaktionen dauern nicht mehr als zwei Minuten, sodass hier sowieso die Zweiminutenregel greift.
  5. Den täglichen Weg zur Arbeit kann man im Auto ebenso verschwenden wie im ÖPNV. In Bus und Bahn aber kann man die Zeit z. B. für die Bearbeitung von EMails nutzen oder auf dem Heimweg schon die Grundstrukturen der nächsten zu planenden Unterrichtsstunden notieren. Der Mehrwert von Tablets wird spätestens an dieser Stelle massiv greifbar.
  6. Alternativ zur Nutzung des Weges zur und von der Schule nach Hause kann man diesen Weg auch – wenn man die Möglichkeit dazu hat – verkürzen, wenn man sich an eine wohnortnahe Schule versetzen lässt oder in die Nähe der Schule zieht.
  7. Lehrer neigen nach wie vor dazu, Unterrichtsmaterial nach Unterrichtseinheiten zu sortieren. Effizienter ist es, digitales Material zu verschlagworten und Unterrichtseinheiten dann mithilfe intelligenter und passgenauer Suchroutinen zu erstellen, sodass Material, das für mehr als eine Unterrichtseinheit und vielleicht auch in mehreren Altersstufen genutzt werden kann, dennoch nur einmal im Archiv abgelegt werden muss. Zudem kann man so auch neue Unterrichtsreihen auf der Grundlage verfügbaren Materials erstellen.
  8. Den Wert von Vernetzung in sozialen Netzwerken erkennt man häufig erst dann, wenn man nicht nur einen Account hat, sondern wirklich aktiv Vernetzungsarbeit betreibt. Inhalte geben ist mit die beste Strategie, um von anderen Hinweise auf Inhalte zu bekommen.
  9. Kollaboration bedeutet nicht, dass man sich Word-Dokumente hin und her schickt und dann irgendwann Version 876 hat. Kollaboration bedeutet, an einem Dokument zu arbeiten, das in der Cloud liegt, insofern der Datenschutz das zulässt. Für z. B. das gemeinsame Erstellen von Förderplänen ist die Cloud nicht geeignet; für das Erstellen von Unterrichtsentwürfen hingegen sehr wohl. Noch muss man fast jedes Mal, wenn man Kollegen Kollaboration mittels Google Docs oder Etherpad vorschlägt, erst einmal erklären, was das ist. – Wenn du aber doch einmal Dokumente verschicken musst, dann verschicken Sie als PDF und nicht als Word Dokument. Denke immer daran: Nicht jeder Nutzer eines Computers kann oder will Word Dokumente problemlos öffnen und lesen.
  10. Teile dein Wissen bzw. von dir erstellte Materialien etc. großzügig. Das heißt an dieser Stelle: Teile hier als Kommentar oder durch einen Artikel in deinem eigenen Blog deine Tipps für das effiziente Arbeiten mit digitalen Werkzeugen. Einen Blogartikel könntest du dann in einem Kommentar oder per Backlink einfach vernetzen.
  11. Nutze, wann immer es möglich ist, Diktierfunktionen. Wir können viel schneller sprechen, als wir tippen können. Deshalb lohnen sich diese mittlerweile zum Teil sehr zuverlässigen Diktierfunktionen in vielen Fällen. Dabei sollte man aber noch einmal besonders auf das Thema Datenschutz achten: Diktiere nie etwas, das im Netz übersetzt wird, wenn das Diktierte persönliche Daten enthält. (Gerade dieser letzte Abschnitt über das Diktieren wurde diktiert und von der das Gesprochene ins Geschriebene übersetzenden Software zuverlässig übertragen.)


Ich hoffe, der eine oder andere Tipp ist für dich hilfreich. Ich freue mich über (konstruktive) Kommentare zu diesem Artikel und bin auf jeden gespannt, der sich via Twitter mit mir aktiv vernetzen mag.

Im Alltag bloggen und 13 Tipps für Blogger

Die Frage, wie ich das mit dem Bloggen in meinem Alltag unter bekomme, taucht so regelmäßig auf, dass es Zeit ist, mir selbst einmal schriftlich darüber Rechenschaft zu geben.

Wie geht das, einen durchaus mehr als die regulär abverlangten 42 Wochenstunden fordernden Beruf mit dem auf den ersten Blick auch sehr zeitaufwendigen Hobby des Bloggens zu verbinden?

Blicke ich zur Beantwortung der Frage auf die nunmehr fast sechs Jahre meines Bloggerlebens zurück, so fällt mir zunächst auf, dass die in dieser Zeit entstandenen Inhalte (Fotos, Audioaufnahmen, Texte … ) ein Vielfaches von den veröffentlichen Inhalten ausmachen. – Naheliegend ist da der Hinweis, dass das Blog nicht das Ziel meines Schreibens ist, sondern ein Nebenprodukt meiner Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit in Form von Fotos, Tonaufnahmen (Podcast) und eben Texten. Einzelne Inhalte finden ihren Weg in das Blog. Somit ist das Blog selbst vom darauf verwendeten Zeitbudget gar nicht ein so großer Posten, der in die Summe der verfügbaren (Frei)Zeit einzubinden ist.

Das Blog ist eine Spielwiese, ohne Ziel, aber öffentlich.

Das Blog ist der Ort, an dem ich Inhalte verfügbar mache, die in anderen Zusammenhängen entstanden sind. Nur selten (früher häufiger als heute) sind Texte mit dem Ziel erstellt worden, dass sie ins Blog sollen.

Das bedeutet nicht, dass die Notiz, die zum Blogbeitrag wird, unbearbeitet online ginge. – Komme ich zu dem Schluss, dass ich einen Text aus meinem (digitalen) Notizbuch in das Blog setzen will, dann geht es (heute häufiger als früher) an die Überarbeitung: Es wird (unterschiedlich erfolgreich) Korrektur gelesen, an der einen oder anderen Stelle werden Sätze umgebaut, Absätze aus der Ursprungsnotiz rausgeworfen, neue Absätze eingefügt, die es einem Außenstehenden leichter machen, den Text zu verstehen. Zudem werden immer mal wieder zum Beitrag passende Links gesucht und an passender Stelle ergänzt. – Und dann geht der Text raus.

Dieses Blog wäre anders denn als Nebenprodukt für mich als einzelne Person nicht machbar. Da ich 2008 nicht erwartet hatte, dass dieses Blog eine allzu lange Lebensdauer haben würde, hatte ich auch keine weiteren Ziele, als mittels dieses Blogs ein wenig Erfahrungen zu sammeln, wie das mit dem Publizieren im Netz eigentlich funktioniert.

Das Blog gibt es nach wie vor.

Das liegt unter anderem daran, dass es nach wie vor Notizen gibt, die als Keimzellen von Inhalten und als Gedächtnisstütze kontinuierlich entstehen.

Ich habe immer mein Notizbuch dabei. Bei mir ist mittlerweile fast ausschließlich ein digitales Notizbuch.

Wenn ein Gedanke kommt, ich eine Beobachtung mache oder ich den Eindruck habe, ich müsste über eine Fragestellung einmal genauer nachdenken, kommt dieses „Notizbuch“ ins Spiel. Es ist das Zentrum meines Nachdenkens, meines „Dialogs mit der Wirklichkeit“, aus dem sich Erfahrungen entwickeln. Diese Erfahrungen stehen mir dann für den weiteren „Dialog mit der Wirklichkeit“ zur Verfügung.

Das ist mein Weg des Bloggens. – Da dieser nicht ganz ohne externe Wahrnehmung geblieben ist, werde ich heute nicht mehr nur gefragt, wie ich das mit dem Bloggen in meinem Alltag unter bekomme, sondern auch, ob ich nicht ein paar Tipps hätte, die man als Blogger, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, beachten sollte.

Deshalb habe ich angefangen solche Tipps – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – zu sammeln. Diese Tipps beziehen sich vor allem auf Blogs ohne kommerzielle Ambitionen.

  1. Mache dir keine Gedanken darüber, was gute Voraussetzungen für das Bloggen sind, sondern blogge los.
  2. Wenn du losbloggst, kannst du fast alle Fettnäpfchen umschiffen, wenn du nur schreibst, was du auch öffentlich Menschen ins Gesicht sagen würdest.
  3. Produziere deine eigenen Inhalte, dann bekommst du auch keinen Ärger mit dem Urheberrecht.
  4. Nutze Inhalte Dritter nur, wenn du dir sicher bist, dass du das darfst. Ansonsten verlinke auf diese Inhalte, denn das darfst du immer, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Inhalte, die strafrechtlich relevant sind.
  5. Sieh ein Blog als den Ort, an dem du ausführliche Inhalte veröffentlichen kannst und vernetze dich über andere soziale Netzwerke. (Ich habe mich da für Twitter und im reduzierteren Maße für Google+ entschieden.)
  6. Dein Blog wird nicht gelesen, wenn du nicht davon erzählst.
  7. Mach keine „Suchmaschinenoptimierung“. Die beste Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist nach wie vor, gute Inhalte bereitzustellen.
  8. Warte nicht, bis du Ideen für Blogartikel hast, sondern mach das Schreiben zu einem Bestandteil deines Lebens und wähle dann aus den entstehenden Inhalten aus, was du in das Blog setzen magst und was nicht.
  9. Lies andere Blogs, auch solche, die mit deinen Themen nichts zu tun haben.
  10. Mach, was du willst und nicht das, von dem du vermutest, dass es andere gut finden.
  11. Wundere dich täglich darüber, dass es Leser gibt, die dein Blog finden und vielleicht sogar lesen. (Wenn das denn der Fall ist 😉 )
  12. Mache dir keine Vorgaben, wie oft du bloggen willst; behalte aber dennoch dein schlechtes Gewissen, wenn schon wieder eine Woche ohne Blogartikel vorbei gegangen ist: Nicht, weil jemand von dir erwarten würde, dass du häufiger publizierst, sondern weil du wahrscheinlich schon wieder einmal weniger geschrieben hast, als möglich wäre.
  13. Mache dir keine Gedanken darüber, was gute Voraussetzungen für das Bloggen sind, sondern blogge los.

Wenn du bloggst, schreibe doch einmal auf, wie du das Blog in deinen Alltag integrierst. Das kannst du hier als Kommentar oder in deinem eigenen Blog tun.

Wenn du weitere Tipps hast, wie das mit dem Bloggen für den Autor (und möglicherweise auch für dessen Leser) eine bereichernde Tätigkeit sein / werden kann, freue ich mich über Ergänzungen im Kommentarteil oder in deinem eigenen Blog.

Lernlab Berlin 2013 – Alles wie immer. Oder: Das Netz kommt dann später dazu

Wie immer: Das Internet geht nicht.

Da will man mit Schülerinnen und Schülern lernen und lernt erst einmal die Macken der Technik kennen. Das dauert dann bis zum Mittagessen und nach dem Mittagessen hat dann ein Techniker sein bestes gegeben, um das Netz zum Laufen zu bringen. Und dann geht es.

Wie immer: Erst einmal geht das Internet nicht.

Wie immer: Lehrer und Lehrerinnen suchen nach Alternativen.

Es ist eine Binsenweisheit, dass im Unterricht was schief gehen kann und in der Regel auch wirklich oft schief geht. Deshalb hat man als Lehrer in der Regel einen Plan b, einen Plan c und manchmal muss man selbst im laufenden Unterricht noch einen Plan d oder gar e entwickeln.

Wie immer: Lehrerinnen und Lehrer sind dran gewöhnt, dass sie zu Alternativen greifen müssen.

Ich wollte mit einer Gruppe auf Etherpad arbeiten.

Etherpads liegen auf einem Server. Also muss das Internet funktionieren. Hat es aber nicht. Zwar waren in diesem Fall vor allem die LAN-Anbindung zu langsam und die Rechner auffällig schwerfällig, sodass die Verbindungen oft schneller abbrachen, als das System die Eingaben der Schüler speichern konnte. Eine Gegenprüfung mit eigenen Verbindungen via 3G- und LTE-Netz führte zumindest auf stabile Etherpads. Also wurden die kollaborativen Texte erst einmal nicht kollaborativ in OpenOffice geschrieben und dann entweder auf einem USB-Stick gespeichert, per E-Mail an das eigene Postfach geschickt  – oder es gelang am Ende doch noch den einen oder anderen Abschnitt auf Etherpad unterzubringen. Es sollte ja um Inhalte gehen. Aber wie die TZI richtig sagt: Störungen nehmen sich Vorrang.

Im zweiten Unterrichtsblock, wie der erste dauerte er 90 Minuten, haben wir Schüler und Schülerinnen vernetzt. – Indem sich die Gruppen gegenseitig besuchten und die Schülerinnen und Schüler aus meiner Gruppe zu denen in der Gruppe André Spangs gingen, um mit diesen Texte und Musik zusammenzubringen.

Das war Vernetzung 1.0.

Ich habe gehört, die Oberstufenschüler der in diesem Jahr im ersten Jahr befindlichen Oberstufe der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule hätten zum ersten Mal mit Schülern der Mittelstufe zusammengearbeitet. – Vernetzung hat hier also funktioniert, wenn auch anders als erwartet 😉 – Ob sie für das geplante Video reicht, bleibt noch abzuwarten.

Außerdem haben sie die Oberstufenschüler mit den Unterrichtshospitanten noch in einen Sitzkreis gesetzt und über die Frage, wie Schule in zehn Jahren aussehen könnte diskutiert. Kluge Frage eines Schülers: „Ja, aber wie hat sich denn Schule in den letzten 10 Jahren verändert?“

Und was haben wir nun gelernt: Sollen Inhalte im Zentrum stehen, darf die Technik nicht auffallen, muss die Technik einfach funktionieren. Wenn wir also digtiale Lernmöglichkeiten in den Lernprozess integrieren wollen, heißt es, wir müssen Infrastrukturen schaffen, in denen das auch geht. Ob das nun ein Schulnetzwerk ist oder ob die Lernenden ihre eigenen Geräte dabei haben (Bring your own device – BYOD) und man z. B. das LTE-Netz so ausbaut, dass Schulen auf diesem Wege gut abgedeckt sind, ist dabei zweitrangig.

Und trotz aller Pannen haben alle Fassung bewahrt. Es war ja wie immer. Erst ging das Internet nicht, dann greifen Lehrer und Lehrerinnen auf Alternativen zurück. Im Zweifel steht das etablierte System analogen Arbeitens zur Verfügung und am Ende ist man gut durch den Tag gekommen, auch wenn da so ein Gefühl zurückbleibt, dass alles hätte anders laufen können.

Ist es aber nicht.