Es gibt in Frankfurt Ecken, die im rechten Licht für mich einen besonderen Reiz entwickeln. Die Ferien sind vorbei. Nun geht es weiter – erst einmal mit einem Bild, dem ersten hier im Breitbildformat 16:9, von einer solchen Ecke.
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Abi-Bet-Tücher und Psychologie – Abitur 2009
Als auch dieses Jahr zum schriftlichen Abitur wieder all die beschrifteten, bemalten oder bedruckten Betttücher, Plakate und Fahnen vor der Schule hingen, erinnerte mich dies an die Tradition der Gebetsfahnen im tibetischen Buddhismus.
Eine letzte Botschaft vor dem Schulgebäude, soll den Prüflingen Glück und Zuversicht mit auf den Weg geben. Hier denken andere an einen. Psychologisch ist dieses Wissen wichtig (zumindest dann, wenn die positive Unterstützung auch dann gewiss ist, wenn eine Prüfung nicht wie gewünscht ausgehen sollte, auch wenn man sich so gut wie einem möglich vorbereitet hat).
Mich erinnern diese Tücher darüber hinaus an die Tradition der Fürbitte im Christentum, in der ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen einen anderen Menschen oder eine Gruppe von Menschen in sein oder ihr Gebet mit aufnimmt bzw. aufnehmen.
In diese Tüchern, Plakaten und Fahnen drückt sich ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen aus: Continue reading
Basel – ein erster Blick
Zwei Tage in einer Stadt geben nur einen ersten Eindruck und es wäre vermessen, aus diesem Eindruck entstandene Fotografien mit „Porträt einer Stadt“ zu bezeichnen. Erste Blicke auf die Stadt Basel, wenig differenziert und vielleicht sogar zum Teil ein wenig plakativ – mehr ging in der Kürze der Zeit einfach nicht, die auch noch davon geprägt war, dass ich einen Teil der Zeit in einem kleinen Dorf bei Basel mit Freunden grillte und feierte und zudem „nur“ meine „kleine“ Kamera (Panasonic Lumix DMC LX3) dabei hatte und somit bewusst auf die Einsatzmöglichkeit eines Teleobjektives verzichtete.
Der Vorteil einer solchen Annäherung an eine Stadt ist die damit verbundene „Naivität“ (besser: „Unschuld“). Ohne vorgebildete Meinung von der Stadt, ich hatte zuvor auch eigentlich nichts über Basel gelesen, zog ich in der mir verbleibenden Zeit einige Stunden durch die vielen Gassen, die Hügel hinauf und wieder hinab, umschiffte dabei die typischen „Sehenswürdigkeiten“ einigermaßen und hatte auch noch einen Tag mit phantastischem Licht erwischt.
Mir fällt auf, dass auf meinen (hier in Auswahl veröffentlichten) Bildern fast nichts von dem zu sehen ist, was den offiziellen Blick auf die Stadt prägt, sodass ich mit mehr Fragen als Antworten nach Hause gefahren bin, was die wirkliche Atmosphäre in der Stadt angeht. Ich habe nur Spuren des Lebens und der Atmosphäre in der Stadt in mich aufnehmen können, die allerdings insgesamt wesentlich wuseliger daher kam, als die hier veröffentlichten Bilder es ahnen lassen. Doch im Gegensatz zu meinem Beitrag über Bildklischees am Beispiel Bremens habe ich einmal versucht die Seiten jenseits der Postkartenidyllen, von denen es in Basel Massen gibt, in den Blick zu nehmen.
Hier gilt übrigens, wie bei allen Fotografien auf der Website: Durch Anklicken der Bilder können diese vergrößert werden (Java-Script aktiv optimiert hier den optischen Genuss
):
Kein Durchgang
Gespenster
Der Titel dieses Fotos „Gespenster” ist gar nicht so abwegig, denn so nennt man die Erscheinung von schemenhaft sich bewegenden Gestalten in einem Bild wie diesem wirklich. Der Trick ist einfach: Man nehme ein Stativ, wenig verfügbares Licht (available light), stelle eine relativ lange Belichtungszeit ein – und beginne die Aufnahme so, dass einem bereits absehbar Menschen gegen Ende der Belichtungszeit ins Bild laufen werden. Das klingt jetzt arbeitstechnisch so ruhig; in Wirklichkeit muss man aber verdammt schnell sein oder warten, bis sich die gewünschte Situation ergibt.
Bei diesem Bild war die Wartezeit kurz, da die Straßensituation einen relativ weiten Blick auf sich ergebende Situationen gab: Ich sah die Gruppe aus fünf Personen so rechtzeitig, dass ich in Ruhe das Stativ mit der Kamera positionieren und die Blende so wählen konnte, dass sich gewünschte lange Belichtungszeit ergabe. Dann hieß es nur noch, den richtigen Augenblick für das Auslösen zu finden. Ich hatte nur diese eine Möglichkeit für dieses Bild, konnte ich doch nicht schnell mal ein „Cut! – Bitte noch einmal” reinrufen, arbeite ich bislang doch nur selten mit Modellen. In diesem Fall hat es geklappt und von all den Bildern, in denen es nicht gelungen ist, die Situation so einzufangen, wie ich mir das vorgestellt hatte, schweige ich an dieser Stelle…
arm – red-lighted
Aufstieg
Beim Perückenmacher
Nachtlicht
Tempo und Ruhe
Ein Großstadtbild, das zwischen Ruhe und Geschwinigkeit changiert… Wie könnte das aussehen? Diese Frage stand tatsächlich im Hintergrund, als ich mich am Willy-Brandt-Platz in Frankfurt am Main positionierte, direkt bei Schauspiel, Oper und Europäischer Zentralbank – und um die Bedingungen noch ein wenig reizvoller zu machen: bei Nacht. Aus den Bildern, die dort entstanden, dieses als Beispiel für einen Versuch, für eine thematisch selbst gesetzte Vorgabe eine fotografische Lösung zu finden.
