Kategorie-Archiv: Herr Larbig

Unterricht geht durch den Magen oder: Mein Beitrag zur Blogparade „Reflektierende Praktiker (Lehrende und Co)“

Mein Beitrag zu der von mir selbst ausgerufenen Blogparade „Reflektierende Praktiker (Lehrende und Co)“!

Unterricht geht mir durch den Magen. Ob eine Stunde gut gelungen oder ein Stundenkonzept grandios gescheitert ist, merke ich tatsächlich sehr schnell als „Gefühl in der Magengegend“.

Von einer strukturierten oder gar in Routinen verpackten Reflexionspraxis ist zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts auf weiter Flur zu sehen.

Bei diesen eindeutigen Fällen, die durch Gasteromantie ;-) angemessen in den Vordergrund drängen, scheint es auf den ersten Blick auch nicht unbedingt nötig, in Reflexionsprozessen zu versinken.

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Dokumentation: Session @herrlarbig @Educamp @echb11

EduCamp Bremen :: 19./20. März 2011

Educamps sind keine geschlossenen Veranstaltungen.

Educamps verbreiten das, was in ihrem Rahmen passiert.

Entsprechend gibt es audiovisuelle Dokumentationen der von mir auf dem Educamp in Bremen angebotenen Session mit dem Titel „Aufgabenformate in Zeiten von Internet, Wikipedia und Kompetenzorientierung“.

Zunächst ein Interview, das unmittelbar nach der Session geführt wurde und dann eine vollständige Audio-Dokumentation der Session inkl. einer Mitschrift (ein so genannter „Pencast“), die @akasche angefertigt hat. Viel mehr Material und Dokumentation des Educamps mit unglaublich vielen und spannenden Sessions, so mein Eindruck, gibt es auf der Webpräsenz des Educmaps.



Pencast: Aufgaben im Zeitalter von Wikipedia und Co.:

 

Voraussetzungen zum Verstehen der Dramen Schillers etc.

Creative Commons Lizenzvertrag

Voraussetzungen zum Verstehen der Dramen Schillers etc. von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Militärarzt, Geschichtsprofessor, Philosoph. Darf’s ein wenig mehr sein? – Schriftsteller war er auch noch. Und als Schriftsteller beschäftigte er sich mit Geschichte und Philosophie. Den Militärarzt hatte er als Beruf hinter sich gelassen, nachdem er eher mehr als weniger desertiert hatte.

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Ich schreibe wie…

… tja… das scheint so eindeutig nicht zu sein…

Für intellektuelle Spielchen bin ich offen. Deshalb habe ich einige meiner Blogeinträge dem FAZ-Stiltest unterzogen.

Hier nun ein (nicht ganz ernst gemeinter?!) Überblick, welche sprachlichen Einflüsse mein eigenes Schreiben (laut FAZ-Test) unter anderem beeinflussen. Die Ergebnisse werde ich jeweils kurz kommentieren:



Dieses Ergebnis kam am häufigsten vor, wenn ich einige Beiträge dieses Blogs analysieren ließ. Das überrascht mich, da ich von Freud, außer der Traumdeutung, nicht sonderlich viel gelesen habe. Ob ich wohl (psycho)-analytische Fähigkeiten habe…?



Gut so. Handkes Stil gefällt mir nämlich. Vor allem seine tagebuchartigen Notizen lese ich immer wieder – und sie haben scheinbar Eindruck hinterlassen, obwohl ich immer über diesen Texten sitze und mir wünschte, so schreiben zu können… Nun, zumindest der FAZ-Test scheint der Meinung zu sein, dass mir das hin und wieder doch gelingt.



Na, das freut mich. Ich mag Heines Texte und wenn sein Stil einige meiner Blogbeiträge hier prägt, schäme ich mich nicht dafür. Vor allem mag ich an Heine, dass er einerseits die romantische Weltdeutung in sich aufnahme, diese aber gleichzeitig weiter entwickelte, sie überwand und deutlich politischer schrieb, als dies in der Romantik der Fall war.


Ups… Sind meine Sätze z. T. wirklich soooooooooo lang und kompliziert?



Schulze?. Außer Schulzes »Simple Stories« habe ich wenig von ihm gelesen. Wie also kommen Artikel in diesem Stil zustande? Hat dieser »Roman« solch einen Eindruck bei mir hinterlassen?



Ein Autor, von dem ich deutlich mehr gelesen habe als von Ingo Schulze. Kann ich gut mit leben, werde ich doch Goetz’ Frankfurter Poetikvorlesung lange nicht vergessen, so  wenig, wie den Niederschlag, den diese Vorlesung in Gotz’ »Abfall für alle« gefunden hat.

Möge die Ironie, die in der Bündelung dieser – immerhin von der FAZ-Website erstellten – Zertifikate liegt, dem aufmerksamen Leser nicht entgehen… Der Test ist ein schönes Spiel, scheitert aber (natürlich?) an der rein digitalen Auswertung der Textproben, die überraschend (erschreckend?) schnell geschieht. Mal schauen, wie weit ich dieses Spiel treiben werde, denn das Ergebnis war mir schon vorher klar, nur dass es in dem FAZ-Test nicht eingearbeitet ist, ich scheibe wie Herr Larbig. Aber das merkt die Test-Software einfach nicht ;-)

Und gebe ich diesen Text in die FAZ-Testoberlfäche ein, so ist dieser Text übrigens im Stile Ingo Schulzes geschrieben.

Franz Kafka: Kleine Fabel

Franz Kafka war ein Meister der kleinen Form. Hier seine „Kleine Fabel“ zum anhören, gelesen von Torsten Larbig.

  (Als MP3 ohne Flashplayer)

Franz Kafka

Kleine Fabel

»Ach«, sagte die Maus, »,die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.« – »Du mußt nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie.
33 Sekunden ist die oben eingefügte Lesung dieses Textes lang: Franz Kafka braucht nicht mehr Raum, um eine Fabel zu schreiben, in der scheinbar eine ganze Lebensphilosophie enthalten ist. Er verstand es offenbar, auf den Punkt zu kommen. Die Botschaft scheint trist. Am Anfang des Lebens sieht die Welt weit und grenzenlos aus. Alle Wege scheinen offen und manchmal wünschte sich die Maus in der Fabel, dass es „Leitplanken“ gäbe. Hier sind es die Mauern, hinter denen vielleicht ein anderes Leben stattfindet, die aber keinen Blick auf dieses erlauben. Die Maus läuft zwischen diesen Mauern. Sie werden enger und enger und am Ende steht die Falle und bei der Falle wartet die Katze, um die Maus zu belehren und dann zu fressen. Die Katze scheint zu wissen, dass die Maus diesen Weg zwischen den auf die Falle zulaufenden Mauern nehmen wird. Kann sie überhaupt anders? Kafka lässt die Frage offen. Diese kleine Fabel wirkt, als werde hier ein unweigerlich eintretendes Schicksal beschrieben. Am Ende, dort, wo die Einsicht wachsen könnte, dass die Laufrichtung zu ändern sei, steht gleichzeitig die Unmöglichkeit den gegangenen Weg rückgängig zu machen. Ein pessimistisches Bild des Lebens wird hier gezeichnet. Fast wirkt der Text wie eine Skizze. Eine Maus im Selbstgespräch mit sich selbst – oder erzählt sie ihre Lebenserfahrung der Katze als einzigem Gegenüber, das sich gerade anbietet? Kafka lässt diese Frage offen. Und dennoch spricht die Maus. Die Antwort der Katze ist kurz, knapp: Warum läufst du denn in diese Richtung? Du kannst dich doch entscheiden, in die andere Richtung zu laufen. – Doch genau diese Möglichkeit verhindert die Katze: Sie frisst die Maus kurzerhand. Zurück bleibt der Leser oder die Leserin dieser kurzen Geschichte. Traditionelle Fabeln wollen eine Lehre vermitteln, die in die Gestalt des „sozialen Miteinanders“ von Tieren und derem „natürlichen Verhalten“ gebracht wird. Welche Lehre also steckt in dieser kleinen Fabel? Leser und Leserinnen zu unterschiedlichen Zeiten werden diese Lehre aus ihrer Zeit heraus ziehen. Kafka gibt hier also die Deutungshoheit an die seine Fabel Lesenden weiter. Und mir als Leser fallen viele Dinge ein, auf die ich diese Fabel anwenden könnte. Hier sei nur eine kleine Auswahl genannt:
  • Das Leben scheint in der Jugend oft beängstigend offen. Auf der Suche nach Orientierung werden Entscheidungen getroffen, die den gesamten weiteren Lebensweg bestimmen. Menschen begeben sich zwischen Mauern. Ihre Entscheidungen schließen andere Lebenswege aus. Und Kafka scheint der Meinung zu sein, dass die Einsicht, ob der Weg der richtige war oder nicht, erst dort fällt, wo der Weg an ein Ende oder an eine Grenze kommt. Doch dort, wo eine Umkehr vielleicht noch möglich ist, lauert die Katze, die nichts anders tut, als ihr eigen ist: Sie frisst die Maus und verhindert so die Umkehr, die Umsetzung der Einsicht.
  • In der Gegenwart kommt es mir so vor, als sei die Maus durchaus mit dem Begehren nach Sicherheit zu verbinden. Die Freiheit macht der Maus Angst. Sie ist glücklich, dass da Grenzen am Horizont auftauchen. Zu spät entdeckt sie, dass am Ende dieses Weges eine Falle steht, in die sie unweigerlich gerät, wenn sie nicht vorher von einer Katze gefressen wird. – Wenn Freiheit für Sicherheit aufgegeben wird, scheint für Kafka dieses Schicksal unvermeidlich.
Doch trotz dieser Mahnung und Einsicht: Kafka scheint zu einer positiven Wende der Geschichte ein skeptisches Verhätnis zu haben. Er sieht keinen Ausweg. Am Ende steht das Ende, der Tod, die Enge als der Preis für das heitere Begehen des Weges zwischen den Mauern, die keinen Blick mehr auf die Alternativen erlauben.
Kafkas „Kleine Fabel“ ist eine Mahnung, auf den Weg zu achten, den man beschreitet, sei es als Individuum, sei als Gesellschaft: Wer Freiheit will, muss aufpassen, dass er nicht glücklich die Beschneidung der Freiheit in Kauf nimmt, um zu Orientierung zu gelangen. Doch gleichzeitig, in diesem Sinne handelt es sich hier um eine dialektische Geschichte, scheint es keinen anderen Weg zu geben, der dem Wunsch nach Orientierung und Sicherheit entspricht. – Kafka überlässt es den Lesenden, ihre Lösung für dieses Problem zu finden, das hier als eine Gegebenheit des Lebens dargestellt wird. Eine Lösung selbst bietet Kafka nicht an. Das Ende bleibt offen.

Herr Larbig im Gespräch mit der Bildungsexpedition 2009

Fünf Expeditionsteilnehmer, eine Menge miniaturisierte Technik und so ziemlich alle kostenfrei verfügbaren Vernetzungsdienste, die es im Internet gibt: So kam die Bildungsexpedition 2009 am 01. September 2009 auch nach Frankfurt. Und selbst nach einer Fahrt von München über Kassel nach Frankfurt am Main, lud die Expedition zum „Get Together“ am Abend.

So kamen wir um 21:30 in einem Thai- und Pizzaimbiss an der Mainzer Landstraße zusammen, aßen, plauderten, tauschten uns aus. Kurz nach 22:00 holte Lutz Berger dann sein Telefon heraus, stellte eine Verbindung zu 1000mikes.com her und dann wurde ich in ein Interview verwickelt, das live on Air mitverfolgt werden konnte (wie so ziemlich alle Begegnungen der Bildungsexpedition, in deren Rahmen ich echt Hochachtung vor all den engagierten Bildungsmenschen in Deutschland bekommen habe, die dort vorgestellt wurden). Und selbstverständlich steht das Interview auch als Archivbeitrag zur Verfügung.

Aber es wären nicht Leute wie Lutz Berger und Christian Spannagel in einem Team, wenn nicht selbst noch ein solches Interview am Abend interaktiv wäre. Und so saßen da Melanie Gottschalk, Bastian Hirsch, Christian Spannagel und Lutz Berger mit ihren Taschencomputern um uns herum und twitterten mit einigen Hörern und Hörerinnen live zum Interview, sodass auch diese Kommentare und Fragen direkt in das Gespräch einfließen konnten. – Danke euch und Ihnen allen für die Rückmeldungen, Kommentare, den Applaus etc…

Von meiner Seite her war das Interview nicht geplant; von Seiten der Expedition war dieses Interview wohl weit mehr geplant, als ich ursprünglich annahme, wie ich nach dem Gespräch (natürlich via Twitter) erfuhr. Dementsprechend viele unterschiedliche Themen wurden angesprochen und im Zentrum stand weniger ein Projekt, wie bei den meisten anderen Interviews und Videoaufzeichnungen, sondern ein Strom an Assoziationen – sowohl bei mir als auch bei den Interviewenden. Knapp eine Stunde ging das so, ohne dass ich bemerkt hätte, wie die Zeit verging.

Und doch hatte das Interview einen roten Faden, der darin bestand, dass ich mich als Lehrer mit anderen Lehrern und anderen an Bildungsprozessen Beteiligten Leuten vernetzt habe. Auch wenn man am Anfang meinen könnte, es gehe um vernetzte Theologen, so war dieser Einstieg doch eher Zufall, weil – natürlich über Twitter – natürlich über Twitter – gerade an diesem Abend Br. Paulus Terwitte auf die Bildungsexpedition aufmerksam wurde und mit uns twitterte, was die Expeditionsteilnehmer doch sichtlich begeistert hat, sodass dieses Thema, über das wir gerade noch offline gesprochen hatten, nun also zum Einstieg unseres Gesprächs wurde.

Da wir im Verlauf des Interviews einmal das Telefon wechseln mussten, gibt es das Gespräch in zwei Teilen. Und wer es ganz hören will, sollte sich nun eine Stunde Zeit nehmen – ob sich das lohnt, müssen dann andere entscheiden:

Interview mit dem vernetzten Lehrer Torsten Larbig in Frankfurt, Teil 1 – 45 Minuten:

 

(Als MP3 ohne Flashplayer)

Interview mit dem vernetzten Lehrer Torsten Larbig in Frankfurt, Teil 2 – 16 Minuten:

 

(Als MP3 ohne Flashplayer)

Aber dieses Interview ist natürlich nur ein winziger Teil der für mich in allen anderen Teilen höchst spannenden Expedition, die im Spätsommer 2009 schlaglichtartig erhellte, wie lebendig die Bildungslandschaft in Deutschland ist. Die Bildungsexpedition hat Spuren hinterlassen, die unter folgenden Links zu finden sind:

Und da die Expedition selbst hochgradig vernetzt ist, hier noch eine ganze Reihe an Links, hinter denen Menschen stehen, die als „Stimmen aus dem Off“ die Expedition bis jetzt begleitet haben:

Spring

Frühling kam um die Ecke.

Zögernd blieb er am Zebrastreifen stehen, als wolle er sich mehr als einmal versichern, dass er nicht doch ein sich näherndes Auto übersehen würde.

Frühling schaute nach rechts und freute sich, dass er sich endlich an den Linksverkehr gewöhnt zu haben schien.

Frühling ging los und setzte zunächst das linke Bein in Bewegung.

Frühling bewegte immer zuerst das linke Bein. Er achtete sogar jeden Morgen darauf, zuerst mit dem linken Bein aufzustehen und immer auf der linken Seite das Bett zu verlassen.

Jetzt also setzte er das linke Bein in Bewegung.

Er hob den Fuß mit dem linken Exemplar seiner von deutlichen Altersspuren überzogenen, maßgefertigten schwarzen Lederschuhe leicht an, registrierte, dass er wieder einmal den Weg des Bewegungsbefehls nicht vom Rückenmark über die Nervenzellen bis hin zu den beteiligten Muskeln zu verfolgen vermocht hatte, bewegte das Bein nach dem leichten Anheben zügig nach vorne, wiederholte den ganzen Prozess mit dem rechten Bein und betrat zufrieden den ersten der weißen Streifen, die ihm einen sicheren Weg über die Straße weisen sollten.

– Frühling kam nicht weit. –

Kaum hatte er, leicht verärgert darüber, dass er den Bewegungsbefehl an die Muskeln wieder nicht auf seinem Weg durch das Nervensystem hatte verfolgen können, die Straße betreten, verweigerten seine Nervenbahnen offensichtlich innerhalb von Sekundenbruchteilen ihren Dienst, als die ersten Schallwellen der schlagartig blockierenden Räder eines mit vier Sitzen ausgestatteten Personenkraftwagens, der sich gerade noch – zugegeben, mit leicht überhöhter Geschwindigkeit – dem Zebrastreifen genähert hatte, ihren Weg von der Ohrmuschel über das Trommelfell, in elektrische Nervenströme umgewandelt ins Gehirn genommen hatten und dort als das Geräusch einer Vollbremsung interpretiert worden waren.

Frühling hatte so lange gezögert, seinen Weg über den Zebrastreifen zu beginnen, dass selbst der defensivste Autofahrer nicht damit gerechnet hätte, dass jener kleine Mann im schwarzen Wollmantel, der dort in sich selbst versunken den Blick nach rechts gewandt hatte, im nächsten Augenblick den Zebrastreifen mit einem solch selbstbewussten und völlig unvermittelten Tempo betreten würde.

Frühling stand so plötzlich völlig still zwischen dem ersten und dem zweiten weißen Streifen auf der Straße, wie er gerade noch für Außenstehende völlig unvermittelt losgegangen war. Seine Muskeln verweigerten für einen kurzen Augenblick jeglichen Dienst, bis es Frühling gelang, seiner Nackenmuskulatur den Befehl zu geben, seinen Kopf langsam von der rechten auf die linke Schulterseite zu drehen.

Noch während der Kopf auf Wanderschaft war, begriff Frühling, was ihn, wenn auch eher unterbewusst, gerade noch irritiert hatte. – Es war die Farbe des Zebrastreifens.

Ein weiß markierter Fußgängerüberweg hätte ihm eigentlich auch bewusst verdächtig erscheinen müssen. Seine Bemühungen, sich an den Linksverkehr zu gewöhnen, waren doch mit gelben Streifen auf dunkelgrauem Asphalt verbunden gewesen.

Wie nur hatte er sich so irren und sogar sein Leben aufs Spiel setzen können, indem er einfach vergessen hatte, dass er schon vor zwei Tagen das Land der Queen und des Stilton-Käses  verlassen und längst wieder deutschen Boden unter den Füßen hatte.

Frühlings Kopf war angekommen.

Seine Augen trafen den irritierten, erschrockenen Blick des Autofahrers, der noch nicht vom Entsetzen, dass er beinahe einen Menschen umgefahren hätte, zum Ärger über das völlig unberechenbare Verhalten dieses zweibeinigen Verkehrsteilnehmers gekommen war. – Langsam nur löste sich die Schreckensstarre, die beide vor einer Sekunde erfasst hatte.

In Frühlings Gesicht trat ein Lächeln, er hob leicht die Schultern, öffnete die Hände mit den Handflächen so weit nach außen, dass sie etwas mehr als schulterbreit auseinander waren und formte mit den Lippen ein lautloses: »Entschuldigung, ich dachte, ich sei noch in England«.

© Torsten Larbig – 04.2009

Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „Frühling“ in einem kürzlich privat und in Kleinstauflage gedrucktem Band mit Texten von Schülern und Schülerinnen einer meiner Klassen und entstand, nachdem die Schüler mich gebeten hatten, doch bitte auch eine Geschichte zu den ihrigen beizutragen. – Die Anregung für den neuen Titel erhielt ich von Boris Hillen.

Artikel in Theo-Web

Heute ist in der religionspädagogischen Fachzeitschrift Theo-Web ein Artikel zu meinen Erfahrungen mit naturwissenschaftlichen Themen im Religionsunterricht der Oberstufe erschienen.

Torsten Larbig, Naturwissenschaftliche Themen im Religionsunterricht der Oberstufe, in: Theo-Web. Zeitschrift für Religionspädagogik 8 (2009), H. 1, 95-99. (Direktdownload des Artikels als PDF)

Weitere Veröffentlichungen finden Sie hier.

Vernetzen macht Spaß – und ist lehrreich

1985, lange bevor Computer und Internet bei mir einzogen, machte ich als Jugendlicher erste Erfahrungen mit „Vernetzung“: Weiterlesen

Leidenschaft für Gott und die Menschen

Hier veröffentliche ich einen Beitrag neu, den ich über Bruder Paulus Terwitte bereits 2002 für die Osnabrücker Kirchenzeitung geschrieben habe. Wer wissen will, was Bruder Paulus heute tut, kann sich die Sendung „Redezeit“, die heute beim WDR lief, als MP3 des WDR anhören. – Jetzt aber einen kleinen Blick in die Zeit vor sechs Jahren: Weiterlesen