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	<title>herrlarbig.de &#187; Kommunikation</title>
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	<description>Bildungs-Neuron &#124; Lehrerblog</description>
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		<title>Grenzen der Kommunikationsf&#228;higkeit</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 14:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich Vierzehn war, gab es noch kein Internet f&#252;r die Massen, wohl aber schon die M&#246;glichkeit, mithilfe eines Telefonmodems ins Netz zu gehen. Es gab Bildschirmtext (BTX), aber bis sich digitale Vernetzung zu einem Massenph&#228;nomen ausbreitete, sollte es noch einige Jahre dauern. Ich setze den Starttermin des Web-Hypes auf den 13. Oktober 1994 fest, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich Vierzehn war, gab es noch kein Internet f&#252;r die Massen, wohl aber schon die M&#246;glichkeit, mithilfe eines Telefonmodems ins Netz zu gehen. Es gab <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildschirmtext" target="_blank">Bildschirmtext (BTX)</a>, aber bis sich digitale Vernetzung zu einem Massenph&#228;nomen ausbreitete, sollte es noch einige Jahre dauern. Ich setze den Starttermin des Web-Hypes auf den 13. Oktober 1994 fest, den Tag, an dem Netscapes „Navigator“ in einer ersten Version ver&#246;ffentlicht wurde und somit erstmals ein Browser vorlag, der eine grafische Oberfl&#228;che hatte.</p>

<p>Es gab zwar vorher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Usenet" target="_blank">Usenet</a> und Co, Welten, die mir und den meisten v&#246;llig fremd waren und in denen sich die PC-Geeks tummelten, doch erst die Browser mit grafischer Oberfl&#228;che, die das „Erklicken“ des Netzes m&#246;glich machten, &#246;ffneten das Netz, demokratisierten das Netz.</p>

<p>Bis zum „interaktiven“ Netz „Web 2.0“ sollte es fast zehn Jahre dauern. Und meines Erachtens ist das „Web 2.0“ zwar zur Zeit die dominierende Form der vernetzten Kommunikation, aber mit Sicherheit nicht das Ende der Entwicklung, &#252;ber deren Verlauf ich mir gar nicht mehr so sicher bin, entgegen der Vorhersagen, dass Netzanbindung und Alltag eine immer engere Verbindung eingehen werden. Eine nahezu symbiotische Verbindung von Alltag und digitalen Netzwerken scheint gegenw&#228;rtig durchaus absehbar. Dabei ist eine Symbiose in der Regel eine „Vergesellschaftung von Individuen unterschiedlicher Arten, die f&#252;r beide Partner vorteilhaft ist“ (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Symbiose" target="_blank">Quelle</a>).</p>

<p>Das Netz als Lebensform, dessen Verbindung mit der Lebensform des Homo Sapiens f&#252;r beide Seiten von Vorteil ist? Ein wenig erinnert mich das an die Entwicklung, die als fiktiver Hintergrund f&#252;r die „Matrix“-Trilogie der Br&#252;der Wachowski angenommen wird.</p>

<blockquote>Anfang des 21. Jahrhunderts geriet die Entwicklung der <a title="K&#252;nstliche Intelligenz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz">K&#252;nstlichen Intelligenz</a> au&#223;er  Kontrolle. Die Menschen verdunkelten den Himmel, um den solarbetriebenen  Maschinen die Energiequelle zu nehmen. Die Maschinen passten sich der  Dunkelheit jedoch an und unterwarfen die Menschheit, deren Exemplare sie  seitdem zur Energiegewinnung z&#252;chten. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matrix_%28Film%29#Handlung" target="_blank">Wikipedia</a>)</blockquote>

<p>Ob es so unrealistisch ist, dass „das Netz“ mehr und mehr die „Anpassung“ der Menschen an seine Vorgaben und Grenzen verlangt? Schon heute gibt es Tendenzen, die davon sprechen, dass man, so man nicht im Netz vertreten sei, zunehmend Probleme bekomme, in Kommunikationsprozesse einzutreten oder in diesen &#252;berhaupt beachtet zu werden.</p>

<p>Andererseits gibt es Menschen, die sich auf das Netz eingelassen haben und dabei dennoch weder ihre Selbstbeobachtungskompetenzen noch ihre Kritikf&#228;higkeit gegen&#252;ber Kommunikationsstrukturen verloren haben, die durchaus dazu geeignet sind, mehr und mehr Ressourcen des Individuums „auszusaugen“ und sich somit, statt zu einer symbiotischen Verbindung zu f&#252;hren, als Schmarotzer entpuppen, die den Menschen aussaugen.</p>

<p>Um diesen Schmarotzer „Web 2.0“ dann wieder los zu werden, scheint es f&#252;r einige (immer mehr?) Menschen nur noch den Weg des etwas &#252;berspitzt aber gar nicht so abwegig benannten „digitalen Selbstmordes“ („digital sucide“) zu geben.</p>

<p>Ein paar Beispiele f&#252;r diese Tendenz:</p>

<ul>
    <li>Das <a href="http://www.socialnetworking-weblog.com/50226711/digital_suicide.php" target="_blank">Social-Networking-Weblog berichtete</a> &#252;ber die Sucide Machine f&#252;r soziale Netzwerke.</li>
    <li>Im <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,532070,00.html" target="_blank">Uni-Spiegel dokumentiert</a> Frauke L&#252;bke-Narberhaus ihren Ausstieg bei studiVZ und Xing als „digitalen Selbstmord“.</li>
    <li>Der Heidelberger Professor f&#252;r Informatikdidaktik <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/03/things-change/" target="_blank">Christian Spannagel beendet</a>, obwohl bis dahin als intensiver Nutzer, Fan und auch theoretisch die Vernetzung positiv darstellend, seine Mitgliedschaften bei Facebook, Twitter, XING, Linked-In, wer-kennt-wen, myspace, … und reflektiert anschlie&#223;end die massive &#220;berforderung, die das Web 2.0  f&#252;r ihn mit sich brachte, nachdem er sich zu einem prominenten  „&#246;ffentlichen Wissenschaftler“ entwickelt hatte und mit den daraus  entstehen Anspr&#252;chen nicht mehr mithalten konnte, da sie mehr und mehr  Lebensenergie aufsaugten. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">Spannagel schreibt</a>:</li>
</ul>

<blockquote>Im sozialen Netz erlebte ich so etwas wie eine soziale Verpflichtung zur  Kommunikation. Diese Informationsvielfalt kann man als einzelner nicht  bew&#228;ltigen.</blockquote>

<p>Ein Protagonist des Web 2.0 f&#252;r Bildung und Wissenschaft „steigt aus“: Eigentlich doch ein gefundenes Fressen f&#252;r all diejenigen, die  ja schon immer wussten, dass das Internet mit seinen Ablenkungspotentialen und Kommunikations&#252;berforderungstendenzen eigentlich b&#246;se ist. Doch wer „digital sucide“ so versteht, hat etwas missverstanden, da es sich in diesen F&#228;llen in der Regel um solche handelt, die die &#220;berforderung durchaus auf <em>eigene</em> Formen des Umgangs mit diesen M&#246;glichkeiten hin zu reflektieren verm&#246;gen. So z. B. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">Spannagel</a>:</p>

<blockquote>„Das <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Neuron" target="_blank">Neuronenverhalten</a> muss kontrolliert und situationsabh&#228;ngig  eingesetzt werden.“ Genau das trifft den Punkt: Ich werden zuk&#252;nftig das Web 2.0  zielgerichtet, situationsabh&#228;ngig und punktuell einsetzen. Ich werde  Web-2.0-Anwendungen selektiv nutzen.</blockquote>

<p>Dies ist der eigentliche Punkt: Menschliche Kommunikationsf&#228;higkeit ist eine begrenzte F&#228;higkeit. Das Individuum muss f&#252;r sich Wege finden, zwischen Kommunikationsbed&#252;rfnis und Privatheit, die f&#252;r gelingende Kommunikation meines Erachtens unabdingbar ist, ein Gleichgewicht zu erzeugen.</p>

<p>Und diese Notwendigkeit des Gleichgewichts ist keine, die exklusiv f&#252;r das Internet gilt, auch wenn die Grenzen der individuellen Kommuniaktionsf&#228;higkeit aufgrund der „Einfachheit“ der Initiierung solcher Prozesse im Netz m&#246;glicherweise schneller und vor allem auch wiederum selbst kommunizierbarer erfahren werden. Ja, Christian Spannagel kommuniziert seinen Ausstieg aus weiten Teilen der „social communities“ &#252;ber das Web 2.0 im Rahmen seines Blogs.</p>

<p>Wie aber komme ich zu der Behauptung, dass die Notwendigkeit des Gleichgewichts zwischen „Privatheit“ und Kommunikationsbed&#252;rfnis keine ist, die exklusiv f&#252;r das  Internet gilt?</p>

<p>Als ich Vierzehn war, gab es noch kein Internet f&#252;r die Massen, wohl  aber schon die M&#246;glichkeit, mithilfe eines Telefonmodems ins Netz zu  gehen. In dieser Zeit gab es aber das Ph&#228;nomen, dass eine nicht kleine Zahl Jugendlicher Brieffreundschaften mit anderen Jugendlichen in der ganzen Welt begannen. Es gab damals eigene Agenturen, die solche Briefkontakte vermittelten. Als „&#220;berbleibsel“ dieser Agenturen gibt es heute z. B. <a href="http://www.letternet.de/web/friends/home">das von der Deutschen Post betriebene „letternet“</a>.</p>

<p>Ich war, wie viele andere Jugendliche von der M&#246;glichkeit fasziniert, mit Jugendlichen in unterschiedlichen Teilen der Welt in Verbindung zu treten und machte mit. Die Zahl der „Brieffreund“, die ungef&#228;hr genau so ernsthaft „Freunde“ zu nennen sind, wie dies f&#252;r die Gro&#223;zahl der „Kontakte“ in sozialen Netzwerken gilt, auch wenn deren Betreiber hartn&#228;ckig den Freundschaftsbegriff missbrauchen, stieg allm&#228;hlich und irgendwann merkte ich, dass es zwar toll ist, pers&#246;nliche Briefe im Postkasten zu finden und auf diese zu antworten, dass aber diese Form von Kontakt auf einen begrenzten Personenkreis beschr&#228;nkt bleiben muss, da es sonst irgendwann zu viel wird. Die F&#228;higkeit, Kommunikationsprozesse zu pflegen ist begrenzt – auch in rein analogen Formen der Kommunikation.</p>

<p>Es ist zwar banal, an dieser Stelle davon zu sprechen, dass es um das rechte Ma&#223; an gepflegten Kontakten und Kommunikationsprozessen geht, es sei aber dennoch einmal mehr erw&#228;hnt. Wird das rechte Ma&#223; &#252;berschritten, dann tritt ein, <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Neuron#10._ACHTUNG.2C_HOHE_SUCHTGEFAHR:_das_Neuronenverhalten_muss_kontrolliert_und_situationsabh.C3.A4ngig_eingesetzt_werden.21" target="_blank">was Jean-Pol Martin „die Suchtgefahr des Neuronenverhaltens“ bezeichnete und als zehnte Regel seinem Kommunikationsmodell hinzuf&#252;gte</a>.</p>

<p>&#196;hnliche Erfahrungen der kommunikativen Grenzen, wie ich sie als Jugendlicher bei der Pflege von (zeitweise zu vielen) Brieffreundschaften machte, tauchen bis heute immer mal wieder auf, was im Lehrberuf an f&#252;r sich auch kaum &#252;berraschend ist, da es ein Beruf ist, der in h&#246;chstem Ma&#223;e von Kommunikation lebt und st&#228;ndig vor die Herausforderung stellt, ein Ma&#223; zwischen Gespr&#228;chspr&#228;senz und Privatheit im Rahmen der je eigenen Ressourcen zu finden. – In diesem Zusammenhang wage ich die Prognose, dass die Bereitschaft von Lehrenden, die die M&#246;glichkeiten von Web-2.0-Tools (z. T. &#228;u&#223;erst intensiv) nutzen, um &#252;ber Unterrichtszeiten hinaus Lernprozesse zu unterst&#252;tzen und zu f&#246;rdern, im Laufe der Zeit genau an dem „Ort“ ankommen wird, den Christian Spannagel in seiner <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">hervorragenden Reflexion auf die Grenzen eigener Kommunikationsf&#228;higkeit </a>beschreibt: Den Ort der selektiven Nutzung der nach wie vor als wirkliche Bereicherung anzusehenden Web-2.0-Tools f&#252;r berufliche und private Kommunikationsprozesse.</p>

<p>Ein reflektierter R&#252;ckzug aus sozialen Netzen, der &#252;brigens nicht nur aus Gr&#252;nden der &#220;berlastung erfolgen kann, sondern auch mit dem etwas <a href="http://herrlarbig.de/2010/03/29/und-tschuess-facebook/" target="_blank">eigenwilligen Verst&#228;ndnis von „Privatheit“ zusammenh&#228;ngen kann, das einige Betreiber sozialer Webangebote haben</a>, ist in meinen Augen kein Urteil &#252;ber die Qualit&#228;t solcher Netzwerke, keine Tendenz, die geeignet w&#228;re, den Radikalkritikern des Web 2.0 Argumente zu liefern, sondern vielmehr ein Prozess, der mit der „Entdeckungsreise“ in die nach wie vor jungen „Welten“ des Web 2.0 zusammenh&#228;ngt.</p>

<p>Das Web 2.0 bietet faszinierende M&#246;glichkeiten. Jeder Nutzer und jede Nutzerin dieser M&#246;glichkeiten muss (sic!) jedoch fr&#252;her oder sp&#228;ter in einen Reflexionsprozess dar&#252;ber eintreten, welche der M&#246;glichkeiten aus welchen Gr&#252;nden genutzt werden und an welchen Stellen die Nutzung der M&#246;glichkeiten &#252;ber das f&#252;r einen selbst angemessene Ma&#223; hinaus geht. Dies gilt &#228;hnlich f&#252;r analoge Kommunikationsprozesse, denen es gut tut, wenn sie immer wieder in Formen der Meta-Kommunikation, z. B. im Rahmen von Supervision, aber z. B. auch in der „einfachen“ Form des Tagebuchschreibens, selbst zum Gegenstand der Reflexion werden.</p>

<p>Diese Notwendigkeit zur Reflexion eigenen Kommunikationsverhaltens ist in meinen Augen eine der zentralen Aufgaben einer gelingenden Mediendidaktik und Medienp&#228;dagogik. Dieser darf es eben nicht nur um „Prim&#228;rkompetenzen“ wie die Nutzung von Suchmaschinen, Textverarbeitungsprogrammen, Tabellenkalkulation, Pr&#228;sentationsprogrammen etc. gehen. Sie muss dar&#252;ber hinaus zentral an der Entwicklung von „Meta-Kompetenzen“ arbeiten, um den individuellen Nutzern von (digitalen) Arbeits- und Kommunikationsinstrumenten die F&#228;higkeit zur Reflexion dessen, was f&#252;r sie jeweils angemessen ist, mit auf den Weg zu geben.</p>

<p>Eine zentrale Frage bez&#252;glich der Nutzung von Kommunikationsinstrumenten und -wegen darf dabei nie aus dem Blick verloren werden: Wie finde ich einen Ausgleich zwischen Kommunikation und „Schweigen“ (Privatheit“), der mir angemessen ist, der mir gut tut. Wenn Kommunikationsprozesse das Individuum auslaugen, ausbrennen, in eine innere Leere hineinf&#252;hren, dann ist es h&#246;chste Zeit, diese Prozesse in den Blick zu nehmen, denn wer im Rahmen der eigenen Kommunikationsgewohnheiten sich innerlich leer f&#252;hlt, der hat bald nichts mehr zu sagen.</p>



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		<title>Vernetzen – eine Kunst f&#252;r sich</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 18:14:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist Zeit, meine eigenen Erfahrungen mit sozialen Netzwerken einmal in den Blick zu nehmen. Die Frage lautet: Wie baue ich mir ein soziales Netzwerk auf, das diesen Namen auch verdient. Der erste Schritt in diesen &#220;berlegungen: Was verstehe ich unter einem sozialen Netzwerk? Es ist scheinbar so einfach, sich mit Menschen im Netz zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Zeit, meine eigenen Erfahrungen mit sozialen Netzwerken einmal in den Blick zu nehmen. Die Frage lautet: Wie baue ich mir ein soziales Netzwerk auf, das diesen Namen auch verdient.</p>

<p>Der erste Schritt in diesen &#220;berlegungen: Was verstehe ich unter einem sozialen Netzwerk?</p>

<p>Es ist scheinbar so einfach, sich mit Menschen im Netz zu verbinden. Auf Twitter „followen“ Twitterer einander „einfach“, auf Facebook „freunden”  sich Mitglieder „einfach“ so an, schauen vielleicht, wer da als „gemeinsamer Freund“ bei einem potentiellen Vernetzungskandiaten angegeben ist – und fertig. Dar&#252;ber hinaus gibt es in vielen F&#228;llen RSS-Feed-Leselisten in „Newsreadern“, die automatisch darauf hinweisen, wenn in einem der gelesen Blogs oder auf einer der gelesenen Websites etwas Neues passiert. M&#246;glicherweise ergeben sich dann Diskussionen &#252;ber Blogs hinweg, die oft nur von anderern Mitgliedern im eigenen Netzwerk &#252;berhaupt noch einigerma&#223;en angemessen wahrgenommen werden k&#246;nnen.</p>

<p>Das alles ist noch kein soziale Netzwerk – oder zumindest nur ein soziales Netzwerk in seinen Grundz&#252;gen.</p>

<p>Ein soziales Netzwerk hat mehr mit der Qualit&#228;t der Nutzung der via Internet verf&#252;gbaren Ressourcen zu tun als mit der Menge der Kontakte.</p>

<p>F&#252;r mich ergibt sich daraus die erste Hypothese:</p>

<blockquote>Soziale Netzwerke sind zielgerichtet und themenorientiert oder es ensteht kein Netzwerk, sondern ein Gewirr von lauter offenen Enden, ein unheimlich lautes Geschnattere, ohne Konzentration auf Inhalte.</blockquote>

<p>Kontakte m&#252;ssen „gekn&#252;pft“, die F&#228;den miteinander verbunden werden, damit ein Netzwerk f&#252;r alle daran Beteiligten ein Gewinn ist, ohne dass sich das Netzwerk in sich verschlie&#223;t und nach au&#223;en abgeschlossen ist, da sonst eine qualitative Erweiterung des Netzes, was nat&#252;rlich auch eine quantitative Erweiterung mit sich bringt/bringen kann, nicht m&#246;glich ist.</p>

<p>Um solche Verkn&#252;pfungen zu erreichen, muss es F&#228;den der eigenen Netzpr&#228;senz geben, die &#252;berhaupt miteinander verbunden werden k&#246;nnen. Dabei kann es sich durchaus um unterschiedliche F&#228;den handeln, aber eine grundlegende Ausrichtung der Arbeit am eigenen Netzwerk ist notwendig.</p>

<p>Ja, das Web 2.0 ist Arbeit, wenn es etwas anderes als eine belanglose Spielerei sein soll. Doch wer in diese Arbeit investiert, kann durch sie enorm bereichert werden – auch hinsichtlich konkreter Begegnungen mit interessanten Menschen, die ohne das „Netzwerken“ wohl  nicht in dieser Intensit&#228;t m&#246;glich w&#228;ren.</p>

<p>Diese Arbeit besteht folgenden Arbeitsbereichen:</p>

<ol>
    <li>Zun&#228;chst gilt es, die Frage zu beantworten, ob ich mich vernetzen will oder nicht. Diese Frage kann durchaus unterschiedlich beantwortet werden. Ich gehe jetzt einmal von meinem Fall aus und somit von einer positiven Beantwortung der Frage.</li>
    <li>Fast ebenso wichtig wie die erste Frage ist die zweite: Wie trete ich im Netz auf? Als reine Privatperson, als Profi in bestimmten Arbeitsbereichen, in einer Mischform aus beidem? – Ein „Ich lege einfach mal los, der Rest wird sich dann schon ergeben” ist zwar auch ein Ansatz, doch sollte bei ihm nie vergessen werden, dass das Ged&#228;chtnis des Netzes sehr lang ist: Einmal etwas ver&#246;ffentlicht, kann es von jedem gefunden werden, der wei&#223;,  wie man mit Suchmaschinen und Verlinkungsstrukturen im Netz an Informationen herankommen kann, die irgendwo &#246;ffentlich zug&#228;nglich im Netz liegen.</li>
    <li>Zu einem Netzwerk geh&#246;ren mehrere Personen. Um also mit dem Netzwerken zu beginnen, muss einerseits Content angeboten werden (z. B. durch das F&#252;hren eines Blogs) und andererseits der Content anderer, f&#252;r mein Netzwerk interessantere Personen, wahrnehmbar rezipiert werden. Wahrnehmbar wird eine solche Rezeption z. B. durch Kommentare zu Beitr&#228;gen, durch Verlinkung zu Beitr&#228;gen, durch Verweise zu Beitr&#228;gen via Twitter, Facebook etc. – Das klingt anspruchsvoller als es ist. In den meisten F&#228;llen sind Menschen in Netzwerken n&#228;mlich relativ freundlich zueinander (so es thematisch und somit an einer Sache interessierte Netzwerke sind) und nehmen angebotene Gespr&#228;chsf&#228;den gerne auf, was in vielen F&#228;llen zu echten Bereicherungen aller Beteiligten f&#252;hrt.</li>
    <li>In sozialen Netzwerken gilt es, offensiv und zielorientiert zu „folgen“ und ebenso repressiv die „Schmarotzer“ im Netz m&#246;glichst aus dem eigenen Netzwerk drau&#223;en zu halten. Was hei&#223;t das konkret: Offensiv folgen hei&#223;t, dass ich, zumindest auf Twitter, jedem, der irgendwie an meinen Themen dran ist folge. Das k&#246;nnen ganz unterschiedliche Menschen sein: Da sind Senioren, die sich f&#252;r Bildungsfragen interessieren; da sind Journalisten, die sich mit Fragen der Schulentwicklung befassen; da sind Lehrer und Lehrerinnen, da sind Hochschullehrer und -lehrerinnen, die nicht nur in erziehungswissenschaftlichen oder an der Lehrerausbildung beteiligten Fakult&#228;ten arbeiten, sondern m&#246;glicherweise auch im Bereich Programmierung, digitale Medien…, da sind Eltern, die an Bildungsfragen interessiert sind usw. – Andererseits gibt es Leute und Firmen, die erst einmal allem und jedem folgen, der oder das ihnen begegnet, immer in der Hoffnung, dass ihnen auch zur&#252;ck gefolgt wird, was &#252;berraschend gut zu funktionieren scheint. Followerlisten auf Twitter, die zahlreiche solcher „Verfolger“ beinhalten, wirken auf mich ungepflegt und beliebig, sodass ich bereits hier den Eindruck gewinne, dass diese Person nicht sonderlich aktiv ihr Netzwerk pflegt.</li>
</ol>

<p>Daraus ergibt sich meine zweite Hypothese:</p>

<blockquote>Netzwerke m&#252;ssen offensiv gepfelgt werden. Einerseits m&#252;ssen aktiv Kontakte aufgebaut werden, die in meinen Augen zumindest immer auch theoretisch zu pers&#246;nlichen Begegnungen f&#252;hren k&#246;nnen und potentiell einander etwas zu sagen haben. (Wenn mir zum Beispiel jemand folgt, der erkennbar kein Deutsch kann und meine Beitr&#228;ge in Netzwerken entsprechend gar nicht verstehen d&#252;rfte, neige ich dazu, diesen Knoten schnell zu kappen.) Andererseits gilt es,  das eigene Netzwerk nicht mit hei&#223;er Luft (Spam-Followern) aufzublasen. Nat&#252;rlich ist es bei Twitter relativ einfach, auf 1000 Follower zu kommen, das wird aber oft mit einem schlechten Verh&#228;ltnis von Quantit&#228;t und Qualit&#228;t bezahlt. Ich habe jetzt ca. 350 Follower auf Twitter – und meiner Rechnung nach mind. 700 Follow-Versuche durch Blocken des Kontaktes unterbunden, denn ich brauche keine Leute als Follower, die die „besten Sonderangebote“ im Netz twittern oder Dauerwerbekan&#228;le f&#252;r Firmen, Produkte und Dienstleistungen sind, die jenseits meiner eigenen Interessen liegen.</blockquote>

<p>Das klingt jetzt viel restriktiver, als es gemeint ist. In der Regel freue ich mich n&#228;mlich &#252;ber jede und jeden, der oder die meint, meine Beitr&#228;ge in einem Netzwerk k&#246;nnten ihn oder sie bereichern – und umgekehrt ist es meist auch so. Diese Zahlen kommen vor allem deshalb zustande, weil es so unglaublich viele Spammer in Netzwerken gibt. Und ja: Es ist Arbeit, diese heraus zu filtern, um das eigene Netzwerk gepflegt und „aufger&#228;umt“ zu halten. Aber diese Arbeit wird durch die Qualit&#228;t dessen, was an Input &#252;ber das Netzwerk bei mir anbekommt, belohnt.</p>

<p>Was hier jetzt wie ein Schritt-f&#252;r-Schritt-Prozess aussehen mag, geschieht in Wirklichkeit gleichzeitg:</p>

<p>Content verf&#252;gbar machen, Verlinkungen aktiv pflegen, das Netzwerk erweitern, anderen Content rezipieren, das Netzwerk pflegen, Content verf&#252;gbar machen usw.</p>

<p>Doch ein Netzwerk ist an sich noch kein Zugewinn, wenn es nicht um Inhalte geht. Und die Rezeption von Inhalten ist ein anstrengendes Gesch&#228;ft. Nicht jede ins Netzwerk eingespeiste Information ist f&#252;r mich interessant. Und angesichts der F&#252;lle der Informationen bedarf es einer Art „inneren Redakteur“, bedarf es der &#220;bung, schnell entscheiden zu k&#246;nnen, welche Informationen f&#252;r mich bedeutsam sein k&#246;nnen und welche nicht. Und das wird oft in Sekundenbruchteilen entschieden, denn mein Netzwerk ist eine Freizeitbesch&#228;ftigung, so sehr sie beruflich relevant ist. Und diese Zeit aus dem Freizeittopf muss, da ich ja auch noch ein Privatleben jenseits digital vernetzter Strukturen lebe, beschr&#228;nkt sein. Die zum Filtern notwendige Kompetenz wird durch &#220;bung erworben. Sehr schnell habe ich gelernt, welche Contentproduzenten solche Inhalte zur Verf&#252;gung stellen, die f&#252;r mich interessant sein k&#246;nnen und welche Inhalte ich nur dann intensiv rezipiere, wenn ich mehr Zeit habe, weil diese zwar interessant, aber nicht unbedingt f&#252;r mich interessant sind.</p>

<p>Daraus ergibt sich die dritte Hypothese:</p>

<blockquote>Die effektive Arbeit in Netzwerken bedarf der Filterstrategien, um in der F&#252;lle der Informationen den &#220;berblick nicht zu verlieren und dar&#252;ber hinaus die Zeit f&#252;r echte Rezeption zu haben. Es ist wie bei B&#252;chern: Um etwas zu lernen, reicht es nicht, Zugriff auf sie zu haben, sondern es muss auch die Zeit aufgebracht werden, die das Gehirn zum Verstehen und zur Integration oder auch Ver&#228;nderung bestehender Denkstrukturen braucht.</blockquote>

<p>Wenn diese Kompetenzen erst einmal erworben sind, kann ein Netzwerk &#252;ber sich selbst hinaus erweitert werden. Es k&#246;nnen Netzwerke in anderen Interessensgebieten mit dem „Hauptnetzwerk“ verkn&#252;pft werden. An diesem Punkt bin ich jetzt gerade angelangt, wenn ich auch Content aus mehr privaten Interessensgebieten (z. B. Podcasts) in mein Hauptnetzwerk &#252;ber Twitter oder Facebook „einspiele“, so sehr die Grenzen der Interessen da auch flie&#223;end sind.</p>

<p>F&#252;r mich haben sich so neue Kontakte ergeben, die &#252;berraschend h&#228;ufig auch am Content meines Hauptnetzwerkes interessiert sind und zu den dort reflektierten Gebieten etwas beitragen k&#246;nnen.</p>

<p>Aber auch hier gilt: Die zeitlichen Ressourcen, die ich f&#252;r digitale gest&#252;tzte Vernetzung aufzubringen bereit bin, sind (selbst)beschr&#228;nkt.</p>

<p>Was f&#252;r ein Aufwand! Ich w&#228;re schon l&#228;ngst ausgestiegen, wenn das Ergebnis nicht so enorm bereichernd w&#228;re, auf allen Ebenen: Auf der fachlichen Ebene ist das vernetzte Arbeiten eine kontinuierliche Fortbildung; auf pers&#246;nlicher Ebene habe ich interessante Menschen kennen gelernt – und ganz nebenbei habe ich gelernt, wie soziale Netzwerke etwas anderes als „Klow&#228;nde des Internets“ sein k&#246;nnen.</p>



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		<title>Prof. Dr. Martin ist pensioniert und wird noch immer kl&#252;ger…</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 22:07:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prof. Dr. Jean-Pol Martin war Lehrer und Prof. f&#252;r Franz&#246;sischdidaktik an der Universit&#228;t Eichst&#228;tt. Ein Experte des Lernens, der „ganz nebenbei“ auch noch die Methode LdL entwickelte – ein kluger Mann, der heute von sich sagt, er werde immer kl&#252;ger. Was die einen als v&#246;llige Reiz&#252;berflutung ansehen und als Un&#252;berschaubarkeit des Internets und damit die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://jeanpol.wordpress.com" target="_blank">Prof. Dr. Jean-Pol Martin</a> war Lehrer und Prof. f&#252;r Franz&#246;sischdidaktik an der Universit&#228;t Eichst&#228;tt. Ein Experte des Lernens, der „ganz nebenbei“ auch noch die Methode <a href="http://www.ku-eichstaett.de/Forschung/forschungsprojekte/ldl.de" target="_blank">LdL</a> entwickelte – ein kluger Mann, der heute von sich sagt, er werde immer kl&#252;ger.</p>

<p>Was die einen als v&#246;llige Reiz&#252;berflutung ansehen und als Un&#252;berschaubarkeit des Internets und damit die Verflachung der Gedanken durch das Internet beklagen ist ihm anregende Aktivierung seines Denkens, wie er in diesem Video erz&#228;hlt:</p>

<p>http://www.youtube.com/watch?v=mjRk52ClBBw</p>

<p>Und an anderer Stelle berichtet Martin von der Bedeutung der Informationsbearbeitung als Grundbed&#252;rfnis des Menschen:</p>

<p>http://www.youtube.com/watch?v=dfrkdAswNWc</p>

<p>Das beeindruckt mich, denn Jean-Pol Martin wei&#223;, wovon er spricht und – was fast noch wichtiger ist – hat gen&#252;gend Erfahrungen mit Lernenden, konkret: mit Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern.</p>

<p>Hier ist einer, der nicht im Verdacht steht, ein digital native zu sein, einer, der es gar nicht n&#246;tig hat, ein Medium zu verteidigen, dessen bildende Wirkm&#228;chtigkeit er Tag f&#252;r Tag selbst erlebt.</p>

<p>Und da ist einer, dessen Ideen und Gedanken mir wahrscheinlich nicht in der Intensit&#228;t begegnet w&#228;ren, wie es vor knapp einem Jahr passiert ist. – Und pl&#246;tzlich war ich drinnen, in einem Netzwerk von Menschen, die sich leidenschaftlich mit Fragen der Bildung im 21. Jahrhundert befassen, von denen ich sehr viel gelernt habe, mit denen ich kontrovers diskutiere – und denen ich, von wegen Anonymit&#228;t des Internets, teilweise auch schon pers&#246;nlich begegnen durfte.</p>

<p>Ohne Internet h&#228;tte dieses Netzwerk kaum die M&#246;glichkeiten zu so intensiver Zusammenarbeit, zu so intensivem Austausch, wie ich das immer wieder erlebe. Und gerade Jean-Pol Martin, der auf die schnellen Reaktionsgeschwindigkeiten des Netzes baut, hat hier ein Medium gefunden, auch nach seiner Pensionierung hochgradig aktiv weiter zu denken.</p>

<p>Was also soll die massive Kritik, die der Einsatz des Internets und anderer digitaler Medien in Lernzusammenh&#228;ngen nach wie vor auszul&#246;sen vermag?</p>

<p>Ist es „nur“ die &#252;bliche Kritik, die jede Medienrevolution begleitet? Die Schrift wurde von Sokrates kritisiert; Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks l&#246;ste Skepsis aus; die Beat-Musik wurde kritisch be&#228;ugt; das Fernsehen wurde zum Weltuntergangsmedium gek&#252;rt; das Aufkommen von tragbaren Kassettenger&#228;ten mit Kopfh&#246;rern l&#246;ste die Furcht einer ertaubenden Generation aus – und nun stehen eben das Internet und der massiv wachsende Einsatz digitaler und vor allem auch mobiler Ger&#228;te im Fokus der im Grunde seit &#252;ber 2000 Jahren immer gleichen Kritik.</p>

<p>Ist es eine substantielle Kritik? Eine solche setzt eine echte Kritik im philosophischen Sinne voraus, die nicht darin besteht, etwas, das ist, pauschal zu verneinen, sondern dort ihren Ort hat, wo differenziert die M&#246;glichkeiten und Grenzen von etwas Seiendem ausgelotet werden. Eine solch differenzierende Kritik, die letztlich einen Zugewinn an kompetentem Umgang mit z. B. einem Medium bedeutet, sehe ich viel zu selten.</p>

<p>Das mag einer der Gr&#252;nde sein, warum so viele, die sich kritisch und praktisch mit digitalen Medien befassen, gerne mal als Geeks, mal als Freaks oder gar als Nerds angesehen werden.</p>

<p>Vor diesem Hintergrund finde ich Jean-Pol Martins Statement bemerkenswert, in dem er bekennt, dass das Internet ihn nicht d&#252;mmer gemacht habe, sondern Tag f&#252;r Tag kl&#252;ger werden l&#228;sst. Und dabei bezieht er sich vor allem auf die Inhalte des Netzes, spricht er nicht einmal von all den Kompetenzen, die sich jeder (fast nebenbei) aneignet, der sich der produktiven Nutzung dieser „neuen“ Medien bedient.</p>

<p>Spannend finde ich ihn diesem Zusammenhang, dass ich vor kurzem in einem Aufsatz eines Sch&#252;lers las, dass er der Meinung sei, dass Jugendliche sich deshalb so intensiv den Medien aussetzen, weil sie lernen wollen, weil sie diese Medien verstehen und nutzen wollen. Und darin, so der Sch&#252;ler weiter, l&#228;ge auch ein Grund daf&#252;r, dass Jugendliche so gerne st&#228;ndig die neuesten Ger&#228;ten haben wollten: Die Entwicklung geht so schnell voran und sie haben so vieles zu entdecken.</p>

<p>Was vielen Jugendlichen aber fehlt – und in meinen Augen ist das ein wichtiger Grund f&#252;r manche, von mir gar nicht in Frage gestellte, Fehlentwicklung  –, sind Leute, die selbst h&#246;chst produktiv mit Computer, vernetzten Strukturen und somit auch dem Internet umgehen und so zeigen, wo das eigentlichen Lernpotential im Umgang mit digitalen Medien liegt.</p>

<p>Und dann ist es letztlich nicht das Internet, das zu Un&#252;bersichtlichkeit und Verflachung von Gedanken f&#252;hrt. <a href="http://www.welt.de/politik/bildung/article5882848/Deutsche-Schulen-bei-PC-Nutzung-Schlusslicht.html" target="_blank">In einer Studie, die gerade erst bekannt wurde</a>, wurde (ohne dass mich das Ergebnis &#252;berrascht h&#228;tte) dargestellt, dass genau dort, wo diese Ph&#228;nomene kritisch begleitet werden k&#246;nnten, um so zu einem kompetenteren Umgang mit Computer und Internet zu kommen, diese Besch&#228;ftigung nach wie vor zu wenig stattfindet.</p>

<p>Ein Grund liegt sicher in der nach wie vor vorhandenen Situation, dass der Einsatz von Computern als Bildungsinstrument von der Infrastruktur in Schulen erschwert wird: Da gibt es PC-R&#228;ume, die gebucht werden m&#252;ssen, so sie nicht schon belegt sind, aber keine PCs in den „normalen“ Klassenr&#228;umen. Da gibt es Lehrende, die selbst erst wieder zu Lernenden werden m&#252;ssen, um selbst in der Lage zu sein, digital gest&#252;tzte Lernprozesse zu begleiten und, diese Zahl der Studie finde ich besonders spannend, nur 15% der Jugendlichen d&#252;rfen diese infrastrukturellen Gegebenheiten durch das Mitbringen eigener digitaler Arbeits(!)instrumente selbstbestimmt verbessern.</p>

<p>Und nun kommt da ein „alter“ Bildungshase wie Jean-Pol Martin und sagt, dass ihn das Internet Tag f&#252;r Tag kl&#252;ger mache und – das erg&#228;nze ich jetzt aus eigener Beobachtung – gleichzeitig genau mit dem versieht, was in der heutigen Bildungsdebatte ganz oben auf der Agenda steht: Handlungskompetenzen.</p>

<p>Mir geben diese Zusammenh&#228;nge viel Stoff zum Denken.</p>

<p>Wie denken Sie dar&#252;ber? Was denkst du dar&#252;ber? Mithilfe der Kommentarfunktion zu diesem Artikel, k&#246;nnen Sie / kannst du hier selbst das Vernetzen ein klein wenig &#252;ben und jeden, der es mag, an Ihren / Deinen Gedanken zum Thema teilhaben lassen.</p>



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		<title>Ressourceneinsatz und mediale Vermittlung – oder: M&#252;ssen es immer Videos sein?</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2010/01/04/ressourceneinsatz-und-mediale-vermittlung-oder-muessen-es-immer-videos-sein/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 01:43:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der 200. Artikel auf herrlarbig.de Vorspann: Dieser Beitrag ist einerseits von einer &#252;ber mich gekommen Aufforderung zur Produktion von Videos motiviert (und steht  erst einmal an Stelle der gew&#252;nschten Videoantwort), andererseits geht er aber &#252;ber die Reflexion dieser Aufforderung hinaus auf ein paar grunds&#228;tzliche Fragen des Umgangs mit Video und anderen Medien ein. Diejenigen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><pre>Der 200. Artikel auf herrlarbig.de <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </pre></p>

<hr />

<p><em>Vorspann: Dieser Beitrag ist einerseits von einer <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vfXDf_PwUwg&amp;feature=player_embedded" target="_blank">&#252;ber mich gekommen Aufforderung zur Produktion von Videos</a> motiviert (und steht  erst einmal an Stelle der gew&#252;nschten Videoantwort), andererseits geht er aber &#252;ber die Reflexion dieser Aufforderung hinaus auf ein paar grunds&#228;tzliche Fragen des Umgangs mit Video und anderen Medien ein. Diejenigen, die einen inhaltlichen Beitrag zur Gestaltung der „<a href="http://bildungsreporter.de" target="_blank">Bildungsreporter</a>“ erwarten, m&#246;gen diesen Beitrag als eine Reflexion auf die Form, in der das Projekt inhaltlich und formal gestaltet werden k&#246;nnte nehmen (am Ende sage ich dann auch noch etwas zu meinen Vorstellungen der Ausgestaltung des Projektes „Bildungsreporter”); alle anderen m&#246;gen ihn als Reflexion &#252;ber die von mir beobachtete Videomanie im Netz der Gegenwart lesen.</em></p>

<hr />

<p>Welche Mehrwert hat es eigentlich gegen&#252;ber einem geschrieben und im Netz ver&#246;ffentlichtem Text, wenn die Kanzlerin Woche f&#252;r Woche eine Videobotschaft in die Welt setzt? Was ist der Sinn, wenn sich Menschen vor eine Videokamera stellen und erz&#228;hlen, was ihnen gerade durch den Kopf geht? K&#246;nnten sie das nicht auch in einem Blog einfach notieren?</p>

<p>Videos sind gerade sehr hoch angesehen und als ich vor kurzem das Einleitungsvideo zu dem Projekt „<a href="http://bildungsreporter.de" target="_blank">Bildungsreporter</a>” sah, wurde auch ich mit der Aufforderung konfrontiert, doch bitte eine Videoantwort zu erstellen. Also nahm ich meine erst kurz zuvor angeschaffte Miniatur-HD-Videokamera und begann damit, erste Erfahrungen mit Videos zu machen. Ich versuchte sogar, einfach mal so eine Videoantwort zu produzieren – und habe davon ganz schnell wieder Abstand genommen.</p>

<p>Dennoch weitet sich mein medialer Blick in der Besch&#228;ftigung mit einem f&#252;r mich bislang eher neuem Medium. Bisher hatte ich Erfahrungen mit dem Schreiben von Texten, mit Fotografie, mit dem Erstellen von Audioaufnahmen, aber eben nicht mit audiovisuellen Formen. Die Besch&#228;ftigung mit diesen ist f&#252;r mich sehr spannend geworden, auch, weil sie f&#252;r mich medienp&#228;dagogisch, mediendidaktisch, medientheoretisch und medienkritisch &#228;u&#223;erst fruchtbar scheint.</p>

<p>Meine erste Erfahrung: Videos brauchen sehr viel Speicherplatz, sind also alles andere als triviale Produkte, wenn es um vernetzte Strukturen geht, setzen sie doch schnelle Internetverbindungen f&#252;r die Verbreitung ebenso voraus, wie ausreichende Rechenkapazit&#228;ten eines Computers bei ihrer Erstellung. Es handelt sich also um eine Form medialer Vermittlung, die enorme Ressourcen braucht. Um einen Vergleich zu bem&#252;hen: Mir kommt die Nutzung von Video f&#252;r die Vermittlung von Textbotschaften mit Einblendung der sie sprechenden Person im Vergleich zu einer schriftlichen Fassung, der man vielleicht ein Foto der Person beif&#252;gen kann, die sie geschrieben hat, so vor, wie die Nutzung von ca. einer Tonne Stahl, um eine 75 Kilogramm schwere Person in einem Auto durch die Stra&#223;en fahren zu lassen. Diese Nutzung von Ressourcen hat zu enormen Problemen u. a. bei der Stadtgestaltung, der Zerschneidung von Landschaften f&#252;r Fahrwege und vor allem in &#246;kologischer Hinsicht gef&#252;hrt.</p>

<p>Und nachdem ich mich auf YouTube nun recht intensiv umgesehen habe, bleibt ein ambivalentes Gef&#252;hl zur&#252;ck: Die meisten der dort eingestellten Videos sind in meinen Augen reine Ressourcenverschwendung, sei es, weil es sich um Videos handelt, auf denen Einzelpersonen zur Welt sprechen, ohne dass es einen triftigen Grund gibt, dies nicht schriftlich zu tun (z. B. weil jemand nur eingeschr&#228;nkt oder gar nicht die Tastatur bedienen kann, auch wenn in einem solchen Falle, die ressourcensparendere Variante die Audioaufnahme w&#228;re), sei es, weil es sich um Inhalte handelt, die der Fotografie im Urlaub entsprechen, nun aber schnell mal auf YouTube der ganzen Welt gezeigt werden.</p>

<p>Ich weigere mich, diesen Umgang mit Videos pauschal zu verneinen oder gar zu verurteilen, denn nat&#252;rlich haben Erinnerungsvideos einen individuellen Wert und ich kann es in Sachen Selbstdarstellung und Dokumentation sogar nachvollziehen, dass solche Videos online gestellt werden. Dar&#252;ber hinaus bilden viele der dort ver&#246;ffentlichten Videos die Weltwahrnehmung so ab, wie sie heute verbreitet ist, sodass die Videos, so sie denn erhalten bleiben, einen sozialgeschichtlichen Wert haben. (Und davon abgesehen macht das Spiel mit den unterschiedlichen medialen Formen auch unheimlich viel Spa&#223;, was vielleicht schon alleine als Rechtfertigung f&#252;r deren Nutzung reicht.)</p>

<p>Meine &#220;berlegungen gehen in eine ganz andere Richtung, die zwar durchaus als kritisch distanziert zum von mir beobachteten, weit verbreiteten Umgang mit dem Medium Video gelesen werden kann, ohne dass ich diesen Umgang wirklich negieren will. Meine &#220;berlegungen haben mit dem Zusammenhang von Inhalt und Form zu tun. Damit verbunden ist die Frage, welche Ressourcennutzung f&#252;r welche inhaltlichen und formalen Zusammenh&#228;nge angemessen sein k&#246;nnte.</p>

<p>Was spricht f&#252;r Videos? Das Hauptargument, dass mir hier einf&#228;llt, besteht darin, dass wir heute weitgehend audiovisuell sozialisiert werden, es vielen Menschen also leichter zu fallen scheint, Inhalte &#252;ber die Verbindung mit Ton und Bewegtbildern zu erfassen, als &#252;ber Schrift. Der Mehrwert von Video gegen&#252;ber Audio ist einem solchen Kontext die Fixierung der visuellen Aufmerksamkeit auf den Bildschirm, w&#228;hrend wir in Sachen Audio eher so sozialisiert sind, dies als ein „Nebenbei-Medium“ zu begreifen, sodass es f&#252;r mich keine &#220;berraschung ist, dass die Wortbeitr&#228;ge im Radio immer k&#252;rzer werden und die Sender, die umfassende Wortbeitr&#228;ge liefern eher geringe Einschaltquoten erreichen k&#246;nnen.</p>

<p>Video ist also scheinbar das ideale Medium, um gr&#246;&#223;ere Zuschauerkreise anzusprechen. An diesem Punkt gilt also: Daumen hoch.</p>

<p>Dar&#252;ber hinaus bieten die formalen Gestaltungsm&#246;glichkeiten audiovisueller Produkte enorme &#228;sthetische Reize, da in ihnen Inhalte auf mehreren Wahrnehmungsebenen gleichzeitig transportiert werden k&#246;nnen, wobei jede der Wahrnehmungsebenen einen eigenen Anspruch erhebt: Bild und Ton erg&#228;nzen einander, treten zueinander in Spannung, fordern von jedem, der sich auf dieses Medium einl&#228;sst einen doppelten Gestaltungswillen, soll das Resultat nicht an den M&#246;glichkeiten des Mediums vorbei gehen und somit zur Ressourcenverschwendung werden.</p>

<p>Das Musterbeispiel von Ressourcenverschwendung sind f&#252;r mich alle audiovisuellen Produktionen, bei denen das Bild neben dem Text bzw. Ton keinen Eigenwert hat oder in denen der Text bzw. Ton neben dem Bild keinen Eigenwert hat.</p>

<p>Ein paar subjektive Beispiel f&#252;r solche misslungenen audiovisuellen Produktionen:</p>

<ul>
    <li>An erster Stelle steht f&#252;r mich das „Wort zum Sonntag“, das jede Woche im Ersten (ARD) ausgestrahlt wird. Hier steht in der Regel eine Person vor einem blauen Hintergrund oder manchmal auch im &#246;ffentlichen Raum und spricht. Die Kamera ist, von einigen Zooms oder leichten Perspektivenverschiebungen auf eine Person gerichtet, die spricht und am Ende wird sogar noch darauf hingewiesen, wo man den Text der Sendung beziehen kann. Gerade dieser Hinweis zeigt: Der Text kann gut ohne die verwendeten Bilder stehen.</li>
    <li>&#196;hnlich kritisch sehe ich Veranstaltungen, die im Fernsehen laufen, aber gleichzeitig auch im Radio &#252;bertragen werden (z. B. Presseclub); reine Wortsendungen (Philosophisches Quartett) etc.</li>
</ul>

<p>&#196;hnliche Ressourcenverschwendungen beobachte ich im Radio, wenn jemand eine Stunde lang einen Text verliest, statt frei sprechend einen Gedanken zu entwickeln, wobei ich literarische Lesungen davon ausdr&#252;cklich ausnehme, da die sprachliche Gestaltung eines literarischen Textes eine eigene Form der Deutung und Vermittlung eines solchen Textes ist.</p>

<p>&#196;hnlich unangemessen finde ich es &#252;brigens, wenn jemand schriftlich versucht einen Film wiederzugeben und sich dabei alleine auf die Inhalte beschr&#228;nkt und den &#228;sthetischen Mehrwert der audiovisuelen Umsetzung v&#246;llig au&#223;en vor l&#228;sst, also im Prinzip zu keinem deutenden Umgang mit dem Gesamtkunstwerk kommt. Doch dieses Problem gibt es ja auch schon beim Umgang mit literarischen Texten, deren formale Gestaltung bei der Rezeption sehr selten wirklich in den Blick genommen wird.</p>

<p>Zur&#252;ck zu den Videos.</p>

<p>Wenn sich – und damit bin ich wieder bei &#252;ber mich gekommen Aufforderung, ein Antwortvideo zum Einleitungsvideo der <a href="http://bildungsreporter.de" target="_blank">Bildungsreporter</a> zu erstellen – Text und Bild einander erg&#228;nzen (bei den Bildungsreportern gelingt die Christian Spannagel und Lutz Berger z. B. durch die teilweise bildlich eigenst&#228;ndige Verwendung des Bahnhofs), dann finde ich Videos gelungen. Wenn aber eine bloggende Person pl&#246;tzlich vor einer Videokamera sitzt und x Megabyte Datenmaterial erzeugt, indem sie alleine in eine Videokamera spricht, dann frage ich mich wirklich, ob man da nicht ressourcenschonender arbeiten k&#246;nnte, indem die Gedanken als Text im Blog niedergeschrieben werden oder von mir aus auch als Audiodatei online gestellt werden. (Wenn man nat&#252;rlich die Inhalte so verpackt, wie es nur per Video geht, weil z. B. eine Puppe spricht oder jemand ein „Antivideo“ dreht, indem er beschriebene Bl&#228;tter vor die Kamera h&#228;lt, dann bekommt das Ganze f&#252;r mich schon wieder einen Reiz.)</p>

<p>Was jetzt wie Kritik und Seitenhiebe gelesen werden kann, ist als solches &#252;berhaupt nicht gedacht! Ich habe n&#228;mlich genau solche Videos in den vergangen Wochen selbst in Massen produziert und bin dabei auf die Probleme gesto&#223;en, die ich hier jetzt niederschreibe. Ich bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass ich keine Videos produzieren bzw. ver&#246;ffentlichen will, bei denen das verwendete Medium keinen f&#252;r mich erkennbaren Eigenwert hat. Und damit bin ich bei der Frage, wann welches Medium eigentlich angebracht ist.</p>

<ul>
    <li>Wenn ich rein sprachliche Inhalte vermitteln will, die schriftlich gefasst werden k&#246;nnen, ist f&#252;r mich die Schrift nach wie vor erste Wahl.</li>
    <li>Audioaufnahmen haben f&#252;r mich dann ihre Berechtigung, wenn z. B. spontane Gedanken ohne Skript oder max. mittels Stichwortsammlung produziert werden. Ebenso, wenn es um Feldaufnahmen (Ger&#228;usche) geht, um Interviews, die als Gespr&#228;che wiedergegeben werden sollen etc. Au&#223;erdem bietet Audio andere M&#246;glichkeiten der Gestaltung als Schrift, da hier, neben der inhaltlichen Seite die akustische Seite und der Umgang mit ihr als Mehrwert zu gestalten ist. Das sind dann aber auch schon die h&#246;heren (anderen) Anforderungen, die akustische Produktionen stellen. Hier kommen formale Gestaltungsm&#246;glichkeiten hinzu, die dann auch zu nutzen sind. W&#252;rde ich diesen Text hier nun also einfach einsprechen, dann h&#228;tte das eigentlich keinen Mehrwert, es sei denn meine Stimme hat einen solchen &#228;sthetischen Wert, dass sie selbst Teil der Gestaltung der Inhalte ist. Au&#223;erdem halte ich Audioaufnahmen z. B. von Blinden oder Menschen, die ihre H&#228;nde nur begrenzt verwenden k&#246;nnen f&#252;r sehr angemessen.</li>
    <li>Video kommt dann ins Spiel, wenn die Bilder eine eigene Sprache sprechen, wenn also der formale (&#228;sthetische) Mehrwert des Videos auch genutzt wird. (Auch hier gilt die Einschr&#228;nkung, dass Videos von Menschen, die sich anderer medialer Formen nicht oder nur mit Problemen bedienen k&#246;nnen, immer angemessen sind!)</li>
</ul>

<p>F&#252;r ein Projekt, wie die „Bildungsreporter“ bedeutet das f&#252;r mich, um diese Gedanken jetzt mal praktisch zu wenden, dass ich mir eine Gestaltung der Inhalte in ihnen angemessenen Formen vorstelle. So k&#246;nnen Texte wie dieser hier schriftlich (und somit am ressourcenschonensten) in das Projekt eingespeist werden. Unterrichtsdokumentationen hingegen sollten (so dies m&#246;glich ist) eher als Videos produziert werden (aber dann wirklich „produziert“). Interviews k&#246;nnen als Audios bereitgestellt werden.</p>

<p>Ich w&#252;nsche mir ein Projekt, das nicht nur etwas darstellt, sondern in dem auch die Beteiligten in einen Lernprozess eintreten, der &#252;ber die Frage der Bildung hinaus geht. Ich w&#252;nsche mir, dass die Beteiligten am Projekt selbst ihre medienpraktischen Kompetenzen erweitern und sich neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Bildungsfragen auch Gedanken um die angemessene Form der Vermittlung dieser Inhalte machen. Dabei stellen Videos mit die gr&#246;&#223;te Herausforderung dar, zumindest dann, wenn die f&#252;r ihre Produktion notwendigen Ressourcen (Speicherplatz, Internetzugang, Rechnergeschwindigkeit etc.) so genutzt werden, dass dieser enorme Ressourceneinsatz auch eine formale und inhaltliche Rechtfertigung hat.</p>

<p>Als Ressoucen, die vernetzten Bildungsreportern zur Verf&#252;gung stehen k&#246;nnten, stelle ich mir beispielsweise folgende vor:</p>

<ul>
    <li>Blogeintr&#228;ge</li>
    <li>Nutzung von Audioboo oder anderen Audiodiensten</li>
    <li>1000mikes f&#252;r Liveaudio</li>
    <li>YouTube / Vimeo f&#252;r Videos</li>
    <li>Gegebenfalls Einsatz von Fotografie</li>
</ul>

<p>Und dabei immer im Wechselspiel zwischen Darstellung und pers&#246;nlicher Reflexion &#252;ber die Zusammenh&#228;nge von Inhalt und Form – und zwar nicht, weil jedes Medium eigene M&#246;glichkeiten bietet, sondern vor allem deshalb, weil ich nach wie vor der &#220;berzeugung bin, dass die Ber&#252;cksichtigung des Zusammenhangs von Form und Inhalt zu Beitr&#228;gen f&#252;hrt, die auch ihre Rezipienten finden.</p>



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		<title>Lineares und Vernetzes Denken: Ein Konflikt zwischen „digital natives“ und „digital emigrants“?</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/11/27/lineares-und-vernetzes-denken-ein-konflikt-zwischen-digital-natives-und-digital-emigrants/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 00:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf der einen Seite stehen Menschen, die vernetzt arbeiten und ihre Denkstrukturen als „vernetzt“ bezeichnen. Auf der anderen Seite stehen Kritiker der Vernetzung, die im hohen Informationsaufkommen, das in technisch vernetzten Strukturen entsteht als eine Gefahr sehen, da ein Mensch so viel Informationen gar nicht verarbeiten k&#246;nne. Andrian Kreye bringt diesen scheinbar bestehenden Konflikt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der einen Seite stehen Menschen, die vernetzt arbeiten und ihre Denkstrukturen als „vernetzt“ bezeichnen. Auf der anderen Seite stehen Kritiker der Vernetzung, die im hohen Informationsaufkommen, das in technisch vernetzten Strukturen entsteht als eine Gefahr sehen, da ein Mensch so viel Informationen gar nicht verarbeiten k&#246;nne.</p>

<p>Andrian Kreye bringt diesen scheinbar bestehenden Konflikt in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/52/495378/text/" target="_blank">S&#252;ddeutschen Zeitung auf den Punkt und benennt dabei auch die vermeintlichen Gegner in diesem Konflikt</a>:</p>

<blockquote>„Widersprechen sich das lineare und das vernetzte Denken nicht so sehr, dass sie keine gemeinsame Ebene finden k&#246;nnen?“</blockquote>

<p>In dieser Gegen&#252;berstellung von linearem und vernetztem Denken wird ein Widerspruch behauptet, der analog und digital gest&#252;tztes Denken gegeneinander stellt. Dabei taucht in Kreyes Artikel implizit die Behauptung auf, dass mit analogen Mitteln arbeitende Denkenprozesse „linear“ seien und digital gest&#252;tzte Denkprozesse „vernetzt“.</p>

<p>Dies kann nicht unwidersprochen hingenommen werden, denn es ist eben nicht so, dass analog gest&#252;tzte Denkprozesse „linear“ und digitale Medien automatisch „vernetzt“ sind. Das Problem liegt in der Gegen&#252;berstellung von linearem und vernetztem Denken im Kontext einer Diskussion um die Wissensbildung per analoger bzw. digitaler Methoden.</p>

<p>Der Hauptvorwurf gegen&#252;ber den sich, um es ganz genau zu sagen, digitaler <em>Hilfs</em>mittel bedienender Wissensbildungsprozesse scheint aus zwei Str&#228;ngen zu bestehen:</p>

<ol>
    <li>Die Masse an Informationen, die &#252;ber digitale Hilfsmittel auflaufen, ist nicht verarbeitbar und f&#252;hre zunehmend dazu, dass wir</li>
    <li>das Denken an den Computer deligieren.</li>
</ol>

<p>Nun, statt auf solchen Wegen der Unterstellungen zu L&#246;sungen zu kommen, wird vielmehr mit einem Chaos unklarer Begriffe gearbeitet, das das Denken viel mehr erschweren d&#252;rfte, als die Art der Hilfsmittel, die im Kontext kognitiver Prozesse eingesetzt werden. Deshalb kurz eine Darstellung meines Begriffsverst&#228;ndnisses, mit der es vielleicht m&#246;glich wird, sachlich &#252;ber die hier angerissenen Probleme zu diskutieren:</p>

<ol>
    <li>„Lineares Denken“ bezeichnet ein Denken in Ursache-Wirkungs-Zusammenh&#228;ngen. „Lineares Denken“ beschreibt hingegen nicht die Art von Hilfsmittlen, die f&#252;r diese Denkprozesse herangezogen werden. Zum „linearen Denken“ kann auch das „analytische Denken“ gez&#228;hlt werden, da Analyse in der Regel einge&#252;bten Schritt-f&#252;r-Schritt-Methoden folgt.</li>
    <li>Vernetztes Denken zeichnet sich hingegen durch folgende Punkte auf, die im Kontext des Edward de Bono entwickelten Konzeptes des „lateralen Denkens“ weitgehend abgebildet werden:
<ul>
    <li>„Es wird zugelassen, dass vorliegende Informationen subjektiv bewertet und selektiv verwendet werden. Details werden nicht analytisch, sondern intuitiv erfasst.</li>
    <li>Gedankliche Spr&#252;nge und Assoziationen werden zugelassen, nicht jedes Zwischenergebnis muss richtig sein.</li>
    <li>Ja/Nein-Entscheidungen werden vermieden. Auch nicht durchf&#252;hrbare L&#246;sungen k&#246;nnen ein Schritt zum besseren Verst&#228;ndnis des Problems sein.</li>
    <li>Konventionelle Denkmuster werden in Frage gestellt, indem z.B. bewusst nach der unwahrscheinlichsten L&#246;sung eines Problems gesucht wird.</li>
    <li>Ausgangssituation und Rahmenbedingungen werden nicht als unver&#228;nderbar hingenommen.“ (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laterales_Denken" target="_blank">Quelle</a>)</li>
</ul>
Auch hier ist der Denkprozess nicht daran gebunden, ob er sich analoger oder digitaler Hilfsmittel bedient.</li>
</ol>

<p>Lineares und vernetztes Denken beziehen sich als Begriffe also nicht auf den Einsatz bestimmter medialer Formen, sondern auf eine Art des Denkens eines Individuums. Lineares und vernetztes Denken beziehen sich eher auf eine Grundeinstellung gegen&#252;ber Denkprozessen als auf jeweils eingesetzte (analoge oder digitale) Technologie.</p>

<p>Dennoch wird in der Diskussion immer wieder die Kluft zwischen analogen und digitalen Hilfsmitteln des Denkens aufgemacht und somit ein Konflikt erzeugt, in dem es gar nicht um das Denken als solches geht. Als Argument h&#228;lt oft die scheinbare F&#252;lle an Informationen her, die im Internet vorf&#252;gbar sind, verbunden mit der Annahme, dass der Mensch nicht multitaskingf&#228;hig sei.</p>

<p>Bei genauerem Hinsehen aber scheinen die Konfliktlinien ganz anders zu verlaufen, als es von den Kritikern des Web (2.0) gesehen wird. Es geht um einen Konflikt zweier Denkmodelle: Das „analytische“, „lineare“ Denkmodell vs. „vernetzte“ Denkstrukturen.</p>

<p>In diesem Konflikt sind beide Seiten nicht zimperlich mit Vorw&#252;rfen, wobei es heute akzeptiert zu sein scheint, dass auf beiden Seiten mit Stereotypen gearbeitet wird, die im Prinzip Absolutheitsanspr&#252;che f&#252;r das eigene Denkmodell erheben. Der lineare Denker gilt dem vernetzen Denker dabei als Relikt einer vergangenen Zeit und der vernetzt Denkende wird von linearen Denkern als jemand gesehen, der mehr mit ausgelagerten Instrumenten arbeite als mit dem eigenen Gehirn.</p>

<p>Beide Annahmen sind zwar wunderbar geeignet, um einen Konflikt herauf zu beschw&#246;ren, der sich dann pl&#246;tzlich nicht mehr um Denkstrukturen sondern um Fragen des Einsatzes analoger oder digitaler Technologien (Medien) dreht, sie sind aber auch Zeugnis von Imunisierungsstrategien, die letztlich die die jeweils eigene liebgewonnene Art des Denkens tendenziell mit einem Alleinvertretungsanspruch versehen und somit kommunikationsunf&#228;hig werden, zu reflexartigen Reaktionen auf Erscheinungen der jeweils anderen Denkweise neigen.</p>

<p>Die Fokussierung der Diskussion auf eine Entgegensetzung von analogen und digitalen Arbeitsinstrumenten, hat aber dennoch einen realen Hintergrund: Es scheint so zu sein, dass lineare Denkstrukturen eher zu analogen Medien greifen und vernetzte Denkstrukturen sich eher im medialen Kontext dessen wohl zu f&#252;hlen scheinen, das heute als „Web 2.0“ bezeichnet wird.</p>

<p>Dies ist eine Erscheinung der letzten Jahre. Die unterschiedlichen Denkstrukturen bestehen aber unabh&#228;ngig der technischen M&#246;glichkeiten, derer sie sich zu bedienen verm&#246;gen.</p>

<p>An dieser Stelle sei dem analytischen (linearen) Denken der Begriff des synthetisierenden (vernetzten) Denkens gegen&#252;ber gestellt: Das analytische Denken neigt dazu, Zusammenh&#228;nge Schritt f&#252;r Schritt in Details zu zerlegen; das synthetisierende Denken hingegen versucht, assoziative Gedankenbilder eines gr&#246;&#223;eren Zusammenhanges zu erstellen, wobei sich auch diese Form des Denkens analytischer Denkweisen nicht entziehen kann, wenn nach M&#246;glichkeiten der Verkn&#252;pfung von Elementen eines Zusammenhangs gesucht wird.</p>

<p>Das erkl&#228;rt dann auch, warum lineare Denkstrukturen den Hypertextstrukturen im so genannten „Web 2.0“ kritisch gegen&#252;ber stehen, w&#228;hrend vernetzte Denkstrukturen sich dort pudelwohl f&#252;hlen, so es gelingt, mit den Verkn&#252;pfungsoptionen, die digitale Technologien heute bieten, so umzugehen, dass keine &#220;berforderung entsteht. Dieser Umgang mit dem Netz muss gelernt werden. Es m&#252;ssen Strategien zur Nutzung des Netzes erlernt werden.</p>

<p>Die Kritiker dieser Form des vernetzten und vernetzenden Denkens richten sich oft gegen die scheinbare &#220;berf&#252;lle an Informationen im Netz. Das Irritierende daran ist, dass diese Kritik genau so auch auf bedeutende Bibliotheken mit Buchbest&#228;nden von mehreren Millionen Exemplaren angewandt werden k&#246;nnte; au&#223;erdem findet die gleiche &#220;berlastung an Informationen dort statt, wo B&#252;cher mit zahlreichen Verweisen auf andere B&#252;cher rezipiert werden, bei denen zwar keine Links aber analog zu diesen Literaturverzeichnisse und Fu&#223;noten eingesetzt werden. Mit dieser Informations&#252;berf&#252;lle umzugehen muss genau so gelernt werden wie mit der in digitalen Netzwerken. Der Unterschied ist nur, dass sich dieser Umgang mit der Informationsf&#252;lle analoger Medien, die in Wahrheit immer intertextuelle Strukturen bieten und somit auch vernetzte Strukturen in analoger Form aufweisen, als Kompetenz &#252;ber einen wesentlich l&#228;ngeren Zeitraum entwickeln konnte, als dies bislang beim Umgang mit digital vernetzten Hypertextstrukturen der Fall ist.</p>

<p>Damit ist die Spannung zwischen linearen und vernetzten Denkstrukturen freilich nicht aufgehoben, aber zumindest schon einmal von der Ebene einer eher kulturkritischen als epistemologischen Auseinandersetzung herunter geholt. Denn in Wirklichkeit haben wir es zur Zeit mit einer Auseinandersetzung um die Frage zu tun, wie Erkenntnisse angemessen generiert werden.</p>

<p>Vor diesem Hintergrund ist es dann auch kein Zufall, das Kritiker des Internets immer wieder (zu Recht) auf die oft fragliche Relevanz der dort gemachten &#196;u&#223;erungen hinweisen, ohne gleichzeitig die Demokratisierung von Wissensbildungsprozessen ins Augen zu nehmen, die mit dieser Schw&#228;che des Netzes verbunden sind. Es ist tats&#228;chlich n&#246;tig, einen kompetenten Umgang mit &#196;u&#223;erungen im so genannten „Web 2.0“ zu entwickeln, eine kritische Kompetenz im Umgang mit Wissen. Diese kritische Kompetenz ist zwar auch in analogen Strukturen notwendig, dort aber weit weniger bewusst, da das Vertrauen in Redaktionen und Lektorate oft &#252;bersieht, das auch dort irrelevante Wissensbest&#228;nde generiert werden, denen allerdings das Korrektiv abgeht, das in vernetzten Strukturen zumindest deutlich schneller zu Wort kommt als im einzigen Vernetzungsmedium analoger Art – in Leserbriefen.</p>

<p>&#220;berspitzt ausgedr&#252;ckt: Lineare Denkstrukturen bringen oft die &#252;berrationalisierten Erkenntnisprozess der Sp&#228;taufkl&#228;rung zum Tragen, die zumindest tendenziell mit universalem Geltungsanspruch vertreten werden, w&#228;hrend vernetzte Denkstrukturen eher der Gegenbewegung zur Sp&#228;taufkl&#228;rung entsprechen, die sich in der Epoche der Romantik deutlich vernehmbar zu Wort meldete und mehr nach der tieferen Bedeutung des „Ganzen“ suchte, mit Pluralit&#228;t selbstverst&#228;ndlicher umzugehen vermochte und sich dabei auch auf Assoziationen und Umwege einzulassen bereit war, als dies von analytischen Denkmodellen akzeptiert wird.</p>

<p>Lineare Denkstrukturen dr&#252;cken sich, so das vorl&#228;ufige Fazit, eher in analogen Medien aus; vernetzte Denkstrukturen hingegen finden sich in den Strukturen des so genannten „Web 2.0“ fast schon optimal abgebildet. Der Konflikt zwischen denen, die analoge Prozesse des Erkenntnisgewinns bevorzugen und denen, die die Optionen digital vernetzter Erkenntnisprozesse als f&#252;r sich optimal betrachten, ist aber bei genauer Betrachtung nicht der Konflikt, als der er sich oft ausgibt: Es geht nicht um die Frage, ob analoge Medien das Abendland bewahren oder retten und digitale Medien den kulturellen Niedergang mit sich bringen; es geht vielmehr um eine Auseinandersetzung unterschiedlicher Formen des Erkenntnisgewinns. An der Oberfl&#228;che sehen wir ein medienkritische Auseinandersetzung, die letztlich lineare Fragen nach dem Muster von „Ursache“ und „Wirkung“ in den Blick nimmt (Kinder lesen immer weniger, die Verf&#252;gbarkeit des Internets ist Schuld; Leute laufen Amok, Gewalt betondende Computerspiele sind Schuld etc.) und somit Oppositionen schafft. Unter der Oberfl&#228;che aber geht es um grundlegende Fragen der Erkenntnistheorie (Epistemologie). Hier aber haben vernezte Denkstrukturen einen gro&#223;en Vorteil: Sie k&#246;nnen mit linearen Denkstruren im Grunde leben, da sie die so gewonnen Erkenntnisse eigentlich in ihr Netz integrieren k&#246;nnen, w&#228;hrend lineare Denkstrukturen vernetzte Formen des Erkenntnisgewinns zwar analysieren, nicht aber integrieren k&#246;nnen.</p>

<p>Um so erstaunlicher ist es allerdings, dass die Kritik an Vernetzungsverweigeren bei denen so gro&#223; ist, die sich selbst vernetzen. Dies liegt vermutlich an den massiven Widerst&#228;nden, denen digital vernetzt Arbeitende oft ausgesetzt sind, was sie in eine Verteidigungshaltung bringt, die selbst wieder missionarischen Charakter annimmt, da es &#252;berhaupt nicht nachvollziehbar erscheint, dass jemand die wunderbaren M&#246;glichkeiten der Vernetzung nicht zumindest akzeptiert.</p>

<p>Zur&#252;ck zum<a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/52/495378/text/" target="_blank"> Zitat am Anfang dieses Beitrages</a>:</p>

<blockquote>„Widersprechen sich das lineare und das vernetzte Denken nicht so sehr, dass sie keine gemeinsame Ebene finden k&#246;nnen?“</blockquote>

<p>Ja, der Widerspruch in beiden Denkformen ist gegeben. Es ist ein Widerspruch im Streit um Genese und Geltung von Erkenntnissen, der sich nur dann aufl&#246;st, wenn gegenseitig akzeptiert wird, dass beide Formen des Denkens zu relevanten Erkenntnissen gelangen k&#246;nnen.</p>



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		<title>Was ich noch zu sagen h&#228;tte – Abschiedsvorlesung von Friedemann Schulz von Thun</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 00:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Freundlicherweise hat lecture2go an der Hamburger Universit&#228;t die Abschiedsvorlesung Friedemann Schulz von Thuns aufgezeichnet, dieses als Video zur Verf&#252;gung gestellt und gestattet, dieses Video in andere Websites einzubetten. Herzlichen Dank. – Ich finde, es lohnt sich, sich die Zeit f&#252;r diese Vorlesung zu nehmen. Get the Flash Player to see this player. // Get the [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freundlicherweise hat <a href="http://lecture2go.uni-hamburg.de" target="_blank">lecture2go an der Hamburger Universit&#228;t </a>die Abschiedsvorlesung Friedemann Schulz von Thuns aufgezeichnet, dieses als Video zur Verf&#252;gung gestellt und gestattet, dieses Video in andere Websites einzubetten. Herzlichen Dank. – Ich finde, es lohnt sich, sich die Zeit f&#252;r diese Vorlesung zu nehmen.</p>

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