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	<title>herrlarbig.de &#187; Mediendidaktik</title>
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		<title>&#220;ber den Bildungsauftrag der Schule und digitale Medien</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 14:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schule hat den Auftrag, junge Menschen im Rahmen ihrer Sozialisation zu bilden und zu erziehen. Das habe nicht ich mir ausgedacht. Das steht im f&#252;r mich verbindliche Schulgesetz des Landes Hessen. –  Das erste dort genannte Ziel von Bildung ist &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2012/05/06/uber-den-bildungsauftrag-der-schule-und-digitale-medien/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schule hat den Auftrag, junge Menschen im Rahmen ihrer <a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/01/Die-Macht-der-Familie" target="_blank">Sozialisation</a> zu bilden und zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erziehung" target="_blank">erziehen</a>.</p>

<p>Das habe nicht ich mir ausgedacht.</p>

<p>Das steht im f&#252;r mich verbindliche <a href="http://www.hessen.de/irj/HKM_Internet?cid=c1f7ee3ac049d51fa14df6f30a1b156a" target="_blank">Schulgesetz des Landes Hessen</a>. –  Das erste dort genannte Ziel von Bildung ist es, die <a href="http://www.bpb.de/wissen/PYMXQB" target="_blank">Grundrechte</a> f&#252;r sich und andere wirksam werden zu lassen.</p>

<p>Es geht dort um Beziehungen zu anderen Menschen, die von Achtung und <a href="http://www.unesco.de/erklaerung_toleranz.html" target="_blank">Toleranz</a>, <a href="http://www.bpb.de/wissen/EN028Q" target="_blank">Gerechtigkeit</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarit&#228;t" target="_blank">Solidarit&#228;t</a> gepr&#228;gt sein sollen.</p>

<p>Es geht um die Bef&#246;rderung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichberechtigung" target="_blank">Gleichberechtigung</a>, um das Verst&#228;ndnis anderer Kulturen und deren Leistungen, um die F&#228;higkeit, das eigene Handeln auf seine Konsequenzen befragen zu k&#246;nnen.</p>

<p>Erst nachdem diese Ziele deutlich formuliert worden sind – meiner Kenntnis nach unterscheiden sich die Gesetze der unterschiedlichen L&#228;nder in ihren Zielen nicht sonderlich voneinander –, wird der <a href="http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2003/2003_12_04-Elternhaus-Schule.pdf">Auftrag</a> der Schule konkretisiert: Wissen, Kompetenzen und auch Werthaltungen sollen vermittelt werden.</p>

<p>Das Sachwissen spielt eine gro&#223;e Rolle, wenn es um das Erreichen dieser Ziele geht; doch dieses Sachwissen muss immer mit dem Handeln in Beziehungen verbunden werden, ja, das Ergebnis des <a href="http://themenwochen-online-lernen.blogs.rpi-virtuell.net/2010/02/15/wertsch-tzen-oder-bewerten-leisten-ist-handeln-in-beziehung/">Handelns in Beziehungen</a> sein: Achtung und Toleranz sind keine theoretischen Konstrukte, Gerechtigkeit und Solidarit&#228;t sind Teil einer Grundhaltung von Menschen, die sich in konkreten Handlungsweisen zeigen.</p>

<p>Schlagw&#246;rter, mag mancher sagen, lauter leere Phrasen, deren erm&#252;dende Kraft nicht untersch&#228;tzt werden darf; Achtung, Toleranz, Solidarit&#228;t, Gerechtigkeit – nichts davon l&#228;uft irgendwo auf der Stra&#223;e herum, das sind alles <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Begriff_(Philosophie)">abstrakte Begriffe</a>. – Ob und wie es gelingt diese Worth&#252;lsen mit Inhalt zu f&#252;llen, mit konkreten Handlungskompetenzen zu verbinden, ist f&#252;r mich zu einem der zentralen Kriterien f&#252;r die Frage nach der Qualit&#228;t von Unterricht geworden.</p>

<p>Ob digitale Medien dabei helfen k&#246;nnen, den<a href="http://www.hamburg.de/contentblob/2512166/data/bildungsauftrag-hr-sek-i.pdf" target="_blank"> Bildungs- und Erziehungsauftrag</a> von Schulen zu erreichen? K&#246;nnen sie dazu beitragen, die Qualit&#228;t von Unterricht zu st&#252;tzen, zu f&#246;rdern und wenn n&#246;tig auch zu verbessern?</p>

<p>Nach wie vor wird auf diese Fragen mehr mit Vorurteilen reagiert als mit sachlich reflektierten Argumenten. Die <del>Ablehnung digitaler</del> Skepsis gegen&#252;ber digitalen Technologien als Instrumente des Unterrichts ist oft ebenso irrational wie deren gl&#252;hende Bef&#252;rwortung.</p>

<p>Dabei wird weitgehend ausgeblendet, dass die Frage eingesetzter Technologien im Kontext des <a href="http://studienseminar.rlp.de/fileadmin/user_upload/studienseminar.rlp.de/gy-tr/downloads/Bildungs-_und_Erziehungsauftrag_der_Schule.pdf" target="_blank">Bildungsauftrags</a> von Schulen zu betrachten ist. – Als Lehrer bevorzuge ich <del>selbstverst&#228;ndlich</del> nach bestem Wissen und Gewissen und im Rahmen struktureller Gegebenheiten auf Dauer jene Instrumente, die das Erreichen der Ziele von Bildung und Erziehung am nachhaltigsten unterst&#252;tzen.</p>

<p>Deshalb war es f&#252;r mich naheliegend, zuerst f&#252;r mich selbst herausfinden zu wollen, wie das von digitalen Strukturen gest&#252;tzte Internet f&#252;r mich selbst als Bildungsmedium funktioniert: Ich habe angefangen im Internet zu schreiben, Artikel zu Bildungsthemen zu lesen und zu kommentieren, die andere geschrieben haben, mich mithilfe des Instruments „<a href="https://twitter.com/herrlarbig" target="_blank">Twitter</a>“ zu vernetzen.</p>

<p>Das hat zu meinem gro&#223;en Erstaunen eine gro&#223;e Dynamik entwickelt.</p>

<p>Hatte ich zu Beginn meiner Zeit im Internet noch mit einseitig Informationen verteilenden Websites zu tun, so befinde ich mich heute in einem kontinuierlichen Kommunikationsprozess. Der kontinuierliche Dialog – unter anderem mit sehr vielen Menschen, die professionell mit Bildungsfragen zu tun haben –, ist f&#252;r mich selbst zum Lernprozess geworden. Dabei geht es zentral um Fragen der gegenseitigen Achtung, Toleranz, praktische Solidarit&#228;t wird ge&#252;bt und viele nutzen digitale Medien auch, um Gerechtigkeit einzufordern und zu deren Umsetzung beizutragen.</p>

<p>Dass elektronische B&#252;cher die Schultaschen von Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern erleichtern k&#246;nnen, dass digitale Medien leichter aktuell gehalten werden k&#246;nnen als analoge, dass Computer und Internet eine enorme Anziehungskraft f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler haben, sind marginale Nebeneffekte, angesichts der hochkar&#228;tig kommunikativ ausgelegten Strukturen, die digitale Medien bereithalten – auch f&#252;r Schule und Unterricht.</p>

<p>Bereits heute halten Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, die sich im Rahmen internationaler Sch&#252;leraustauschprogramme kennen gelernt haben, intensiven Kontakt mittels sozialer Netzwerk. Dabei erfahren Sie ganz konkret, welchen Wert sprachliche und auch fremdsprachliche Kompetenzen haben, um &#252;berhaupt kommunizieren zu k&#246;nnen. Auch wenn es fr&#252;her die M&#246;glichkeit f&#252;r Brieffreundschaften gab, so hat diese allt&#228;gliche und sehr kontinuierliche Konfrontation mit der Notwendigkeit, &#252;ber entsprechende sprachliche Kompetenzen verf&#252;gen zu m&#252;ssen, wenn mit anderen Menschen Kommunikation gelingen soll, in meiner Wahrnehmung eine ganz andere Qualit&#228;t.</p>

<p>Das von Bertolt Brecht in seiner <a href="http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/ausblick/bre_radio.htm" target="_blank">Radiotheorie</a> noch als anzustrebendes Ziel formulierte Ideal, dass das Radio von einem Instrument der einseitigen Verteilung von Inhalten zu einem Kommunikationsmedium werden m&#246;ge, ist Wirklichkeit geworden. Das Internet hat das Potenzial, jedem und jeder M&#246;glichkeiten der Teilnahme am Diskurs der Gesellschaft (weit &#252;ber Schule hinaus!) zu erm&#246;glichen. – Entsprechend haben digitale Medien ein enormes Potenzial, die Qualit&#228;t von Unterricht zu unterst&#252;tzen, weiterzuentwickeln und zu verbessern.</p>

<p>Dazu sind selbstverst&#228;ndlich Wissen und Kompetenzen n&#246;tig: zun&#228;chst bei Lehrerinnen und Lehrer, die diese dann den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern vermitteln. Zu diesen Kompetenzen geh&#246;rt aber auch, dass Lehrerinnen und Lehrer akzeptieren, dass im Kontext digitaler Medien zumindest hin und wieder Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen bereits kompetenter sind als sie selbst.</p>

<p>Auch beim Einsatz digitaler Medien kommt es, mittlerweile ist es fast schon eine Binsenweisheit, zentral auf den Lehrer oder die Lehrerin an. Bildungsprozesse sind nach wie vor personalisierte Prozesse, die von Pers&#246;nlichkeit und Feedback-Kultur leben</p>

<p>Zugegeben, ich habe keine gro&#223;en Projekte am laufen, in denen es um digitale Medien in der Schule gehen w&#252;rde. Und dennoch befindet sich ein zentrales Instrument zur Verbesserung des Unterrichts in den Hosentaschen &#252;berraschend vieler meiner Sch&#252;ler. Es ist nicht nur das Wissen der Welt einen Klick weit entfernt, es ist auch die M&#246;glichkeit zur Kommunikation st&#228;ndig vorhanden. Sicher: Die st&#228;ndige Verf&#252;gbarkeit von Kommunikationsm&#246;glichkeiten verlangt selbst wieder Lernprozesse, die dazu beitragen, die M&#246;glichkeiten digitaler Vernetzung reflektiert zu nutzen – und auch den aktiven Verzicht auf diese Optionen zu erlernen.</p>

<p>Ging ich fr&#252;her in den PC-Raum der Schule, musste ich damit rechnen, dass in dem Augenblick, in dem die Sch&#252;ler Platz genommen und die Rechner eingeschaltet worden waren, auch schon die ersten Ausfl&#252;ge auf nicht zum Unterricht geh&#246;rende, f&#252;r die Sch&#252;ler aber sehr spannend Websites losgingen. Immer wieder war es n&#246;tig, Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern der Sonderwelt des PC-Raums zu ermahnen, den Besuch auf unterrichtsfremden Seiten doch bitte zu unterlassen.</p>

<p>Neben dieser Erfahrung, dass der Einsatz von PC-R&#228;umen der Qualit&#228;t von Unterricht mehr schadet als nutzt, war es f&#252;r mich die Irritation dar&#252;ber, dass die Gestaltung der PC-R&#228;ume an den meisten Schulen den didaktischen Grundsatz angemessener Phasenwechsel nahezu unm&#246;glich machte, die mich fragen lie&#223;, wo eigentlich der gro&#223;e Unterschied zu meinem eigenen sehr positiven Lernerfahrungen im Internet liegt.</p>

<p>Anders als in der Schule nutze ich digitalen Medien immer dann, wenn es mir in einem Arbeitsprozess notwendig erscheint. Manchmal muss ich nur ein Wort recherchieren, manchmal fehlt mir ein bestimmtes Sachwissen, auf das ich via Internet sehr schnell zugreifen kann</p>

<p>Ich begann vor ca. eineinhalb Jahren, mein eigenes digitales Endger&#228;t (Tablet) als ein selbstverst&#228;ndlich im Unterricht verf&#252;gbares Instrument zu betrachten. Das f&#252;hrte dazu, dass nun auch Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen die ihren verf&#252;gbaren digitalen Endger&#228;te zu Zwecken des Unterrichts nutzen. Die Notwendigkeit zur Ermahnung, doch bitte nur unterrichtsrelevante Websites zu besuchen, ist seitdem deutlich zur&#252;ck gegangen. Digitale Medien werden vielmehr ganz selbstverst&#228;ndlich zum Teil des Arbeitsprozesses im Klassenraum. Dies f&#252;hrt immer wieder zu Metagespr&#228;chen, zur Reflexion &#252;ber die Nutzung dieser Instrumente, sei es nun in Bezug auf die Seriosit&#228;t aufgefundener Materialien oder auch in Bezug auf Fragen der Privatsph&#228;re und des Datenschutzes.</p>

<p>Andere Lehrer und Lehrerinnen, andere Schulen gehen andere Wege. Es gibt mehr und mehr Schulen, die das System produktiv nutzen, das auch so gro&#223;e Projekte wie die Wikipedia erm&#246;glicht. In diesen F&#228;llen zum Einsatz kommende Software erm&#246;glicht es allen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern, aber auch den Lehrenden, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Interaktivit&#228;t wird hier also produktiv f&#252;r schulische Zwecke genutzt.</p>

<p>Dass solche schulspezifischen Plattformen allerdings akzeptiert werden, ist meist mit gro&#223;en M&#252;hen verbunden. Sie werden oftmals wiederum als Sonderwelten im Internet wahrgenommen, so dass sie nicht mit der Anziehungskraft, die digitale Strukturen auf Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler aus&#252;ben k&#246;nnen, mithalten k&#246;nnen.</p>

<p>Ist aber erst einmal die Versuchung &#252;berwunden, beim Einsatz digitaler Medien im schulischen Unterricht wiederum nicht zu differenzieren, sondern alle Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen das gleiche machen zu lassen, k&#246;nnen diese Instrumente au&#223;erordentlich fruchtbar werden.</p>

<p>Wenn Sch&#252;ler Facharbeiten erstellen, so stelle ich ihnen mittlerweile frei, ob diese analog oder digital produziert werden. Ich bestehe zwar in der Regel darauf, dass neben digitalen ein Mindestzahl an analogen Quellen genutzt wird, doch pendelt sich das Verh&#228;ltnis der eingesetzten Medien und Produktionsformen interessanterweise fast immer sehr gleichm&#228;&#223;ig ein: etwa ein Drittel erstellt die Arbeiten rein digital, etwa ein Drittel nutzt sowohl digitale als auch analoge Darstellungsm&#246;glichkeiten, ein letztes Drittel zieht nach wie vor analogen Medien vor. – Unm&#246;glich, eine solche Heterogenit&#228;t der Arbeitsformen und damit verbunden auch der Lernstile in einem PC-Raum oder einen Raum ohne PC methodisch und didaktisch fruchtbar werden zu lassen.</p>

<p>Nat&#252;rlich, es gibt mittlerweile viele Beispiele, wie digitale Quellen und Darstellungsformen f&#252;r den Unterricht genutzt werden k&#246;nnen. Dabei werden diese Quellen h&#228;ufig jedoch zu einem Ersatz f&#252;r den Frontalunterricht, weil Ihnen ein oft rein instruktiver Charakter zugeschrieben wird.</p>

<p>In vielen F&#228;llen bedeutet der Einsatz von Computern im Unterricht, dass Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Inhalte von Websites aufnehmen. Die kommunikativen Grundstrukturen des Web 2.0 werden dabei sehr h&#228;ufig v&#246;llig ausgeblendet, auch weil sie vielen Lehrern und Lehrerinnen nach wie vor sehr fremd sind.</p>

<p>Die Notwendigkeit des Erwerbs von Medienkompetenz beschr&#228;nkt sich nicht auf Sch&#252;ler; sehr viele Lehrer und Lehrerinnen m&#252;ssen sich die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien als Kommunikationsmedien noch aneignen. Dar&#252;ber hinaus entfalten digitale Medien dann ihren Charme, wenn sie genutzt werden.</p>

<p>Anfang April 2012 hatte ich abends eine kurze, aber intensive Diskussion mit zwei Sch&#252;lern, die auf Twitter pr&#228;sent sind, in der es um nichts geringeres ging als um die Philosophie Immanuel Kants. Diese Diskussion fand &#246;ffentlich statt und war &#246;ffentlich fruchtbar, erwuchs doch aus ihr die Idee, dass ein Kollege aus K&#246;ln und ich in Frankfurt am Main gemeinsam &#252;berlegen, ob und wie wir unsere Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen miteinander in einen Kommunikationsprozess bringen k&#246;nnen, der fachbezogen die M&#246;glichkeiten des Netzes nutzt, um gemeinsam und dialogisch an konkreten Themen zu arbeiten und dabei gleichzeitig auch Grundformen demokratischen Miteinanders einzu&#252;ben. Das Projekt selbst noch nicht umgesetzt, zeigt aber, was mit &#214;ffnung von Schule und Unterricht gemeint sein kann.</p>

<p>Nach wie vor gilt: die Qualit&#228;t des Unterrichts h&#228;ngt sehr stark von der Person des Lehrers ab. In Zeiten digitaler Medien und des Internets bedeutet dies auch, dass die Qualit&#228;t von Unterricht, der sich digitaler Medien bedient, auch davon abh&#228;ngt, welche Kompetenz der unterrichtenden Lehrer selbst hat, um mit diesen digitalen Medien souver&#228;n umgehen zu k&#246;nnen. Die Chancen moderner Medien zur Bereicherung des Unterrichts, zur Verbesserung des Unterrichts, h&#228;ngen von der Medienkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer ab.</p>

<p>Da diese Kompetenz h&#228;ufig noch einen gro&#223;en Fortbildungsbedarf hat, bedeutet dies nat&#252;rlich auch, dass Kultusminister Kultusministerinnen dringend dar&#252;ber nachdenken m&#252;ssen, wo sie Lehrer und Lehrerinnen einerseits zu den notwendigen Fortbildung verpflichten k&#246;nnen, aber auch, wie sie zur Erm&#246;glichung solcher Fortbildungen Entlastungen anbieten.</p>

<p>Digitale Medien k&#246;nnen Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen sehr schnell in <a href="http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/WISSENSCHAFTPAEDAGOGIK/DidaktikKommunikative.shtml" target="_blank">kommunikative Prozesse </a>hineinf&#252;hren, die sowohl dem Erwerb von Fachwissen dienen, die aber gleichzeitig all jene Kompetenzen und Werthaltungen f&#246;rdern k&#246;nnen, die mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schule verbunden sind. Und dieser Bildungs- und Erziehungsauftrag steht im Zentrum. Die Debatte um Instrumente, die diesem Ziel dienen, ist diesem Auftrag untergeordnet und immer auch darauf hin zu befragen, ob dieser Auftrag im Blick behalten oder von Technikdebatten &#252;berlagert wird.</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Franz Kafka „Das Urteil“ – Ein Unterrichtsmodell (Einf&#252;hrung und Lekt&#252;re des gemeinfreien Textes)</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 22:04:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Franz Kafka „Das Urteil“ – Ein Unterrichtsmodell (Einf&#252;hrung und Lekt&#252;re des gemeinfreien Textes) von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. 0 Rahmendaten Wurde das Unterrichtsmodell selbst entwickelt? – Ja. Wurde das Unterrichtsmodell &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2012/03/21/franz-kafka-das-urteil-ein-unterrichtsmodell-einfuhrung-und-lekture-des-gemeinfreien-textes/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a></em></p>

<p><span>Franz Kafka „Das Urteil“ – Ein Unterrichtsmodell (Einf&#252;hrung und Lekt&#252;re des gemeinfreien Textes)</span> von <a href="http://herrlarbig.de/?p=34719" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</p>

<h1>0 Rahmendaten</h1>

<ul>
    <li>Wurde das Unterrichtsmodell selbst entwickelt? – Ja.</li>
    <li>Wurde das Unterrichtsmodell in der Praxis erprobt? – Ja, in einem eigenen Deutsch-GK und mind. einem nicht von mir unterrichtetem Parallelkurs.</li>
    <li>F&#252;r welche Jahrgangsstufe ist das Modell geeignet:  – Sekundarstufe 2 (Hessen: Q2 Deutsch GK –  Aktuell auf der Leseliste zum Landesabitur 2013)</li>
    <li>Zeitbedarf: F&#252;r dieses Stunden-Modell eine Doppelstunde. F&#252;r die Unterrichtseinheit 12–16 Stunden, je nach verf&#252;gbarer Zeit im Kurshalbjahr.</li>
</ul>

<h1>1 Der Text kommt als Material zu den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen – sorgenfrei</h1>

<p>Auf Wikisource gibt es <a href="https://de.wikisource.org/wiki/Das_Urteil" target="_blank">eine Version des Kafkatextes</a>. Der Text wurde dem 1913 erschienenen und von Max Brod, einem engen Freund Franz Kafkas, herausgegebenen Band <em>Arkadia. Ein Jahrbuch f&#252;r Dichtkunst (Kurt Wolff Verlag, Leipzig).</em> entnommen und digitalisiert.</p>

<p>Da dieser Text die Seitenzahlen der Originalausgabe enth&#228;lt, kann er direkt im Unterricht eingesetzt werden.</p>

<p>Hier schlage ich jedoch einen methodisch Zugang vor, der neben der analytisch verstehenden (interpretierenden) Arbeit mit dem Text zu einer kreativen Ann&#228;herung und Auseinandersetzung mit ihm einladen will.</p>

<p>Den Text auf Wikisource verwandle ich zun&#228;chst in ein Buch. &#220;ber <em>&gt;Drucken/Exportieren &gt;Buch erstellen</em> in der linken Seitenleiste steht mir daf&#252;r direkt auf der Seite das entsprechende Werkzeug zur Verf&#252;gung. Zwar k&#246;nnte ich den Text auch direkt als PDF herunterladen, doch will ich ein Titelblatt erstellen, was ich mit der Buchfunktion auf Wikisource, die &#252;brigens in allen Projekten der Wikimedia-Foundation integriert ist, bewerkstellige. Mir wird automatisch das entsprechende PDF erstellt und mit der entsprechenden Lizenzseite versehen, die unbedingt bei der Nutzung erhalten bleiben und mit verbreitet werden muss, auch wenn ich das PDF ausdrucke! Um die Arbeit zu erleichtern, stelle ich das PDF-Buch, das ich mir erstellt habe, <a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/Kafka_Urteil.pdf" target="_blank">hier zum Download</a> zur Verf&#252;gung.</p>

<p>Die sieben Seiten kopiere ich einseitig und teile sie gelocht und geheftet an die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen aus.</p>

<h2>2 Medienp&#228;dagogisches Intermezzo – Die Lizenzfrage</h2>

<p>Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler nicht nur der Oberstufe schaffen sich Lekt&#252;ren in der Regel auf eigene Kosten an. Gerade bei Klassikern bietet <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Hauptseite" target="_blank">Wikisource</a> aber eine Alternative, die vor allem f&#252;r Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen interessant ist, die sich eines Leseger&#228;tes f&#252;r digital verf&#252;gbare B&#252;cher (E-Book-Reader) bedienen. Ja, solche gibt es.</p>

<p>Ich nutze die Ausgabe solcher freien Materilalien, die im Internetz legal kostenfrei verf&#252;gbar sind, um &#252;ber freie Materialien mit den Jugendlichen ins Gespr&#228;ch zu kommen und ihnen das Lizenzmodell der <a href="http://creativecommons.org/" target="_blank">CreativeCommons-</a>Bewegung zu erl&#228;utern.</p>

<p>Dabei gehe ich dann auch auf die Frage ein, dass in den meisten F&#228;llen von Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler sowie von Lehrerinnen und Lehrer Material von z. B. Wikipedia f&#228;lschlicher Weise ohne Lizenzangabe verwendet wird. Ich erkl&#228;re, wie man sich &#252;ber die Exportforunktion auf Wikipedia schnell die korrekte Lizenzangabe mit dem dazu geh&#246;renden Text erstellen lassen kann, sodass zuk&#252;nftig <em>korrekte</em> und <em>vollst&#228;ndige</em> Literaturangaben bei nicht nur in kleinen Teilen zitierten Texten m&#246;glich sind – und dann von mir auch (notenrelevant) erwartet werden.</p>

<h2>3 Die Erstlekt&#252;re</h2>

<p>Franz Kafkas „Das Urteil“ kann in ca. 30 Minuten vorgelesen werden. Um die im Text liegenden Wirkungsm&#246;glichkeiten zu nutzen empfiehlt es sich, das Vorlesen jemandem zu &#252;berlassen, der das kann. Wenn nicht ein Sch&#252;ler oder eine Sch&#252;lerin im Kurs ist, der oder die &#252;ber ein echtes Vorlesetalent verf&#252;gt, lese ich solche Texte selbst vor.</p>

<p>Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler  haben die gedruckte Fassung vorher erhalten, sodass sie nun entscheiden k&#246;nnen, ob sie einfach zuh&#246;ren oder ob sie gleich mitlesen. So wird gleichzeitig die Vermittlung des Textes auf mehrern Kan&#228;len praktiziert, um von Anfang an unterschiedliche Lerntypen anzusprechen.</p>

<p>Bevor die Lekt&#252;re des Textes beginnt, legen sich die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler auf einer neuen Seite ihre Hefts oder Hefters ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cluster_(Kreatives_Schreiben)" target="_blank">Cluster</a> an, indem sie in der Mitte, genau wie bei einer Mindmap, Autor und Titel notieren. Anders als bei einer Mindmap geht es nun aber nicht um strukturierte Aufzeichnungen, sondern um eher assoziatives  Notieren von Gedanken, Ideen, Fragen etc., die w&#228;hrend des Lesens / Vorlesens auftauchen.</p>

<p>Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler bekommen so ein Instrument an die Hand, das sie dabei unterst&#252;tzen soll, den ersten Leseeindruck als Ausgangspunkt einer angemessenen Besch&#228;ftigung mit Literatur kennen- und erleben zu lernen. In der Regel untersch&#228;tzen Jugendliche die Relevanz ihrer eigenen Erfahrungen und Gedanken beim Lesen f&#252;r ihr Verst&#228;ndnis (literarischer) Texte, vor allem, wenn sie ihnen nicht zur von ihnen vermuteten Unterrichtserwartung zu passen scheinen.</p>

<p>Bereits im Vorfeld der Erstlekt&#252;re des Textes werden die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen au&#223;erdem darauf hingewiesen, dass sich nach der Lesephase direkt eine Phase von ca. 5 Minuten anschlie&#223;t, in der sie ihr Cluster erg&#228;nzen k&#246;nnen, nochmal in den Text schauen k&#246;nnen etc., sodass nach dem Lesen nicht noch ein Arbeitsschritt erkl&#228;rt werden muss, der die eigene Leseerfahrung wieder auf Distanz bringt.</p>

<p><strong>4 Das literarische Gespr&#228;ch</strong></p>

<p>Die letzte Phase der ersten Ann&#228;herung an Kafkas „Das Urteil“ wird durch <a href="http://wiki.zum.de/Literarisches_Unterrichtsgespr&#228;ch" target="_blank">das literarische Gespr&#228;ch</a> bestimmt, das in diesem Falle aus den Leseerfahrungen und die parallel entstandenen Cluster entsteht. – Der Lehrer gibt hier nach M&#246;glichhkeit nur das Startsignal und h&#228;lt sich in dem Gespr&#228;ch selbst weitgehend zur&#252;ck.</p>

<p>F&#252;r den weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit ist an dieser Stelle ein intensives Zuh&#246;ren und Mitschreiben des Lehrers angemessen, da sich in diesem ersten Zugang zum Text die Themen der Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen zeigen.</p>

<p>Es bietet sich an, die dann anstehende Unterrichtseinheit nicht schon vollst&#228;ndig im Vorfeld geplant zu haben, sondern die konkreten Fragestellungen im Kurs aufzugreifen und an diesen entlang die Unterrichtseinheit nach dieser Stunde zu planen.</p>

<p>Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler  haben  zwar in unterschiedlichen Kursen oft sehr &#228;hnliche Fragen, aber welche Fragen f&#252;r den eigenen Kurs im Vordergrund stehen, zeigt sich in diesem Gespr&#228;ch nach der Erstlekt&#252;re, in dem die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen oft auch schon zu Interpretationsfragen &#252;bergehen.</p>

<p>Je nach Engagement der Lerngruppe kann das Gespr&#228;ch den Rest der Stunde einnehmen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, f&#252;nf Minuten f&#252;r die Erl&#228;uterung des den Unterricht begleitenden Arbeitsauftrages zu reservieren.</p>

<h2>5 Einladung zur kreativen Auseinandersetzung mit der Geschichte von Franz Kafka und abschlie&#223;ende didaktische &#220;berlegungen</h2>

<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnte Papier gespart werden, druckte man das mittels PDF-Buch-Generator auf Wikisource erstellte <a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/Kafka_Urteil.pdf" target="_blank">Dokument mit dem Text von Kafkas „Das Urteil“</a> doppelseitig aus. Ich hab mich f&#252;r den einseitigen Druck aus methodischen Gr&#252;nden entschieden.</p>

<p>Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler werden sich im Laufe der Unterrichtseinheit nicht nur analytisch mit dem Kunstwerk befassen, sondern sollen mit Franz Kafka und seinem Text kreativ in eine aktive Auseinandersetzung kommen. Die „Leer“-Seiten des Textes sind dazu gedacht, dass die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen die „Leer“-Stellen des Textes aufgreifen und f&#252;r sich gestalten k&#246;nnen. Die „Leer“-Seiten laden dazu ein, dass jede und jeder im Kurs auf unterschiedlichste Weise kreativ werden kann.</p>

<p>Das Titelblatt ist von den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen zu gestalten. Auf den anderen „Leer“-Seiten k&#246;nnen Bilder entstehen, Comics die Handlung darstellen, Briefe an Georg Bendemann geschrieben, ein Tagebucheintrag verfasst werden, Portr&#228;ts der Figuren des Textes entstehen, Collagen zu den Inhalten der einzelnen Seiten und was den Kursteilnehmern noch so alles einf&#228;llt.</p>

<p>Auf den „Leer“-Seiten ist f&#252;r alles Platz, au&#223;er f&#252;r Unterrichtsnotizen. Wer diese in sein Leseexemplar direkt eintragen will, kann sich das entsprechende PDF-Dokument auf Wikisource noch einmal herunterladen und neben dem kreativ gestaltetem Exemplar eine Leseexemplar mit Unterrichtsnotizen f&#252;llen.</p>

<p>Ziel dieser Herangehensweise ist es, die kreativ-k&#252;nstlerische Ann&#228;herung an Kafka neben die analytische zu stellen, um so den Charakter der Literatur als Kunst im Bewusstsein zu halten, die vor allem zu einer pers&#246;nlichen bis existentiellen Auseinandersetzung und einer dialogischen Begegnung einladen will.</p>

<p>Dabei sollten die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Gestaltungsfreiheit bekommen. Sie k&#246;nnen auch mit der digitalen Kopie kreativ arbeiten, wenn sie das vorziehen.</p>

<p>Hier zeigt sich die wesentliche Bereicherung des Unterrichts durch die Nutzung von Material, das unter Creative-Commons-Lizenz steht und genutzt werden darf, unabh&#228;ngig vom Nutzungskanal. Analoge Schulb&#252;cher w&#252;rden ein solche Nutzung im Rahmen unterschiedlicher Medien nicht erm&#246;glichen k&#246;nnen, da deren Digitalisierung untersagt ist.</p>

<p>In diesem Unterrichtsvorschlag hingegen k&#246;nnen die unterschiedlichen Arbeits- und Lerntypen – ich gehe mittlerweile von der Hypothese aus, dass es neben den bekannten Lerntypen noch analoge und digitale Lerntypen gibt – sch&#252;lerorientiert und individualisiert ber&#252;cksichtig werden, sodass f&#252;r diese Unterrichtsreihe die Nutzung freier Materialien <em>notwendig</em> ist.</p>

<h2>6 &#220;bersicht der Struktur-Planung f&#252;r eine Doppelstunde (90 Minuten).</h2>

<ol>
    <li>Der Text kommt als Material zu den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen – sorgenfrei und medienp&#228;dagogisches Intermezzo (15 Minuten)</li>
<ol>
    <li>Nennung des Unterrichtsgegenstands und</li>
    <li>Inszenierung der Tatsache, dass diese Lekt&#252;re nicht angeschafft werden muss, sondern bereits gedruckt vorliegt. Der Grund: Gemeinfreiheit; Nutzung digitaler Quellen. Und doch sind solche Werke nicht Lizenzfrei. Deshalb:</li>
    <li>Exkurs zur Lizensierung mittels CreativeCommons und der Verpflichtung, bei Nutzung solcher Materialien entsprechende Lizenzangaben beizuf&#252;gen.</li>
    <li>Platz f&#252;r Sch&#252;lerfragen</li>
</ol>
    <li>Die Erstlekt&#252;re (ca. 45 Minuten)</li>
<ol>
    <li>Austeilen des Textes</li>
    <li>Der Text wird von einer des guten Vorlesens m&#228;chtigen Person vorgelesen. Die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen lesen mit und k&#246;nnen sich auf einem Extrablatt ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cluster_(Kreatives_Schreiben)" target="_blank">Cluster</a> f&#252;r Notizen, Gedanken, Fragen und Assoziationen erstellen. Um diese Arbeit zu erleichtern werden den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Beispielfragen genannt, wobei die folgenden wirklich nur als Vorschl&#228;ge gedacht sind. Die Beispielfragen sollten nicht visualisiert werden, um bei der Lekt&#252;re nicht den Blick auf sie abzulenken:</li>
<ol>
    <li>Was wundert mich?</li>
    <li>Was gef&#228;llt mir?</li>
    <li>Was &#228;rgert mich?</li>
    <li>Was kenne ich (als Gef&#252;hl) auch?</li>
    <li>Was verstehe ich?</li>
    <li>Was ist mir fremd?</li>
    <li>…</li>
</ol>
</ol>
    <li>Leseerfahrungen Raum geben (30-45 Minuten)</li>
<ol>
    <li>Nach der Erstlekt&#252;re angemessen Zeit geben, das gerade Gelesene / Geh&#246;rte zu verarbeiten. Damit nicht zwischen Lekt&#252;re und Verarbeitung der ersten Leseeindr&#252;cke ein Block mit dem Erkl&#228;ren eines Arbeitsauftrages steht, diesen Arbeitsschritt schon vor der Lekt&#252;re ank&#252;ndigen und das Vorlesen kommentarlos in diese Stillarbeitsphase &#252;bergehen lassen:</li>
<ol>
    <li>Wenn der Text fertig gelesen ist, bekommt ihr … Minuten Zeit, eure Gedanken, Gef&#252;hle, Fragen an den Text etc. in eurem Cluster zu erg&#228;nzen.</li>
</ol>
    <li>Die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen werden zu einem Gespr&#228;ch &#252;ber ihre erste Leseerfahrungen eingeladen. (Meldekette = Das Wort wird vom zuletzt an der Reihe gewesenen Sch&#252;ler oder der zuletzt das Wort habenden Sch&#252;lerin weiter gegeben, um wirklich die Leser und Leserinnen ins Gespr&#228;ch kommen zu lassen.)</li>
<ol>
    <li>In dieser Phase bietet sich f&#252;r den Lehrenden an, intensiv Notizen zu den Themen zu erstellen, die von den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen angesprochen und diskutiert werden, um die weitere Unterrichtsplanung auf diesen konkreten, von den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen angesprochenen Themen aufzubauen.</li>
<ol>
    <li>Eine M&#246;glichkeit ist, am Ende der Stunde zu sagen, dass man die Diskussion intensiv mitverfolgt habe und auf Basis der angesprochenen Themen einen Vorschlag zum Verlauf der Unterrichtseinheit vorlegen werde.</li>
    <li>Wenn hier Fragen auftauchen, zu denen Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen einen Unterrichtsteil erarbeiten k&#246;nnen (Referat, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lernen_durch_Lehren" target="_blank">LdL</a>, Arbeitsauftr&#228;ge erstellen etc.), k&#246;nnen solche Arbeiten schon vergeben werden. Mit Sicherheit wird die Frage nach dem Autor aufkommen, den durchaus jemand aus dem Kurs vorstellen kann.</li>
    <li>Vorstellung des den Unterricht begleitenden kreativen Arbeitsauftrages, sowohl das Titelblatt als auch die Leerseiten des Textes so zu gestalten, dass eine kreative Interaktion mit dem Gesamttext (Titel) und den jeweils auf den einzelnen Textseiten erz&#228;hlten Geschehnissen stattfindet. (Da die Unterrichtseinheit bei mir je nach Halbjahresl&#228;nge zwischen 12 und sechzehn Unterrichtsstunden angelegt ist, wird dadurch der Zeitrahmen vorgegeben, der f&#252;r diese kreative Auseinandersetzung gegeben wird und an dessen Ende eine „Ausstellung“ steht,  deren Gestaltung je nach Kurs sehr unterschiedlich aussehen kann.)</li>
</ol>
</ol>
</ol>
    <li>F&#252;r die n&#228;chste Stunde…</li>
<ol>
    <li>Erstellt der Lehrer oder die Lehrerin eine Unterrichtsverlaufsplanung, die die Fragestellungen der Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen ber&#252;cksichtigt und gleichzeitig die in der gymnasialen Oberstufe zu erwerbenden Kompetenzen im Umgang mit Prosatexten angemessen ber&#252;cksichtigt.</li>
</ol>
</ol>

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		<title>„Schule 3.0: digital total?“ – Diskussionsbeitrag zu einem Artikel von Prof. Dr. Christian Spannagel</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2012/02/13/schule-3-0/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 20:25:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser Beitrag bezieht sich auf den gerade im Blog von Prof. Dr. Christian Spannagel erschienen Artikel „Schule 3.0: digital total?“. Da mein Beitrag f&#252;r die Kommentarspalte des Blogartikels ein wenig zu umfangreich wurde, erscheint er hier, ist aber ein Diskussionsbeitrag &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2012/02/13/schule-3-0/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Beitrag bezieht sich auf den gerade im <a href="http://www.cspannagel.wordpress.com" target="_blank">Blog von Prof. Dr. Christian Spannagel</a> erschienen Artikel „<a href="http://cspannagel.wordpress.com/2012/02/12/schule-3-0-digital-total/" target="_blank">Schule 3.0: digital total?</a>“. Da mein Beitrag f&#252;r die Kommentarspalte des Blogartikels ein wenig zu umfangreich wurde, erscheint er hier, ist aber ein Diskussionsbeitrag zum genannten Blogartikel, der <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2012/02/12/schule-3-0-digital-total/" target="_blank">zun&#228;chst gelesen werden sollte</a>. </em></p>

<p>Gro&#223;artig, lieber Christian, mit welcher Konsequenz du im Vorfeld von Podien auf denen du sitzt oder von Vortr&#228;gen, die du h&#228;ltst, deine Gedanken mitteilst, sodass andere dir ihre Gedanken mitteilen k&#246;nnen.</p>

<p>Was also geht mir durch den Kopf, wenn ich deine Statements lese? Das will ich hier sammeln.</p>

<p>Ich finde deine &#220;berschrift einigerma&#223;en „voreilig“ <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  . Gut, Versionszahlen sind heute allgegenw&#228;rtig und seit „2000“ als Metapher f&#252;r „Zukunft“ nicht mehr taugt, lehnt man sich jetzt an die Versionbezeichnungen von Software an bzw. an jenes „Web 2.0“, das einst ausgerufen wurde und dessen Begriff auf Dale Dougherty, Craig Cline und Tim O’Reilly zur&#252;ck gehen soll. Die Bezifferung von Software-Versionen als Zukunftsmetapher! Das sagt einiges &#252;ber die Erwartungen gegen&#252;ber dieser Zukunft aus, die als digitale gedacht wird. Mit „Schule 3.0“ willst du auf diesen Faktor hinweisen. Gut so. Schaue ich mir aber die Schl&#252;sseprinzipien an, die O’Reilley und Batelle zusammgestellt haben, komme ich doch ins Gr&#252;beln.</p>

<address>Wende einfach mal diese Schl&#252;sselprinzipien des Web 2.0 auf Schule an – und der ganze Mut, der hinter deiner &#220;berschrift steckt, wird erkennbar:</address>

<blockquote>
<ul>
    <li><address>das Web als Plattform (anstatt des lokalen Rechners)</address></li>
    <li><address>datengetriebene Anwendungen (Inhalte sind wichtiger als das Aussehen)</address></li>
    <li><address>die Vernetzung wird verst&#228;rkt durch eine „Architektur des Mitwirkens“ (jeder kann mitmachen)</address></li>
    <li><address>Innovationen beim Aufbau von Systemen und Seiten durch die Verwendung von Komponenten, welche von verschiedenen Entwicklern erstellt worden sind und beliebig miteinander kombiniert werden k&#246;nnen (&#228;hnlich dem <a title="Open Source" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source">Open-Source</a>-Entwicklungsmodell)</address></li>
    <li><address>einfache <a title="Gesch&#228;ftsmodell" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsmodell">Gesch&#228;ftsmodelle</a> durch das verteilte, gemeinsame Nutzen von Inhalten und technischen Diensten</address></li>
    <li><address>das Ende des klassischen <a title="Softwarelebenszyklus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Softwarelebenszyklus">Softwarelebenszyklus</a>; die Projekte befinden sich immerw&#228;hrend im <a title="Entwicklungsstadium (Software)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungsstadium_(Software)#Beta-Version">Beta-Stadium</a></address></li>
    <li><address>die Software geht &#252;ber die F&#228;higkeiten eines einzelnen Verwendungszwecks hinaus</address></li>
    <li><address>es wird nicht nur auf die Vorhut von Web-Anwendungen abgezielt, sondern auf die breite Masse der Anwendungen</address></li>
</ul>
<address>Von „<a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Web_2.0&amp;oldid=99313823">http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Web_2.0&amp;oldid=99313823</a>“</address></blockquote>

<p>Lese ich das, so kommt es, um in schulischen Belangen Version 3.0 zu erreichen, entweder zum &#220;berspringen einer Version oder aber es ist zun&#228;chst einmal anzuerkennen, dass Schule in Deutschland heute gerade dabei ist, sich sehr langsam an die auf sie anwendbaren Schl&#252;sselprinzipien des Web 2.0 anzun&#228;hern.</p>

<p>Inwiefern die genannten Schl&#252;sselprinzipien auf Schule angewendet werden k&#246;nnen oder ob die Versionen-Nummern-Metapher als Metapher f&#252;r die Schule &#252;berhaupt tr&#228;gt, soll hier jetzt nicht Gegenstand sein. Das muss mal an anderer Stelle Platz finden. Hier soll der Hinweis reichen, dass bereits der von dir, Christian, gew&#228;hlte Titel enorm viele mitgedachte Voraussetzungen (Implikationen) in sich tr&#228;gt, die f&#252;r eine eigene Diskussionsrunde reichen w&#252;rden.</p>

<p>Zeit, mich deinen Statements zuzuwenden:</p>

<p>ad 1. Es geht nicht nur um die schulische Integration digitaler Endger&#228;te und vernetzter Strukturen, deren Alltagsrelevanz enorm ist, sondern auch um die Reflexion des Umgangs mit den Herausforderungen des Umgangs mit der dialektischen Spannung, die zur Zeit zwischen analoger und digitaler Weltsicht besteht.</p>

<p>Ich bin Sch&#252;lern begegnet, f&#252;r die waren die gerade aktuellen Proteste gegen ACTA ihr erstes aktives politisches Engagement. „Das ist meine erste Demonstration“, sagte mir ein Sch&#252;ler am Rande der Frankfurter Stop-ACTA-Proteste. – Schulen ver&#228;ndern sich und ich stimme dir zu: Wenn Schule auch in digitalen Zusammenh&#228;ngen „Weltorientierung“ erm&#246;glichen soll, dann ist die Integration digitaler Endger&#228;te und vernetzter Strukturen im Kontext Schule „in erheblich st&#228;rkerem Ma&#223;e“ notwendig.</p>

<p>Ich spreche an dieser Stelle nicht von Unterricht, weil das Schule zu eng f&#252;hrt, denn digitale Strukturen lassen „Unterricht“ eben nicht mehr nur als klassischen „Unterricht“ zu. Neben den Pr&#228;senzzeiten k&#246;nnten st&#228;rker digitale Vernetzungen eine Rolle spielen, in denen dann auch Lehrer mitwirken.</p>

<p>Aber: Wie soll Weltorientierung in digitalen Strukturen gelingen, wenn diese Strukturen in Politikerreden zwar vorkommen, aber nicht wirklich offensiv und verbindlich sichergestellt wird, dass die Lehrerinnen und Lehrer selbst diese „Weltorientierung“ f&#252;r sich leisten bzw. aktiv f&#252;r sich erschlie&#223;en?</p>

<p>Wenn du forderst, dass Schule digital werden m&#252;sse, ich w&#252;rde etwas vorsichtiger sagen, Schule muss selbstverst&#228;ndlicher mit digitalen Endger&#228;ten und vernetzten Strukturen umzugehen lernen, musst du auch fordern, dass Lehrer entsprechend kompetent in diesen Bereichen arbeiten k&#246;nnen (hier bin ich schon bei deinem Punkt 7 angelangt, aber das geh&#246;rt ja doch zusammen, ich w&#252;rde also Punkt 1 und 7 n&#228;her zueinander r&#252;cken, um diese enge Verbindung st&#228;rker zu machen).</p>

<p>Grunds&#228;tzlich gilt hier: Ja, die systematisch im schulischen Curriculum verankerte Medienkompetenz muss Teil der Schule werden, die von meiner Warte aus aber durchaus <a title="Schule „muss“ sich nicht ver&#228;ndern; sie tut es einfach. Eine Provokation." href="http://herrlarbig.de/2012/01/17/schule-muss-sich-nicht-verandern-sie-tut-es-einfach-eine-provokation/" target="_blank">nicht zur Monokultur zu werden braucht.</a></p>

<p>ad 2. Hier habe ich wenig hinzuzuf&#252;gen, mal abgesehen von der Erfahrung, <a title="Das iPad im Unterricht der Schule: Ein Gespr&#228;ch mit André Spang" href="http://herrlarbig.de/2011/09/18/das-ipad-im-unterricht-der-schule-ein-gesprach-mit-andre-spang/" target="_blank">von der auch André Spang erz&#228;hlt</a>, dass die Verf&#252;gbarkeit digitaler Endger&#228;te mit Zugang zum Internet die Phasenwechsel bzw. das Arbeiten der Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen ver&#228;ndert.
Das Smartphone, das Tablet, das Laptop mit UMTS-Karte erg&#228;nzen W&#246;rterb&#252;cher, ersetzen Lexika – und fordern dazu heraus, konsequent nach Qualit&#228;tskriterien bez&#252;glich der angebotenen Informationen zu fragen. – Als Religionslehrer wei&#223; ich ganz besonders, wovon ich hier spreche, denn wenn Sch&#252;ler Grundbegriffe dieses Faches recherchieren, sto&#223;en sie schnell auch auf eher christlich-fundamentalistisch orientierte Seiten. Das Argument, dass genau aus diesem Grunde Schulb&#252;cher und gefilterte Bildungsmedien n&#246;tig seien, hat zwar etwas und ist in bestimmten Kontexten auch hilfreich, l&#246;st aber nicht das Problem, dass Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen bei ihren dennoch stattfindenden Recherchen dann eben unbegleitet durch einen fachlich und im Umgang mit Recherchetechniken kompetenten Lehrer (von denen es  nicht genug zu geben scheint – vgl. deinen Punkt 7) auf solche Seiten sto&#223;en. Damit sind wir wieder bei der Frage der systematischen Einbettung der Medienkompetenz in das Curriculum der Schulen und in die Methodik und Didaktik der F&#228;cher.</p>

<p>ad 3. Digitale Werkzeuge sind nicht sinnstiftend, die Sinnfrage ist aber Kernbestand des Erziehungsauftrages. Die Intensit&#228;t, die Gespr&#228;che zu solchen Themen in Lerngruppen erzeugen, ist rein analog. Es entsteht da meist eine Stimmung, in der digitale Werkzeuge fehl am Platz sind. Anders ausgedr&#252;ckt: So sehr ich digitale Werkzeuge sch&#228;tze, gilt f&#252;r sie das gleiche wie f&#252;r die von mir ebenso gesch&#228;tzten analogen B&#252;cher und Schreibwerkzeuge: Die Erfahrung des eigenen Selbst – ohne eine &#228;u&#223;ere Besch&#228;ftigung oder Ablenkung, die &#252;ber das Sitzen oder das Wandern hinaus geht – ist eine existentielle Erfahrung, die ich f&#252;r ein gl&#252;ckliches Leben f&#252;r notwendig erachte, die aber digitale Werkzeuge nicht darzustellen in der Lage sind. – Das mag ein wenig esoterisch klingen, ist aber durchaus ernst gemeint.</p>

<p>ad 4. PC-R&#228;ume sind aber so etwas von Frontalunterricht und bieten nur sehr begrenzt die M&#246;glichkeit des Methodenwechsels: Sch&#252;ler sitzen frontal vor Bildschirmen, der Lehrer blickt auf die Wand aus Bildschrimr&#252;ckseiten, sieht die Sch&#252;ler nicht und Platz f&#252;r andere Arbeitsmaterialien oder die M&#246;glichkeit, mit seinem Ger&#228;t schnell mal zu einem Sch&#252;ler in der anderen Ecke des Raumes zu gehen, sind nicht vorgesehen. Station&#228;re IT l&#228;uft dem Interesse an eigenst&#228;ndigem Lernen zuwider, weil der Desktop nicht mal so eben zur Buchrecherche mit in die Schulbibliothek genommen werden kann. Meine Annahme: PC-R&#228;ume werden verschwinden wie Sprachlabore und durch pers&#246;nliche Endger&#228;te von Sch&#252;lern und Lehrern ersetzt.</p>

<p>ad 5. Ich bin mir nicht sicher, ob das genau so aussehen wird, wie du das beschreibst, weil z. B. der Kunst- und Musikunterricht sicher nicht nur mit digitalen Instrumenten arbeiten k&#246;nnen, aber auch, weil ich vor einer digitalen Monokultur <del>noch</del> ein wenig zur&#252;ck schrecke.</p>

<p>Vielleicht liege ich falsch, wenn ich Handschriftlichkeit und zumindest das Beherrschen analoger Arbeitstechniken nach wie vor als eine Voraussetzung f&#252;r digitales Arbeiten sehe, aber noch bin ich nicht v&#246;llig davon &#252;berzeugt, dass z. B. die von mir empfundene &#196;sthetik mancher analogen Medien durch digitale &#196;sthetiken ersetzt werden kann, ohne dass dies zu Verlusten f&#252;hrt, die ich nicht will. Ja – hier bin ich altmodischer Bildungsb&#252;rger, der im wahrsten Sinne des Wortes zwischen analogen und digitalen Medien lebt.</p>

<p>ad 6. Nun, der Gastgeber der Diskussion, zu der du eingeladen bist, wird hier ja eine Revolution im Rahmen der Didacta pr&#228;sentieren, bei der ich mir duchaus vorstellen kann, dass sie zun&#228;chst einmal vorhandene Schulb&#252;cher digital zu vermarkten versuchen wird, ohne konkret zu realisieren, dass digitale Bildungsmedien anders aussehen m&#252;ssen.</p>

<p>Zumindest die bislang von den Verlagen zur Verf&#252;gung gestellten digitalen Medien sind im Grunde meist genau das, was du als „sinnlos“ beschreibst: PDF-Dateien, die f&#252;r PC / Tablets verf&#252;gbar gemacht werden. – Wenn man im Web bessere Materialien finden wird als in kommerziellen Angeboten, teilweise geschieht das ja schon, aber viel Material krankt z. B. an mangelndem Willen zu sch&#246;nem Layout, dann werden sich Schulbuchverlage wirklich innovativ zeigen m&#252;ssen, wenn sie nicht mittelfristig von gro&#223;en Konzernen geschluckt werden wollen, in deren Portfolio gerade Platz f&#252;r Bildungsmedien geschaffen wurde oder wird.</p>

<p>Dass Schulbuchverlage als Unternehmen, die Bildungsprozesse begleiten und Lehrern Arbeit erleichtern, ihre Gesch&#228;ftsmodelle wahrscheinlich werden ver&#228;ndern m&#252;ssen, um auf Dauer zu &#252;berleben, <a href="http://herrlarbig.de/2012/01/14/apples-ipad-und-das-schulbuch-geruchte-und-einschatzungen/" target="_blank">habe ich schon mal formuliert </a>und du verlinkst das auch entsprechend (Danke daf&#252;r!). Aber dazu ist Innovationkraft n&#246;tig. Dass Schulbuchverlage die entsprechenden „Nerds“ einkaufen, die solche Innovation in digitaler Hinsicht erwarten lie&#223;en, ist mir allerdings bislang noch nicht zu Ohren gekommen – wobei mir sehr vieles nicht zu Ohren kommt <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>

<p>ad 7. Dazu habe ich oben schon einiges gesagt. Lehrpersonen m&#252;ssen sich mehr und mehr zu medienkompetenten Nutzern digitaler Medien entwickeln, um zeigen zu k&#246;nnen, wie man mit digitalen Endger&#228;ten arbeitet.</p>

<p>Mein erster Schritt der Aktivierung digitaler Mediennutzung f&#252;r meinen Unterricht war nicht, dass ich mit den Sch&#252;lern Projekte startete, sondern dass ich mein digitales Arbeiten in den Klassenraum brachte, meine Unterrichtsentw&#252;rfe auf dem Tablet hatte. Ich schleppte weiter Schulb&#252;cher mit, weil ich die nat&#252;rlich nicht digitalisierte (digitalisieren darf, auch nicht zur Eigennutzung, wenn ich das Schulbuch gekauft habe, womit wir wieder bei der dringenden Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter w&#228;ren, bei der nicht nur die Rechte der Rechteinhaber – die oft gar nicht die Urheber sind – im Zentrum stehen, sondern ebenso stark die Nutzungsrechte mit bedacht werden).</p>

<p>Mein erster Schritt war also das Arbeiten mit digitalen Endger&#228;ten und meine eigene Vernetzung im WorldWideWeb.</p>

<p>Aus diesem Schritt ergab sich dann, dass Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen vermehrt nachfragten, ob sie ihre Ger&#228;te auch nutzen d&#252;rften. So ist die Nutzung dieser Ger&#228;te organisch aus dem Unterricht und vor allem aus der vorgelebten Praxis des Lehrers entstanden.</p>

<p>Das habe ich mir alles autodidaktisch angeeignet, was man sicher nicht als Standard erwarten kann. Deshalb ist dein pers&#246;nlicher Eindruck, den ich nur unterstreichen kann, so erschreckend wie leider auch sehr treffend: Fortbildungen im Bereich Medien und IT f&#252;r Lehrer sind qualitativ oft eher anstrengend als motivierend.</p>

<p>Dennoch: Ja, hier bedarf es der eigenen Verantwortung von Lehrenden. Problem: Um diese Verantwortung zu &#252;bernehmen br&#228;uchte man die entsprechende Zeit. Aber dazu sagst du ja in 10 entsprechendes.</p>

<p>Lehrende brauchen Entlastung um dem Lernbedarf nachkommen zu k&#246;nnen, der mit einem Leitmedienwechsel verbunden ist!</p>

<p>ad 8. Nimm dich als Beispiel. Du nutzt digitale Medien in der Lehrerausbildung.</p>

<p>Es scheint mir mehr und mehr Hochschullehrer zu geben, die sich da heran trauen. – Aber leider muss ich dir bei dem Problem der PDF-Massen-Erzeugung, also der Verlagerung des Papiers in seine nicht gedruckte Form, zustimmen. Da gibt es Verbesserungspotential – einerseits.</p>

<p>Andererseits bin ich ein gro&#223;er Anh&#228;nger der reflexiven, analytischen, integrierenden, Erkenntnisse verschaffenden Kraft der Sprache und sehe manche Vorstellung interaktiver Materialbearbeitungen fast schon als eine Multi-Media-Ideologie, die mehr Material gestaltet als dessen Inhalte durchdringt.</p>

<p>Wittgensteins Ausspruch – „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ – ist mir in diesem Zusammenhang  erkenntnisleitend.</p>

<p>Bilder k&#246;nnen die Potentiale, die in sprachlicher Kompetenz liegen, erg&#228;nzen, multimediale Ausarbeitungen k&#246;nnen Zug&#228;nge f&#252;r unterschiedliche Lerntypen schaffen, aber die Sprache geh&#246;rt ins Zentrum auch der Lehrerausbildung, da sie f&#252;r Weltorientierung zentral ist. Und was das Sprachbewusstsein in der Lehrerausbildung betrifft, hat es das Melancholie ausl&#246;sende Moment mit der Frage der Medienkompetenz in diesem Sektor leider gemeinsam.</p>

<ol>
<li>Das trifft Ver&#228;nderungen meines Denkens, die ich seit einiger Zeit beobachte. Tr&#228;umt ich einst von WLan an der Schule, kann ich heute gut auf das vorhandene UMTS und bald auch auf LTE zur&#252;ckgreifen. SmartBoards sind nett, aber zu teuer und zu unflexibel in unterschiedlichen R&#228;umen nutzbar. Viel wichtiger w&#228;re ein funktionierendes Bildungsnetz mit guter Serverstruktur und zuverl&#228;ssigem Service. Vieles krankt hier, so dass Lehrer Netzweradministratoren werden sollen, die daf&#252;r eigentlich kaum / keine Zeit haben.</li>
</ol>

<p>Lehrende m&#252;ssen die Medien nutzen k&#246;nnen, man sollte nicht von ihnen erwarten, dass sie vorher erst einmal selbst Kabelsch&#228;chte ziehen oder Software programmieren – um das mal &#252;berspitzt zu formulieren.</p>

<p>Aber: Schulserverinfrastrukturen sind datenschutztechnisch &#228;u&#223;erst relevant und sensibel, was bei der Nutzung vorhandener Zugangsm&#246;glichkeiten ins Netz &#252;ber z. B. LTE entsprechend bereits bei der Anlage der Infrastruktur angemessen integriert werden muss. (Und die Verschl&#252;sselung von E-Mails wird nicht nur in die Lehreraccounts integriert, sondern Lehrenden auch zur Pflicht gemacht, wenn es sich um dienstliche Belange handelt.)</p>

<ol>
<li>Politisch muss gefordert werden, dass die Voraussetzungen einer Verankerung der Medienbildung geschaffen werden und beispielsweise auch Standards f&#252;r die  Medienkompetenz und das Medienwissen der Lehrenden formuliert werden, auf das Lehrende dann auch verpflichtet werden.</li>
</ol>

<p>So d&#252;rften bspw. keine F&#252;hrungspositionen in der Schule und der Schulverwaltung ohne entsprechende Kompetenznachweise (Kompetenznachweise sind etwas anderes als Zertifikate, die oft reine Sitzscheine sind) mehr besetzt werden, um hier deutliche Zeichen zu setzen.</p>

<p>Und dann, da stimme ich dir zu, geh&#246;rt die Medienbildung in die Curricula aller Alterstufen und aller F&#228;cher.</p>

<p>Kurz: Christian, <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2012/02/12/schule-3-0-digital-total/" target="_blank">deine Statements</a> gefallen mir und ich finde sie zutiefst anregend f&#252;r mein eigenes Denken. Danke daf&#252;r und eine spannende Diskussion am Donnerstag (wird die eigentlich aufgezeichnet, gestreamt, online nachvollziehbar gemacht werden?).</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2012/01/14/apples-ipad-und-das-schulbuch-geruchte-und-einschatzungen/" rel="bookmark" title="14. Januar 2012">Apples iPad und das Schulbuch – Ger&#252;chte und Einsch&#228;tzungen</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/12/07/altes-buch-oder-wie-ein-schuler-schule-erlebt-gastbeitrag/" rel="bookmark" title="7. Dezember 2011">„Altes Buch“ – oder: Wie ein Sch&#252;ler Schule erlebt (Gastbeitrag)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2012/01/21/apples-bildungsinitiative-oder-vom-aufstellen-weiterer-weidezaune/" rel="bookmark" title="21. Januar 2012">Apples Bildungsinitiative oder: Vom Aufstellen weiterer Weidez&#228;une.</a></li>

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		<title>Schule „muss“ sich nicht ver&#228;ndern; sie tut es einfach. Eine Provokation.</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 23:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich gerade in die Oberstufe gekommen war, wollte ich unbedingt dieses vierundzwanzig B&#228;nde umfassende Lexikon im Taschenbuchformat haben. Als ich es dann hatte, kamen in besonders ereignisreichen Jahren Einzelb&#228;nde dazu, die die Informationen im Lexikon aktualisierten.  Mir kam dieser &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2012/01/17/schule-muss-sich-nicht-verandern-sie-tut-es-einfach-eine-provokation/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich gerade in die Oberstufe gekommen war, wollte ich unbedingt dieses vierundzwanzig B&#228;nde umfassende Lexikon im Taschenbuchformat haben.</p>

<p>Als ich es dann hatte, kamen in besonders ereignisreichen Jahren Einzelb&#228;nde dazu, die die Informationen im Lexikon aktualisierten. </p>

<p>Mir kam dieser Regalmeter an Wissen damals so vor, als ob es unm&#246;glich sei, noch viel mehr zu wissen oder in noch kompakterer Form, Wissen zug&#228;nglich zu machen. </p>

<p>In der gleichen Zeit war ich zutiefst davon beeindruckt, dass Briefe an und von einem Brieffreund in Singapur in der Regel nur zwei Werktage unterwegs waren, bis sie ankamen und eine mir v&#246;llig unbekannte Welt ins Haus brachten. </p>

<p>Es gab f&#252;r solche Brieffreundschaften Vermittlungsagenturen, die damals bei uns Jugendlichen recht beliebt waren, konnte man auf dem Wege &#252;ber eine Brieffreundschaften doch Fremdsprachenkenntnissen so etwas wie Praxisrelevanz abtrotzen. </p>

<p>Das Lexikon steht noch immer in meinem Regal, aber weniger, weil ich davon einen Nutzen habe, sondern eher als eine Art „romantische“ Erinnerung an Zeiten, die gar nicht lange her sind, daf&#252;r aber sehr schnell vergangen sind. </p>

<p>Das Wissen der Welt steht heute tagesaktuell via Internet zur Verf&#252;gung. </p>

<p>Das Internet und Computer machen Englischkenntnisse unmittelbar praxisrelevant. Freundschaften auf Distanz werden heute via Facebook und Skype gepflegt. </p>

<p>Was einst ein f&#252;r mich mit schier unvorstellbaren Wissensmengen gef&#252;llter Regalmeter war, neben dem einige Zeit sp&#228;ter noch alle damals unter dem Label „Duden“ verf&#252;gbaren W&#246;rterb&#252;cher, zehn an der Zahl, einzogen und so auch umfassendes Sprachwissen f&#252;r mich greifbar machten, kommt mir heute so vor, als seien es letztlich doch sehr bescheidene Wissensmengen gewesen. Und der Regalmeter mit gewichtigen B&#252;chern reicht nicht im mindesten an das verf&#252;gbare Wissen in meiner Hosentasche heran, das ich immer bei mir trage.</p>

<p>Neben Lexikon und W&#246;rterb&#252;chern habe ich eine &#252;ber hundert B&#228;nde umfassende Klassikerbibliothek, die in Druckform einige Umzugskisten ben&#246;tigte, um transportiert werden zu k&#246;nnen, in der Hosentasche. Das Smartphone macht es m&#246;glich.</p>

<p>Au&#223;erdem trage ich eine vollwertige Schreibmaschine mit mir herum, die kleiner als ein Collegeblock ist, die mir komfortablen Internetzugang erlaubt, mit der ich mit anderen Menschen kommunizieren kann.</p>

<p>Fotoapparat, die M&#246;glichkeit, hochwertige Videos anzufertigen und sogar zu schneiden, ein Audiorekorder, einen Scanner mit OCR, eine vollst&#228;ndige Fahrplanauskunft (fr&#252;her war dazu ein dickes „Kursbuch“ n&#246;tig), eine Sammlung historischen Kartenmaterials, eine mehrere hundert „Platten“ umfassende Musiksammlung etc. f&#252;hre ich st&#228;ndig in der Hosentasche mit mir herum.</p>

<p>Das alles kam mir in den Sinn, als ich &#252;ber die mir k&#252;rzlich gestellte Frage nachdachte, ob Schule sich nicht ver&#228;ndern m&#252;sse. </p>

<p>Je mehr ich &#252;ber diese Frage nachdenke, deren Zielrichtung ich nat&#252;rlich verstehe (zu verstehen meine), um so sinnloser, an der eigentlich zu stellenden Frage vorbei gestellt erscheint sie mir. </p>

<p>Schule „muss“ sich nicht ver&#228;ndern. Das muss man nicht fordern, als ein „Muss“ in den Raum projizieren. Schule tut das einfach. Schule ver&#228;ndert sich. Schule ist l&#228;ngst vom informationstechnologischen Wandel durchdrungen und gepr&#228;gt – auch dort, wo die Ver&#228;nderungsresitenzen von Lehrenden noch versuchen, „alte Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ gegen den „Angriff“ aus der Welt des Internets und des Hosentaschenwissens am Leben zu erhalten. </p>

<p>Wenn dann Lehrer und Lehrerinnen im Lehrerzimmer „ihre Klausuren von vor ein paar Jahre, die sie bislang problemlos immer wieder verwenden konnten, die jetzt aber im Internet kursieren und die sie deshalb nicht mehr verwenden k&#246;nnen“ hochhalten, die sie bei Sch&#252;lern gefunden haben, w&#228;hrend diese Arbeit wieder einmal geschrieben wurde, so ist das ein fast tragikomischer Anblick.</p>

<p>Wenn Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen der Gebrauch mobiler Endger&#228;te mit Internetzugang verboten wird, wirkt das zunehmend so, als w&#252;rde man die Nutzung von W&#246;rterb&#252;chern verbieten. </p>

<p>Nein, Schulen sehen sich keinem „Muss“ zur Ver&#228;nderung ausgesetzt. Schulen ver&#228;ndern sich parallel zum Leitmedienwechsel von alleine, organisch, egal ob Lehrer, Eltern, Schultr&#228;ger, Kultusbeh&#246;rden,  Schulbuchverlage etc. sich gegen das „Wuchern dieses digitalen Unkrauts“ wehren oder ob sie sich auf den Medienwandel in der Wissensgesellschaft einlassen und Sch&#252;ler dabei unterst&#252;tzen, m&#252;ndige B&#252;rgern in dieser Wissensgesellschaft zu werden. </p>

<p>Weg also mit dem „Muss“, wenn es um Fragen der Ver&#228;nderung von Schule geht. </p>

<p>An die Stelle dieses „Muss“ sollte man die Forderung nach Professionalit&#228;t im Umgang mit diesem Leitmedienwechsel setzen und diese Professionalit&#228;t gleichzeitig einfordern.</p>

<p>Es ist nicht die Aufgabe von Lehrern, den Leitmedienwechsel (immer noch) zu verteufeln oder einfach zu ignorieren. </p>

<p>Es ist Aufgabe von Lehrern, kompetent mit dem Leitmedienwechsel umzugehen, theoretisches und Anwendungswissen zu erwerben, um den M&#246;glichkeiten und Chancen des Leitmedienwechsels auch reflektierend begegnen zu k&#246;nnen. </p>

<p>Nat&#252;rlich ist das mit Arbeit verbunden, aber als Fachlehrer kann man sich zum Beispiel in den Naturwissenschaften neuen fachlichen Erkenntnissen auch nicht verweigern, wenn man den eigenen Beruf wirklich ernst nimmt. </p>

<p>Es ist nicht so, dass man sich zur&#252;cklehnen und entscheiden kann, ob einen als Lehrer dieser Leitmedienwechsel betrifft oder nicht, ob man diesem gegen&#252;ber Kompetenzen erwerben m&#246;chte oder nicht. Diese Entscheidung mag mir als Privatperson m&#246;glich sein; will ich meinem Erziehungsauftrag angemessen nachkommen, muss ich zum kompetenten Umgang mit dem Leitmedium in der Lage sein. </p>

<p>Ich kann mich als Lehrer ja auch nicht weigern, B&#252;cher oder Fachzeitschriften in die Hand zu nehmen, wenn ich den Beruf ernst nehme. </p>

<p>Ich stelle mir vor, Automechaniker verhielten sich wie manche Lehrer, sie w&#252;rden sich weigern, von ihren mechanischen Reparaturkompetenzen auf Mechatronik umzustellen, sie w&#252;rden sich weigern, den Umgang mit Computern zu erlernen, um Fehleranalysen an der Bordelektronik eines Autos durchf&#252;hren zu k&#246;nnen: Wenn ein solcher Automechaniker nicht gerade in einer Werkstatt arbeitet, die sich auf Oldtimer spezialisiert hat, w&#252;rde er seinen Beruf verlieren. </p>

<p>Ich hielte es f&#252;r keinen Eingriff in die gesetzlich verankerte p&#228;dagogische Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern, w&#252;rde eine Dienstanweisung ergehen, in der klar definiert ist, welche Kompetenzen der Leitmedienwechsel von Lehrenden fordert, damit dieser kompetent reflektiert und auch praktisch fruchtbar gemacht werden kann. Diese Dienstanweisung d&#252;rfte freilich nur von Leuten erarbeitet werden, denen man gen&#252;gend Wissen und F&#228;higkeiten zutraut, dies angemessen zu tun, also nicht von Politikern, die sich E-Mails nach wie vor ausdrucken lassen <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>

<p>Ich hielte es f&#252;r keinen Eingriff in die gesetzlich verankerte p&#228;dagogische Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern, bek&#228;me jede und jeder eine Dienstemailadresse, die verpflichtend mind. an den Tagen abzurufen w&#228;re, an denen die Kollegen in der Schule sind, wo Dienstrechner verf&#252;gbar sind. </p>

<p>Solange es aber nicht als seltsam angesehen wird, dass Lehrer und Lehrerinnen sich teilweise dem Leitmedienwechsel offensiv verweigern, solange nicht verbindlich eingefordert wird, dass Medienkompetenz ebenso wie Sprach- und Schreibkompetenz in allen F&#228;chern zu f&#246;rdern ist, solange wird sich Schule weiter ver&#228;ndern, worauf Lehrer weiter mit Restriktionen reagieren werden, um den StatusQuo zu bewahren, um die Ver&#228;nderungen vielleicht doch noch zu verhindern, wodurch die Atmosph&#228;re in den Schulen zunehmend von dem nicht reflektierten Konflikt zwischen „digitalen Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ im au&#223;erschulischen Alltag und der vor diesem Alltag „gesch&#252;tzten“ Schule gepr&#228;gt wird.</p>

<p>Der Leitmedienwechsel wird zu einer neuen Lernkultur f&#252;hren.</p>

<p>Die sich mit ihm ergebenden M&#246;glichkeiten und Risiken wollen reflektiert Einzug in die Schulwirklichkeit finden. </p>

<p>Um diesen reflektierten Umgang mit dem Leitmedienwechsel leisten zu k&#246;nnen, m&#252;ssen Lehrer und Lehrerinnen lernen. </p>

<p>Ja, das ist mit Arbeit verbunden. Aber diese Arbeit ist nicht zu vermeiden, soll sich in der Schule nicht ein Dauerkonflikt zwischen „digitalen Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ (das Vorhandensein einer dienstlichen  E-Mail-Adresse ist eine solche, der gemeinfreie Klassiker auf dem E-Book-Reader bzw. dem Smartphone oder dem Tablet ist gerade dabei eine solche zu werden) und analoger Beharrlichkeit festsetzen, der dem Auftrag der Schule und somit der P&#228;dagogen in der Schule zuwider liefe.</p>

<p>Schule „muss“ sich nicht ver&#228;ndern; Schule ver&#228;ndert sich angesichts des Leitmedienwechsels einfach; sie tut das einfach, v&#246;llig ohne „Muss“. </p>

<p>Die Frage lautet also, wie sehr die an der Gestaltung von Schule beteiligten Professionellen professionell in der Lage sind, diese Ver&#228;nderungen wahrzunehmen, zu beschreiben, zu reflektieren und dann in die Didaktik und Methodik der F&#228;cher zu integrieren. </p>

<p>Das ist f&#252;r alle Beteiligten eine Herausforderung. Und deshalb muss die Herausforderung noch umfassender beschrieben werden: Wie sehr sind Politik und gesamtgesellschaftliche Stimmungen bereit und in der Lage, den an der Gestaltung von Schule beteiligten Professionellen professionelle Fortbildungsm&#246;glichkeiten zu geben, die keine Zusatzbelastungen sind, sondern durch Entlastungen an anderen Stellen eigentlich erst erwartbar und m&#246;glich werden. </p>

<p>Solange dies nicht geschieht, ist freilich nicht unbedingt zu erwarten, dass Lehrer und Lehrerinnen die Kraft, Energie und Bereitschaft aufbringen (k&#246;nnen), sich den faktischen Ver&#228;nderungen von Schule im digitalen Kontext zu stellen; solange ist es durchaus nachvollziehbar, dass vielen Lehrer und Lehrerinnen der an „analogen Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ orientierte Schulalltag der „sicherere Grund“ zu sein scheint, auf dem sie agieren k&#246;nnen. </p>

<p>Doch von all dem unabh&#228;ngig: Schule ver&#228;ndert sich; Schule hat sich angesichts neuer „digitaler Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ l&#228;ngst ver&#228;ndert. </p>

<p>Es ist Zeit, diese Ver&#228;nderungen reflexiv und praktisch  einzuholen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Von den Gegebenheiten zum Traum 1: Der das © achtende Lehrer. (K)ein Beitrag zum #Schultrojaner</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 17:52:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Begleiten wir heute einen das Copyright achtenden Lehrer ein wenig durch seinen Alltag. Aber Vorsicht! Sie werden dabei ungeahnten Problemen begegnen, die Sie, wenn Sie &#252;ber gro&#223;es Einf&#252;hlungsverm&#246;gen verf&#252;gen, gemeinsam mit dem Lehrer in das Reich des Wahnsinns treiben k&#246;nnen. &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/11/04/von-den-gegebenheiten-zum-traum-1-der-das-achtende-lehrer-kein-beitrag-zum-schultrojaner/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Begleiten wir heute einen das Copyright achtenden Lehrer ein wenig durch seinen Alltag.</p>

<p>Aber Vorsicht!</p>

<p>Sie werden dabei ungeahnten Problemen begegnen, die Sie, wenn Sie &#252;ber gro&#223;es Einf&#252;hlungsverm&#246;gen verf&#252;gen, gemeinsam mit dem Lehrer in das Reich des Wahnsinns treiben k&#246;nnen.</p>

<p>Sagen Sie nicht, ich h&#228;tte Sie nicht gewarnt!<span id="more-28127"></span></p>

<p>Bildungsmedien – sprich: Schulb&#252;cher – traditioneller Art haben sich als sensible Form des Mediums f&#252;r den Unterricht heraus gestellt. So sensibel, dass den Lehrern der kreative Umgang mit ihnen fast nicht m&#246;glich ist, denn traditionelle Schulb&#252;cher unterliegen dem Copyright.</p>

<p>Der hier angenommene Lehrer mag das Copyright eigentlich sehr und achtet es nach bestem Wissen und Gewissen. Aber traditionelle Bildungsmedien sind mittlerweile in ein Alter gekommen, in dem sie mit Samthandschuhen angefasst werden m&#252;ssen, in dem man nicht mehr viel mit ihnen machen darf, wenn man legal mit ihnen umgehen will. – Unser Lehrer hier will legal mit ihnen umgehen. Und er will Bildungsmedien bearbeiten d&#252;rfen. Er will jeden Sch&#252;ler und jede Sch&#252;lerin angemessen f&#246;rdern. Und das geht mit B&#252;chern, die die Klasse und das Kind nicht kennen, nur schwer.</p>

<p>Der Lehrer hingegen kennt die Klasse. Der Lehrer kennt die Kinder in denen von ihm unterrichteten Klassen zumindest so gut, dass er wei&#223;, was einem Kind beim Lernen helfen kann und was nicht. Nun gibt es im Schulbuch z. B. Material, das f&#252;r das eine Kind gut geeignet ist, ein anderes jedoch &#252;ber- oder unterfordern w&#252;rde.</p>

<p>Gut, denkt sich der Lehrer, das Problem l&#228;sst sich l&#246;sen. Ich hatte doch das richtige Material f&#252;r das andere Kind in dem anderen Schulbuch gefunden. Das sind zwei Seiten, die darf ich kopieren, denn das Schulbuch ist ja dicker als 20 Seiten, zwei Seiten sind also weniger als 12%.</p>

<p>Aber, denkt unser Lehrer, vielleicht will ein  drittes Kind beide Aufgaben machen, es gibt doch nicht nur diese zwei.</p>

<p>Also macht dieser Lehrer aus zwei B&#252;chern von je zwei Seiten Kopien und bastelt daraus ein Arbeitsblatt, mit dem er meint, die Bed&#252;rfnisse der Kinder in dieser einen Klasse abdecken zu k&#246;nnen. – Der Lehrer wei&#223; zwar, dass er aus B&#252;chern in beschr&#228;nktem Ma&#223; kopieren darf. Er ist aber ein Fan des Copyrights, er achtet die geistigen Leistungen Dritter und wird unsicher: „Darf ich denn Material neu zusammenf&#252;gen und es dann kopieren, solange es im Rahmen der Vorgaben bleibt, die ich <a href="http://www.schulbuchkopie.de/fragen_antworten.html" target="_blank">hier</a> finde?</p>

<p>Unser angenommener Lehrer stellt mit Schrecken fest, dass er auf der Website und in der zu Beginn des Jahres 2011 verteilten <a href="http://www.schulbuchkopie.de/pdf/Kopierbroschuere_2009.pdf" target="_blank">Brosch&#252;re</a>, die vom Sekretariat der Kultusministerkonferenz und dem VdS Bildungsmedien e. V. herausgegeben wurde, keine Antwort auf diese ganz spezielle Frage entdeckt.</p>

<p>Er geht davon aus, dass er Materialien aus zwei B&#252;chern zu einem Arbeitsblatt verarbeiten darf, wenn er die Quellen darauf notiert, und beginnt mit Schere und Papier zu basteln. Das ungute Gef&#252;hl bleibt. Er wei&#223; nicht, ob er das darf, was er da tut. Diese Unsicherheit macht den Lehrer unruhig und m&#252;de und er schneidet daneben, sodass von dem einen Text Teile fehlen.</p>

<p>„Ach Mann“, denkt der Lehrer, „der Kopierer ist doch mit dem Computer verbunden, ich scanne das jetzt ein, f&#252;ge die Texte dann zusammen und drucke sie aus.“ – Und jetzt hat dieser Lehrer potentiell ein echtes Problem. <em>Das darf er n&#228;mlich nicht.</em> Das verbietet das
Gesetz &#252;ber Urheberrecht und verwandte Schutzrechte im <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__53.html" target="_blank">Paragraphen 53</a>. Dieser Paragraph ist zwar nur schwer zu lesen, das hat unser Lehrer dann aber doch verstanden.</p>

<p>Er macht es trotzdem, denn die Schule hat das Budget f&#252;r neue B&#252;cher aufgebraucht, die Eltern haben auch schon zus&#228;tzliche Schullekt&#252;ren gekauft und er will den Kindern das optimale Material auch optisch sch&#246;n verf&#252;gbar machen, sch&#246;ner als es ihm per Hand in der Regel gelingt.</p>

<p>Ach, w&#228;re es sch&#246;n, wenn es gutes Material g&#228;be, das ohne mentalen Stress so bearbeitet werden darf und kann, dass m&#246;glichst alle Kinder in der Klasse ein Lernangebot bekommen. „Das ist zwar Arbeit, aber ehrlich“, so fl&#252;stert er mir ersch&#246;pft ins Ohr, „der Stress besteht darin, dass ich st&#228;ndig das Gef&#252;hl habe, in den Augen der Schulbuchverlage was falsch zu machen und damit zu derem finanziellen Untergang beizutragen. Was soll ich denn dann machen? Ich kann mit meinem Stundendeputat vielleicht f&#252;r ein Drittel der Stunden pro Woche in angemessener Zeit eigene Materialien erstellen, f&#252;r die anderen Klassen h&#228;tte ich, wenn mein Kopierverhalten zur Pleite der Schulbuchverlage f&#252;hrte, dann nur noch solange Material, wie es die alten Schulb&#252;cher noch tun.“</p>

<p>Erschrocken &#252;ber sein Tun, zuckt er zusammen, ein tiefes Schuldgef&#252;hl wabert durch ihn hindurch: „Das aber will ich nicht!“, ruft er, l&#246;scht die Dateien, schaltet den Kopierer aus und nimmt nun eben dieses eine Schulbuch f&#252;r seinen Unterricht, das an der Schule f&#252;r die Jahrgangsstufe vorhanden ist und das die Sch&#252;ler nun ausgeteilt bekommen.  Er st&#246;&#223;t zwar immer wieder darauf, dass  der Unterricht besser w&#228;re, wenn er kreativ bastelnd von Material aus unterschiedlichen Quellen ausgehen k&#246;nnte, um so jeweils f&#252;r unterschiedliche Klassen mit unterschiedlichen Anspr&#252;chen, Materialien zu erstellen, die das Lernen der Kinder in diesen Klassen jeweils optimal unterst&#252;tzen, aber am Ende will er es nicht gewesen sein, der die Arbeitspl&#228;tze in den Schulbuchverlagen auf dem Gewissen hat.</p>

<p>Zufrieden ist dieser Lehrer nicht. Er wei&#223;, dass er das Lernen der Kinder besser unterst&#252;tzen k&#246;nnte. Als rechtschaffener B&#252;rger, als Fan des Copyrights – und nat&#252;rlich aus Angst, dass sein Tun f&#252;r die Sch&#252;ler zu disziplinarischen Ma&#223;nahmen gegen ihn f&#252;hren k&#246;nnte, wie er es dem <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Gesamtvertrag zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG)</a> dem Paragrafen 6 Abschnitt 7 entnommen hat – lebt er mit dieser Unzufriedenheit, frisst sie in sich hinein.</p>

<p>In §6 Abschnitt 7 hei&#223;t es:</p>

<blockquote><address>„Die L&#228;nder verpflichten sich, bei Bekanntwerden von Verst&#246;&#223;en gegen die in diesem Gesamtvertrag festgelegten Vorgaben f&#252;r das Vervielf&#228;ltigen von urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werken gegen die betreffenden staatlichen Schulleiter und Lehrkr&#228;fte disziplinarische Ma&#223;nahmen einzuleiten. Zivil- und strafrechtliche Anspr&#252;che der Rechteinhaber bleiben unber&#252;hrt.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/11/04/von-den-gegebenheiten-zum-traum-1-der-das-achtende-lehrer-kein-beitrag-zum-schultrojaner/#footnote_0_28127" id="identifier_0_28127" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der VdS Bildungsmedien e. V., der als Lobbyverband die Schulbuchverlage vertritt, schreibt in einer &bdquo;FAQ zur Pr&amp;#252;f-Software f&amp;#252;r digitale Kopien&ldquo; (sic!: &bdquo;f&amp;#252;r&ldquo; steht da, nicht etwa &bdquo;gegen&ldquo; &ndash; das sind die Feinheiten der PR-Sprache):&nbsp;&bdquo;Wie und durch wen wird auf Verst&amp;#246;&amp;#223;e reagiert?
 Das ist allein Sache der Schultr&amp;#228;ger.&ldquo;&sect;5 Abschnitt 7 im &nbsp;Gesamtvertrag zur Einr&amp;#228;umung und Verg&amp;#252;tung von Anspr&amp;#252;chen nach &sect; 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG)&nbsp;sagt meines Erachtens ganz klar etwas anders. Das &bdquo;Wie&ldquo; ist festgelegt (disziplinarisch). Und die Tatsache, dass zivil- und strafrechtliche Anspr&amp;#252;che der Rechteinhaber unber&amp;#252;hrt bleiben widerspricht einer Aussage in der&nbsp;&nbsp;&bdquo;FAQ zur Pr&amp;#252;f-Software f&amp;#252;r digitale Kopien&ldquo;:&bdquo;Was passiert mit den Daten, die die Software ermittelt? Werden diese an die Verlage weitergegeben?
Nein. Die Informationen direkt aus der Software stehen allein dem Schultr&amp;#228;ger zur Verf&amp;#252;gung. Die Verlage werden lediglich einmal j&amp;#228;hrlich von den L&amp;#228;ndern &amp;#252;ber die &amp;#220;berpr&amp;#252;fungen informiert. Dabei ist der Datenschutz zu ber&amp;#252;cksichtigen: Die Verlage wissen zu keinem Zeitpunkt, wann welche Schule wie &amp;#252;berpr&amp;#252;ft wurde, die L&amp;#228;ndern berichten (in anonymisierter Form) lediglich &amp;#252;ber Art und Umfang der Rechtsverletzungen.&ldquo;Wie bitte soll dieses klare &bdquo;Nein&ldquo; damit einhergehen, dass zivil- und strafrechtliche Anspr&amp;#252;che der Verlage unber&amp;#252;hrt bleiben? Wie sollen die denn durchgesetzt werden, wenn die Daten nicht an die Verlage weiter gegeben werden? Soll der Schultr&amp;#228;ger dann auch noch den Schadenersatz bei seinen Lehrern f&amp;#252;r den VdS eintreiben?">1</a></sup></address></blockquote>

<p>Unser Lehrer hat in Abschnitt 4 dieses Paragrafen 6 gelesen, dass eine Software den Schultr&#228;gern helfen soll, eventuelle Rechtsverst&#246;&#223;e zu ermitteln. Er hat, <a href="http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage/" target="_blank">nachdem Markus Beckedahl auf diese hingewiesen</a> hat und <a title="Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!" href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/" target="_blank">auch dieses Blog hier dazu schrieb</a>, mitbekommen, dass es diese Software noch gar nicht gibt, aber er ist v&#246;llig verunsichert: Sein Dienstherr scheint zumindest bereit, im Rahmen der Erstellung der Rechtssicherheit f&#252;r die Schultr&#228;ger, Ermittlungsarbeiten f&#252;r die Schulbuchverlage zu &#252;bernehmen. Anders kann unser angenommener Lehrer die Aussagen in diesem <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Gesamtvertrag zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG</a>) nicht verstehen. Ob er das falsch verstanden hat.</p>

<p>Auf all das ist unser Lehrer gesto&#223;en, <em>weil er das Copyright mag und es achtet</em>.</p>

<p>Der Lehrer kommt ins Gr&#252;beln: „Ich habe das Copyright geachtet, obwohl ich doch besseres Material erstellen k&#246;nnte, wenn ich digitales Material habe, das ich auch bearbeiten darf. Es w&#252;rde mir dann leichter fallen, differenzierendes, den Bildungsprozess der Kinder f&#246;rderndes Material zu erstellen. Und da ich nicht noch neben dem Schulbuch jedes Mal eigenes Material erstellen kann, dazu reicht die Zeit nicht, nutze ich eben das Schulbuch, damit ich zumindest etwas Material habe, dass didaktisch ja auch nicht schlecht ist, aber eben f&#252;r diese Lerngruppe nicht optimal.“</p>

<p>Und der Lehrer kommt mehr und mehr zu dem Schluss, dass hier eine Werteverschiebung stattgefunden hat, die zumindest einen Teil der Qualit&#228;t von Bildung den &#246;konomischen Grenzen des Urheberrechts unterwirft. Er bem&#252;ht sich wirklich, er ist auch bereit mehr Stunden zu arbeiten, als eigentlich vorgesehen sind. Und wenn er mit vorhandenem Material digital basteln d&#252;rfte, ja, es sogar digital vorl&#228;ge, dann k&#246;nnte er in verantwortbarer Zeit wirklich f&#252;r die von ihm geleiteten Lerngruppen angemessen differenzierendes Lernmaterial erstellen. So aber gelingt ihm das nur hin und wieder, so aber nutzt er das Material, dass von Schulbuchverlagen gekauft wurde, das didaktisch durchdacht ist, aber eben leicht optimiert werden k&#246;nnte, wenn er, der Lehrer, mit seiner Kompetenz f&#252;r die konkrete Lerngruppe da ran d&#252;rfte…</p>

<p style="text-align: center;">Der Lehrer ist mit dieser Situation nicht zufrieden. Er beginnt zu tr&#228;umen…</p>

<p>(Fortsetztung folgt…)</p>

<blockquote><address>Bis die Fortsetzung soweit ist, unser Lehrer seinen Traum erz&#228;hlen kann, k&#246;nnen hier nat&#252;rlich eigene Geschichten beim Erstellen von Unterrichtsmaterial als das copyright sch&#228;tzender Lehrer oder Lehrerin notiert werden.</address><address>Und um das Thema Differenzierung weiter zu verfolgen, kann zum dieser Beitrag von <a href="http://www.vielfalt-lernen.de/2011/11/04/vielfalt-im-klassenzimmer-–-die-groste-herausforderung-fur-die-schule-der-zukunft/" target="_blank">J&#246;rg Dr&#228;ger</a> gelesen werden.</address><address>Was den noch auszuformulierenden Traum angeht, sei <a href="http://www.dotcomblog.de/?p=2276" target="_blank">ein kleiner Hinweis</a> gegeben.</address></blockquote>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/12/12/phantomdebatte-kommentar-zu-einer-wortregelung-in-sachen-schultrojaner/" rel="bookmark" title="12. Dezember 2011">Phantomdebatte? – Kommentar zu einer „Wortregelung“ in Sachen „Schultrojaner“</a></li>
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		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_28127" class="footnote">Der VdS Bildungsmedien e. V., der als Lobbyverband die Schulbuchverlage vertritt, schreibt in einer „<a href="http://www.vds-bildungsmedien.de/presse/aktuelle-meldungen/01-11-11-faq-plagiats-software/" target="_blank">FAQ zur Pr&#252;f-Software f&#252;r digitale Kopien</a>“ (sic!: „f&#252;r“ steht da, nicht etwa „gegen“ – das sind die Feinheiten der PR-Sprache): </address><address><em><strong>„Wie und durch wen wird auf Verst&#246;&#223;e reagiert?</strong></em>
<em> Das ist allein Sache der Schultr&#228;ger.“</em></address><address>§5 Abschnitt 7 im  <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Gesamtvertrag zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG)</a> sagt meines Erachtens ganz klar etwas anders. Das „Wie“ ist festgelegt (disziplinarisch). Und die Tatsache, dass zivil- und strafrechtliche Anspr&#252;che der Rechteinhaber unber&#252;hrt bleiben widerspricht einer Aussage in der  „FAQ zur Pr&#252;f-Software f&#252;r digitale Kopien“:</address><address><em><strong>„Was passiert mit den Daten, die die Software ermittelt? Werden diese an die Verlage weitergegeben?</strong></em>
<em>Nein. Die Informationen direkt aus der Software stehen allein dem Schultr&#228;ger zur Verf&#252;gung. Die Verlage werden lediglich einmal j&#228;hrlich von den L&#228;ndern &#252;ber die &#220;berpr&#252;fungen informiert. Dabei ist der Datenschutz zu ber&#252;cksichtigen: Die Verlage wissen zu keinem Zeitpunkt, wann welche Schule wie &#252;berpr&#252;ft wurde, die L&#228;ndern berichten (in anonymisierter Form) lediglich &#252;ber Art und Umfang der Rechtsverletzungen.“</em></address><address><em></em>Wie bitte soll dieses klare „Nein“ damit einhergehen, dass zivil- und strafrechtliche Anspr&#252;che der Verlage unber&#252;hrt bleiben? Wie sollen die denn durchgesetzt werden, wenn die Daten nicht an die Verlage weiter gegeben werden? Soll der Schultr&#228;ger dann auch noch den Schadenersatz bei seinen Lehrern f&#252;r den VdS eintreiben?</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/2011/" title="2011" rel="tag">2011</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/21-jahrhundert/" title="21. Jahrhundert" rel="tag">21. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buch/" title="Buch" rel="tag">Buch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buecher/" title="Bücher" rel="tag">Bücher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/digital/" title="digital" rel="tag">digital</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/digitaler-workflow/" title="Digitaler Workflow" rel="tag">Digitaler Workflow</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/forderung-beratung/" title="Förderung / Beratung" rel="tag">Förderung / Beratung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/kommunikation/" title="Kommunikation" rel="tag">Kommunikation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenz/" title="Kompetenz" rel="tag">Kompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/kompetenzenfoerderung/" title="Kompetenzenförderung" rel="tag">Kompetenzenförderung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/notizen/lebenshilfe/" title="Lebenshilfe" rel="tag">Lebenshilfe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehre/" title="Lehre" rel="tag">Lehre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrer/" title="Lehrer" rel="tag">Lehrer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lektuere/" title="Lektüre" rel="tag">Lektüre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen-und-lehren/" title="Lernen und Lehren" rel="tag">Lernen und Lehren</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lerngruppe/" title="Lerngruppe" rel="tag">Lerngruppe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/macht/" title="Macht" rel="tag">Macht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/material/" title="Material" rel="tag">Material</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/mediendidaktik/" title="Mediendidaktik" rel="tag">Mediendidaktik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkompetenz/" title="Medienkompetenz" rel="tag">Medienkompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkritik/" title="Medienkritik" rel="tag">Medienkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medium/" title="Medium" rel="tag">Medium</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/methoden/" title="Methoden" rel="tag">Methoden</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/netzpolitik/" title="Netzpolitik" rel="tag">Netzpolitik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/positionen/" title="Positionen" rel="tag">Positionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schulbuecher/" title="Schulbücher" rel="tag">Schulbücher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schulbuchverlag/" title="Schulbuchverlag" rel="tag">Schulbuchverlag</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schule/" title="Schule" rel="tag">Schule</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schueler/" title="Schüler" rel="tag">Schüler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schultrojaner/" title="Schultrojaner" rel="tag">Schultrojaner</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sicherheit/" title="Sicherheit" rel="tag">Sicherheit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/software/" title="Software" rel="tag">Software</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/tradition/" title="Tradition" rel="tag">Tradition</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/urheberrechtsgesetz/" title="Urheberrechtsgesetz" rel="tag">Urheberrechtsgesetz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verlag/" title="Verlag" rel="tag">Verlag</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/vernetzen/" title="vernetzen" rel="tag">vernetzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/web-20-medien/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/werte/" title="Werte" rel="tag">Werte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/wissenserwerb/" title="Wissenserwerb" rel="tag">Wissenserwerb</a><br />
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		<title>Lehrersummit beim educamp in Bremen 2011 – 3. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 18:08:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach Teil 1 und nach Teil 2 hier Teil 3 des Lehrertalks beim Educamp zu Bremen im M&#228;rz 2011, mit herzlichem Dank an Lutz Berger. &#196;hnliche Beitr&#228;ge: Lehrersummit beim educamp in Bremen 2011 – 2. Teil Lehrer brauchen keinen Talkmaster! &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/10/20/lehrersummit-beim-educamp-in-bremen-2011-3-teil/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach <a title="Lehrer brauchen keinen Talkmaster! – Lehrersummit beim educamp in Bremen 2011 – 1. Teil" href="http://herrlarbig.de/2011/10/14/lehrer-brauchen-keinen-talkmaster-lehrersummit-beim-educamp-in-bremen-2011-1-teil/" target="_blank">Teil 1</a></p>

<p>und nach <a title="Lehrersummit beim educamp in Bremen 2011 – 2. Teil" href="http://herrlarbig.de/2011/10/15/lehrersummit-beim-educamp-in-bremen-2011-2-teil/" target="_blank">Teil 2</a></p>

<p>hier Teil 3 des Lehrertalks beim Educamp zu Bremen im M&#228;rz 2011, mit herzlichem Dank an <a href="http://lutzland.de" target="_blank">Lutz Berger</a>.</p>

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<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/10/14/lehrer-brauchen-keinen-talkmaster-lehrersummit-beim-educamp-in-bremen-2011-1-teil/" rel="bookmark" title="14. Oktober 2011">Lehrer brauchen keinen Talkmaster! – Lehrersummit beim educamp in Bremen 2011 – 1. Teil</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/25/neugierig-machen/" rel="bookmark" title="25. April 2009">„Neugierig machen“</a></li>

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</ul>

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		<title>Lehrersummit beim educamp in Bremen 2011 – 2. Teil</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 13:31:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nach dem ersten Teil des Lehrertalks auf dem Educamp in Bremen  am 19. M&#228;rz 2011 hat Lutz Berger im rekordverd&#228;chtigen Tempo den 2. Teil ver&#246;ffentlicht. Im ersten Teil waren wir friedlich. Den zweiten Teil &#252;berleben wir auch, aber die Leidenschaftlichkeit &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/10/15/lehrersummit-beim-educamp-in-bremen-2011-2-teil/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem <a title="Lehrer brauchen keinen Talkmaster! – Lehrersummit beim educamp in Bremen 2011 – 1. Teil" href="http://herrlarbig.de/2011/10/14/lehrer-brauchen-keinen-talkmaster-lehrersummit-beim-educamp-in-bremen-2011-1-teil/">ersten Teil des Lehrertalks</a> auf dem Educamp in Bremen  am 19. M&#228;rz 2011 hat <a href="http://lutzland.de" target="_blank">Lutz Berger</a> im rekordverd&#228;chtigen Tempo den 2. Teil ver&#246;ffentlicht. Im ersten Teil waren wir friedlich. Den zweiten Teil &#252;berleben wir auch, aber die Leidenschaftlichkeit der Diskutanten wird durchaus erkennbar. Und Lutz Berger mischt sich als Kameramann in die Diskussion ein. That&#8217;s educamp-reality… Mit dabei weiterhin: Lisa Rosa, Maik Rieken, René Scheppler, Torsten Larbig, Felix Schaumburg und Andreas Kasche. – Und am Ende dieser Folge gibt es einen Gastbeitrag von… (wird hier nicht verraten, selbst schauen…)</p>

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		<title>Gefunden: Projektorientiertes Lernen erkl&#228;rt (Englisch – Common Craft)</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 15:36:42 +0000</pubDate>
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		<title>Das iPad im Unterricht der Schule: Ein Gespr&#228;ch mit André Spang</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 19:50:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 1.9.2011 erschien in der Zeit ein Interview mit André Spang, der als Projektleiter die „iPad-Klasse“ an der Kaiserin-Augusta-Schule (KAS), einem Gymnasium in K&#246;ln, betreut. Ich war verwundert, dass so wenig Platz f&#252;r ein solches Thema bereit gestellt wurde, da es &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/18/das-ipad-im-unterricht-der-schule-ein-gesprach-mit-andre-spang/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 1.9.2011 erschien </em><a href="http://www.zeit.de/2011/36/C-Interview-Ipad" target="_blank"><em>in der Zeit ein Interview mit André Spang</em></a><em>, der als Projektleiter die „</em><a href="http://ipadkas.wordpress.com/" target="_blank"><em>iPad-Klasse</em></a><em>“ an der </em><a href="http://www.kas-koeln.de/"><em>Kaiserin-Augusta-Schule</em></a><em> (KAS), einem Gymnasium in K&#246;ln, betreut. Ich war verwundert, dass so wenig Platz f&#252;r ein solches Thema bereit gestellt wurde, da es sich um das erste Projekt dieser Art in Deutschland handelt. Deshalb fragte ich André Spang, <a href="https://twitter.com/#!/tastenspieler" target="_blank">den ich aus meinem Twitter-Netzwerk als „Tastenspieler“ kenne</a>, ob er zu einem ausf&#252;hrlicheren Interview bereit w&#228;re. Das war er. Wir haben das Interview mittels E-Mail gef&#252;hrt, wobei die Fragen nach und nach an André Spang gesendet wurden, weil sich aus seinen Antworten f&#252;r mich auch erst Fragen ergeben haben, sodass der Interviewcharakter trotz des Mediums als im besten Sinne „Vermittelndes“ erhalten geblieben sein d&#252;rfte.<span id="more-6233"></span></em></p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Welche Funktion haben f&#252;r dich Medien im Unterricht, angefangen von der Kreidetafel &#252;ber Schulb&#252;cher, Hefte und Overheadprojektor bis hin zu digitalen Medien?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Sie sind Mittel zum Zweck.</p>

<p>Sie existieren parallel, wobei ich ehrlich gesagt kein gro&#223;er Freund des Overheadprojektors bin, aber auch er erstaunt mich hin und wieder.</p>

<p>Ich setze das ein was gerade passt. Die Tafel, mal abgesehen davon, dass sie mich und das Klavier, das davor steht, st&#228;ndig zu staubt, ist ein super „Tool“ &#8211; schnell einsetzbar, ohne Latenzen, gut zur Visualisierung, schlecht zur Konservierung.</p>

<p>Deshalb wird sie zweckentfremdet: Ich lasse Sch&#252;ler meine Frontalanschriften mit meinem Smartphone abfilmen und stelle das sp&#228;ter oder schon in der Stunde online, z.B. auf YouToube, im Schul-Wiki oder auf dem Unterrichtsblog.</p>

<p>Digitale Medien haben f&#252;r mich die Chance, Inhalte „nach drau&#223;en“ zu bringen, sie sind schnell, bieten viele neue M&#246;glichkeiten und sie geh&#246;ren in die (Lebens-)Welt der Sch&#252;ler. Vielleicht ersetzen sie irgendwann die „traditionellen“ Medien. Wer wei&#223; das?</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Ihr habt an der KAS das iPad als digitales Medium f&#252;r den Unterricht angeschafft. Welche neuen M&#246;glichkeiten des Unterrichtens bietet es?  </em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Wir haben es prim&#228;r angeschafft, um dazu im Unterricht mit den Sch&#252;lern auf Weblogs und auf unserem <a href="http://wikis.zum.de/kas">Schulwiki</a> zu arbeiten. Dazu fehlten uns die notwendigen, zahlreichen Zugangsm&#246;glichkeiten, denn unsere Schule hat zwei Informatikr&#228;ume und 1000 Sch&#252;ler.</p>

<p>Die Nutzung von Web2.0 Techniken ist f&#252;r uns ein wichtiges Standbein des lebenslangen, vernetzenden und individuellen Lernens. Der Vorteil eines Tablets ist seine schnelle Einsetzbarkeit („Instant-On“), seine lange Akkulaufzeit, sein geschlossenes System (speziell beim iPad) und damit die geringe Anf&#228;lligkeit f&#252;r Manipulationen, die hohe Mobilit&#228;t und die intuitive Bedienbarkeit. Nachteile, wie fehlende Steckpl&#228;tze, keine Tastatur, kleiner Bildschirm haben wir gerne und bewusst in Kauf genommen, denn die Vorteile der Nutzung im Unterricht und in unterschiedlichsten R&#228;umen und Konstellationen &#252;berwiegen f&#252;r uns. Wir k&#246;nnen die 30 Devices mit einem Rollkoffersystem in alle R&#228;ume der KAS transportieren und die Ger&#228;te sind sofort an und online.</p>

<p>Es kann wenig daran kaputt gehen (keine Maus, keine anf&#228;llige Tastatur) und die Ger&#228;te funktionieren immer und stehen dem Unterrichtsflu&#223; nicht im Weg.</p>

<p>Man kann sie kurz einsetzen, danach ein Methodenwechsel und sie liegen umgedreht auf dem Tisch oder man reicht sie herum, um z.B. darauf erstellte Mindmaps oder Bilder oder Pr&#228;sentationen anderen Sch&#252;lergruppen zu zeigen oder schliesst sie am Ende der Stunde zur Frontalpr&#228;sentationen vorne an den Beamer an.</p>

<p>Durch das reichhaltige Angebot an Apps ergeben sich dar&#252;ber hinaus weitere M&#246;glichkeiten eines mediengest&#252;tzten und konstruktivistischen Unterrichtens.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Wie unterst&#252;tzt das iPad das eigenst&#228;ndige Lernen von Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen? Beobachtest du da Ver&#228;nderungen im Vergleich zu anderen Methoden, wie z. B. Lernzirkeln, Projektarbeit?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Wie oben schon erw&#228;hnt vor allem durch das selbstst&#228;ndige Arbeiten im und mit dem Netz, aber auch durch die Erstellung von Pr&#228;sentationen oder z. B. durch die Produktion von Musik, Texten (durch z.B. kollaboratives Schreiben im Wiki oder per Google-docs) oder durch Produktion von Podcasts und <a href="http://audioboo.fm/">Audioboos</a>.</p>

<p>Ein Beispiel: eine Klasse 5 mit 30 Sch&#252;lern hat nach einer kurzen Einf&#252;hrung von mir in das App Garage Band (App zur Produktion von Musik) und ein paar Textbeispielen (Rhymes-Workshops) innerhalb zwei Doppelstunden selbstst&#228;ndig und ohne weitere Hilfe in 10 Dreiergruppen mit je einem iPad pro Gruppe 10 komplette Songs produziert, getextet im Wiki, aufgenommen, abgemischt und an mich gemailt.</p>

<p>Aber auch in anderen F&#228;chern war eine starke Motivation und sehr konzentriertes und genaues Arbeiten feststellbar. Dazu gibt es ja auch <a href="http://ipadkas.wordpress.com/2011/07/21/6-monate-ipad-eine-bilanz/">konkrete Umfrageergebnisse in der Sch&#252;lerschaft</a> und auch einige <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oQLTvviItZA">O-T&#246;ne in Form von Interviews</a>.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Wo bleibt bei der Entscheidung f&#252;r eine Technologie Raum f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler die „analoge Lerntypen“ sind, die gerne per Hand schreiben?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Es ist ja nicht so, dass die Tablets ausschlie&#223;lich eingesetzt werden, das ist ja gerade das Gute daran, dass man sie z.B. nur kurz, f&#252;r eine Recherche oder f&#252;r einen Wiki- oder Blogeintrag einsetzt und dann ein anderes Medium einsetzt oder ins Heft schreibt. Wir werden allerdings ab n&#228;chster Woche auch die M&#246;glichkeit der Stifteingabe bzw. des Schreibens mit einem Stift und entsprechender App testen. Die Sch&#252;ler werden aber nicht zur Nutzung des Devices gezwungen, man kann auch seine Notizen ins Heft machen und dann z.B. innerhalb einer Gruppenarbeit einen anderen Sch&#252;ler mit dem Device arbeiten lassen. In einer Klasse 5 hatte ich das des &#214;fteren praktiziert, weil einige Sch&#252;ler, z.B. in der 7. und 8. Stunde nicht mehr mit einem leuchtenden Bildschirm arbeiten wollten, weil sie Kopfschmerzen hatten oder einfach nur m&#252;de Augen.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Ok. Soviel zur Technik und wie die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen damit arbeiten. Ich habe mir das Wiki angeschaut. Daf&#252;r, dass &#252;ber 1000 Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen an der KAS sind, sind die Eintr&#228;ge dort &#252;berraschend wenige. Und bei sehr vielen taucht der Name Spang auf.</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Es gibt einen Kern von Kollegen, die das Wiki nutzen. Dies waren nach einer initialen Fortbildung in 2009 ca 10 Kollegen, danach wurde das Kernteam kleiner (ca. 3-4). Aus diesem Grund haben wir auch kurz vor den Sommerferien <a href="http://wikis.zum.de/kas/index.php?title=Fortbildung">eine erneute Kollegiumsfortbildung zum Thema Wiki</a> angeboten. Die Kollegen, die diese Fortbildung besucht haben, werden nun auch die Arbeit mit dem Wiki beginnen. Eine weitere Fortbildung werden wir n&#228;chste Woche ausschreiben. Wir sind uns dessen bewusst, dass da noch einiges nach vorne gehen muss. Sehr gute Inhalte gibt es aber f&#252;r Mathematik (<a href="http://wikis.zum.de/kas/index.php?title=Leistungskurs_13_Mathematik_Vieth">Beispiel 1</a>; <a href="http://wikis.zum.de/kas/index.php?title=Mathematik">Beispiel 2</a>) oder <a href="http://wikis.zum.de/kas/index.php?title=Grundkurs_Erdkunde_DK">Erdkunde</a>  und <a href="http://wikis.zumde/kas/index.php?title=Kategorie:Chemie">Chemie</a>. In den ersten 10 Schultagen des neuen Schuljahres 2011/12 haben wir dar&#252;ber hinaus fast 100 Sch&#252;ler neu im Wiki angemeldet, weitere werden folgen &#8211; ich denke, das wird einen kr&#228;ftigen Schub geben.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Wie viel Lehrer und Lehrerinnen habt ihr an der der Schule und wie viele nutzen den Klassensatz an Tablets?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Wir haben 70 Kollegen und 30 arbeiten regelm&#228;ssig mit den Devices. Die genaue Entwicklung sieht man <a href="http://ipadkas.files.wordpress.com/2011/07/ipad-warumnutzung.jpg">hier</a>.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Wie viele Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben seit Februar mit den Ger&#228;ten gearbeitet?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Bis jetzt haben ca. 500 von den 1000 Sch&#252;lern haben damit gearbeitet. Ich denke, dass wir bis Ende dieses Halbjahres alle Sch&#252;ler erreichen werden.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Das Gleiche bei eurer Sechsmonatsbilanz: Da kommen drei Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen zu Wort. Wo ist die Masse?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Von den 500 Sch&#252;lern die die Ger&#228;te eingesetzt haben, wurden knapp 300 per Googledocsabfrage befragt und <a href="http://ipadkas.wordpress.com/2011/07/21/6-monate-ipad-eine-bilanz/">es gab sehr positive R&#252;ckmeldungen</a>.</p>

<p>Die Sch&#252;ler hatten z.B. den Eindruck, dass sie ihre Arbeitsergebnisse mit den Ger&#228;ten verbessern und dass ihnen die Arbeit an Unterrichtsaufgaben damit mehr Spa&#223; macht, dass sie die Ger&#228;te gerne regelm&#228;ssig aber zumindest h&#228;ufiger einsetzen m&#246;chten. Die drei Sch&#252;lerinnen, auf die du in der Frage anspielst, sind in einem zus&#228;tzlich gef&#252;hrten, oben bereits erw&#228;hnten <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oQLTvviItZA">Videointerview</a> zu sehen, um die Sch&#252;ler auch mal „live“ zu Wort kommen zu lassen.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Was sagen die Kollegen und Kolleginnen dazu?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Die Kollegen sagen &#196;hnliches – sie haben positive Erfahrungen mit den Devices gemacht und w&#252;rden diese gerne weiter und h&#228;ufig einsetzen (<a href="http://ipadkas.files.wordpress.com/2011/07/fachzahl.jpg">Abbildung 1</a>; <a href="http://ipadkas.files.wordpress.com/2011/07/anwendung1.jpg">Abbildung 2</a>; <a href="http://ipadkas.files.wordpress.com/2011/07/zukunft1.jpg">Abbildung 3</a>): 20 von 21 befragten Kollegen k&#246;nnen sich vorstellen, das iPad noch st&#228;rker in ihren Unterricht zu integrieren.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Vorhin sagtest du, ein Tablet w&#252;rde zur kurzen Recherche zwischendurch genutzt. W&#252;rden dazu nicht die paar Smartphones reichen, die in den meisten Klassen sowieso anzutreffen sind? W&#228;re es nicht sowieso besser, auf Ger&#228;te zu setzen, die den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen als Alltagsger&#228;te vertraut sind?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Zur Recherche w&#228;re dies schon m&#246;glich, allerdings schwierig wegen der Einbindung der unterschiedlichen Ger&#228;te ins Netzwerk und auch wegen Sicherheitsvorschriften. Zum Arbeiten im Netz, an Pr&#228;sentationen etc. sind die Screens dann aber doch zu klein bzw. die M&#246;glichkeiten zu eingeschr&#228;nkt.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Das war jetzt viel Statistik und viel Information rund um die Anwendung von Tablet-PCs im Unterricht der KAS. Jetzt mal konkret: Inwiefern haben Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, die mit dem iPad im Unterricht arbeiten, &#252;berhaupt noch Anlass, sich auf Faktenwissen einzulassen, wenn doch eh alles recherchierbar ist?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Diese zentrale Frage stellt sich in der heutigen Wissensgesellschaft generell – warum muss man noch geschichtliche Zahlen auswendig lernen? Braucht man die Bruchrechnung noch?</p>

<p>Muss ich wirklich wissen wie eine Durtonleiter aufgebaut ist?</p>

<p>Ich glaube, wenn man all dies sinn- und anwendungsfrei einpaukt, ist man in Zukunft zum Scheitern verurteilt. Hier kann das iPad ins Spiel kommen, um zum Beispiel Fakten im Zusammenhang darzustellen und zu vernetzen (Stichwort: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiki">Wiki</a>) oder konstruktiv &#252;ber Apps t&#228;tig zu werden und gelernte Fakten anwenden, als Pr&#228;sentation, Posterentwurf, Podcast, Videopr&#228;sentation, Musikproduktion, etc.</p>

<p>Au&#223;erdem gibt es gerade im Bereich der gezielten und qualitativen Recherche viele Einsatzm&#246;glichkeiten – hier liegt auch in Zukunft der Arbeitsschwerpunkt des Lehrers, hier muss er Anleitung und Unterst&#252;tzung geben und Diskussions- und Urteilsf&#228;higkeit der Sch&#252;ler herausarbeiten und Teamarbeit weiter ausbauen.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Welche Kompetenzen f&#246;rdert der Einsatz von Tablet-PCs? Und leidet die Kompetenz, sich der Handschrift als Kulturtechnik zu bedienen, nicht noch zus&#228;tzlich unter dem Computereinsatz im Unterricht?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Einige Kompetenzen hatte ich schon erw&#228;hnt: Selbstst&#228;ndiges Arbeiten, individuelles Lernen, F&#246;rderung und Arbeitstempo, Pr&#228;sentationskompetenz, versierter Umgang mit Office-Tools, Teamarbeit und Kollaboration, Portfolio bzw. „lebenslanges Lernen“ im Web, konstruktivistisches Vorgehen, das (Lern-)Ziel steht nicht im Mittelpunkt, sondern der (Arbeits-)Prozess, ganz allgemein: Medienkompetenz und zwar im Sinne der produktiven Nutzung und nicht des Konsums und um mit den Worten einer Sch&#252;lerin zu sprechen: „Wir lernen viel, was wir auch sp&#228;ter im Studium oder Beruf gut gebrauchen k&#246;nnen“.</p>

<p>Zur zweiten Frage: Wie hat <a href="http://www.omnisophie.com/">Gunter Dueck</a> gesagt: „Heute ist das Internet erfunden (und der Leitmedienwechsel hat stattgefunden), nehmen wir es hin und es f&#252;hrt zur notwendigen Krise und dann zu einer anderen Welt“.</p>

<p>Ich w&#252;rde dies relativieren und nat&#252;rlich wird nicht ausschliesslich nur noch mit iPad gearbeitet. Trotzdem stellt sich die Frage, welche Bedeutung die Handschrift in Zukunft noch haben wird. Oder mei&#223;elt heute noch jemand seine Notizen in Stein?</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Neue Technologien im Unterricht bedeuten, dass didaktische und methodische Modelle &#252;berdacht werden m&#252;ssen. Wie integriert ihr diese Reflexionsprozesse in die engen Zeitkorridore, die Lehrer und Lehrerinnen verf&#252;gbar haben? Werdet ihr didaktische und methodische &#220;berlegungen, die sich aus euren Erfahrungen ergeben ver&#246;ffentlichen?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Diesen Schritt haben wir der Anschaffung der iPads vorangestellt, soweit dies vorausschauend m&#246;glich war, zum Beispiel im Rahmen des Schulentwicklungsteams unserer Schule (= Steuergruppe : <a href="http://steuergruppe.wordpress.com">http://steuergruppe.wordpress.com</a>) unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung der Medienkompetenzen unserer Sch&#252;ler.</p>

<p>Im laufenden Projekt fanden und finden Fortbildungen der Kollegen zum Thema iPad, Web2.0, Apps etc. statt und alle Erfahrungen werden zeitgleich auf dem Projektblog (<a href="http://ipadkas.wordpress.com">http://ipadkas.wordpress.com</a>) ver&#246;ffentlicht.</p>

<p>Nach einem halben Jahr des Einsatzes haben wir au&#223;erdem eine Umfrage unter Sch&#252;lern und Kollegen durchgef&#252;hrt. Der Einsatz der Medien im Unterricht kann zur Entlastung des einsetzenden Kollegen beitragen, weil die Sch&#252;ler selbstst&#228;ndiger arbeiten und der Kollege dadurch Zeit im Unterricht gewinnt um individueller auf einzelne Sch&#252;ler einzugehen.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Gab es ein Erlebnis im Unterricht, das im Zusammenhang mit dem Einsatz von Tablet-PCs steht, dass dich besonders ersch&#252;ttert hat?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Nein, da muss ich leider passen – alles problemlos verlaufen, ohne „Ersch&#252;tterungen“ <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  .</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Und was war bisher deine sch&#246;nste Erfahrung im Zusammenhang mit dem Einsatz von Tablet-PCs im Unterricht?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Es gab viele positive Erfahrungen: Konzentriert und produktiv arbeitende Klassen, die vorher im Unterricht immer nur abgelenkt, laut und unproduktiv waren; erstaunliche Ergebnisse im Bereich Musikproduktion, gerade was das selbstst&#228;ndige Arbeiten und das kreative Vorgehen der Sch&#252;ler betrifft; aber am sch&#246;nsten war die Klasse 5, die in der letzten Doppelstunde am Nachmittag um 15.15 Uhr einfach nicht nach Hause gehen, sondern weiter arbeiten wollte. Dem habe ich allerdings nach 10 Minuten Verl&#228;ngerung einen Riegel vorgeschoben <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Vor gut acht Monaten habt ihr angefangen, euch eine neue M&#246;glichkeit des Unterrichtens an die Schule zu holen. Zum Schluss dann der Blick nach vorne: Wie sieht der Unterricht in deiner Vorstellung in 10 Jahren aus?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Als ich vor 10 Jahren an der KAS angefangen habe, sagte ich bei meinem Einstellungsgespr&#228;ch, ich w&#252;rde gerne in naher Zukunft mit meinen Sch&#252;lern vernetzt &#252;ber das Internet arbeiten um die Schule und den Unterricht ins heimische Zimmer der Sch&#252;ler, aber auch in mein eigenes erweitern zu k&#246;nnen und dar&#252;ber hinaus auch mit anderen Schulen und deren Sch&#252;lern zusammen zu arbeiten.</p>

<p>Ein bisschen davon ist nun wahr geworden, zum Beispiel &#252;ber die Arbeit in Wikis und Blogs und nat&#252;rlich auch &#252;ber die „gute, alte“ E-Mail.</p>

<p>In 10 Jahren? In der Schule werden alle ihre eigenen Devices im Unterricht nutzen um damit auf die Informationen und das Wissen der Menschheit zugreifen zu k&#246;nnen und dieses Wissen um eigenes, bedeutsames Wissen bereichern. Der „Lehrer“ wird zum Lerncoach und wird dann auf seinem Weg vom Wissensvermittler hin zum Berater eine motivierende, anleitende, organisierende und das Lernergebnis b&#252;ndelnde Rolle einnehmen, denn sein spezialisiertes Wissen ist dann nicht mehr (so) bedeutend – es geht um andere Dinge und Konzepte, um gemeinsames Lernen und Partizipation.</p>

<blockquote><address>Das Interview wurde im September 2011 via E-Mail gef&#252;hrt und erscheint hier in von André J. Spang autorisierter Form. </address></blockquote>

<address><em>
</em></address>

<p><em>
</em><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Computer im Unterricht. Das digitale Paradox.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 20:21:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist paradox: Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben oft zuhause Zugang zu Computer und Internet und nutzen diesen intensiv. In Schulen gibt es, so eine Bibliothek vorhanden ist, f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Zugangsm&#246;glichkeiten zu diesen Medien au&#223;erhalb von Computerr&#228;umen. Dennoch ist die Nutzung &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/04/computer-im-unterricht-das-digitale-paradox/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist paradox: Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben oft zuhause Zugang zu Computer und Internet und nutzen diesen intensiv. In Schulen gibt es, so eine Bibliothek vorhanden ist, f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Zugangsm&#246;glichkeiten zu diesen Medien au&#223;erhalb von Computerr&#228;umen.</p>

<p>Dennoch ist die <a href="http://www.welt.de/politik/bildung/article5882848/Deutsche-Schulen-bei-PC-Nutzung-Schlusslicht.html" target="_blank">Nutzung von Computern <em>im</em> Unterricht</a> nach wie vor keine Selbstverst&#228;ndlichkeit. Die verlinkte Studie ist zwar eineinhalb Jahre alt, aber im Prinzip spiegelt sie die Wirklichkeit meiner Wahrnehmung nach weiterhin wider.</p>

<p>Dies allein w&#228;re noch keine paradoxe Situation, w&#228;re da jetzt nicht eine zweite Studie zu dem Schluss gekommen, dass auch die <a href="http://www.bildungsSPIEGEL.de/aktuelles/technik-affine-lehrer.html?Itemid=262" target="_blank">Lehrer und Lehrerinnen in ihrer &#252;bergro&#223;en Mehrheit gut mit Computern und Internetzug&#228;ngen ausgestattet </a>sind. Sie nutzen diese zudem in vielen F&#228;llen auch f&#252;r die Vorbereitung des Unterrichts.</p>

<p>Das Paradox: Sowohl Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen also auch Lehrerinnen und Lehrer nutzen PC und Internet in ihrem privaten Alltag und auch f&#252;r die Schule; Lehrer und Lehrerinnen sind von den Zugangsm&#246;glichkeiten her sogar &#252;berdurchschnittlich gut ausger&#252;stet. Und dennoch spielt der Computer im Unterricht vor Ort nach wie vor eine untergeordnete Rolle.</p>

<p>Dieses Paradox w&#252;rde sich aufl&#246;sen, wenn<span id="more-6219"></span> es <a href="http://www.rete-mirabile.net/lernen/stoll-logout-warum-computer-nichts-im-klassenzimmer-zu-suchen-haben" target="_blank">eine p&#228;dagogische Entscheidung</a> w&#228;re zu sagen, dass der konkrete Unterricht in der Schule aus bestimmten, darstellbaren Gr&#252;nden auf die Nutzung des Computers verzichtet. Solche (medien)p&#228;dagogische Entscheidungen spielen in der Regel aber eben keine Rolle, wenn man fragt, warum so wenig mit Computern im „normalen“ Klassenraum gearbeitet wird.</p>

<p>In den meisten F&#228;llen bleibt das Paradox bestehen. Alle nutzen Computer, nur nicht im Klassenzimmen, denn in den Schulen spielt sich die Arbeit an Computern meist in PC-R&#228;umen ab, die in begrenzter Anzahl verf&#252;gbar sind. Liegt der eigene Unterricht dann wom&#246;glich parallel zu einer Informatikleiste, ist es das ganze Schuljahr &#252;ber nicht einmal theoretisch m&#246;glich, den PC im Unterricht zu nutzen.</p>

<p>Selbst wenn Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen vom Auslandsjahr – meist aus angels&#228;chsischen L&#228;ndern – zur&#252;ckkehren und fragen, ob sie, wie sie es wohltuend erlebt haben, in der Schule den Laptop verwenden d&#252;rfen, verzichten viele darauf, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen: Entweder erlauben es nicht alle Lehrer und Lehrerinnen und man hat den Laptop dann f&#252;r Einzelf&#228;cher dabei oder aber es zeigt sich, dass es f&#252;r einen Sch&#252;ler mit Laptop schon etwas seltsam ist, als einziger so zu arbeiten. Entsprechend ist der Unterricht oft auch gar nicht auf deren Integration hin ausgerichtet. Und wenn kein WLan in der Schule verf&#252;gbar ist, reduzieren sich die methodischen Einsatzgebiete des Laptops im Unterricht drastisch.</p>

<p>Selbst erfahre ich die Nutzung von Computern f&#252;r die schulische Arbeit &#252;ber die statistische (selbstverst&#228;ndlich anonymisierte) Auswertung der Suchbegriffe, die Besucher von herrlarbig.de &#252;ber Suchmaschinen auf meine Website gebracht haben. Es handelt sich bei den TopTen nahezu ausschlie&#223;lich um Suchabfragen, die sich um Texte drehen, die in der Schule gelesen werden. Das schlie&#223;e ich daraus, dass ich mir anders nicht erkl&#228;ren kann, wie „<a href="https://encrypted.google.com/search?q=Clemens%20Brenatano%20Sprich%20aus%20der%20Ferne&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8#sclient=psy&amp;hl=de&amp;source=hp&amp;q=Clemens+Brentano+Sprich+aus+der+Ferne&amp;pbx=1&amp;oq=Clemens+Brentano+Sprich+aus+der+Ferne&amp;aq=f&amp;aqi=g2g-v3&amp;aql=&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=7673l7673l0l7919l1l1l0l0l0l0l178l178l0.1l1l0&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&amp;fp=9c41eb5c6c8dfde9&amp;biw=1280&amp;bih=664" target="_blank">Clemens Brenatano Sprich aus der Ferne</a>“ der am h&#228;ufigsten &#252;ber Suchmaschinen Besucher auf herrlarbig.de bringende Suchbegriff ist.</p>

<p>Ich stelle mir das so vor: An dem einen Wochenende sitzen Lehrende zuhause und bereiten Unterricht vor. Neben den Fachkenntnissen aus dem Studium und analog vorliegendem Material schaut man, was das Internet an Material zu bieten hat, liest dies auch, bekommt vielleicht Anregungen, die dann in den Unterricht einflie&#223;en und gibt eine Hausaufgabe.</p>

<p>Anschlie&#223;end sitzen die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen zuhause und arbeiten an der Hausaufgabe. Vielleicht sollen sie eine Interpretation zu einem Gedicht schreiben. Und „nat&#252;rlich“ schauen auch die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler, was das Internet zum Thema zu sagen hat, sto&#223;en auf die gleichen Artikel, die auch Lehrer und Lehrerinnen gefunden haben, lassen sich von ihnen anregen und diese Anregungen flie&#223;en dann wiederum in den Unterricht ein.</p>

<p>Der Lehrende erkennt die Gedanken wieder, die er sich selbst zu einem Thema gemacht hat bzw. die er auch im Netz gefunden hat – und ist wahrscheinlich zufrieden, denn die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben offensichtlich etwas gelernt.</p>

<p>Ob die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen aber gelernt haben, wie man, auch unter Zuhilfenahme externer Quellen, einen Text interpretierend erarbeitet, darf bezweifelt werden, ob es zu einem Kompetenzzugewinn auf Seiten der Lernenden gekommen ist, bleibt offen.</p>

<p>Aufgabenformate in Zeiten von Computer und Internet m&#252;ssen &#252;berdacht werden. <a href="http://herrlarbig.de/de/2010/11/19/kompetenzenorientiert-unterrichten-ein-vorschlag/" target="_blank">Dar&#252;ber habe ich mir schon Gedanken gemacht</a>. Und um an den Kompetenzen zu arbeiten, die n&#246;tig sind, um mit verf&#252;gbaren Ressourcen (in Bibliotheken, im Internet) umgehen zu lernen, ist die praktische Arbeit mit diesen Ressourcen <em>im</em> Unterricht n&#246;tig.</p>

<p>Dann kann man einen Text in eine Lerngruppe geben, der anspruchsvoll ist und die Entwicklung von Lesestrategien verlangt, die ein Verstehen erm&#246;glichen. Wenn die entsprechenden Verstehensressourcen nicht verf&#252;gbar sind, muss der Lehrer erl&#228;utern, was nicht unbedingt dazu beitr&#228;gt, dass die Lehrerzentrierung von Unterricht reduziert wird.</p>

<p>Wenn kein Fremdw&#246;rterbuch im Raum verf&#252;gbar ist, kann nicht nachgeschlagen werden und der Umgang mit dem W&#246;rterbuch nicht gelernt werden. Gleiches gilt, wenn die Nutzung einer Bibliothek nicht m&#246;glich ist oder verf&#252;gbare Internetzug&#228;nge, die dann meist privat bei den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen in Form eines Smartphones angesiedelt sind, wom&#246;glich nicht genutzt werden d&#252;rfen. Unter solchen Voraussetzung verweigert Unterricht den Lernenden die ihnen m&#246;gliche Autonomie, das eigenst&#228;ndige Lernen, zumindest ein St&#252;ck weit.</p>

<p>Dann werden entsprechende Ger&#228;te eben daheim verwendet. Nur dass dann ein Lehrender zum Beispiel nicht gemeinsam mit den Lernenden Strategien entwickeln kann, wie diese Instrumente effektiv genutzt werden k&#246;nnen, ohne das Selbstdenken zu ersetzen.</p>

<p>Nein, es muss nicht jede Stunde mit dem Internet gearbeitet werden; es gibt auch Stunden, in denen z. B. im Deutschunterricht das „Sehen“ dessen gelernt werden soll, was in einem Text als Text zu entdecken ist. Aber da dies ja die eher &#252;blichen Stunden sind, die durchaus sehr gut sein k&#246;nnen!, lege ich hier die Betonung mal auf die Seite des au&#223;erunterrichtlichen digitalen Paradoxes, dass alle an Schule Beteiligten digitale Instrumente nutzen, aber eben nicht im Unterricht.</p>

<p>Wo aber liegen die Gr&#252;nde dieses Paradoxes, dass Computer &#252;berall eingesetzt werden, auch in der Schule, denn Sekretariate ohne Computer sind undenkbar und die Computer im Lehrerzimmer in der Regel gut genutzt, aber eben nicht im Unterricht?</p>

<p>Und wenn dann Eltern einen Lehrer, der seine Unterrichtsvorbereitungen auf einem Tablet-Computer papierfrei im Unterricht vor sich hat, fragen, wie er zur Nutzung von Computern im Unterricht steht, ist das f&#252;r mich durchaus ein Zeichen, dass es auch bei Eltern die Wahrnehmung des hier beschriebenen digitalen Paradoxes gibt.</p>

<p>Ich antworte Eltern dann in der Regel, dass ich freundlich zur&#252;ckhaltend zur Nutzung von Computern im Unterricht stehe, denn &#252;ber die M&#246;glichkeiten von PC-R&#228;umen hinaus, die beschr&#228;nkt genutzt werden k&#246;nnen, kann ich nicht erwarten, dass Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen private Laptops mit in den Unterricht nehmen. Ich halte es durchaus f&#252;r einen Unterschied, ob Eltern „nur“ Hefte kaufen m&#252;ssen oder ob pl&#246;tzlich ein Laptop oder TabletPC im Unterricht erwartet wird. Das Argument der Lehrmittelfreiheit betrifft Schulb&#252;cher, nicht aber Stifte, Papier, Taschenrechner etc. Aber von Eltern erwarten, dass ihr Kind einen Laptop oder ein Tablet f&#252;r schulische Zwecke besitzt?</p>

<p>Ja: In Mathematik werden auf Kosten der Eltern Taschenrechner angeschafft; in Deutsch werden viele Lekt&#252;ren f&#252;r den Unterricht von den Eltern gekauft. Und ja: Viele &#228;ltere Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben einen Laptop verf&#252;gbar, m&#252;ssten also gar keinen zus&#228;tzlich kaufen.</p>

<p>Ich stehe „freundlich zur&#252;ckhaltend zur Nutzung von Computern im Unterricht”. Das hei&#223;t, dass ich die Nutzung f&#252;r Unterrichtszwecke grunds&#228;tzlich nicht verbiete, aber auch nicht erwarte. Faktisch bedeutet das vor allem, dass ich den Einsatz von Smartphones<em> f&#252;r klar definierte Unterrichtszwecke</em> zulasse, solange nicht erkennbar ist, dass Lernende ohne diese M&#246;glichkeit einen vermeidbaren Nachteil erleiden. Aber es hatten Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen auch schon Laptops dabei, die ihnen dann aber zu schwer waren, um neben den Schulb&#252;chern f&#252;r ein Fach dauerhaft mitgef&#252;hrt zu werden.</p>

<p>Nat&#252;rlich d&#252;rfen Begriffe nachgeschlagen werden. Nat&#252;rlich d&#252;rfen Quellen genutzt werden, solange entsprechende Nachweise erfolgen und ein wesentlicher, eigenst&#228;ndiger Denkanteil erkennbar wird.</p>

<p>Solche Lernprozesse m&#252;ssen begleitet werden. <em>Lehrende m&#252;ssen selbst zeigen, dass Computer zum Arbeiten genutzt werden k&#246;nnen und wie das geht. (sic!)</em> F&#252;r mich ist das einer der Gr&#252;nde, warum ich mit dem Tablet in den Unterricht gehe. Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen verbinden mit solchen Ger&#228;ten vor allem das „Herumspielen“ und reagieren oft erstaunt, wenn sie bemerken, dass da jemand mit arbeitet.</p>

<p>Wie sollen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Kompetenzen f&#252;r die Arbeitswelt erwerben, wenn das zentrale Instrument vieler Berufe, der Computer in all seinen Ausformungen, sie zwar ihre ganze Jugend begleitet, sie aber nicht <a href="http://herrlarbig.de/de/2009/03/12/herausforderung-medienpaedagogik/" target="_blank">medienp&#228;dagogisch begleitet das Arbeiten mit ihm erproben</a>?</p>

<p>Das „digitale Paradox“ erweist sich mir nach l&#228;ngerem Nachdenken zunehmend als ein gesellschaftliches und politisches Paradox.</p>

<p>Sowohl Lehrer und Lehrerinnen als auch Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen nutzen Computer, oft in der Form von Laptops – aber nur zuhause oder maximal noch im Lehrerzimmer. Die Ger&#228;te sind also in vielen F&#228;llen vorhanden und verf&#252;gbar. Sie k&#246;nnten im Unterricht genutzt werden.</p>

<p>Doch diese Nutzung wird nicht offensiv gef&#246;rdert: Weder bieten die Kultusbeh&#246;rden und Schultr&#228;ger Lehrern und Sch&#252;lern, die Rechner in der Schule nutzen (wollen) angemessene Infrastruktur (Anschluss an jedem Platz oder WLan), noch ist die Nutzung der Ger&#228;te im Versicherungsschutz enthalten, den Mitglieder einer Schulgemeinde genie&#223;en.</p>

<p>Gesellschaftlich wird mehr und mehr erwartet, dass Computer in der Schule eine gr&#246;&#223;ere Rolle spielen, aber es gibt keine Finanzierungsmodelle, an denen sich durchaus auch Gruppen beteiligen k&#246;nnten, die besonderen Wert auf angemessen Kompetenzen von Schulabg&#228;ngern legen. Es ist also nicht sichergestellt, dass alle Lernenden diese Arbeitsinstrumente verf&#252;gbar haben k&#246;nnen.</p>

<p>Eine offensive F&#246;rderung w&#252;rde aber vor allem bedeuten, dass Lernmaterial in digitaler Form in den Schulen und im Rahmen der Lernmittelfreiheit vorhanden w&#228;re! Solange die Nutzung neuer Medien im Unterricht &#252;ber die Nutzung im Rahmen von digitalen Pr&#228;sentationen und audiovisuellem Material nicht hinausgeht, steht die Frage im Raum, wie Schule ihrem allgemeinbildenden Auftrag auf Dauer nachkommen kann, wenn das Erlernen und die Verwendung einer neu entstandenen Kulturtechnik, der Umgang mit Computern und digitalen Netzwerken, nicht wirklich zum zentralen Bestand des Lernens an Schulen gemacht wird.</p>

<p>Neben den Kulturtechniken des Lesens, Schreibens und Rechnens stellt der Umgang mit dem Computer und mit digital vernetzten Strukturen in meinen Augen tats&#228;chlich etwas dar, das von &#228;hnlich zentraler Bedeutung ist.</p>

<p>Lehrer und Lehrerinnen benutzen Computer, um dann analoges Material mit in die Schule zu nehmen. Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen benutzen Computer und Netzwerke ebenfalls, um analoge Ergebnisse zu produzieren. Das digitale Paradox besteht auch darin, dass das digitale Arbeiten nahezu ausschlie&#223;lich auf die analoge Verwertung hin erfolgt – und gerade so den M&#246;glichkeiten und Anspr&#252;chen kompetenten Umgangs mit digitalen Technologien nicht entsprechen kann.</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Die 8 besten (?) Werkzeuge des analogen Lernens und Lehrens</title>
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		<pubDate>Wed, 18 May 2011 21:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die einen fragen, was heute zu lernen sei und gehen damit wohltuend von den Tools des Lernens weg hin zu den Inhalten. Prima. An anderer Stelle geht es in einem Offenen Kurs (Open Course) um die Zukunft des Lernens und &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/05/18/die-8-besten-werkzeuge-des-analogen-lernens-und-lehrens/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die einen fragen, <a href="http://imgriff.com/2011/04/18/unsere-zukunft-was-wir-wirklich-lernen-muessen/" target="_blank">was heute zu lernen sei</a> und gehen damit wohltuend von den Tools des Lernens weg hin zu den Inhalten. Prima. </em></p>

<p><em>An anderer Stelle geht es in einem Offenen Kurs (Open Course) um die Zukunft des Lernens und in der dritten Woche, in der sich dieser Kurs nun befindet, geht es um die Tools des Lernens, mit denen dann gelernt werden soll, was zu lernen ist, <a href="http://blog.guykawasaki.com/2006/08/ten_things_to_l.html#axzz1MdqfZX7m" target="_blank">wie auch immer diese Inhalte / Kompetenzen dann n&#228;her definiert sind</a>. </em></p>

<p><em>Die &#220;berschrift der dritten Woche des Offenen Kurses zur »Zukunft des Lernen« lautet: »<a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/agenda/woche-3/" target="_blank">Von iPads, eBooks &amp; Virtual Classrooms. Lerntechnologien</a>«.</em></p>

<p><em>Die Selbstverst&#228;ndlichkeit, so sehr ich diese im Gesamtkontext dieses Kurses auch nachvollziehen kann und mich ihrer oft selbst bediene, mit der bei Lerntechnologien heute von digitalen Lerntechnologien gesprochen wird, erstaunt mich immer wieder.</em></p>

<p><em>Lernende lernen analog, unabh&#228;ngig davon, wie digital die zum Lernen genutzten Medien auch immer sein m&#246;gen. Der Lernprozess des individuellen Menschen findet nicht bin&#228;r statt, sondern in der komplexen Struktur des Gehirns und des ganzen K&#246;rpers.</em></p>

<p><em>Deshalb gibt es von mir an dieser Stelle keine Top-Ten-Liste der wunderbarsten digitalen Lernwerkzeuge, auch wenn ich eine solche erstellen k&#246;nnte, sondern – v&#246;llig unzeitgem&#228;&#223; – eine Liste analoger  <em>»Werkzeuge« des analogen Lernens und Lehrens. Die Reihenfolge ist zumindest nicht konsequent hierarchisch gemeint; die Liste ist bestimmt nicht vollst&#228;ndig und &#252;berhaupt vor allem eine Anregung zur Erweiterung der Diskussion. Die Zukunft des Lernens bringt neue Technologien mit sich. Sollen diese Technologien die analogen ersetzen? Wo k&#246;nnen sie das? Was k&#246;nnen sie nicht leisten? Wo sind analoge Werkzeuge vielleicht unabdingbar?</em></em></p>

<p><em><em>Wenn der offene Kurs <em>»<a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/" target="_blank">Die Zukunft des Lernens</a>« hei&#223;t, so halte ich eine Reduktion auf zuk&#252;nftige Lerntechnologien zu kurz gegriffen. </em></em></em></p>

<p><em><em><em>Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier nun zuspitze, &#252;bertreibe, provozieren will, denn ich wei&#223; sehr wohl, dass nicht alle meine &#196;u&#223;erungen in diesem Beitrag auf umfassende Gegenliebe sto&#223;en d&#252;rften. Aber dennoch: Ich finde, es lohnt, nicht nur von digitalen Tools zu sprechen (obwohl ich ja zum Beispiel hier genau ein solches nutze, um &#252;ber analoge Werkzeuge zu sprechen), sondern auch einmal zu fragen, welchen Wert und welchen Platz analoge Werkzeuge des Lernens in der <em><em><em>»Zukunft des Lernens« haben.</em></em></em></em></em></em></p>

<p><em><em><em><em><em><em>Also los…:</em></em></em></em></em></em></p>

<h2>Die Sinne (Sense Organs)</h2>

<p>Die Sinnesorgane des Menschen sind nach wie vor in der Regel analog, solange nicht digitale Prothesen zum Einsatz kommen. Sie sind f&#252;r Lernprozesse unerl&#228;sslich. Und damit sind nicht nur der H&#246;r- und Sehsinn gemeint, die auch bei digitalen Lernprozessen am Computer zum Einsatz kommen. Der Tastsinn kommt in digitalen Zusammenh&#228;ngen viel zu kurz. Will ich etwas &#252;ber B&#228;ume und W&#228;lder wissen, so muss ich Baumrinde sp&#252;ren k&#246;nnen, den Geruch des Waldes (zu unterschiedlichen Tages- / Jahreszeiten) einatmen. Will ich etwas &#252;ber (gesunde) Ern&#228;hrung wissen, dann f&#246;rdert der Einsatz des Geschmackssinnes dieses Lernen sehr. Lernen ist ein sinnlicher Prozess. Digitale Lernprozesse f&#252;hren oft zu einer Entsinnlichung des Lernens. Vielleicht sind deshalb zum Beispiel Videos von Vortr&#228;gen viel beliebter als reine Audiomitschnitte, obwohl der Informationsgehalt zur Sache identlisch ist.</p>

<h2>Lehrervortrag (Teachers Lecture)</h2>

<p>Ja, es gibt viel zu wenige Lehrende, die in der Lage sind, einen guten Lehrervortrag zu halten. Oder sind es doch die Bedingungen, die es unm&#246;glich machen, sich angemessen auf einen guten Lehrervortrag vorzubereiten, da in den meisten Lehr-Lern-Zusammenh&#228;ngen die zur Vorbereitung ben&#246;tigten Zeitfenster nicht gelassen werden?</p>

<p>Ja, es ist verdammt schwer, einen guten Lehrervortrag zu halten. Ja, es ist v&#246;llig unmodern, &#252;berhaupt davon zu sprechen, dass das mit dem Lehrervortrag eine tolle Sache ist. Und dennoch z&#228;hle ich den (gelungenen) Lehrervortrag zu den Top-Ten der Werkzeuge des analogen Lernens. Was aber ein gelungener Lehrervortrag ist, ist damit noch nicht gesagt:</p>

<ul>
    <li>Ein gelungener Lehrervortrag hat die Lernenden im Blick. Inhaltlich und sprachlich hat er sich an den F&#228;higkeiten der Lernenden zu orientieren und diese gleichzeitig zu erweitern.</li>
    <li>Ein gelungener Lehrervortrag f&#252;hrt zu einem Mitdenken der Lernenden.</li>
    <li>Ein gelungener Lehrervortrag f&#246;rdert Erkenntnisprozesse und die Lust an der Erkenntnis.</li>
    <li>Ein gelungener Lehrervortrag bef&#228;higt zu praktischem Handeln, leitet zu diesem &#252;ber, leitet von einem frontalen Lehr-Lern-Zusammenhang in andere Arbeitsformen &#252;ber, in denen ge&#252;bt wird, in denen Teilaspekte des »Inputs« vertieft, in denen »Output« entsteht und »Wissen« praktisch angewendet wird.</li>
</ul>

<blockquote>
<ul>
    <li>Anmerkung: Auch Vortr&#228;ge im universit&#228;ren Kontext und z. B. auch die <a href="http://www.ustream.tv/channel/opco11" target="_blank">Mittwoch-Live-Streams des #opco11</a> geh&#246;ren zu den Lehrervortr&#228;gen.</li>
</ul>
</blockquote>

<h2>Lernendenaktivit&#228;t (Activities of Learners)</h2>

<ul>
    <li>Es ist zun&#228;chst einmal kein Werkzeug, wenn Lernende eigenst&#228;ndig arbeiten, bei dieser Arbeit bedient man sich eher unterschiedlicher Werkzeuge – und die Frage, ob diese analog oder digital sind ist eine nachgelagerte Frage.</li>
    <li>Dennoch f&#252;hre ich die Eigenaktivit&#228;t Lernender hier unter den Werkzeugen auf, weil es sich dabei aus der Sicht des Lehrenden durchaus um ein »Instrument« handelt, das Lernen erm&#246;glicht. Und da ich hier von den besten analogen Werkzeugen des Lernens und Lehrens schreibe, hat diese Eigenaktivit&#228;t hier ihren Platz.</li>
    <li>Der Lehrende soll sich, sein Wissen und seine Erfahrungen den Lernenden nicht verweigern. Deshalb der eigene Unterpunkt zum »Lehrervortrag«. Ich habe an der Universit&#228;t selbst Veranstaltungen erlebt, in denen der Professor nur auftrat, wenn es darum ging, die Referate f&#252;r das Semester zu verteilen und in der letzten Sitzung eine Zusammenfassung der Veranstaltung zu versuchen. Dazwischen wurde in den »selbst verwalteten Lernprozess« der Studierenden selbst dann nicht eingegriffen, wenn gr&#246;bste Fehler in langweilgsten Referaten verbreitet wurden.</li>
    <li>Zu diesem Nicht-Verweigern des Lehrenden geh&#246;rt aber auch, dass er den Lernenden ihren Freiraum l&#228;sst, um sich selbst und die gewonnenen Kenntnisse auszuprobieren, um aus Kenntnissen Erkenntnisse werden zu lassen. Da es sich aber um <em>Lernenden</em>aktivit&#228;t handelt, begleitet der Lehrende diese wertsch&#228;tzend und kritisch. Das kann durchaus auch darauf hinaus laufen, dass eine Ergebnispr&#228;sentation, die oberfl&#228;chlich und ohne gro&#223;en Erkenntniswert ist, in der sich auch Beratungsversuche der Lehrenden nicht erfolgreich niedergeschlagen haben, entsprechend kritisch besprochen wird.</li>
    <li>Diese Freir&#228;ume, die durchaus gro&#223;z&#252;gig bemessen sein d&#252;rfen, m&#252;ssen nicht analog sein ( – es sei denn, es wird gerade der Umgang mit einem Sportger&#228;t oder &#228;hnliches gelernt).</li>
    <li>Diese Freir&#228;ume m&#252;ssen nicht digital sein ( – es sei denn, es wird gerade der Umgang mit digitalen sozialen Netzen oder &#228;hnliches gerlernt).</li>
</ul>

<h2>Kreidetafel (Blackboard)</h2>

<p>Stromunabh&#228;ngig und sofort zu Stundenbeginn einsatzbereit. Die einzige Voraussetzung ist, dass Kreide vorhanden ist. Entweder der Kreidevorrat wird zentral gepflegt oder aber man hat seine eigenen Vorr&#228;te dabei. Wenn aber Kreide vorhanden ist, ist die Tafel das flexibelste, am schnellsten verf&#252;gbare und alles in allem zuverl&#228;ssigste Instrument zur Darstellung von Gedanken, das in Klassenzimmern vorhanden ist. Mehrfarbigkeit des Tafelbildes ist mit farbiger Kreide schnell umsetzbar. Seit ihrer Einf&#252;hrung in Schulen im 19. Jahrhunderts als ausgereifte und auch in &#228;rmeren Regionen der Welt als Instrument zur Unterst&#252;tzung von Lernprozessen einsetzbar.</p>

<h2>Bibliothek (Library)</h2>

<ul>
    <li>Eine Gruppe Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler in einer Bibliothek reagiert eigentlich immer gleich, wenn die Jugendlichen nicht sofort an die Computer d&#252;rfen: Eigenst&#228;ndig werden B&#252;cher aus den Regalen genommen, durchgebl&#228;ttert und wenn etwas als interessant empfunden wird, wird das genauer gelesen und auch anderen vorgelesen. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen stellt die analoge Bibliothek einen Lernraum dar, der selbstt&#228;tige Lernprozesse f&#246;rdern kann. Wichtig ist dabei, dass es von Lehrern akzeptiert wird, dass dieses Lernen nicht in Gruppen stattfindet, sondern die Lernenden zumindest phasenweise auf deren eigene Interessen konzentriert sein l&#228;sst.</li>
    <li>Bemerkenswert: Die Bibliothek als »Lernwerkzeug« ist ein Ort! Auch wenn vielleicht nicht unbedingt ein klassisches Lernwerkzeug, so spielen die »Lernr&#228;ume« als »Spielr&#228;ume« gelingender Lern-und Bildungsprozesse eine wichtige Rolle.</li>
</ul>

<h2>Notizblock / Schulheft (Exercise Books)</h2>

<p>Sicherlich wird die Frage fr&#252;her oder sp&#228;ter auftauchen, ob mobile Tablet-Computer analoge Formen des Notierens und &#220;bens nicht &#252;berfl&#252;ssig machen, aber da es hier nun einmal um analoge Werkzeuge des Lernens geht, geht es ohne das Schulheft und den Notizblock nicht. Dieses Instrument hat &#228;hnliche Vorteile wie die Kreidetafel. Und da im neuen Kerncurriculum f&#252;r das Fach Deutsch in Hessen unter anderem die f&#252;r andere lesbare Handschrift als Kompetenz aufgenommen wurde, gehe ich nicht davon aus, dass die Handschrift in absehbarer Zeit aus der Schule verschwinden wird. Handschriftliches Erarbeiten von Wissen, die h&#228;ndische Aneignung von Fertigkeiten und Kompetenzen, das Erlernen des Handwerks in den einzelnen F&#228;chern und auch f&#228;cher&#252;bergreifend, ist nach wie vor wichtig und zwar schon alleine, weil unser Gehirn auf eine solche »analoge« Weise lernt.</p>

<h2>Stifte (Pen / Pencil)</h2>

<ul>
    <li>Ganz ehrlich: Wenn ich Bilder von manchen meiner Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler sehe, die mit viel Hingabe gemalt wurden, dann wei&#223; ich um den Wert von Stifen; wenn ich Texte lese, die mit der Handschrift auch etwas von der Person widerspiegeln, die diese Handschrift nutzt, dann mag das Lesen manchmal schwer sein, aber gerade dieses nicht glatte, nicht einfach &#252;berfliegbare der Texte hebt noch einmal hervor, dass wir es mit Pers&#246;nlichkeiten zu tun haben. Im Internet und in Zusammenh&#228;ngen, in denen es nur noch genormte Druckbuchstabenschriften gibt, geht diese Seite des Pers&#246;nlichen oft verloren.</li>
    <li>Wenn ich mir schnell &#220;bersicht &#252;ber einen Gedankengang verschaffen will, benutze ich nach wie vor Papier und Stifte zum Anfertigen von Notizen, Skizeen etc. – Das geht zwar alles auch auf dem Computer, aber wenn ich etwas wirklich lernen will, brauche ich immer wieder auch einfach mein analoges Werkzeug.</li>
</ul>

<h2>Overheadprojektor (Overhead Projector)</h2>

<p>Ich hatte mal eine Lehrerin, die malte wirkliche Tafel<em>bilder</em> – sie muss an den Tagen vor dem Unterricht richtig lange an der Tafel gestanden haben, um ihre Tafel<em>bilder</em> zu zeichnen, was nur ging, weil es sich um einen Lehrgang au&#223;erhalb der Schule handelte, bei dem sicher war, dass das Tafelbild am n&#228;chsten Tag auch noch da sein w&#252;rde. Und &#228;hnlich hochwertige, handgefertigte Zeichnungen zur Verdeutlichung von Zusammenh&#228;ngen brachte diese Lehrerin auf Folien unter. Nie zuvor und nie danach habe ich solch k&#252;nstlerisch spannenden, &#228;sthetisch ansprechenden Lehrmaterialien gesehen, wie bei dieser Sprachlehrerin.</p>

<p>Klar, heutzutage entstehen die meisten Folien unter Benutzung digitaler Technologie, wenn sie nicht direkt mit einer digitalen Pr&#228;sentation und Beamer ersetzt werden. Und doch haben Folien nach wie vor auch in analoger, handbeschrifter Form einen m&#246;glichen Platz im Unterricht: So k&#246;nnen per Folien »Tafelbilder« entstehen, die dauerhafter aufbewahrt werden k&#246;nnen und wieder einsetzbar sind. Der Mehrwert gegen&#252;ber per Computer generierten »Folien« besteht darin, dass wirklich die &#228;sthetische Erfahrung der Handschriftlichkeit, des analogen Schaubildes erreicht werden, auch wenn Lehrende oder Lernende nicht die genialen Zeichner sind.</p>

<p>Auch wenn der Computer in Kombination mit dem Beamer einen ad&#228;quaten Ersatz f&#252;r den Overheadprojektor (OHP) darstellt: Analog erstellte Folien haben oft eine sehr pers&#246;nliche, unverwechselbare Note, die genau auf einen Lehrenden verweist. Diese Option sollten wir uns (zumindest hin und wieder) einfach nicht entgehen lassen, denn das au&#223;ergew&#246;hnliche pr&#228;gt sich ein, f&#246;rdert den Lernprozess. Digital erstellte Materialien sind manchmal so »aalglatt« und uniform gestaltet, dass sie das Lernen zumindest nicht durch »pers&#246;nliche Noten« f&#246;rdern.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Fundst&#252;ck – Peter Kruse: Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 11:00:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Diesen Vortrag einfach mal mitdenkend „konsumieren“. Wurde durch diesen Beitrag von Tobias H&#252;bner auf Peter Kruses Untersuchungen aufmerksam. – Spannend! &#160; &#196;hnliche Beitr&#228;ge: Was m&#246;glich ist: Sch&#252;lerkooperation – ein Beispiel Web 2.0 in Schule und Unterricht Tanze, wo immer du &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/03/27/fundstuck-peter-kruse-wie-die-netzwerke-wirtschaft-und-gesellschaft-revolutionieren/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesen Vortrag einfach mal mitdenkend „konsumieren“. Wurde durch diesen <a href="http://medienistik.wordpress.com/2011/03/26/da-fehlt-doch-was-der-kongress-der-initiative-keine-bildung-ohne-medien-am-24-25-3-in-berlin/" target="_blank">Beitrag von Tobias H&#252;bner</a> auf Peter Kruses Untersuchungen aufmerksam. – Spannend!</p>

<p>&nbsp;</p>

<p><object width="480" height="390" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/ryiuuUKQJy0?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="480" height="390" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/ryiuuUKQJy0?fs=1&amp;hl=de_DE" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>&#220;berlegungen zur Medienp&#228;dagogik</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 23:04:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Res&#252;mee: &#220;ber Medienp&#228;dagogik wird viel diskutiert. K&#252;rzlich wieder auf dem Kongress zum so genannten „Medienp&#228;dagogischen Manifest“, &#252;ber das die hier verlinkte Website n&#228;here Auskunft gibt. In diesem Beitrag fasse ich meinen aktuellen Stand der Reflexion der Frage zusammen, wie Medienp&#228;dagogik &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/03/27/uberlegungen-zur-medienpadagogik/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Res&#252;mee: &#220;ber Medienp&#228;dagogik wird viel diskutiert. K&#252;rzlich wieder auf dem Kongress zum so genannten <a href="http://www.keine-bildung-ohne-medien.de/" target="_blank">„Medienp&#228;dagogischen Manifest“, &#252;ber das die hier verlinkte Website n&#228;here Auskunft gibt</a>. </em> <em>In diesem Beitrag fasse ich meinen aktuellen Stand der Reflexion der Frage zusammen, wie Medienp&#228;dagogik heute aussehen kann.</em></p>

<blockquote>„Meine Nichte, die ist 12, die hat sich tierisch dar&#252;ber aufgeregt, dass die Deutschlehrerin sagte: Die Nutzung von Wikipedia ist verboten, weil das keine zuverl&#228;ssigen, verifizierten Quellen sind. Das ist bei den Jugendlichen schlecht angekommen, das Verbot von sozialen Medien.“</blockquote>

<p>Eine &#196;u&#223;erung, die ich auf dem <a href="http://www.livescribe.com/cgi-bin/WebObjects/LDApp.woa/wa/MLSOverviewPage?sid=Q8SFq1LVsxf4" target="_blank">Bremer Educamp</a> h&#246;rte.</p>

<p>Vor noch ein paar Jahren h&#228;tte ich bez&#252;glich Wikipedia wohl &#228;hnlich Restriktives sagen k&#246;nnen.</p>

<p>In Wirklichkeit aber will ich den Lehrer sehen, der sich nicht auch der Wikipedia bedient.<span id="more-5935"></span></p>

<p>Ja, man kann darauf dr&#228;ngen, wie es in Bremen ein Kollege von einer anderen Schule berichtete, dass die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler die Prim&#228;rquellen nutzen sollen, die am Ende entsprechender Artikel Wikipedias angegeben sind. Das finde ich gut, denn wenn ich Wikipedia nutze, dann nutze ich diese Prim&#228;rquellen so h&#228;ufig es geht.  Viele dieser Prim&#228;rquellen f&#228;nde ich ohne die leicht zug&#228;ngliche Wikipedia nicht. Und, das ist das besondere Schmankerl der Wikipediakonzeption, wenn ich der Meinung bin, dass wichtige Prim&#228;rquellen fehlen, dann kann ich diese erg&#228;nzen und so den Charakter von Wikipedia als enzyklop&#228;disches Portal aktiv mitgestalten.</p>

<p>Das Verbot der Nutzung digital zug&#228;nglicher Wissensspeicher, ein Verbot, das vor allem an Schulen weiter verbreitet zu sein scheint, als ich das fr&#252;her angenommen habe, ist keine Medienp&#228;dagogik.</p>

<p>Das Argument, Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler sollten sich das Wissen selbst erarbeiten und eben nicht bereits vorgekautes, in der Regel v&#246;llig kritiklos, wiederk&#228;uen, klingt plausibel. – Aber auch ein solches Argument ist kein medienp&#228;dagogischer Ansatz.</p>

<p>Dieses Argument blendet viel mehr die Wirklichkeit aus, dass trotz Verboten Wikipedia genutzt wird.</p>

<p>Auch Lehrer und Lehrerinnen nutzen diese und andere Plattformen im Netz, um an Wissen zu gelangen.</p>

<p>W&#228;re je ein Lehrer auf die Idee gekommen, Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern die Lekt&#252;re des Brockhaus in 24 B&#228;nden zu untersagen? – Es wird argumentiert, dass redigierte Nachschlagewerke zuverl&#228;ssig seien und deshalb genutzt werden d&#252;rften.</p>

<p>Wikipedia hingegen k&#246;nne als „Mitmach-Format“ den Qualit&#228;tskritierien nicht standhalten, die ein klassisches Lexikon bieten konnte.  Dem kann widersprochen werden: Bei zeitgeschichtlichen Fragestellungen waren gedruckte Lexika in der Regel nicht auf dem neuesten Stand, also unzuverl&#228;ssig.</p>

<p>Zu &#252;berlegen, ob ein Wissensspeicher erlaubt werden soll oder nicht, ist in meinen Augen keine Medienp&#228;dagogik, sondern bevormundendes Verhalten, das im schlimmsten anzunehmenden Fall medienp&#228;dagogisches Handeln „ersetzt“ bzw. verhindert.</p>

<p>Das Problem solcher „Verbote“ im Kontext bildenden, p&#228;dagogischen und somit auch medienp&#228;dagogischen Handelns, sei es nun der &#252;ber das Internet zug&#228;nglichen Inhaltsspeicher oder sei es auch der Zugangsger&#228;te selbst, besteht darin, dass Inhalt und Ger&#228;te in den Vordergrund gestellt werden, ohne dass, um mit Georg R&#252;ckriem zu sprechen, eine Bedeutungslogik entsteht.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/27/uberlegungen-zur-medienpadagogik/#footnote_0_5935" id="identifier_0_5935" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="R&amp;#252;ckriems Vortrag, in dem er dies so formuliert, ist in Lisa Rosas Beitrag zum Medienbegriff vom 18. Oktober 2010 verlinkt und von dort aus zug&amp;#228;nglich.">1</a></sup></p>

<p>Es entsteht der Eindruck, dass in vielen „medienp&#228;dagogischen Debatten“ keine Medienp&#228;dagogik, sondern eine Ger&#228;te- und Inhalts„p&#228;dagogik“ betrieben wird.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/27/uberlegungen-zur-medienpadagogik/#footnote_1_5935" id="identifier_1_5935" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zur Differenzierung von Ger&amp;#228;te, Inhalt und Medien vgl. den in Lisa Rosas Beitrag zum Medienbegriff vom 18. Oktober 2010 verlinkten R&amp;#252;ckriem-Vortrag">2</a></sup></p>

<p>Es gibt reichlich Schulen, die die Nutzung, ja zum Teil sogar das Mitf&#252;hren von Mobiltelefonen verbieten. Es wird mit illegalem Datenaustausch, diskreditierendem Gebrauch der in Mobiltelefonen integrierten Kameras und auch mit der Annahme argumentiert, dass die Nutzung digitaler Medien in der Schule, also z. B. auch MP3-Ger&#228;ten, den Aufgaben der Schule zuwider laufe.</p>

<p>Wer in den Pausen Musik h&#246;re, l&#246;sche, was er vorher gelernt habe, h&#246;rte ich in solchen Diskussionen auch schon als Argument, nie aber, dass der schulische Ger&#228;uschpegel in Pausen einen solchen Effekt habe und deshalb ein Sprech-, Spiel-, Lachverbot einzuf&#252;hren sei.</p>

<p>Doch selbst, wenn man die Argumente f&#252;r einen restriktiven Umgang mit Handys akzeptiert, sich mit ihnen arrangieren kann: In vielen Schulen scheinen in der Folge dieses restriktiven Umgangs dann &#228;hnliche Restriktionen auch f&#252;r Laptops und Tablet-PCs zu gelten.</p>

<p>Dies ist so wenig Medienp&#228;dagogik, wie es das Erkl&#228;ren von Funktionen in Textverarbeitungsprogrammen etc. ist.</p>

<p>Medien sind, um hier eine Definition zu wagen, komplexe Systeme der Generierung von Weltverst&#228;ndnis.</p>

<p>Diese Systeme werden jeweils von Vermittlungs- und Kommunikationsinstrumenten getragen, die angesichts der Komplexit&#228;t solcher Systeme oft selbst als „Medium“ angesehen werden.</p>

<p>Wenn wir angesichts von Fernsehen, Zeitungen, Radio, und Internet diese Erscheinungsformen als „die Medien“ bezeichnen, meinen wir in der Regel nicht nur die „Produkte“. Eine Zeitung als papierne oder digitale Sammlung von Artikeln ist nicht das Medium Zeitung. Das Medium ist vielmehr der komplexe Zusammenhang des Zustandebringens solcher Produkte im medialen Prozess, dessen Gesamtheit erst das Medium ausmacht.</p>

<p>Medien sind soziale Beziehungsgeflechte, die in „Produkten“ erkennbar werden.</p>

<p>Wer aber diese „Produkte“ verstehen und reflektieren will, der darf nicht bei dem „Produkt“ Tageszeitung (Radionachricht, Fernsehprogramm, Webseite) stehen bleiben und dieses schon f&#252;r das Medium halten.</p>

<p>Da aber Medienp&#228;dagogik in meinen Augen auch das Ziel hat, Medien als zentrale Elemente der kollektiven Konstruktion von Wirklichkeit und Weltdeutung reflektieren und kritisieren zu k&#246;nnen, bringt es z. B. nichts, alternativ zu digitalen Technologien t&#228;glich in Schulen analoge, papierne Zeitungen auszuteilen, solange nicht auch der Prozess der Genese dieses Produktes in den Blick genommen und damit reflektierbar gemacht wird.</p>

<p>Medienp&#228;dagogik kommt also noch lange nicht zu sich selbst, wenn mit medial relevanten Instrumenten gearbeitet wird: Der Einsatz digitaler Medien im Unterricht ist noch keine Medienp&#228;dagogik, aber wom&#246;glich Voraussetzung daf&#252;r, dass diese stattfinden kann.</p>

<p>So wenig eine Zeitung als Zeitung verstanden werden kann, wenn man nicht journalistische Arbeitsprozess versteht, die Struktur von Zeitungsverlagen in den Blick nimmt etc., so wenig kann sie als solche verstanden werden, wenn die Zeitung erst einmal verboten wird, weil da jemand Angst hat, die Lekt&#252;re von Zeitungen in den Pausen k&#246;nne den gerade gelernten Stoff &#252;berlagern und verdr&#228;ngen; au&#223;erdem kann man Zeitungen zusammenrollen und unangemessen als Schlaginstrumente nutzen.</p>

<p>Analog gilt: Medienp&#228;dagogik in Zeiten eines digitalen Leitmediums, das mehr als je zuvor globale Interaktion erlaubt, in Zeiten von Web 2.0, Cloud Computing etc. kann sich nicht auf Produkte beschr&#228;nken, sondern muss auch den Prozess verstehen lernen und lehren, der diese medialen Erscheinungsformen des Leitmediums pr&#228;gt.</p>

<p>Medienp&#228;dagogisches Handeln setzt Wissen und Kompetenz der Handelnden voraus.</p>

<p>So, wie ich Literatur nicht verstehe, wenn ich keine Romane, Gedichte etc. lese, kein guter Physiker bin, wenn ich zwar Formeln beherrsche, aber keine Experimente durchf&#252;hren kann etc., so bin ich im Kontext des digitalen Leitmediums in alle seinen Erscheinungsformen<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/27/uberlegungen-zur-medienpadagogik/#footnote_2_5935" id="identifier_2_5935" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Biologistisch ausgedr&amp;#252;ckt: Das Leitmedium ist der Genotyp (analog, digital), die medialen Erscheinungsformen sind der Ph&amp;#228;notyp (analog: B&amp;#252;cher, Zeitungen, Briefe &hellip;; digital: Blogs, Foren, E-Mails, Computer, Navigationsger&amp;#228;te &hellip;) ">3</a></sup> nur dann kompetent, wenn ich praktisch mit ihnen arbeite.</p>

<p>Kritiker k&#246;nnten nun anf&#252;hren, dass man zur Reflexion eines Prozesses nicht unbedingt selbst in die Praxis eingebunden sein muss. Im Kontext des neuen Leitmediums widerspreche ich dieser in manch anderem Zusammenhang zutreffenden Aussage, weil erstmals in der Menschheitsgeschichte der mediale Prozess nicht mehr systembedingt in abgeschlossenen „Medien“ wie Zeitungen (Redaktionen, Herausgeber, Verlage), Fernsehen, Radio, B&#252;chern, Zeitschriften … stattfindet.</p>

<p>Die M&#246;glichkeit der Teilhabe ist Teil des digitalen Mediums.</p>

<p>Solange mediale Prozesse vor allem &#252;ber Distributionsmedien (Verteilungsmedien) weitgehend nur in eine Richtung verliefen, von der M&#246;glichkeit des Leserbriefes abgesehen, waren die H&#252;rden zur eigenen Produktion von Inhalten, die auch wahrgenommen wurden, sehr hoch. Es waren nicht nur Inhalte zu erstellen, sondern es musste auch noch ein Weg gefunden werden, diese zu ver&#246;ffentlichen.</p>

<p>Medienp&#228;dagogik in Zeit von Distributionsmedien war vor allem Reflexion &#252;ber diese Medien, ohne dringende Notwendigkeit, selbst in der Lage zu sein, solch ein Medienprodukt herzustellen.</p>

<p>An die Stelle des Distributionsmediums ist heute aber das Kommunikationsmedium getreten. In der Umgangssprache ist das das „Mitmach-Web“. Und in einem solchen Zusammenhang funktioniert eine rein reflexive Medienp&#228;dagogik nicht mehr:</p>

<ul>
    <li>Wurden fr&#252;her Filmszenen analysiert um im Rahmen medienp&#228;dagogischen Handelns zu einem tieferen Verst&#228;ndnis des Films als mediale Form zu gelangen, gilt es heute, den Prozess der Reflexion der medialen Form in den Kontext kompetenten Umgangs mit ihm einzubetten, was praktisch bedeutet, dass Medienp&#228;dagogik die M&#246;glichkeit mit ber&#252;cksichtigen muss, dass heute jeder via Vimeo, YouTube etc. Videos ver&#246;ffentlichen und dank digitaler Videokameras und Schnittsoftware auf dem Computer diese auch produzieren kann.</li>
    <li>Es geht nicht mehr nur darum, das System Zeitung reflexiv in die medienp&#228;dagogische Praxis einzubinden, sondern es wird mehr und mehr zu einer wichtigen Kompetenz, sich selbst in den Prozess einbringen zu k&#246;nnen, der fr&#252;her alleine von Zeitungen und Zeitschriften betrieben wurde.</li>
</ul>

<p>Medienp&#228;dagogik braucht heute Leute, die kompetent mit Medien umgehen und die kompetent &#252;ber Medien reflektieren k&#246;nnen.</p>

<p>Eine solche Verbindung kann zum Beispiel darin ihren Ausdruck finden, dass der Reflexionsprozss in den Formen zeitgen&#246;ssischer medialer Wirklichkeitskonstruktion eingebettet ist.</p>

<p>So wurde in analogen Zeiten auf Papier analog reflektiert; so wird in digitalen Zeiten digital in Blogs, auf Websites etc. reflektiert, auch wenn hier durchaus auch die analoge Form der Reflexion nach wie vor verf&#252;gbar ist.</p>

<p>Medienp&#228;dagogen m&#252;ssen nicht unbedingt gro&#223;e Inhalts-(Content)-Produzenten sein und bloggen, aber Medienp&#228;dagogen m&#252;ssen heute aktiv mit medialen Prozessen umgehen (k&#246;nnen), um &#252;berhaupt medienp&#228;dagogisch arbeiten zu k&#246;nnen. Das ist wichtig, weil von Medienp&#228;dagogen heute auch erwartet wird, dass ein angemessener Umgang mit den medialen Ausdrucksmitteln (-instrumenten) vermittelt wird.</p>

<p>So, wie Musikp&#228;dagogen ein paar Instrumente spielen m&#252;ssen, um &#252;berhaupt musikp&#228;dagogisch arbeiten zu k&#246;nnen, so m&#252;ssen Medienp&#228;dagogen ein paar digitalen „Instrumente“ spielen k&#246;nnen, um wirklich medienp&#228;dagogisch zu arbeiten. – Anders ausgedr&#252;ckt: Medienp&#228;dagogen m&#252;ssen heute selbst ins Netz, m&#252;ssen selbst mit Computer und Co vertraut sein.</p>

<blockquote>„Meine Nichte, die ist 12, die hat sich tierisch dar&#252;ber aufgeregt, dass  die Deutschlehrerin sagte: Die Nutzung von Wikipedia ist verboten, weil die Artikel  keine zuverl&#228;ssigen, verifizierten Quellen sind. Das ist bei den  Jugendlichen schlecht angekommen, das Verbot von sozialen Medien.“</blockquote>

<p>Medienp&#228;dagogik verbietet ein Produkt des zeitgen&#246;ssischen medialen Prozesses nicht, sondern ist mit diesem Ph&#228;nomen so vertraut, dass ein Reflexionsprozess stattfinden kann. Die nackte Behauptung, dass Wikipedia keine zuverl&#228;ssigen Artikel liefere, ist nicht in der Lage, angemessen mit dieser medialen Form umzugehen.  Und so ist es f&#252;r mich zweifelhaft, ob der zum Teil sehr restriktive Umgang mit digitalen Medien in Schulen medienp&#228;dagogisch w&#252;nschenswerte Ziele nicht unerreichbar macht. In dem von Prof. Dr. Horst Niesyto angesto&#223;enen „<a href="http://www.keine-bildung-ohne-medien.de/" target="_blank">Medienp&#228;dagogischen Manifest</a>“ liest sich das so:</p>

<blockquote>„Medienkompetentes Handeln setzt fundierte Kenntnisse &#252;ber die verschiedenen Medien voraus: Kenntnisse &#252;ber technische Grundlagen und &#228;sthetische Formen, &#252;ber die Bedingungen und Formen medialer Produktion und Verbreitung in der Gesellschaft, ein Bewusstsein f&#252;r die kulturell‐kommunikative, &#246;konomische und politische Bedeutung, die Medien in globalisierten Gesellschaften haben. Medienkompetenz zielt auf die F&#228;higkeit zur sinnvollen, reflektierten und verantwortungsbewussten Nutzung der Medien. Hierzu geh&#246;ren u.a. die F&#228;higkeit zu &#252;berlegter Auswahl, zum Verstehen und Interpretieren medialer Kodes, zu einer reflektierten Verwendung von Medien in Freizeit, Schule und Beruf. Das aktive und kreative Gestalten mit Medien f&#252;r Selbstausdruck, f&#252;r die Artikulation eigener Themen, f&#252;r Kontakt und Kommunikation ist ein weiterer, zentraler Bereich von Medienkompetenz. Schlie&#223;lich f&#246;rdert Medienp&#228;dagogik die Medienkritik, die sich sowohl auf die gesellschaftliche Medienentwicklung als auch die (selbstreflexive) Mediennutzung und die eigene Gestaltung mit Medien bezieht.“</blockquote>

<p>Um die Entwicklung einer solche Medienkompetenz zu unterst&#252;tzen, bedarf es Medienp&#228;dagogen, die diese Kompetenzen selbst haben und vorleben.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Media@School – Bremer Medientag 2011</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 22:32:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#160; Auf dem media@school-Medientag gab es einen Eindruck, was faktisch in Sachen Medieneinsatz an Schulen los ist. Das Bild, das ich hier bekommen habe, ist sehr vielseitig. Es gibt, das sei gleich am Anfang gesagt, an vielen Schulen Lehrer, die &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/03/18/mediaschool-bremer-medientag-2011/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><a href="http://educamp.mixxt.de" target="_blank"><img src="http://elearning2null.de/learnmedia/echb11/banner_285px.png" border="0" alt="EduCamp Bremen :: 19./20. M&#228;rz 2011" /></a></p>

<p style="text-align: right;">&nbsp;</p>

<p>Auf dem <a href="http://educamp.mixxt.de/networks/events/show_event.31590" target="_blank">media@school-Medientag</a> gab es einen Eindruck, was faktisch in Sachen Medieneinsatz an Schulen los ist.</p>

<p>Das Bild, das ich hier bekommen habe, ist sehr vielseitig.</p>

<p>Es gibt, das sei gleich am Anfang gesagt, an vielen Schulen Lehrer, die sich um Medienp&#228;dagogik k&#252;mmern. Es gibt an <em>vielen</em> Schulen <em>wenige</em> (vereinzelte?) Lehrer, die sich um p&#228;dagogisch verantworteten Gebrauch von Medien Gedanken machen und praktische Umsetzungen wagen.</p>

<p>Das Bild ver&#228;ndert sich, wenn der Begriff „Medien“ etwas breiter verstanden wird, als ich es normalerweise tue, rede ich von Medieneinsatz an Schulen.</p>

<p>Normalerweise denke ich dabei an Video, Audio, Computer, Internet. Dass man auch „Robotik“<span id="more-5875"></span> und Projekte, die eher auf die T&#228;tigkeit von Ingenieuren hin ausgerichtet sind, in den Medienbegriff miteinschlie&#223;t &#252;berraschte mich zumindest kurzzeitig, aber als pragmatisch integrierendes Vorgehen war diese Mischung irgendwie f&#252;r mich auch stimmig.</p>

<p><a href="http://www.mintzukunftschaffen.de/" target="_blank">MINT</a>-Projekte gibt es weiter verbreitet, als ich es bei Medienprojekten sehe. Und so ergab sich eine Mischung solcher Projekte: Ein wenig MINT (Robotik in der Schule, <a href="http://www.techkreativ.de/" target="_blank">TechKreativ</a>), wobei hier die Verbindung zu den „Medien“ wohl darin gesehen werden konnte, dass diese Projekte darauf hin ausgerichtet sind, digitale Technologien in produktiven Zusammenh&#228;ngen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern nahe zu bringen.</p>

<p>Dar&#252;ber hinaus wurde <a href="http://draufhaber.tv" target="_blank">draufhaber.tv</a> vorgestellt, eine Video-Community vor allem f&#252;r Jugendliche (faktisch wohl f&#252;r von Lehrern angeleitete Jugendliche, die von den Lehrern auf diese Plattform gebracht werden [sollen], die von Prof. Dr. Andreas Breiter und Prof. Dr. Karsten D. Wolf betreut wird. Noch befindet sich draufhaber.tv in der Entwicklungsphase, noch dauert es ein paar Monate bis zur geschlossenen Beta, die interessanterweise genau in der Sommerferienzeit liegen wird, bevor dann im September eine offene Beta gestartet wird.</p>

<p>Mathematik und das Programm <a href="http://www.geogebra.org/" target="_blank">GeoGebra</a> wurden ausf&#252;hrlich vorgestellt, wobei allerdings auffiel, dass es dem <a href="http://www.bnmc.uni-bremen.de/" target="_blank">Bremer Netzwerk Mathematik und Computer (BNMC)</a> scheinbar vor allem darum geht, die Lehrer in die Lage zu versetzen, Computer und Beamer im Rahmen des Mathematikunterrichts unterweisend einzusetzen, im Rahmen von Frontalphasen zu nutzen. &#220;ber die Nutzung des Programmes von Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lerin im Unterricht erfuhren wir in der ausf&#252;hrlichen Vorstellung des Netzwerkes und des Programmes nichts.</p>

<p>Richtig spannend wurde es, als die ersten <a href="http://www.szdrebberstrasse.de/" target="_blank">Sch&#252;lerinnen mit ihrem Lehrer</a> auftraten. Nicht, dass die Sch&#252;lerinnen einen gro&#223;en Anteil an der Vorstellung des Einsatzes von Medien im Spanischunterricht hatten, aber dass sie dabei waren, sagte viel &#252;ber die Einstellung des Lehrers.</p>

<p>Daniel Weber l&#228;sst Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler intensiv mit Medien arbeiten und konnte einiges an Videomaterial vorlegen, das in seiner Qualit&#228;t gut war. Bemerkenswert dabei: Weber hat (nicht repr&#228;sentativ) evaluiert, was der Medieneinsatz f&#252;r die Unterrichtsmotivation bringt und ob das auch Auswirkungen auf deren Leistungen hat. – Die Ergebnisse sprechen erst einmal f&#252;r die aktive Gestaltung medialer Formen durch Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler im Fremdsprachenunterricht, auch wenn manche fragen k&#246;nnte, was das Schneiden eines Videos mit der Grammatik einer Fremdsprache zu tun hat.</p>

<p>Dar&#252;ber hinaus wurden Projekte mit bremischem Bezug vorgestellt. So gibt es hier <a href="http://www.lis.bremen.de/detail.php?gsid=bremen56.c.13805.de" target="_blank">eine sehr professionell ausgestattete Einrichtung, in der professionelle Audio- und Filmproduktionen mit Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen produziert werden k&#246;nnen</a>.</p>

<p>Es gibt an der <a href="http:Wilhelm-Wagenfeld-Schule.de//" target="_blank">Wilhelm-Wagenfeld-Schule</a> umfassende Gestaltungsprojekte von der Komposition von Bildern bis hin zu Kunstobjekten. Matthias Streicher und Armin Wahl gaben einen f&#252;r mich beeindruckenden &#220;berblick, was an dieser Schule mit dem Schwerpunkt Gestaltung (Fachoberschule, berufliches Gymnasium und Werksschule unter einem Dach) an Produkten entsteht.</p>

<p>Der Vorspann des Educamps, das war noch kein Educamp!, war sehr mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtet. Die vorgestellten „Medien“ waren &#252;berraschend internetarm: Ingenieurskunst und k&#252;nstlerische Projekte standen im Zentrum, was zumindest den Blick darauf erweiterte, wie digitale Technologien in Schulen eingesetzt werden k&#246;nnen und auch f&#252;r die Gestaltung konkreter Produkte genutzt werden k&#246;nnen.</p>

<p>Digitale Vernetzung als Instrument des Lernens spielte an diesem Nachmittag wenn &#252;berhaupt eine sehr nachgeordenete Rolle. Es ging zwar um die produktive Nutzung digitaler Technologien, aber diese bezog sich eher auf konkrete, zeitlich eingeschr&#228;nkte Projekte und nicht auf ein Lernen, in dem vernetzte Strukturen eine Rolle spielen.</p>

<p>Das fiel mir wohl deshalb so sehr auf, weil ich selbst spannende Lernerfahrungen in vernetzten Strukturen gemacht habe und mache. Erfahrungen, die hier in Bremen bereits an diesem dem eigentlichen Educamp vorgelagerten Tag mit Gesichtern verbunden wurden.</p>

<p>Media@School bot wenig zu diesen Fragen, aber viel an konkreten Beispielen, was an Schulen m&#246;glich ist, auch wenn das Web-2.0 bei solchen Projekten eher weniger vorzukommen scheint.</p>

<p>Der Nachmittag bei Media@School war &#252;brigens ein klassischer Pr&#228;sentationsnachmittag. Er war daraufhin angelegt Projekte vorzustellen und entsprechend frontal. Das entsprach dem Format der Veranstaltung, so spannend es f&#252;r mich immer wieder ist, zu erleben, wie mit Schule und Unterricht befasste Profis (!) ihre Pr&#228;sentationen aufbauen.</p>

<p>Nach diesen Pr&#228;sentationen startet das Educamp selbst mit Veranstaltungen durch, in denen es zwar auch Input gibt, in denen aber vor allem gemeinsam gedacht wird. Morgen geht es los: Das Educamp, das keine Unterrichtungsveranstaltung ist, sondern ein Think-Tank rund um das Motto des Camps „Neue Lernr&#228;ume gestalten“.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/gefunden-add-on-to-the-face-to-face-learning-at-adelaide-university-podcast-english/" rel="bookmark" title="21. November 2010">Gefunden: Free iPads as an Add-On to the Face-to-Face-Learning at Adelaide-University (Podcast / English)</a></li>

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		<title>Apps (nicht nur) f&#252;r Lehrer: MoMA-AB/EX/NY</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2010/11/26/apps-nicht-nur-fuer-lehrer-moma-abexny/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 14:25:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Museum ist eine Bildungseinrichtung. Wenn ein Museum dann „Museum of Modern Art“ hei&#223;t, unter dem K&#252;rzel MoMA weltbekannt ist und schon auf seiner Website ein faszinierendes Angebot bereit h&#228;lt, dann darf man gespannt sein, wie sich der Bildungsanspruch einer &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/11/26/apps-nicht-nur-fuer-lehrer-moma-abexny/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a rel="http://moma.org/explore/mobile/abexnyapp" href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/11/abexny.jpg" target="_blank"><img class="aligncenter size-medium wp-image-5315" title="abexny" src="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/11/abexny-300x115.jpg" alt="Quelle: http://moma.org/explore/mobile/abexnyapp" width="300" height="115" /></a></p>

<p><a href="http://herrlarbig.de/2009/09/18/bildungsorte-das-staedel-zu-frankfurt-am-main/" target="_blank">Ein Museum ist eine Bildungseinrichtung</a>. Wenn ein Museum dann „Museum of Modern Art“ hei&#223;t, unter dem K&#252;rzel MoMA weltbekannt ist und schon auf seiner <a href="http://moma.org" target="_blank">Website</a> ein faszinierendes Angebot bereit h&#228;lt, dann darf man gespannt sein, wie sich der Bildungsanspruch einer solchen Einrichtung in Apps f&#252;r das iPhone und das iPad darstellt.</p>

<p>Neben der sehr empfehlenswerten <a href="http://moma.org/explore/mobile/iphoneapp" target="_blank">iPhone-App des MoMA</a>, die selbst dann spannend ist, wenn man nicht vor Ort ist und mit ihrer Unterst&#252;tzung das Museum entdeckt, ist nun zu einer Ausstellung zu den einst in New York ans&#228;ssigen „abstrakten Expressionisten“ eine iPad-Applikation erschienen, die selbst aus der Ferne diese Ausstellung zug&#228;nglich macht. Die kostenlos bereit gestellte <a href="http://moma.org/explore/mobile/abexnyapp" target="_blank">AB EX NY iPAD APP</a> <span id="more-5314"></span>macht einige H&#246;hepunkte der Ausstellung <em><a href="http://moma.org/visit/calendar/exhibitions/1098" target="_blank">Abstract Expressionist New York</a> </em>zug&#228;nglich und verkn&#252;pft diese Bilder mit weiteren verf&#252;gbaren Materialien, die zum Beispiel in Form von Beitr&#228;gen der Kuratoren den Zugang zu einem Bild vertiefen k&#246;nnen. Das meiste dieses Materials wird vom MoMA in vorbildlicher Weise sowieso schon frei verf&#252;gbar gemacht: In der App wird es vor allem in einen Zuammenhang gebracht, der so auf der Website nicht vorhanden ist.</p>

<p>Au&#223;erdem verf&#252;gt die App &#252;ber einen Glossar zu Fachbegriffen aus dem Bereich der Kunst, eine Karte, die mit den K&#252;nstlern verbundene Orte anzeigt – kurz: In der App ist alles verf&#252;gbar, was zu einer interaktiven Ann&#228;herung an diese Kunst und an diese K&#252;nstler n&#246;tig ist. Diese App ist den einen vielleicht ein F&#252;hrer durch die Ausstellung, den anderen aber eine Art „Schulbuch“. Ja, meine erste Assoziation zu dieser App war, dass hier die Richtung vorgegeben wird, wie ein Schulbuch in Zukunft aussehen k&#246;nnte, wobei die Verk&#252;npfungsoptionen wom&#246;glich noch eine viel gr&#246;&#223;ere Tiefe in der Besch&#228;ftigung mit dem Material zulassen k&#246;nnen, als es diese iPad-App tut, die &#252;brigens auch erlaubt, die eigenen Lieblingswerke zu twittern…</p>

<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/nYVvbuVjyfo?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/nYVvbuVjyfo?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

<p>Kommen wir also zu unseren Testfragen:</p>

<ul> <li>Was kann die Applikation? Was kann die Applikation nicht?</li> </ul>

<p>Die Applikation stellt ausgew&#228;hlte H&#246;hepunkte der Ausstellung „Abstract Expressionist New York“ zur Verf&#252;gung, die vom 3.10.2010–25.04.2011 im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) zu sehen ist. Dar&#252;ber hinaus gibt es eine Karte, die die Werke mit dem Ort New York verkn&#252;pft und zeigt, wo K&#252;nstler wie Hans Hofmann, Jackson Pollock, Barnett Newman, Willem de Kooning, Mark Rothko, Lee Krasner und David Smith in New York pr&#228;sent waren und sind.</p>

<p>Kuratoren des Museums stellen per Video einzelne K&#252;nstler, aber auch besondere Maltechniken oder andere Besonderheiten vor. Dar&#252;ber hinaus gibt es zu Einzelbildern auch noch schriftlich vertiefende Hinweise.</p>

<p>Was die App nicht kann: Den spontan erwachendenen Wunsch nach einem sofortigen Aufenthalt in der Ausstellung mittels nicht verf&#252;gbarer Beamtechnologie a la Raumschiff Enterprise zu verwirklichen helfen.</p>

<ul> <li>Wie kann die Applikation in den Arbeitsprozess von Lehrern und Lehrerinnen integriert werden?</li> </ul>

<p>Diese App kann von Kunst- und Englischlehrern eingesetzt werden, wenn sie eine eigenst&#228;ndige Ann&#228;herung der Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler an den Abstrakten Expressionismus New Yorker Pr&#228;gung erm&#246;glichen wollen.</p>

<p>Davon abgesehen kann diese Applikation bei &#220;berlegungen hilfreich sein, wie Schulb&#252;cher, die sich digitaler Technologien auf Tablet-PCs mit ber&#252;hrungsempfindlichen Bildschirmen bedienen, m&#246;glicherweise aussehen k&#246;nnten. Mir kommen da ohne gro&#223;es Nachdenken zum Beispiel Visionen, Goethes Faust auf einem solchem Wege zug&#228;nglich zu machen… Schulb&#252;cher der Zukunft werden eine Gemeinschaftsleistung von Programmierern und derjenigen sein, die die Inhalte erstellen bzw. verf&#252;gbar halten.</p>

<ul> <li>Welchen Mehrwert gegen&#252;ber dem analogen Arbeitsprozess von Lehrern und Lehrerinnen kann ich erkennen?</li> </ul>

<p>Wenn Apps wie die des MoMAs eingesetzt werden, so liegt deren St&#228;rke in der Integration von oft schon sowieso &#252;ber die Website verf&#252;gbaren Inhalten und mediale Formen. Neben dem pers&#246;nlichen Bildungsnutzen, hat diese App den Vorteil, kostenlos verf&#252;gbar zu sein und zu zeigen, was mit Tablet-PCs heute schon m&#246;glich ist. Was ich damit meine: Einfach mal Kollegen im Lehrerzimmer das iPad mit dieser App in die Hand geben und auf die Reaktionen achten <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>

<ul> <li>Hat die entsprechende analoge Form des Arbeitsprozess von Lehrern und Lehrerinnen Vorteile gegen&#252;ber der digitalen Form?</li> </ul>

<p>Da es sich hier um eine App handelt, die formal zeigt, was heute schon geht, kann diese Frage nur indirekt beantwortet werden. Der Hauptnachteil solcher Apps liegt in der Versuchung begr&#252;ndet, dass man meinen k&#246;nnte, die Originalkunstwerke nicht mehr anzuschauen. Das w&#228;re ein Verlust, weil die Abbildung eines Kunstwerkes eine ganz andere Aura hat als ein Original, wie ich immer wieder in Frankfurts gro&#223;artigen Museen erleben darf.</p>

<ul> <li>Welche Schw&#228;chen in Bezug auf die Integration in den Arbeitsprozess von Lehrern und Lehrerinnen sehe ich?</li> </ul>

<p>Keine Schw&#228;che, eher das aufkommende Gef&#252;hl eines Mangels: Es w&#228;re an der Zeit, sich wirklich einmal mit Apps zu konkreten Unterrichtsthemen zu besch&#228;ftigen, die sicherlich einiges zu dem Prozess des eigenst&#228;ndigen Lernens von Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern beitragen k&#246;nnen. Das scheint sich in Deutschland, anders als in den USA, in denen das iPad zumindest in den Gro&#223;st&#228;dten sehr gro&#223;e Verbreitung gefunden zu haben scheint, wie mir USA-Touristen berichten, noch nicht zu lohnen, aber Studien in diese Richtung, die &#252;brigens nicht auf eine Tablet-PC-Plattform beschr&#228;nkt sein sollten, w&#252;rden den entsprechenden Entwicklern bereits heute das notwendige Know-How er&#246;ffnen, um in diesem Prozess ver&#228;nderter Bildungsmedien ein Wort mitsprechen zu k&#246;nnen.</p>

<ul> <li>Was w&#252;rde ich mir f&#252;r die Weiterentwicklung einer Applikation w&#252;nschen?</li> </ul>

<p>Da diese App eine bestimmte Ausstellung zum Anlass hat, die gerade mal ein halbes Jahr zu sehen ist, scheint keine gro&#223;e Weiterentwicklungsperspektive zu liegen.</p>

<ul> <li>Was gibt es sonst zu sagen?</li> </ul>

<p>Es macht Spa&#223;, auf diesem Wege Kunst zu entdecken und ich w&#252;nschte mir, dass gro&#223;e deutsche Museen im Rahmen ihrer Bildungsarbeit deutlich st&#228;rker als bislang f&#252;r mich beobachtbar, auf solche mediale Formen setzen w&#252;rden.</p>

<p>Ich stelle mir vor, Entwickler erstellen solche Apps mit Bezug auf literarische Werke, auf Geschichtsepochen, auf naturwissenschaftliche Themenfelder…</p>

<p>Die inhaltliche Basis der App besteht &#252;brigens darin, dass gerade das MoMA unglaublich viele Ressourcen zu seinen Werken und Ausstellungen bereits auf seiner Website frei zug&#228;nglich macht. Aus diesem Fundus sch&#246;pft die App ihre Inhalte. Wer also kein iPad verf&#252;gbar hat, der m&#246;ge auf der <a href="http://moma.org" target="_blank">Website des MoMA</a>s (zu <a href="http://moma.org/interactives/exhibitions/2010/abexny/" target="_blank">dieser Ausstellung</a> und dar&#252;ber hinaus) st&#246;bern. Es gibt da unglaublich viel zu entdecken.</p>

<ul> <li>Fazit?</li> </ul>

<p>Die MoMA <a href="http://moma.org/interactives/exhibitions/2010/abexny/" target="_blank">Abstract Expressionist New York</a> iPad App ist gelungen, weil sie die F&#252;lle der bereits vorhandenen Inhalte des MoMAs in eine diese Materialien integrierende Form bringt. Abgesehen von der Beschr&#228;nkung der Inhalte auf eine Ausstellung, l&#228;sst diese App etwas von der Zukunft der Wissensvermittlung in digital gepr&#228;gten Wissensgesellschaften erahnen.</p>

<p> </p>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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</ul>

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		<title>Bildungsplattformen &amp; Schulbuchverlage am Bsp. lo-net und Antolin</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 18:51:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abstract: Dieser Artikel arbeitet induktiv, das hei&#223;t, er geht von einem beobachteten, speziellen Ph&#228;nomen aus und gelangt von diesem zu allgemeineren &#220;berlegungen, in deren Kontext das Ph&#228;nomen eingeordnet wird. Ausgangspunkt ist der Wechsel des Betreibers von lo-net, die allgemeineren &#220;berlegungen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/bildungsplattformen-schulbuchverlage-am-bsp-lo-net-und-antolin/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Abstract: Dieser Artikel arbeitet <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Induktion_%28Denken%29" target="_blank">induktiv</a>, das hei&#223;t, er geht von einem beobachteten, speziellen Ph&#228;nomen aus und gelangt von diesem zu allgemeineren &#220;berlegungen, in deren Kontext das Ph&#228;nomen eingeordnet wird.</em></p>

<p><em>Ausgangspunkt ist der Wechsel des Betreibers von lo-net, die allgemeineren &#220;berlegungen stellen dann grunds&#228;tzliche Fragen zur Rolle von Schulb&#252;chern und Bildungsmedien in (schulischen) Bildungszusammenh&#228;ngen.</em></p>

<p><em>Daraus ergeben sich &#220;berlegungen &#252;ber die Zukunft von Bildungsmedien, die im Unterricht eingesetzt werden. <span id="more-5262"></span><br /> </em></p>

<h3>Der aktuelle Anlass: Betreiberwechsel bei lo-net</h3>

<p>Am Anfang war<a href="http://www.lo-net2.de" target="_blank"> lo-net</a> ein Projekt des gemeinn&#252;tzigen Vereins „<a href="http://www.schulen-ans-netz.de/" target="_blank">Schulen ans Netz e. V</a>“ und  „<a href="http://lehrer-online.de/" target="_blank">Lehrer online</a>“. Es wurde mit Mitteln des Bundesministeriums f&#252;r Bildung und Forschung und der Telekom gef&#246;rdert. Dann wurde lo-net zu einer eigenen GmbH und nun gab es erneut einen Betreiberwechsel: Lo-Net geh&#246;rt nun zum Portfolio des Cornelsen-Verlages, der im Schulbuchmarkt eine gewichtige Rolle spielt.</p>

<p>Laut Mitteilung an die Benutzer auf lo-net, wird f&#252;r die Nutzer alles gleich bleiben: Staatliche Schulen k&#246;nnen lo-net weiter kostenlos nutzen. Ziel der &#220;bernahme sei es, der Plattform eine langfristige Perspektive zu geben. Allerdings ist dabei zu beachten, dass es in den Nutzungsbedingungen hei&#223;t, der Dienst bestehe aus kostenlosen Grunddiensten sowie gegebenenfalls aus kostenpflichtigen Zusatzdiensten.</p>

<p>Liest man die Nutzungsbedingungen weiter, so wird ausdr&#252;cklich darauf hingewiesen, dass kein rechtlicher Anspruch auf die Zurverf&#252;gungstellung bestimmter kostenloser Dienste bestehe, ja, es wird so gar gesagt, dass der Betreiber keine Zusicherung f&#252;r einen bestimmten Leistungsumfang gebe. Das Recht, die zur Verf&#252;gung gestellten kostenlosen Dienste in Art und Umfang zu ver&#228;ndern, beh&#228;lt sich der Betreiber ausdr&#252;cklich vor.</p>

<p>Zugegeben, ich wei&#223; nicht, ob hier eine &#196;nderung der Benutzungsbedingungen f&#252;r lo-net stattgefunden hat, die alten Nutzungsbedingungen habe ich gerade nicht vorliegen, aber es scheint mir, dass die &#220;bernahme von lo-net durch den Cornelsen-Verlag mehr als nur ein Betreiberwechsel ist. Mir ist diese &#220;bernahme Anlass f&#252;r ein paar grunds&#228;tzliche &#220;berlegungen zur Bedeutung digitaler Bildungsmedien in der nahen Zukunft. Doch zun&#228;chst als Erl&#228;uterung:</p>

<h3>Was ist Lo-Net?</h3>

<p>Laut Selbstdarstellung ist Lo-Net eine Plattform f&#252;r Schule und Unterricht, die mittlerweile von &#252;ber 6500 Schulen in Deutschland genutzt wird. Es hei&#223;t zur Zeit auf der Startseite von Lo-Net:</p>

<blockquote><p>„lo-net² macht den Traum von der virtuellen Schule<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/bildungsplattformen-schulbuchverlage-am-bsp-lo-net-und-antolin/#footnote_0_5262" id="identifier_0_5262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Traum der virtuellen Schule? Nein, die Face-to-Face-Situation ist konstitutiv f&amp;#252;r Unterricht. Vergleiche hierzu diesen Beitrag &ndash; Anmerkung von HL">1</a></sup> wahr: Lehrkr&#228;fte und Lernende arbeiten in Klassen und Kursen online zusammen, Schulorganisation und Elternarbeit finden im Netz statt. Bereits mehr als 6.500 Schulen nutzen bundesweit die webbasierte Lern- und Arbeitsplattform lo-net², die umfassende und innovative L&#246;sung f&#252;r Schulen.“ (<a href="http://www.lo-net2.de" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>

<p>Dabei ist lo-net, das mag den Reiz f&#252;r Schulen ausmachen, es zu nutzen, eine in sich geschlossene Infrastruktur, die so ziemlich alle M&#246;glichkeiten anbietet, die im Web heute bekannt sind. In der <a href="http://www.lo-net2.de/ww3ee/101505.php?sid=66741591858404529429036023602160" target="_blank">Selbstdarstellung</a> hei&#223;t es:</p>

<blockquote><p>„Von werbefreien E-Mail-Adressen, Mailinglisten, Dateiablagen, modernen  Web 2.0-Tools wie Blogs und Wikis bis hin zu didaktischen Werkzeugen wie  dem Lernplan bietet lo-net² alle Funktionen, die vernetztes und  kreatives Arbeiten und Lernen in der Schule und von au&#223;erschulischen  Lernorten aus unterst&#252;tzen. Verstetigen Sie mit lo-net² den effektiven  Einsatz von PCs, Notebooks, interaktiven Whiteboards und digitalen  Medien im Unterricht.“</p></blockquote>

<p>Kurz: Lo-Net versteht sich als eine nahezu alle Bed&#252;rfnisse von Schulen in Bezug auf E-Learning-/E-Teaching-Arrangements im Unterricht abdeckende Plattform, die nur berechtigten Nutzern (Schulen, Lehrern und &#252;ber sie angemeldeten Lerngruppen) zur Verf&#252;gung steht und somit einen gesch&#252;tzten Raum f&#252;r die Arbeit mit digitalen Vernetzungswerkzeugen bietet.</p>

<p>Auf Lehrer-Online findet sich folgende Beschreibung der Einsatzm&#246;glichkeiten von Lo-Net:</p>

<blockquote><p>„Die Spannweite der Einsatzm&#246;glichkeiten von lo-net² reicht von  Sekretariatsaufgaben der Schulorganisation bis hin zur eigentlichen  p&#228;dagogischen Arbeit in virtuellen Klassenr&#228;umen und f&#252;hrt alle an  Schule beteiligten Personen &#252;ber das Internet zusammen.“ (<a href="http://www.lehrer-online.de/arbeiten-mit-lo-net2.php" target="_blank">Quelle</a> – Mehr auf der verlinkten Seite)</p></blockquote>

<p>Potentiell handelt es sich bei Lo-Net also um eine sehr umfassende, damit aber potentiell auch datenintensive, Plattform, in der Daten aller an Schule beteiligten Personen anfallen. Doch dazu sp&#228;ter mehr.</p>

<h3>Eigene Erfahrungen mit Lo-Net</h3>

<p>Lo-Net war in aller Munde. Ich kam gar nicht umhin, mir einen Account freischalten zu lassen. Es gibt Schulen, in denen ist Lo-Net <em>das</em> Instrument, wenn es um digitalen Medieneinsatz im Unterricht geht. Die Idee fand ich spannend und dann war das ganze auch noch von einem gemeinn&#252;tzigen Verein ins Leben gerufen worden. Ja, das galt es nat&#252;rlich zu unterst&#252;tzen.</p>

<p>Aber: Ich habe Lo-Net im Unterricht nicht genutzt. Selbst mir, der ich mit digitalen Arbeitsinstrumenten nicht unerfahren bin, war die Benutzung zu kompliziert, zu wenig intuitiv. Es ist mir nicht gelungen, bei meinen Tests der Plattform einen Workflow zu entwickeln, der dem Flow-Effekt nahe kommt, den ich sonst im Umgang mit digitalen Instrumenten kenne.</p>

<p>Sicher: Ein Vorteil von Lo-Net ist, dass hier eine Plattform zur Verf&#252;gung steht, in die alle mit ihr arbeitenden Personen nur einmal eingef&#252;hrt werden m&#252;ssen. Wenn also Schulen als Ganzes auf diese Plattform setzen, wirkt dies der Zersplitterung entgegen, die eintritt, wenn ein Lehrer mit <a href="http://moodle.org" target="_blank">Moodle</a> arbeitet, ein anderer mit Lo-Net, ein dritter mit noch einer anderen Plattform. Ja, es ist sinnvoll, an einer Schule nur eine E-Learning-Plattform zu haben, wenn man eine solche will. Es ist sinnvoll, wenn die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler im Physik-Unterricht die gleiche Plattform nutzen k&#246;nnen wie im Deutschunterricht oder allen anderen F&#228;chern.</p>

<p>Laut <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/BildungForschungKultur/Schulen/Tabellen/Content75/AllgemeinbildendeSchulenSchularten,templateId=renderPrint.psml" target="_blank">Statistischem Bundesamt gab es im Jahr 2009/10 in Deutschland 34 642 Schulen</a>. &#220;ber 6500 von diesen (ca. 20%) nutzen nach der Selbstdarstellung der Website die Plattform lo-net, auch wenn aus den Daten bei lo-net nichts &#252;ber die Nutzungsintensit&#228;t an den teilnehmenden Schulen hervorgeht. Doch die Erfahrung lehrt mich, dass es in der Regel eher einige Lehrkr&#228;fte sind, die dieses System nutzen und nicht unbedingt ganze Kollegien.</p>

<p>Dennoch: Lo-Net hat den Fu&#223; in der T&#252;r von ca. jeder f&#252;nften Schule in Deutschland.</p>

<h3>Wenn der Betreiber wechselt – oder: Schule als Wirtschaftsfaktor</h3>

<p>Dieser Fu&#223; in der T&#252;r der Schulen hat nun einen neuen Namen bekommen, auch wenn es in den Schulen ein alt bekannter Name ist, da es sich um einen gewichtigen Schulbuchverlag handelt: Cornelsen.</p>

<p>Diesen Schritt halte ich f&#252;r bemerkenswert, sind die Schulbuchverlage doch bislang mit der Nutzung des Internets zur Unterst&#252;tzung des konkreten Unterrichts unter Ber&#252;cksichtigung von Web 2.0-Tools, vorsichtig ausgedr&#252;ckt, abwartend, zur&#252;ckhaltend bzw. einfach nicht pr&#228;sent. Das Kerngesch&#228;ft sind Schulb&#252;cher – und in diesem Bereich werden sehr beeindruckende Auflagen erzielt.</p>

<p>Entsprechend abh&#228;ngig sind Schulbuchverlage von den Mitteln, die politisch f&#252;r Bildung zur Verf&#252;gung gestellt werden. Naheliegend, dass entsprechend eher nicht zu erwarten ist, dass sich ein Verlag an Open-Source-Projekten beteiligt.</p>

<p>Verlage sind wirtschaftlich, das sage ich hier ohne jegliche Wertung, von geschlossenen Systemen wie dem Copyright oder propriet&#228;ren E-Learning-Plattformen abh&#228;ngig. lo-net war nie ein Open-Source-Projekt, wie man es bei mit &#246;ffentlichen Mitteln (Steuergeldern) gef&#246;rderten Angeboten eigentlich erwarten k&#246;nnte. F&#252;r einen Verlag also die ideale Plattform, um in diesem Bereich Fu&#223; zu fassen.</p>

<p>Vor diesem Hintergrund erscheinen mir dann auch die <a href="http://www.cornelsen.de/ueber_c/1.c.1967445.de?hasjs=1290348885&amp;submittedByForm=1&amp;gsid=1.c.1724890.de&amp;id=1967445&amp;in_no_cookies_but_javascript_loop=3&amp;javascript_manually_indicated_by_user=false" target="_blank">Forderungen zum Bildungsgipfel der Bundesregierung am 10. Juni 2010</a> sehr lesenswert, die sich auf der Website des Cornelsen-Verlags finden. Die Forderungen k&#246;nnen kurz gefasst so zusammengefasst werden: Bitte so viel Geld wie m&#246;glich in den Bildungssektor, vor allem dort, wo es um die Anschaffung von Bildungsmedien geht.</p>

<p>Unter anderem hei&#223;t es dort:</p>

<blockquote><p>„Mit digitalen Inhalten, die sich f&#252;r Kernaufgaben des Unterrichts nutzen  lassen und auf Lehrplan und Unterrichtssituation zugeschnitten sind,  w&#252;rden viele die Schulstunde medialer gestalten. Effizient werden  digitale L&#246;sungen erst mit geeigneten Inhalten und Konzepten, aber die  kosten Geld und m&#252;ssen bezahlt werden.“</p></blockquote>

<p>Ein verlockendes Argument mit automatisiertem Zustimmungspotential. Doch es ist die Logik eines Wirtschaftsunternehmens, die hier zum Ausdruck kommt. Ich warte z. B. bislang vergeblich darauf, dass es Schulb&#252;cher als E-Books gibt, die parallel zu den gedruckten Ausgaben genutzt werden k&#246;nnen. – Solche E-Books w&#228;ren nur ein erster Schritt, da eine 1:1-Abbildung der Schulb&#252;cher in digitaler Form weit unter den M&#246;glichkeiten bliebe, die digitale Lernmedien bieten k&#246;nnen, aber in der gegenw&#228;rtigen Situation erschiene mir ein ein solcher Schritt als erster Schritt als klares Zeichen, wohin es mit Unterrichtsmedien in den n&#228;chsten zehn Jahren gehen kann. Oder ist der Mangel an solchen E-Books Ausdruck eines mangelnden Marktes, sprich: Ausdruck der Distanz vieler Lehrender zu solchen Medien und deren Nutzung in Unterrichtskontexten?</p>

<p>Gleichzeitig entdecke ich Portale mit tollen Ans&#228;tzen, die aber geschlossene Systeme sind, zum Beispiel die vom Schroedel-Verlag betriebene Quizseite zur Lesef&#246;rderung <a href="http://www.antolin.de/" target="_blank">Antolin</a>, deren Nutzung f&#252;r Schulen bislang 169 Euro pro Jahr kostet (ab 1.1.2011 179 Euro), eine Klassenlizenz kostet bislang 35 Euro (ab 1.1.2011 39 Euro). Dar&#252;ber hinaus gibt es keine Lizenzen f&#252;r Privatpersonen (z. B. Eltern, die Antolin ihren Kindern zur Verf&#252;gung stellen wollen).</p>

<p>Angesichts der Tatsache, dass sich viele Schulbuchverlage im Rahmen digitaler Lernmedien nach wie vor auf plattformabh&#228;ngige Lernsoftware beschr&#228;nken, die die entsprechende Software in der Regel nur f&#252;r Windows-Rechner einsetzbar macht, l&#228;sst den „innovativen“ Anspruch erkennen, den Verlage haben, die auf browsergest&#252;tzte Angebote zu setzen beginnen, wie das bei Antolin der Fall, wie das nun aber auch bei der &#220;bernahme von Lo-Net durch Cornelsen zu beobachten ist.</p>

<h3>Zukunft der Bildungsmedien</h3>

<p>Es deutet sich also an, dass auch Schulbuchverlage zu der Meinung gelangen, dass die Zukunft der Bildungsmedien in gewissem Rahmen eine digitale sein k&#246;nnte. Da hier noch so manche Frage im didaktischen und methodischen Kontext offen ist, formuliere ich dies im Konjunktiv, denn die Entwicklung von Positionen zu diesem Thema ist nach wie vor im Fluss.</p>

<p>Dennoch sagen bereits heute manche Bildungsmenschen voraus, dass das Schulbuch vermutlich von E-Books abgel&#246;st werden wird. Dies halte ich f&#252;r die noch zur&#252;ckhaltendere Variante, die die M&#246;glichkeiten der medialen Integration in digitalen Lehrwerken m&#246;glicherweise zu knapp in den Blick nimmt. Die digitalen Ausgaben mancher Zeitungen f&#252;r Tablet-PCs zeigen teilweise schon, in welche Richtung eine solche Integration unterschiedlicher Medien gehen kann (Text, Bild, Audio, Video, interaktive Grafiken etc.)</p>

<p>In schulischen Bildungszusamenh&#228;ngen spielen solche Formen bislang eine eher zu vernachl&#228;ssigende Rolle, auch wenn der langsame Einzug von interaktiven Whiteboards und die langsam gr&#246;&#223;er werdende Verf&#252;gbarkeit von Beamern langsam zu einer solchen Integration hin f&#252;hrt.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/bildungsplattformen-schulbuchverlage-am-bsp-lo-net-und-antolin/#footnote_1_5262" id="identifier_1_5262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nat&amp;#252;rlich werden schon heute unterschiedlichste Medien im Unterricht eingesetzt: Audio im Sprachenunterricht, Lehrfilme, Netzrecherchen etc., hier aber spreche ich von einer Integration dieser Optionen in digitalen Unterrichtsmaterialien / Lehrwerken, was noch einmal etwas ganz anderes ist.">2</a></sup></p>

<p>Diese Entwicklung hat zwar bislang nach au&#223;en hin kaum Niederschlag in den Angeboten der Schulbuchverlage gefunden, aber ich bin mir sicher, dass die entsprechenden Redaktionen diese Entwicklungen im Blick haben und &#252;berlegen, wie sie &#246;konomisch erfolgversprechend umgesetzt werden k&#246;nnen.</p>

<h3>Das Problem des Datenschutzes</h3>

<p>Doch so absehbar die Entwicklung hin zu digitalen Formen der Unterst&#252;tzung des Lernens auch ist, so gibt es dabei auch Probleme. Das schwerwiegendste scheint mir das des Datenschutzes zu sein. Was geschieht z. B. mit all den Daten, die auf einer Plattform wie Lo-Net generiert werden? Wer sich als registrierter Benutzer dieser Tage bei Lo-Net einloggt, soll sich mit der &#220;bertragung der Daten auf den neuen Betreiber einverstanden erkl&#228;ren, kann dieser aber auch widersprechen, was nat&#252;rlich mit dem Ende der M&#246;glichkeit des Einsatzes der Plattform im Unterricht verbunden ist.</p>

<p>Dabei bleiben zentrale Fragen offen. Z. B. kann ich in der <a href="https://www.lo-net2.de/ww3ee/554809.php?sid=77840636135189370029034613472740" target="_blank">Datenschutzerkl&#228;rung Lo-Nets</a> keinen Hinweis darauf finden, ob die Daten eigentlich serverseitig verschl&#252;sselt sind, was ich f&#252;r einen solchen, potentiell datenintensiven Dienst eigentlich voraussetze. Auch die E-Mail-Funktion in Lo-Net arbeitet unverschl&#252;sselt, sodass sich hier kein Mehrwert gegen&#252;ber „normaler E-Mail-Adressen“ ergibt, die ohne Verschl&#252;sselungstechnologie wie z. B. <a href="http://www.pgp.com/de/" target="_blank">PGP</a> oder <a href="http://www.gnupg.org/" target="_blank">GNUPG</a> arbeiten.</p>

<p>Zwar hei&#223;t es in der <a href="http://www.lo-net2.de/ww3ee/554809.php?sid=89512830323400455129036493649310" target="_blank">Datenschutzerkl&#228;rung</a> auf Lo-Net in der Fassung vom 17.11.2010:</p>

<blockquote><p>„In keinem Fall werden personenbezogene Daten der lo-net2 Mitglieder von der Cornelsen Verlag GmbH verkauft oder anderweitig vermarktet“,</p></blockquote>

<p>was im Vergleich zu der Nutzung personenbezogener Daten z. B. auf Facebook schon einmal ganz gut klingt, aber, zumindest kann ich keinen anders gearteten Hinweis finden, serverseitig scheint keine Verschl&#252;sselung der Daten zu erfolgen, auch wenn die Verbindung eingeloggter Benutzer verschl&#252;sselt ist (https), was so auch nicht jeder Anbieter als Standard erm&#246;glicht, sodass zumindest die Kommunikation mit dem Server „sicher“ ist.</p>

<p>Mit der &#220;bernahme von Lo-Net durch den Cornelsen-Verlag ist also die Notwendigkeit eines Einverst&#228;ndnisses des Daten&#252;bertragung an den neuen Anbieter verbunden, was rechtlich betrachtet eine Formalit&#228;t ist, die aber, angesichts der Tatsache, dass ich urspr&#252;nglich meine Daten einem gemeinn&#252;tzigen Verein gab, dann der &#220;bertragung auf die Lo-Net GmbH zustimmte und diese Daten nun einem der gewichtigen Schulbuchverlag &#252;bertragen werden sollen, ein qualitative Sprung ist, der mich nachdenklich stimmt.</p>

<h3>Das Problem des Copyrights</h3>

<p>In der Regel wird im schulischen Bereich das Copyright vor allem in Bezug auf kommerziell erstellte Inhalte von Schulbuch- und Bildungsmedienanbietern bezogen.</p>

<p>Mit der &#220;bernahme einer Plattform wie Lo-Net durch den Cornelsen-Verlag wird aber auch die Frage des Copyrights der von Lehrenden eigenst&#228;ndig erstellten Materialien relevant.</p>

<p>Gut, ich habe in den Nutzungsbedingungen zu Lo-Net <em>keinen</em> Hinweis gefunden, dass sich der Verlag die kommerzielle Nutzung der von Lehrenden eingestellten Materialien vorbeh&#228;lt, ich habe aber auch keinen Hinweis gefunden, dass das Copyright der erstellen Materialien dezidiert bei den Erstellern bleibt, was aber dann erst einmal die Regel sein d&#252;rfte, solange nichts anderes angegeben ist.</p>

<p>Wie aber wird sich dies weiter entwickeln? Es k&#246;nnte f&#252;r einen Verlag einen gewissen Reiz haben, Lehrern Raum f&#252;r Material und auch Materialtausch anzubieten, der dann vom Verlag kommerziell genutzt werden kann. Diese Gefahr sehe ich aktuell bei der &#220;bernahme von Lo-Net nicht, aber kommerziell gedacht ist das sicherlich ein verf&#252;hrerischer Gedanke…</p>

<h3>Alternativen und Visionen</h3>

<p>In den schon zitierten <a href="http://www.cornelsen.de/ueber_c/1.c.1967445.de?hasjs=1290348885&amp;submittedByForm=1&amp;gsid=1.c.1724890.de&amp;id=1967445&amp;in_no_cookies_but_javascript_loop=3&amp;javascript_manually_indicated_by_user=false" target="_blank">Forderungen zum Bildungsgipfel der Bundesregierung am 10. Juni 2010</a> hei&#223;t es:</p>

<blockquote><p>„Effizient werden  digitale L&#246;sungen erst mit geeigneten Inhalten und  Konzepten, aber die  kosten Geld und m&#252;ssen bezahlt werden.“</p></blockquote>

<p>Das ist richtig. Im Kontext bedeutet diese Aussage, verbunden mit der Forderung gen&#252;gend Mittel f&#252;r Bildungsmedien zur Verf&#252;gung zu stellen aber auch, dass hier prim&#228;r ein berechtigtes Interesse der Schulbuch- und Bildungsmedienanbieter ber&#252;cksichtigt wird.</p>

<p>Andererseits wird in den n&#228;chsten Jahren angesichts der ins Grundgesetz aufgenommenen „Schuldenbremse“ und der Gesamtverschuldung von Bund, L&#228;ndern und Kommunen, die Frage der Kosteneffizenz und der Einsparm&#246;glichkeiten im schulischen Bereich mit Sicherheit weiter eine wichtige Rolle spielen.</p>

<p>Doch von den finanziellen Fragen abgesehen, wenn es um Bildung geht, wird immer von Geld gesprochen, stellt sich die Frage, wie effiziente digitale L&#246;sungen mit geeigneten Inhalten und Konzepten eigentlich erstellt werden…</p>

<p>Zu diesem Thema habe ich mir an andere Stelle unter der &#220;berschrift <a title="Permanent Link: Schulb&#252;cher und freie Unterrichtsmaterialien" rel="bookmark" href="../../2010/05/01/schulbuecher-und-freie-unterrichtsmaterialien/">Schulb&#252;cher und freie Unterrichtsmaterialien</a> bereits Gedanken gemacht, die ich hier nicht wiederholen will.</p>

<p>Die Frage der Materialienpools zu Unterrichtsthemen, die Frage des Austauschs der von Lehrenden selbst erstellten Unterrichtsentw&#252;rfe und Materialien, wird in Kollegien immer mal wieder angesprochen. Ein solcher Austausch findet auch statt, selbst wenn mir immer wieder von Lehrenden berichtet wird, die auf ihren Materialien wie auf einem Schatz sitzen sollen – begegnet ist mir ein solcher Lehrer noch nicht, vielleicht ist das ja nur ein Mythos.</p>

<p>Offene, kostenfrei verf&#252;gbare Materialienpools w&#252;rden den Schulbuchverlagen sicher nicht gefallen, sie w&#252;rden mit Sicherheit all ihre Lobby-Kraft einsetzen, um dies zu verhindern, aber die L&#228;nder als Schultr&#228;ger k&#246;nnten durchaus in diesem Bereich viel zur Unterst&#252;tzung der Lehrenden tun, w&#252;rden sie Plattformen einrichten, die f&#252;r Lehrende zu echten Vernetzungsplattformen werden k&#246;nnten,   &#228;hnlich wie <a href="http://www.rpi-virtuell.net/home/uebersicht" target="_blank">rpi-virtuell</a> oder auch (angesichts sehr reduzierter Austauschm&#246;glichkeiten und eigentlich dringend n&#246;tiger, aber nicht vorhandener Qualit&#228;tssicherungsmechanismen nur in sehr eingeschr&#228;nktem Ma&#223;e vorbildich) <a href="http://4teachers.de/" target="_blank">4teachers</a>, was aber wiederum eine eher kommerziell ausgerichtete Plattform zu sein scheint, da von der <a href="http://www.4teachers.de/?action=static&amp;t=impressum" target="_blank">4teachers GmbH</a> betrieben.</p>

<p>Gel&#228;nge es, solche Plattformen einzurichten, diese mit Qualit&#228;tssicherungsmechanismen (Peer-Review etc.) auszustatten und so inhaltlich starke, methodisch und didaktisch angemessen aufbereitete Materialienpools zu entwickeln, so k&#246;nnte dies die Kosten f&#252;r effiziente digitale L&#246;sungen mit geeigneten Inhalten und  Konzepten vermutlich senken, sehr zum Leidwesen der Schulbuchverlage, die dann sicherlich die Frage des Arbeitsplatzabbaus in den Ring werfen w&#252;rden.</p>

<p>Angesichts der Entwicklung der Schulen hin zu Konzepten von Bildungsstandards und Kerncurricula, stellt sich sowieso die Frage, wenn die Schulen bez&#252;glich der Hauscurricula wirklich die Freiheit bekommen sollten, die zum Teil angedacht sind, welche Rolle in dieser Hinsicht relativ unflexible Schulb&#252;cher spielen k&#246;nnen.</p>

<p>Notwendig werden Module, die im Rahmen der Output-Orientierung neuer Vorgaben f&#252;r schulischen Unterricht genutzt werden k&#246;nnen und dar&#252;ber hinaus eine gewisse Flexibilit&#228;t erlauben. Es werden also Bildungsmaterialien ben&#246;tigt, die nicht mehr in einem Buch den Lehrplan eines Schuljahres abzudecken versuchen, weil es solche im klassischen Sinne vermutlich weniger ausgepr&#228;gt geben wird als bisher.</p>

<p>Idealerweise w&#252;rde auf diese Deregulierungstendenz innerhalb eines Bundeslandes mit digitalen Angeboten reagiert, weil diese analogen Angeboten gegen&#252;ber weit flexibler ausgestaltet und den jeweiligen Anforderungen angepasst werden k&#246;nnen.</p>

<p>Wenn zuk&#252;nftig die Fachkonferenzen der Schulen f&#252;r das Hauscurriculum zust&#228;ndig sind, das die Vorgaben der Bildungsstandards und Kerncurricula umsetzt, ist damit auch die Frage nach Unterrichtsmaterial verbunden. Es k&#246;nnte passieren, dass hier die Lehrenden nicht nur danach schauen, welche Materialien vorhanden sind, sondern auch selbst st&#228;rker in den Austausch geraten, als es sowieso schon h&#228;ufiger der Fall ist, als es in der &#214;ffentlichkeit wahrgenommen wird.</p>

<p>Wenn <a href="http://herrlarbig.de/2010/11/19/kompetenzenorientiert-unterrichten-ein-vorschlag/" target="_blank">kompetenzorientierter Unterricht</a> zuk&#252;nftig dazu kommen sollte, dass Wissen durch den handelnden Umgang mit Problemen und mit Hilfe von Referenzmaterialien aufgebaut wird, also wirklich ein Wissensaufbau und nicht nur eine F&#228;higkeit zum Nachschlagen von Wissen erreicht wird, werden Schulb&#252;cher wohl eher Anleitungen zu solchen Arbeitsformen und das daf&#252;r notwendige Grundwissen verf&#252;gbar machen m&#252;ssen.  Da in diesem Rahmen aber digitale Arbeitsinstrument nach gegenw&#228;rtiger Projektion auf die Zukunft hin, eine wichtige Rolle spielen werden, werden die <a href="http://www.berlin.de/aktuelles/berlin/1335992-958092-studentenentwickelnschulbuchderzukunft.html" target="_blank">Schulb&#252;cher der Zukunft</a> – der Link verweist auf ein aktuelles Projekt, an dem der Cornelsen-Verlag beteiligt ist und zu den hier ge&#228;u&#223;ersten Vermutungen zur Unternehmenesstrategie zu passen scheint – m&#246;glicherweise vor allem Begleitmaterial zu digitalen Bildungsmedien sein, die dann aber weniger mono-mediale Angebote als viel mehr digital mediale Formen integrierende Bildungsmedien sein werden.</p>

<p>Nein, ich will analoge Lerninstrumente nicht aus den Klassenzimmern verbannen, auch wenn vieles daf&#252;r spricht, dass es in diese Richtung geht, weil ich B&#252;cher mag und mir deren Einsatz und die mit ihm verbundene haptische Erfahrung am Herzen liegt, aber auch, weil sich der analoge Prozess des Lernens durchaus auch in den eingesetzten Bildungsmedien widerspiegeln sollte.</p>

<p>Schulbuchverlage werden zuk&#252;nftig mehr Programmierer brauchen, sie werden Plattformen schaffen m&#252;ssen, in denen modular Bereiche genutzt werden k&#246;nnen. Das Gesch&#228;ftsmodell w&#252;rde sich dadurch dramatisch &#228;ndern, w&#252;rde man doch nicht mehr nur Content anbieten, sondern diesen Content in ein Lernumfeld stellen m&#252;ssen. Das k&#246;nnen vernetzte L&#246;sungen sein, das k&#246;nnen Applikationen f&#252;r digitale Endger&#228;te sein, die einerseits geschlossen sind, andererseits aber die Interaktion mit offenen Inhalten im Netz erm&#246;glichen w&#252;rden, wobei wir wieder bei der Copyrightfrage sind, denn wenn in solche Bildungsmedien dann zum Beispiel frei verf&#252;gbare Inhalte im Netz sehr stark integriert werden, daf&#252;r aber Lizenzgeb&#252;hren anfallen, w&#228;re es nur angemessen, wenn diejenigen, die Content bereitstellen, von diesen Lizenzgeb&#252;hren anteilig entlohnt w&#252;rden.</p>

<h3>Resumee</h3>

<p>Bildungsmedien sind, auch wenn in Schulen das Schulbuch noch dominiert, in einem Wandlungsprozess, dessen Ergebnisse noch offen sind. Schulbuchverlage m&#252;ssen sich aber bereits mit diesem Prozess befassen, wenn sie als Anbieter von Bildungsmedien zukunftsf&#228;hig sein wollen.</p>

<p>Gleichzeitig ist offen, ob dieser Wandel nicht zu Lernformen f&#252;hren wird, die an vielen Punkten auf Wissensbest&#228;nde zur&#252;ckgreifen, die in qualitativ hochwertiger Form frei in digitalen Netzwerken verf&#252;gbar sind.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/bildungsplattformen-schulbuchverlage-am-bsp-lo-net-und-antolin/#footnote_2_5262" id="identifier_2_5262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich selbst mache mit herrlarbig.de die Erfahrung, dass z. B. Analysen literarischer Texte im Rahmen dieser Website stark nachgefragt sind. Sie stehen kostenlos zu Verf&amp;#252;gung (obwohl herrlarbig.de auch f&amp;#252;r mich mit Kosten jenseits der Freizeit, die ich zum Erstellen der Inhalte nutze, mit sich bringt">3</a></sup>. Wie Bildungsmedienanbierter konmerzieller Ausrichtung damit umgehen, wird sich zeigen.</p>

<p>Pers&#246;nlich bin ich der &#220;berzeugung, dass Bildung eine &#246;ffentliche Aufgabe ist, der Zugriff auf Inhalte, die im Bildungsprozess eine Rolle spielen, also m&#246;glichst wenigen Einschr&#228;nkungen unterliegen sollte. In der Wissenschaft weist hier die <a href="http://open-access.net/ch_de/allgemeines/was_bedeutet_open_access/" target="_blank">OpenAccess-Bewegung</a> einen Weg, der mir sehr sympathisch ist. – Ob er zu dem Gesch&#228;ftsmodell von Schulbuchverlagen passt, wage ich zu bezweifeln.</p>

<p>Dennoch: Vielleicht &#252;bernimmt Cornelsen Lo-Net mit dem idealistischen Interesse, dieser Plattform Bestandssicherheit zu geben; vielleicht aber ist diese &#220;bernahme auch ein Zeichen, dass die Zeichen der Zeit erkannt wurden und auf diesem Wege das Know-How-Portfolio des Verlages bereichert wird, wobei ich nicht unterstelle, dass der Zugriff auf die Arbeit von Lehrenden und Lernenden an ca. 6500 Schulen und die damit verbundenen Daten im Vordergrund steht. Diese &#220;bernahme ist ein Indiz, dass nun auch gro&#223;e Verlage ernsthaft die Bedeutung des Internets f&#252;r Lehr-Lern-Zusammenh&#228;nge erkennen und hier Fu&#223; zu fassen versuchen. Man darf gespannt sein, wie sich das in den n&#228;chsten Jahren weiter entwickeln wird.</p>

<p>Es sind aufregende Zeiten, in denen aber das eigentliche Ziel von Bildung nicht aus dem Blick verloren werden darf: Unabh&#228;ngig von eingesetzten Medien ist nicht derjenige gebildet, der viel kann, sondern derjenige, der das was er tut oder was ihm an Inhalten pr&#228;sentiert wird, reflektieren kann. <a href="http://kognitionspsychologie.suite101.de/article.cfm/metakognition-ein-zentrales-element-von-softskills" target="_blank">Metakognition</a> des eigenen Lernprozesse, und Metareflexion von Inhalten und Zusammenh&#228;ngen lauten die Schlagworte. Kurz: Ziel von Bildung sind Menschen, die zu eigenst&#228;ndigem, differenziertem, handlungsleitendem, Zusammenh&#228;nge erkennendem Denken und Handeln in der Lage sind.</p>

<p>Diese Ziele sind unabh&#228;ngig von eingesetzten Medien. In der Bildungsmediendiskussion d&#252;rfen diese Ziele nicht aus dem Auge verloren werden. Eine Diskussion, die die Form in den Vordergrund stellt, aber Inhalte und Ziele aus dem Blick verliert, w&#228;re der Verantwortung aller, die Bildungsprozesse verantwortlich initiieren und begleiten, unangemessen.</p>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_5262" class="footnote">Der Traum der virtuellen Schule? Nein, die Face-to-Face-Situation ist konstitutiv f&#252;r Unterricht. Vergleiche hierzu <a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/gefunden-add-on-to-the-face-to-face-learning-at-adelaide-university-podcast-english/" target="_blank">diesen Beitrag</a> – Anmerkung von HL</li><li id="footnote_1_5262" class="footnote">Nat&#252;rlich werden schon heute unterschiedlichste Medien im Unterricht eingesetzt: Audio im Sprachenunterricht, Lehrfilme, Netzrecherchen etc., hier aber spreche ich von einer Integration dieser Optionen in digitalen Unterrichtsmaterialien / Lehrwerken, was noch einmal etwas ganz anderes ist.</li><li id="footnote_2_5262" class="footnote">Ich selbst mache mit herrlarbig.de die Erfahrung, dass z. B. Analysen literarischer Texte im Rahmen dieser Website stark nachgefragt sind. Sie stehen kostenlos zu Verf&#252;gung (obwohl herrlarbig.de auch f&#252;r mich mit Kosten jenseits der Freizeit, die ich zum Erstellen der Inhalte nutze, mit sich bringt</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/antolin/" title="Antolin" rel="tag">Antolin</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildungsgipfel/" title="Bildungsgipfel" rel="tag">Bildungsgipfel</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildungsmedienanbietern/" title="Bildungsmedienanbietern" rel="tag">Bildungsmedienanbietern</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildungsmedium/" title="Bildungsmedium" rel="tag">Bildungsmedium</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildungsmenschen/" title="Bildungsmenschen" rel="tag">Bildungsmenschen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/cornelsen/" title="Cornelsen" rel="tag">Cornelsen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/datenschutz/" title="Datenschutz" rel="tag">Datenschutz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/digitaler-workflow/" title="Digitaler Workflow" rel="tag">Digitaler Workflow</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diskussion/" title="Diskussion" rel="tag">Diskussion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/e-books/" title="E-Books" 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href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/learning/" title="learning" rel="tag">learning</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehre/" title="Lehre" rel="tag">Lehre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrende/" title="Lehrende" rel="tag">Lehrende</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrer/" title="Lehrer" rel="tag">Lehrer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernmedien/" title="Lernmedien" rel="tag">Lernmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lesen/" title="lesen" rel="tag">lesen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lo-net/" title="Lo-Net" rel="tag">Lo-Net</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/material/" title="Material" rel="tag">Material</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/materialtausch/" title="Materialtausch" 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		<title>Gefunden: Free iPads as an Add-On to the Face-to-Face-Learning at Adelaide-University (Podcast / English)</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 12:46:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prof Bob Hill Dean of the Faculty of Science at the University of Adelaide in an interview about a new initiative of the Science Faculty to give every new first year undergraduate to the Science Program a free iPad and &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/gefunden-add-on-to-the-face-to-face-learning-at-adelaide-university-podcast-english/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prof Bob Hill Dean of the Faculty of Science at the University of Adelaide in an interview about a new initiative of the Science Faculty to give every new first year  undergraduate to the Science Program a free iPad and even more important  a new way to learn at university.</p>

<p><object id="boo_player_1" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="129" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="data" value="http://boos.audioboo.fm/swf/fullsize_player.swf" /><param name="scale" value="noscale" /><param name="salign" value="lt" /><param name="bgColor" value="#FFFFFF" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="FlashVars" value="mp3Title=Free+iPads+and+great+teaching%3A+does+it+get+better+than+that%3F&#038;mp3Time=04.58am+17+Sep+2010&#038;rootID=boo_player_1&#038;mp3=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F183583-free-ipads-and-great-teaching-does-it-get-better-than-that.mp3%3Fsource%3Dembed&#038;mp3Author=BetweenTheButtons&#038;mp3LinkURL=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F183583-free-ipads-and-great-teaching-does-it-get-better-than-that" /><param name="src" value="http://boos.audioboo.fm/swf/fullsize_player.swf" /><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="flashvars" value="mp3Title=Free+iPads+and+great+teaching%3A+does+it+get+better+than+that%3F&#038;mp3Time=04.58am+17+Sep+2010&#038;rootID=boo_player_1&#038;mp3=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F183583-free-ipads-and-great-teaching-does-it-get-better-than-that.mp3%3Fsource%3Dembed&#038;mp3Author=BetweenTheButtons&#038;mp3LinkURL=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F183583-free-ipads-and-great-teaching-does-it-get-better-than-that" /><embed id="boo_player_1" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="129" src="http://boos.audioboo.fm/swf/fullsize_player.swf" flashvars="mp3Title=Free+iPads+and+great+teaching%3A+does+it+get+better+than+that%3F&#038;mp3Time=04.58am+17+Sep+2010&#038;rootID=boo_player_1&#038;mp3=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F183583-free-ipads-and-great-teaching-does-it-get-better-than-that.mp3%3Fsource%3Dembed&#038;mp3Author=BetweenTheButtons&#038;mp3LinkURL=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F183583-free-ipads-and-great-teaching-does-it-get-better-than-that" wmode="window" allowscriptaccess="always" bgcolor="#FFFFFF" salign="lt" scale="noscale" data="http://boos.audioboo.fm/swf/fullsize_player.swf"></embed></object></p>

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<p>Dass Prof. Hill als Dekan der naturwissenschaftlichen Fakult&#228;t hier <em>ein</em> Produkt ins Zentrum stellt, liegt wohl im Mangel an echten Alternativen im Augenblick, was er in dem Interview selbst auch anspricht. Er spricht ausdr&#252;cklich davon, dass man an der Universit&#228;t Adelaide ein (im Vorfeld scheinbar gut &#252;berlegtes) Experiment wage, gibt in dem Gespr&#228;ch aber dar&#252;ber hinaus einige spannende &#220;berlegungen von sich, in denen es um die Frage zuk&#252;nftiger Lehre und die Rolle von Fach&#252;chern an der Universit&#228;t geht. Die Face-to-Face-Situation wird von Hill berechtigterweise aber nach wie vor als zentrales Instrument in Bildungsprozessen angesehen.</p>

<p>Man kann in Adelaide auch ohne Tablet-Computer studieren, das Projekt versteht sich als ein m&#246;gliches „Add-On“, das aber nicht vorausgesetzt wird, um erfolgreich studieren zu k&#246;nnen. Mal schauen, was wir von diesem Programm einer Universit&#228;t noch h&#246;ren werden. Ich bin auf die Impulse gespannt, die von einem solchen Projekt f&#252;r die Lehre, sei es an Universit&#228;ten oder auch an Schulen, insgesamt ausgehen werden.</p>

<p>Nachtrag (22.11.2010): Auch an deutschen Universit&#228;ten gibt es &#228;hnliche Projekte, wie <a target="_blank" href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/514846">hier</a> nachgelesen werden kann. <strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/11/die-schueler-sind-zufrieden-ich-auch-erich-hammer-im-gespraech/" rel="bookmark" title="11. April 2009">„Die Sch&#252;ler sind zufrieden &#8211; ich auch“ – Erich Hammer im Gespr&#228;ch</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/01/17/herrlarbig-jetzt-auch-hoeren/" rel="bookmark" title="17. Januar 2010">herrlarbig jetzt auch h&#246;ren</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/03/17/140-zeichen-deutschunterricht-ein-twitterprojekt/" rel="bookmark" title="17. M&#228;rz 2010">140 Zeichen Deutschunterricht: Ein Twitterprojekt</a></li>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/17/educamp-2011-neue-lernraume-gestalten-vorspiel/" rel="bookmark" title="17. M&#228;rz 2011">Educamp 2011: Neue Lernr&#228;ume gestalten (Vorspiel)</a></li>
</ul>

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		<title>Kompetenzorientiert unterrichten: Ein Vorschlag.</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 23:01:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das folgende Szenario ist zwar nicht unrealistisch, in der hier vorgelegten Form aber frei erfunden. &#196;hnlichkeiten mit realen Erlebnissen im Unterricht sind nicht gewollt, werden nicht angestrebt, d&#252;rften aber nicht vermeidbar sein. Oberstufe, Deutsch Grundkurs. Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler bekommen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/11/19/kompetenzenorientiert-unterrichten-ein-vorschlag/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das folgende Szenario ist zwar nicht unrealistisch, in der hier vorgelegten Form aber frei erfunden. &#196;hnlichkeiten mit realen Erlebnissen im Unterricht sind nicht gewollt, werden nicht angestrebt, d&#252;rften aber nicht vermeidbar sein.</p>

<p>Oberstufe, Deutsch Grundkurs. Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler bekommen nach der (vom Lehrer unterstellen, nicht in allen F&#228;llen tats&#228;chlich erfolgten) Lekt&#252;re eines Dramas den <strong>Auftrag</strong>, die Figuren des Dramas in ihren Beziehungen zueinander in einer grafischen Form darzustellen. Der Lehrer erwartet, dass die Sch&#252;lerinnen auf der Basis des Personenverzeichnisses des Dramas, ihrer beim Lesen erworbenen Textkenntnis und der gezielten, wiederholten Lekt&#252;re einzelner Szenen, zu einem vertieften Verst&#228;ndnis des Dramas kommen. Die Aufgabe wird Mittwochs erteilt und soll bis zur n&#228;chsten Stunde am Dienstag der Folgewoche bearbeitet sein.</p>

<p>Am Dienstag macht der Lehrer die ihn &#252;berraschende <strong>Entdeckung</strong>, dass zwar 80% des Kurses die Aufgabe gemacht haben, von diesen aber 50% zwei Nebenfiguren nicht ber&#252;cksichtigt haben und durchweg den gleichen Fehler in der Grafik gemacht haben.</p>

<p>Alternative: Am Dienstag macht der Lehrer die ihn &#252;berraschende Entdeckung, dass zwar 80% des Kurses die Aufgabe gemacht haben, die Grafiken aber alle super korrekt sind und sich extrem &#228;hneln, als ob sie voneinander abgeschrieben worden w&#228;ren.</p>

<p>Welcher Fall auch eintreten mag, der hier gedachte Lehrer ist &#228;u&#223;erst &#252;berrascht und fragt sich, was da passiert ist.</p>

<p>Hier nun ein paar <strong>Beispiele</strong>, wie es abgelaufen sein k&#246;nnte: <span id="more-5234"></span></p>

<p>- Der Lehrer ist mit der Aufgabenstellung in eine Klausurenwoche geraten, die so aussah, dass Donnerstag, Freitag und Montag Arbeiten geschrieben wurden. Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler haben hier ihre Schwerpunkte gesetzt. Um so erstaunlicher, dass dennoch 80% des Kurses die Aufgabe „gemacht“ haben.</p>

<p>- Die Sch&#252;ler haben in weit geringerem Ausma&#223; die Lekt&#252;re gelesen, als der Lehrer angenommen hat. Er geht davon aus, dass das Lesen Hausaufgabe war und er jetzt mit dem Werk so arbeiten k&#246;nne, als sei diese auch von allen bew&#228;ltigt worden. In Wirklichkeit haben 25% den Text bereits ganz gelesen, w&#228;hrend weitere 30% etwa bei der H&#228;lfte angelangt sind, 25% die Textausgabe zwar vorliegen, aber mit der Lekt&#252;re noch nicht begonnen haben, und 20% die Textausgabe noch gar nicht verf&#252;gbar haben, aus welchen Gr&#252;nden auch immer. — Auch in diesem Falle ist es erstaunlich, dass so viele Sch&#252;ler die Hausaufgabe „gemacht“ haben.</p>

<p>Was aber ist passiert? Ein nicht unrealistisches Szenario ist, dass die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler zur Bew&#228;ltigung der Aufgabe, die bei einem Drama alles andere als untypisch ist, im <strong><a href="http://weblog.histnet.ch/archives/4285" target="_blank">Internet</a></strong> recherchierten und dort entdeckten, dass die <strong>L&#246;sung der Aufgabe</strong>, sogar in Form von Schaubildern, abrufbar ist. Im Szenario mit den kollektiv auftretenden, identischen M&#228;ngeln, wurden die Sch&#252;ler via hoch geranktem Suchmaschineneintrag zu einer fehlerhaften Grafik gef&#252;hrt, die ohne &#220;berpr&#252;fung &#252;bernommen wurde, wenn auch vielleicht nicht einfach ausgedruckt; im Szenario mit den richtigen, einander sehr &#228;hnelnden Grafiken ist das gleiche passsiert, nur das mittels <strong>Suchmaschine</strong> gefundene Ergebnis war zuverl&#228;ssiger als im ersten Fall.</p>

<p>Der <strong>Lerneffekt</strong> dieser Aufgabe kann angesichts des Umgangs der Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler mit ihr als sehr niedrig angesetzt werden. Dies mag man mangelnder Motivation zuschreiben, den Umst&#228;nden anlasten, in deren Kontext die Aufgabe gestellt wurde oder aber als „ganz normales Sch&#252;lerverhalten“ abtun und so die gesamte  Verantwortung f&#252;r den geringen Lerneffekt den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen anlasten.</p>

<p>All diese Einsch&#228;tzungen m&#246;gen der Realit&#228;t sehr nahe kommen. Aber selbst dann, wenn die Sch&#252;ler unmotiviert sind, sich durch Klausurendichte &#252;berlastet f&#252;hlen oder „normales Sch&#252;lerverhalten“ angesichts solcher Aufgaben zeigen, entlastet das den Lehrer nicht von der Frage, warum solche Aspekte in der Unterrichts- und Aufgabenplanung nicht ber&#252;cksichtigt wurden, geh&#246;rt Lerngruppenanalyse doch durchaus zu den Ausbildungsgegenst&#228;nden im Referendariat — und f&#252;r gelingenden Unterricht zum Kerngesch&#228;ft des Lehrers.</p>

<p>Aber auf <strong>Lehrerseite</strong> gilt, eigentlich &#228;hnlich wie auf der Sch&#252;lerseite, dass das Stundendeputat, die Zahl der anstehenden Korrekturen etc., m&#246;glicherweise nicht in jedem Fall eine den Anspr&#252;chen von Unterrichtsbesuchen im Referendariat angemessene Ber&#252;cksichtigung aller Details bei der Unterrichtsplanung zul&#228;sst. Die Aufgabe wurde m&#246;glicherweise einem vorhandenen Unterrichtsentwurf, einem Schulbuch oder gar, man achte auf die Parallelit&#228;t im Verhalten zu dem der Sch&#252;ler, einer Website entnommen, ohne dass &#252;ber die Aufgabenstellung und die in ihr liegenden M&#246;glichkeiten und Grenzen n&#228;her nachgedacht wurde.</p>

<p>Nun k&#246;nnte man annehmen, die Wurzel allen &#220;bels l&#228;ge im „verdammten“ Internet, l&#228;ge darin, dass der Mensch wenig Sinn darin sieht, bereits vorhandenes und leicht greifbares Wissen noch einmal wirklich zu erarbeiten, v&#246;llig unabh&#228;ngig davon, ob es sich dabei um Lernende oder Lehrende handelt.</p>

<p>Man kann aber auch in Erw&#228;gung ziehen, dass es nicht unangebracht sein k&#246;nnte, die Tatsache des heute viel leichter greifbaren Wissens via Internet in die didaktische und methodische Planung des Unterrichts einzubeziehen.</p>

<p>Wie aber k&#246;nnten <strong>L&#246;sungen</strong> f&#252;r das Problem aussehen?</p>

<p>Antworten auf diese Frage sind l&#228;ngst vorhanden. In vielen F&#228;llen werden sie auch von Lehrenden schon lange ber&#252;cksichtigt. Mal werden diese Antworten mit dem Begriff „<em>Projektunterricht</em>“ zusammengefasst, mal wird von „<em>problemorientiertem Unterricht</em>“ gesprochen, auf jeden Fall aber sind diese Antworten seit mindestens den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts verf&#252;gbar. Und auch der Begriff der „<em>Kompetenzorientierung</em>“ f&#252;gt diesen Antworten weit weniger Neues hinzu, als es die &#246;ffentliche Darstellung vermuten l&#228;sst. Nein, Kompetenzorientierung ist im Unterricht vieler Lehrender bereits seit l&#228;ngerem viel st&#228;rker angezielt, als man angesichts des Get&#246;ses um diesen Begriff meinen k&#246;nnte.</p>

<p>Kompetenzorientierung von Unterricht ist vor allem eine Differenzierung und Erg&#228;nzung bisheriger Antworten, aber mitnichten eine Neuerfindung des Unterrichtens. Zumindest wer konstruktivistischen Modellen des Lernens und Lehrens folgt, orientiert sich l&#228;ngst an Kompetenzen. Die Ver&#228;nderungen, die mit diesem Begriff verbunden sind, liegen 1. im Wechsel der Vorgaben von input-orientierten hin zu output-orientierten Formulierung in Lehrpl&#228;nen, die nun Bildungsstandards kreieren und kerncurriular orientierte Vorgaben machen und 2. in der st&#228;rkeren Ber&#252;cksichtigung metakognitiver Prozesse der Lernenden, die den eigenen Lernprozess st&#228;rker reflexiv in den Blick nehmen, als dies bislang der Fall gewesen sein d&#252;rfte.</p>

<p>Doch zur&#252;ck zu Ausgangsfrage. Wie k&#246;nnten oben angesprochene, f&#252;r das Lernen wenig effektive Szenarien anders gestaltet werden?</p>

<p>Voraussetzung f&#252;r eine <strong>Aufgabenkultur</strong>, die <strong>Lernprogression</strong> m&#246;glich macht, ist, dass die leicht greifbare Verf&#252;gbarkeit von Wissen via Internet akzeptiert wird, ohne den Anspruch aufzugeben, dass Wissen anzueignen ist. Ja, auch im Begriff der Kompetenzorientierung wird Wissen im Idealfall nicht zum &#252;berfl&#252;ssigen Appendix, sondern bleibt nach wie vor Teil dessen, was Schule leisten soll. Kompetent zu sein bedeutet eben nicht, nur zu wissen, wo ich Wissen nachschlagen kann <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>

<p>Kompetenzorientierung zielt vor allem auf die Frage ab, wie mit Wissensbest&#228;nden, die verf&#252;gbar sind, so gearbeitet werden kann, dass das Wissen dabei auch erworben wird und in einen Kontext des handelnden Umgangs mit Wissen gestellt wird.</p>

<p>Ein <strong>Beispiel aus meiner eigenen Praxis</strong>, das bewusst fern der von mir studierten F&#228;cher angesiedelt ist. Dieses Blog betreibe ich mit <a href="http://wordpress-deutschland.org" target="_blank">WordPress</a>. Ich bediene mich also einer von anderen programmierten Plattform und arbeite mit ihr. Bei dieser Arbeit komme ich aber immer wieder an Punkte, an denen ich &#252;ber die Vorgaben des Programms und des gew&#228;hlten Themes meines Blogs hinaus etwas umsetzen m&#246;chte. Ich beginne dann, im Code des Programms oder des Themes etwas zu ver&#228;ndern. Da ich aber von PHP eigentlich keine Ahnung habe, muss ich recherchieren, bedienen ich mich bei dem Wissen, das andere generiert und zur Verf&#252;gung gestellt haben. Ich kann dieses Wissen aber nicht einfach abschreiben, sondern muss es im Kontext der Aufgabe, die ich mir gerade selbst gestellt habe, anwenden. Und auch ein Auswendiglernen der Regeln dieser Programmiersprache w&#252;rde mir nicht viel helfen, solange ich keine Ahnung davon habe, was die einzelnen Codeschnipsel im Zusammenhang bewirken.</p>

<p>Im Laufe der Zeit beobachtete ich, dass ich f&#252;r immer mehr der von mir angestrebten Eingriffe in den Code, der diese Website am Laufen h&#228;lt, immer seltener in Referenzwerken nachschlagen musste. Ja, nachdem ich ein wenig von dem Grundprinzip der Programmiersprache verstanden hatte, konnte ich sogar an Stellen von dem mir angeeigneten Grundverst&#228;ndnis der Programmiersprache (wirklich nur Grundverst&#228;ndnis, da ich mir die Aufgabe bislang nicht stellte, richtig komplexe PHP-Probleme anzugehen) ausgehend, ohne einen Blick in Referenzwerke zu werfen, L&#246;sungen f&#252;r Aufgaben finden, die mir vorher nicht begegnet waren. Ich habe mir also eine Grundkompetenz im Umgang mit PHP angeeignet.</p>

<p>In einem Kompetenzenmodell k&#246;nnte das so umschrieben werden: „Hat sich auf der Basis vorhandenen PHP-Codes die Komptenz angeeignet, einfache bis mittelschwere Aufgaben zu l&#246;sen, die zu dem vorhandenen Code neue Funktionen hinzuf&#252;gen oder vorhandene Funktionen an eigene Bed&#252;rfnisse anpassen. Dabei ist er in der Lage, Referenzwerke angemessen einzusetzen und, von vorhandenen Kenntnissen ausgehend, auch L&#246;sungen auf der Basis eines erworbenen Grundverst&#228;ndnisses, zumindest bei einfachen Arbeiten im Code, zu finden, ohne erneut in einem Referenzwerk nachzuschlagen.“</p>

<p>Nun scheint es auf den ersten Blick leichter, Aufgaben mit <a href="http://runningtom.wordpress.com/2010/11/11/handlungsorientierter-unterricht-2/" target="_blank">Handlungsorientierung</a> zu entwerfen, wenn es um die Anwendung einer Programmiersprache geht, als im Kontext des Umgangs mit Literatur. Dennoch bin ich der &#220;berzeugung, dass das hier beschriebene Lernprinzip in allen F&#228;chern anwendbar ist, auch dort, wo es um weit mehr als nur Grundkompetenzen geht, wie zum Beispiel in Leistungskursen oder im Studium.</p>

<p>Die Antwort auf die oben dargestellten Ph&#228;nomene im Umgang mit Aufgaben im Unterricht muss also ber&#252;cksichtigen, dass Aufgaben nicht so gestellt werden sollten, dass Antworten 1:1 aus Referenzwerken &#252;bernommen werden k&#246;nnen. Im Gegenteil: Es sollte sogar der <strong>Umgang mit</strong> solchen <strong>Referenzen</strong> vorausgesetzt und gef&#246;rdert werden. Es kann nicht darum gehen, Lernende oder Lehrende schief anzuschauen, wenn sie Internetressourcen nutzen. Es muss vielmehr darum gehen, diese in den <strong><a href="http://basedow1764.wordpress.com/2010/10/14/der-bluff-der-kompetenzorientierung/" target="_blank">Prozess der Lernprogression</a></strong> (des nachvollziehbaren und vielleicht sogar messbaren Lernfortschritts) einzubeziehen und entsprechende Aufgaben zu kreieren.</p>

<p>Eine einfache Form im Kontext der oben genannten Aufgabe zu den Figurenkonstellationen in einem Drama k&#246;nnte zum Beispiel lauten: „Wie stehen die Figuren im Drama zueinander in Beziehung? Im Internet finden sie unter xxx und yyy zwei Grafiken, die diese Konstellationen darzustellen beanspruchen. Die Ergebnisse dieser Grafiken sind unterschiedlich. Welche stimmt? Wo liegt in einer der beiden Grafiken der Fehler? K&#246;nnen Sie erkl&#228;ren, wie es zu diesem Fehlern gekommen ist?“</p>

<p>Wie gesagt, dieses Beispiel ist eines der weniger komplexen Art, unter anderem auch deshalb, weil es noch wenig Differenzierungsm&#246;glichkeiten f&#252;r unterschiedliche Leistungsstufen oder Lerntypen beinhaltet. Es gibt aber ein wenig die Richtung vor, in die <strong>effektive Lernaufgaben heute</strong> zielen sollten / m&#252;ssen.</p>

<p>Die Voraussetzung f&#252;r effektives Lernen ist, dass <strong>echte Aufgaben</strong> zu bew&#228;ltigen sind. Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen kennen das in der Regel aus Zusammenh&#228;ngen, in denen sie ihren Hobbys folgen, sei es im Sport, sei es im Kontext von Musik, Kunst oder auch Computerspielen der komplexeren Art, zu denen es teilweise auch Referenzseiten mit Wissensbest&#228;nden zum Spiel gibt.</p>

<p>Wie k&#246;nnten solche Aufgaben im Deutschunterricht aussehen, die zum Teil zumindest auch Kompetenzen f&#246;rdern, die zum Deutschunterricht geh&#246;ren, aber nicht zwangsl&#228;ufig zu einer Lekt&#252;re?</p>

<p>Ich <strong>konstruiere hier ein paar Beispiele</strong>, w&#252;rde mich aber sehr freuen, wenn im Rahmen der Kommentare zu diesem Artikel ein ganzer Reigen solcher Aufgabentypen zusammenkommen w&#252;rde.</p>

<p>- Bei historischen Texten kann man die Aufgabe stellen, eine Zeitungsseite zum Thema zu erstellen und so gleichzeitig, dem Ansatz eines integrierten Unterrichtsmodells folgend, den Aufbau von Nachrichten, Berichten Reportagen, Kommentaren und Glossen als zu erwerbende, zu wiederholende oder auszubauende Kompetenzen kennen lernen, vertiefen und &#252;ben.</p>

<p>- Bei Texten, die neben textimanenter Arbeit auch einen stark biographischen Bezug zum Autor erlauben (z. B. Texte von Kafka oder Brecht), k&#246;nnen Formen des Interviews nicht nur in schriftlicher Form als Aufgabe gegeben werden &#8211; sondern auch als Audioproduktion oder Video.</p>

<p>- Im Rahmen der sprachreflexiven Arbeit k&#246;nnen kreative Aufgaben gestellt, werden, die mit bestimmten sprachlichen Ph&#228;nomenen so umgehen, dass z. B. eine Ausstellung oder auch Lesungen m&#246;glich sind.</p>

<p>- Kurzgeschichten k&#246;nnen als Video, als Theaterst&#252;ck, als H&#246;rspiel etc. erarbeitet werden.</p>

<p><strong>Zusammengefasst</strong>: Aufgaben in der Schule m&#252;ssen heute davon ausgehen, dass Wissen via Internet oft sehr leicht greifbar ist und darauf ausgerichtet sein, dass sie nicht schon als Aufgabe dazu verleiten, dem Copy&amp;Paste-Prinzip zu folgen. Vielmehr scheint es f&#252;r die Progression des Lernens sinnvoll, den handelnden Umgang mit solchen Ressourcen zu f&#246;rdern und so die M&#246;glichkeit zu schaffen, sich dieses Wissen angesichts wirklich herausfordernder Aufgabenstellungen anzueignen und somit idealerweise nachhaltig verf&#252;gbar zu machen.</p>

<p><strong>Ziel</strong> solcher Lernarrangements ist es, Lernende in <strong>eine handelnde Auseinandersetzung (Zusammensetzung! — im konstruktivistischen Sinne) mit dem zu Lernenden</strong> zu bringen. Dabei k&#246;nnen <strong>unterschiedliche Lerntypen</strong> ber&#252;cksichtigt werden und <strong>Differenzierungen</strong> vorgenommen werden, ohne dass f&#252;r jeden Lernenden eine eigene Aufgabe erstellt werden m&#252;sste, kann die Form der Auseinandersetzung (per Text, Grafik, andere Formen der visuellen oder auditiven Umsetzung) je nach Aufgabentyp und angesichts der gleichen Aufgabe doch durchaus unterschiedlich sein.</p>

<p>Im Rahmen solcher Aufgaben werden <a href="http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article6905488/Generation-Copy-amp-Paste.html" target="_blank">Wikipedia</a> und <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/der-copy-schock/1791902.html" target="_blank">Co</a> von Seiten zum Kopieren von Text zu Referenzseiten, die man nutzt, um ein Problem zu l&#246;sen, ohne das vorhandene Wissen 1:1 &#252;bernehmen zu k&#246;nnen, weil es Teil der Auseinandersetzung (Zusammensetzung) mit einer echten Herausforderung wird. Und auch f&#252;r analoge Wissensspeicher gilt dies, wenn zum Beispiel Bibliotheken f&#252;r den Unterricht nutzbar sind. Museen k&#246;nnen auf diesem Wege unterrichtsrelevant werden, regionale M&#246;glichkeiten integriert werden …</p>

<p>Und am Ende steht vielleicht der Schluss, dass Kompetenzorientierung weder die Neuerfindung des Rades ist, noch eine &#252;berfordernde Herausforderung, sondern eine Form des Unterrichts, die (auch in Sachen Wissen) echte Lernfortschritte erm&#246;glicht, die reflektierbar sind und auch noch Spa&#223; machen, den Lernenden wom&#246;glich genau so wie den Lehrenden. Das aber w&#228;re eine echte Bildungsreform: Ein Lernen, das h&#228;ufiger wirklich Spa&#223; macht, als das Klischee der Schule vermuten l&#228;sst.</p>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Die R&#252;ckkehr der Schiefertafel oder: Arbeiten mit dem iPad</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 07:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaum gr&#246;&#223;er als einst Schiefertafeln, &#228;hnlich »dick« oder auch »d&#252;nn«, je nachdem, wie man es gerade betrachten will, liegt seit ein paar Tagen nun also das iPad vor mir. Es ist dabei, das kann ich schon jetzt sagen, mein Arbeiten &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/10/24/die-rueckkehr-der-schiefertafel-oder-arbeiten-mit-dem-ipad/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum gr&#246;&#223;er als einst <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schreibtafel">Schiefertafeln</a>, &#228;hnlich »dick« oder auch »d&#252;nn«, je nachdem, wie man es gerade betrachten will, liegt seit ein paar Tagen nun also das <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Apple_iPad">iPad</a> vor mir. Es ist dabei, das kann ich schon jetzt sagen, mein Arbeiten zu ver&#228;ndern, wobei ich diese Ver&#228;nderung bislang als eine Verdichtung und Intensivierung meiner Arbeit ansehe.</p>

<p>Diesen Blogartikel schreibe ich auf diesem Ger&#228;t, womit das Thema »Tastatur« rein praktisch schon bearbeitet ist, denn h&#228;tte ich nicht die Erfahrung gemacht, dass es mir faktisch m&#246;glich ist, die virtuelle Tastatur dieses Tablet-Computers in &#228;hnlicher Souver&#228;nit&#228;t zu bedienen wie eine Hardware-Tastatur, w&#252;rde ich sie f&#252;r solch lange Texte nicht nutzen.</p>

<p>Doch es ist gerade die Arbeit an Texten, die f&#252;r mich eines der Haupteinsatzgebiete des iPads werden soll — und auch schon ist — sei es die schreibende oder sei die lesende Arbeit an Texten.</p>

<p>Hier geht es nicht um einen Testbericht, sondern um eine erste Praxisreflexion der Arbeit mit diesem Ger&#228;t. Und bereits als sein Erscheinen im Januar 2010 angek&#252;ndigt wurde, erinnerte ich mich an meinen Eindruck des ersten Tablet-PCs, der einst von Microsoft vorgestellt wurde und den ich vor ein paar Jahren in Wien l&#228;ngere Zeit in H&#228;nden halten und testen konnte. Mit dieser Erinnerung ist f&#252;r mich der erste gro&#223;e Unterschied in der Praxis feststellbar: Brauchte ich bei Microsofts Erstling eines solchen Computertyps noch eine ganze Weile, bis ich &#252;berhaupt verstanden hatte, wie das System funktionierte, habe auf dem iPad einfach angefangen zu schreiben und machte nach weniger als vierundzwanzig Stunden die verbl&#252;ffende Entdeckung, dass ich hier nicht nur schnell, sondern sogar sehr z&#252;gig nahezu blind mit der Tastatur zu Schreiben in der Lage bin.</p>

<p>Fazit 1: Das Arbeiten mit dem iPad erscheint mir sehr intuitiv, ja fast kommt es mir so vor, als habe mein Arbeitsstil geradezu auf diesen Rechner gewartet, mit dem ich einfach los arbeiten kann, ohne mich gro&#223; in die Hard- oder Software hineindenken zu m&#252;ssen, was mich aber nat&#252;rlich dennoch nicht davon abhalten soll, auch die Frage zu stellen, wie dies alles funktioniert, aber nicht in diesem Beitrag.</p>

<p>Zun&#228;chst einmal ist das iPad f&#252;r mich also ein Schreibger&#228;t, die erste, wirklich portable Schreibmaschine, die ich je hatte. Anders als bei meinem Laptop beobachte ich, dass ich das iPad wirklich fast immer dabei habe, au&#223;er vielleicht, wenn ich einkaufen gehe. Aber ein Laptop, so sch&#246;n er ist, wiegt dann doch &#252;ber zwei Kilo und nimmt viel Platz in der Tasche weg, macht aber, wenn ich ihn &#252;ber UMTS online bringe, schon nach relativ kurzer Anlaufzeit schlapp, sodass es nicht wirklich ein Vergn&#252;gen ist, mit ihm vernetzt zu arbeiten.</p>

<p>Doch genau darum geht es mir: Konzentriert arbeiten k&#246;nnen und dennoch die Ressourcen verf&#252;gbar zu haben, die ich in vernetzten Strukturen gerne nutze. Au&#223;erdem habe ich mehr und mehr Zugriff auf aktuell von mir verwendete Materialien, die ich in dieser F&#252;lle in einer Tasche gar nicht mit mir herum tragen k&#246;nnte.</p>

<p>Fazit 2: Das iPad kommt meiner Vorstellung des mobilen Arbeitens sehr entgegen.</p>

<p>Mit mobilem Arbeiten meine ich nun nicht einmal, dass ich st&#228;ndig im Kaffee arbeiten wollte oder es gar tue. Lehrer haben aber nun einmal mindestens zwei Arbeitspl&#228;tze, hat eine Schule auch noch verschiedene Standorte, dann sind es oft sogar noch mehr. Und dann gibt es noch die Stunden zwischen den Unterrichtsstunden, in denen dann ideal vor Ort gearbeitet werden kann, wenn die entsprechenden Werkzeuge verf&#252;gbar sind.</p>

<p>Immer einen Duden dabei, einige Dutzend B&#252;cher st&#228;ndig als Lesestoff und Arbeitsmaterial auf dem Rechner und auch noch das Schreibger&#228;t, mit dem ich gleich gedruckte Versionen meiner Arbeitsergebnisse anfertigen kann, wenn ich die Dateien per E-Mail an mich schicke und dann ausdrucke, was aber nicht in jedem Fall n&#246;tig ist.</p>

<p>Aber zun&#228;chst ist das iPad nicht als Dienstger&#228;t gedacht, auch wenn es in diesem Rahmen absehbar eine wahrscheinlich wichtige Rolle spielen wird, vor allem wenn es um Unterrichtsentw&#252;rfe geht. Beruf und private Interessen laufen bei mir allerdings sowieso ineinander &#252;ber, was ich als eigentlich die ideale berufliche Situation betrachte, so dass auch das mehr oder weniger private Arbeiten mit diesem Ger&#228;t neue Formen annimmt.</p>

<p>Ich lese nach wie vor sehr viele echte B&#252;cher, auch wenn mich iBooks als digitales Leseger&#228;t durchaus &#252;berzeugt, vor allem auch, weil Anstreichungen und Notizen m&#246;glich sind, aber auch beim analogen Lesen habe ich nun endlich meine eigenen Lesenotizen nicht nur umfassend dabei, sondern ich kann diese direkt tippen, weil das iPad neben einem Buch eigentlich immer in die Tasche passt und, anders als in vielen F&#228;llen der Laptop, wirklich verf&#252;gbar ist.</p>

<p>Fazit 3: Vor allem die wirkliche Mobilit&#228;t dieses Rechners erm&#246;glicht ein anderes Arbeiten und, da handschriftliche Notizen von unterwegs direkt getippt werden k&#246;nnen, auch eine straffere Organisation der Arbeit, f&#228;llt in vielen F&#228;llen dann doch das &#220;bertragen in den getippten Text weg und das Ausdrucken kann gleich beginnen, wenn ich zu Hause bin.</p>

<p>Notizen, Kalender, Lexika…, das alles ist zwar auch per iPhone verf&#252;gbar, aber ein Smartphone ist eben kein Arbeitsger&#228;t f&#252;r jemanden, der wirklich viel schreibt. Da ich aber auch im Bereich des kreativen Schreibens verortet bin, brauche ich genau diese M&#246;glichkeit des Schreibens, m&#246;glichst &#252;berall. Das geht auch mit Notizbuch und F&#252;ller, eine Kombination, die ich nach wie vor sehr sch&#228;tze und auch nutze, aber ich tippe nun einmal auch sehr gern. In dieser Hinsicht hat das Smartphone wenig zu bieten und all die Subnotebooks, die ich in H&#228;nden hielt, erschienen mir nicht nur oft sehr billig gemacht, sondern irgendwie auch unpraktisch f&#252;r meinen Arbeitsstil.</p>

<p>Selbst am heimischen Schreibtisch greife ich in &#252;berraschend vielen Situationen zu dem von mir lange sehr kritisch be&#228;ugtem Tablet-Computer. Auch wenn er kein Ersatz f&#252;r den PC sein will, man braucht einen solchen f&#252;r die Verwaltung des Ger&#228;tes dann doch immer mal wieder, erlebe ich das iPad sehr oft als genau diesen Ersatz, der zudem noch absolut leise l&#228;uft, so dass keine L&#252;fter oder Festplattenger&#228;usche noch ein wenig L&#228;rmpegel verursachen.</p>

<p>Und doch wirkt das iPad auf mich zun&#228;chst wie eine Schiefertafel: Es ist einfach in seiner &#228;u&#223;eren Erscheinung, aber, anders als eine Schiefertafel, im Innern hoch komplexe Technologie, was es von der Schiefertafel unterscheidet, es sei denn man sieht die molekulare Zusammensetzung der in einer Schiefertafel verarbeiteten Materialien als komplexe Struktur <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>

<p>Lernen ist Arbeit. Entsprechend ist jedes Ger&#228;t, dass diese Arbeit unterst&#252;tzt, ein Ger&#228;t, das f&#252;r das Lernen geeignet ist, so der eigene Lernstil zum Ger&#228;t passt. Ist das iPad also ein Ger&#228;t, das f&#252;r die Nutzung im Unterricht geeignet ist, auch f&#252;r Sch&#252;ler? Meine Antwort auf diese Frage f&#228;llt im Augenblick noch ambivalent aus. Vor allem spricht der hohe Preis gegen eine Standardnutzung durch Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen. Es kann einfach nicht erwartet werden, dass so ein Ger&#228;t verf&#252;gbar ist, es sei denn, es muss nicht von den Eltern bezahlt werden.</p>

<p>Gegen den Einsatz in der Schule spricht auch die Bindung an einen Anbieter, so sehr dies faktisch in Richtung Microsoft an vielen Schulen auch der Fall ist. Aber diese Monokultur gef&#228;llt mir ja auch nicht. Wie sollte mir dann eine andere Monokultur gefallen k&#246;nnen?</p>

<p>Gegen die Nutzung eines solches Ger&#228;tes als Standard im Unterricht spricht aber auch, dass er nur dann sinnvoll sein kann, wenn es gelingen w&#252;rde, Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler zu Arbeitsformen zu bringen, die in einem Computer eben nicht prim&#228;r ein Unterhaltungs-, sondern ein Arbeitsmedium sehen k&#246;nnen.</p>

<p>Und doch sehe ich im iPad f&#252;r mich eine echte Bereicherung im Lern-Arbeits-Zusammenhang. Dies k&#246;nnte so auch f&#252;r einzelne Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen gelten, die eher in die Nerd-Kategorie fallen, ist doch die Rede vom Digital Nativ meist nicht in Hinsicht auf die Mediennutzungskompetenz hin passend.</p>

<p>Ja, ich bin der Meinung, dass Tablet-PCs durchaus, anders als Notebooks, f&#252;r Schule interessant sein k&#246;nnen, meine aber auch, dass das analoge Lernen, das nach wie vor ganz einfach die Conditio humana in Sachen Lernen ist, dennoch im Vordergrund stehen muss, was nat&#252;rlich auch m&#246;glich ist, wenn diese Gattung Computer das Schulbuch und das Schulheft erg&#228;nzen, auf lange Sicht vielleicht auch abl&#246;sen kann.</p>

<p>Wenn es Bildungsprozessen gelingt, den Computer st&#228;rker als Arbeitsinstrument im Bewusstsein aller an Bildungsprozessen beteiligten zu verankern, ihm neben dem Image des Unterhaltungsmediums das Image eines tollen Lernmediums zu geben, dann wird er im Unterricht mittelfristig die Rolle spielen k&#246;nnen, die sinnvoll ist, so durch die Kosten solcher Ger&#228;te keine weiteren strukturellen Ungerechtigkeiten ins Bildungssystem selbst einflie&#223;en.</p>

<p>Ich selbst, um auf den Anfang dieses Beitrages zur&#252;ck zu kommen, habe Computer noch nie zum Spielen benutzt. Meinen ersten Computer kaufte ich mir im Studium, weil ich ihn als Lern- und Arbeitsger&#228;t brauchte. Das ist der Computer f&#252;r mich immer geblieben. Doch schon seit l&#228;ngerem w&#252;nschte ich mir f&#252;r den mich pr&#228;genden Arbeitsstil ein wirklich portables Arbeitsger&#228;t, ein Ger&#228;t, das klein, leicht und doch mit allen f&#252;r mich notwendigen F&#228;higkeiten ausgestattet ist. F&#252;r mich erf&#252;llt zur Zeit das iPad diese praktischen Erwartungen. Es passt zu meinem Arbeitsstil und unterst&#252;tzt ihn. Und ja, ich finde, dass Schiefertafeln eine tolle Sache sind, so dass ich froh bin, dass mir jetzt ein digitales Pendant der Schiefertafel bei meiner Arbeit zur Seite steht. 
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		<title>Das Tippen, der Text und die Schreibkompetenz</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 00:02:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bedeutung der Handschrift geht mehr und mehr zur&#252;ck, ohne dass dies bedeuten w&#252;rde, dass sie als grundlegende Kulturtechnik nicht dennoch erlernt werden m&#252;sste, schon alleine um die M&#246;glichkeit zu erhalten, auch stromunabh&#228;ngig eine individuelle Ausdrucksform zu erm&#246;glichen, da die &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/10/23/tippen-text-schreibkompetenz/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a taget="_blank" href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/639858/">Bedeutung der Handschrift</a> geht mehr und mehr zur&#252;ck, ohne dass dies bedeuten w&#252;rde, dass sie als grundlegende <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturtechnik">Kulturtechnik</a> nicht dennoch erlernt werden m&#252;sste, schon alleine um die M&#246;glichkeit zu erhalten, auch stromunabh&#228;ngig eine individuelle Ausdrucksform zu erm&#246;glichen, da die Zahl der analogen, rein mechanischen <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schreibmaschine">Schreibmaschinen</a> in den Haushalten wohl nicht ausreichen wird, um diese Form des Ausdrucks sicher zu stellen,  w&#228;hrend zum Beispiel Kugelschreiber nach wie vor ein Alltagsgegenstand sind. Ich wage die Behauptung, dass bei Kugelschreibern eine hundertprozentige Abdeckung in der Bev&#246;lkerung vorhanden ist.</p>

<p>Doch wenn auch die Bedeutung der Handschrift zur&#252;ck zu gehen scheint, hat das Tippen von Texten weit weniger Aufmerksamkeit auf seiner Seite, als angemessen scheint. Das gilt nicht nur f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler, sondern auch f&#252;r viele Lehrende. Sowohl unter Sch&#252;lern der gymnasialen Oberstufe also auch bei vielen Lehrenden scheint zum Beispiel die F&#228;higkeit, blind und wom&#246;glich sogar mit zehn Fingern zu tippen, nach wie vor eher ein Nerdfaktor als Allgemeingut, von angemessenen Kenntnissen in Sachen Textsatz einmal abgesehen, obwohl diese, zumindest meines Erachtens, grundlegend zum kompetenten Umgang mit <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Textverarbeitung">Textverarbeitungsprogrammen</a> dazu geh&#246;ren, sind diese doch etwas anderes als digitale Umsetzungen mechanischer Schreibmaschinen, die in Sachen Textsatz (<a target="_blank" href="http://typefacts.com/">Typographie</a>) keine allzu gro&#223;en M&#246;glichkeiten lie&#223;en.</p>

<p>Doch selbst in Lehrpl&#228;nen, die die Verwendung von Textverarbeitungsprogrammen zumindest als M&#246;glichkeit in sich bergen, habe ich bislang nichts von der Vorgabe gelesen, dass jeder Sch&#252;ler und jede Sch&#252;lerin in der Lage sein soll, <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zehnfingersystem">blind zu tippen</a>; unabh&#228;ngig von der Schulform &#252;brigens.</p>

<p>Ja, diese Kompetenz wurde auch schon bisher eher in speziellen Kursen gelernt oder sie war das Produkt selbstst&#228;ndiger Bem&#252;hungen. Ich habe nie einen Kurs f&#252;r Tastaturschreiben besucht und meine es dennoch angemessen zu beherrschen. Sehe ich aber, welche <a target="_blank" href="http://www.medien.ifi.lmu.de/lehre/ws0607/mmi1/essays/Bastian-Schildbach.xhtml">Probleme im Umgang mit Computertastaturen </a>damit einher gehen, dass die entsprechenden Nutzer und Nutzerinnen eher unvertraut mit der Tastatur und auch mit <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tastenkombination">Tastaturbefehlen</a> umgehen, bekomme ich immer wieder den Eindruck, dass au&#223;erhalb von Sekretariaten unglaublich viel Energie durch den Mangel an dieser Kompetenz verloren geht.</p>

<p>Der zentrale Vorteil des Tippens, ein relativ schnelles Schreiben zu erm&#246;glichen, wird in vielen F&#228;llen, auch bei Lehrenden, eher stiefm&#252;tterlich behandelt. Oft wird dann von der Kompliziertheit des Computereinsatzes gesprochen, aber kaum in Erw&#228;gung gezogen, dass die eigenen praktischen Kenntnisse im Bereich dieser (neuen) Kulturtechnik m&#246;glicherweise einer Optimierung unterzogen werden k&#246;nnten.</p>

<p>Mir pers&#246;nlich ist es dann &#252;brigens egal, ob »korrekt« mit zehn Fingern getippt wird, solange das <a  target="_blank" href="http://docs.google.com/viewer?a=v&#038;q=cache:ODOtToqpKcAJ:www.uni-koeln.de/ew-fak/Deutsch/materialien/mbm/download_symposion/Grabowski_SDD_06.pdf+schreibgeschwindigkeit+tippen+handschrift&#038;hl=de&#038;gl=de&#038;pid=bl&#038;srcid=ADGEESjgSN8SIiS-gdSw3UmYMxejOmiuzINmHyqTMNyQFeFyOqIGqPy0AO_LYgYmmZQ0MfpjeExq39m5hFXR7uTl-TurDzHmuZxxzkBnMjYvfdDcFgPqZx6QRtNpvjnyTTiKMVR-8gZY&#038;sig=AHIEtbTAwZAJYZKAUBOMHCjbQLjYVzk76g">Tippen seine &#220;berlegenheit in Sachen Schreibgeschwindigkeit</a> irgendwie ausspielen kann, habe ich doch einst selbst lange Zeit mit zwei Fingern getippt, wenn auch schon relativ zuverl&#228;ssig.</p>

<p>Doch die Frage der Kompetenz in Sachen Nutzung von Tastaturen ist nur eine Seite des Problems — und vielleicht nicht einmal die bedeutendste. Das gr&#246;&#223;ere Problem scheint mir, dass kaum reflektiert wird, dass ein getippter Text nicht nur geschrieben sondern auch angemessen gestaltet sein will. Diese Kompetenz nennt man »Textsatz« oder »Typographie«.</p>

<p>Auf den Buchdruck zur&#252;ckgehend, war der Beruf des <a target="_blank" href="http://www.design-literatur.de/beruf-schriftsetzer">Setzers</a> lange Zeit ein wichtiger Beruf, der aber mit Textverarbeitungsprogrammen ein wenig ins Hintertreffen geraten ist, weil mehr und mehr selbst Verlage von den Autoren oder Herausgebern erwarten, dass diese druckfertige Typoskripte abgeben. Vor allem wissenschaftliche Publikationen sehen dann auch oft entsprechend aus.</p>

<p>Neben der Frage der f&#252;r das Erstellen von Texten notwendigen Schreibkompetenzen tritt heute die Frage nach der Gestaltung von selbst erstellten Texten, die Frage nach dem Layout. Ja, Layouter stellen durchaus nach wie vor eine eigene Berufsgruppe dar, die aber aus den genannten Gr&#252;nden, die heute eigentlich von jedem am Computer schreibenden Menschen entsprechende Kenntnisse und Kompetenzen erwarten, an praktischer Bedeutung verliert.</p>

<p>Solange selbst auf den Websites vieler gro&#223;er Zeitungen die <a target="_blank" href="http://www.urz.uni-heidelberg.de/text/setzen.html">Grundregeln des Textsatzes </a>eher stiefm&#252;tterlich behandelt werden, ich denke hier insbesondere an den oft schlicht <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anf%C3%BChrungszeichen">falschen Gebrauch von Anf&#252;hrungszeichen</a>, die oft angels&#228;chsischen Vorgaben folgen, statt den Standards deutscher Sprache entsprechend gesetzt werden, ist an dieser Stelle mit einer auf Unkenntnis beruhenden Wandlung der geschriebenen Sprache zu rechnen.</p>

<p>Zugegeben: <a target="_blank" href="http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/gestaltung/typografie/">Schlechte Typographie</a> und der oft fast schon hilflos wirkende Umgang mit Tastaturen werden keine Untergang des Abendlandes verursachen. Viele Eigenarten, die dem geschulten Auge in Sachen Typographie auffallen, m&#246;gen vielen Menschen eher kleinlich erscheinen. Es handelt sich hier eher um eine &#228;sthetische Frage, der sich zu stellen aber gerade Bildungsinstitutionen nicht schlecht stehen w&#252;rde.</p>

<p>&#214;konomisch relevanter ist da schon die Frage, wie sicher der Umgang von Besch&#228;ftigten mit der Tastatur als Schreibinstrument ist. Auch hier gibt es nach meinen Beobachtungen massiven Kompetenzentwicklungsbedarf. Aber wer den Weg des Blindschreibens einmal eingeschlagen hat, wird schnell merken, dass es sich dabei um kein Spiel handelt, sondern um eine F&#228;higkeit, die das Schreiben als solches einfach viel angenehmer macht. Und alleine daf&#252;r lohnt es sich meines Erachtens, diesen Weg zu betreten und das Tippen <em>neben</em> der Handschriftlichkeit zu &#252;ben.    <strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Bin&#228;re Codes und die Bildung der Zukunft: Eine Replik zu Schirrmachers „Payback“</title>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 15:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich nicht bereit bin, meine geistigen F&#228;higkeiten von au&#223;en kommenden Informationsfluten unterzuordnen. Ich reguliere den Zufluss an E-Mails, pflege regelm&#228;&#223;ig meine Follower-Liste auf Twitter, indem ich jeden „Marketingexperten“, „Haben Sie Erfolg im &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich nicht bereit bin, meine geistigen F&#228;higkeiten von au&#223;en kommenden Informationsfluten unterzuordnen.</p>

<p>Ich reguliere den Zufluss an E-Mails, pflege regelm&#228;&#223;ig meine Follower-Liste auf Twitter, indem ich jeden „Marketingexperten“, „Haben Sie Erfolg im Web“ und sonstigen selbst ernannten Guru, der mir folgt, l&#246;sche, auch wenn ich gar nicht gezwungen bin, ihm auch zu folgen. SMS setze ich sparsam ein, Feeds laufen nicht mehr als 100 pro Tag ein, von denen ich mir vielleicht 10 n&#228;her anschaue und die Texte lese. Facebook war ein kurzes Intermezzo, da es gegen&#252;ber Twitter f&#252;r mich keinen Mehrwert brachte und mich zudem mit seinem Verst&#228;ndnis von „Datenschutz“ in Rage brachte. Ich habe diesen Verzicht und die Reduktion der Informationsfl&#252;sse, die t&#228;glich bei mir ankommen noch keinen Tag bereut.  – Wie einst die Fl&#252;sse reguliert wurden, um Hochwasser zu vermeiden, habe ich mich fr&#252;hzeitig entschlossen, den Informationsfluss zu regulieren, auf dass er mich nicht &#252;berschwemmen m&#246;ge.</p>

<p>Und dennoch: Ohne Computer kann ich mir weder die Kommunikation mit anderen Menschen noch meine allt&#228;gliche Arbeit mehr vorstellen. Ohne Suchmaschinen, es muss ja nicht immer Google sein, w&#252;rde ich mich wahrscheinlich neu orientieren m&#252;ssen, bin aber guter Dinge, dass dies gelingen k&#246;nnte, denn ich geh&#246;re noch zu denen, die einen Zettelkastenkatalog in Bibliotheken zu nutzen gelernt haben.</p>

<p>Und dabei bin ich viel j&#252;nger als Frank Schirrmacher, dem die Navigation in digitalen Welten zumindest ansatzweise eine &#220;berforderung zu sein scheint. So zumindest mein Eindruck beim Lesen seines Buches „Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht wollen, und wie wir die Kontrolle &#252;ber unsere Daten zur&#252;ckgewinnen“. Schirrmacher schreibt: „Ich werde [von der Masse digital eingehender Daten TL] aufgefressen“ (S. 15), auch wenn er seinen digitalen Bankrott noch nicht erkl&#228;rt.</p>

<p>„Die digitale Gesellschaft ist im Begriff, ihr Innenleben umzuprogrammieren. Auf der ganzen Welt haben Computer damit begonnen, ihre Intelligenz zusammenzulegen und ihre inneren Zust&#228;nde auszutauschen; und seit ein paar Jahren sind die Menschen ihnen auf diesem Weg gefolgt. Solange sie sich von Maschinen treiben lassen, werden sie hoffnungslos unterlegen sein”, so Schirrmacher (S. 20), der die Angst, etwas zu verpassen, als eine der treibenden Kr&#228;fte bei diesem Prozess sieht.</p>

<p>Und &#228;hnlich, wie sich einst Platon<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_0_2715" id="identifier_0_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&bdquo;.&hellip; diese Kunst [die Erfindung der Buchstaben und damit der Schrift TL] wird Vergessenheit schaffen in den Seelen derer, die sie erlernen, aus Achtlosigkeit gegen das Ged&amp;#228;chtnis, da die Leute im Vertrauen auf das Schriftst&amp;#252;ck von au&amp;#223;en sich werden erinnern lassen durch fremde Zeichen, nicht von innen heraus durch Selbstbesinnen. Also nicht ein Mittel zur Kr&amp;#228;ftigung, sondern zur St&amp;#252;tzung des Ged&amp;#228;chtnisses hast du gefunden. Und von Weisheit gibst du deinen Lehrlingen einen Schein, nicht die Wahrheit: wenn sie vieles geh&amp;#246;rt haben ohne Belehrung, werden sie auch viel zu verstehen sich einbilden, da sie doch gr&amp;#246;&amp;#223;tenteils nichts verstehen und schwer zu ertragen sind im Umgang, zu D&amp;#252;nkelweisen geworden und nicht zu Weisen&ldquo; &ndash; Platon: Phaidros. In: S&amp;#228;mtliche Dialoge. Hamburg 1993, Bd. 2, S.103.">1</a></sup> beklagte, dass die Schrift das Ged&#228;chtnis schw&#228;che, da sie externe Ged&#228;chtnisse erm&#246;gliche, stellt Schirrmacher nun fest, freilich ohne auf die lange Geschichte dieses kulturkritischen Topos zu verweisen, dass nun das Denken buchst&#228;blich nach au&#223;en wandere, unser Inneres verlasse und sich auf digitalen Plattformen abspiele. – Dennoch geht Schirrmacher nicht so weit, die Chancen der neuen (&#252;brigens von Menschen gemachten) Gegebenheiten zu verneinen, auch wenn ihm deutlich eine gro&#223;e Skepsis gegen&#252;ber als notwendiges &#220;bel empfundenen digitalen Kommunikationstechnologien anzumerken ist.</p>

<p>Schirrmachers These ist dabei so zutreffend und wie auch wenig neu, wenn er von einer kognitiven Wende der Menschheit spricht, in deren Zentrum eine ver&#228;nderte Struktur des Gehirns stehen k&#246;nnte. Fast will ich antworten: Nat&#252;rlich ver&#228;ndert der Code, den wir als Mittel unserer Kommunikation verwenden, unser Denken, ja, unser gesamtes Weltbild. Wie w&#228;re sonst das westlich-lineare Weltbild denkbar, wenn nicht auf der Basis eines Buchstaben-Codes, auf Grundlage des Alphabets, dass diese Form des linearen Verst&#228;ndnisses von Wirklichkeit &#252;berhaupt erst in unsere Gehirne gebracht hat. F&#252;r jeden, der den &#220;bergang zur Alphabetschrift reflektierend miterlebte, muss es &#228;hnlich erschreckend gewesen sein, dass an die Stelle eines durch die Jahresrhythmen gepr&#228;gten Denkens, dass sich in seiner zirkul&#228;ren Strukturen in den &#246;stlichen Religionen bis heute zeugt, nun eine lineare Struktur trat. (Zu diesem Thema komme ich sp&#228;ter noch einmal zur&#252;ck.)<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_1_2715" id="identifier_1_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. hierzu: Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&amp;#252;nchen, Fink">2</a></sup></p>

<p>Was passiert, wenn man Computer und Internet nicht nur als Werkzeuge sieht, sondern als »Psychotechnologien«<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_2_2715" id="identifier_2_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&amp;#252;nchen, Fink, 18.">3</a></sup> versteht? Diese Annahme scheint mir so befremdlich nicht zu sein: Es ist nicht nur so, dass Software und die auf ihr beruhenden Anwendungen, zu denen auch all die Optionen im World-Wide-Web geh&#246;ren, Arbeit abnimmt; sondern vielmehr wohl auch so, dass die Programme auch ihre Nutzer programmieren.</p>

<p>Die Form der Arbeit hat sich mit Computern und dem auf ihnen basierenden Internet v&#246;llig ver&#228;ndert und es ist heute schon kaum noch vorstellbar, wie man &#252;berhaupt je ohne diese Maschinen in der Lage gewesen sein kann, Texte zu schreiben, Wissenschaft zu betreiben und den Alltag zu bestehen.</p>

<p>Computer und (digitale) audio-visuelle Medien ver&#228;ndern das Individuum und die Gesellschaft in der heute beobachtbaren Intensit&#228;t, weil es sich nicht um isolierte Maschinen, sondern um Netzwerke handelt.</p>

<p>Alte Medien verbinden sich auf der Basis eines neuen Codes; Text, Bild und Ton werden miteinander verbunden, »um – au&#223;erhalb der leiblichen Psyche der B&#252;rger – eine elektronische Psyche zu implementieren, die uns k&#252;nftig ein kollektives Parallelbewusstsein anbieten wird«<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_3_2715" id="identifier_3_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&amp;#252;nchen, Fink, 19.">4</a></sup>.</p>

<p>Auch wenn sich Schirrmacher nicht explizit auf theoretische Ans&#228;tze wie die Kerckhoves bezieht, sondern vor allem empirische Untersuchungen heranzieht und von diesen ausgehend seine Schlussfolgerungen zieht, so spricht die Empirie, zumindest in der Auswahl der Untersuchungen, die Schirrmacher auswertet, eine Sprache, die Kerckhoves medientheoretische Ans&#228;tze best&#228;tigt.</p>

<p>Erste Auswirkungen der Programmierung menschlicher Psyche durch Programme k&#246;nnten sich in den von Schirrmacher ausgewerteten Studien zeigen: Die Aufmerksamkeitsspannen, zu denen Menschen heute in der Lage sind, scheinen immer k&#252;rzer zu werden. Schon wenig komplexe Texte in gedruckter Form (und bei solchen in digitaler Form wird es nicht anders aussehen) &#252;berschreiten mit ihren Anspr&#252;chen die den Sinn erfassenden Aufnahmekapazit&#228;ten, das „Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom“ ist ein verbreitetes Krankheitsbild – nicht nur bei Kindern.</p>

<p>Schirrmachers Darstellungen von Beobachtungen und die Zusammenfassung der Ergebnisse von Studien entsprechen meinen eigenen Beobachtungen. Doch ist die gegenw&#228;rtige, digitale Form der Kommunikation schuld? Liegt die Verantwortung f&#252;r diese Ph&#228;nomene in einer Technologie, die im Internet ihren eigentlichen Ausdruck findet und als solche seit gerade 15 Jahren zu einem Massenph&#228;nomen geworden ist? Sind wir der von Kerckhove angenommenen Programmierung durch Programme quasi automatisch unterworfen oder k&#246;nnen wir ihnen auf Dauer auch in reflexiver Distanz begegnen? – Diese Fragen k&#246;nnen bislang nicht auf lange Sicht beantwortet werden.</p>

<p>Haben wir ein Problem, das durch digital vernetzte Medien erzeugt wird oder haben wir mit einem Problem zu tun, das mit einem unangemessenen Umgang mit diesen Medien zusammenh&#228;ngt? Ist die gegenw&#228;rtige Aufmerksamkeitskrise schon das Endprodukt des medialen Wandels oder eine Zwischenstation im Prozess der Integration der neuen Informationsstr&#246;me in unsere Denkstrukturen? – Wir wissen es nicht. Und weil wir es nicht wissen, sind Denkschriften wie die Schirrmachers und die reflexive Auseinandersetzung mit Stimmen wie seiner notwendig.</p>

<p>Wir brauchen den die medialen Ver&#228;nderungen begleitenden Denkprozess, die Zeiten und R&#228;ume, in denen wir Abstand von genutzten Alltagsmedien nehmen und uns den eigenen Umgang mit ihnen quasi „von au&#223;en“ betrachten.</p>

<p>Voraussetzung hierf&#252;r ist allerdings, dass Schirrmacher mit seiner These unrecht hat, dass das Abschalten der digitalen Kommunikationskan&#228;le zu einer Angstreaktion f&#252;hrt, die von der Sorge gepr&#228;gt ist, was man in diesen Zeiten offline alles verpassen k&#246;nnte.</p>

<p>Dass es dieses Ph&#228;nomen gibt, soll hier gar nicht bestritten werden. Aber wenn es dieses Ph&#228;nomen gibt, dann ist mit ihm die Frage verbunden, ob und wie es m&#246;glich sein kann, diesem subjektiven Abh&#228;ngigkeitsgef&#252;hl, das objektiv angesichts der Redundanz der im Netz anzutreffenden Informationen eigentlich keinen allzu gro&#223;en Realit&#228;tsgehalt haben d&#252;rfte, etwas entgegen zu setzen, dass die (intellektuelle) Autonomie des Menschen ernst nimmt. Doch zu solchen Strategien sp&#228;ter mehr. Nur soviel bereits an dieser Stelle: Wer die nicht zu bew&#228;ltigenden Datenfluten vernetzter, digitaler Medien als Problem sieht, kann sich einmal die Frage stellen, wie viele neue und vor allem f&#252;r einen selbst relevante Informationen wirklich auf diesen Kan&#228;len flie&#223;en.</p>

<p>„Es ist also schwieriger geworden, ein Buch zu lesen, weil unser Gehirn sich unter dem Druck digitaler Informationsfluten umzubauen beginnt.” – Auch ich zweifle nicht daran, dass wir eine Umstrukturierung des neuronalen Systems im Gehirn erleben. Doch meine These sieht den Grund hierf&#252;r in der grundlegend neuen Form der diese Informationen transportierenden Codes, die zwar auf der Oberfl&#228;che noch wie Buchstaben aussehen, ihrem Verhalten nach aber ausschlie&#223;lich aus den Zahlen 1 und O bestehen bzw. aus aktiven elektrischen Verbindungen und inaktiven elektrischen Verbindungen – und sich entsprechend verhalten, indem sie beispielsweise in Echtzeit von A nach B vermittelt werden k&#246;nnen.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_4_2715" id="identifier_4_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. hierzu: FLUSSER, Vil&eacute;m (2002): Medienkultur. herausgegeben von: BOLLMANN, Stefan. Frankfurt am Main, 3. Aufl. 2002 (1997). Flusser beschreibt hier unter anderem auch, wie das Aufkommen des Alphabets die Strukturen des Denkens und des Bewusstsein ver&amp;#228;nderte. Er schreibt &bdquo;Es [das Alphabet TL] bildete einen Geheimcode, und nur die darin Eingeweihten verf&amp;#252;gten &amp;#252;ber historisches Bewusstsein. Der gr&amp;#246;&amp;#223;te Teil der Gesellschaft orientierte sich weiterhin in der Welt anhand von harten Gegenst&amp;#228;nden, vor allem anhand von Bildern, und dank der gesprochenen Sprache. Das hei&amp;#223;t, der gr&amp;#246;&amp;#223;te Teil der Gesellschaft lebte in einem magischen und mythischen Bewusstsein.&ldquo; (S. 45) ">5</a></sup></p>

<p>Und doch kommt Schirrmacher zu einem mir nachvollziehbaren Schluss: „Wir sammeln heute unendliche Informationen. Aber sie f&#252;hren uns nirgendwo mehr hin.” (S. 42) In diesem Schluss liegt aber auch die Begrenztheit des Ansatzes Schirrmachers, der sich – und das ist v&#246;llig legitim! – entschieden hat, die empirische Forschung in seinen &#220;berlegungen zu ber&#252;cksichtigen, dar&#252;ber hinaus aber die medienphilosophischen Perspektiven (erst einmal?) au&#223;en vor zu lassen.</p>

<p>In diesem Vorgehen liegen Chancen und Grenzen: Die Chance besteht darin, dass hier Technikfolgenforschung in den Blick genommen wird, auch wenn die Folgen digital vernetzter Strukturen bislang mit dem Vorbehalt des bislang recht &#252;berschaubaren Zeitraums des Einsatzes dieser Technologien versehen werden m&#252;ssen, was Schirrmacher auch betont. Die Grenzen des Ansatzes Schirrmachers liegen dort, wo er die philosophische Metareflexion der Grundlagen digital vernetzter Strukturen au&#223;en vor l&#228;sst und somit bei der Reflexion m&#246;glicher Konsequenzen aus den empirischen Beobachtungen eher (verhaltens-)psychologisch argumentiert, im Prinzip also einem behavioristischen Ansatz folgt. F&#252;r diese Annahme sprechen die &#220;berschriften der zwei Teile des Buches: „Erster Teil: Warum wir <em>tun</em>, was wir nicht wollen”; „Zweiter Teil: Wie wir die <em>Kontrolle</em> &#252;ber unser Denken zur&#252;ckgewinnen k&#246;nnen“ [Hervorhebungen TL].</p>

<p>Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Schirrmacher seinen L&#246;sungsvorschlag, ich beschr&#228;nke mich hier einmal auf seinen Vorschlag bez&#252;glich der Zukunft der Bildung (S. 207–218), an grundlegenden menschlichen Verhaltensweisen darstellt. „Die Computer tun nichts anderes, als mit der menschlichen Faszination der Suche zu spielen“ (S. 210). Dabei bezieht er sich konkret auf die Frage der Aussch&#252;ttung des Gl&#252;ckshormons Dopamin, das immer dann freigesetzt wird, wenn jemand „einen Gedanken oder eine L&#246;sung gefunden hat, ein Kunstwerk geschaffen oder eine Erkenntnis verinnerlicht hat” (ebd.).</p>

<p>Das Problem besteht heute aber genau darin, dass Wissen oft mit Denken gleichgesetzt wird. Schirrmacher f&#252;hrt dies an einigen Beispielen in „Payback“ beeindruckend vor, zum Beispiel, wenn er zeigt, wie computergest&#252;tzte Anamnesen im medizinischen Bereich zu Fehldiagnosen f&#252;hren, weil im Computer vorhandene Diagnosen einfach von einer Krankenakte in eine andere kopiert werden, nur weil die Symptome &#228;hnlich scheinen (S. 39–42). &#196;hnlich ist es an vielen Punkten im Umgang mit verf&#252;gbaren digitalen Ressourcen, die per Drag and Drop &#252;bernommen werden, ohne durchdacht zu werden.</p>

<p>Nicht, dass es solche Kopierwut nicht auch schon in Zeiten gegeben h&#228;tte, als analog mit B&#252;chern gearbeitet wurde, aber der Umgang mit B&#252;chern scheint strukturell doch h&#228;ufiger zu einer kritischen Rezeption gef&#252;hrt zu haben, weil sie selbst die Diskurse zu einem Thema m&#246;glicherweise doch intensiver vorf&#252;hrten, als dies beispielsweise Wikipedia kann.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_5_2715" id="identifier_5_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Allerdings scheinen sich Strukturen der kritischen Rezeption auch in digitalen Kontexten zu entwickeln: So gibt es auf Wikipedia zu jedem Artikel die M&amp;#246;glichkeit, eine Diskussion zu f&amp;#252;hren, in Blogs werden Kommentare verfasst etc. M&amp;#246;glicherweise entwickelte sich in digitalen Kontexten eine wom&amp;#246;glich noch intensivere Form der Diskurse, die sich z. Zt. erst entwickelt.">6</a></sup></p>

<p>Das Problem ist ein „Wer-wird-Million&#228;r-”, ein „Trivial Pursuit-“, ein „Enzyklop&#228;die-Problem“. Das „Bescheid-Wissen“ wird an die Stelle des aktiven Suchens und Zweifeln gesetzt. Es ist das alte Faustproblem: W&#228;hrend Faust zweifelnd hin und her irrt und sucht, was die Welt im Innersten zusammenh&#228;lt, fasst der Sch&#252;ler in den Versen 1966f die heutige Position treffend zusammen:</p>

<blockquote>„Denn, was man schwarz auf wei&#223; besitzt,
Kann man getrost nach Hause tragen.“</blockquote>

<p>Wir haben es also, anders als Schirrmacher es darstellt, nicht mit einem <em>neuen</em> Problem der Bewusstseinsbildung gegen&#252;ber Inhalten zu tun, sondern mit einem Ph&#228;nomen, das so alt ist, wie Menschen sich in der dialektischen Struktur von Wissen und Unsicherheit gegen&#252;ber dem Wissen befinden.</p>

<p>Doch in der Gegenwart, hier stimme ich Schirrmacher zu, tut sich, insbesondere in Bildungskontexten, eine neue dialektische, nahezu paradoxe Struktur auf, die in der Forderung nach Individualisierung von Lernprozessen und dem „Zertifizizierungswahn“, „der grotesken Verschulung heutiger Hochschulausbildung“ (Vgl. S. 211) ihren Ausdruck findet. Und so stimme ich Schirrmacher auch zu, wenn er schreibt:</p>

<blockquote>„Die Informationsgesellschaften sind gezwungen, ein neues Verh&#228;ltnis zwischen Wissensged&#228;chtnis und Denken zu etablieren. […] Das pure Wissensged&#228;chtnis stammt aus Zeiten, in denen Informationen nicht nur rar waren, sondern auch gesch&#252;tzt werden mussten.“ (ebd.)</blockquote>

<p>Wie also muss Lernen in einen Wissensgesellschaft aussehen? Schirrmacher kommt zu dem Schluss, dass „die Bildung der Zukunft darin bestehen muss, Unsicherheiten zu entwickeln“. Es geht also nicht mehr darum, „Bescheid-Wissen“ in K&#246;pfe zu K&#246;pfe zu transportieren, sondern den Prozess der Wissensfindung selbst zu thematisieren, zu zeigen, dass Wissen in vielen F&#228;llen ein „Zwischenstand“ der Forschung ist, dass Forschung Modelle erzeugt, die aber nicht unverr&#252;ckbar sein m&#252;ssen und es in den seltensten F&#228;llen auch sind.</p>

<p>Sich des eigenen Verstandes zu bedienen und an die Stelle scheinbar stabilen Wissens die Unsicherheit gegen&#252;ber dem Wissen zu setzen, ist das zentrale Projekt der Aufkl&#228;rung, wie Kant sie sah.</p>

<p>Schirrmachers Schlussfolgerung ist insofern zutreffend, als sie genau dieses Projekt der Aufkl&#228;rung in den Fokus nimmt und seinen Wert betont, der gerade unter heutigen Umst&#228;nden von ganz besonderer Bedeutung ist. Dabei muss die konkrete Unsicherheit gegen&#252;ber „Bescheid-Wissen“ in Bildungsprozessen erfahrbar und f&#252;r die Prozesse selbst grundlegend sein / werden. Den digitalen Mitteln m&#252;ssen konkrete Erfahrungen gegen&#252;ber gestellt werden. Eine Mediendidaktik muss sich selbst auf den Umgang mit dem Prozess des Erkenntnisgewinns im Rahmen digitaler Medien befassen und darf dabei auch nicht aus dem Blick verlieren, dass eine Erfahrung am Bildschirm keine sinnlich-k&#246;rperliche Erfahrung ist.</p>

<p>Die Gefahr besteht darin, dass wir aus der Sitz-Schule mit frontalen Unterrichtsformen eine Sitz-Schule machen, in der an die Stelle des auf den Lehrer zentrierten Unterricht ein auf den Bildschirm zentrierter Unterricht treten k&#246;nnte, der eine K&#246;rperlosigkeit des Lernens durch eine andere ersetzt. (<a href="http://www.adz-netzwerk.de/SCHULEN-DER-KORPERLOSIGKEIT-Vortrag-von-Horst-Rumpf-beim-Muensteraner-Konvent.php" target="_blank">Vgl. hierzu die Schriften Horst Rumpfs und auch seinen im „Archiv der Zukunft“ verf&#252;gbaren Vortrag „Schulen der K&#246;rperlosigkeit?“</a>)</p>

<p>So sehr der Ansatz, digitale Medien f&#252;r selbstgesteuertes Lernen zu nutzen, in meinen Augen begr&#252;&#223;enswert ist und so sehr ich Schirrmacher zustimme, dass es Bildungsprozessen, in meinen Worten ausgedr&#252;ckt und der Sprache der Aufkl&#228;rung ausgedr&#252;ckt, um die Bef&#228;higung der Menschen zur Nutzung des eigenen Verstandes, also zu Entwicklung von Unsicherheiten gegen&#252;ber vorgegebenem Wissen, gehen muss, so sehr sto&#223;e ich mich daran, dass Schirrmacher auf Herausforderungen einer neuen Technologie und deren Folgen, die er auf der Basis empirischer Daten beeindruckend darstellt, mit alten Rezepten antworten, die inhaltlich v&#246;llig korrekt sind, aber die ver&#228;nderte Struktur der Wissensgesellschaft meines Erachtens nur ungen&#252;gend in den Blick nehmen. Oder, um es kurz zu fassen: Die bin&#228;re Struktur des Codes, der gegenw&#228;rtiges Wissen mehr und mehr pr&#228;gt, bleibt in ihren m&#246;glichen Folgen f&#252;r das Bewusstsein des Menschen in Schirrmachers Reflexionen weitgehend unber&#252;cksichtigt, sodass ich an dieser Stelle meine Unsicherheit gegen&#252;ber Schirrmachers Darstellung zum Ausdruck bringen will.</p>

<p>Vilém Flusser nimmt, anders als Schirrmacher, den Code, auf dem Wissen basiert in den Blick und zeigt, wie sich durch die Schriftlichkeit das Bewusstsein des Menschen ver&#228;ndert hat. Das Alphabet und die damit verbundene Linearit&#228;t hat, so Flussers These, ein linear gedachtes historisches Bewusstsein &#252;berhaupt erst m&#246;glich gemacht. Bez&#252;glich des Alphabets in Zeiten, in denen nur wenige des Lesens und Schreibens m&#228;chtig waren, schreibt er:</p>

<blockquote>„Es bildete einen Geheimcode, und nur die darin Eingeweihten verf&#252;gten &#252;ber historisches Bewusstsein. Der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft orientierte sich weiterhin in der Welt anhand von harten Gegenst&#228;nden, vor allem anhand von Bildern, und dank der gesprochenen Sprache. Das hei&#223;t, der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft lebte in einem magischen und mythischen Bewusstsein.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_6_2715" id="identifier_6_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="FLUSSER, Vil&eacute;m (2002): Medienkultur. herausgegeben von: BOLLMANN, Stefan. Frankfurt am Main, 3. Aufl. 2002 (1997), S. 45.">7</a></sup></blockquote>

<p>Der Code, der das Wissen in Zeichen verwandelt, pr&#228;gt, so die These, das Bewusstsein derer, die sich dieses Codes bedienen.</p>

<p>Wenn diese These stimmt, dann ergeben sich f&#252;r die Gegenwart Herausforderungen, die weit &#252;ber Schirrmachers Problembeschreibungen und L&#246;sungsans&#228;tze hinaus gehen.</p>

<p>Wir erleben nicht nur einen Wandel der Leitmedien, sondern auch die Einf&#252;hrung eines neuen Codes, in dem unser Wissen in Zeichen &#252;bertragen wird und der das Bewusstsein der Menschen ver&#228;ndert bzw. ver&#228;ndern wird.</p>

<p>Das Problem dieser These besteht darin, dass die Oberfl&#228;che, die Zeichen, die wir in digital (vernetzten) Codierungen wahrnehmen, auf den ersten Blick der bisherigen Codierung gleichen. – Hier stehen Buchstaben, die linear aneinander gef&#252;gt einen Text ergeben. An anderen Stellen des Netzes sind Bilder zu finden, gesprochene Sprache spielt in digitalen Formaten ebenso eine Rolle. Und in multimedialen Zusammenh&#228;ngen werden diese Formen der Codierung des indirekten Zugangs zur Wirklichkeit zusammengef&#252;gt.</p>

<p>Au&#223;er der breiteren, schnelleren und zeitunabh&#228;ngigeren Verf&#252;gbarkeit der Informationen scheint sich also nichts ver&#228;ndert zu haben. Und genau an dieser Stelle gibt es Grund, diese als selbstverst&#228;ndlich nahe liegende Annahme mit einer Unsicherheit zu versehen und die Fragestellung auszuweiten.</p>

<p>Schirrmacher selbst weist auf die bin&#228;re Struktur von Entscheidungen hin, von der viele unserer Entschl&#252;sse gepr&#228;gt sind: „Tun oder Nicht-Tun, ein Auto kaufen oder nicht, Schokoladenkekse essen oder nicht, eine Di&#228;t machen oder nicht, ein Pulverfass anz&#252;nden oder nicht.” (S. 197) Doch dar&#252;ber hinaus stellt er auch dar, wie der bin&#228;re Code selbst das Leben und vor allem unser Selbstbild ver&#228;ndert. Insofern ber&#252;cksichtigt er auf empirischer Ebene das Problem, das hier einen erweiterten medientheoretischen Kontext gestellt wird.</p>

<p>Schirrmacher greift das Ph&#228;nomen der „Empfehlungen“ auf, das bereits heute, auf der Basis fr&#252;herer Entscheidungen, z. B. auf Seiten wie der von Amazon, von Last.fm etc. beobachtet werden kann; das Ph&#228;nomen, dass Facebook Freundschaftempfehlungen macht etc. Bin&#228;re Strukturen werden bereits heute zur Analyse menschlichen Verhaltens benutzt, um daraus Prognosen &#252;ber m&#246;gliche Entscheidungen in der Zukunft zu stellen.</p>

<p>Bereits in diesem Ph&#228;nomen spiegelt sich die Struktur bin&#228;rer Codes wider. Es geht um ein „Entweder-Oder“, um die Annahme, dass Verhaltensweisen selbst dann bin&#228;ren Strukturen des „Ja oder Nein“ folgen, wenn es sich um so komplexe Ph&#228;nomene wie z. B. Freundschaft handelt.</p>

<p>Wie es zu diesen Empfehlungen kommt, wie automatisierte, Algorithmen folgende Programme mit Daten umgehen und wo die Grenzen dieser Verfahren liegen, vermag kaum jemand zu sagen. Und deshalb formuliere ich in Anlehnung an Flusser:</p>

<blockquote>Der digitale, Medien pr&#228;gende Code ist eine Art Geheimcode, und nur die darin Eingeweihten verf&#252;gen &#252;ber digitales Bewusstsein.

Der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft orientierte sich weiterhin in der Welt anhand von Oberfl&#228;chencodes, die an alte Codes erinnern (Buchstaben, Bilder…), die aber, vor allem im Bereich der M&#246;glichkeiten der digitalen Weiterverarbeitung solcher Daten, weit &#252;ber die Optionen analoger Codierung hinausgehen (automatisierte Erhebungs- und Analyseverfahren, von Computern auf der Basis digitaler Codierungen erstellte Verhaltensprofile, die weit &#252;ber das hinaus gehen, was analog &#252;berhaupt an Daten erfassbar w&#228;re).

Das hei&#223;t, der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft lebt noch immer in einem analogen Bewusstsein, dem ein kritischer und reflexiver Zugang zu den Optionen der Wissensgewinnung auf der Basis bin&#228;rer Codes (noch) nicht m&#246;glich ist, au&#223;er, sie werden mit den konkreten Ph&#228;nomenen konfrontiert, die dann oft „magisch“ wirken und auch entsprechende &#196;ngste ausl&#246;sen k&#246;nnen.</blockquote>

<p>Wie schafft es Facebook, als Freunde Menschen vorzuschlagen, von denen man tats&#228;chlich welche kennt? Wie kann es sein, dass Last.fm Musik vorschl&#228;gt, die den entsprechenden Nutzer wirklich interessiert? Wie kommt Amazon zu Leseempfehlungen? – Die Antwort lautet: Aufgrund der M&#246;glichkeiten zur Generierung von Wissen &#252;ber bin&#228;re Codes.</p>

<p>Doch die Strukturen bin&#228;rer Codes reichen weiter, insbesondere dann, wenn die Annahme stimmt, dass Programme in der Lage sein k&#246;nnten, direkt auf die Ausgestaltung unseres Denkens und unseres Bewusstseins Einfluss zu nehmen.</p>

<p>Auch hier sto&#223;en wir zun&#228;chst auf Ph&#228;nomene, die bin&#228;r, aber nicht neu sind: So entspricht den Einsern und Nullen des bin&#228;ren Codes z. B. die eindeutige Gegen&#252;berstellung von Ph&#228;nomenen, wie z. B. „Gut“ und „B&#246;se“.</p>

<p>Die meisten Blockbuster im Thrillerbereich beruhen genau auf dieser bin&#228;ren Gegen&#252;berstellung, die aber auch in politischen Entscheidungsfindungsprozessen eine Rolle spielt. Insbesondere wenn es um Fragen von Krieg und Frieden geht, zeigt sich, dass bin&#228;re Wahrnehmungsweise, die sich auf „gut“ und „b&#246;se“ beschr&#228;nken, zu den Voraussetzungen kriegerischer Auseinandersetzungen geh&#246;ren, w&#228;hrend „Frieden“ von wesentlich differenzierteren Zugangsweisen zur Wirklichkeit abh&#228;ngig ist, also darauf angewiesen ist, dass die Herrschaft der Dualit&#228;t bin&#228;rer Strukturen, die nur Schwarz und Wei&#223; zul&#228;sst, durch Strukturen ersetzt wird, die Graut&#246;ne in gro&#223;er Zahl erm&#246;glichen.</p>

<p>Wenn die These stimmt, dass Codes, mit deren Hilfe wir unseren Zugang zur Wirklichkeit bekommen, das Bewusstsein zu pr&#228;gen verm&#246;gen, dann m&#252;ssen die Unsicherheiten, die Schirrmacher f&#252;r Bildungsprozesse einfordert, die Unsch&#228;rfen des Wissens, mit denen wir auch gegen&#252;ber digitalen Medien zu tun haben, selbst zum Gegenstand der Wissensfindungsprozesse werden.</p>

<p>F&#252;r Bildungsprozesse ergeben sich daraus folgende &#220;berlegungen, die hier vor allem als Diskussionsgrundlage dienen sollen und angesichts des bereits erreichten Umfangs dieses Artikels nur kurz angerissen werden (und hoffentlich in der Diskussion in den Kommentaren, &#252;ber antwortende Artikel in anderen Blogs etc. ausdifferenziert und vertieft werden):</p>

<ul>
    <li>Im Informationszeitalter geh&#246;rt es zu den Grundaufgaben von Bildungsprozessen, der Information und dem in ihr behaupteten Wissen den Zweifel und die Entwicklung einer angemessenen Unsicherheit im Umgang mit Informationen gegen&#252;ber zu stellen.</li>
    <li>Neben verhaltenspsychologischen Dimensionen, die mit der Nutzung digitaler Medien verbunden sind und die Schirrmacher ins Zentrum seiner &#220;berlegungen stellt, bedarf es einer (medien)philosophischen Reflexion auf die Grundlagen der unsere Bewusstseinsprozesse steuernden Codes, die uns einen (relativen) Zugang zur Wirklichkeit verschaffen. Diese Relativit&#228;t des Zugangs zur Wirklichkeit (mit Kant gesprochen: Die Unm&#246;glichkeit, das Ding an sich zu erkennen, da Erkenntnis immer eine (sinnlich) vermittelte ist) geh&#246;rt ins Zentrum von Bildungsprozessen.</li>
    <li>Angesichts der analogen Grundstruktur menschlicher Wissensgewinnung, darf eine angemessene Mediendidaktik nicht den Fehler begehen, digitale Formen des Lernens alleine ins Zentrum von Bildungsprozessen zu stellen. Die Kompetenz zum angemessenen Umgang mit analogen Arbeitsformen (vom Umgang mit B&#252;chern &#252;ber handschriftliche Verfahren – z. B. in der Mathematik) geh&#246;rt nach wie vor und gleichberechtigt in den Kontext einer umfassenden <em>Allgemein</em>bildung.</li>
    <li>Der Computer darf nicht dazu f&#252;hren, dass an die Stelle von Formen des Frontalunterrichts durch eine Lehrperson nun eine neue Form der frontalen Wissensvermittlung tritt, die durch „Bescheid-Wisser-Medien“ wie z. B. Wikipedia gepr&#228;gt sind<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_7_2715" id="identifier_7_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was hier als eine massive Kritik an Wikipedia klingen mag, ist eine Kritik, die sich auf alle Formen lexikalischer Pr&amp;#228;sentation von Wissen bezieht, f&amp;#252;r die Wikipedia eine Metapher geworden ist. Fr&amp;#252;her war das Problem, dass Lernende aus dem Brockhaus zitierten und das f&amp;#252;r eine angemessene und vor allem ausreichende wissenschaftliche Quelle hielten, heute ist an die Stelle des Brockhaus oder anderer Lexika Wikipedia getreten. Damit ist kein Werturteil &amp;#252;ber dieses erstaunliche Projekt gef&amp;#228;llt.">8</a></sup>.</li>
    <li>Mind. Grundlagen der digitalen Codierung und der sich daraus ergebenden M&#246;glichkeiten und Grenzen im Umgang mit digital verf&#252;gbaren Daten, geh&#246;ren auf die schulischen Lehrpl&#228;ne, um so einen aufgekl&#228;rten Umgang mit bin&#228;ren Codes zu erm&#246;glichen und das „Geheimwissen“ derer, die sich dieser Codes bedienen k&#246;nnen aufzul&#246;sen.</li>
</ul>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>
</ul>

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		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2715" class="footnote">„.… diese Kunst [die Erfindung der Buchstaben und damit der Schrift TL] wird Vergessenheit schaffen in den Seelen derer, die sie erlernen, aus Achtlosigkeit gegen das Ged&#228;chtnis, da die Leute im Vertrauen auf das Schriftst&#252;ck von au&#223;en sich werden erinnern lassen durch fremde Zeichen, nicht von innen heraus durch Selbstbesinnen. Also nicht ein Mittel zur Kr&#228;ftigung, sondern zur St&#252;tzung des Ged&#228;chtnisses hast du gefunden. Und von Weisheit gibst du deinen Lehrlingen einen Schein, nicht die Wahrheit: wenn sie vieles geh&#246;rt haben ohne Belehrung, werden sie auch viel zu verstehen sich einbilden, da sie doch gr&#246;&#223;tenteils nichts verstehen und schwer zu ertragen sind im Umgang, zu D&#252;nkelweisen geworden und nicht zu Weisen“ – Platon: Phaidros. In: S&#228;mtliche Dialoge. Hamburg 1993, Bd. 2, S.103.</li><li id="footnote_1_2715" class="footnote">Vgl. hierzu: Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&#252;nchen, Fink</li><li id="footnote_2_2715" class="footnote">Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&#252;nchen, Fink, 18.</li><li id="footnote_3_2715" class="footnote">Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&#252;nchen, Fink, 19.</li><li id="footnote_4_2715" class="footnote">Vgl. hierzu: FLUSSER, Vilém (2002): Medienkultur. herausgegeben von: BOLLMANN, Stefan. Frankfurt am Main, 3. Aufl. 2002 (1997). Flusser beschreibt hier unter anderem auch, wie das Aufkommen des Alphabets die Strukturen des Denkens und des Bewusstsein ver&#228;nderte. Er schreibt „Es [das Alphabet TL] bildete einen Geheimcode, und nur die darin Eingeweihten verf&#252;gten &#252;ber historisches Bewusstsein. Der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft orientierte sich weiterhin in der Welt anhand von harten Gegenst&#228;nden, vor allem anhand von Bildern, und dank der gesprochenen Sprache. Das hei&#223;t, der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft lebte in einem magischen und mythischen Bewusstsein.“ (S. 45) </li><li id="footnote_5_2715" class="footnote">Allerdings scheinen sich Strukturen der kritischen Rezeption auch in digitalen Kontexten zu entwickeln: So gibt es auf Wikipedia zu jedem Artikel die M&#246;glichkeit, eine Diskussion zu f&#252;hren, in Blogs werden Kommentare verfasst etc. M&#246;glicherweise entwickelte sich in digitalen Kontexten eine wom&#246;glich noch intensivere Form der Diskurse, die sich z. Zt. erst entwickelt.</li><li id="footnote_6_2715" class="footnote">FLUSSER, Vilém (2002): Medienkultur. herausgegeben von: BOLLMANN, Stefan. Frankfurt am Main, 3. Aufl. 2002 (1997), S. 45.</li><li id="footnote_7_2715" class="footnote">Was hier als eine massive Kritik an Wikipedia klingen mag, ist eine Kritik, die sich auf alle Formen lexikalischer Pr&#228;sentation von Wissen bezieht, f&#252;r die Wikipedia eine Metapher geworden ist. Fr&#252;her war das Problem, dass Lernende aus dem Brockhaus zitierten und das f&#252;r eine angemessene und vor allem ausreichende wissenschaftliche Quelle hielten, heute ist an die Stelle des Brockhaus oder anderer Lexika Wikipedia getreten. Damit ist kein Werturteil &#252;ber dieses erstaunliche Projekt gef&#228;llt.</li></ol>
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		<title>Grenzen der Kommunikationsf&#228;higkeit</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 14:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich Vierzehn war, gab es noch kein Internet f&#252;r die Massen, wohl aber schon die M&#246;glichkeit, mithilfe eines Telefonmodems ins Netz zu gehen. Es gab <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildschirmtext" target="_blank">Bildschirmtext (BTX)</a>, aber bis sich digitale Vernetzung zu einem Massenph&#228;nomen ausbreitete, sollte es noch einige Jahre dauern. Ich setze den Starttermin des Web-Hypes auf den 13. Oktober 1994 fest, den Tag, an dem Netscapes „Navigator“ in einer ersten Version ver&#246;ffentlicht wurde und somit erstmals ein Browser vorlag, der eine grafische Oberfl&#228;che hatte.</p>

<p>Es gab zwar vorher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Usenet" target="_blank">Usenet</a> und Co, Welten, die mir und den meisten v&#246;llig fremd waren und in denen sich die PC-Geeks tummelten, doch erst die Browser mit grafischer Oberfl&#228;che, die das „Erklicken“ des Netzes m&#246;glich machten, &#246;ffneten das Netz, demokratisierten das Netz.</p>

<p>Bis zum „interaktiven“ Netz „Web 2.0“ sollte es fast zehn Jahre dauern. Und meines Erachtens ist das „Web 2.0“ zwar zur Zeit die dominierende Form der vernetzten Kommunikation, aber mit Sicherheit nicht das Ende der Entwicklung, &#252;ber deren Verlauf ich mir gar nicht mehr so sicher bin, entgegen der Vorhersagen, dass Netzanbindung und Alltag eine immer engere Verbindung eingehen werden. Eine nahezu symbiotische Verbindung von Alltag und digitalen Netzwerken scheint gegenw&#228;rtig durchaus absehbar. Dabei ist eine Symbiose in der Regel eine „Vergesellschaftung von Individuen unterschiedlicher Arten, die f&#252;r beide Partner vorteilhaft ist“ (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Symbiose" target="_blank">Quelle</a>).</p>

<p>Das Netz als Lebensform, dessen Verbindung mit der Lebensform des Homo Sapiens f&#252;r beide Seiten von Vorteil ist? Ein wenig erinnert mich das an die Entwicklung, die als fiktiver Hintergrund f&#252;r die „Matrix“-Trilogie der Br&#252;der Wachowski angenommen wird.</p>

<blockquote>Anfang des 21. Jahrhunderts geriet die Entwicklung der <a title="K&#252;nstliche Intelligenz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz">K&#252;nstlichen Intelligenz</a> au&#223;er  Kontrolle. Die Menschen verdunkelten den Himmel, um den solarbetriebenen  Maschinen die Energiequelle zu nehmen. Die Maschinen passten sich der  Dunkelheit jedoch an und unterwarfen die Menschheit, deren Exemplare sie  seitdem zur Energiegewinnung z&#252;chten. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matrix_%28Film%29#Handlung" target="_blank">Wikipedia</a>)</blockquote>

<p>Ob es so unrealistisch ist, dass „das Netz“ mehr und mehr die „Anpassung“ der Menschen an seine Vorgaben und Grenzen verlangt? Schon heute gibt es Tendenzen, die davon sprechen, dass man, so man nicht im Netz vertreten sei, zunehmend Probleme bekomme, in Kommunikationsprozesse einzutreten oder in diesen &#252;berhaupt beachtet zu werden.</p>

<p>Andererseits gibt es Menschen, die sich auf das Netz eingelassen haben und dabei dennoch weder ihre Selbstbeobachtungskompetenzen noch ihre Kritikf&#228;higkeit gegen&#252;ber Kommunikationsstrukturen verloren haben, die durchaus dazu geeignet sind, mehr und mehr Ressourcen des Individuums „auszusaugen“ und sich somit, statt zu einer symbiotischen Verbindung zu f&#252;hren, als Schmarotzer entpuppen, die den Menschen aussaugen.</p>

<p>Um diesen Schmarotzer „Web 2.0“ dann wieder los zu werden, scheint es f&#252;r einige (immer mehr?) Menschen nur noch den Weg des etwas &#252;berspitzt aber gar nicht so abwegig benannten „digitalen Selbstmordes“ („digital sucide“) zu geben.</p>

<p>Ein paar Beispiele f&#252;r diese Tendenz:</p>

<ul>
    <li>Das <a href="http://www.socialnetworking-weblog.com/50226711/digital_suicide.php" target="_blank">Social-Networking-Weblog berichtete</a> &#252;ber die Sucide Machine f&#252;r soziale Netzwerke.</li>
    <li>Im <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,532070,00.html" target="_blank">Uni-Spiegel dokumentiert</a> Frauke L&#252;bke-Narberhaus ihren Ausstieg bei studiVZ und Xing als „digitalen Selbstmord“.</li>
    <li>Der Heidelberger Professor f&#252;r Informatikdidaktik <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/03/things-change/" target="_blank">Christian Spannagel beendet</a>, obwohl bis dahin als intensiver Nutzer, Fan und auch theoretisch die Vernetzung positiv darstellend, seine Mitgliedschaften bei Facebook, Twitter, XING, Linked-In, wer-kennt-wen, myspace, … und reflektiert anschlie&#223;end die massive &#220;berforderung, die das Web 2.0  f&#252;r ihn mit sich brachte, nachdem er sich zu einem prominenten  „&#246;ffentlichen Wissenschaftler“ entwickelt hatte und mit den daraus  entstehen Anspr&#252;chen nicht mehr mithalten konnte, da sie mehr und mehr  Lebensenergie aufsaugten. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">Spannagel schreibt</a>:</li>
</ul>

<blockquote>Im sozialen Netz erlebte ich so etwas wie eine soziale Verpflichtung zur  Kommunikation. Diese Informationsvielfalt kann man als einzelner nicht  bew&#228;ltigen.</blockquote>

<p>Ein Protagonist des Web 2.0 f&#252;r Bildung und Wissenschaft „steigt aus“: Eigentlich doch ein gefundenes Fressen f&#252;r all diejenigen, die  ja schon immer wussten, dass das Internet mit seinen Ablenkungspotentialen und Kommunikations&#252;berforderungstendenzen eigentlich b&#246;se ist. Doch wer „digital sucide“ so versteht, hat etwas missverstanden, da es sich in diesen F&#228;llen in der Regel um solche handelt, die die &#220;berforderung durchaus auf <em>eigene</em> Formen des Umgangs mit diesen M&#246;glichkeiten hin zu reflektieren verm&#246;gen. So z. B. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">Spannagel</a>:</p>

<blockquote>„Das <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Neuron" target="_blank">Neuronenverhalten</a> muss kontrolliert und situationsabh&#228;ngig  eingesetzt werden.“ Genau das trifft den Punkt: Ich werden zuk&#252;nftig das Web 2.0  zielgerichtet, situationsabh&#228;ngig und punktuell einsetzen. Ich werde  Web-2.0-Anwendungen selektiv nutzen.</blockquote>

<p>Dies ist der eigentliche Punkt: Menschliche Kommunikationsf&#228;higkeit ist eine begrenzte F&#228;higkeit. Das Individuum muss f&#252;r sich Wege finden, zwischen Kommunikationsbed&#252;rfnis und Privatheit, die f&#252;r gelingende Kommunikation meines Erachtens unabdingbar ist, ein Gleichgewicht zu erzeugen.</p>

<p>Und diese Notwendigkeit des Gleichgewichts ist keine, die exklusiv f&#252;r das Internet gilt, auch wenn die Grenzen der individuellen Kommuniaktionsf&#228;higkeit aufgrund der „Einfachheit“ der Initiierung solcher Prozesse im Netz m&#246;glicherweise schneller und vor allem auch wiederum selbst kommunizierbarer erfahren werden. Ja, Christian Spannagel kommuniziert seinen Ausstieg aus weiten Teilen der „social communities“ &#252;ber das Web 2.0 im Rahmen seines Blogs.</p>

<p>Wie aber komme ich zu der Behauptung, dass die Notwendigkeit des Gleichgewichts zwischen „Privatheit“ und Kommunikationsbed&#252;rfnis keine ist, die exklusiv f&#252;r das  Internet gilt?</p>

<p>Als ich Vierzehn war, gab es noch kein Internet f&#252;r die Massen, wohl  aber schon die M&#246;glichkeit, mithilfe eines Telefonmodems ins Netz zu  gehen. In dieser Zeit gab es aber das Ph&#228;nomen, dass eine nicht kleine Zahl Jugendlicher Brieffreundschaften mit anderen Jugendlichen in der ganzen Welt begannen. Es gab damals eigene Agenturen, die solche Briefkontakte vermittelten. Als „&#220;berbleibsel“ dieser Agenturen gibt es heute z. B. <a href="http://www.letternet.de/web/friends/home">das von der Deutschen Post betriebene „letternet“</a>.</p>

<p>Ich war, wie viele andere Jugendliche von der M&#246;glichkeit fasziniert, mit Jugendlichen in unterschiedlichen Teilen der Welt in Verbindung zu treten und machte mit. Die Zahl der „Brieffreund“, die ungef&#228;hr genau so ernsthaft „Freunde“ zu nennen sind, wie dies f&#252;r die Gro&#223;zahl der „Kontakte“ in sozialen Netzwerken gilt, auch wenn deren Betreiber hartn&#228;ckig den Freundschaftsbegriff missbrauchen, stieg allm&#228;hlich und irgendwann merkte ich, dass es zwar toll ist, pers&#246;nliche Briefe im Postkasten zu finden und auf diese zu antworten, dass aber diese Form von Kontakt auf einen begrenzten Personenkreis beschr&#228;nkt bleiben muss, da es sonst irgendwann zu viel wird. Die F&#228;higkeit, Kommunikationsprozesse zu pflegen ist begrenzt – auch in rein analogen Formen der Kommunikation.</p>

<p>Es ist zwar banal, an dieser Stelle davon zu sprechen, dass es um das rechte Ma&#223; an gepflegten Kontakten und Kommunikationsprozessen geht, es sei aber dennoch einmal mehr erw&#228;hnt. Wird das rechte Ma&#223; &#252;berschritten, dann tritt ein, <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Neuron#10._ACHTUNG.2C_HOHE_SUCHTGEFAHR:_das_Neuronenverhalten_muss_kontrolliert_und_situationsabh.C3.A4ngig_eingesetzt_werden.21" target="_blank">was Jean-Pol Martin „die Suchtgefahr des Neuronenverhaltens“ bezeichnete und als zehnte Regel seinem Kommunikationsmodell hinzuf&#252;gte</a>.</p>

<p>&#196;hnliche Erfahrungen der kommunikativen Grenzen, wie ich sie als Jugendlicher bei der Pflege von (zeitweise zu vielen) Brieffreundschaften machte, tauchen bis heute immer mal wieder auf, was im Lehrberuf an f&#252;r sich auch kaum &#252;berraschend ist, da es ein Beruf ist, der in h&#246;chstem Ma&#223;e von Kommunikation lebt und st&#228;ndig vor die Herausforderung stellt, ein Ma&#223; zwischen Gespr&#228;chspr&#228;senz und Privatheit im Rahmen der je eigenen Ressourcen zu finden. – In diesem Zusammenhang wage ich die Prognose, dass die Bereitschaft von Lehrenden, die die M&#246;glichkeiten von Web-2.0-Tools (z. T. &#228;u&#223;erst intensiv) nutzen, um &#252;ber Unterrichtszeiten hinaus Lernprozesse zu unterst&#252;tzen und zu f&#246;rdern, im Laufe der Zeit genau an dem „Ort“ ankommen wird, den Christian Spannagel in seiner <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">hervorragenden Reflexion auf die Grenzen eigener Kommunikationsf&#228;higkeit </a>beschreibt: Den Ort der selektiven Nutzung der nach wie vor als wirkliche Bereicherung anzusehenden Web-2.0-Tools f&#252;r berufliche und private Kommunikationsprozesse.</p>

<p>Ein reflektierter R&#252;ckzug aus sozialen Netzen, der &#252;brigens nicht nur aus Gr&#252;nden der &#220;berlastung erfolgen kann, sondern auch mit dem etwas <a href="http://herrlarbig.de/2010/03/29/und-tschuess-facebook/" target="_blank">eigenwilligen Verst&#228;ndnis von „Privatheit“ zusammenh&#228;ngen kann, das einige Betreiber sozialer Webangebote haben</a>, ist in meinen Augen kein Urteil &#252;ber die Qualit&#228;t solcher Netzwerke, keine Tendenz, die geeignet w&#228;re, den Radikalkritikern des Web 2.0 Argumente zu liefern, sondern vielmehr ein Prozess, der mit der „Entdeckungsreise“ in die nach wie vor jungen „Welten“ des Web 2.0 zusammenh&#228;ngt.</p>

<p>Das Web 2.0 bietet faszinierende M&#246;glichkeiten. Jeder Nutzer und jede Nutzerin dieser M&#246;glichkeiten muss (sic!) jedoch fr&#252;her oder sp&#228;ter in einen Reflexionsprozess dar&#252;ber eintreten, welche der M&#246;glichkeiten aus welchen Gr&#252;nden genutzt werden und an welchen Stellen die Nutzung der M&#246;glichkeiten &#252;ber das f&#252;r einen selbst angemessene Ma&#223; hinaus geht. Dies gilt &#228;hnlich f&#252;r analoge Kommunikationsprozesse, denen es gut tut, wenn sie immer wieder in Formen der Meta-Kommunikation, z. B. im Rahmen von Supervision, aber z. B. auch in der „einfachen“ Form des Tagebuchschreibens, selbst zum Gegenstand der Reflexion werden.</p>

<p>Diese Notwendigkeit zur Reflexion eigenen Kommunikationsverhaltens ist in meinen Augen eine der zentralen Aufgaben einer gelingenden Mediendidaktik und Medienp&#228;dagogik. Dieser darf es eben nicht nur um „Prim&#228;rkompetenzen“ wie die Nutzung von Suchmaschinen, Textverarbeitungsprogrammen, Tabellenkalkulation, Pr&#228;sentationsprogrammen etc. gehen. Sie muss dar&#252;ber hinaus zentral an der Entwicklung von „Meta-Kompetenzen“ arbeiten, um den individuellen Nutzern von (digitalen) Arbeits- und Kommunikationsinstrumenten die F&#228;higkeit zur Reflexion dessen, was f&#252;r sie jeweils angemessen ist, mit auf den Weg zu geben.</p>

<p>Eine zentrale Frage bez&#252;glich der Nutzung von Kommunikationsinstrumenten und -wegen darf dabei nie aus dem Blick verloren werden: Wie finde ich einen Ausgleich zwischen Kommunikation und „Schweigen“ (Privatheit“), der mir angemessen ist, der mir gut tut. Wenn Kommunikationsprozesse das Individuum auslaugen, ausbrennen, in eine innere Leere hineinf&#252;hren, dann ist es h&#246;chste Zeit, diese Prozesse in den Blick zu nehmen, denn wer im Rahmen der eigenen Kommunikationsgewohnheiten sich innerlich leer f&#252;hlt, der hat bald nichts mehr zu sagen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>M&#252;ndlichkeit: Die vernachl&#228;ssigte Seite der Sprachkompetenz?</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 15:53:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zwei Mal wurde mir gegen&#252;ber in den vergangenen Tagen offen das Problem angesprochen, dass es schwer f&#228;llt, gesprochenen Gedankeng&#228;ngen so zu folgen, wie dies bei geschriebenen der Fall ist. Zun&#228;chst kam ein Blogeintrag von Joachim Wedekind zu diesem Thema, in &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/04/11/muendlichkeit-die-vernachlaessigte-seite-der-sprachkompetenz/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Mal wurde mir gegen&#252;ber in den vergangenen Tagen offen das Problem angesprochen, dass es schwer f&#228;llt, gesprochenen Gedankeng&#228;ngen so zu folgen, wie dies bei geschriebenen der Fall ist. Zun&#228;chst kam ein <a href="http://konzeptblog.joachim-wedekind.de/?p=450" target="_blank">Blogeintrag von Joachim Wedekind zu diesem Thema</a>, in dem er seine Beobachtung festh&#228;lt, dass es immer mehr A/V-Beitr&#228;ge im Netz gebe (z. B. YouTube, Vimeo, Audioboo). Wedekind hat damit ein Problem:</p>

<blockquote>„Nach jahrelanger Praxis kann ich schriftliche Dokumente relativ schnell  &#252;berfliegen, auf Relevanz f&#252;r mich &#252;berpr&#252;fen, Argumentationsstr&#228;nge  nachvollziehen und bei Bedarf Passagen exzerpieren oder speichern. Bei  den Audio- und Video-Beitr&#228;gen kann ich das nicht. Da bin ich gezwungen,  alles von vorne bis hinten anzuh&#246;ren/anzusehen; wenns wirklich wichtige  Passagen sind wom&#246;glich mitschreiben. F&#252;r mich widerspricht das dem  schnellen Medium.“</blockquote>

<p>Au&#223;erdem findet sich eine Reaktion auf <a href="http://herrlarbig.de/2010/04/06/bildung-zwischen-ideologie-und-sachlichkeit/" target="_blank">meinen zuletzt ver&#246;ffentlichten Audiobeitrag</a> zur Frage, wie sachlich die Bildungsdiskussion in Deutschland abl&#228;uft, im Blog „Kreide fressen“. <a href="http://wordpress.blokey.de/2010/04/10/mangelndes-rationales-potential" target="_blank">Dort hei&#223;t es zu dem Audiobeitrag</a>:</p>

<blockquote>„Komplexe Kiste und nur schwer zu diskutieren, weil Herr Larbig sich  entschieden hat, seine These als Audio-Boo zu ver&#246;ffentlichen, was das  Diskutieren m&#252;hsam macht und dazu f&#252;hrt, dass ich dreiviertelfertige  Kommentare in den Orkus banne.“</blockquote>

<p>Ich kenne das Problem, das in diesen zwei R&#252;ckmeldungen angesprochen wird, aus eigenen Erfahrungen, insbesondere deshalb, weil ich leidenschaftlicher Radioh&#246;rer bin und auch Podcasts in nicht unerheblicher Menge abonniert habe, in denen es um Inhalte geht, die durchaus einiges an Konzentration und Mitdenken verlangen. Auch ich h&#246;re mir diese viel zu h&#228;ufig einfach nur an, schreibe nicht mit und mache dann auch die Erfahrung, dass es gar nicht so leicht ist, alleine auf der Basis des H&#246;rens angemessen mit den geh&#246;rten Gedankeng&#228;ngen umzugehen. Das gelingt nur, wenn ich mitschreibe, einzelne Passagen wiederholt h&#246;re, wichtige Zitate notiere etc.</p>

<p>Das Mitschreiben ist f&#252;r mich aber auch schon dann effektiv, wenn ich relativ knappe Notizen anfertige oder diesen die Form einer Mindmap gebe, mit der ich dann im Nachhinein die Struktur des Gesagten und ausgef&#252;hrte Inhalte meist ganz gut rekonstruieren kann.</p>

<p>Doch wenn ich auf einen solchen Beitrag reagieren will, ist es damit meist nicht getan, vor allem dann nicht, wenn ich auf einen Audiobeitrag schriftlich reagiere. Das h&#228;ngt mit der Erwartungshaltung zusammen, die ich selbst an geschriebene Texte habe: Da soll zitiert und nicht nur wiedergegeben werden, was mir „irgendwie“ in Erinnerung geblieben ist. Wenn ich m&#252;ndlich reagiere, ist dieser Selbstanspruch ein wenig geringer  – und es wird sehr schnell erfahrbar, ob ich 1. richtig geh&#246;rt und 2. einen Beitrag angemessen verstanden habe. – Auf Tagungen l&#228;uft Kommunikation in aller Regel m&#252;ndlich ab – und dort hat sich bislang kaum jemand beschwert, wenn ein Beitrag nicht schriftlich vorgelegt wurde. Interessant, dass dies bei entsprechenden m&#252;ndlichen Beitr&#228;gen, die im Internet ver&#246;ffentlicht werden, anders ist; interessant, dass im Rahmen eines multimedial ausgerichteten Mediums bei bestimmten Inhalten dann offensichtlich doch nach wie vor die schriftliche Form bevorzugt wird.</p>

<p>Auf Tagungen ist das Problem eher umgekehrt. Joachim Wedekind beschreibt es <a href="http://konzeptblog.joachim-wedekind.de/?p=450" target="_blank">in einem Kommentar zu seinem oben zitierten Artikel</a> wie folgt:</p>

<blockquote>„Ich erinnere mich an einen Vortrag, bei dem der Redner den Vorwurf, man  k&#246;nne seinem (abgelesenen) Vortrag wohl kaum folgen, konterte mit dem  Hinweis, sein Gedankengang sei so kompliziert, dass er ihn selber  ablesen m&#252;sse.“</blockquote>

<p>Gerade hier wird f&#252;r mich sehr deutlich, dass wir uns bei schriftlichen und m&#252;ndlichen Formen des Ausdrucks auf zwei mit v&#246;llig unterschiedlichen Anforderungen verbundenen Kommunikationsebenen bewegen.</p>

<p>Abgelesene Vortr&#228;ge sind (auch f&#252;r mich) in der Regel unertr&#228;glich, weil ich den Text dann doch besser selbst lese, statt ihn mit all seinen fein gegliederten und komplexen Gedankeng&#228;ngen in einer Art vorgetragen bekomme, die der Informationsverarbeitung beim Zuh&#246;ren absolut nicht entspricht – es sei denn, der vorbereitete Text ist ein Sprechtext, der die Bed&#252;rfnisse der Zuh&#246;rens ernst nimmt und an diese angepasst ist. Das „<a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;hs=2gJ&amp;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&amp;q=%22Schreiben+f%C3%BCrs+Sprechen%22&amp;meta=&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=" target="_blank">Schreiben f&#252;rs Sprechen</a>“ ist etwas ganz anderes, als das „Schreiben f&#252;rs Lesen“. Und noch einmal anders ist es, wenn jemand versucht, seine Gedanken zu einem Thema (weitgehend) ohne Notizen m&#252;ndlich darzustellen.</p>

<p>Gerade diese letzte F&#228;higkeit (Kompetenz) erscheint mir der eigentliche Knackpunkt zu sein, um zu erfahren, ob ich oder jemand anderes ein Thema oder einen Inhalt so verarbeitet hat, dass m&#252;ndlich sinnvoll und in einer gewisser Strukturiertheit mit dem Thema / Inhalt umgegangen werden kann. In der Schriftlichkeit kann ich mich dabei viel zu leicht hinter (schnell mal heraus gesuchten) Zitaten oder „auswendig“ gelernten Formulierungen verstecken, w&#228;hrend im m&#252;ndlichen Sprachgebrauch nur die Zitate verf&#252;gbar sind, auf die ich schnell zugreifen kann, die vielleicht sogar in der Erinnerung angekommen sind. Au&#223;erdem f&#228;llt es viel schwerer, auswendig gelernte Versatzst&#252;cke angemessen in die Darstellung zu integrieren. Kurz: Wer sich frei zu einem Thema &#228;u&#223;ern muss, l&#228;sst sehr schnell erkennen, was angekommen ist und verstanden wurde.</p>

<p>Als Lehrer f&#228;llt mir zudem auf, dass Unterricht, bei allen Visualisierungen, Verschriftlichungen etc., ein sehr stark m&#252;ndlich gepr&#228;gtes Geschehen ist, dessen Ergebnisse interessanterweise weitgehend in schriftlichen Leistungsnachweisen &#252;berpr&#252;ft werden. Entsprechend stellt sich f&#252;r mich die Frage, wie eine solche M&#252;ndlichkeit gelingen kann. Interessant finde ich dabei auch, dass ich zum Teil von Lehrenden die R&#252;ckmeldung bekam, wie schwer es sei, gesprochenen Inhalten zu folgen und wie viel leichter da doch der gewohnte und scheinbar viel besser einge&#252;bte Umgang mit schriftlich fixierten Texten falle.</p>

<p>Dabei geht mit der F&#228;higkeit der m&#252;ndlichen Darstellung komplexer Inhalte immer auch die Notwendigkeit einer entsprechenden H&#246;rkompetenz einher, eine Kompetenz, die im Lehrberuf von zentraler Bedeutung ist, da Lehrende gerade im Bereich des H&#246;rens auf m&#252;ndliche &#196;u&#223;erungen im Unterricht besonders gefordert sind (was auch f&#252;r Lernende in solchen Zusammenh&#228;ngen gilt), da diese m&#252;ndlichen &#196;u&#223;erungen f&#252;r den gemeinsamen <em>Denk</em>zusammenhang, was der Unterricht f&#252;r mich idealerweise ist, wichtig sind.</p>

<p>Und damit d&#252;rften dann alle Gr&#252;nde genannt sein, warum ich mich zur Zeit wieder einmal st&#228;rker mit der gesprochenen Sprache im Kontext von Inhalten befasse: Es handelt sich schlicht um einen eigenen Bereich der Ausdrucks- und Rezeptionsf&#228;higkeit, der mir, gerade in wissenschaftlichen Zusammenh&#228;ngen, oft viel zu wenig reflektiert scheint oder, wo er doch reflektiert ist, als nur schwer mit der Komplexit&#228;t der zu vermittelnden Inhalte kompatibel erscheint, so dass es dann vielleicht wider besseren Wissens doch wieder auf gesprochene Lesetexte hinausl&#228;uft, wenn ein Vortrag zu halten ist, der dann die Zuh&#246;renden, selbst wenn sie noch so kompetente Zuh&#246;rer sind, v&#246;llig &#252;berfordert.</p>

<p>Ich erlebte selbst einmal einen Vortrag, den ich hier als Extrembeispiel gerade erinnere: Ein Philosophieprofessor hielt einen 90 Minuten langen Vortrag, der in etwa zur H&#228;lfte aus nicht &#252;bersetzten lateinischen Zitaten bestand, sodass selbst die f&#228;higsten Lateiner im Raum jeglichen Anschluss an den Gedankengang verloren haben.</p>

<p>Wenn ich zur Zeit also sehr viele Audiobeitr&#228;ge h&#246;re, viel bewusster h&#246;re, als noch vor ein paar Wochen, versuche ich damit, meine eigene Auffassungsgabe, die F&#228;higkeit des sinnerfassenden H&#246;rens (als &#196;quivalent zu dem sinnerfassenden Lesen, wie es z. B. bei den PISA-Studien immer wieder verlangt wird) weiter zu entwickeln.</p>

<p>Gleiches gilt f&#252;r meine in den vergangenen Wochen in deutlich umfangreicherer Zahl entstandenen Audioaufnahmen, von denen ich einige auch im Netz und in diesem Blog zur Verf&#252;gung stelle.</p>

<p>Es ist au&#223;erdordentlich anspruchsvoll, (weitgehend / in den allermeisten F&#228;llen) ohne schriftliche Notizen einen Audiobeitrag zu einem Thema, einem Inhalt zu erstellen. Oft bedarf es (noch?) mehrerer Anl&#228;ufe (da ich die Beitr&#228;ge nat&#252;rlich auch nicht in einer Schnittsoftware nachbearbeite(n will).) Oft merke ich beim ersten Anlauf, dass ich mir noch ein paar Gedanken zu einem Thema machen muss, bevor ich frei sprechend damit umgehen kann. Kurz: Audiobeitr&#228;ge zu Themen, die frei gesprochen sein sollen, sind f&#252;r mich selbst zu einem Evaluationsinstrument geworden, ob ich einen Inhalt so verstanden habe, dass ich frei mit ihm umgehen kann oder nicht.</p>

<p>Die damit verbundene M&#252;ndlichkeit ist aber kein „R&#252;ckfall“ in Zeiten, in denen aus Ermangelung der M&#246;glichkeit zu schriftlichen &#196;u&#223;erungen, die Gesellschaft eine von M&#252;ndlichkeit gepr&#228;gte Gesellschaft war. Die Basis von allem ist interessanterweise selbst dort, wo ich mich mit m&#252;ndlichen Ausdrucksformen befasse, letztlich doch immer ein Bezug zur Schrift.</p>

<p>Was ich jedoch als Verlust empfinde, dem ich nun entgegen zu arbeiten versuche, ist mein Eindruck, dass die Kunst des Zuh&#246;rens und die Kunst des Sprechens im Kanon der „Kompetenzen“ eher eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen, obwohl sie, &#252;ber die Auseinandersetzung mit Inhalten hinaus, in der allt&#228;glichen Kommunikation eine zentrale Rolle spielen. Misslingt Alltagskommunikation vielleicht auch deshalb so oft, weil die daf&#252;r notwendigen F&#228;higkeiten des Sprechens / Erz&#228;hlens und des Zuh&#246;rens oft nur rudiment&#228;r geschult sind?</p>

<blockquote>Ja, auch zu den Fragestellungen dieses Beitrags, habe ich k&#252;rzlich einen Audiobeitrag erstellt, den ich hier f&#252;r alle Interessierten auch noch anf&#252;ge:

</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Sprache und Technik</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 13:28:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich sind alle technischen Medien immer von der Schriftsprache im Kopf bestimmt. Wie funktionieren Audio &#38; Video, wenn keine schriftlichen Konzepte vorliegen? Wird das, was ohne vorgelagerten schriftlichen Entwurf entsteht vielleicht deshalb als unprofessionell empfunden, weil die Authentizit&#228;t der direkten &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/03/27/sprache-und-technik/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich sind alle technischen Medien immer von der Schriftsprache  im Kopf bestimmt.</p>

<p>Wie funktionieren Audio &amp; Video, wenn keine schriftlichen  Konzepte vorliegen? Wird das, was ohne vorgelagerten schriftlichen  Entwurf entsteht vielleicht deshalb als unprofessionell empfunden, weil  die Authentizit&#228;t der direkten Gestaltung des Dialoges mit der  Wirklichkeit jenseits unserer Gewohnheiten liegt? Ist die von Schrift  erzeugte „Professionalit&#228;t“ in Audio und Video nur die Vort&#228;uschung  eines „glatten” Denkens, ohne Ecken und Kanten, ohne Umwege, ohne Z&#246;gern  und Versprechen?</p>

<p>Auf schriftlichen Konzepten basierende Audio- und Videoproduktionen  erscheinen dann meist so, dass die Schriftsprache als Hintergrund der  Produktion nicht gezeigt wird. Es soll sogar der Eindruck entstehen,  dass hier nicht abgelesen wird. Unsere Medien sind voll von solchen  Vort&#228;uschungen der Authentizit&#228;t. Nur manchmal, wenn etwas  Unvorhergesehenes eintritt, entsteht echte (?) Authentizit&#228;t (?), taucht  die vermittelnde Person in den Inhalten als Person auf.</p>

<p>Haben wir  die M&#246;glichkeiten des professionellen und authentischen  Dialoges mit der Wirklichkeit, der nicht &#252;ber Schriftsprache sondern  m&#252;ndlich in Audio und visuell &#252;ber Video vermittelt wird, noch viel zu  wenig ausgelotet? Ist die Oberfl&#228;che dieser Produktionen nicht oft viel  zu glatt, um einen authentischen Dialog mit der Wirklichkeit zu  vermitteln?</p>

<p>Das sind Fragen. Und in diesen Fragen die eine Frage, wie weit die  Schriftsprache unser Denken, unser Vorstellen und unsere Begegnung mit  der uns „ansprechenden“ Wirklichkeit gepr&#228;gt hat. K&#246;nnen wir &#252;berhaupt  noch anders? Und wie sieht eine Nutzung medialer Formen wie Audio und  Video m&#246;glicherweise aus, wenn jemand die ihnen eigenen M&#246;glichkeiten  auslotet und nutzt?</p>

<p>Wie unterscheidet sich die Sprache des Sprechens von der Sprache des  Sehens von der Sprache des Schreibens? Und dann auch noch die Frage, wie  sich die audiovisuelle Darstellungen, wenn sie einen eigenen Anspruch  als mediale Form der Vermittlung stellen, von schriftlichen oder gar  verlesenen schriftlichen Darstellungen unterscheiden?</p>

<blockquote>Literatur zum Thema: Richard Schaeffler, Erfahrung als  Dialog mit der Wirklichkeit. Eine Untersuchung zur Logik der Erfahrung,  Freiburg 1995.

Die Texte von Fritz Mauthner, die <a href="http://www.textlog.de/mauthner.html" target="_blank">hier zu  finden</a> sind.</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Kompetenzenorientierung im Unterricht? Ein Beispiel</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 23:02:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit einiger Zeit befasse ich mit Audioboos. Und seit ein paar Tagen gibt es jetzt auch welche zum Anh&#246;ren. Dazu habe ich hier ja schon was gesagt. Nun ist mir aber aufgefallen, dass diese Audioboos als ein Beispiel f&#252;r die &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/01/25/kompetenzenorientierung-im-unterricht-ein-beispiel/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einiger Zeit befasse ich mit Audioboos. Und seit ein paar Tagen gibt es jetzt auch welche zum Anh&#246;ren. Dazu habe ich <a href="http://herrlarbig.de/2010/01/17/herrlarbig-jetzt-auch-hoeren/">hier</a> ja schon was gesagt.</p>

<p>Nun ist mir aber aufgefallen, dass diese Audioboos als ein Beispiel f&#252;r die Rede von „Kompetenzen“ darstellen k&#246;nnen, die oft und ausf&#252;hrlich in der heutigen Bildungslandschaft anzutreffen ist. Auch dazu habe ich <a href="http://herrlarbig.de/2009/09/20/zwischen-kompetenzen-und-literacy-oder-ohne-inhalt-keine-kompetenz/">mich schon ge&#228;u&#223;ert</a>. In diesem &#228;lteren Beitrag legte ich Wert darauf, dass Inhalt und Kompetenzen, dass Wissen und Kompetenzen zusammengeh&#246;ren und eben nicht davon ausgegangen werden kann, dass nun pl&#246;tzlich irgendwelche F&#228;higkeiten das Wissen ersetzen sollen. Im Gegenteil: Ein recht verstandener Kompetenzenbegriff erweitert gleichzeitig das Wissen desjenigen, der sich die Kompetenzen aneignet</p>

<p>Mein Beispiel hier ist die Arbeit mit Audiodateien. Die Kompetenz als Ziel in einem Lernzusammenhang k&#246;nnte wie folgt formuliert werden:</p>

<p><em>Der Lernende ist in der Lage, mithilfe der ihm verf&#252;gbaren technischen M&#246;glichkeiten Audiodateien zu erzeugen und zu ver&#246;ffentlichen. Diese Audiodateien haben einen relevanten Inhalt.</em></p>

<p>Das klingt erst einmal sehr pauschal und ist im Grunde noch wenig differenziert, was die eigentlichen Herausforderungen betrifft, mit denen ein Lernender in diesem Falle konfrontiert ist. Die hier einmal beispielhaft formulierte Kompetenz kann n&#228;mlich auf ganz unterschiedlichem Niveau umgesetzt werden.</p>

<ol>
    <li>Der Lernende nimmt z. B. die Audioboo-App, spricht kurz und assoziativ etwas zu einem Thema ein, f&#252;gt ein Foto hinzu und l&#228;dt das Ganze hoch. Fertig.</li>
    <li>Der Lernende schreibt ein Manusskript f&#252;r einen Audiobeitrag, liest dieses als Audiodatei ein und l&#228;dt sie bei Audioboo hoch.</li>
    <li>Der Lernende entwickelt in Form von Stichworten ein Grundstruktur der Inhalte und des Verlaufs einer Aufnahme und spricht diese, seinen Notizen folgend, ein und l&#228;dt sie auf eine vorgefertigte Plattform hoch. (Neben audioboo sei hier z. B. noch audiyou.de genannt)</li>
    <li>Der Lernende produziert einen Beitrag und bearbeitet diesen in einer Software wie audacity nach. Der Beitrag wird geschnitten, gegebenenfall wird die Qualit&#228;t der Aufnahmen &#252;ber Filter optimiert. Anschlie&#223;end wird der Beitrag im Netz zur Verf&#252;gung gestellt.</li>
    <li>Der Lernende spricht einen Beitrag zu einem Thema frei und konsistent ein, da er sich mit dem Thema im Vorfeld intensiv besch&#228;ftigt hat und sich dementsprechend so gut auskennt, dass freies Sprechen zum Thema m&#246;glich ist. Zudem ist der Lernende in der Lage, dar&#252;ber zu entscheiden, ob eine Aufnahme nachbearbeitet werden muss und kann diese Nachbearbeitung auch angemessen durchf&#252;hren, um dann zu entscheiden, auf welcher Plattform und in welchem Kontext diese Aufnahme zur Verf&#252;gung gestellt wird. Dabei wird bevorzug eine Plattform gew&#228;hlt, die eine Diskussion zu dem Beitrag erm&#246;glicht. Diese Diskussion wird gegebenenfalls intensiv wahrgenommen und tr&#228;gt zur Reflexion der eigenen Arbeit bei.</li>
</ol>

<p>Es g&#228;be sicher noch Zwischenstufen zu den hier genannten Kompetenzstufen. Diese seien als Beispiel genannt, das sicher noch verbesserungsf&#228;hig ist, wenn es bis in die letzten Details dann auch diskutiert und angepasst w&#252;rde.</p>

<p>Die genannte Komptenzstufen setzen unterschiedliches Wissen voraus, die ihr Erreichen erm&#246;glichen. Was aber muss gewusst werden:</p>

<ol>
    <li>Je besser sich der Lernende in den Inhalten auskennt, zu denen er einen H&#246;rbeitrag konzipiert und produziert, um so freier kann der Text eingesprochen werden ohne nur rein assoziativ zu sein. Der Inhalt des H&#246;rbeitrages h&#228;ngt also zentral von dem ab, was klassischerweise als Wissensbest&#228;nde der Bildung angesehen wird. Diese Wissensbest&#228;nde werden klassischerweise vor allem mit schriftlichen Anwendungskompetenzen verbunden (Klassenarbeiten, Refereate [die verlesen werden]). Andere Kompetenzbereich werden in der Regel alleine auf die Inhalte hin abgestimmt und sind als Methoden im Unterricht vor allem f&#252;r das Erreichen didaktischer Zieler eingesetzt, ohne selbst in allen F&#228;llen eigenst&#228;ndig in dem Zusammenhang reflektierte Kompetenzen zu sein.</li>
    <li>Neben das „klassische“ Wissen aus einem Fach wird in dem hier vorgestellten Beispiel Wissen und Kompetenz in einem zweiten Bereich verlangt, der mit den Inhalten verbunden ist. Es soll eine H&#246;raufnahme produziert werden. Neben den fachlichen Inhalten, gilt es, an dieser Stelle auch Wissen &#252;ber eine und die F&#228;higkeit beim Umgang mit einer medialen Form zu erwerben und anzuwenden, wobei das Ziel eine Ver&#246;ffentlichung ist. Die Methode dient also nicht nur didaktischen Zwecken und somit zum Erlangen des Wissens, sondern ist als Kompetenz selbst noch einmal Wissen generierend. Hier wird also die fachliche Seite mit einer medienp&#228;dagogischen Seite verbunden, die &#252;ber das Fachwissen hinaus Kenntnisse (Wissen!) erm&#246;glicht, die selbst wieder reflexiv werden k&#246;nnen (Wie werden Rundfunkbeitr&#228;ge gemacht? Was sind technische Voraussetzungen? Welche Verk&#252;rzungen sind da n&#246;tig? Woran kann man h&#246;ren, ob ein Sprecher im Radio wei&#223;, wovon er spricht? Sind Produktionen aufwendig oder eher einfach? &#220;ber welche Kan&#228;le kann Aufmerksamkeit gewonnen werden? Wie geht das? Was ist beim Mikrofonsprechen anders als beim normalen Sprechen…)</li>
</ol>

<p>H&#228;ufig wird in der Kompetenzendiskussion als Beispiel zur Diskreditierung der Denkweise angef&#252;hrt, dass Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen nun lernen sollten, wie man einen beh&#246;rdlichen Fragebogen ausf&#252;llt. W&#252;rde Kompetenzenorientierung im Unterricht alleine auf so etwas hin ausgerichtet sein, so w&#228;re es sicher angebracht, diese Ausrichtung von Schule und Unterricht selbst kritisch zu hinterfragen. Wenn aber anhand eines solchen beh&#246;rdlichen Fragebogen die Hintergr&#252;nde der Fragen, der Grund und Art der Weiterverarbeitung der gemachten Angaben und die Konsequenzen aus m&#246;glichen Entscheidungen, die dann getroffen werden, mit thematisiert werden, dann w&#228;ren wir schon bei einem an Inhalten und Kompetenzen interessiertem Unterricht, der Wissen mit Relevanz zu verbinden vermag – und somit zu einem umfassenderen, integrierteren und wom&#246;glich auch &#252;ber einen Leistungsnachweis hinaus reichenden Wissen f&#252;hren kann.</p>

<p>Das klingt erst einmal nach einem problemorientiertem Unterricht. Es unterscheidet sich von diesem insofern, dass problemorientierter Unterricht sich oft an rein inhaltlichen Problemen orientiert und Wissen von einer anwendungsorientierten Problemorientierung unter Umst&#228;nden abtrennt.</p>

<p>Diese Gefahr besteht &#252;brigens auch im Kontext der Kompetenzenorientierung von Unterricht, wenn die Kompetenzen rein inhaltlich gedacht werden. Dann k&#246;nnte man z. B. als Kompetenz formulieren, dass ein Sch&#252;ler oder eine Sch&#252;lerin in der Lage ist, einen Text angemessen zusammenzufassen, ohne dass damit auch schon klar ist, wozu man diese Kompetenz braucht, au&#223;er zur Erreichung einer m&#246;glichst guten Note in einer Leistungs&#252;berpr&#252;fung.</p>

<p>Es will mir so scheinen, als ob Kompetenzenorientierung eigentlich immer zwei Bereich miteinander verbinden muss, die einerseits stark inhaltlich orientiert sind, andererseits aber auch Wissen und Kompetenzen in einem zweiten Bereich verlangen. Im hier angef&#252;hrten Beispiel m&#252;sste man also nicht nur inhaltlich fit sein, sondern auch im Bereich des Wissens um die Produktion von H&#246;rtexten, H&#246;rspielen, H&#246;rcollagen oder was sonst noch alles im Audiobereich gemacht werden kann.</p>

<p>Hilfreich k&#246;nnte es dabei zudem sein, wenn Kompetenzen nicht nur intern erworben werden, sondern immer mal wieder darauf hin angelgt sind, dass die entstandenen „Produkte“ selbst relevant werden, in dem sie eine gewisse &#214;ffentlichkeit erlangen. Das kann eine Ausstellung in der Schule sein, ein Theaterabend, eine Lesung, Pr&#228;sentation naturwissenschaftlichen Wissens im Rahmen von Tagen der offenen T&#252;r, ein Wettbewerb oder aber auch im Kontext des Internets.</p>

<p>Bleibt die Frage, ob auf diesem Wege dann nicht zu viel Zeit mit Nebenschaupl&#228;tzen verbracht werden muss, die dann f&#252;r die Erf&#252;llung des Lehrplans fehlt. Diese Frage muss in vielen F&#228;llen wohl leider nach wie vor mit „Ja“ beantwortet werden. Viele Lehrpl&#228;ne sind so voll, dass schon das Erreichen der fachlichen (inhaltlichen) Ziele oft unter gro&#223;em Zeitdruck steht, was durch standardisierte, zentral vorgegebene Pr&#252;fungen noch verst&#228;rkt wird. Dies f&#252;hrt dann dazu, dass Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler unter Umst&#228;nden viel Wissen, dieses Wissen aber nicht mit anderem Wissen zu verkn&#252;pfen verm&#246;gen, dieses Wissen nicht praktisch relevant werden lassen k&#246;nnen, was durchaus manchmal schon dort beginnt, wo es „nur“ um eine schriftliche Reproduktion von Wissen und den Transfer dieses Wissen auf einen anderen inhaltlichen Bereich geht.</p>

<p>Hier m&#252;ssten die zur Zeit in einigen Bundesl&#228;ndern in der Entwicklung seienden kompetenzenorientierten Lehrpl&#228;ne neue M&#246;glichkeiten schaffen, in dem sie nicht nur Inhalte vorgeben, sondern auch eine Auswahl an m&#246;glichem „Sekund&#228;r-” (=Anwendungs-)Wissen mit den Inhalten verbinden. Hier b&#246;ten sich auch neue M&#246;glichkeiten des f&#228;cher&#252;bergreifenden und f&#228;cherverbindenden Unterrichts.</p>

<p>Vorl&#228;ufig ergibt sich f&#252;r mich dann folgende Beschreibung dessen, was mit kompetenzenorientiertem Unterricht gemeint sein kann:</p>

<p>An Kompetenzen orientierter Unterricht ist gleichzeitig Fachunterricht (Inhaltswissen) und auf Anwendbarkeit hin orientierter Unterricht, wobei die f&#252;r Anwendungen notwendigen Kenntnisse (Inhalte) &#252;ber die fachlichen Inhalte hinaus zu erwerben sind. Damit ist nicht gemeint, dass ein solcher Unterricht alleine auf berufliche Anwendbarkeit hin ausgerichtet ist. Die Verbindung von fachlichem Wissen und der kompetenten Anwendung des Wissens schlie&#223;t die kritische Reflexionsf&#228;higkeit gegen&#252;ber der Anwendung und den Inhalten mit ein.</p>

<p>F&#252;r den Deutschunterricht k&#246;nnte dies beispielsweise folgendes hei&#223;en:</p>

<ol>
<li><p>Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen erwerben nicht nur Kenntnisse in Rechtschreibung und Grammatik, sondern Wissen dar&#252;ber, wie mit Hilfe dieser Kenntnisse wirkungsvolle Texte verfasst werden k&#246;nnen.</p></li>
<li><p>Es geht nicht nur um einen literarischen Text, um Textanalyse, Stilanalyse und Interpretation, sondern auch um die Frage der wirkungsvollen Pr&#228;sentation solcher Ergebnisse und somit auch um die Wissensbest&#228;nde, die zum Erreichen der gew&#228;hlten Pr&#228;sentationsform notwendig sind. Diese unterscheiden sich, wenn es um eine Ausstellung, eine Lesung, eine Auff&#252;hrung oder auch um eine Audioproduktion geht.</p></li>
</ol>

<p>Dabei geht es im &#220;brigen nicht darum, neben die fachliche Kompetenz Methodenkompetenz zu stellen, sondern um die Verkn&#252;pfung dieser beiden Bereiche auf Relevanz hin.</p>

<p>F&#252;r die oben genannten Audioproduktionen hei&#223;t das konkret:</p>

<ol>
<li><p>Fachkenntnis, Fachkenntnis, Fachkenntnis.</p></li>
<li><p>Wissen &#252;ber Mikrofonsprechen und Wissen &#252;ber das (freie) Sprechen &#252;berhaupt. Hier geht es also schon in den Bereich der Rhetorik, der in vielen Bildungsprozessen meiner Wahrnehmung nach selten explizit und vor allem zur Praxisreflexion bef&#228;higend aufgegriffen wird.</p></li>
<li><p>Wissen &#252;ber die Rezeption von Audioaufnahmen (Radio)</p></li>
<li><p>F&#228;higkeiten im Umgang mit Audioschnittsoftware.</p></li>
<li><p>Kenntnisse &#252;ber m&#246;gliche Verbreitungswege und die F&#228;higkeit, diese kritisch daraufhin zu reflektieren, welche Verbreitungswege f&#252;r die eigene Produktion sinnvoll sein kann und welche eher nicht.</p></li>
<li><p>F&#228;higkeit zur Entwicklung von Kritierien, die die Qualit&#228;t einer entstandenen Audioaufnahme zu beurteilen in der Lage sind.</p></li>
<li><p>All das, was ich hier jetzt unber&#252;cksichtigt gelassen habe.</p></li>
</ol>

<p>Ein solcher an Kompetenzen orientierter Bildungsprozess ist ein hochdynamischer Bildungsprozess, der zahlreiche Verbindungslinien zwischen den bislang oft unverbunden nebeneinander her laufenden F&#228;chern schafft, nutzt und integrierte Wissensbest&#228;nde erm&#246;glicht, die auf Zusammenh&#228;nge hin ausgerichtet sind.</p>

<p>Und ganz „nebenbei“ k&#246;nnte auf diesem Wege ein neues Verst&#228;ndnis von Allgemeinbildung entstehen, das dann nicht mehr zuerst als ein eher lexikalisch ausgerichtes Wissen verstanden wird, wie es die vielen Wissenquizsendungen im Fernsehen heute tun, sondern auf die F&#228;higkeit, das vorhandene Wissen auf der Basis seiner Verkn&#252;pfbarkeit und Anwendbarkeit hin fruchtbar werden zu lassen, f&#252;r sich selbst aber auch in funktionalen Zusammenh&#228;ngen, wie beispielsweise im Beruf.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/01/25/kompetenzenorientierung-im-unterricht-ein-beispiel/#footnote_0_2388" id="identifier_0_2388" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich warte auf die Quizsendungen, in denen genau diese Kombination von Wissensbest&amp;#228;nden aus unterschiedlichen Bereichen ins Zentrum gestellt w&amp;#252;rde, in denen man nicht mehr aus einer Reihe von Antworten die richtige ausw&amp;#228;hlen, sondern konkret Wissen anwenden muss um zu zeigen, dass man wirklich gebildet ist.">1</a></sup></p>

<p>Zugegeben: Guter Unterricht wird auch schon heute so ausgerichtet sein, wie ich es hier beschrieben habe – im Rahmen der engen zeitlichen Grenzen, die die gegenw&#228;rtigen Lehrpl&#228;ne mit sich bringen. Es gilt, die Kritierien f&#252;r solchen guten Unterricht in das System selbst organisch einzubinden. – Ein so verstandener Kompetenzenbegriff k&#246;nnte meines Erachtens das deutsche Bildungssystem qualitativ sehr bereichern. Oder habe ich da falsche Fantasien?</p>

<p>Haben Sie Beispiele aus der Praxis, in der solche Verkn&#252;pfungen von Wissensbest&#228;nden stattfinden, wie ich sie hier beschrieben habe? Haben Sie Ideen, die meine &#220;berlegungen erg&#228;nzen? Oder sehen Sie das alles ganz anders? Gerne k&#246;nnen Sie die Kommentarfunktion dieses Artikels nutzen, um miteinandern und mit mir in eine konstruktive Diskussion zu kommen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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