Beitrags-Archiv für die Kategory 'Wissenserwerb'

Was ist Bildung? Ein Vorschlag

Montag, 1. März 2010 0:32

Im Nachdenken über Jean-Pol Martins Vorschlag zum Bildungsbegriff ist dieser Audioboo entstanden.

Jean-Pol Martin sagt:

„Bildung ist das gemeinsame Erstellen von Konzepten, die erlauben, mit einströmenden Daten gelassen umzugehen, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig und beweglich zu halten. Die neuerstellten Konzepte ermöglichen die Planung und Durchführung von weiteren Handlungen. Sie schaffen die Sicherheit, die notwendig ist, um unbekannte Felder zu betreten, in denen neues Wissen generiert wird.“

Meine Position in einem kurzen Resume – für die Feinheiten, die immer noch grob genug sind, empfehle ich, den Audioboo (den Zwischenruf) anzuhören. Soviel Zeit muss (sollte) sein ;-)

Resume: Bildung wird hier mit der Frage des Selbstbildes und des Weltbildes bzw. der Bildung (dem Entstehen) dieser Bilder in Verbindung gebracht. Es geht um eine Orientierung in Zeit und Raum, die der eigenen Positionierung in der eigenen Gegenwart und am eigenen Ort dient. In diesem Zusammenhang ist eine Orientierung nicht nur in der Gegenwart und in globalen Zusammenhängen notwendig, sondern auch eine Orientierung über die eigene Zeit und den eigenen Raum hinaus. Wissen ist notwendig, aber (wieder einmal) Hilfsmittel und nicht primäres Ziel eines Bildungsprozesses.

Ein paar Links zur Orientierung:

Listen without Flashplayer as MP3.

Ich bin gespannt, was andere zu dem Thema zu sagen haben. Die Kommentare dürfen für diese Diskussion gerne genutzt werden. Und noch einmal der Hinweis auf Jean-Pol Martins Beitrag, zu dem es auch schon eine lebendige Diskussion gibt…

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Thema: Audio, Audioboo, Bildung, Bildungsreporter, Positionen, Pädagogik, Schlüsselkompetenzen, Wissenserwerb | Kommentare (1) | Autor: Herr Larbig

Vernetzter Diskurs – Ein Beitrag zur „Schulmeister-Debatte“

Montag, 15. Februar 2010 0:34

„Blogs sind in der Breite, in der sie genutzt werden, eine interessante Innovation – aber sie sind in der Regel nicht besonders nachhaltig. Sie reproduzieren etwas, was man sowieso in der Massenkommunikation vorfindet – eine eher monologische Form des Ausdrucks. So entsteht in den Blogs meist kein ‚Thread‘, es erfolgt dort in der Regel keine Erarbeitung und Weiterentwicklung von Themen und Inhalten. Die persönliche Äußerung steht stark im Vordergrund statt des Aufbaus eines konsistenten und verzweigten Diskussionsfadens. Blogs sind sehr egomane Veranstaltungen, Ich-AG’s – auf die Beiträge von ande- ren wird nicht besonders geachtet.“ (Leggewie 2006) [1]

Dieses Zitat steht dem Beitrag Rolf Schulmeisters „Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs“ voraus, der unter Beteiligung von Roland Leikauf und Mathias Bliemeister entstanden ist und zur Zeit heftig in unterschiedlichsten Blogs diskutiert wird. Zur Orientiert hier zunächst eine Übersicht, soweit ich sie überhaupt noch behalten kann (Ergänzungen bitte in den Kommentaren)

Gerade die Etherpad-Diskussion ist hier zu empfehlen, weil dort gerade versucht wird, eine kolaborative Rezension des Artikels Schulmeisters zu verfassen, mit der ich hier natürlich nicht in Konkurrenz treten will.

Mein Ausgangspunkt sind zwei Sätze aus dem oben angeführten Leggewie-Zitat:

„Blogs sind in der Breite, in der sie genutzt werden, eine interessante Innovation – aber sie sind in der Regel nicht besonders nachhaltig. Sie reproduzieren etwas, was man sowieso in der Massenkommunikation vorfindet – eine eher monologische Form des Ausdrucks.“ (ebd.)

Ich habe geschluckt, als ich das las. Denn einerseits hat Leggewie recht, so mein erster Gedanke, da Blogs nicht gedruckt vorliegen. Andererseits war ich überrascht, dass Blogs als pure Instrumente der Reproduktion dessen gesehen werden, „was man sowieso in der Massenkommunikation vorfindet”. Hier werden Blogs recht skeptisch betrachtet, wenn es um den Prozess der Generierung von Wissen geht. Doch unter diesen Voraussetzungen ist es kaum verwunderlich, dass Schulmeister am Abschluss seines Beitrages ein Zitat integriert, das er bereits 2000 formulierte:

„Der Hypothese, die massenhaftes Wachstum gleich Qualitätssprung setzt, lässt sich nun gleich Mehreres entgegenhalten: Das Internet führt zu gravierendem Wissensverlust, denn Information ist nicht gleich Wissen und die Informationsflut steigert das Nicht-Wissen bzw. die Ohnmacht, das wirklich relevante Wissen zu selektieren.“ (Schulmeister 2000) [2]

Für die Erfahrungen der Mehrzahl der Blogger wird diese Beobachtung durchaus anwendbar sein. Doch der Schluss, dass Blogs per se nicht für den Prozess der Generierung von Wissen geeignet seien, scheint doch ein wenig zu kurz gegriffen zu sein, gibt es doch andere Erfahrungen von Menschen, die sowohl die vordigitalen Zeiten als auch die Entwicklung des Internets mitgemacht haben – unter anderem auch von mir.

Aus empirischen Daten, die zudem noch auf einen relativ kleinen Datenbestand zurückgreifen, zu dem Schluss zu gelangen, dass das Internet per se zu einem Wissensverlust führe, erscheint mir weder auf der Basis der Daten noch aus den Befunden der Darstellung Schulmeisters nachvollziehbar. Auch wenn qualitative Formen der Sozialforschung mit kleineren Stichproben auskommen als es bei quantitativer Sozialforschung der Fall ist: Daten leben immer von den Fragen, die an sie gestellt werden. Und solche Fragen zeigen sich dann in den Antworten bzw. in Formulierungen, die gefunden werden.

Dazu ein Beispiel aus dem Aufsatz Schulmeisters:

Zu Gabi Reimanns Blog schreibt er: „Es fällt auf, dass über die Hälfte der Kommentare von Personen stammt, die dreimal oder öfter kommentieren (mittlere Länge 108 Wörter)“

Im Falle Christian Spannagels liest sich das dann so: „Erstens zieht Spannagel eine kleine Anhängerschar von Kommentatoren an, die über 60% aller Kommentare abgeben: 15 der insgesamt 69 Personen (22%) geben 5 oder mehr Kommentare ab, davon 4 Personen mehr als 10 und einer allein 33. Und zweitens präsentiert er Themen, die sehr viele Kommentare bekommen.” ((Schulmeister (2010), S. 17.)

Würde ich mir das Netzwerk eines analog arbeitenden Wissenschaftlers anschauen, so würde mir auffallen, dass die meisten Reaktionen auf die Arbeiten von meist den gleichen Personen kommen. Wie man dann aber Mitglieder eines Netzwerkes online fast schon diskreditierend als „kleine Anhängerschar“ bezeichnen kann, ist kaum nachzuvollziehen. Ebenso wenig treibt es den Erkenntnisgewinn voran, wenn gesagt wird, dass jemand Themen präsentiere, die sehr viele Kommentare bekommen.  Dies liest sich fast wie ein Populismusvorwurf. Doch könnte man den Befund auch so deuten, dass hier jemand mit besonderer Wahrnehmungsgabe die „heißen“ Themen aufgreift.

Entsprechend solcher Urteile über Blogs und der mit ihnen verbundenen Kommentarkultur, kann leicht der Eindruck entstehen, dass hier eher Vorurteile reproduziert wurden. Das Zitat aus 2000, mit dem die Studie „Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs“ abgeschlossen wird, lässt zumindest den Eindruck entstehen, dass es hier in den vergangenen 10 Jahren keine Weiterentwicklungen gegeben hätte. Doch die Kommunikationsprozesse haben sich im Rahmen des „Web 2.0“ verändert. Und so müsste die Frage aus meiner Sicht lauten, unter welchen Voraussetzungen Blogs, Kommentare in Blogs und die Vernetzung von Bloggern in sozialen Netzwerken und im realen Leben für den Prozess der Generierung von Wissen bedeutsam sein können.

Hierzu an dieser Stelle ein paar Hypothesen, deren Überprüfung sicherlich eine spannende Aufgabe darstellen könnte:

  1. Digitale Netzwerke dienen im Rahmen wissenschaftlicher Tätigkeit nicht primär der nachhaltigen Präsentation von Wissensbeständen. Sie zielen nicht auf abschließende Darstellungen von Forschungsergebnisse. Sie sind eher Instrumente öffentlicher Denkprozesse (vgl. z. B. das Blog des Eichstätters Prof. em. Dr. Jean-Pol Martin), die ein bestehendes Netzwerk nutzen, um den Denkprozess selbst bereits in einen Evaluationsprozess einzuspeisen. Und zumindest bei Jean-Pol Martin lässt sich beobachten, wie Kommentare und auch Blogbeiträge, die sich auf seine Beiträge beziehen, sehr unmittelbar in den Denkprozess einfließen, diesen sogar verändern können, wenn sie dem Wissenschaftler Martin nachvollziehbar sind.
  2. Digitale Netzwerke machen Material verfügbar, dass der Forschung sonst nicht verfügbar wäre. So könnte gerade die Bildungsforschung im schulischem Bereich von den praxisnahen Beiträgen sehr viel profitieren, würden die an ihr Beteiligten stärker den Dialog mit denen suchen, die unmittelbar Praxis reflektieren oder darstellen. (vgl. z. B. die Lehrerblogs von Thomas Rau und Maik Rieken) Hier wird vielleicht per se kein neues Wissen im wissenschaftlichen Sinne produziert, es findet aber auch kaum Reproduktionen dessen statt, was man sowieso in der Massenkommunikation vorfindet.
  3. Die Reflexionsprozesse in Bildungsblogs erheben, so sie von Lehrern und Lehrerinnen stammen, nicht den Anspruch wissenschaftlich unangreifbare Reflexionen zu sein. Sie sind Zeugnis der umgesetzten Forderung, dass Lehrer reflektierende Praktiker sein sollen / müssen. Viele Lehrerblogs geben Zeugnis dieses Reflexionsprozesses, ohne dass die Reflexion der an Schulen Lehrenden von an Hochschulen Lehrenden in angemessenem Maße ernst genommen würden. Es entsteht manchmal der Eindruck, dass an Hochschulen zur Bildung Forschende meinen, die Bildungserfahrungen an der Hochschule ergäben ein adäquates Bild von Bildung und Lernen in jedem Zusammenhang.
  4. Zur Unterrichtsforschung, die meiner Wahrnehmung nach in Deutschland immer noch ein stiefmütterliches Dasein fristet, gehört auch Lehrerforschung. Die Lehrenden, die Blogs schreiben, liefern hierzu erste Zugangsmöglichkeiten, die zwar weder hin- noch ausreichend sind, aber als Ansatzpunkte einer solchen Forschung dienen könnten.
  5. Lernprozesse können von vernetzten Strukturen in „Communities“ begleitet werden. Es handelt sich hier um eine Form der nicht formalisierten, aber kontinuierlichen Fortbildung, die hochgradig dialogisch ist. Blogs sind, wenn ihre Autoren vernetzt sind und diese Vernetzung gezielt und eben nicht beliebig betreiben, eben keine „eher monologische Form des Ausdrucks“, wie Leggewie schreibt, sondern enthalten Beiträge, die aus einem Dialog heraus entstanden sind. Dieser Dialog findet auf mehreren Ebenen statt: Blogs werden abonniert (RSS-Feeds – die übrigens mehr über gegenseitige Rezeption aussagen als Blogrolls), es werden Kommentare geschrieben und gelesen, Beiträge sind oft Antworten auf Beiträge anderer oder zumindest Zeugnis von Denkprozessen, die durch solche Beiträge angeregt wurden. Darüber hinaus findet ein auf Kontinuität hin angelegter Austausch via Twitter, Facebook, Skype und auch (man will es kaum glauben) im Rahmen „echter“ Begegnungen in „real life“ statt. Diese Vernetzung erreicht dabei so komplexe Formen, dass sie alleine aus den Blogs und deren Blogrolls nicht angemessen darstellbar sind. (Dem Beitrag Schulmeisters scheinen solche komplexe Formen der Vernetzung nicht zugänglich gewesen zu sein. Es entsteht sogar der Eindruck, dass Schulmeister zwar andere Blogs in den Fokus nimmt, dabei aber auf keine eigenen Erfahrungen dieser Form der Vernetzung zurückgreift. Daraus wäre kein Vorwurf zu machen, da Forschung nicht immer mit eigenen Erfahrungen im Bereich des Erforschten einhergehen muss, würde nicht der Eindruck entstehen, dass Schulmeister letztlich vor allem eine medienkritischen Position reproduzieren würde, die man eh schon in den Massenmedien kennt – und das ganz ohne zu bloggen.)
  6. Um über Edu-Blogs zu forschen, ist es sicherlich keine gute Wahl, wenn vor allem über Blogs geforscht wird, die sich mit E-Learning beschäftigen, wie es in Schulmeisters oben zitierter und verlinkter Studie geschieht. In diesen Blogs geht es meist um bestimmte Lerntechnologien, die weit von dem entfernt sind, was vernetztes Lernen und Arbeiten via Blog und in Web 2.0 Netzwerken ausmacht. Wenn die Frage nach der Kommentarkultur in Blogs gestellt wird, dann ist die Frage nach der Kommunikation vernetzt arbeitender Personen über diese Kommentare hinaus in den Blick zu nehmen, da diese in der Regel wesentlich komplexer ist, als es in Blog-Kommentaren erkennbar wird. Dabei zeigt sich die Nachhaltigkeit gerade dort, wo Kommentatoren regelmäßig in Blogs kommentieren. Das hat nichts mit „Anhängerschaft“ zu tun, sondern ist Zeugnis der Anregungspotentiale solcher Blogs.

Soweit diese Thesen, die teilweise auch kritisch kommentierend zu Schulmeisters Beitrag geraten sind. Sie erheben keinen wissenschaftlich fundierten, sondern alleine einen erfahrungsfundierten Anspruch. Dennoch glaube ich, dass sie zur Reflexion der Genese von Geltungsansprüchen beitragen können. Dabei nehme ich für mich Anspruch, dass ich bislang länger in unversitären Kontexten als in schulischen Zusammenhängen mein Brot verdient habe und beide Seiten aus eigener Anschauung, die natürlich keinerlei theoretischen Anspruch erheben mag, angemessen kenne. Gleiches gilt für meine Positionierung gegenüber Blogs. Mein erkenntnisleitendes Interesse, das mich überhaupt erst zum Blogger gemacht hat, war die Frage, ob Blogs als „Basisstation“ vernetzter und zielgerichteter Denkprozesse funktionieren können. Alleine in diesem Prozess habe ich enorm viel gelernt, sowohl fachlich als auch über Kommunikationsprozesse in den vernetzten Strukturen des Web 2.0. Unter anderem lernte ich, dass Vernetzung, die effektiv und interessegleitet ist, die also versucht an der „Erarbeitung und Weiterentwicklung von Themen und Inhalten“ (Leggewie, a.a.O.)
Anteil zu haben, mit zu arbeiten und nicht monologisch zu sein, erarbeitet werden muss. Kommentare bekommen Blogger nicht geschenkt. Wenn ein Blog als irrelevant wahrgenommen wird, schweigen die Kommentatoren.

Darüber hinaus lebt diese Vernetzung auch vom Dissens. Gerade an diesen Reibungsflächen entstehen Denkprozesse, die, ich spreche nach wie vor aus der Position eines reflektierenden Praktikers, Positionen verändern oder auch verfestigen können.

Rolf Schulmeister hat Dissens erzeugt, hat Denkprozesse angeregt (ganz ohne Blog, aber somit möglicherweise, ohne diese in ihrer Bandbreite dialogisch rezipieren zu können) und eine Flut von „Peer-Reviews“ ausgelöst, die er in so kurzer Zeit und in dieser Fülle außerhalb vernetzter Strukturen nicht bekommen hätte. Sein Beitrag liegt in gedruckter Form vor. Eine Integration und Berücksichtigung des von ihm ausgelösten Diskussionsprozesses ist im Kontext des Beitrages also nicht möglich. Wenn dies mit „Nachhaltigkeit“ einer wissenschaftlichen Arbeit gemeint sein sollte, wird an dieser Stelle vielleicht deutlich, dass die Diskussion – und hier gleite ich nun völlig in den Bereich der zwar reflektierten, aber dennoch persönlichen Meinung ab – im Prinzip noch wesentlich umfassendere Faktoren in den Fokus nimmt, als auf den ersten Blick erkennbar ist.

Die Diskussion um Schulmeisters Artikels, die seit Tagen über Twitter und in diversen Blogs geführt wird, ist auch eine Diskussion um Definitionsmacht. Das Web 2.0 wird oft als ein demokratisierendes Medium beschrieben, mit allen Licht- und Schattenseiten, die es mit sich bringt, wenn sich plötzlich Personen außerhalb der gewöhnten Zirkel zu Themen äußern, die sonst nur in den (meist durch formale Zugangsbeschränkungen geregelten) akademischen Kreisen stattfinden.

In Fragen der Bildungsforschung entsteht oft der Eindruck, dass es eine Kluft zwischen der akademischen Forschung, die selbst in Lehr-Lernzusammenhängen stattfindet, und der Reflexion auf Bildungsprozesse in schulischen Kontexten gibt. Oft entsteht (bei mir) der Eindruck, dass die Reflexionen auf Lernen und Lehre, wie sie im universitären Bereich stattfindet, vor allem die eigenen Erfahrungen in der universitären Lehre in den Blick nehmen, dann aber überrascht sind, dass Lehrende in schulischen Lehr-Lern-Zusammenhängen diese Reflexionen nicht mit ihren eigenen Erfahrungen und deren Reflexion zusammenbringen können.

Auffällig ist in der Diskussion um Schulmeisters Beitrag, dass sich auch einige der „Beforschten“ zu Wort gemeldet haben, darüber hinaus aber auch „neutrale“ Beobachter der Diskussion zu Refelexionsprozessen angeregt wurden. Und damit liegt mit diesem Diskussionsprozess meines Erachtens eine ideales Beispiel vor, welche Funktion Blogs im Prozess der Generierung von Erkenntnissen einnehmen können. Sie sind Teil von Denkprozessen, die kontinuierlich ablaufen und der Illusion entgegen wirken, dass einmal veröffentlichte Forschungsergebnisse in dem Sinne nachhaltig sind, dass sie monologisch in gedruckter Form erscheinen. Und um Schulmeisters Zitat noch einmal aufzugreifen, hier mein Versuch einer (überspitzt ironischen) Antwort:

Gedruckte Forschungsergebnisse sind in der Breite, in der sie genutzt werden, eine interessante Innovation – aber sie sind in der Regel nicht besonders nachhaltig. Sie behaupten eine Sicherheit von Wissen, die den mit Wissen verbunden ständigen Reflexionsprozess nicht angemessen widerzuspiegeln vermögen und sind somit eine hochgradig monologische Form des Ausdrucks.

Und zu Claus Leggewie (wohl wissend, dass aus dem Zusammenhang gerissene Zitate immer mit Vorsicht zu genießen sind) – ebenso ironisch und natürlich massiv übertreibend:

„Wissenschaftliche Beiträge, die in wenig gelesenen Büchern erscheinen, sind in der Begrenztheit, in der sie genutzt werden, eine interessante Innovation – aber sie sind in der Regel nicht besonders nachhaltig. Sie produzieren etwas, was nur in seltenen Fällen zu  nachhaltigen Diskussions- und Reflexionsprozessen über kleine Zirkel von Insidern im akademischen Bereich hinaus führt – eine eher monologische Form des Ausdrucks. Gedruckte wissenschaftliche Beiträge machen es schwierig  dem „Thread”, in dessen Zusammenhang sie möglicherweise stehen, zu folgen. In den Beiträgen selbst ist die Erarbeitung und Weiterentwicklung von Themen und Inhalten meist nur sehr indirekt und über aufwändige Bibiliotheks- und Zeitschriftenrecherchen nachzuverfolgen. Die persönliche Äußerung steht stark im Vordergrund, auch wenn über die Einarbeitung von Forschungsliteratur ein konsistenter und verzweigter Diskussionsfaden dargestellt wird, der jedoch frühestens in einer Neuauflage aktualisiert werden kann und zudem die meisten der Rezipienten aus dem Diskussionprozess ausschließt. Klassische (Bildungs- und Sozial)Forschung ist eine sehr egomane Veranstaltungen, es entstehen akademische „Geheimgesellschaften”, die auf Beiträge außerhalb ihrer geschlossenene Zirkel nicht besonders achten.

Wie austauschbar doch die Begrifflichkeiten sind; wie einfach es ist, die Kritik umzudrehen. Ich will hier nicht zynisch sein, ich will zum Nachdenken anregen, ob die wissenschaftliche Erforschung öffentlicher Denkprozesse nicht zunächst mit einer klaren Reflexion dessen einhergehen müsste, was sich hier zur Zeit am verändern ist, statt aus scheinbar eindeutigen, aber letztlich die Strukturen der Vernetzung nicht einholen könnenden, Analysen von Blogkommentaren Rückschlüsse zu ziehen, die den Erfahrungen der in vernetzten Strukturen arbeitenden Personen zumindest in weiten Teilen zuwider laufen.

Und außerdem (mit Dank an Michael Wald):

Nachtrag, 16.02.2010: Rolf Schulmeister hat mit Bezug auf die Diskussion um seinen Aufsatz und mit Bezug auf die 1. Etherpaddiskussion (die 2. läuft wohl wesentlich sachorientierter), eine Replik verfasst, die hier als PDF vorliegt, die zu lesen ich sehr empfehle.

  1. Leggewie, Claus (2006). Politische Beteiligung, bürgerschaftliches Engagement und das Internet. In- terview der Stiftung digitale Chancen, 21.07.06 []
  2. Schulmeister, Rolf (2000). Zukunftsperspektiven multimedialen Lernens. In: K.-H. Bichler/W. Matt- auch. Multimediales Lernen in der medizinischen Ausbildung. Springer: Heidelberg. []
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Thema: Bildung, Lernen und Lehren, Medien, Positionen, Pädagogik, Schlüsselkompetenzen, Unterricht, Web 2.0, Wissenserwerb, lernen, vernetzen | Kommentare (24) | Autor: Herr Larbig

Vernetzen – eine Kunst für sich

Montag, 8. Februar 2010 19:14

Es ist Zeit, meine eigenen Erfahrungen mit sozialen Netzwerken einmal in den Blick zu nehmen. Die Frage lautet: Wie baue ich mir ein soziales Netzwerk auf, das diesen Namen auch verdient.

Der erste Schritt in diesen Überlegungen: Was verstehe ich unter einem sozialen Netzwerk?

Es ist scheinbar so einfach, sich mit Menschen im Netz zu verbinden. Auf Twitter „followen“ Twitterer einander „einfach“, auf Facebook „freunden”  sich Mitglieder „einfach“ so an, schauen vielleicht, wer da als „gemeinsamer Freund“ bei einem potentiellen Vernetzungskandiaten angegeben ist – und fertig. Darüber hinaus gibt es in vielen Fällen RSS-Feed-Leselisten in „Newsreadern“, die automatisch darauf hinweisen, wenn in einem der gelesen Blogs oder auf einer der gelesenen Websites etwas Neues passiert. Möglicherweise ergeben sich dann Diskussionen über Blogs hinweg, die oft nur von anderern Mitgliedern im eigenen Netzwerk überhaupt noch einigermaßen angemessen wahrgenommen werden können.

Das alles ist noch kein soziale Netzwerk – oder zumindest nur ein soziales Netzwerk in seinen Grundzügen.

Ein soziales Netzwerk hat mehr mit der Qualität der Nutzung der via Internet verfügbaren Ressourcen zu tun als mit der Menge der Kontakte.

Für mich ergibt sich daraus die erste Hypothese:

Soziale Netzwerke sind zielgerichtet und themenorientiert oder es ensteht kein Netzwerk, sondern ein Gewirr von lauter offenen Enden, ein unheimlich lautes Geschnattere, ohne Konzentration auf Inhalte.

Kontakte müssen „geknüpft“, die Fäden miteinander verbunden werden, damit ein Netzwerk für alle daran Beteiligten ein Gewinn ist, ohne dass sich das Netzwerk in sich verschließt und nach außen abgeschlossen ist, da sonst eine qualitative Erweiterung des Netzes, was natürlich auch eine quantitative Erweiterung mit sich bringt/bringen kann, nicht möglich ist.

Um solche Verknüpfungen zu erreichen, muss es Fäden der eigenen Netzpräsenz geben, die überhaupt miteinander verbunden werden können. Dabei kann es sich durchaus um unterschiedliche Fäden handeln, aber eine grundlegende Ausrichtung der Arbeit am eigenen Netzwerk ist notwendig.

Ja, das Web 2.0 ist Arbeit, wenn es etwas anderes als eine belanglose Spielerei sein soll. Doch wer in diese Arbeit investiert, kann durch sie enorm bereichert werden – auch hinsichtlich konkreter Begegnungen mit interessanten Menschen, die ohne das „Netzwerken“ wohl  nicht in dieser Intensität möglich wären.

Diese Arbeit besteht folgenden Arbeitsbereichen:

  1. Zunächst gilt es, die Frage zu beantworten, ob ich mich vernetzen will oder nicht. Diese Frage kann durchaus unterschiedlich beantwortet werden. Ich gehe jetzt einmal von meinem Fall aus und somit von einer positiven Beantwortung der Frage.
  2. Fast ebenso wichtig wie die erste Frage ist die zweite: Wie trete ich im Netz auf? Als reine Privatperson, als Profi in bestimmten Arbeitsbereichen, in einer Mischform aus beidem? – Ein „Ich lege einfach mal los, der Rest wird sich dann schon ergeben” ist zwar auch ein Ansatz, doch sollte bei ihm nie vergessen werden, dass das Gedächtnis des Netzes sehr lang ist: Einmal etwas veröffentlicht, kann es von jedem gefunden werden, der weiß,  wie man mit Suchmaschinen und Verlinkungsstrukturen im Netz an Informationen herankommen kann, die irgendwo öffentlich zugänglich im Netz liegen.
  3. Zu einem Netzwerk gehören mehrere Personen. Um also mit dem Netzwerken zu beginnen, muss einerseits Content angeboten werden (z. B. durch das Führen eines Blogs) und andererseits der Content anderer, für mein Netzwerk interessantere Personen, wahrnehmbar rezipiert werden. Wahrnehmbar wird eine solche Rezeption z. B. durch Kommentare zu Beiträgen, durch Verlinkung zu Beiträgen, durch Verweise zu Beiträgen via Twitter, Facebook etc. – Das klingt anspruchsvoller als es ist. In den meisten Fällen sind Menschen in Netzwerken nämlich relativ freundlich zueinander (so es thematisch und somit an einer Sache interessierte Netzwerke sind) und nehmen angebotene Gesprächsfäden gerne auf, was in vielen Fällen zu echten Bereicherungen aller Beteiligten führt.
  4. In sozialen Netzwerken gilt es, offensiv und zielorientiert zu „folgen“ und ebenso repressiv die „Schmarotzer“ im Netz möglichst aus dem eigenen Netzwerk draußen zu halten. Was heißt das konkret: Offensiv folgen heißt, dass ich, zumindest auf Twitter, jedem, der irgendwie an meinen Themen dran ist folge. Das können ganz unterschiedliche Menschen sein: Da sind Senioren, die sich für Bildungsfragen interessieren; da sind Journalisten, die sich mit Fragen der Schulentwicklung befassen; da sind Lehrer und Lehrerinnen, da sind Hochschullehrer und -lehrerinnen, die nicht nur in erziehungswissenschaftlichen oder an der Lehrerausbildung beteiligten Fakultäten arbeiten, sondern möglicherweise auch im Bereich Programmierung, digitale Medien…, da sind Eltern, die an Bildungsfragen interessiert sind usw. – Andererseits gibt es Leute und Firmen, die erst einmal allem und jedem folgen, der oder das ihnen begegnet, immer in der Hoffnung, dass ihnen auch zurück gefolgt wird, was überraschend gut zu funktionieren scheint. Followerlisten auf Twitter, die zahlreiche solcher „Verfolger“ beinhalten, wirken auf mich ungepflegt und beliebig, sodass ich bereits hier den Eindruck gewinne, dass diese Person nicht sonderlich aktiv ihr Netzwerk pflegt.

Daraus ergibt sich meine zweite Hypothese:

Netzwerke müssen offensiv gepfelgt werden. Einerseits müssen aktiv Kontakte aufgebaut werden, die in meinen Augen zumindest immer auch theoretisch zu persönlichen Begegnungen führen können und potentiell einander etwas zu sagen haben. (Wenn mir zum Beispiel jemand folgt, der erkennbar kein Deutsch kann und meine Beiträge in Netzwerken entsprechend gar nicht verstehen dürfte, neige ich dazu, diesen Knoten schnell zu kappen.) Andererseits gilt es,  das eigene Netzwerk nicht mit heißer Luft (Spam-Followern) aufzublasen. Natürlich ist es bei Twitter relativ einfach, auf 1000 Follower zu kommen, das wird aber oft mit einem schlechten Verhältnis von Quantität und Qualität bezahlt. Ich habe jetzt ca. 350 Follower auf Twitter – und meiner Rechnung nach mind. 700 Follow-Versuche durch Blocken des Kontaktes unterbunden, denn ich brauche keine Leute als Follower, die die „besten Sonderangebote“ im Netz twittern oder Dauerwerbekanäle für Firmen, Produkte und Dienstleistungen sind, die jenseits meiner eigenen Interessen liegen.

Das klingt jetzt viel restriktiver, als es gemeint ist. In der Regel freue ich mich nämlich über jede und jeden, der oder die meint, meine Beiträge in einem Netzwerk könnten ihn oder sie bereichern – und umgekehrt ist es meist auch so. Diese Zahlen kommen vor allem deshalb zustande, weil es so unglaublich viele Spammer in Netzwerken gibt. Und ja: Es ist Arbeit, diese heraus zu filtern, um das eigene Netzwerk gepflegt und „aufgeräumt“ zu halten. Aber diese Arbeit wird durch die Qualität dessen, was an Input über das Netzwerk bei mir anbekommt, belohnt.

Was hier jetzt wie ein Schritt-für-Schritt-Prozess aussehen mag, geschieht in Wirklichkeit gleichzeitg:

Content verfügbar machen, Verlinkungen aktiv pflegen, das Netzwerk erweitern, anderen Content rezipieren, das Netzwerk pflegen, Content verfügbar machen usw.

Doch ein Netzwerk ist an sich noch kein Zugewinn, wenn es nicht um Inhalte geht. Und die Rezeption von Inhalten ist ein anstrengendes Geschäft. Nicht jede ins Netzwerk eingespeiste Information ist für mich interessant. Und angesichts der Fülle der Informationen bedarf es einer Art „inneren Redakteur“, bedarf es der Übung, schnell entscheiden zu können, welche Informationen für mich bedeutsam sein können und welche nicht. Und das wird oft in Sekundenbruchteilen entschieden, denn mein Netzwerk ist eine Freizeitbeschäftigung, so sehr sie beruflich relevant ist. Und diese Zeit aus dem Freizeittopf muss, da ich ja auch noch ein Privatleben jenseits digital vernetzter Strukturen lebe, beschränkt sein. Die zum Filtern notwendige Kompetenz wird durch Übung erworben. Sehr schnell habe ich gelernt, welche Contentproduzenten solche Inhalte zur Verfügung stellen, die für mich interessant sein können und welche Inhalte ich nur dann intensiv rezipiere, wenn ich mehr Zeit habe, weil diese zwar interessant, aber nicht unbedingt für mich interessant sind.

Daraus ergibt sich die dritte Hypothese:

Die effektive Arbeit in Netzwerken bedarf der Filterstrategien, um in der Fülle der Informationen den Überblick nicht zu verlieren und darüber hinaus die Zeit für echte Rezeption zu haben. Es ist wie bei Büchern: Um etwas zu lernen, reicht es nicht, Zugriff auf sie zu haben, sondern es muss auch die Zeit aufgebracht werden, die das Gehirn zum Verstehen und zur Integration oder auch Veränderung bestehender Denkstrukturen braucht.

Wenn diese Kompetenzen erst einmal erworben sind, kann ein Netzwerk über sich selbst hinaus erweitert werden. Es können Netzwerke in anderen Interessensgebieten mit dem „Hauptnetzwerk“ verknüpft werden. An diesem Punkt bin ich jetzt gerade angelangt, wenn ich auch Content aus mehr privaten Interessensgebieten (z. B. Podcasts) in mein Hauptnetzwerk über Twitter oder Facebook „einspiele“, so sehr die Grenzen der Interessen da auch fließend sind.

Für mich haben sich so neue Kontakte ergeben, die überraschend häufig auch am Content meines Hauptnetzwerkes interessiert sind und zu den dort reflektierten Gebieten etwas beitragen können.

Aber auch hier gilt: Die zeitlichen Ressourcen, die ich für digitale gestützte Vernetzung aufzubringen bereit bin, sind (selbst)beschränkt.

Was für ein Aufwand! Ich wäre schon längst ausgestiegen, wenn das Ergebnis nicht so enorm bereichernd wäre, auf allen Ebenen: Auf der fachlichen Ebene ist das vernetzte Arbeiten eine kontinuierliche Fortbildung; auf persönlicher Ebene habe ich interessante Menschen kennen gelernt – und ganz nebenbei habe ich gelernt, wie soziale Netzwerke etwas anderes als „Klowände des Internets“ sein können.

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Thema: Kommunikation, Lebenshilfe, Medien, Medienkompetenz, Schlüsselkompetenzen, Web 2.0, Wissenserwerb, lernen, vernetzen | Kommentare (2) | Autor: Herr Larbig

Kompetenzenorientierung im Unterricht? Ein Beispiel

Montag, 25. Januar 2010 0:02

Seit einiger Zeit befasse ich mit Audioboos. Und seit ein paar Tagen gibt es jetzt auch welche zum Anhören. Dazu habe ich hier ja schon was gesagt.

Nun ist mir aber aufgefallen, dass diese Audioboos als ein Beispiel für die Rede von „Kompetenzen“ darstellen können, die oft und ausführlich in der heutigen Bildungslandschaft anzutreffen ist. Auch dazu habe ich mich schon geäußert. In diesem älteren Beitrag legte ich Wert darauf, dass Inhalt und Kompetenzen, dass Wissen und Kompetenzen zusammengehören und eben nicht davon ausgegangen werden kann, dass nun plötzlich irgendwelche Fähigkeiten das Wissen ersetzen sollen. Im Gegenteil: Ein recht verstandener Kompetenzenbegriff erweitert gleichzeitig das Wissen desjenigen, der sich die Kompetenzen aneignet

Mein Beispiel hier ist die Arbeit mit Audiodateien. Die Kompetenz als Ziel in einem Lernzusammenhang könnte wie folgt formuliert werden:

Der Lernende ist in der Lage, mithilfe der ihm verfügbaren technischen Möglichkeiten Audiodateien zu erzeugen und zu veröffentlichen. Diese Audiodateien haben einen relevanten Inhalt.

Das klingt erst einmal sehr pauschal und ist im Grunde noch wenig differenziert, was die eigentlichen Herausforderungen betrifft, mit denen ein Lernender in diesem Falle konfrontiert ist. Die hier einmal beispielhaft formulierte Kompetenz kann nämlich auf ganz unterschiedlichem Niveau umgesetzt werden.

  1. Der Lernende nimmt z. B. die Audioboo-App, spricht kurz und assoziativ etwas zu einem Thema ein, fügt ein Foto hinzu und lädt das Ganze hoch. Fertig.
  2. Der Lernende schreibt ein Manusskript für einen Audiobeitrag, liest dieses als Audiodatei ein und lädt sie bei Audioboo hoch.
  3. Der Lernende entwickelt in Form von Stichworten ein Grundstruktur der Inhalte und des Verlaufs einer Aufnahme und spricht diese, seinen Notizen folgend, ein und lädt sie auf eine vorgefertigte Plattform hoch. (Neben audioboo sei hier z. B. noch audiyou.de genannt)
  4. Der Lernende produziert einen Beitrag und bearbeitet diesen in einer Software wie audacity nach. Der Beitrag wird geschnitten, gegebenenfall wird die Qualität der Aufnahmen über Filter optimiert. Anschließend wird der Beitrag im Netz zur Verfügung gestellt.
  5. Der Lernende spricht einen Beitrag zu einem Thema frei und konsistent ein, da er sich mit dem Thema im Vorfeld intensiv beschäftigt hat und sich dementsprechend so gut auskennt, dass freies Sprechen zum Thema möglich ist. Zudem ist der Lernende in der Lage, darüber zu entscheiden, ob eine Aufnahme nachbearbeitet werden muss und kann diese Nachbearbeitung auch angemessen durchführen, um dann zu entscheiden, auf welcher Plattform und in welchem Kontext diese Aufnahme zur Verfügung gestellt wird. Dabei wird bevorzug eine Plattform gewählt, die eine Diskussion zu dem Beitrag ermöglicht. Diese Diskussion wird gegebenenfalls intensiv wahrgenommen und trägt zur Reflexion der eigenen Arbeit bei.

Es gäbe sicher noch Zwischenstufen zu den hier genannten Kompetenzstufen. Diese seien als Beispiel genannt, das sicher noch verbesserungsfähig ist, wenn es bis in die letzten Details dann auch diskutiert und angepasst würde.

Die genannte Komptenzstufen setzen unterschiedliches Wissen voraus, die ihr Erreichen ermöglichen. Was aber muss gewusst werden:

  1. Je besser sich der Lernende in den Inhalten auskennt, zu denen er einen Hörbeitrag konzipiert und produziert, um so freier kann der Text eingesprochen werden ohne nur rein assoziativ zu sein. Der Inhalt des Hörbeitrages hängt also zentral von dem ab, was klassischerweise als Wissensbestände der Bildung angesehen wird. Diese Wissensbestände werden klassischerweise vor allem mit schriftlichen Anwendungskompetenzen verbunden (Klassenarbeiten, Refereate [die verlesen werden]). Andere Kompetenzbereich werden in der Regel alleine auf die Inhalte hin abgestimmt und sind als Methoden im Unterricht vor allem für das Erreichen didaktischer Zieler eingesetzt, ohne selbst in allen Fällen eigenständig in dem Zusammenhang reflektierte Kompetenzen zu sein.
  2. Neben das „klassische“ Wissen aus einem Fach wird in dem hier vorgestellten Beispiel Wissen und Kompetenz in einem zweiten Bereich verlangt, der mit den Inhalten verbunden ist. Es soll eine Höraufnahme produziert werden. Neben den fachlichen Inhalten, gilt es, an dieser Stelle auch Wissen über eine und die Fähigkeit beim Umgang mit einer medialen Form zu erwerben und anzuwenden, wobei das Ziel eine Veröffentlichung ist. Die Methode dient also nicht nur didaktischen Zwecken und somit zum Erlangen des Wissens, sondern ist als Kompetenz selbst noch einmal Wissen generierend. Hier wird also die fachliche Seite mit einer medienpädagogischen Seite verbunden, die über das Fachwissen hinaus Kenntnisse (Wissen!) ermöglicht, die selbst wieder reflexiv werden können (Wie werden Rundfunkbeiträge gemacht? Was sind technische Voraussetzungen? Welche Verkürzungen sind da nötig? Woran kann man hören, ob ein Sprecher im Radio weiß, wovon er spricht? Sind Produktionen aufwendig oder eher einfach? Über welche Kanäle kann Aufmerksamkeit gewonnen werden? Wie geht das? Was ist beim Mikrofonsprechen anders als beim normalen Sprechen…)

Häufig wird in der Kompetenzendiskussion als Beispiel zur Diskreditierung der Denkweise angeführt, dass Schüler und Schülerinnen nun lernen sollten, wie man einen behördlichen Fragebogen ausfüllt. Würde Kompetenzenorientierung im Unterricht alleine auf so etwas hin ausgerichtet sein, so wäre es sicher angebracht, diese Ausrichtung von Schule und Unterricht selbst kritisch zu hinterfragen. Wenn aber anhand eines solchen behördlichen Fragebogen die Hintergründe der Fragen, der Grund und Art der Weiterverarbeitung der gemachten Angaben und die Konsequenzen aus möglichen Entscheidungen, die dann getroffen werden, mit thematisiert werden, dann wären wir schon bei einem an Inhalten und Kompetenzen interessiertem Unterricht, der Wissen mit Relevanz zu verbinden vermag – und somit zu einem umfassenderen, integrierteren und womöglich auch über einen Leistungsnachweis hinaus reichenden Wissen führen kann.

Das klingt erst einmal nach einem problemorientiertem Unterricht. Es unterscheidet sich von diesem insofern, dass problemorientierter Unterricht sich oft an rein inhaltlichen Problemen orientiert und Wissen von einer anwendungsorientierten Problemorientierung unter Umständen abtrennt.

Diese Gefahr besteht übrigens auch im Kontext der Kompetenzenorientierung von Unterricht, wenn die Kompetenzen rein inhaltlich gedacht werden. Dann könnte man z. B. als Kompetenz formulieren, dass ein Schüler oder eine Schülerin in der Lage ist, einen Text angemessen zusammenzufassen, ohne dass damit auch schon klar ist, wozu man diese Kompetenz braucht, außer zur Erreichung einer möglichst guten Note in einer Leistungsüberprüfung.

Es will mir so scheinen, als ob Kompetenzenorientierung eigentlich immer zwei Bereich miteinander verbinden muss, die einerseits stark inhaltlich orientiert sind, andererseits aber auch Wissen und Kompetenzen in einem zweiten Bereich verlangen. Im hier angeführten Beispiel müsste man also nicht nur inhaltlich fit sein, sondern auch im Bereich des Wissens um die Produktion von Hörtexten, Hörspielen, Hörcollagen oder was sonst noch alles im Audiobereich gemacht werden kann.

Hilfreich könnte es dabei zudem sein, wenn Kompetenzen nicht nur intern erworben werden, sondern immer mal wieder darauf hin angelgt sind, dass die entstandenen „Produkte“ selbst relevant werden, in dem sie eine gewisse Öffentlichkeit erlangen. Das kann eine Ausstellung in der Schule sein, ein Theaterabend, eine Lesung, Präsentation naturwissenschaftlichen Wissens im Rahmen von Tagen der offenen Tür, ein Wettbewerb oder aber auch im Kontext des Internets.

Bleibt die Frage, ob auf diesem Wege dann nicht zu viel Zeit mit Nebenschauplätzen verbracht werden muss, die dann für die Erfüllung des Lehrplans fehlt. Diese Frage muss in vielen Fällen wohl leider nach wie vor mit „Ja“ beantwortet werden. Viele Lehrpläne sind so voll, dass schon das Erreichen der fachlichen (inhaltlichen) Ziele oft unter großem Zeitdruck steht, was durch standardisierte, zentral vorgegebene Prüfungen noch verstärkt wird. Dies führt dann dazu, dass Schülerinnen und Schüler unter Umständen viel Wissen, dieses Wissen aber nicht mit anderem Wissen zu verknüpfen vermögen, dieses Wissen nicht praktisch relevant werden lassen können, was durchaus manchmal schon dort beginnt, wo es „nur“ um eine schriftliche Reproduktion von Wissen und den Transfer dieses Wissen auf einen anderen inhaltlichen Bereich geht.

Hier müssten die zur Zeit in einigen Bundesländern in der Entwicklung seienden kompetenzenorientierten Lehrpläne neue Möglichkeiten schaffen, in dem sie nicht nur Inhalte vorgeben, sondern auch eine Auswahl an möglichem „Sekundär-” (=Anwendungs-)Wissen mit den Inhalten verbinden. Hier böten sich auch neue Möglichkeiten des fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichts.

Vorläufig ergibt sich für mich dann folgende Beschreibung dessen, was mit kompetenzenorientiertem Unterricht gemeint sein kann:

An Kompetenzen orientierter Unterricht ist gleichzeitig Fachunterricht (Inhaltswissen) und auf Anwendbarkeit hin orientierter Unterricht, wobei die für Anwendungen notwendigen Kenntnisse (Inhalte) über die fachlichen Inhalte hinaus zu erwerben sind. Damit ist nicht gemeint, dass ein solcher Unterricht alleine auf berufliche Anwendbarkeit hin ausgerichtet ist. Die Verbindung von fachlichem Wissen und der kompetenten Anwendung des Wissens schließt die kritische Reflexionsfähigkeit gegenüber der Anwendung und den Inhalten mit ein.

Für den Deutschunterricht könnte dies beispielsweise folgendes heißen:

1. Schüler und Schülerinnen erwerben nicht nur Kenntnisse in Rechtschreibung und Grammatik, sondern Wissen darüber, wie mit Hilfe dieser Kenntnisse wirkungsvolle Texte verfasst werden können.

2. Es geht nicht nur um einen literarischen Text, um Textanalyse, Stilanalyse und Interpretation, sondern auch um die Frage der wirkungsvollen Präsentation solcher Ergebnisse und somit auch um die Wissensbestände, die zum Erreichen der gewählten Präsentationsform notwendig sind. Diese unterscheiden sich, wenn es um eine Ausstellung, eine Lesung, eine Aufführung oder auch um eine Audioproduktion geht.

Dabei geht es im Übrigen nicht darum, neben die fachliche Kompetenz Methodenkompetenz zu stellen, sondern um die Verknüpfung dieser beiden Bereiche auf Relevanz hin.

Für die oben genannten Audioproduktionen heißt das konkret:

1. Fachkenntnis, Fachkenntnis, Fachkenntnis.

2. Wissen über Mikrofonsprechen und Wissen über das (freie) Sprechen überhaupt. Hier geht es also schon in den Bereich der Rhetorik, der in vielen Bildungsprozessen meiner Wahrnehmung nach selten explizit und vor allem zur Praxisreflexion befähigend aufgegriffen wird.

3. Wissen über die Rezeption von Audioaufnahmen (Radio)

4. Fähigkeiten im Umgang mit Audioschnittsoftware.

5. Kenntnisse über mögliche Verbreitungswege und die Fähigkeit, diese kritisch daraufhin zu reflektieren, welche Verbreitungswege für die eigene Produktion sinnvoll sein kann und welche eher nicht.

6. Fähigkeit zur Entwicklung von Kritierien, die die Qualität einer entstandenen Audioaufnahme zu beurteilen in der Lage sind.

7. All das, was ich hier jetzt unberücksichtigt gelassen habe.

Ein solcher an Kompetenzen orientierter Bildungsprozess ist ein hochdynamischer Bildungsprozess, der zahlreiche Verbindungslinien zwischen den bislang oft unverbunden nebeneinander her laufenden Fächern schafft, nutzt und integrierte Wissensbestände ermöglicht, die auf Zusammenhänge hin ausgerichtet sind.

Und ganz „nebenbei“ könnte auf diesem Wege ein neues Verständnis von Allgemeinbildung entstehen, das dann nicht mehr zuerst als ein eher lexikalisch ausgerichtes Wissen verstanden wird, wie es die vielen Wissenquizsendungen im Fernsehen heute tun, sondern auf die Fähigkeit, das vorhandene Wissen auf der Basis seiner Verknüpfbarkeit und Anwendbarkeit hin fruchtbar werden zu lassen, für sich selbst aber auch in funktionalen Zusammenhängen, wie beispielsweise im Beruf. [1]

Zugegeben: Guter Unterricht wird auch schon heute so ausgerichtet sein, wie ich es hier beschrieben habe – im Rahmen der engen zeitlichen Grenzen, die die gegenwärtigen Lehrpläne mit sich bringen. Es gilt, die Kritierien für solchen guten Unterricht in das System selbst organisch einzubinden. – Ein so verstandener Kompetenzenbegriff könnte meines Erachtens das deutsche Bildungssystem qualitativ sehr bereichern. Oder habe ich da falsche Fantasien?

Haben Sie Beispiele aus der Praxis, in der solche Verknüpfungen von Wissensbeständen stattfinden, wie ich sie hier beschrieben habe? Haben Sie Ideen, die meine Überlegungen ergänzen? Oder sehen Sie das alles ganz anders? Gerne können Sie die Kommentarfunktion dieses Artikels nutzen, um miteinandern und mit mir in eine konstruktive Diskussion zu kommen.

  1. Ich warte auf die Quizsendungen, in denen genau diese Kombination von Wissensbeständen aus unterschiedlichen Bereichen ins Zentrum gestellt würde, in denen man nicht mehr aus einer Reihe von Antworten die richtige auswählen, sondern konkret Wissen anwenden muss um zu zeigen, dass man wirklich gebildet ist. []
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Thema: Bildung, Medien, Mediendidaktik, Medienkompetenz, Positionen, Pädagogik, Schlüsselkompetenzen, Wissenserwerb, lernen | Kommentare (1) | Autor: Herr Larbig

Prof. Dr. Martin ist pensioniert und wird noch immer klüger…

Dienstag, 19. Januar 2010 23:07

Prof. Dr. Jean-Pol Martin war Lehrer und Prof. für Französischdidaktik an der Universität Eichstätt. Ein Experte des Lernens, der „ganz nebenbei“ auch noch die Methode LdL entwickelte – ein kluger Mann, der heute von sich sagt, er werde immer klüger.

Was die einen als völlige Reizüberflutung ansehen und als Unüberschaubarkeit des Internets und damit die Verflachung der Gedanken durch das Internet beklagen ist ihm anregende Aktivierung seines Denkens, wie er in diesem Video erzählt:

Und an anderer Stelle berichtet Martin von der Bedeutung der Informationsbearbeitung als Grundbedürfnis des Menschen:

Das beeindruckt mich, denn Jean-Pol Martin weiß, wovon er spricht und – was fast noch wichtiger ist – hat genügend Erfahrungen mit Lernenden, konkret: mit Schülerinnen und Schülern.

Hier ist einer, der nicht im Verdacht steht, ein digital native zu sein, einer, der es gar nicht nötig hat, ein Medium zu verteidigen, dessen bildende Wirkmächtigkeit er Tag für Tag selbst erlebt.

Und da ist einer, dessen Ideen und Gedanken mir wahrscheinlich nicht in der Intensität begegnet wären, wie es vor knapp einem Jahr passiert ist. – Und plötzlich war ich drinnen, in einem Netzwerk von Menschen, die sich leidenschaftlich mit Fragen der Bildung im 21. Jahrhundert befassen, von denen ich sehr viel gelernt habe, mit denen ich kontrovers diskutiere – und denen ich, von wegen Anonymität des Internets, teilweise auch schon persönlich begegnen durfte.

Ohne Internet hätte dieses Netzwerk kaum die Möglichkeiten zu so intensiver Zusammenarbeit, zu so intensivem Austausch, wie ich das immer wieder erlebe. Und gerade Jean-Pol Martin, der auf die schnellen Reaktionsgeschwindigkeiten des Netzes baut, hat hier ein Medium gefunden, auch nach seiner Pensionierung hochgradig aktiv weiter zu denken.

Was also soll die massive Kritik, die der Einsatz des Internets und anderer digitaler Medien in Lernzusammenhängen nach wie vor auszulösen vermag?

Ist es „nur“ die übliche Kritik, die jede Medienrevolution begleitet? Die Schrift wurde von Sokrates kritisiert; Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks löste Skepsis aus; die Beat-Musik wurde kritisch beäugt; das Fernsehen wurde zum Weltuntergangsmedium gekürt; das Aufkommen von tragbaren Kassettengeräten mit Kopfhörern löste die Furcht einer ertaubenden Generation aus – und nun stehen eben das Internet und der massiv wachsende Einsatz digitaler und vor allem auch mobiler Geräte im Fokus der im Grunde seit über 2000 Jahren immer gleichen Kritik.

Ist es eine substantielle Kritik? Eine solche setzt eine echte Kritik im philosophischen Sinne voraus, die nicht darin besteht, etwas, das ist, pauschal zu verneinen, sondern dort ihren Ort hat, wo differenziert die Möglichkeiten und Grenzen von etwas Seiendem ausgelotet werden. Eine solch differenzierende Kritik, die letztlich einen Zugewinn an kompetentem Umgang mit z. B. einem Medium bedeutet, sehe ich viel zu selten.

Das mag einer der Gründe sein, warum so viele, die sich kritisch und praktisch mit digitalen Medien befassen, gerne mal als Geeks, mal als Freaks oder gar als Nerds angesehen werden.

Vor diesem Hintergrund finde ich Jean-Pol Martins Statement bemerkenswert, in dem er bekennt, dass das Internet ihn nicht dümmer gemacht habe, sondern Tag für Tag klüger werden lässt. Und dabei bezieht er sich vor allem auf die Inhalte des Netzes, spricht er nicht einmal von all den Kompetenzen, die sich jeder (fast nebenbei) aneignet, der sich der produktiven Nutzung dieser „neuen“ Medien bedient.

Spannend finde ich ihn diesem Zusammenhang, dass ich vor kurzem in einem Aufsatz eines Schülers las, dass er der Meinung sei, dass Jugendliche sich deshalb so intensiv den Medien aussetzen, weil sie lernen wollen, weil sie diese Medien verstehen und nutzen wollen. Und darin, so der Schüler weiter, läge auch ein Grund dafür, dass Jugendliche so gerne ständig die neuesten Geräten haben wollten: Die Entwicklung geht so schnell voran und sie haben so vieles zu entdecken.

Was vielen Jugendlichen aber fehlt – und in meinen Augen ist das ein wichtiger Grund für manche, von mir gar nicht in Frage gestellte, Fehlentwicklung  –, sind Leute, die selbst höchst produktiv mit Computer, vernetzten Strukturen und somit auch dem Internet umgehen und so zeigen, wo das eigentlichen Lernpotential im Umgang mit digitalen Medien liegt.

Und dann ist es letztlich nicht das Internet, das zu Unübersichtlichkeit und Verflachung von Gedanken führt. In einer Studie, die gerade erst bekannt wurde, wurde (ohne dass mich das Ergebnis überrascht hätte) dargestellt, dass genau dort, wo diese Phänomene kritisch begleitet werden könnten, um so zu einem kompetenteren Umgang mit Computer und Internet zu kommen, diese Beschäftigung nach wie vor zu wenig stattfindet.

Ein Grund liegt sicher in der nach wie vor vorhandenen Situation, dass der Einsatz von Computern als Bildungsinstrument von der Infrastruktur in Schulen erschwert wird: Da gibt es PC-Räume, die gebucht werden müssen, so sie nicht schon belegt sind, aber keine PCs in den „normalen“ Klassenräumen. Da gibt es Lehrende, die selbst erst wieder zu Lernenden werden müssen, um selbst in der Lage zu sein, digital gestützte Lernprozesse zu begleiten und, diese Zahl der Studie finde ich besonders spannend, nur 15% der Jugendlichen dürfen diese infrastrukturellen Gegebenheiten durch das Mitbringen eigener digitaler Arbeits(!)instrumente selbstbestimmt verbessern.

Und nun kommt da ein „alter“ Bildungshase wie Jean-Pol Martin und sagt, dass ihn das Internet Tag für Tag klüger mache und – das ergänze ich jetzt aus eigener Beobachtung – gleichzeitig genau mit dem versieht, was in der heutigen Bildungsdebatte ganz oben auf der Agenda steht: Handlungskompetenzen.

Mir geben diese Zusammenhänge viel Stoff zum Denken.

Wie denken Sie darüber? Was denkst du darüber? Mithilfe der Kommentarfunktion zu diesem Artikel, können Sie / kannst du hier selbst das Vernetzen ein klein wenig üben und jeden, der es mag, an Ihren / Deinen Gedanken zum Thema teilhaben lassen.

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Thema: Bildung, Kommunikation, Kompetenzenförderung, Medien, Mediendidaktik, Medienkompetenz, Medienkritik, Positionen, Pädagogik, Schlüsselkompetenzen, Unterricht, Web 2.0, Wissenserwerb, lernen, vernetzen | Kommentare (14) | Autor: Herr Larbig

Ressourceneinsatz und mediale Vermittlung – oder: Müssen es immer Videos sein?

Montag, 4. Januar 2010 2:43

Der 200. Artikel auf herrlarbig.de :-) 

Vorspann: Dieser Beitrag ist einerseits von einer über mich gekommen Aufforderung zur Produktion von Videos motiviert (und steht  erst einmal an Stelle der gewünschten Videoantwort), andererseits geht er aber über die Reflexion dieser Aufforderung hinaus auf ein paar grundsätzliche Fragen des Umgangs mit Video und anderen Medien ein. Diejenigen, die einen inhaltlichen Beitrag zur Gestaltung der „Bildungsreporter“ erwarten, mögen diesen Beitrag als eine Reflexion auf die Form, in der das Projekt inhaltlich und formal gestaltet werden könnte nehmen (am Ende sage ich dann auch noch etwas zu meinen Vorstellungen der Ausgestaltung des Projektes „Bildungsreporter”); alle anderen mögen ihn als Reflexion über die von mir beobachtete Videomanie im Netz der Gegenwart lesen.


Welche Mehrwert hat es eigentlich gegenüber einem geschrieben und im Netz veröffentlichtem Text, wenn die Kanzlerin Woche für Woche eine Videobotschaft in die Welt setzt? Was ist der Sinn, wenn sich Menschen vor eine Videokamera stellen und erzählen, was ihnen gerade durch den Kopf geht? Könnten sie das nicht auch in einem Blog einfach notieren?

Videos sind gerade sehr hoch angesehen und als ich vor kurzem das Einleitungsvideo zu dem Projekt „Bildungsreporter” sah, wurde auch ich mit der Aufforderung konfrontiert, doch bitte eine Videoantwort zu erstellen. Also nahm ich meine erst kurz zuvor angeschaffte Miniatur-HD-Videokamera und begann damit, erste Erfahrungen mit Videos zu machen. Ich versuchte sogar, einfach mal so eine Videoantwort zu produzieren – und habe davon ganz schnell wieder Abstand genommen.

Dennoch weitet sich mein medialer Blick in der Beschäftigung mit einem für mich bislang eher neuem Medium. Bisher hatte ich Erfahrungen mit dem Schreiben von Texten, mit Fotografie, mit dem Erstellen von Audioaufnahmen, aber eben nicht mit audiovisuellen Formen. Die Beschäftigung mit diesen ist für mich sehr spannend geworden, auch, weil sie für mich medienpädagogisch, mediendidaktisch, medientheoretisch und medienkritisch äußerst fruchtbar scheint.

Meine erste Erfahrung: Videos brauchen sehr viel Speicherplatz, sind also alles andere als triviale Produkte, wenn es um vernetzte Strukturen geht, setzen sie doch schnelle Internetverbindungen für die Verbreitung ebenso voraus, wie ausreichende Rechenkapazitäten eines Computers bei ihrer Erstellung. Es handelt sich also um eine Form medialer Vermittlung, die enorme Ressourcen braucht. Um einen Vergleich zu bemühen: Mir kommt die Nutzung von Video für die Vermittlung von Textbotschaften mit Einblendung der sie sprechenden Person im Vergleich zu einer schriftlichen Fassung, der man vielleicht ein Foto der Person beifügen kann, die sie geschrieben hat, so vor, wie die Nutzung von ca. einer Tonne Stahl, um eine 75 Kilogramm schwere Person in einem Auto durch die Straßen fahren zu lassen. Diese Nutzung von Ressourcen hat zu enormen Problemen u. a. bei der Stadtgestaltung, der Zerschneidung von Landschaften für Fahrwege und vor allem in ökologischer Hinsicht geführt.

Und nachdem ich mich auf YouTube nun recht intensiv umgesehen habe, bleibt ein ambivalentes Gefühl zurück: Die meisten der dort eingestellten Videos sind in meinen Augen reine Ressourcenverschwendung, sei es, weil es sich um Videos handelt, auf denen Einzelpersonen zur Welt sprechen, ohne dass es einen triftigen Grund gibt, dies nicht schriftlich zu tun (z. B. weil jemand nur eingeschränkt oder gar nicht die Tastatur bedienen kann, auch wenn in einem solchen Falle, die ressourcensparendere Variante die Audioaufnahme wäre), sei es, weil es sich um Inhalte handelt, die der Fotografie im Urlaub entsprechen, nun aber schnell mal auf YouTube der ganzen Welt gezeigt werden.

Ich weigere mich, diesen Umgang mit Videos pauschal zu verneinen oder gar zu verurteilen, denn natürlich haben Erinnerungsvideos einen individuellen Wert und ich kann es in Sachen Selbstdarstellung und Dokumentation sogar nachvollziehen, dass solche Videos online gestellt werden. Darüber hinaus bilden viele der dort veröffentlichten Videos die Weltwahrnehmung so ab, wie sie heute verbreitet ist, sodass die Videos, so sie denn erhalten bleiben, einen sozialgeschichtlichen Wert haben. (Und davon abgesehen macht das Spiel mit den unterschiedlichen medialen Formen auch unheimlich viel Spaß, was vielleicht schon alleine als Rechtfertigung für deren Nutzung reicht.)

Meine Überlegungen gehen in eine ganz andere Richtung, die zwar durchaus als kritisch distanziert zum von mir beobachteten, weit verbreiteten Umgang mit dem Medium Video gelesen werden kann, ohne dass ich diesen Umgang wirklich negieren will. Meine Überlegungen haben mit dem Zusammenhang von Inhalt und Form zu tun. Damit verbunden ist die Frage, welche Ressourcennutzung für welche inhaltlichen und formalen Zusammenhänge angemessen sein könnte.

Was spricht für Videos? Das Hauptargument, dass mir hier einfällt, besteht darin, dass wir heute weitgehend audiovisuell sozialisiert werden, es vielen Menschen also leichter zu fallen scheint, Inhalte über die Verbindung mit Ton und Bewegtbildern zu erfassen, als über Schrift. Der Mehrwert von Video gegenüber Audio ist einem solchen Kontext die Fixierung der visuellen Aufmerksamkeit auf den Bildschirm, während wir in Sachen Audio eher so sozialisiert sind, dies als ein „Nebenbei-Medium“ zu begreifen, sodass es für mich keine Überraschung ist, dass die Wortbeiträge im Radio immer kürzer werden und die Sender, die umfassende Wortbeiträge liefern eher geringe Einschaltquoten erreichen können.

Video ist also scheinbar das ideale Medium, um größere Zuschauerkreise anzusprechen. An diesem Punkt gilt also: Daumen hoch.

Darüber hinaus bieten die formalen Gestaltungsmöglichkeiten audiovisueller Produkte enorme ästhetische Reize, da in ihnen Inhalte auf mehreren Wahrnehmungsebenen gleichzeitig transportiert werden können, wobei jede der Wahrnehmungsebenen einen eigenen Anspruch erhebt: Bild und Ton ergänzen einander, treten zueinander in Spannung, fordern von jedem, der sich auf dieses Medium einlässt einen doppelten Gestaltungswillen, soll das Resultat nicht an den Möglichkeiten des Mediums vorbei gehen und somit zur Ressourcenverschwendung werden.

Das Musterbeispiel von Ressourcenverschwendung sind für mich alle audiovisuellen Produktionen, bei denen das Bild neben dem Text bzw. Ton keinen Eigenwert hat oder in denen der Text bzw. Ton neben dem Bild keinen Eigenwert hat.

Ein paar subjektive Beispiel für solche misslungenen audiovisuellen Produktionen:

  • An erster Stelle steht für mich das „Wort zum Sonntag“, das jede Woche im Ersten (ARD) ausgestrahlt wird. Hier steht in der Regel eine Person vor einem blauen Hintergrund oder manchmal auch im öffentlichen Raum und spricht. Die Kamera ist, von einigen Zooms oder leichten Perspektivenverschiebungen auf eine Person gerichtet, die spricht und am Ende wird sogar noch darauf hingewiesen, wo man den Text der Sendung beziehen kann. Gerade dieser Hinweis zeigt: Der Text kann gut ohne die verwendeten Bilder stehen.
  • Ähnlich kritisch sehe ich Veranstaltungen, die im Fernsehen laufen, aber gleichzeitig auch im Radio übertragen werden (z. B. Presseclub); reine Wortsendungen (Philosophisches Quartett) etc.

Ähnliche Ressourcenverschwendungen beobachte ich im Radio, wenn jemand eine Stunde lang einen Text verliest, statt frei sprechend einen Gedanken zu entwickeln, wobei ich literarische Lesungen davon ausdrücklich ausnehme, da die sprachliche Gestaltung eines literarischen Textes eine eigene Form der Deutung und Vermittlung eines solchen Textes ist.

Ähnlich unangemessen finde ich es übrigens, wenn jemand schriftlich versucht einen Film wiederzugeben und sich dabei alleine auf die Inhalte beschränkt und den ästhetischen Mehrwert der audiovisuelen Umsetzung völlig außen vor lässt, also im Prinzip zu keinem deutenden Umgang mit dem Gesamtkunstwerk kommt. Doch dieses Problem gibt es ja auch schon beim Umgang mit literarischen Texten, deren formale Gestaltung bei der Rezeption sehr selten wirklich in den Blick genommen wird.

Zurück zu den Videos.

Wenn sich – und damit bin ich wieder bei über mich gekommen Aufforderung, ein Antwortvideo zum Einleitungsvideo der Bildungsreporter zu erstellen – Text und Bild einander ergänzen (bei den Bildungsreportern gelingt die Christian Spannagel und Lutz Berger z. B. durch die teilweise bildlich eigenständige Verwendung des Bahnhofs), dann finde ich Videos gelungen. Wenn aber eine bloggende Person plötzlich vor einer Videokamera sitzt und x Megabyte Datenmaterial erzeugt, indem sie alleine in eine Videokamera spricht, dann frage ich mich wirklich, ob man da nicht ressourcenschonender arbeiten könnte, indem die Gedanken als Text im Blog niedergeschrieben werden oder von mir aus auch als Audiodatei online gestellt werden. (Wenn man natürlich die Inhalte so verpackt, wie es nur per Video geht, weil z. B. eine Puppe spricht oder jemand ein „Antivideo“ dreht, indem er beschriebene Blätter vor die Kamera hält, dann bekommt das Ganze für mich schon wieder einen Reiz.)

Was jetzt wie Kritik und Seitenhiebe gelesen werden kann, ist als solches überhaupt nicht gedacht! Ich habe nämlich genau solche Videos in den vergangen Wochen selbst in Massen produziert und bin dabei auf die Probleme gestoßen, die ich hier jetzt niederschreibe. Ich bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass ich keine Videos produzieren bzw. veröffentlichen will, bei denen das verwendete Medium keinen für mich erkennbaren Eigenwert hat. Und damit bin ich bei der Frage, wann welches Medium eigentlich angebracht ist.

  • Wenn ich rein sprachliche Inhalte vermitteln will, die schriftlich gefasst werden können, ist für mich die Schrift nach wie vor erste Wahl.
  • Audioaufnahmen haben für mich dann ihre Berechtigung, wenn z. B. spontane Gedanken ohne Skript oder max. mittels Stichwortsammlung produziert werden. Ebenso, wenn es um Feldaufnahmen (Geräusche) geht, um Interviews, die als Gespräche wiedergegeben werden sollen etc. Außerdem bietet Audio andere Möglichkeiten der Gestaltung als Schrift, da hier, neben der inhaltlichen Seite die akustische Seite und der Umgang mit ihr als Mehrwert zu gestalten ist. Das sind dann aber auch schon die höheren (anderen) Anforderungen, die akustische Produktionen stellen. Hier kommen formale Gestaltungsmöglichkeiten hinzu, die dann auch zu nutzen sind. Würde ich diesen Text hier nun also einfach einsprechen, dann hätte das eigentlich keinen Mehrwert, es sei denn meine Stimme hat einen solchen ästhetischen Wert, dass sie selbst Teil der Gestaltung der Inhalte ist. Außerdem halte ich Audioaufnahmen z. B. von Blinden oder Menschen, die ihre Hände nur begrenzt verwenden können für sehr angemessen.
  • Video kommt dann ins Spiel, wenn die Bilder eine eigene Sprache sprechen, wenn also der formale (ästhetische) Mehrwert des Videos auch genutzt wird. (Auch hier gilt die Einschränkung, dass Videos von Menschen, die sich anderer medialer Formen nicht oder nur mit Problemen bedienen können, immer angemessen sind!)

Für ein Projekt, wie die „Bildungsreporter“ bedeutet das für mich, um diese Gedanken jetzt mal praktisch zu wenden, dass ich mir eine Gestaltung der Inhalte in ihnen angemessenen Formen vorstelle. So können Texte wie dieser hier schriftlich (und somit am ressourcenschonensten) in das Projekt eingespeist werden. Unterrichtsdokumentationen hingegen sollten (so dies möglich ist) eher als Videos produziert werden (aber dann wirklich „produziert“). Interviews können als Audios bereitgestellt werden.

Ich wünsche mir ein Projekt, das nicht nur etwas darstellt, sondern in dem auch die Beteiligten in einen Lernprozess eintreten, der über die Frage der Bildung hinaus geht. Ich wünsche mir, dass die Beteiligten am Projekt selbst ihre medienpraktischen Kompetenzen erweitern und sich neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Bildungsfragen auch Gedanken um die angemessene Form der Vermittlung dieser Inhalte machen. Dabei stellen Videos mit die größte Herausforderung dar, zumindest dann, wenn die für ihre Produktion notwendigen Ressourcen (Speicherplatz, Internetzugang, Rechnergeschwindigkeit etc.) so genutzt werden, dass dieser enorme Ressourceneinsatz auch eine formale und inhaltliche Rechtfertigung hat.

Als Ressoucen, die vernetzten Bildungsreportern zur Verfügung stehen könnten, stelle ich mir beispielsweise folgende vor:

  • Blogeinträge
  • Nutzung von Audioboo oder anderen Audiodiensten
  • 1000mikes für Liveaudio
  • YouTube / Vimeo für Videos
  • Gegebenfalls Einsatz von Fotografie

Und dabei immer im Wechselspiel zwischen Darstellung und persönlicher Reflexion über die Zusammenhänge von Inhalt und Form – und zwar nicht, weil jedes Medium eigene Möglichkeiten bietet, sondern vor allem deshalb, weil ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass die Berücksichtigung des Zusammenhangs von Form und Inhalt zu Beiträgen führt, die auch ihre Rezipienten finden.

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Thema: Bildung, Bildungsreporter, Darstellende Kunst, Film, Kommunikation, Medien, Medienkompetenz, Medienkritik, Schlüsselkompetenzen, Web 2.0, Wissenserwerb, lernen, vernetzen | Kommentare (45) | Autor: Herr Larbig

Sprechend lernen – oder: Vom Einsatz des Diktiergerätes im Lehrberuf

Freitag, 23. Oktober 2009 0:08

Pause. Fünf Minuten oder fünfzehn oder auch mal zwanzig Minuten, vielleicht auch eine Springstunde; im Grunde ist es egal, wie lange eine Unterbrechung des täglichen Unterrichtsgeschehen dauert, die Zeit ist immer voll. Notizen zur letzten Stunde, zu einzelnen Schülerinnen und Schüler, Gedanken zum Unterrichtsverlauf, Reflexion der Stunde und daraus folgend die Feinplanung der Folgestunde im Kontext der Unterrichtsverlaufsplanung, Aktennotizen, Fachgespräche mit Kollegen oder gemeinsame pädagogische Überlegungen… Kurz: Zeit bleibt nie, also füllen wir sie.

Nachmittags und Abend am Schreibtisch. Korrekturen, Notizen, Überlegungen zum weiteren Unterrichtsverlauf, Stundenverlaufsplanungen, pädagogische Überlegungen, wie einzelnen Schüler und Schülerinnen in einem „normalen“ Unterricht gefördert werden können, wo es in einer Lerngruppe gemeinsamen Förderbedarf gibt und außerdem liegt da noch ein Stapel an Fachliteratur und als Deutschlehrer will ich auch an literarischen Texten dran bleiben und einfach mal lesen. Kurz: Zeit bleibt nie, also füllen wir sie. Nur wie? Und was kann dabei hilfreich sein?

Im Prinzip ist alles, was ein Lehrer macht, genau betracht selbst ein ständiger Lernprozess, der als Lern-Lehr-Zusammenhang auch reflektiert werden will. Und dieser Prozess ist unglaublich zeitintensiv, so sehr, dass plötzlich für kaum noch etwas anderes Zeit bleibt, Lehrende währende der Unterrichtszeit entweder plötzlich gar kein Privatleben mehr haben oder aber, wenn die Kraft nachlässt, dem eigenen Anspruch kaum noch gerecht werden können und so an Effektivität der eigenen Arbeit verlieren. – Wie gut täte da ein Spaziergang! Vielleicht ist ein Park in der Nähe oder man hat das Glück, wie der Verfasser dieses Beitrages, in der Großstadt nah an einem Fluss mit Streuobstwiesen, Altarmen und Feldern zu wohnen, an dem man nicht ständig von Menschenmassen umgeben ist. Und wenn die Arbeit einen schon nicht verlässt, warum sie als solche nicht anders gestalten? [...]

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„Bildung rockt“ – a la Spannagel

Donnerstag, 22. Oktober 2009 23:23

Nur weil der Mann so verdammt gut ist und so viel zu sagen hat, will ich hier mal einen Vortrag diffundieren, den Christian Spannagel am 20. Oktober in der DaF Community zum Thema Bildung rockt! gehalten hat.

Vor allem die Darstellung des Ausbrechens aus alten (schlechten) Gewonheiten finde ich sehr gelungen. Und außerdem bietet Christian Spannagel mal wieder Raum, an seinem eigenen Denken teilzunehmen und so als Lehrender Lernender zu bleiben. Danke, Christian!

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Die Welt (des Lernens) verändert sich.

Montag, 19. Oktober 2009 14:19

Die Welt verändert sich. Das Lernen verändert sich. Aber „Did you know“ wie sehr sich die Welt verändert? Das Thema hatte gab es hier schon einmal. Aber diseses Video scheint doch aktualisiert worden zu sein.

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Zwischen Kompetenzen und Literacy oder: Ohne Inhalt keine Kompetenz

Sonntag, 20. September 2009 23:48

„Der reine Kompetenzmensch ist in meinen Augen der abhängige Mensch von Morgen“, fasst Maik Riecken die Grenzen und Gefahren eines vor allem auf Kompetenzen ausgerichteten Bildungsbegriffs zusammen. Und weiter schreibt Riecken:

„Kompetenzen fangen für mich immer mit dem Inhalt an – nie mit der Methode, nie mit dem Medium. Wir können nicht alles wissen. Das heißt aber nicht, dass wir kein Wissen mehr vermitteln sollten oder dass wir keines mehr brauchen.“ (Quelle)

Kompetenzen! – So lautet das neue Zauberwort, seit PISA 1 öffentlichkeitswirksam darstellte, dass es mehr und mehr Jugendliche (u. a. [sic!] in Deutschland) gibt, [...]

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