<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	
	xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	>

<channel>
	<title>herrlarbig.de &#187; Aufklärung</title>
	<atom:link href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://herrlarbig.de</link>
	<description>Bildungs-Neuron &#124; Lehrerblog &#124; Etc.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 15 May 2012 19:56:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
		<item>
		<title>Von der Umwertung von Werten oder: Kritische Anmerkungen zur „PostPrivacy“</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/10/11/von-der-umwertung-von-werten-oder-kritische-anmerkungen-zur-postprivacy/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2011/10/11/von-der-umwertung-von-werten-oder-kritische-anmerkungen-zur-postprivacy/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 17:08:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[21. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik/Zeitgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[vernetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymität]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Datenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[E-Mail]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Google+]]></category>
		<category><![CDATA[Individuum]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[PostPrivacy]]></category>
		<category><![CDATA[Privacy]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Zweck]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=19380</guid>
		<description><![CDATA[Anonymit&#228;t galt fr&#252;her gilt als ein grundlegendes Recht des B&#252;rgers in einer Demokratie. Wann ich mich wo aufgehalten habe, wann ich mit wem telefonierte, wem ich wann einen Brief schrieb etc., ging geht weder den Staat noch irgendwelche Firmen etwas &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/10/11/von-der-umwertung-von-werten-oder-kritische-anmerkungen-zur-postprivacy/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anonymit&#228;t <del>galt fr&#252;her</del> gilt als ein grundlegendes Recht des B&#252;rgers in einer Demokratie. <em>Wann</em> ich mich <em>wo</em> aufgehalten habe, <em>wann</em> ich <em>mit wem telefoniert</em>e, <em>wem</em> ich <em>wann</em> einen <em>Brief</em> schrieb etc., <del>ging</del> geht weder den Staat noch irgendwelche Firmen etwas an.</p>

<p>F&#252;r den Staat <del>gab</del> gibt es <em>eine</em> Ausnahme: Wenn der berechtigte Verdacht <del>bestand</del> besteht, dass ein B&#252;rger schwere kriminelle Handlungen plant oder durchf&#252;hrt, <del>konnten</del> kann das Brief- und das Telefongeheimnis von einem Richter ohne Wissen der betroffenen Person eingeschr&#228;nkt werden. – Diese M&#246;glichkeiten gibt es heute auch noch, aber die Begehrlichkeiten der Sicherheitsbeh&#246;rden scheinen mit den M&#246;glichkeiten zur &#220;berwachung zu steigen.</p>

<p>Grunds&#228;tzlich aber <del>gilt</del> galt einmal: Der B&#252;rger kann sich unbeobachtet bewegen, unbeobachtet telefonieren, unbeobachtet Briefe schreiben und unbeobachtet seine Schreibmaschine benutzen.</p>

<p>Kurioserweise ist der Begriff „Anonymit&#228;t“ in den vergangenen Jahren mehr und mehr mit negativen Assoziationen verbunden worden, die „Anonymit&#228;t“ nicht mehr als ein grundlegendes Freiheitsrecht verstehen, sondern diese<span id="more-19380"></span> grunds&#228;tzlich mit der Frage rechtswidriger Handlungen verbinden. Fr&#252;her lautete die Grundannahme, dass der Staat  erst genauer hinschauen darf, wenn ein B&#252;rger berechtigten Anlass zur Annahme gibt, er sei in <em>schwere</em> kriminelle Handlungen verwickelt.</p>

<p>Dann kam die Kamera&#252;berwachung durch Polizeibeh&#246;rden. Und erstmals h&#246;rte ich den Satz: „Wer nichts zu verbergen hat, muss die Kamera&#252;berwachung auch nicht f&#252;rchten.“ Dann kam die Kamera&#252;berwachung durch Privatunternehmen (Bahn, &#214;ffentlicher Personennahverkehr…). „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu bef&#252;rchten.“ – Ein Resultat der Kamera&#252;berachung: Es gibt heute medial verwertbare Videoaufzeichnungen von Verbrechen, die aber trotz Kamera&#252;berwachung ver&#252;bt wurden.</p>

<p>Bei der Kamera&#252;berwachung des „&#246;ffentlichen“ Raums kann man bereits heute vermuten, dass nicht, wie versprochen, die Sicherheit zugenommen hat, sondern dass alleine die Aufkl&#228;rung von Verbrechen eine neue M&#246;glichkeit bekommen hat. Polizisten vor Ort k&#246;nnten Verbrechen verhindern, Kameras k&#246;nnen diese nur dokumentieren.</p>

<p>Mit dem Aufkommen des Internets wurde die Sache noch komplizierter, weil Kommunikation neue Wege ging.</p>

<p>Vor allem der Brief wurde in vielen F&#228;llen von der E-Mail abgel&#246;st, was um so erstaunlicher ist, weil eine E-Mail in etwa so offen ist, wie eine Postkarte und dem Brief eigentlich nur die <em>verschl&#252;sselte</em> E-Mail &#228;quivalent w&#228;re – und zwar mit einem wirklich privaten Schl&#252;ssel verschl&#252;sselte E-Mail. Ich spreche hier weder von <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kritik-am-E-Postbrief-waechst-1044814.html" target="_blank">E-Post-Briefen</a> noch von <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Scharfe-Kritik-am-De-Mail-Gesetzentwurf-im-Bundestag-1184961.html" target="_blank">DE-Mail</a>, da diese ja gerade nicht sicherstellen, dass alleine der Absender und Empf&#228;nger das Dokument lesen k&#246;nnen.</p>

<p>Die Implementierung von Verschl&#252;sselungstechnologien in die allt&#228;glich verwendeten Programme hat nach wie vor so gut wie nicht stattgefunden. Selbst verschl&#252;sselter Zugriff auf ein E-Mail-Postfach kostet bei manchen E-Mail-Anbietern extra, obwohl es eigentlich Standard sein m&#252;sste.</p>

<p>Da es technisch relativ einfach ist, unverschl&#252;sselte Kommunikation mitzulesen, ist es nat&#252;rlich naheliegend, dass der Staat auf den Gedanken kommen kann, dass man doch mal sicherheitshalber die Provider verpflichtet, die zentralen Daten der Kommunikation zu speichern, damit man, sollte es zu einem Verbrechen kommen, auf diese Daten zur&#252;ckgreifen k&#246;nne, die zumindest sagen, wer wann mit wem kommuniziert hat, wo jemand war, der mit dem Handy telefoniert hat oder auf ihm angerufen wurde und au&#223;erdem, wer wann welche Website aufgerufen hat. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung" target="_blank">Dies nennt man „Vorratsdatespeicherung“ oder auch „Mindestdatenspeicherung“.</a></p>

<p>In nicht digitale Zeiten &#252;bertragen h&#228;tte dies bedeutet, dass nicht nur gespeichert worden w&#228;re, wann man wen angerufen hat und wie lange, sondern auch noch von wo aus, was in reinen Festnetzzeiten nicht so schwer festzustellen war, und dar&#252;ber hinaus auch noch, welche B&#252;cher man kauft, in der Bibliothek leiht, weiche Zeitung man liest, welche Zeitschriften man bevorzugt, welche Fernsehsender man schaut etc.</p>

<p>Obwohl <a href="http://netzpolitik.org/2011/vorratsdatenspeicherung-wird-verfassungswidrig-fortgefuhrt/" target="_blank">das BVerG das erste Gesetzt zur Vorratsdatenspeicherung verworfen hat, ohne dass dies manche Telekomunikationsanbieter scheinbar gro&#223; gest&#246;rt hat</a>, steht nach wie vor <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006:105:0054:0063:DE:PDF" target="_blank">eine EU-Richtlinie</a> im Raum, die genau diese will.</p>

<p>Darum geht es hier aber weniger. Hier geht es um den Mentalit&#228;tswechsel, der in den vergangenen Jahren vorangetrieben wurde. Denn <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/diskussion-um-klarnamen-im-netz-innenminister-friedrich-heizt-debatte-an-1714282.html" target="_blank">mittlerweile gibt es Politiker, die fordern, dass man im Internet doch eigentlich immer mit seinem Klarnamen unterwegs sein solle</a>. Die logische Konsequenz ist dann der bei der Geburt dem Menschen eingepflanzte Chip, der daf&#252;r sorgt, dass man immer und &#252;berall mit Klarnamen unterwegs ist. Betritt man ein Gesch&#228;ft, wird man von den Angestellten mit Namen begr&#252;&#223;t, weil der auf dem Bildschirm erschienen ist, reist man von A nach B wei&#223; die Polizei immer, wo man ist, vielleicht aber auch der Arbeitgeber etc.</p>

<p>Wir erleben zur Zeit, in kleinen Schritten, einen radikalen (gewollten, systematisch betriebenen?!) Mentalit&#228;tswandel, der den Begriff der Privatsph&#228;re mehr und mehr ver&#228;ndert, ja, verdunsten l&#228;sst.</p>

<p>Im Hintergrund dieses Wandels werden Bedrohungsszenarien als Begr&#252;ndung genutzt, die mit dem 11. September 2001 einen H&#246;hepunkt erlebten. Aber diese von staatlichen Seiten genutzten Begr&#252;ndungen sind bei diesem radikalen Mentalit&#228;tswandel nur in kleines R&#228;dchen im Getriebe. Wesentlich aktiver sind wirtschaftliche Interessen am Abbau der Privatsph&#228;re beteiligt.</p>

<p>Es ist kein Zufall, dass Facebook und Google+ im Idealfall nur Anmeldungen mit Klarnamen haben wollen, was sie &#252;brigens von Twitter unterscheidet.</p>

<p>Es ist kein Zufall, dass ich bei Bestellungen im Internet nicht die M&#246;glichkeit habe, meine Daten bei jeder Bestellung neu einzugeben und meine Daten nach dem Abschluss eines Gesch&#228;ftes wieder gel&#246;scht werden, sondern dass &#252;berall „Profile” erstellt werden, deren Zweck es ist, personalisierte Angebote zu machen, mit denen die Hoffnung verbunden wird, dass man dann mehr kaufe.</p>

<p>Einst gab es solche Profile auch: Im Kopf des Fachh&#228;ndlers, der seine Kunden kannte und sie deshalb wirklich pers&#246;nlich beraten konnte! Ich war von ein paar Buchh&#228;ndlern sehr beeindruckt, die mir immer sagen konnte, welche B&#252;cher aus dem Reigen der Neuerscheinungen mit wohl gefallen k&#246;nnten. Es gab nur einen Unterscheid: Das war wirklich personalisiert, auch auf der Seite des Anbieters. Und wenn ein Empfehlung mal nicht stimmte, sagte ich das dem Buchh&#228;ndler.</p>

<p>Man versuche sich einmal bei einem personalisiertem Profil im Kontext eines Interneth&#228;ndlers zu beschweren oder eine Reklamation vorzubringen und man wird merken, dass die Personalisierung einseitig ist und sich dadurch grundlegend von der pers&#246;nlichen Beratung durch den Fachh&#228;ndler unterscheidet: Verlie&#223; ein Verk&#228;ufer ein Gesch&#228;ft, verlie&#223; in der Regel auch das Wissen um den Kunden das Gesch&#228;ft. Computer hingegen generieren Profile v&#246;llig unabh&#228;ngig vom Personal, das gerade in der Firma arbeitet. Einen pers&#246;nlichen Ansprechpartner habe ich in der Regel nicht.</p>

<p>Der Fachh&#228;ndler musste &#252;brigens weder wissen, wie ich hei&#223;e, wo ich wohne und wo ich sonst noch einkaufen gehe.</p>

<p>Digitale Vermarktungsstrategien, auch die Strategien zur Platzierung von Werbung, die mehr und mehr m&#246;glichst an pers&#246;nlichen Profilen ausgerichtet sein soll, werden bislang vor allem mithilfe von Personalisierung und Zur&#252;ckdr&#228;ngung der Privatsph&#228;re verfolgt. Geld wird mit der Vermarktung solcher Daten verdient.</p>

<p>Irgendwann wird es dann interaktive Plakatw&#228;nde geben, auf denen immer genau die Werbung auftauchen wird, die optimal an die gerade auf dem Bahnsteig wartenden Zugg&#228;ste angepasst ist, weil Mittelwerte aus den Profilen dieser Passanten erstellt werden k&#246;nnen.</p>

<p>Irgendwann wird vor jedem Platz im Zug ein Bildschirm platziert sein, auf dem ein personalisiertes Programm f&#252;r den jeweiligen Fahrgast, inklusive angepasster Werbung, laufen wird.</p>

<p>Irgendwann wird uns in kommerziellen Kontexten immer genau die Welt gezeigt, die auf die individuellen Interessen ausgerichtet ist und somit Kaufimpulse setzen will. Das Fremde, Neue, Unerwartete, das in diesem Leben so anregend ist, wird weniger werden.</p>

<p>Und weil wirtschaftliche Interessen scheinbar so harmlos sind, ist es so schwer, den grunds&#228;tzlich mit ihnen verbundenen gesellschaftlichen Wandel in digitalen Zeiten zu sehen oder zu vermitteln, denn personalisierte Angebote sind doch was tolles: Mir wird die Arbeit abgenommen, immer suchen zu m&#252;ssen, was mir gef&#228;llt. Und dass ich bei diesem Suchen Dinge finden k&#246;nnte, die ich nicht erwartet h&#228;tte, die mich ansprechen, obwohl sie meinen Interessen scheinbar zuwiderlaufen, mag ja nett sein, aber so wichtig ist das auch nicht.</p>

<p>All das mag stimmen. Der Preis ist aber, dass das Verst&#228;ndnis von Privatsph&#228;re radikal ver&#228;ndert wird. Ich sage jetzt ganz bewusst nicht „sich ver&#228;ndert“, sondern „ver&#228;ndert wird“, weil hinter den Prozessen, die diese Ver&#228;nderungen herbei f&#252;hren, ganz klar erkennbare Interessen stehen. Vielleicht ist das Interesse nicht explizit die Umwertung des Begriffs der Privatsph&#228;re und der Anonymit&#228;t im allt&#228;glichen Leben, implizit findet diese Umwertung statt.</p>

<p>Die Wege der Profilbildung und des Hineinf&#252;hrens des freien, anonym und unbeobachtet seinen Alltag gestaltenden B&#252;rgers in die selbst verschuldete Bevormundung durch personalisierte Angebote sind vielf&#228;ltig: Kundenkarten, Profilbildungen bei Kreditkartenunternehmen, zunehmende Einf&#252;hrung personalisierter Registrierungspflichten und am umfassendsten im Kontext so genannter „sozialer Netzwerke“, deren Ziel nicht die Vernetzung ist. Diese ist vielmehr Voraussetzung f&#252;r das Gesch&#228;ftsmodell dieser Gro&#223;konzerne. Was dem Benutzer solcher Netzwerke auf der Oberfl&#228;che als „Nutzen“ angeboten wird, ist die Fassade, die den Rechenprozessen im Hintergrund &#252;bergest&#252;lpt wird, die den eigentlichen Nutzen der Netzwerke bilden, indem sie Daten nutzbar machen, die fr&#252;her (in der Regel) anonym blieben: Wer kennt wen, trifft sich mit wem, redet &#252;ber was, kauft wo was ein, geht wann in welchen Kinofilm, h&#246;rt welche Musik, kauft welche B&#252;cher, tritt welchen Fanpages bei etc.</p>

<p>Nat&#252;rlich: Wenn man nichts zu verbergen hat, braucht man all diese Aufl&#246;sung der Anonymit&#228;t, der Privatsph&#228;re nicht zu f&#252;rchten.</p>

<p>Wenn man kein Problem damit hat, dass man vom Staat unter Generalverdacht gestellt wird, indem m&#246;glichst alle Kontaktdaten aller Bundesb&#252;rger und -b&#252;rgerinnen erstmal gespeichert werden (bei Privatunternehmen, die damit in gro&#223;e Versuchung gef&#252;hrt werden!), dem kann dieses Schwinden der Privatsph&#228;re gleichg&#252;ltig sein.</p>

<p>Wenn man kein Problem damit hat, dass Profilbildung stattfindet, die personalisierte Angebote mit sich bringt, dabei aber die Privatsph&#228;re immer weiter verdr&#228;ngt und immer mehr Bereich des Privatlebens der wirtschaftlichen Verwertbarkeit zug&#228;nglich macht, man also immer seltener den &#246;konomischen Interessen um einen herum entgehen kann, der hat mit der Aufl&#246;sung von Anonymit&#228;t und Privatsph&#228;re im Internet kein Problem.</p>

<p>Wer kein Problem damit hat, dass Wirtschaft nicht mehr im Dienst der Menschen gedacht, sondern der Mensch nur noch im Dienst der Wirtschaft gesehen wird, indem Computer die Funktionalisierung des Individuums f&#252;r Interessen anderer vorantreiben, den werden das Schwinden der Privatsph&#228;re und der Anonymit&#228;t des Individuums im &#246;ffentlichen Raum nicht sonderlich viel ausmachen.</p>

<p>Wer aber der Meinung ist, dass das Individuum einen Wert an sich hat; wer der Meinung ist, dass der Mensch einen Anspruch auf Privatsph&#228;re hat, in die nicht st&#228;ndig der Staat oder Konzerne Einblick haben – ja, selbst dann, wenn man „nichts zu verbergen“ hat –; wer der Meinung ist, dass auch die Nutzung moderner Medien, wie dem Computer und dem Internet, m&#246;glich sein sollte, ohne dass st&#228;ndig jemand speichert, was wir gerade tun, der d&#252;rfte ein Problem mit dem Schwinden der Privatsph&#228;re und der Umwertung des Begriffs der „Anonymit&#228;t“ zu einem vorwiegend negativ verstandenen Begriff haben.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/" rel="bookmark" title="1. November 2011">Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/09/27/das-kann-jeder-sehen-wie-er-will/" rel="bookmark" title="27. September 2011">„Das kann jeder sehen, wie er will“</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/07/23/muto-von-blu/" rel="bookmark" title="23. Juli 2009">MUTO von BLU</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/07/iphone-photographie-ein-erster-versuch/" rel="bookmark" title="7. Oktober 2009">iPhone-Photographie – Ein erster Versuch</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/09/14/50000-zeichner-der-petition-fur-das-verbot-von-vorratsdatenspeicherung-vds/" rel="bookmark" title="14. September 2011">50000+ Zeichner der Petition f&#252;r das Verbot von Vorratsdatenspeicherung #vds</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.016 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy2"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Von der Umwertung von Werten oder: Kritische Anmerkungen zur \u201ePostPrivacy\u201c "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2011\/10\/11\/von-der-umwertung-von-werten-oder-kritische-anmerkungen-zur-postprivacy\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy2').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/category/21-jahrhundert/" title="21. Jahrhundert" rel="tag">21. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/anonymitat/" title="Anonymität" rel="tag">Anonymität</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/computer/" title="Computer" rel="tag">Computer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/datenspeicherung/" title="Datenspeicherung" rel="tag">Datenspeicherung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/politikzeitgeschichte/demokratie/" title="Demokratie" rel="tag">Demokratie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutschland/" title="Deutschland" rel="tag">Deutschland</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/digital/" title="digital" rel="tag">digital</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diskussion/" title="Diskussion" rel="tag">Diskussion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/e-mail/" title="E-Mail" rel="tag">E-Mail</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/facebook/" title="Facebook" rel="tag">Facebook</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/google/" title="Google+" rel="tag">Google+</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/individuum/" title="Individuum" rel="tag">Individuum</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/internet/" title="Internet" rel="tag">Internet</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/politikzeitgeschichte/kommentar/" title="Kommentar" rel="tag">Kommentar</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/kommunikation/" title="Kommunikation" rel="tag">Kommunikation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kommunikation/" title="Kommunikation" rel="tag">Kommunikation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkritik/" title="Medienkritik" rel="tag">Medienkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/netzpolitik/" title="Netzpolitik" rel="tag">Netzpolitik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/netzwerk/" title="Netzwerk" rel="tag">Netzwerk</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/politikzeitgeschichte/" title="Politik/Zeitgeschichte" rel="tag">Politik/Zeitgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/polizei/" title="Polizei" rel="tag">Polizei</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/postprivacy/" title="PostPrivacy" rel="tag">PostPrivacy</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/privacy/" title="Privacy" rel="tag">Privacy</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/privatsphare/" title="Privatsphäre" rel="tag">Privatsphäre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sicherheit/" title="Sicherheit" rel="tag">Sicherheit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ueberwachung/" title="Überwachung" rel="tag">Überwachung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/vernetzen/" title="vernetzen" rel="tag">vernetzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vernetzung/" title="Vernetzung" rel="tag">Vernetzung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/werte/" title="Werte" rel="tag">Werte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirtschaft/" title="Wirtschaft" rel="tag">Wirtschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/zeit/" title="Zeit" rel="tag">Zeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/zweck/" title="Zweck" rel="tag">Zweck</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2011/10/11/von-der-umwertung-von-werten-oder-kritische-anmerkungen-zur-postprivacy/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>„Das kann jeder sehen, wie er will“</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/09/27/das-kann-jeder-sehen-wie-er-will/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2011/09/27/das-kann-jeder-sehen-wie-er-will/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 21:12:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsselkompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Agnostizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Auseinandersetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichgültigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Individuum]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Normen]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Paulus Terwitte]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=1831</guid>
		<description><![CDATA[Im Zweifel zieht man sich einfach auf die Position zur&#252;ck, dass es verschiedene Menschen gibt, die unterschiedlicher Ansicht sind – und nat&#252;rlich ist jede dieser Ansichten zu akzeptieren. Dies ist eine gar nicht sonderlich &#252;berzeichnete Tendenz, die mir im Rahmen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/27/das-kann-jeder-sehen-wie-er-will/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zweifel zieht man sich einfach auf die Position zur&#252;ck, dass es verschiedene Menschen gibt, die unterschiedlicher Ansicht sind – und nat&#252;rlich ist jede dieser Ansichten zu akzeptieren.</p>

<p>Dies ist eine gar nicht sonderlich &#252;berzeichnete Tendenz, die mir im Rahmen von Meinungs&#228;u&#223;erungen in allen h&#246;heren Jahrgangsstufen am Gymnasium begegnet: Pluralit&#228;t wird zum Argument, das begr&#252;nden soll, warum man sich zum Beispiel der eigenen wirklichen Interpretation eines Textes und einer pers&#246;nlichen Stellungnahme – inklusive nachvollziehbarer Begr&#252;ndung – zu einem Sachverhalt (einem Text, einem Diskussionsgegenstand im Unterricht) verweigert.</p>

<p>Je h&#228;ufiger ich solche „Interpretationen“ lese, die die „Interpretation“ letztlich verweigern, um so irritierter bin ich. Was passiert hier gerade?<span id="more-1831"></span></p>

<p>Und w&#228;re es nur bei Interpretationen so! Zunehmend beobachte ich die Tendenz des Meinungs<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostizismus" target="_blank">agnostizimus</a> auch in diskursiven Meinungsbildungsprozessen in (Lern)Gruppen: Irgendwann kommt fast immer die Aussage, dass da ja jeder seine eigene Meinung habe und man das deshalb nicht so festlegen k&#246;nne. Verbirgt sich dahinter ein echter Respekt vor der Unterschiedlichkeit von Menschen oder soll ich das Ph&#228;nomen als zunehmende Verweigerung von begr&#252;ndeten Stellungnahmen deuten, die letztlich auch immer angreifbar machen?</p>

<p>Meine erste Deutung des Ph&#228;nomens l&#228;uft darauf hinaus, dass sich in diesem Ph&#228;nomen eine gro&#223;e Orientierungslosigkeit ausdr&#252;ckt, die sich in der Verweigerung des Streits mit Argumenten ausdr&#252;ckt. Wenn angenommen wird, dass in jedem Entscheidungszusammenhang jede Meinung in gleichem Ma&#223;e Geltung beanspruchen k&#246;nne, dann ist dies das Ende des an Kritierien und Begr&#252;ndungen orientierten Streits um eine Sache, dann ist dies das Ende jeglicher Sachlogik, da ja jeder seine eigene Meinung haben kann. Dabei wird unter Meinung meists etwas verstanden, das zwar ge&#228;u&#223;ert, aber nicht (immer) begr&#252;ndet werden kann.</p>

<p>Ein weiterer Deutungsversuch des Ph&#228;nomens geht in die Richtung, dass sich auf diese Weise eine Verweigerung gegen eine wirklich Auseinandersetzung mit der Sache ausdr&#252;ckt. Steht hinter der Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber Meinungen wom&#246;glich pure Faulheit, nach Argumenten und Kritierien zu suchen, die wirkliche Entscheidungen m&#246;glich machen?</p>

<p>Mir kommt fast t&#228;glich der Titel eines Buches von <a href="http://bruderpaulus.de" target="_blank">Paulus Terwitte</a> in den Kopf: „<a href="http://www.rowohlt.de/buch/Bruder_Paulus_Terwitte_Das_Leben_findet_heute_statt.2634620.html" target="_blank">Das Leben findet heute statt. Ein Anschlag auf die Vertr&#246;stungsgesellschaft</a>”. Verweigern wir uns der diskursiven Auseinandersetzung, weil wir nicht mehr bereit sind, Entscheidungen f&#252;r das Heute zu treffen, auch wenn wir sie &#252;bermorgen vielleicht anders treffen w&#252;rden, weil uns Argumente zur Ausdifferenzierung unserer Position gebracht haben?</p>

<p>Was aber passiert, wenn sich immer mehr Menschen einer begr&#252;ndeten Positionierung verweigern?</p>

<p>Um auf eine solche Frage eine Antwort zu finden, habe ich mir angew&#246;hnt, nach dem Nutzen zu fragen, den jemand aus seinem Verhalten ziehen k&#246;nnte.</p>

<p>Welchen pers&#246;nlichen Nutzen hat also ein Mensch, der sich einer klaren Positionierung verweigert?</p>

<p>Klar: Er muss sich nicht festlegen und muss somit auch keine Verantwortung f&#252;r seine Meinung und das sich daraus ergebende Handeln &#252;bernehmen. Das Problem dabei ist nur, dass eine Gesellschaft der Gleichg&#252;ltigkeit handlungsunf&#228;hig wird, weil letztlich alle Werte und Normen als relativ und somit als nicht mehr handlungsleitend angesehen werden.</p>

<p>Andererseits besteht der Nutzen des Meinungsrelativismus’ f&#252;r jede Person darin, dass das Individuum nicht mehr f&#252;r seine Position und das sich aus ihr ergebende Handeln zur Verantwortung gezogen werden kann. Dann aber w&#228;re diese Entwicklung ein Ausdruck der Angst, dass die eigene Positionierung gegen&#252;ber ja nach wie vor in gesellschaftlichen Gruppen vorhandenen &#220;berzeugungen unerw&#252;nschte Konsequenzen haben k&#246;nnte. Doch dies w&#228;re nicht mehr Ausdruck einer hohen Form der Toleranz, sondern vielmehr der Angst! Pr&#228;ventiv w&#252;rde dann eine Meinungs&#228;u&#223;erung vermieden, weil man aus einem solchen Verhalten den Nutzen z&#246;ge, immer auf der „sicheren“ Seite zu stehen.</p>

<p>Sowohl die Gedanken der Aufkl&#228;rung als auch die freie Meinungs&#228;u&#223;erung k&#228;men somit in Gefahr, an Bedeutung zu verlieren: Die Aufkl&#228;rung, weil nicht mehr das bessere Argument z&#228;hlt, sondern alleine die pers&#246;nliche &#220;berzeugung; die freie Meinungs&#228;u&#223;erung, weil Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber Meinungen diese letztlich ins Leere laufen l&#228;sst.</p>

<p>Die letzte Konsequenz w&#228;re dann die Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber Radikalismen und Fundamentalismen, so wenig diese auch rational nachvollziehbare Argumente f&#252;r ihre Positionen vorbringen k&#246;nnen. Mit der Tendenz zur Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber Meinungen w&#228;re dann aber auch die Infragestellung von Werten und rational nachvollziehbaren Argumenten verbunden.</p>

<p>Dies ist der Hauptgrund, warum ich die von mir beobachtete Tendenz bei Jugendlichen mit Sorge sehe. Wer keine Meinung mehr hat und diese argumentativ in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen vermag, verliert seine Entscheidungsf&#228;higkeit und wird zum Opfer derer, die mit allen zur Verf&#252;gung stehenden Mitteln eine Meinung durchsetzen wollen.</p>

<blockquote><address>Diese Thema besch&#228;ftigt mich schon seit einiger Zeit. Da gibt es auch eine Podcastfolge zu, die ich fast vergessen hatte. Danke an <a href="https://twitter.com/#!/otacke" target="_blank">@otacke</a>, der mich an sie erinnerte, sodass ich sie hier einbette:</address><object id="boo_embed_146646" width="400" height="129" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="scale" value="noscale" /><param name="salign" value="lt" /><param name="bgColor" value="#FFFFFF" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="FlashVars" value="mp3=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F146646-is-s-halt-meine-meinung.mp3%3Fsource%3Dembed&amp;mp3Title=Is%28s%29+halt+meine+Meinung.%2F%21&amp;mp3Time=10.34pm+29+Jun+2010&amp;mp3LinkURL=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F146646-is-s-halt-meine-meinung&amp;mp3Author=torstenlarbig&amp;rootID=boo_embed_146646" /><param name="src" value="http://boos.audioboo.fm/swf/fullsize_player.swf" /><embed id="boo_embed_146646" width="400" height="129" type="application/x-shockwave-flash" src="http://boos.audioboo.fm/swf/fullsize_player.swf" scale="noscale" salign="lt" bgColor="#FFFFFF" allowScriptAccess="always" wmode="window" FlashVars="mp3=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F146646-is-s-halt-meine-meinung.mp3%3Fsource%3Dembed&amp;mp3Title=Is%28s%29+halt+meine+Meinung.%2F%21&amp;mp3Time=10.34pm+29+Jun+2010&amp;mp3LinkURL=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F146646-is-s-halt-meine-meinung&amp;mp3Author=torstenlarbig&amp;rootID=boo_embed_146646" /><a href="http://audioboo.fm/boos/146646-is-s-halt-meine-meinung.mp3?source=embed">Is(s) halt meine Meinung./! (mp3)</a></object>

&nbsp;</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2011/10/11/von-der-umwertung-von-werten-oder-kritische-anmerkungen-zur-postprivacy/" rel="bookmark" title="11. Oktober 2011">Von der Umwertung von Werten oder: Kritische Anmerkungen zur „PostPrivacy“</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/10/21/von-der-handschrift-und-getippten-texten/" rel="bookmark" title="21. Oktober 2011">Von der Handschrift und getippten Texten</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/09/14/50000-zeichner-der-petition-fur-das-verbot-von-vorratsdatenspeicherung-vds/" rel="bookmark" title="14. September 2011">50000+ Zeichner der Petition f&#252;r das Verbot von Vorratsdatenspeicherung #vds</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/10/01/faust-1-verweile-doch-du-bist-so-schoen-v-1700/" rel="bookmark" title="1. Oktober 2008">Faust 1 – Verweile doch, du bist so sch&#246;n (V 1700)</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 3.782 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy5"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"\u201eDas kann jeder sehen, wie er will\u201c "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2011\/09\/27\/das-kann-jeder-sehen-wie-er-will\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy5').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/agnostizismus/" title="Agnostizismus" rel="tag">Agnostizismus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/angst/" title="Angst" rel="tag">Angst</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/auseinandersetzung/" title="Auseinandersetzung" rel="tag">Auseinandersetzung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutung/" title="Deutung" rel="tag">Deutung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diskurs/" title="Diskurs" rel="tag">Diskurs</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diskussion/" title="Diskussion" rel="tag">Diskussion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/entscheidung/" title="Entscheidung" rel="tag">Entscheidung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/entwicklung/" title="Entwicklung" rel="tag">Entwicklung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gleichgueltigkeit/" title="Gleichgültigkeit" rel="tag">Gleichgültigkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/individuum/" title="Individuum" rel="tag">Individuum</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/interpretation/" title="Interpretation" rel="tag">Interpretation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugend/" title="Jugend" rel="tag">Jugend</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugendliche/" title="Jugendliche" rel="tag">Jugendliche</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/leben/" title="Leben" rel="tag">Leben</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/meinung/" title="Meinung" rel="tag">Meinung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/normen/" title="Normen" rel="tag">Normen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/notizen/" title="Notizen" rel="tag">Notizen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/orientierung/" title="Orientierung" rel="tag">Orientierung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/paulus-terwitte/" title="Paulus Terwitte" rel="tag">Paulus Terwitte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/positionen/" title="Positionen" rel="tag">Positionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/positionen/" title="Positionen" rel="tag">Positionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verantwortung/" title="Verantwortung" rel="tag">Verantwortung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verhalten/" title="Verhalten" rel="tag">Verhalten</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/werte/" title="Werte" rel="tag">Werte</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2011/09/27/das-kann-jeder-sehen-wie-er-will/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
<enclosure url="http://audioboo.fm/boos/146646-is-s-halt-meine-meinung.mp3?source=embed" length="0" type="audio/mpeg3;" />
	
	</item>
		<item>
		<title>Deutsche Klassik als literarische Epoche(n)</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 21:50:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Klassik]]></category>
		<category><![CDATA[klassisch]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[18. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuerroman]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Mystik]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Dichtung]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Grimmeslhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Individuum]]></category>
		<category><![CDATA[italienische Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Italienreise]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Wolfgang Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Kants]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenbild]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Mystik]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Regelpoetiken]]></category>
		<category><![CDATA[Renaissance]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[Shakespeare]]></category>
		<category><![CDATA[Simplicissimus]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sturm und Drang]]></category>
		<category><![CDATA[Urteilskraft]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Weimar]]></category>
		<category><![CDATA[Weimarer Klassik]]></category>
		<category><![CDATA[Werther]]></category>
		<category><![CDATA[Winkelmann]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=6029</guid>
		<description><![CDATA[Deutsche Klassik als literarische Epoche(n) von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. In der Geschichte der deutschsprachigen Literatur ist die „Klassik“ ein sp&#228;tes Ph&#228;nomen. In Spanien gab es das klassische Zeitalter bereits &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" /></a><br /><span xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" href="http://purl.org/dc/dcmitype/Text" property="dct:title" rel="dct:type">Deutsche Klassik als literarische Epoche(n)</span> von <a xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#" href="http://herrlarbig.de/?p=6029" property="cc:attributionName" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</em></p>

<p>In der Geschichte der deutschsprachigen Literatur ist die „Klassik“ ein sp&#228;tes Ph&#228;nomen. In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Siglo_de_Oro">Spanien</a> gab es das klassische Zeitalter bereits zwischen ca. 1550 und 1680, in England gilt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabethanisches_Zeitalter">Elisabethanische Zeitalter</a> (1558–1603) als literarische Hochphase, in der Shakespeare das Theater zu einer Bl&#252;te f&#252;hrte, die selbst noch auf Goethe Einfluss hatte. In Italien begann die klassische Phase der Literatur sogar noch fr&#252;her, n&#228;mlich mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dante_Alighieri">Dante Alighieri</a> (1265–1321) und dauert bis zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torquato_Tasso">Torquato Tasso</a> (1544–1594), dem wiederum Goethe <span id="more-6029"></span>sogar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torquato_Tasso_(Goethe)">ein eigenes B&#252;hnenwerk</a> widmete.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_0_6029" id="identifier_0_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. zu diesem Abschnitt Artikel auf&nbsp;Exlibris">1</a></sup></p>

<p>Dass die „<a href="http://www.pohlw.de/literatur/epochen/klassik.htm" target="_blank">deutsche Klassik</a>“ erst <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1786">1786</a> – und damit im Vergleich zu anderen Nationalliteraturen sehr sp&#228;t – beginnt<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_1_6029" id="identifier_1_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zum Teil wird der Beginn der Klassik mit Goethes Ankunft in Weimar im Jahre 1775 terminiert. Allerdings hat Goethe in den ersten Jahren in Weimar kaum etwas geschrieben, sodass man schon annahm, er habe als Autor seinen Zenit nach dem Werther und G&amp;#246;tz von Berlichingen &amp;#252;berschritten. Dass Goethe sich bei der Arbeit an &bdquo;Iphigenie auf Tauris&ldquo; bereits in einer Entwicklung fort vom Sturm und Drang befand, wusste damals nat&amp;#252;rlich noch keiner. 1786 wurde die dritte Fassung der Iphigenie fertig.&nbsp;Diese Fakten und da der Bezug zur Antike, der f&amp;#252;r die deutsche Klassik bedeutend ist, erst auf Goethes Italienreise deutlich erkennbar wird, folge ich Festsetzung des Beginns der Klassik auf den Beginn der Italienreise Goethes. Epochengrenzen sind immer schwer festzulegen. Mir scheint aber die Begr&amp;#252;ndung f&amp;#252;r das Jahr 1786 nachvollziehbarer">2</a></sup> und nur bis zu Schillers Tod <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1805">1805</a> dauert, hat sicherlich mit der politischen Entwicklung Deutschlands zu tun, aber wom&#246;glich kommt eine literarische Blindheit hinzu, die zentrale Gestalten und Epochen der deutschsprachigen Literatur aus dem Bewusstsein der breiten Bev&#246;lkerung einfach ausblendet. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die deutsche Klassik in der Regel nur mit Goethe und Schiller verbunden wird, denen am Rande dann noch Humboldt zur Seite gestellt wird. Klassik im literarischen Sinne bezeichnet aber eine Epoche in einer Nationalliteratur, „die wegen ihrer besonders reichen Entfaltung, ihrer Dichte an Werken von hohem k&#252;nstlerischem Rang, ihrer Wirkung auf sp&#228;tere Epochen und ihrer internationalen Bedeutung als die <em>Klassik</em> angesehen wird“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_2_6029" id="identifier_2_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://xlibris.de/Epochen/Klassik">3</a></sup>.</p>

<p>Zwei Autoren sollen eine solche Epoche ausmachen? Nun, es stimmt, die <a href="http://www.goethezeitportal.de/wissen/timeline/timeline-goethe.html" target="_blank">Zeit</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1774" target="_blank">1774</a>, dem Erscheinungsjahr von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ bis zum Revolutionsjahr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1848" target="_blank">1848</a> waren gepr&#228;gt von gro&#223;artigen Autoren, die aber seltsamerweise selten der deutschsprachigen Klassik zugeordnet werden: <a href="http://xlibris.de/Autoren/Hoelderlin" target="_blank">H&#246;lderlin</a>, <a href="http://xlibris.de/Autoren/Paul" target="_blank">Jean-Paul</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Martin_Wieland" target="_blank">Wieland</a>, <a href="http://xlibris.de/Autoren/Kleist" target="_blank">Kleist</a>, <a href="http://xlibris.de/Autoren/Heine" target="_blank">Heine</a>, die <a href="http://xlibris.de/Epochen/Romantik" target="_blank">Romantiker</a> etc. werden nicht der literarischen Epoche der deutschen Klassik zugeordnet, obwohl doch erst diese F&#252;lle von gro&#223;en Autoren in weniger als hundert Jahren den Fokus auf diese Zeit richtet.</p>

<p>Ja, Goethe und Schiller werden in der Regel noch einmal aus dem Reigen der Autoren dieser Zeit hervorgehoben, weil sie mit ihrem Werk universeller waren, aber wenn zwei Autoren eine klassische Epoche kennzeichnen k&#246;nnen, dann gab es in Deutschland noch eine zweite klassische Epoche, die der Sprachentwicklung bis heute zentrale Impulse gegeben hat: Die <a href="http://www.textlog.de/6227.html" target="_blank">deutsche Mystik</a>. Viele Pr&#228;fixe und Suffixe, die bis heute von Bedeutung sind, wurden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprachgeschichte#.C3.84nderungen_im_morphologischen_und_syntaktischen_System_2" target="_blank">von der mystischen Literatur gepr&#228;gt</a>. Die <a href="http://xlibris.de/Epochen/Barock" target="_blank">Zeit des Barocks </a>brachte bedeutende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Poetik" target="_blank">poetologische Schriften</a> und mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Jakob_Christoffel_von_Grimmelshausen" target="_blank">Grimmelshausens </a>„<a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Grimmelshausen/Werke/Simplicissimus" target="_blank"><em>Der</em> </a><em><a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Grimmelshausen/Werke/Simplicissimus" target="_blank">Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch</a></em>” erschien der wohl erste deutschsprachige Roman, der zum Teil als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_abenteuerliche_Simplicissimus" target="_blank">der erste Abenteuerroman</a> der Welt angesehene wird, im Bewusstsein deutschsprachiger Nationalliteratur, wohl auch wegen massiver dialektaler Pr&#228;gung des Werkes, kaum eine Rolle spielt, auch wenn der Roman kaum unbedeutender als der ca. sechzig Jahre fr&#252;her ver&#246;ffentlichte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Don_Quijote" target="_blank">Don Quijote</a> von <a title="Miguel de Cervantes" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Miguel_de_Cervantes" target="_blank">Miguel de Cervantes</a> ist.</p>

<p>Es gab in der Zeit vom 12. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert also drei Phasen, die ich bereit w&#228;re, f&#252;r die deutsche Literatur als klassisch zu betrachten: Die deutschen Mystik, das Zeitalter des Barocks und die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.</p>

<p>Gemeinsam ist diesen Zeiten, dass sie nicht nur f&#252;r die Sprachentwicklung von herausragender Bedeutung waren, sondern auch relevante literarische Eigenleistungen der Autoren hervorbrachten. – Eine Sonderrolle nimmt bei solchen &#220;berlegungen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luther" target="_blank">Luther</a> ein, der mit seiner &#220;bersetzung der Bibel ins Deutsche zwar sprachhistorisch hochgradig relevant ist, aber dar&#252;ber hinaus literaturhistorisch nicht die Gr&#246;&#223;e eines <a href="http://www.eckhart.de/" target="_blank">Meister Eckhart</a>, einer <a href="http://mechthild-von-magdeburg.de/biographie.htm" target="_blank">Mechthild von Magdeburg</a>, eines <a href="http://www.br-online.de/bayern2/radiotexte-am-samstag/grimmelshausen-courage-literatur-ID1290424713497.xml" target="_blank">Grimmelshausens</a>, Goethes oder Schillers erreichte.</p>

<p>Dass wir also von der Zeit zwischen <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=900" target="_blank">Goethes Italienreise</a> (1786–88) und <a href="http://www.schiller-biographie.de/index.php?id=184" target="_blank">Schillers Tod</a> (1805) f&#252;r die deutsche Sprach- und Literaturgeschichte als Klassik bezeichnen, so mag das damit zu tun haben, dass die deutsche Sprachentwicklung zu diesem Zeitpunkt an einem Punkt angelangt war, der uns auch heute noch verst&#228;ndlich ist.</p>

<p>Dass die deutsche Klassik h&#228;ufig auch „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Klassik" target="_blank">Weimarer Klassik</a>“ genannt wird, erscheint mir symptomatisch f&#252;r eine Sprachgemeinschaft, die in Kleinstaaterei so zerrissen ist, dass f&#252;r literarische Entwicklungen und Freiheiten der jeweilige Landesherr von gro&#223;er Bedeutung war. Das galt schon bei Luther, aber auch Goethe und Schiller waren von der Gunst ihrer Landesherren abh&#228;ngig. Deutschland hatte damals kein Zentrum wie Paris in Frankreich, oder London in England, doch von seiner Bedeutung her war <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=804" target="_blank">Weimar als „Deutschlands Athen“</a> &#252;berragend.</p>

<p>Goethe floh vor der Last des Ministeramtes nach Italien. Wenn von der „<a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=900" target="_blank">Italienischen Reise</a>“ gesprochen wird, so handelt es sich mehr um eine Flucht, als um eine Reise, um eine &#228;u&#223;erst fruchtbare Flucht allerdings, ohne die man sich den sp&#228;teren Goethe kaum denken kann. Goethe selbst schreibt in seinem Tagebuch &#252;ber den Aufbruch:</p>

<blockquote><span class="Apple-style-span" style="font-size: xx-small;"><em><span style="color: #654f42;">„Den 3. September fr&#252;h drei Uhr stahl ich mich aus dem Karlsbad weg, man h&#228;tte mich sonst nicht fortgelassen. Man merkte wohl, da&#223; ich fort wollte. </span></em></span><span class="Apple-style-span" style="font-size: xx-small;"><em><span style="color: #654f42;">Ich lie&#223; mich aber nicht hindern, denn es war Zeit.“</span></em></span>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #654f42;"><em><span style="font-size: xx-small;">Goethes Tagebuch, 3.9.1786</span></em></span></p>
</blockquote>

<p>In Italien entdeckt Goethe die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Italienische_Reise" target="_blank">Antike</a>. Dieser Epoche stand auch Schiller nahe. In Verbindung mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance" target="_blank">Renaissance</a>, die schon einmal die Werke der griechischen und auch der r&#246;mischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antike" target="_blank">Antike</a> wiederentdeckte und sich an ihnen k&#252;nstlerisch orientierte, steht die deutsche Klassik in einer uralten, auf griechischem und r&#246;mischen Kunstverst&#228;ndnis basierenden Fundamenten.</p>

<p>Ja, Goethe hat schon fr&#252;her durch <a href="http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/winckelmann1764" target="_blank">Winkelmanns „Geschichte der Kunst des Altertums“ (1764)</a> ein Bild von der Antike, aber erst auf der Reise durch Italien kam die pers&#246;nliche Anschauung hinzu. F&#252;r Goethe begann dort eine Umorientierung seines Kunstverst&#228;ndnisses. Vom Sturm und Drang hatte er sich mit dem Antritt des Dienstes am Weimarer Hof faktisch verabschiedet, mit <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CBsQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.xlibris.de%2FAutoren%2FGoethe%2FWerke%2FDie%2520Leiden%2520des%2520jungen%2520Werthers&amp;ei=3A47Ts_pKozVsgbw49Ew&amp;usg=AFQjCNFVn7OSyxfCK_3KXBo3w34Xw7cjgQ" target="_blank">Werther</a> und <a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Goethe/Werke/G&#246;tz%20von%20Berlichingen" target="_blank">G&#246;tz von Berlichingen</a> hatte er aber auch Werke verfasst, die dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kunst#Aufkl.C3.A4rung" target="_blank">Kunstverst&#228;ndnis der Aufkl&#228;rung</a>, das in vielen F&#228;llen von <a href="http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/vorlesungen/literatur18/Zusammenfassung%20Gottsched.pdf" target="_blank">Regelpoetiken</a> gepr&#228;gt war, widersprachen. Die Besch&#228;ftigung mit der Antike f&#252;hrte ihn zu einem Kunstverst&#228;ndnis, in dem es um Einheit – in unserer heutigen Sprache w&#252;rden vielleicht den Begriff der „Ganzheitlichkeit“ nutzen – ging. Die Vernunft und die sinnliche Seite des Menschen sollten in ein Gleichgewicht gebracht werden, Pflicht und pers&#246;nliche Interessen zusammen finden, Subjektivit&#228;t und Objektivit&#228;t ausgewogen zur Geltung kommen.</p>

<p>Was Goethe in Italien fand, entwickelte sich f&#252;r Schiller als Geisteshaltung in seiner Besch&#228;ftigung mit <a href="http://gutenberg.spiegel.de/autor/310" target="_blank">Immanuel Kants</a> Schriften, wobei vor allem die „<a href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/3507/1" target="_blank">Kritik der Urteilskraft</a>“ (1790) von gro&#223;er Bedeutung gewesen sein d&#252;rfte, in der die &#196;sthetik der Natur und der Kunst reflexiv auf ihren Bezug zur menschlichen Beurteilung von Natur und Kunst aufgearbeitet wird.</p>

<p>Diese Synthese dr&#252;ckt sich in der Vorstellung des Wahren, Guten und Sch&#246;nen aus, das z.B. als Schriftzug an der Frankfurter Alten Oper bis heute prominent in Frankfurt und dort in unmittelbarer Nachbarschaft zu den T&#252;rmen des Bankenviertels finden l&#228;sst.</p>

<p>Das Individuum wird als autonom angesehen, doch die Natur ist von Gott geordnet, auch wenn das Gottesbild Goethes eher abstrakt bleibt als auf einen christlichen Gott bezogen zu sein, wie in seiner Hymne „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prometheus_(Hymne)" target="_blank">Prometheus</a>“ klar erkennbar ist.</p>

<p>Schlie&#223;lich, diese Aufz&#228;hlung von Merkmalen des Welt- und Menschenbildes der literarischen deutschen Klassik ist unvollst&#228;ndig!, ergibt sich aus dem Ideal der Klassik die Vorstellung der Bildung und der Selbstbildung, die in Goethes gro&#223;em Roman „<a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Goethe/Werke/Wilhelm%20Meisters%20Lehrjahre" target="_blank">Wilhelm Meister</a>“ im Zentrum stehen. Der <a href="http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/epik/roman.htm" target="_blank">Entwicklungs- bzw. Bildungsroman</a> ist sicherlich mit der Klassik eng verbunden.</p>

<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1794" target="_blank">1794</a> kam es nach langer Distanziertheit zu einem <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=808" target="_blank">Treffen zwischen Goethe und Schiller,</a> in dem sie ihre Gemeinsamkeiten erkannten und entdeckten, dass sie sich erg&#228;nzten. Diese &#220;bereinstimmung hatte allerdings auch mit der Distanz beider Dichter zur franz&#246;sischen Revolution (wie sie sich bis dahin entwickelt hatte) zu tun. – Ohne diese Begegnung, diesen Beginn der Zusammenarbeit beider Dichter, w&#228;re es zu der Weimarer Klassik, wie wir sie heute kennen nicht gekommen. Nicht nur, dass Schiller und Goethe fruchtbar kritisch auf das Werk des je anderen blickten, sie feuerten auch einander an, sodass es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1797" target="_blank">1797</a> zu dem sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Balladenjahr" target="_blank">Balladenjahr</a> kam. Und die Ballade wurde zu einem wichtigen Ausdrucksmittel der Weimarer Klassik.</p>

<p>Gef&#252;hl und Reflexion, verbinden sich in der Literatur der Weimarer Klassik. War es im <a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Sturm%20und%20Drang" target="_blank">Sturm und Drang</a> „nur“ das Gef&#252;hl, f&#252;r das ein Ausdruck gesucht wurde und in der <a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Aufklaerung" target="_blank">Aufkl&#228;rung</a> vermeintlich vor allem der Verstand und somit die Reflexionsf&#228;higkeit, die im Zentrum stand, versuchte die Klassik deren Verbindung. In dieser Verbindung entsteht gleichzeitig ein Verst&#228;ndnis des „<a href="http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/klassik.htm" target="_blank">Ideal</a>s“, eine Vorstellung davon, wie der Mensch sein k&#246;nnte und das Streben nach diesem Ideal.</p>

<p>Wie sich die Klassik konkret vor allem in der Lyrik zeigt und welches Menschenbild in der Lyrik der Klassik zu finden ist, wird Thema von Einzelanalysen von Gedichten sein, die im Laufe der n&#228;chsten Wochen hier erscheinen sollen. So viel sei aber schon gesagt: Der Mensch wird als zwischen Geist und Materie stehend betrachtet, seine Humanit&#228;t soll durch Kunst und Dichtung gef&#246;rdert werden und so letztlich ein Weltb&#252;rgertum entstehen, das in der Lage ist, das Denken in Grenzen zu &#252;berwinden.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_3_6029" id="identifier_3_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. hierzu: Willi Vocke &ndash; Weimarer Klassik">4</a></sup></p>

<h4>Literaturverzeichnis<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_4_6029" id="identifier_4_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Weiterf&amp;#252;hrende Informationen auch als Links im Text. Hier sind nur die Texte aufgef&amp;#252;hrt, die direkten Einfluss auf diesen Beitrag hatten.">5</a></sup></h4>

<ul>
    <li>Dieter Borchmeyer (DuMont Schnellkurs Goethe), Goethe in Weimar (1775–1786) auf Website goethezeiportal.de unter <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=804" target="_blank">http://www.goethezeitportal.de/?id=804</a> (Stand: Donnerstag, 04. August 2011).</li>
    <li>Albert Meier, Sizilianische Entt&#228;uschungen. Johann Hermann Riedesel und Johann Wolfgang Goethe in der Magna Gracia, in: Christiana Albertina. Forschungsbericht und Halbjahresschrift der Universit&#228;t Kiel. Heft 50 (neue Folge). April 2000, S. 5-19. (<a href="http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/vorlesungen/Goethe2010/Meier,%20Albert%20-%20Sizilianische%20Entt&#228;uschungen..pdf" target="_blank">PDF</a>).</li>
    <li>Adelheid Petruschke, Lyrik von der Klassik bis zur Moderne, Stuttgart / Leipzig 2004 (Stundenbl&#228;tter Deutsch).</li>
    <li>Wolfgang Pohl, Die Epoche der deutschen Klassik (1786–1732) – <a href="http://www.pohlw.de/literatur/epochen/klassik.htm" target="_blank">http://www.pohlw.de/literatur/epochen/klassik.htm</a> (Stand: Donnerstag, 04. August 2011).</li>
    <li>Dr. Axel SanJosé, Literaturepoche Klassik – <a href="http://xlibris.de/Epochen/Klassik" target="_blank">http://xlibris.de/Epochen/Klassik</a> (Stand: Donnerstag, 04. August 2011).</li>
    <li>Inge Stephan, Weimarer Klassik, in: Wolfgang Beutin, Klaus Ehlert et al., Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anf&#228;ngen bis zur Gegenwart, Stuttgart / Weimar 1994 (5. Auflage), S. 161–169.</li>
    <li>Willi Vocke, Weimarer Klassik – <a href="http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/klassik.htm" target="_blank">http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/klassik.htm </a>(Stand: Donnerstag, 04. August 2011).</li>
</ul>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/" rel="bookmark" title="26. August 2008">Faust 1 – Zueignung (Vers 1–32)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/" rel="bookmark" title="1. August 2011">Was im Deutsch-Grundkurs zu lesen sein wird (Landesabitur Hessen 2013)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/12/02/voraussetzungen-zum-verstehen-der-dramen-schillers-etc/" rel="bookmark" title="2. Dezember 2010">Voraussetzungen zum Verstehen der Dramen Schillers etc.</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/12/07/herrn-larbigs-bibliothek-5-walt-whitman-grasblaetter/" rel="bookmark" title="7. Dezember 2009">Herrn Larbigs Bibliothek 5 – Walt Whitman: Grasbl&#228;tter</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/05/gedichtinterpretation-goethe-ein-jugendgefahrdender-autor/" rel="bookmark" title="5. April 2011">Gedichtinterpretation: Goethe – ein jugendgef&#228;hrdender Autor</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.381 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy8"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Deutsche Klassik als literarische Epoche(n) "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2011\/08\/04\/deutsche-klassik-als-literarische-epochen\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy8').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_6029" class="footnote">Vgl. zu diesem Abschnitt <a href="http://xlibris.de/Epochen/Klassik" target="_blank">Artikel auf Exlibris</a></li><li id="footnote_1_6029" class="footnote">Zum Teil wird der Beginn der Klassik mit Goethes Ankunft in Weimar im Jahre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1775">1775</a> terminiert. Allerdings hat Goethe in den ersten Jahren in Weimar <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=804" target="_blank">kaum etwas geschrieben</a>, sodass man schon annahm, er habe als Autor seinen Zenit nach dem Werther und G&#246;tz von Berlichingen &#252;berschritten. Dass Goethe sich bei der Arbeit an „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Iphigenie_auf_Tauris" target="_blank">Iphigenie auf Tauris</a>“ bereits in einer Entwicklung fort vom Sturm und Drang befand, wusste damals nat&#252;rlich noch keiner. 1786 wurde die dritte Fassung der Iphigenie fertig. Diese Fakten und da der Bezug zur Antike, der f&#252;r die deutsche Klassik bedeutend ist, erst auf Goethes Italienreise deutlich erkennbar wird, folge ich Festsetzung des Beginns der Klassik auf den Beginn der Italienreise Goethes. Epochengrenzen sind immer schwer festzulegen. Mir scheint aber die Begr&#252;ndung f&#252;r das Jahr 1786 nachvollziehbarer</li><li id="footnote_2_6029" class="footnote"><a href="http://xlibris.de/Epochen/Klassik">http://xlibris.de/Epochen/Klassik</a></li><li id="footnote_3_6029" class="footnote">Vgl. hierzu: Willi Vocke – <a href="http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/klassik.htm" target="_blank">Weimarer Klassik</a></li><li id="footnote_4_6029" class="footnote">Weiterf&#252;hrende Informationen auch als Links im Text. Hier sind nur die Texte aufgef&#252;hrt, die direkten Einfluss auf diesen Beitrag hatten.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/18-jahrhundert/" title="18. Jahrhundert" rel="tag">18. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/19-jahrhundert/" title="19. Jahrhundert" rel="tag">19. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/abenteuerroman/" title="Abenteuerroman" rel="tag">Abenteuerroman</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/antike/" title="Antike" rel="tag">Antike</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/autoren/" title="Autoren" rel="tag">Autoren</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/der-abenteuerliche-simplicissimus-deutsch/" title="Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch" rel="tag">Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutsch/" title="deutsch" rel="tag">deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutsche-mystik/" title="deutsche Mystik" rel="tag">deutsche Mystik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutsche-sprache/" title="deutsche Sprache" rel="tag">deutsche Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutschland/" title="Deutschland" rel="tag">Deutschland</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichter/" title="Dichter" rel="tag">Dichter</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichtung/" title="Dichtung" rel="tag">Dichtung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/england/" title="England" rel="tag">England</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/entwicklung/" title="Entwicklung" rel="tag">Entwicklung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/forschung/" title="Forschung" rel="tag">Forschung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/frankreich/" title="Frankreich" rel="tag">Frankreich</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/friedrich-schiller/" title="Friedrich Schiller" rel="tag">Friedrich Schiller</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedicht/" title="Gedicht" rel="tag">Gedicht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedichte/" title="Gedichte" rel="tag">Gedichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichte/" title="Geschichte" rel="tag">Geschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/goethe/" title="Goethe" rel="tag">Goethe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/grimmeslhausen/" title="Grimmeslhausen" rel="tag">Grimmeslhausen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/hans-jakob-christoffel-von-grimmelshausen/" title="Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen" rel="tag">Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/immanuel-kant/" title="Immanuel Kant" rel="tag">Immanuel Kant</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/individuum/" title="Individuum" rel="tag">Individuum</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/italienische-reise/" title="italienische Reise" rel="tag">italienische Reise</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/italienreise/" title="Italienreise" rel="tag">Italienreise</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/johann-wolfgang-goethe/" title="Johann Wolfgang Goethe" rel="tag">Johann Wolfgang Goethe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kants/" title="Kants" rel="tag">Kants</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/klassik/" title="Klassik" rel="tag">Klassik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/klassisch/" title="klassisch" rel="tag">klassisch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kuenstler/" title="Künstler" rel="tag">Künstler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/" title="Literaturgeschichte" rel="tag">Literaturgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literaturgeschichte/" title="Literaturgeschichte" rel="tag">Literaturgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/literaturgeschichte-deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Literaturgeschichte" rel="tag">Literaturgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literaturwissenschaft/" title="Literaturwissenschaft" rel="tag">Literaturwissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lyrik/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mensch/" title="Mensch" rel="tag">Mensch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/menschenbild/" title="Menschenbild" rel="tag">Menschenbild</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/moderne/" title="Moderne" rel="tag">Moderne</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mystik/" title="Mystik" rel="tag">Mystik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/nationalliteratur/" title="Nationalliteratur" rel="tag">Nationalliteratur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/paris/" title="Paris" rel="tag">Paris</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/regelpoetiken/" title="Regelpoetiken" rel="tag">Regelpoetiken</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/renaissance/" title="Renaissance" rel="tag">Renaissance</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/revolution/" title="Revolution" rel="tag">Revolution</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/roman/" title="Roman" rel="tag">Roman</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schiller/" title="Schiller" rel="tag">Schiller</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/shakespeare/" title="Shakespeare" rel="tag">Shakespeare</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/simplicissimus/" title="Simplicissimus" rel="tag">Simplicissimus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprachentwicklung/" title="Sprachentwicklung" rel="tag">Sprachentwicklung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprachgemeinschaft/" title="Sprachgemeinschaft" rel="tag">Sprachgemeinschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sturm-und-drang/" title="Sturm und Drang" rel="tag">Sturm und Drang</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/urteilskraft/" title="Urteilskraft" rel="tag">Urteilskraft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vernunft/" title="Vernunft" rel="tag">Vernunft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/weimar/" title="Weimar" rel="tag">Weimar</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/weimarer-klassik/" title="Weimarer Klassik" rel="tag">Weimarer Klassik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/werther/" title="Werther" rel="tag">Werther</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/winkelmann/" title="Winkelmann" rel="tag">Winkelmann</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Was im Deutsch-Grundkurs zu lesen sein wird (Landesabitur Hessen 2013)</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 17:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Büchner, Woyzeck]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Expressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[expressionistisch]]></category>
		<category><![CDATA[Faust 1]]></category>
		<category><![CDATA[Kafka]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsselkompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenserwerb]]></category>
		<category><![CDATA[»Schul«-Lektüren]]></category>
		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Abitur]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschunterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüre]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenbild]]></category>
		<category><![CDATA[romantisch]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Schülerinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Shakespeare]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachreflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Sturm und Drang]]></category>
		<category><![CDATA[Unterrichtsvorbereitung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeitswahrnehmung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=6019</guid>
		<description><![CDATA[Nach einem in seinen Lekt&#252;ren dem Deutsch-Unterricht noch Luft gebenden Einf&#252;hrungsjahr, beginnt f&#252;r die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, die im Jahr 2013 ihr Abitur in Hessen machen wollen, nun die Phase, in der der offizielle Lehrplan mit verbindlichen Lekt&#252;ren verbunden ist. &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einem in seinen Lekt&#252;ren dem Deutsch-Unterricht noch Luft gebenden Einf&#252;hrungsjahr, beginnt f&#252;r die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, die im Jahr 2013 ihr Abitur in Hessen machen wollen, nun die Phase, in der der offizielle Lehrplan mit verbindlichen Lekt&#252;ren verbunden ist. Erstmals sind diese Lekt&#252;ren sogar Halbjahren zugeordnet, worauf die bisherigen Vorgaben verzichteten, wohl deshalb, weil sich durch die offiziellen Lehrpl&#228;ne eigentlich fast von alleine ergab, in welchen Halbjahren der Oberstufe die Lekt&#252;ren ihren Platz finden. – Dass die Lekt&#252;ren nun konkreten Halbjahren zugewiesen werden, hat vielleicht Gr&#252;nde. Doch &#252;ber diese will ich hier gar nicht spekulieren.</p>

<p>Was also wird im Grundkurs Deutsch in Hessen f&#252;r all die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler zu lesen sein, die n&#228;chsten Montag (8. August 2011) mit der Qualifikationsphase beginnen? – Hier die (subjektiv) kommentierte <a href="http://www.kultusministerium.hessen.de/irj/servlet/prt/portal/prtroot/slimp.CMReader/HKM_15/HKM_Internet/med/2fe/2fe7045d-2144-e031-f012-f31e2389e481,22222222-2222-2222-2222-222222222222,true" target="_blank">Lekt&#252;reliste</a> ((Der Link f&#252;hrt zum PDF mit den offiziellen Hinweisen zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturpr&#252;fungen im Landesabitur 2013, gem&#228;&#223; Erlass vom 20. Juni 2011)), f&#252;r deren Richtigkeit ich &#252;brigens keine Gew&#228;hr &#252;bernehme.</p>

<p><span id="more-6019"></span>Die <a href="http://lernarchiv.bildung.hessen.de/sek_ii/" target="_blank">offiziellen Hinweise zu den Pr&#252;fungen des hessischen Landesabiturs</a> finden sich auf der <a href="http://www.kultusministerium.hessen.de/" target="_blank">Website des Hessischen Kultusministeriums</a> bzw. auf dem <a href="http://dms.bildung.hessen.de/index.html" target="_blank">Hessischen Bildungsserver</a>.</p>

<h2>Lekt&#252;ren im Grundkurs Deutsch<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/#footnote_0_6019" id="identifier_0_6019" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Angaben ohne Gew&amp;#228;hr">1</a></sup> im Verlauf der Qualifikationsphase 1 mit subjektivem Kommentar:</h2>

<h4>Kleist: Prinz Friedrich von Homburg</h4>

<p>Kleist ist neu im Reigen der f&#252;r das Landesabitur relevanten Lekt&#252;rverpflichtungen in der Qualifikationsphase. Endlich! Kleist! Mit „Prinz Friedrich von Homburg“ ist Kleists wohl ausgereiftestes B&#252;hnenwerk Teil der Leseliste f&#252;r das Landesabitur. Eine fremde Welt, die sich heutigen Leserinnen und Lesern da auftut, aber die Themen sind heute nach wie vor die gleichen geblieben. Richtig: Es geht nat&#252;rlich um …!</p>

<div>
<h4>Lyrik zum Menschenbild der Klassik</h4>
Stand so bislang nicht auf der Liste der f&#252;r das Landesabitur relevanten Lekt&#252;rverpflichtungen. Die Pr&#228;senz der Lyrik wird damit um ein Drittel erweitert. Standen bislang nur zwei Themenbereich mit Lyrikschwerpunkt auf der Leseliste, sind es nun derer drei. Allerdings standen auf bisherigen Leselisten f&#252;r das Landesabitur auch nur sieben Lekt&#252;revorgaben. Nunmehr sind es neun (Lyrik und Epik wurden um jeweils eine Lekt&#252;reverpflichtung aufgestockt, sodass nun aus jedem Bereich (Dramatik, Epik, Lyrik) drei Lekt&#252;reverpflichtungen vorgesehen sind). F&#252;r mich wird diese Unterrichtseinheit noch einmal eine Entdeckungsreise durch diese Epoche werden, in der nat&#252;rlich nicht nur Goethe schrieb. Und die Frage nach dem Menschenbild im Kontext der Lyrik zu stellen, halte ich f&#252;r eine bisherige Kenntnisse vertiefende Hinf&#252;hrung zur Lyrik im ersten Halbjahr der Qualifikationsphase nicht schlecht gew&#228;hlt. Hier bieten sich f&#252;r mich  Ankn&#252;pfungsm&#246;glichkeiten an die in der Einf&#252;hrungsphase intensiv erarbeitete Epoche der Aufkl&#228;rung, was ebenso f&#252;r die Lyrik der Romantik gilt.
<h4>Lyrik der Romantik</h4>
Ob es m&#246;glich ist, die Lyrik zum Menschenbild der Klassik gewinnbringend mit der Erarbeitung der romantischen Lyrik zu verbinden? Die Basis der romantischen Lyrik ist eng mit Fragen des Welt- und Menschenbildes verbunden. Die Frage einer Integration dieser Lekt&#252;rebereiche in eine Unterrichtseinheit ist naheliegend. Zumindest wenn ich in Klausuren denke<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/#footnote_1_6019" id="identifier_1_6019" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich wei&amp;#223;, dass unter meinen Leserinnen und Lesern auch solche sind, die Pr&amp;#252;fungen, Noten und die damit verbundenen Auswirkungen auf das schulische Lernen kritisch betrachten. Da ich aber konkret unterrichte, tue ich das im Rahmen der Vorgaben, die ich dann auch bei meine Vorbereitungen zu ber&amp;#252;cksichtigen habe.">2</a></sup>, so f&#228;llt mir auf, dass in jedem Halbjahr der Qualifikationsphase nach der mir vorliegenden &#220;bersicht drei Lekt&#252;ren vorgesehen sind. Es werden zwei Klausuren pro Halbjahr geschrieben. Daraus ergeben sich die M&#246;glichkeiten, 1. Lekt&#252;rebereiche aus der &#220;berpr&#252;fung mittels Klausuren heraus zu nehmen und andere Formen der Leistungsnachweise zu nutzen oder aber 2. Lekt&#252;revorgaben zu integrieren und somit das verkn&#252;pfende Denken auf noch einer weiteren Ebene gezielt zu f&#246;rdern, ist es doch durchaus f&#252;r viele Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen nicht trivial, &#252;ber die Grenzen eines literarischen Werkes bzw. einer literarischen Epoche hinaus zu denken.

Die Qualifikationsphase legt im ersten Halbjahr der Vorbereitung auf das hessische Landesabitur im Grundkurs Deutsch einen klaren Schwerpunkt auf die ersten H&#228;lfte des 19. Jahrhundert. Das Halbjahr kann also durchaus auch als eine literarische Zeitreise in die Epoche vor nunmehr 200 Jahren gesehen und gestaltet werden. Wenn dann noch B&#252;chners Woyzeck in Q2 dazu genommen wird, ist dieses Drama doch auch in dieser Zeit entstanden, so zeigt sich in der zu lesenden Literatur die Differenziertheit literarischer Str&#246;mungen, aber auch die Zerrissenheit der Gesellschaft, insbesondere in der Gegen&#252;berstellung B&#252;chners Arbeiten mit denen der Romantik und der Klassik.
<h2>Lekt&#252;ren im Grundkurs Deutsch im Verlauf der Qualifikationsphase 2 mit subjektivem Kommentar:</h2>
<h3><span class="Apple-style-span" style="font-size: 14px;">B&#252;chner: Woyzeck</span></h3>
<div>

Woyzeck geh&#246;rt auf die Lekt&#252;reliste. Ganz klar. Doch dieses Mal werden die Briefe B&#252;chners und der von ihm mit verfasste „Hessische Landbote“ in den Hinweisen zum Landesabitur 2013 nicht genannt. Das ist aber nur eine kosmetische Frage, denn in gewisser Weise werden die Briefe bestimmt eine Rolle spielen – und wenn nicht im Unterricht, so bieten sie von ihrem Umfang her durchaus M&#246;glichkeiten f&#252;r die Gestaltung von Leistungsnachweisen. Eine rein werkimmanente Erarbeitung des Woyzeck, die zentrale Bez&#252;ge zu B&#252;chners politischem Engagement vernachl&#228;ssigt, kann ich mir bislang allerdings nur schwer vorstellen.
<h4>Fontane: Irrungen, Wirrungen</h4>
Dieses Werk bietet Einblicke in die Zeit der zweiten H&#228;lte des 19. Jahrhunderts unter literarischen Vorzeichen. Fontane ist ein durchaus in einigen Werken sehr spannender Erz&#228;hler. „Irrungen, Wirrungen“ bietet sich dazu an, einem Schriftsteller mal sehr genau auf die Finger zu schauen, sind manche „Tricks“, derer sich Autoren bedienen, hier doch so augenf&#228;llig und zug&#228;nglich, dass es wirklich keine gro&#223;e Herausforderung ist, Techniken der Vorausdeutung, der im Text diesen deutend integrierten Beschreibungen von Dingen etc. und weiteres Handwerkszeug von Autoren herauszuarbeiten. – Im Zusammenhang mit B&#252;chners Wirklichkeitsdarstellung kann, bei allem kritischen Geist, der im Werk Fontanes vorhanden ist, auch manche Einseitigkeit der Wirklichkeitswahrnehmung Fontanes im Kontext des B&#252;rgertums sicherlich nachvollziehbar heraus gearbeitet werden.  – F&#252;r die Sch&#252;ler ist „Irrungen, Wirrungen“ zum ersten Mal auf der Lekt&#252;reliste. F&#252;r mich als Lehrer f&#228;nde ich es nicht so schlecht, wenn mit Effie Briest oder gar Werken von Gerhart Hauptmann mal wieder ein anderes Werk diese Epoche repr&#228;sentieren w&#252;rde.
<h4>Kafka: Das Urteil</h4>
Ich mag Kafka und gerade „Das Urteil“ ist vielen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern weit zug&#228;nglicher, als es bei Kafka zu vermuten w&#228;re. Erinnere ich mich an meine eigene Schulzeit, wir lasen Kafka schon in den Klassen 9 und 10, so war Kafka ein Autor, dessen gesammelte Prosa ich mir direkt im Zusammenhang mit dem Unterricht zulegte, weil ich diesen Autor sehr spannend fand und finde. Dass in den vergangenen Jahren, in denen Kafka auf der Lekt&#252;reliste zum hessischen Landesabitur steht, Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler teilweise immer noch richtig gut mit Kafka umgehen k&#246;nnen, zeigt mir einmal mehr, wie existentiell und &#252;ber die Zeiten hinweg Kafka geschrieben hat.

</div>
<h2>Lekt&#252;ren im Grundkurs Deutsch im Verlauf der Qualifikationsphase 3 mit subjektivem Kommentar:</h2>
<h4>Goethe: Faust I</h4>
<em>Der</em> deutsche Klassiker &#252;berhaupt. Zumindest angesichts des heute als relevant betrachteten Kanons; zumindest in dem Zeitraum deutscher Literaturgeschichte, der in der hessischen Oberstufe ber&#252;cksichtigt wird. Doch auch im Gesamtkontext deutschsprachiger Literaturgeschichte gibt es nur wenige Werke, die literarisch und inhaltlich so spannend sind, wie „Faust“. So sehe ich das zumindest. Einmal im Jahr „Faust“ lesen – das kann auch ohne berufliche Verpflichtungen, die mit der Lekt&#252;re verbunden sind, sehr lohnend sein. Mein Eindruck ist, dass diese Lekt&#252;re nach wie vor f&#252;r &#252;berraschend viele Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler als eine Art H&#246;hepunkt des Deutschunterrichts gilt. Dar&#252;ber hinaus sind die M&#246;glichkeiten des werkimmanenten Arbeitens sehr breit gef&#228;chert. Bez&#252;ge zur Klassik, zur Romantik, zu Kleist und … zu eigentlich der gesamten deutschsprachigen Literaturgeschichte (und zu Shakespeare und und und…) sind beim Faust immer m&#246;glich.
<h4>Hein: In seiner fr&#252;hen Kindheit ein Garten</h4>
Heins „In seiner fr&#252;hen Kindheit ein Garten“ ist der einzige nach 1945 entstandene Roman, der f&#252;r das hessische Landesabitur im Grundkurs Deutsch im Jahr 2013 relevant ist. Dieser Roman bietet sich, von den historischen Bez&#252;gen, die sehr viel spannende Hintergr&#252;nde liefern k&#246;nnen einmal abgesehen, vor allem dazu an, sich bei seiner Lekt&#252;re noch einmal grunds&#228;tzlich reflexiv mit der Frage nach Qualit&#228;tskriterien von Literatur zu befassen. Was macht einen guten literarischen Text aus? Und welche der in der Qualifikationsphase gelesenen Texte erf&#252;llen welche Qualit&#228;tskriterien.  Zu allererst muss sich aber Heins „In seiner fr&#252;hen Kindheit ein Garten“ diesen Kriterien stellen. Die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen k&#246;nnen dabei sicher zu unterschiedlichen Positionen gelangen.
<h4>Lyrik des Expressionismus</h4>
Der Expressionismus ist ein Ph&#228;nomen, dass in der gesamten Kunst seinen Niederschlag fand, vor allem aber in der bildenden Kunst, sodass die Verbindung von Bildern mit Gedichten so nahe liegt, dass sie eigentlich nicht erw&#228;hnt werden muss. In Frankfurt <del>liegen</del> h&#228;ngen aber nun auch noch einige Schl&#252;sselwerke dieser Epoche sehr nah im St&#228;del, sodass die Verbindung in der direkten Begegnung mit diesen Bildern geschehen kann. Die Bandbreite der Lyrik dieser Zeit ist enorm, so sehr sie sich auch eines beschr&#228;nkten Umfangs stilbildender Mittel bediente. Nach dem Sturm und Drang als Epoche des jungen Goethes ist der Expressionismus in der Lyrik vielleicht die erste Nachfolgeepoche, in der sich die Lyrik inhaltlich und formal sprunghaft weiter entwickelte und somit die gro&#223;en Ver&#228;nderungen hin zu Dadaismus und zur konkreten Poesie erm&#246;glichte.
<h2>Au&#223;erdem</h2>
Grundkategorien der Redeanalyse sind im Kontext der Sprachreflexion zu erarbeiten. Das halte ich angesichts unserer politischen Redekultur f&#252;r sehr sinnvoll und oft ist es erhellend, wenn man politische Reden unter rhetorischer Perspektive betrachtet. Doch finde ich, dass es nicht nur um die Analyse von Reden gehen sollte, sondern dar&#252;ber hinaus die Kompetenz zur Vorstellung eigener Reden gef&#246;rdert werden sollte.

Insgesamt ist das ein anspruchsvolles und recht umfangreiches Programm, dass die mit diesem Schuljahr in die hessische Qualifikationsphase eintretenden Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler da im GK Deutsch absolvieren sollen. Ich halte es aber auch f&#252;r ein spannendes Programm, das einiges an Optionen f&#252;r die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen bietet, so mit den Texten zu arbeiten, dass f&#252;r unterschiedlichste Herangehensweisen Platz ist, f&#252;r Herangehensweisen, die differenziert dazu qualifizieren, die Anforderungen einer zentralen Abiturpr&#252;fung erf&#252;llen zu k&#246;nnen.
<blockquote>Ebenfalls ohne Gew&#228;hr, aber der Vollst&#228;ndigkeit halber hier noch die Lekt&#252;ren, die f&#252;r den Deutsch-Leistungskurs f&#252;r das hessische Landesabitur 2013 die Grundlage bilden:</blockquote>
<blockquote>Q1: Schiller: Die Jungfrau von Orleans; Kleist: Die Marquise von O …; Lyrik zum Menschenbild der Klassik; Lyrik der Romantik</blockquote>
<blockquote>Q2: B&#252;chner: Woyzeck; Fontane: Irrungen, Wirrungen; Hofmannsthal: Brief des Lord Chandos; Kafka: Das Urteil</blockquote>
<blockquote>Q3: Goethe: Faust I; Wolf: Medea. Stimmen; Lyrik des Expressionismus</blockquote>
<blockquote>Au&#223;erdem, im Rahmen der sog. zus&#228;tzlichen Belesenheit von Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen im Deutsch-LK: Thomas Mann: Mario und der Zauberer; S&#252;skind: Das Parf&#252;m</blockquote>
</div>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/29/podcasts-eine-kurze-einfuehrung/" rel="bookmark" title="29. Januar 2009">Podcasts &#8211; Eine kurze Einf&#252;hrung</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/11/02/herrn-larbigs-bibliothek-3-laute-verse-gedichte-aus-der-gegenwart/" rel="bookmark" title="2. November 2009">Herrn Larbigs Bibliothek 3: Laute Verse. Gedichte aus der Gegenwart</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/21/lernen-bei-goethe/" rel="bookmark" title="21. August 2008">Lernen bei Goethe</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/03/05/wissen-im-21-jahrhundert-did-you-know/" rel="bookmark" title="5. M&#228;rz 2009">Wissen im 21. Jahrhundert (Did you know?)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/05/17/facher-verbindend-kompetenzen-lehren-ein-vorschlag/" rel="bookmark" title="17. Mai 2011">F&#228;cher verbindend Kompetenzen lehren – ein Vorschlag</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.446 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy11"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Was im Deutsch-Grundkurs zu lesen sein wird (Landesabitur Hessen 2013)  "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2011\/08\/01\/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy11').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_6019" class="footnote">Angaben ohne Gew&#228;hr</li><li id="footnote_1_6019" class="footnote">Ich wei&#223;, dass unter meinen Leserinnen und Lesern auch solche sind, die Pr&#252;fungen, Noten und die damit verbundenen Auswirkungen auf das schulische Lernen kritisch betrachten. Da ich aber konkret unterrichte, tue ich das im Rahmen der Vorgaben, die ich dann auch bei meine Vorbereitungen zu ber&#252;cksichtigen habe.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/19-jahrhundert/" title="19. Jahrhundert" rel="tag">19. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/abitur/" title="Abitur" rel="tag">Abitur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/analyse/" title="Analyse" rel="tag">Analyse</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/buechner/" title="Büchner, Woyzeck" rel="tag">Büchner, Woyzeck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutschunterricht/" title="Deutschunterricht" rel="tag">Deutschunterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/drama/" title="Drama" rel="tag">Drama</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/expressionismus/" title="Expressionismus" rel="tag">Expressionismus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/expressionismus/" title="Expressionismus" rel="tag">Expressionismus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/expressionistisch/" title="expressionistisch" rel="tag">expressionistisch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/faust-1/" title="Faust 1" rel="tag">Faust 1</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedicht/" title="Gedicht" rel="tag">Gedicht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedichte/" title="Gedichte" rel="tag">Gedichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/goethe/" title="Goethe" rel="tag">Goethe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kafka/" title="Kafka" rel="tag">Kafka</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/kafka-schullektueren-deutsch-sek-ii/" title="Kafka" rel="tag">Kafka</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/klassiker/" title="Klassiker" rel="tag">Klassiker</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kunst/" title="Kunst" rel="tag">Kunst</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lektuere/" title="Lektüre" rel="tag">Lektüre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/" title="Literaturgeschichte" rel="tag">Literaturgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lyrik/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/menschenbild/" title="Menschenbild" rel="tag">Menschenbild</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/romantik-litertaturgeschichte-deutsch-sek-ii/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantisch/" title="romantisch" rel="tag">romantisch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schriftsteller/" title="Schriftsteller" rel="tag">Schriftsteller</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schueler/" title="Schüler" rel="tag">Schüler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schuelerinnen/" title="Schülerinnen" rel="tag">Schülerinnen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/shakespeare/" title="Shakespeare" rel="tag">Shakespeare</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprachreflexion/" title="Sprachreflexion" rel="tag">Sprachreflexion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sturm-und-drang/" title="Sturm und Drang" rel="tag">Sturm und Drang</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterrichtsvorbereitung/" title="Unterrichtsvorbereitung" rel="tag">Unterrichtsvorbereitung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrnehmung/" title="Wahrnehmung" rel="tag">Wahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirklichkeit/" title="Wirklichkeit" rel="tag">Wirklichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirklichkeitswahrnehmung/" title="Wirklichkeitswahrnehmung" rel="tag">Wirklichkeitswahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/wissenserwerb/" title="Wissenserwerb" rel="tag">Wissenserwerb</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/" title="»Schul«-Lektüren" rel="tag">»Schul«-Lektüren</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Gedichtinterpretation: Lessings „Lob der Faulheit“</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/04/04/gedichtinterpretation-lessings-lob-der-faulheit/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2011/04/04/gedichtinterpretation-lessings-lob-der-faulheit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 17:20:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[aufklärend]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. I]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichtinterpretationen]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Emilia Galotti]]></category>
		<category><![CDATA[Form]]></category>
		<category><![CDATA[Gedankenstrich]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichtinterpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Inhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Ironie]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Lessing]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Nathan der Weise]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Voltaire]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=5953</guid>
		<description><![CDATA[Gedichtinterpretation: Lessings „Lob der Faulheit“ von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Lessing? Klar. Das ist doch der mit der Ringparabel aus „Nathan der Weise“. Lessing hat Emilia Galotti geschrieben und ein &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/04/04/gedichtinterpretation-lessings-lob-der-faulheit/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" /></a><br /><span xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" href="http://purl.org/dc/dcmitype/Text" property="dct:title" rel="dct:type"> Gedichtinterpretation: Lessings „Lob der Faulheit“</span> von <a xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#" href="http://herrlarbig.de/?p=5953" property="cc:attributionName" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</em></p>

<p>Lessing?</p>

<p>Klar. Das ist doch der mit der <a href="http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/les/les_dram/les_nathan/nathan_text/les_nathan_txt_3.7.htm" target="_blank">Ringparabel</a> aus „Nathan der Weise“.</p>

<p>Lessing hat <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KLyA_XmYdws" target="_blank">Emilia Galotti</a> geschrieben und ein <a href="http://www.zeno.org/http://www.zeno.org/Literatur/M/Lessing,+Gotthold+Ephraim/%C3%84sthetische+Schriften/Hamburgische+Dramaturgie" target="_blank">umfassendes Werk zur Dramturgie</a>.</p>

<p><a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Lessing/Biographie/Seite1" target="_blank">Lessing</a>? – Ein flei&#223;iger Dichter. Und dann, im Jahre 1751, das:</p>

<p>Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)</p>

<p>Lob der Faulheit (1751)</p>

<p>Faulheit, jetzo will ich dir</br>
Auch ein kleines Loblied bringen. -</br>
O &#8212; &#8211; wie &#8212; &#8211; sau &#8212; &#8211; er &#8212; &#8211; wird es mir, &#8212; &#8211;</br>
Dich &#8212; &#8211; nach W&#252;rden &#8212; &#8211; zu besingen!</br>
Doch, ich will mein Bestes tun,</br>
Nach der Arbeit ist gut ruhn.</p>

<p>H&#246;chstes Gut, wer Dich nur hat,</br>
Dessen ungest&#246;rtes Leben &#8211;</br>
Ach! &#8212; &#8211; ich &#8212; &#8211; g&#228;hn &#8212; &#8211; ich &#8212; &#8211; werde matt &#8212; &#8211;</br>
Nun &#8212; &#8211; so &#8212; &#8211; magst du &#8212; &#8211; mir`s vergeben,</br>
Dass ich Dich nicht singen kann;</br>
Du verhinderst mich ja dran.</p>

<p style="text-align: left;">Lessing ist 22 Jahre.</p>

<p style="text-align: left;">Er ist noch Student, als der dieses Gedicht verfasst.</p>

<p style="text-align: left;">Aber es ist ihm schon gelungen, <a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Lessing/Biographie/Seite2" target="_blank">sich mit </a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Voltaire" target="_blank">Voltaire</a> zu &#252;berwerfen, der immerhin als einer der wichtigsten Denker der Aufkl&#228;rung gilt – und 1751 am Hofe Friedrichs II. weilte.</p>

<p style="text-align: left;">Zu dieser Zeit hatte sich Lessing schon entschieden,<span id="more-5953"></span> dass er Schriftsteller werden wolle. Und dass er es sich mit Voltaire verscherzt hatte mag ihn dabei kaum gek&#252;mmert haben, denn streitbar war Lessing durchaus, wie in dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fragmentenstreit" target="_blank">Streit mit dem Hamburger Hauptpfarrer Goeze</a> noch einmal deutlich wurde, aus dem immerhin ein Teil der Motivation zum Schreiben des Nathans hervorgegangen ist.</p>

<p style="text-align: left;">Und so ein flei&#223;iger Autor schreibt dieses kleine „Lob der Faulheit“. Wer auch sonst? Denn schaut man genau hin, so ist die Ironie, die diese heiteren Zeilen vorantreibt, kaum zu &#252;bersehen. Diese Ironie ist nicht blo&#223; inhaltlicher Art, auch die Form beteiligt sich daran, dass dieser Eindruck entsteht.</p>

<p style="text-align: left;">Zwei Strophen mit je sechs Versen, von denen die jeweils ersten vier &#252;ber Kreuz und die letzten zwei paarig gereimt sind. Hinzu kommt die Konsequenz des gleichm&#228;&#223;ig durchgehaltenen alternierenden Rhythmus in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Troch%C3%A4us" target="_blank">troch&#228;ischer</a> Form, wobei die Verse 2, 4, 8 und 10 mit klingender (weiblicher) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kadenz_%28Verslehre%29" target="_blank">Kadenz</a> , die restlichen acht Verse hingegen mit stumpfer (m&#228;nnlicher) Kadenz enden.</p>

<p style="text-align: left;">Dieses Gedicht ist kunstvoll gebaut und gleichzeitig von „Faulheit“ gepr&#228;gt, bewegt es sich doch sehr gleichm&#228;&#223;ig, ohne gro&#223;e Spielereien. Auf den nach vorne dr&#228;ngenden Jambus wird verzichtet, der etwas zur&#252;ckhaltendere, „bremsende“ Troch&#228;us gew&#228;hlt. Alle Verse haben exakt vier Hebungen.</p>

<p style="text-align: left;">Hinzu kommen, als auff&#228;lligstes formales Merkmal des Gedichts, die gebrochenen Verse 3, 4, 9 und 10, die f&#252;r jeden, der das Gedicht laut lesen will, eine ganz besondere Herausforderung darstellen, so klar sie in der Druckfassung auch als das zu erkennen sind, was sie sein sollen: Das r&#228;keln und G&#228;hnen des von der Faulheit Ergriffenen, denn ohne dem Vers seine Struktur zu nehmen, strecken diese doppelten Gedankenstriche die Verse, wie sich ein gen&#252;sslich Fauler streckt. – Und so gilt es, sich bei diesen Versen zu strecken, zu r&#228;ckeln, um den Ton zu finden, der diesen Versen angemessen ist.</p>

<p style="text-align: left;">Das Gedicht tr&#228;gt diese Leseanweisung in sich, ohne dass sie ausdr&#252;cklich genannt wird. Und hier wird das Gedicht lustig. Ich stelle mir vor, wie Lessing es wohl vorgetragen haben mag… Wenn er dazu nicht zu faul gewesen ist.</p>

<p style="text-align: left;">Lessing wird meist als aufkl&#228;rerischer Dichter, Dramatiker und Verfasser theoretischer Schriften vermittelt. In diesem Kleinod eines Gedichtes zeigt sich ein ganz anderer Lessing: Ein heiterer, humorvoller, verspielter Lessing, dem es bereits in diesem fr&#252;hen Gedicht, zur Erinnerung: Lessing hatte es mit 22 Jahren! geschrieben, gelingt, sprachliche Sch&#246;nheit, Humor und formale Sensibilit&#228;t zu vereinen.</p>

<p style="text-align: left;">Ein gro&#223;artiges Gedicht, dessen Ironiespur aber mit dessen Niederschrift noch nicht vollst&#228;ndig war. Diese wurde von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Haydn" target="_blank">Joseph Haydn</a> auf den Gipfel getrieben, der aus diesem Loblied, von dem das lyrische Ich sagt, dass es dies nicht singen k&#246;nne, da es von dem Gegenstand des Gedichtes selbst daran gehindert werde (V 11f.), tats&#228;chlich ein Lied macht, in dem dann gesungen wird, dass &#252;ber den Gegenstand des Liedes nicht gesungen werden k&#246;nne… Ob diese Vertonung dem Humor des Gedichts gerecht wird, das m&#246;ge hier nun jeder und jede selbst entscheiden.</p>

<p style="text-align: left;"></p>

<p style="text-align: left;"></p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2012/02/05/gedichtinterpretation-johann-wolfgang-goethe-der-sanger-1783/" rel="bookmark" title="5. Februar 2012">Gedichtinterpretation: Johann Wolfgang Goethe, Der  S&#228;nger (1783)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/08/26/gedichtinterpretation-joseph-von-eichendorff-das-zerbrochene-ringlein-in-einem-kuehlen-grunde/" rel="bookmark" title="26. August 2010">Gedichtinterpretation: Joseph von Eichendorff, Das zerbrochene Ringlein (In einem k&#252;hlen Grunde)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/09/30/gedichtinterpretation-joseph-von-eichendorff-mondnacht/" rel="bookmark" title="30. September 2010">Gedichtinterpretation: Joseph von Eichendorff, Mondnacht</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/30/alle-tage-ingeborg-bachmann/" rel="bookmark" title="30. September 2008">Alle Tage (Ingeborg Bachmann)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/05/gedichtinterpretation-goethe-ein-jugendgefahrdender-autor/" rel="bookmark" title="5. April 2011">Gedichtinterpretation: Goethe – ein jugendgef&#228;hrdender Autor</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 3.618 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy14"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":" Gedichtinterpretation: Lessings \u201eLob der Faulheit\u201c "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2011\/04\/04\/gedichtinterpretation-lessings-lob-der-faulheit\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy14').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/aufklarend/" title="aufklärend" rel="tag">aufklärend</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutsch/" title="deutsch" rel="tag">deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-i/" title="Deutsch Sek. I" rel="tag">Deutsch Sek. I</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichter/" title="Dichter" rel="tag">Dichter</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/emilia-galotti/" title="Emilia Galotti" rel="tag">Emilia Galotti</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/form/" title="Form" rel="tag">Form</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedankenstrich/" title="Gedankenstrich" rel="tag">Gedankenstrich</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedicht/" title="Gedicht" rel="tag">Gedicht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedichte/" title="Gedichte" rel="tag">Gedichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-i/gedichte/" title="Gedichte" rel="tag">Gedichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedichtinterpretation/" title="Gedichtinterpretation" rel="tag">Gedichtinterpretation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/gedichtinterpretationen/" title="Gedichtinterpretationen" rel="tag">Gedichtinterpretationen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/humor/" title="Humor" rel="tag">Humor</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/inhalt/" title="Inhalt" rel="tag">Inhalt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/interpretation/" title="Interpretation" rel="tag">Interpretation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ironie/" title="Ironie" rel="tag">Ironie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kunst/" title="Kunst" rel="tag">Kunst</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lesen/" title="lesen" rel="tag">lesen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lessing/" title="Lessing" rel="tag">Lessing</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/nathan-der-weise/" title="Nathan der Weise" rel="tag">Nathan der Weise</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schriftsteller/" title="Schriftsteller" rel="tag">Schriftsteller</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/video/" title="Video" rel="tag">Video</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/voltaire/" title="Voltaire" rel="tag">Voltaire</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/youtube/" title="YouTube" rel="tag">YouTube</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2011/04/04/gedichtinterpretation-lessings-lob-der-faulheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Sitzordnung im Unterricht: Lehrer-, Gruppen-, Themenzentrierung</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/03/10/sitzordnung-im-unterricht-lehrer-gruppen-themenzentrierung/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2011/03/10/sitzordnung-im-unterricht-lehrer-gruppen-themenzentrierung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 23:25:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzenförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen und Lehren]]></category>
		<category><![CDATA[Methoden]]></category>
		<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenserwerb]]></category>
		<category><![CDATA[Affenmetapher]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Denkprozeß]]></category>
		<category><![CDATA[Denkstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschunterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Infrarotkamera]]></category>
		<category><![CDATA[Infrarotkamerametapher]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Pol Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrende]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrerin]]></category>
		<category><![CDATA[Lerngruppe]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Metapher]]></category>
		<category><![CDATA[Metaphern]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Neuronenmetapher]]></category>
		<category><![CDATA[Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Rolle]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Schülerinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Sitzordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Struktur]]></category>
		<category><![CDATA[Stundenentwurf]]></category>
		<category><![CDATA[Stundenmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Unterrichtsentwurf]]></category>
		<category><![CDATA[Unterrichtsstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=5788</guid>
		<description><![CDATA[Res&#252;mee: Was als eine Unterrichtsstunde begann, in der das Nachdenken &#252;ber Metaphern zum Lernen in einer Lerngruppe im Zentrum stand, welches dann zur Gestaltung einer Sitzordnung im Sinne der Diskussionsergebnisse f&#252;hrte, ist als eine Stunde gedacht gewesen, die praktisch und &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/03/10/sitzordnung-im-unterricht-lehrer-gruppen-themenzentrierung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Res&#252;mee: Was als eine Unterrichtsstunde begann, in der das Nachdenken &#252;ber Metaphern zum Lernen in einer Lerngruppe im Zentrum stand, welches dann zur Gestaltung einer Sitzordnung im Sinne der Diskussionsergebnisse f&#252;hrte, ist als eine Stunde gedacht gewesen, die praktisch und konkret in die Besch&#228;ftigung mit der Epoche der Aufkl&#228;rung und ihrer Literatur einf&#252;hrt.</em></p>

<p>Am Ende sollten die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler eines Oberstufenkurses die Sitzordnung im Raum so gestalten, dass sie den Ergebnissen unserer &#220;berlegungen entspricht. Reihen, Gruppentische oder gar das Sitzen in U-Form wurden <strong>nicht</strong> bevorzugt. Am Ende stand ein Viereck, an dessen vier Seiten auch Sch&#252;ler sa&#223;en und nicht an einer alleine der Lehrer und die Sch&#252;ler doch wieder in einer U-Form verteilt.</p>

<p>Das Ergebnis hat mich &#252;berrascht. Es war anders, als ich das erwartet hatte. Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler sind selbst auf die Idee gekommen, dass eine konsequente Aufl&#246;sung der Lehrerzentrierung im Unterricht auch damit einher gehen muss, dass es keine vom Lehrer dominierte Seite des Raums gibt.</p>

<p>Zur Verdeutlichung habe ich schnell mal ein paar Skizzen angefertigt<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/10/sitzordnung-im-unterricht-lehrer-gruppen-themenzentrierung/#footnote_0_5788" id="identifier_0_5788" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Skizzen wurden in aller Schnelle mit Penultimate auf dem iPad angefertigt">1</a></sup>, die die unterschiedlichen Gestaltungskonzepte von Sitzordnungen im Klassenraum und die Position des Lehrenden verdeutlichen sollen. Die Skizzen k&#246;nnen durch anklicken vergr&#246;&#223;ert werden:</p>

<ul> <li>Die klassische <strong>Lehrerzentrierung</strong>, mit in Reihen gestellten Sch&#252;lertischen. Der Blick der Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler ist auf den Lehrer / die Lehrerin konzentiert. Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler kommen in dieser Form kaum miteinander ins Gespr&#228;ch, sehen einander h&#246;chstens jeweils von hinten.</li> </ul>

<div style="text-align: center; "><a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/LZent.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-5795" title="LZent" src="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/LZent-249x300.jpg" alt="" width="249" height="300" /></a></div>

<p> </p>

<ul> <li>Die <strong>U-Form und das „Notfall“-U</strong>: In dieser Sitzform sehen die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler einander besser (U-Form), auch wenn sehr oft, meist mangels Platz, das „Notfall“-U gebildet wird, in dem innerhalb des U noch Sitzpl&#228;tze genutzt werden, sodass hier der bessere Sichtkontakt der Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler wieder „gest&#246;rt“ wird. Dass das „Notfall“-U in vielen F&#228;llen als Option gesehen wird, liegt daran, dass auch diese Sitzordnung in Wirklichkeit <strong>auf den Lehrer hin orientiert</strong>, wenn vielleicht auch nicht so stark zentriert ist.</li> </ul>

<div style="text-align: center;"><a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/U.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-5796" title="U" src="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/U-249x300.jpg" alt="" width="249" height="300" /></a></div>

<div style="text-align: left;"><ul> <li>In vielen Klassenr&#228;umen gibt es <strong>Gruppentische</strong>. Bei dieser Sitzordnung passiert oft folgendes: Die Lehrerzentrierung wird aufgehoben, die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler sitzen in Gruppen zusammen, wenden vielen anderen Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen den R&#252;cken zu, in Plenumsphasen m&#252;ssen sich viele umdrehen, um Mitsch&#252;ler und Mitsch&#252;lerinnen wahrnehmen zu k&#246;nnen – gleiches gilt, wenn die Tafel, Projektoren etc. genutzt werden. Die Sitzordnung ist auf Kleingruppenarbeit hin ausgerichtet. Der Lehrer / die Lehrerin ist phasenweise bei den Sitzgruppen pr&#228;sent oder leitet Plenumsphasen. Vielleicht die radikalste Form des Sitzens im Sinne einer Sch&#252;lerzentrierung des Unterrichts, zu der sich der von mir geleitete Oberstufenkurs jedoch nicht entschloss… (Die Gr&#252;nde f&#252;r die Entscheidund des Kurses kommen gleich!)</li> </ul> <div style="text-align: center;"><a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Gruppen2.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-5792" title="Gruppen" src="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Gruppen2-249x300.jpg" alt="" width="249" height="300" /></a></div> <div style="text-align: left;"><ul> <li>Meine Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler haben sich f&#252;r <strong>ein Viereck als Sitzordnung</strong> entschieden. Das bedeutet zwar auch, dass bei der Arbeit mit der Tafel ein paar Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen mit dem R&#252;cken zur Tafel sitzen (sich also gegebenenfalls auf die andere Seite des Tisches setzen m&#252;ssen, um sich nicht zu sehr verrenken zu m&#252;ssen), aber die Lerngruppe bildet so eine Gruppe um eine „Mitte“, in der der Prozess des Denkens und Lernens, in der das <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/03/ldl-und-tzi/" target="_blank">Thema</a> steht. Der Lehrer / die Lehrerin bleibt Lehrer / Lehrerin (deshalb weiter in Rot dargstellt), ist aber Teil dieser Lerngruppe, wenn auch in anleitender, besonders verantwortlicher Stellung f&#252;r den Lernprozess. – Hier die Skizze und dann erz&#228;hle ich etwas von dem Prozess in der Lerngruppe, der zu dieser Sitzordnung f&#252;hrte:</li> </ul> <div style="text-align: center;"><a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Konf.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-5790" title="Konf" src="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Konf-249x300.jpg" alt="" width="249" height="300" /></a></div> <div style="text-align: left;">Diese in der letzten Skizze dargestellte Sitzordnung w&#228;hlten die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler eines von mir geleiteten Oberstufenkurses, ohne dass ich interventiert h&#228;tte. Der Auftrag lautete: „Gestalten Sie die Sitzordnung so, wie Sie meinen, dass sie am ehesten den Ergebnissen unseres Nachdenkens &#252;ber das Lernen im Unterricht entspricht.“ Es dauerte ca. drei Minuten, bis diese Sitzordnung stand. – Welche Diskussion aber hat zu dieser Entscheidung gef&#252;hrt?</div></div></div>

<p>Der Impuls zum Nachdenken &#252;ber Unterricht wurde mittels Metaphern gesetzt. Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler sollten &#252;ber folgende S&#228;tze nachdenken:</p>

<p>„Die Synapsen klackern.“</p>

<p>„Die Neuronen feuern.“</p>

<p>Sehr schnell erkannten die Jugendlichen, dass die metaphorisch f&#252;r den Lernprozess stehenden Synapsen und Neuronen anders funktionieren, als sie Unterricht bislang einsch&#228;tzten. Es wurde sogar an einer Stelle gesagt: „Neuronen <em>antworten</em> auf die Fragen, die der Lehrer stellt.“ Es dauerte nicht lange, bis deutlich wurde, dass dieses Schema, das letztlich lehrerzentriert ist, f&#252;r den Lernprozess nicht sonderlich hilfreich ist und dass Neuronen ganz anders funktionieren: Kommt ein Reiz, so reagieren sie – und sollte da mal ein Impuls auf eine falsche Bahn geraten, gelingt es einem Netzwerk aus Neuronen in den meisten F&#228;llen, diesen „falschen“ Impuls aufzudecken und zu korrigieren.</p>

<p>Bei den Impulss&#228;tzen orientierte ich mich (nat&#252;rlich <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ) an <a href="http://www.adz-netzwerk.de/wiki/index.php?title=Benutzer:Jeanpol/Folie_3" target="_blank">Jean-Pol Martins Neuronenmetapher</a>, die ich auf den konkreten Unterricht vor Ort umm&#252;nzte.</p>

<p>Nachdem das Gespr&#228;ch die Struktur der Neuronen (in metaphorischem Sinn!) verdeutlichen konnte, speiste ich zwei weitere Metapher in die Diskussion ein:</p>

<p>„<a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" target="_blank">Wer hat den Affen auf der Schulter?</a>“</p>

<p>„<a href="http://herrlarbig.de/2010/11/07/aktivitaetsverteilung-im-unterricht-die-infrarotkamera-metapher/" target="_blank">Wie wird die</a><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/07/aktivitaetsverteilung-im-unterricht-die-infrarotkamera-metapher/" target="_blank"> ‚W&#228;rmeverteilung‘ (das Engagement // die Sch&#252;leraktivit&#228;t) im Unterricht von einer Infrarotkamera wahrgenommen.</a>“</p>

<p>Ich griff auf die <a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" target="_blank">Affen</a>- und <a href="http://herrlarbig.de/2010/11/07/aktivitaetsverteilung-im-unterricht-die-infrarotkamera-metapher/" target="_blank">Infrarotkamerametapher</a> zur&#252;ck, die ich hier im Blog bereits erl&#228;utert habe, zwei Metaphern, die von den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern schnell produktiv aufgegriffen wurden. Dabei fiel mir (wieder einmal) auf, dass viele im Kurs sehr positiv auf den Hinweis reagierten, dass Unterricht in meinen Augen aus zwei Prozessen bestehe: Zun&#228;chst steht der Lernprozess im Mittelpunkt, ein Prozess, in dem gemeinsam daran gearbeitet wird, Wissen und Denkstrukturen, Kompetenzen etc. aufzubauen, wobei eben nicht davon ausgegangen wird, dass es nur richtige Antworten (sic!) gibt, sondern vielmehr auch der Irrtum, der Umweg f&#252;r das Lernen produktiv sein kann bzw. ist. An zweiter Stelle steht der Prozess der &#220;berpr&#252;fung von Wissen, der F&#228;higkeit zur praktischen Anwendung von Denkstrukturen, von Kompetenzen etc.</p>

<p>In diesem Denkprozess ging es auch um die Rolle des Lehrers, die von keinem in Frage gestellt, aber durchaus befragt wurde. Dabei kam die Gruppe zu dem Schluss, dass ein gemeinsamer Lernprozess die Rolle des Lehrers ver&#228;ndert. Das wurde sehr deutlich, nachdem sich die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler ihre Sitzordnung gesucht hatten.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/10/sitzordnung-im-unterricht-lehrer-gruppen-themenzentrierung/#footnote_1_5788" id="identifier_1_5788" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die an einen Konferenzraum erinnernde Sitzordnung ist nur m&amp;#246;glich, wenn die Lerngruppe und die&nbsp;Unterrichtsr&amp;#228;ume dies von ihrer Gr&amp;#246;&amp;#223;e her zulassen. Wenn dies nicht der Fall ist, dann ist es aber durchaus Teil der Herausforderung f&amp;#252;r die Sch&amp;#252;lerinnen und Sch&amp;#252;ler, eine den Gegebenheiten angemessene, pragmatische L&amp;#246;sung zu entwickeln.">2</a></sup> W&#228;hrend dieses Prozesses hielt ich mich v&#246;llig zur&#252;ck, beobachtete, was passieren w&#252;rde, hatte ich doch wirklich kein Ahnung, welche Konsequenzen die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen aus unseren &#220;berlegungen ziehen w&#252;rden. Als wir eine Weile so sa&#223;en, meldete sich ein Mitglied der Lerngruppe und meinte sinngem&#228;&#223;: „Eigentlich sind Sie noch immer viel zu pr&#228;sent. Immer wenn ich etwas sagen m&#246;chte, sehe ich Sie, spreche ich doch wieder Sie an, aber wir hatten doch dar&#252;ber gesprochen, dass der Denkprozess von uns Sch&#252;lern f&#252;r unser Lernen wichtig ist.“ – Der Widerspruch kam sofort: „Es ist wohl eher eine Sache der Gewohnheit und wenn wir uns an die neue Sitzordnung erst einmal gew&#246;hnt haben, werden wir schon wirklich miteinander nachdenken, ohne st&#228;ndig den Lehrer im Blick zu haben.“</p>

<p>Dar&#252;ber hinaus fiel den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler auf, was f&#252;r ein gro&#223;er, leerer Raum im Zentrum des Vierecks entstanden war, ein Leerraum (Freiraum!), um den wir herum sitzen, der einerseits daf&#252;r stehe, dass wir ihn zu f&#252;llen haben, der aber auch ein Freiraum sei, um z. B. auch einmal Arbeitsergebnisse zu pr&#228;sentieren.</p>

<p>Zwischendurch wurde dar&#252;ber nachgedacht, ob dieser Leerraum nicht eigentlich der Ort sei, an dem der Lehrer seinen Platz im Kurs habe, aber dieser Gedanke wurde im Gespr&#228;ch schnell verworfen, weil es ja gerade darum gehe, nicht den Lehrer, sondern die Themen des Unterrichts in die Mitte zu stellen.</p>

<p>In einer Blitzlichtrunde fassten die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler zusammen, was sie aus dieser Stunde mitnehmen (Die dort gemachten Aussagen sind bereits in diesen Beitrag eingeflossen, ohne explizit als solche kenntlich gemacht worden zu sein, sodass ich hier auf eine detaillierte Wiedergabe verzichte.)</p>

<p>Bleibt die Frage, was diese Unterrichtstunde mit den Inhalten des Unterrichts zu tun hat. Obwohl ich der &#220;berzeugung bin, dass die Reflexion &#252;ber Unterricht – auch mit den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern – hin und wieder Teil des Unterrichts sein sollte, so war diese Unterrichtsstunde als Einleitung in ein neues Thema gedacht, das den Deutschunterricht nun pr&#228;gen wird. Die Stunde war als Einleitung in das nun anstehende Nachdenken &#252;ber die Epoche der Aufkl&#228;rung und der mit ihr verbundenen Literatur angelegt, wobei die Frage nach M&#246;glichkeiten der Widerspiegelung des Prozesses der Aufkl&#228;rung im Unterricht selbst leitend war. Hinzu kam, dass ich gerade in diesen Tagen mit einer Kollegin &#252;ber die Metaphern gesprochen hatte und so wieder einmal angeregt wurde, die Sprache der Metaphern im Unterricht selbst als Instrument des Nachdenkens &#252;ber Unterricht zu nutzen.</p>

<p>Was die Impulse, das gemeinsam Nachdenken in dieser Stunde und die Ver&#228;nderung der Sitzordnung mit Aufkl&#228;rung zu tun haben, gilt es es nun im weiteren Prozess des Nachdenkens zu kl&#228;ren, um auf diesem Wege, so zumindest meine Vorstellung, einen praktisch untermauerten Zugang zu dieser Epoche zu bekomme. Als Impuls f&#252;r diesen Prozess des Nachdenkens bekamen die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler folgenden Arbeitsauftrag:</p>

<p><span style="white-space: pre;"> </span>„Er&#246;rtern Sie ob es – und wenn ja welche – Verbindungen zwischen unserem heutigen <span style="white-space: pre;"> </span>Nachdenken &#252;ber das Lernen und Immanuel Kants „<a href="http://de.wikisource.org/wiki/Beantwortung_der_Frage:_Was_ist_Aufkl&#228;rung" target="_blank">Beantwortung der Frage: Was ist Aufkl&#228;rung</a>“ <span style="white-space: pre;"> </span>gibt.“</p>

<p>Ich bin davon &#252;berzeugt, dass es diese Verbindungen gibt, werde diese hier aber nicht darstellen, sondern lade vielmehr dazu ein, eigene Gedanken zu dieser Fragestellung oder auch andere Kommentare zu diesem Beitrag zu formulieren und zu hinterlassen, sodass wir auch hier (noch) st&#228;rker in den Prozess des Lernens durch gemeinsames Nachdenken hinein geraten.</p>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" rel="bookmark" title="8. November 2010">Sch&#252;leraktivit&#228;t im Unterricht: Die Affenmetapher</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/05/23/produktive-beratung-und-forderung-in-der-schule/" rel="bookmark" title="23. Mai 2011">Produktive Beratung und F&#246;rderung in der Schule</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/08/17/nachdenken-ueber-guten-unterricht/" rel="bookmark" title="17. August 2010">Nachdenken &#252;ber (guten!) Unterricht</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/07/aktivitaetsverteilung-im-unterricht-die-infrarotkamera-metapher/" rel="bookmark" title="7. November 2010">Sch&#252;leraktivit&#228;t im Unterricht: Die Infrarotkamera-Metapher</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.937 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy17"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Sitzordnung im Unterricht: Lehrer-, Gruppen-, Themenzentrierung "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2011\/03\/10\/sitzordnung-im-unterricht-lehrer-gruppen-themenzentrierung\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy17').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_5788" class="footnote">Die Skizzen wurden in aller Schnelle mit Penultimate auf dem iPad angefertigt</li><li id="footnote_1_5788" class="footnote">Die an einen Konferenzraum erinnernde Sitzordnung ist nur m&#246;glich, wenn die Lerngruppe und die Unterrichtsr&#228;ume dies von ihrer Gr&#246;&#223;e her zulassen. Wenn dies nicht der Fall ist, dann ist es aber durchaus Teil der Herausforderung f&#252;r die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler, eine den Gegebenheiten angemessene, pragmatische L&#246;sung zu entwickeln.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/affenmetapher/" title="Affenmetapher" rel="tag">Affenmetapher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/denken/" title="Denken" rel="tag">Denken</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/denkprozes/" title="Denkprozeß" rel="tag">Denkprozeß</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/denkstruktur/" title="Denkstruktur" rel="tag">Denkstruktur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutschunterricht/" title="Deutschunterricht" rel="tag">Deutschunterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diskussion/" title="Diskussion" rel="tag">Diskussion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/engagement/" title="Engagement" rel="tag">Engagement</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/entscheidung/" title="Entscheidung" rel="tag">Entscheidung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gespraech/" title="Gespräch" rel="tag">Gespräch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/immanuel-kant/" title="Immanuel Kant" rel="tag">Immanuel Kant</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/infrarotkamera/" title="Infrarotkamera" rel="tag">Infrarotkamera</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/infrarotkamerametapher/" title="Infrarotkamerametapher" rel="tag">Infrarotkamerametapher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jean-pol-martin/" title="Jean-Pol Martin" rel="tag">Jean-Pol Martin</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugendliche/" title="Jugendliche" rel="tag">Jugendliche</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/kommunikation/" title="Kommunikation" rel="tag">Kommunikation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenz/" title="Kompetenz" rel="tag">Kompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenzen/" title="Kompetenzen" rel="tag">Kompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/kompetenzenfoerderung/" title="Kompetenzenförderung" rel="tag">Kompetenzenförderung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/notizen/lebenshilfe/" title="Lebenshilfe" rel="tag">Lebenshilfe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehre/" title="Lehre" rel="tag">Lehre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrende/" title="Lehrende" rel="tag">Lehrende</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrer/" title="Lehrer" rel="tag">Lehrer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrerin/" title="Lehrerin" rel="tag">Lehrerin</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen-und-lehren/" title="Lernen und Lehren" rel="tag">Lernen und Lehren</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lerngruppe/" title="Lerngruppe" rel="tag">Lerngruppe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/macht/" title="Macht" rel="tag">Macht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/metapher/" title="Metapher" rel="tag">Metapher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/metaphern/" title="Metaphern" rel="tag">Metaphern</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/methoden/" title="Methoden" rel="tag">Methoden</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/netzwerk/" title="Netzwerk" rel="tag">Netzwerk</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/neuronenmetapher/" title="Neuronenmetapher" rel="tag">Neuronenmetapher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/notizen/" title="Notizen" rel="tag">Notizen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/positionen/" title="Positionen" rel="tag">Positionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/raum/" title="Raum" rel="tag">Raum</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/reflexion/" title="Reflexion" rel="tag">Reflexion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/rolle/" title="Rolle" rel="tag">Rolle</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schueler/" title="Schüler" rel="tag">Schüler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schuelerinnen/" title="Schülerinnen" rel="tag">Schülerinnen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sitzordnung/" title="Sitzordnung" rel="tag">Sitzordnung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/struktur/" title="Struktur" rel="tag">Struktur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/stundenentwurf/" title="Stundenentwurf" rel="tag">Stundenentwurf</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/stundenmodell/" title="Stundenmodell" rel="tag">Stundenmodell</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterrichtsentwurf/" title="Unterrichtsentwurf" rel="tag">Unterrichtsentwurf</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterrichtsstunde/" title="Unterrichtsstunde" rel="tag">Unterrichtsstunde</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/wissenserwerb/" title="Wissenserwerb" rel="tag">Wissenserwerb</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2011/03/10/sitzordnung-im-unterricht-lehrer-gruppen-themenzentrierung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/LZent-150x150.jpg" />
		<media:content url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/LZent.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">LZent</media:title>
			<media:thumbnail url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/LZent-150x150.jpg" />
		</media:content>
		<media:content url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/U.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">U</media:title>
			<media:thumbnail url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/U-150x150.jpg" />
		</media:content>
		<media:content url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Gruppen2.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Gruppen</media:title>
			<media:thumbnail url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Gruppen2-150x150.jpg" />
		</media:content>
		<media:content url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Konf.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Konf</media:title>
			<media:thumbnail url="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/Konf-150x150.jpg" />
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Gedichtinterpretation: Joseph Mohr – Stille Nacht, heilige Nacht</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2010/12/12/gedichtinterpretation-joseph-mohr-stille-nacht-heilige-nacht/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2010/12/12/gedichtinterpretation-joseph-mohr-stille-nacht-heilige-nacht/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Dec 2010 22:13:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kath. Religion Sek II]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenlied]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenlieder]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[Sturm und Drang]]></category>
		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Empfindsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichtinterpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Gespenstergeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Jahreszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Licht]]></category>
		<category><![CDATA[Lichtmetaphorik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Metapher]]></category>
		<category><![CDATA[Metaphern]]></category>
		<category><![CDATA[Motiv]]></category>
		<category><![CDATA[Motive]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Novalis]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[romantisch]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Sinne]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Symbol]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeitswahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=5415</guid>
		<description><![CDATA[Gedichtinterpretation: Joseph Mohr – Stille Nacht, heilige Nacht von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Es ist das bekannteste Weihnachtslied der Welt, in &#252;ber 300 Sprachen &#252;bersetzt, gesungen mit der Melodie Franz &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/12/12/gedichtinterpretation-joseph-mohr-stille-nacht-heilige-nacht/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a></em></p>

<p><em><span>Gedichtinterpretation: Joseph Mohr – Stille Nacht, heilige Nacht</span> von <a href="http://herrlarbig.de/2010/12/12/gedichtinterpretation-joseph-mohr-stille-nacht-heilige-nacht/" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</em></p>

<p>Es ist das bekannteste Weihnachtslied der Welt, in &#252;ber 300 Sprachen &#252;bersetzt, gesungen mit der Melodie Franz Xaver Grubers.</p>

<p>Beginnt man, Suchmaschinen nach Interpretationen zu diesem ber&#252;hmten Text zu befragen, tauchen viele musikalische Interpretationen auf. Aber was ist mit dem Text?</p>

<p>Vorne weg: Ich werde hier keine Detailinterpretation der einzelnen Strophen schreiben, werde mich nicht dazu auslassen, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Nacht,_heilige_Nacht#Liedtext" target="_blank">dass das Originalgedicht (!) sechs Strophen hatte, die heute gesungene Version aber nur drei</a> hat etc. Hier versuche ich eine grunds&#228;tzliche Einordnung des Textes, mit dem Ziel, den Text zumindest ein wenig aus der Kitschecke heraus zu holen. Damit will ich nicht behaupten, dass der Text sich bei n&#228;herer Betrachtung pl&#246;tzlich in gro&#223;artige Literatur verwandeln w&#252;rde, das passiert selbst bei sehr genauer Analyse des Textes nicht. Im Zusammenhang seiner Entstehungszeit kann aber verst&#228;ndlich werden, warum der Text in seinen Grundz&#252;gen so ist, wie er ist.</p>

<p>1816 entstanden, wurde „Stille Nacht, heilige Nacht“ 1818 erstmals aufgef&#252;hrt.</p>

<p>Sprechen wir heute davon, dass Weihnachten ein romantisches Fest sei, so liegen wir mit dieser &#196;u&#223;erung goldrichtig.</p>

<p>Weihnachten, wie wir es heute kennen, fand in Grundz&#252;gen seine Pr&#228;gung<span id="more-5415"></span> in der Epoche der Romantik, die etwa in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts einzuordnen ist. Sehr viele Weihnachtslieder unseres Weihnachtsfestes wurden in dieser Zeit geschrieben.</p>

<p>„Stille Nacht, heilige Nacht“ ist ein romantisches Gedicht; kein gro&#223;artiges Werk der Epoche, aber doch eines der ber&#252;hmtesten. Und es ist in meinen Augen kein Zufall, dass sich in ihm eine der zentralen Fragestellungen der Romantik wiederfindet.</p>

<p>Als Weihnachtslied geh&#246;rt „Stille Nacht, heilige Nacht“ zur <a href="http://docs.google.com/viewer?a=v&amp;q=cache:YGshWIyYt7YJ:hup.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2008/66/chapter/HamburgUP_Lyrik_Hillmann_01.pdf+religi&#246;se+lyrik&amp;hl=de&amp;gl=de&amp;pid=bl&amp;srcid=ADGEESg3uZdxiUCkq_n5d2wclumDDTUSl4rR04hgetrIzmz1F0zrEgN1U_iOF8OY0viCt7_QbKsA1TD5-mIxlsUw3jZiCt1gqdrR3RbKGvIgFdFQyr24lW41i9GCUB_aVw_4YQkdm0M4&amp;sig=AHIEtbRsQwdYqB01g7b-Y-02Ls922bYA9g" target="_blank">religi&#246;sen Lyrik</a>. Religion hat es aber seit der Aufkl&#228;rung genau so schwer, wie die &#220;berzeugung, dass es hinter der naturwissenschaftlich erforschbaren Wirklichkeit andere Wirklichkeiten gibt, die im grellen Licht des aufkl&#228;rerischen Denkens nicht nur nicht wahrgenommen sondern sogar ausgeblendet oder verneint werden.</p>

<p>Aufkl&#228;rung im philosophischen Sinn erhebt den Anspruch, Klarheit in den Nebel des Wissens zu bringen, Licht ins Dunkel.</p>

<p>Aufkl&#228;rung ist mit Lichtmetaphern verbunden, sodass es kein Zufall ist, dass der englische Terminus Technicus „enlightenment“ hei&#223;t. – Ein wichtiges Unternehmen, das die Welt ver&#228;ndert, Menschenrechte mit sich brachte usw. Und doch ist der Anspruch der Aufkl&#228;rung schnell in der Gefahr, von Menschen erfahrene, aber nicht beweisbare Wirklichkeiten, in Frage zu stellen, wenn nicht gar zu verneinen. Was bliebe von der Liebe, betrachteten wir sie nur unter naturwissenschaftlicher Perspektive?</p>

<p>Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts sahen die Dichter und Denker, die Dichterinnen und Denkerinnen der Romantik diese Gefahr der Einseitigkeit der Aufkl&#228;rung und stellten dieser – in gewisser Form begann das schon ca. f&#252;nfundzwanzig Jahre vor 1800, in der Epoche von Sturm und Drang und Empfindsamkeit – ihre Wirklichkeitswahrnehmung gegen&#252;ber.</p>

<p>Das Motiv der Sehnsucht, am ber&#252;hmtesten ist hier wohl die Suche nach der blauen Blume in Novalis&#8217; „<a href="http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/heinrichvonofterdingen-r.htm" target="_blank">Heinrich von Ofterdingen</a>“, trat gemeinsam mit den Motiven des Nebels, der Nacht, der (unerf&#252;llten, sehns&#252;chtigen) Liebe in den Blick der romantischen Autoren. Aber auch Gespenstergeschichten, die ja auch auf eine Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit verweisen, finden in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Romantik" target="_blank">Schauerromatik</a> ihren Platz.</p>

<p>Religion und deren Symbolik geh&#246;rte f&#252;r Aufkl&#228;rer, auch angesichts der von ihnen vorgebrachten Kirchenkritik und des Kampfes gegen die (christliche) Religion im Nachklang der franz&#246;sischen Revolution, in das Reich der dunklen Zeit vor der Aufkl&#228;rung, in der Religion allzu oft zur Vernebelung der Gedanken der Menschen missbraucht worden war, auch um z. B. Machtinteressen zu verschleiern,</p>

<p>Vor diesem Hintergrund mag es kein Zufall sein, dass viele Vertreter und Vertreterinnen der Romantik selbst oft religi&#246;s und Katholiken waren, die gegen die Aufkl&#228;rung und gleichzeitig als deren Fortf&#252;hrung andere Motive suchten, die Nacht, den Nebel, das Unscharfe, Verschleierte in den Blick nahmen, und sich an den Grenzen des dem aufkl&#228;rerische Denkens Zug&#228;nglichem zu bewegen.</p>

<p>In diesem Kontext steht Josef Mohrs „Stille Nacht, heilige Nacht“. Hier trifft die Metaphorik des Weihnachtsfestes als ein Fest des Lichtes, in dem Sinne, dass in christlicher Perspektive das „Licht der Welt“ in das Dunkel der Zeit hinein tritt, auf die Zeit, in der das Gedicht / Lied entstanden ist.</p>

<p>Weihnachten ist ein Fest zur Zeit der Wintersonnenwende und schlie&#223;t so wohl an vorchristliche Lichtfestivit&#228;ten dieser Jahreszeit an, doch Mohr geht in seinem Gedicht so weit zu sagen, dass es eine Nacht ist, die heilig ist, eine Nacht, in der alles schl&#228;ft, w&#228;hrend das, was Christen als Teil des g&#246;ttlichen Heilshandelns sehen, geschieht.</p>

<p>Hier wird der Aufkl&#228;rungsmystik mit ihrer Lichtmetaphorik die Lichtmetaphorik des christlichen Glaubens gegen&#252;ber gestellt, dem Verstand Erwachsener wird die Bedeutung des kleinen Kindes vor Augen gef&#252;hrt.</p>

<p>In diesem Sinne ist Josef Mohrs Weihnachtstext romantisch durch und durch; gleichzeitig versucht der Text theologische Wahrheiten zu vermitteln, religi&#246;se Wahrheiten, in einer Zeit, in der es gerade dem Katholizismus schwerer und schwerer zu fallen begann, sich in ach so aufgekl&#228;rten Kontexten zu rechtfertigen.</p>

<p>Wenn es je zutraf, dass sich die Romantiker gegen die Aufkl&#228;rung wandten, in den meisten F&#228;llen scheint es eher der Versuch gewesen zu sein, der oft als intellektuell kalt empfundenen Entwicklung aufkl&#228;rerischen Denkens, die M&#246;glichkeit anderer Erkenntnisweisen im Sinne ganzheitlicher Erkenntnis <em>zur Seite</em> zu stellen, so trifft diese antiaufkl&#228;rerische Tendenz auf Mohrs Text in seiner Zeit wohl zu.</p>

<p>Verbunden mit Grubers Musik gelingt es diesem Gedicht aber bis heute, romantische Gef&#252;hle in Menschen zu aktivieren. Wir aufgekl&#228;rte Menschen, sind wir es wirklich?, lassen uns von einem der antiaufkl&#228;rerischsten Texte der m&#246;glicherweise in weiten Kreisen gar nicht so antiaufkl&#228;rerischen Romantik verzaubern, von einem Gedicht, das als Gedicht zudem h&#246;chst mittelm&#228;&#223;ig ist!?</p>

<p>Wie so oft bei Bestsellern, so auch hier: Es braucht nicht viel, um die Herzen der Menschen zu erreichen, unabh&#228;ngig vom Bildungsgrad. Und damit ist das Lied dann pl&#246;tzlich doch wieder ein authentischer Ausdruck dessen, was an Weihnachten gefeiert wird, trotz mancher Bedenken gegen&#252;ber der literarischen Qualit&#228;t von „Stille Nacht, heilige Nacht“: Christen feiern die Ankunft eines Gottes in menschlicher Gestalt, der kein exklusiver Bildungsb&#252;rgergott ist, kein Gott ausschlie&#223;lich derer, die reich an Bildung oder Geld sind, sondern einer, der sich gegen Rechtfertigungszw&#228;nge durch Bildung und Besitz stellt und statt dessen den Wert des Menschen an sich ins Zentrum stellt, diesseits aller Leistungen, mit deren Hilfe Menschen kategorisiert werden.</p>

<p>Und in diesem Sinne ist der literarisch erst einmal bescheidene Text Mohrs auf Weihnachten und die christliche Botschaft des Festes gewendet, in seiner fast schon naiven Machart, ein gro&#223;artiger Text, der letztlich nur dann zu Kitsch wird, wenn er von der in ihm vermittelten Botschaft und deren Bedeutung losgel&#246;st gesehen wird. – Angesichts heutiger Kommerzialisierungstendenzen in allen Gesellschaftsbereichen und des Weihnachtsfestes insbesondere, angesichts des Leistungsdrucks und der Tendenz zur Reduktion des Wertes von Individuen auf deren wirtschaftlichen und durch formale Zertifikate (Zeugnisse) belegbaren Wert, bekommt das vielleicht einst wirklich antiaufkl&#228;rerische Lied pl&#246;tzlich einen ganz eigenen aufkl&#228;rerischen Wert, so da nur Ohren sind, diese Seite des Liedes zu h&#246;ren, zu f&#252;hlen und zu leben.</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/09/24/gedichtinterpretation-clemens-brentano-sprich-aus-der-ferne/" rel="bookmark" title="24. September 2010">Gedichtinterpretation: Clemens Brentano, Sprich aus der Ferne</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/11/10/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543/" rel="bookmark" title="10. November 2008">Faust 1 – Die Gretchenfrage (Marthens Garten – Verse 3414–3543)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/09/30/gedichtinterpretation-joseph-von-eichendorff-mondnacht/" rel="bookmark" title="30. September 2010">Gedichtinterpretation: Joseph von Eichendorff, Mondnacht</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/10/professionelle-schadensvermeidung/" rel="bookmark" title="10. Januar 2009">»Professionelle« Schadensvermeidung</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/04/gedichtinterpretation-lessings-lob-der-faulheit/" rel="bookmark" title="4. April 2011">Gedichtinterpretation: Lessings „Lob der Faulheit“</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 3.989 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy20"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Gedichtinterpretation: Joseph Mohr \u2013 Stille Nacht, heilige Nacht "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2010\/12\/12\/gedichtinterpretation-joseph-mohr-stille-nacht-heilige-nacht\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy20').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/19-jahrhundert/" title="19. Jahrhundert" rel="tag">19. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/analyse/" title="Analyse" rel="tag">Analyse</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/empfindsamkeit/" title="Empfindsamkeit" rel="tag">Empfindsamkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-i/gedichte/" title="Gedichte" rel="tag">Gedichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedichtinterpretation/" title="Gedichtinterpretation" rel="tag">Gedichtinterpretation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gespenstergeschichte/" title="Gespenstergeschichte" rel="tag">Gespenstergeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/glauben/" title="Glauben" rel="tag">Glauben</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gott/" title="Gott" rel="tag">Gott</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/interpretation/" title="Interpretation" rel="tag">Interpretation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jahreszeit/" title="Jahreszeit" rel="tag">Jahreszeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/kath-religion-sek-ii/" title="Kath. Religion Sek II" rel="tag">Kath. Religion Sek II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/religion/kirchenlied/" title="Kirchenlied" rel="tag">Kirchenlied</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/kath-religion-sek-ii/kirchenlieder/" title="Kirchenlieder" rel="tag">Kirchenlieder</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/licht/" title="Licht" rel="tag">Licht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lichtmetaphorik/" title="Lichtmetaphorik" rel="tag">Lichtmetaphorik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/" title="Literaturgeschichte" rel="tag">Literaturgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lyrik/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/metapher/" title="Metapher" rel="tag">Metapher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/metaphern/" title="Metaphern" rel="tag">Metaphern</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/motiv/" title="Motiv" rel="tag">Motiv</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/motive/" title="Motive" rel="tag">Motive</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/musik/" title="Musik" rel="tag">Musik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/naturwissenschaft/" title="Naturwissenschaft" rel="tag">Naturwissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/novalis/" title="Novalis" rel="tag">Novalis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/kath-religion-sek-ii/theologische-grundlagen/philosophie-theologische-grundlagen-kath-religion-sek-ii/" title="Philosophie" rel="tag">Philosophie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/religion/" title="Religion" rel="tag">Religion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/religion/" title="Religion" rel="tag">Religion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/revolution/" title="Revolution" rel="tag">Revolution</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/romantik-litertaturgeschichte-deutsch-sek-ii/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantisch/" title="romantisch" rel="tag">romantisch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sehnsucht/" title="Sehnsucht" rel="tag">Sehnsucht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sinn/" title="Sinn" rel="tag">Sinn</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sinne/" title="Sinne" rel="tag">Sinne</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sonne/" title="Sonne" rel="tag">Sonne</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/sturm-und-drang-litertaturgeschichte-deutsch-sek-ii/" title="Sturm und Drang" rel="tag">Sturm und Drang</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/symbol/" title="Symbol" rel="tag">Symbol</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrheit/" title="Wahrheit" rel="tag">Wahrheit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrnehmung/" title="Wahrnehmung" rel="tag">Wahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/weihnachten/" title="Weihnachten" rel="tag">Weihnachten</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/winter/" title="Winter" rel="tag">Winter</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirklichkeit/" title="Wirklichkeit" rel="tag">Wirklichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirklichkeitswahrnehmung/" title="Wirklichkeitswahrnehmung" rel="tag">Wirklichkeitswahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissenschaft/" title="Wissenschaft" rel="tag">Wissenschaft</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2010/12/12/gedichtinterpretation-joseph-mohr-stille-nacht-heilige-nacht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Voraussetzungen zum Verstehen der Dramen Schillers etc.</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2010/12/02/voraussetzungen-zum-verstehen-der-dramen-schillers-etc/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2010/12/02/voraussetzungen-zum-verstehen-der-dramen-schillers-etc/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 23:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Dramentheorie]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[literarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Maria Stuart]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[»Schul«-Lektüren]]></category>
		<category><![CDATA[Aristoteles]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Dichtkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Dichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Don Carlos]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Faktenwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[französische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsprofessor]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsschreiber]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüre]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>
		<category><![CDATA[Stuart]]></category>
		<category><![CDATA[Tyrannenherrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Weimar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=5345</guid>
		<description><![CDATA[Voraussetzungen zum Verstehen der Dramen Schillers etc. von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Milit&#228;rarzt, Geschichtsprofessor, Philosoph. Darf&#8217;s ein wenig mehr sein? – Schriftsteller war er auch noch. Und als Schriftsteller besch&#228;ftigte &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/12/02/voraussetzungen-zum-verstehen-der-dramen-schillers-etc/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a></em></p>

<p><em> <span>Voraussetzungen zum Verstehen der Dramen Schillers etc.</span> von <a href="http://herrlarbig.de/?p=5345" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</em></p>

<p><em></em>Milit&#228;rarzt, Geschichtsprofessor, Philosoph. Darf&#8217;s ein wenig mehr sein? – Schriftsteller war er auch noch. Und als Schriftsteller besch&#228;ftigte er sich mit Geschichte und Philosophie. Den Milit&#228;rarzt hatte er als Beruf hinter sich gelassen, nachdem er eher mehr als weniger desertiert hatte.</p>

<p><span id="more-5345"></span> Mit f&#252;nfundvierzig Jahren starb er am 9. Mai 1805 in Weimar.</p>

<p>Lebensbeschreibungen zu <strong>Friedrich Schiller</strong> gibt es viele. Statt diesen eine hinzuzuf&#252;gen, verweise ich lieber auf <a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Schiller/Biographie/Seite1" target="_blank">eine, die mir gut gef&#228;llt</a>, auch wenn sie nat&#252;rlich umfangreiche wissenschaftliche Biographien nicht ersetzen kann. Zur ersten Orientierung ist sie ganz gut geeignet</p>

<p>Und auch zu <strong>Schillers Drama »</strong><a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=2439&amp;kapitel=1" target="_blank"><strong>Maria Stuart</strong></a><strong>«</strong> gibt es <a href="http://lernarchiv.bildung.hessen.de/sek_ii/deutsch/kurshalbjahre/12.1/staat_und_revolution/maria_stuart/" target="_blank">im Netz</a>, nat&#252;rlich auch in den Regalen der nach wie vor extrem besuchenswerten Einrichtung »Bibliothek«, gro&#223;e Mengen an Material. Was sollte ich dem hinzuf&#252;gen k&#246;nnen? Deshalb hier nur ein paar grundlegende, einf&#252;hrende Gedanken, die vielleicht den Zugang zum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B&#252;rgerliches_Trauerspiel" target="_blank">Trauerspiel</a> »Maria Stuart« und zu anderen Dramen bzw. literarischen Werken ein wenig erleichtern k&#246;nnen.</p>

<p>Schiller lebte in unruhigen Zeiten. Das Denken war dabei, einen grundlegenden Wandel zu erleben. <a href="http://www.uni-potsdam.de/u/philosophie/texte/kant/aufklaer.htm" target="_blank">Angesto&#223;en vor allem durch Kant</a>, hatte die Aufkl&#228;rung ihren Siegeszug angetreten. Schiller hat Kants Werke als Philosoph nat&#252;rlich gekannt und wurde <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Erhabene" target="_blank">nicht gerade wenig von ihnen gepr&#228;gt.</a></p>

<p>Ebenso aufmerksam verfolgte Schiller pr&#228;gende Ereignisse seiner eigenen Zeit, die er als Historiker immer im Horizont der ihm bekannten Geschichte betrachtete, was ihn auch <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=2446&amp;kapitel=1" target="_blank">zu geschichtsphilosophischen &#220;berlegungen f&#252;hrte</a>.</p>

<p>Als Historiker kannte er beispielsweise die <a href="http://www.oppisworld.de/zeit/kalender/england.html" target="_blank">Geschichte der Konkurrenz zwischen Elisabeth I., K&#246;nigin von England, und Maria Stuart</a>.
Doch um es gleich zu sagen: <strong>Mit den historischen Fakten hat Schillers »Maria Stuart« wenig zu tun.</strong> Schiller war der Meinung, dass <a href="http://www.fachdidaktik-einecke.de/9b_Meth_Umgang_mit_Texten/sachtextanalyse_bsp_schiller.htm" target="_blank">Geschichte und Literatur unterschiedliche Aufgaben</a> haben und gestaltete den historischen Stoff gem&#228;&#223; dieser unterschiedlichen Ziele von Geschichtsschreibung und Literatur.</p>

<p>Schiller lebte in unruhigen Zeiten. Neben der <strong>Aufkl&#228;rung</strong> war es die <strong>Franz&#246;sische Revolution 1789</strong> und deren Folgen f&#252;r Frankreich und ganz Europa, <a href="http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2009/3802/index.html" target="_blank">die seine Aufmerksamkeit anzogen</a>. Wie so oft, wenn ganze Machtsysteme in Frage gestellt werden, kippte die Franz&#246;sische Revolution zu einer ziemlich gewaltt&#228;tigen Seite, trat an die Stelle des Rufs nach Freiheit, Gleichheit und Br&#252;derlichkeit das gr&#228;ssliche Ger&#228;usch des Schafotts. Schiller war dar&#252;ber reichlich ersch&#252;ttert – und schrieb in diesem Erfahrungszusammenhang »Maria Stuart«.</p>

<p>Schiller nahm also einen historischen Stoff, in dem ein K&#246;nigsmord enthalten war, einen Stoff, dessen historisches Umfeld selbst reichlich blutig war, und stellte ihn in den Kontext seiner Erfahrungen und &#220;berlegungen angesichts der Entwicklung der Franz&#246;sischen Revolution hin zu einer Tyrannenherrschaft, aus der Napoleon Bonaparte hervorging.</p>

<p>Auch in anderen Belangen ging Schiller sehr frei mit den historischen Fakten in Sachen Elisabeth I. vs. Maria Stuart um; zum Beispiel, indem er <a href="http://www.teachsam.de/deutsch/d_ubausteine/aut_ub/sci_ub/sci_ms_ub/sci_ms_ub_6.htm" target="_blank">sein Frauenbild</a> im Drama unterbrachte.</p>

<p>Dieser <strong>freie Umgang mit Geschichte</strong> hat aber nichts willk&#252;rliches, schm&#228;lert nicht den Wert der Dichtung. Im Gegenteil: Schiller wusste sehr genau was er tat, kannte er doch <a href="http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/poetik/arpoetik.htm" target="_blank">Aristoteles&#8217; Werk &#252;ber die Dichtkunst (Poetik)</a></p>

<p>&nbsp;</p>

<blockquote>»Es (ist) nicht Aufgabe des Dichters (&#8230;) mitzuteilen, was wirklich geschehen ist, sondern vielmehr, was geschehen k&#246;nnte, d. h. das nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit M&#246;gliche. Denn der Geschichtsschreiber und der Dichter unterscheiden sich nicht dadurch voneinander, dass sich der eine in Versen und der andere in Prosa mitteilt (&#8230;); sie unterscheiden sich vielmehr dadurch, dass der eine das wirklich Geschehene mitteilt, der andere, was geschehen k&#246;nnte. Daher ist die Dichtung etwas Philosophischeres und Ernsthafteres als Geschichtsschreibung; denn die Dichtung teilt mehr das Allgemeine, die Geschichtsschreibung hingegen das Besondere mit.«
Die Dichter »ahmen handelnde Menschen nach. Diese sind notwendigerweise entweder gut oder schlecht. Denn die Charaktere fallen fast stets unter eine dieser beiden Kategorien; alle Menschen unterscheiden sich n&#228;mlich, was ihren Charakter betrifft, durch Schlechtigkeit und G&#252;te. Demzufolge werden Handelnde nachgeahmt, die entweder besser oder schlechter sind, als wir zu sein pflegen, oder ebenso wie wir.«</blockquote>

<p>F&#252;r das Verst&#228;ndnis gro&#223;er Teile der Literatur – somit auch des Trauerspiels »Maria Stuart« –, ist die Aussage, dass »die Dichtung […] mehr das Allgemeine, die Geschichtsschreibung hingegen das Besondere mit[teilt]«, von gro&#223;er Bedeutung.</p>

<p><strong>Literatur geht es um allgemeine Themen, die Grundfragen des Menschen sind oder zu den grundlegenden Verhaltensweisen des Menschen geh&#246;ren.</strong> Ziel der Literatur ist also nicht die historisch korrekte Darstellung von Fakten, selbst dann nicht, wenn ein Autor um historische Korrektheit bem&#252;ht sein sollte oder ein literarisches Werk in das beliebte Genre historischer Romane f&#228;llt.</p>

<p>Die am st&#228;rksten das Gem&#252;t der Menschen bewegenden Themen sind <strong>Liebe</strong> und die <strong>Frage nach Gut und B&#246;se</strong>. Entsprechend stark werden solche Fragen in der Literatur thematisiert. Auch Schiller bedient sich der Grundthemen menschlichen Fragens, Empfindens, Strebens und Leidens.</p>

<p>&nbsp;</p>

<p>&nbsp;</p>

<p>&nbsp;</p>

<p>Kurz gefasst: Der Literatur geht es in all ihren Facetten, zumindest der erz&#228;hlenden Literatur, um <strong>Grundfragen der Humanit&#228;t, der Ideale und des Scheiterns der Menschen an diesen</strong>.</p>

<p>Mit solchen Grundfragen sah sich Schiller konfrontiert, als er »Maria Stuart« schrieb. <a href="http://www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_franzoesische_revolution.htm#bwradikalephase" target="_blank">Das Freiheitsstreben der Franz&#246;sischen Revolution von 1789 wurde schon nach wenigen Jahren von einem Terrorregime &#252;berlagert, verdr&#228;ngt, ersetzt.</a></p>

<p>Die Frage nach dem <strong>Verh&#228;ltnis von Freiheit und Macht</strong>, eine Frage, die &#252;brigens <em>immer</em> in einem engen Zusammenhang steht, wird das Ma&#223; individueller Freiheit doch bis heute von den Machthabern bestimmt, auch in Demokratien, dr&#228;ngte sich in dieser Zeit Schillers in besonderem Ma&#223;e auf. F&#252;r Schiller hatte diese Frage zudem biographische Bez&#252;ge in seinen Erfahrungen mit dem Landesherrn, dem er einst als Milit&#228;rarzt verpflichtet war, da ihm die Freiheit des Denkens und Schreibens dort nicht zugestanden wurde.</p>

<p>In einem anderen gro&#223;en Drama, in »<a href="http://www.deutsch-online.net/don-karlos-friedrich-schiller/" target="_blank">Don Carlos</a>«, bringt Schiller diese Frage mit dem Ausspruch »<strong>Geben Sie Gedankenfreiheit</strong>, Sire« explizit auf den Punkt.</p>

<p>Entsprechend sind <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller#Dramatische_Werke" target="_blank">viele Dramen Schillers</a> auf den ersten Blick historische Dramen, ob nun »Wilhelm Tell«, »Die Jungfrau von Orlean«, die Wallenstein-Trilogie etc. Bei genauem Hinsehen aber sind die historischen Bez&#252;ge nur Hintergrund f&#252;r Schillers Auseinandersetzung mit seiner eigenen Zeit.</p>

<p><strong>Schiller nimmt historische Figuren und legt ihnen die Fragen seiner Zeit in den Mund</strong>, Fragen, die so grundlegend sind, dass seine Werke, zumindest dann, wenn man sich diesen Verstehenszusammenhang erst einmal erarbeitet hat, auch noch heute lesenswert sind, haben sich diese Grundfragen doch kaum ver&#228;ndert.</p>

<p>Ohne dieses Hintergrundwissen, wirken Schillers Dramen oft sperrig in ihren langen Dia- und Monologen. Lesende fragen dann zurecht, was das soll, was das mit der spannenden historischen Geschichte zu tun habe. Ohne diese Hintergrundwissen bleiben die Dramen Schillers (und viele andere Werke der Literatur bis heute) stumm. – Schillers Dramen stellen keine Geschichte dar, sondern haben sich viel mehr der Frage verschrieben, was den Menschen angesichts menschlicher Grundfragen zum Handeln treibt. <strong>Literatur ist philosophisch orientiert.</strong> Schillers Dramen fordern, wie gro&#223;e Teile der Weltliteratur, zum mitf&#252;hlenden Mit- und Nachdenken auf.</p>

<p>Schillers Dramen, wie weite Teile der Literatur, bleiben denjenigen verschlossen, die alleine Faktenwissen interessiert oder denen alleine die Inhalte, nicht aber <strong>die Voraussetzungen f&#252;r die Existenz von Literatur</strong> zug&#228;nglich werden oder gemacht werden. Dieses Voraussetzungen liegen im menschlichen Leben selbst, in den zentralen Grundfragen des Menschen, die auch die <strong>Grundfragen der Philosophie</strong> sind:</p>

<blockquote>Woher komme ich?
Wohin gehe ich?
Was kann ich wissen?
Wie soll ich leben?</blockquote>

<p>Kurz: <strong>Was ist der Mensch, was zeichnet ihn aus, was ersehnt er, wie lebt er, wie k&#246;nnte er leben?</strong></p>

<p>Dieser Blick auf Literatur kann der Schl&#252;ssel sein, um einen Zugang zu gro&#223;en Teilen der Literatur zu finden, also auch zu auf den Blick eher trocken scheinenden Werken, die in der Schule gelesen werden (m&#252;ssen) – also auch zu Schillers »Maria Stuart« oder »Don Carlos« etc.</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/" rel="bookmark" title="4. August 2011">Deutsche Klassik als literarische Epoche(n)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/11/10/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543/" rel="bookmark" title="10. November 2008">Faust 1 – Die Gretchenfrage (Marthens Garten – Verse 3414–3543)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/" rel="bookmark" title="24. Januar 2010">Franz Kafka: Kleine Fabel</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2012/02/05/gedichtinterpretation-johann-wolfgang-goethe-der-sanger-1783/" rel="bookmark" title="5. Februar 2012">Gedichtinterpretation: Johann Wolfgang Goethe, Der  S&#228;nger (1783)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/12/06/gefunden-graham-hill-weniger-zeug-mehr-gluck-ted/" rel="bookmark" title="6. Dezember 2011">gefunden: Graham Hill – Weniger Zeug, mehr Gl&#252;ck #TED</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.077 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy23"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Voraussetzungen zum Verstehen der Dramen Schillers etc. "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2010\/12\/02\/voraussetzungen-zum-verstehen-der-dramen-schillers-etc\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy23').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aristoteles/" title="Aristoteles" rel="tag">Aristoteles</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buecher/" title="Bücher" rel="tag">Bücher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/denken/" title="Denken" rel="tag">Denken</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichter/" title="Dichter" rel="tag">Dichter</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichtkunst/" title="Dichtkunst" rel="tag">Dichtkunst</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichtung/" title="Dichtung" rel="tag">Dichtung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/don-carlos/" title="Don Carlos" rel="tag">Don Carlos</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/drama/" title="Drama" rel="tag">Drama</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/dramentheorie/" title="Dramentheorie" rel="tag">Dramentheorie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/elisabeth/" title="Elisabeth" rel="tag">Elisabeth</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/england/" title="England" rel="tag">England</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/europa/" title="Europa" rel="tag">Europa</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/faktenwissen/" title="Faktenwissen" rel="tag">Faktenwissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/frankreich/" title="Frankreich" rel="tag">Frankreich</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/franzoesische-revolution/" title="französische Revolution" rel="tag">französische Revolution</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/friedrich-schiller/" title="Friedrich Schiller" rel="tag">Friedrich Schiller</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichte/" title="Geschichte" rel="tag">Geschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichtsprofessor/" title="Geschichtsprofessor" rel="tag">Geschichtsprofessor</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichtsschreiber/" title="Geschichtsschreiber" rel="tag">Geschichtsschreiber</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichtsschreibung/" title="Geschichtsschreibung" rel="tag">Geschichtsschreibung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kant/" title="Kant" rel="tag">Kant</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kunst/" title="Kunst" rel="tag">Kunst</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kuenstler/" title="Künstler" rel="tag">Künstler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/leben/" title="Leben" rel="tag">Leben</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lektuere/" title="Lektüre" rel="tag">Lektüre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lesen/" title="lesen" rel="tag">lesen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/herr-larbig/literarisches/" title="literarisches" rel="tag">literarisches</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/" title="Literaturgeschichte" rel="tag">Literaturgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/literaturgeschichte-deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Literaturgeschichte" rel="tag">Literaturgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/schiller/maria-stuart/" title="Maria Stuart" rel="tag">Maria Stuart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/maria-stuart/" title="Maria Stuart" rel="tag">Maria Stuart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/orientierung/" title="Orientierung" rel="tag">Orientierung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/philosophie/" title="Philosophie" rel="tag">Philosophie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/schiller/" title="Schiller" rel="tag">Schiller</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schriftsteller/" title="Schriftsteller" rel="tag">Schriftsteller</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/stuart/" title="Stuart" rel="tag">Stuart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/tyrannenherrschaft/" title="Tyrannenherrschaft" rel="tag">Tyrannenherrschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/weimar/" title="Weimar" rel="tag">Weimar</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/" title="»Schul«-Lektüren" rel="tag">»Schul«-Lektüren</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2010/12/02/voraussetzungen-zum-verstehen-der-dramen-schillers-etc/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Gedichtinterpretation: Clemens Brentano, Sprich aus der Ferne</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2010/09/24/gedichtinterpretation-clemens-brentano-sprich-aus-der-ferne/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2010/09/24/gedichtinterpretation-clemens-brentano-sprich-aus-der-ferne/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 22:12:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichtinterpretationen]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[Abendrot]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Ausdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Clemens Brentano]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkelheit]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Form]]></category>
		<category><![CDATA[Funken]]></category>
		<category><![CDATA[Ganzheitlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Himmel]]></category>
		<category><![CDATA[Inhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Licht]]></category>
		<category><![CDATA[Lichtmetaphorik]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Mitternacht]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[romantisch]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigen]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Sinne]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[sprechen]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=4441</guid>
		<description><![CDATA[Gedichtinterpretation: Clemens Brentano, Sprich aus der Ferne von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.Beruht auf einem Inhalt unter herrlarbig.de.&#220;ber diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse k&#246;nnen Sie unter http://herrlarbig.de/kontakt erhalten. Clemens Brentano (1778–1842) Sprich &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/09/24/gedichtinterpretation-clemens-brentano-sprich-aus-der-ferne/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" /></a><br /><span xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" href="http://purl.org/dc/dcmitype/Text" property="dct:title" rel="dct:type">Gedichtinterpretation: Clemens Brentano, Sprich aus der Ferne</span> von <a xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#" href="http://herrlarbig.de" property="cc:attributionName" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.<br />Beruht auf einem Inhalt unter <a xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" href="http://herrlarbig.de/2010/09/24/gedichtinterpretation-clemens-brentano-sprich-aus-der-ferne/" rel="dct:source">herrlarbig.de</a>.<br />&#220;ber diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse k&#246;nnen Sie unter <a xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#" href="http://herrlarbig.de/kontakt " rel="cc:morePermissions">http://herrlarbig.de/kontakt </a> erhalten.</em></p>

<p><h3><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Brentano" target="_blank">Clemens Brentano</a> (1778–1842)</h3>
<h2>Sprich aus der Ferne (1801)</h2><br /></p>

<p>Sprich aus der Ferne<br />
Heimliche Welt,<br />
Die sich so gerne<br />
Zu mir gesellt.</p>

<p>Wenn das Abendrot niedergesunken,<br />
Keine freudige Farbe mehr spricht,<br />
Und die Kr&#228;nze still leuchtender Funken<br />
Die Nacht um die schattigte Stirne flicht:</p>

<p>Wehet der Sterne<br />
Heiliger Sinn<br />
Leis durch die Ferne<br />
Bis zu mir hin.</p>

<p>Wenn des Mondes still lindernde Tr&#228;nen<br />
L&#246;sen der N&#228;chte verborgenes Weh;<br />
Dann wehet Friede. In goldenen K&#228;hnen<br />
Schiffen die Geister im himmlischen See.</p>

<p>Gl&#228;nzender Lieder<br />
Klingender Lauf<br />
Ringelt sich nieder,<br />
Wallet hinauf.</p>

<p>Wenn der Mitternacht heiliges Grauen<br />
Bang durch die dunklen W&#228;lder hinschleicht,<br />
Und die B&#252;sche gar wundersam schauen,<br />
Alles sich finster tiefsinnig bezeugt:</p>

<p>Wandelt im Dunkeln<br />
Freundliches Spiel,<br />
Still Lichter funkeln<br />
Schimmerndes Ziel.</p>

<p>Alles ist freundlich wohlwollend verbunden,<br />
Bietet sich tr&#246;stend und traurend die Hand,<br />
Sind durch die N&#228;chte die Lichter gewunden,<br />
Alles ist ewig im Innern verwandt.</p>

<p>Sprich aus der Ferne<br />
Heimliche Welt,<br />
Die sich so gerne<br />
Zu mir gesellt.</p>

<p>Das Offensichtliche liegt dem lyrischen Ich in Clemens Brentanos 1801 erschienenem Gedicht „Sprich aus der Ferne” viel zu nah. Das Ferne, das nicht Offensichtliche, das Verborgene, die „heimliche Welt” (V. 2) interessieren dieses <a href="http://gedichtinterpretation.org/lyrisches-ich-gedichtinterpretation/" target="_blank">lyrische Ich</a> viel mehr. M&#246;ge diese „heimliche Welt“ einmal mehr zu ihm sprechen! Mit dieser Sehnsucht beginnt das Gedicht; diese Sehnsucht wird am Ende wieder aufgegriffen, indem exakt die gleiche Strophe wiederholt wird. Ein Rahmen, der sieben weitere Strophen umschlie&#223;t.</p>

<p>Doch unter welchen Bedingungen kann diese Sehnsucht Wirklichkeit werden? Die <a href="http://web.uni-frankfurt.de/fb10/zimmermann/cecile/PDF-files/psem09-handout-08.pdf" target="_blank">Konditionals&#228;tze</a> in den Strophen 2, 4 und 6 geben Antwort, wenn auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Metapher" target="_blank">metaphorisch</a> verschl&#252;sselt:</p>

<p>– Wenn die Sonne untergegangen ist und die Farben der Welt undeutlich werden, verblassen (V. 5f.),</p>

<p>– wenn die Sterne (V. 7f) und der Mond (V 13f.) aufgegangen sind,</p>

<p>– wenn die Sterne am Himmel funkeln (V 15f.) und</p>

<p>– (unheimliches) Dunkel &#252;ber der Erde liegt, das lyrische Ich im Wald begleitet (V 21–24),</p>

<p>dann kann die „heimliche Welt“ zum lyrischen Ich sprechen. Und dieses „Sprechen“ spricht den ganzen Menschen an, packt ihn bei allen Sinnen. „Wenn“ (V. 5, 13, 21) die Bedingungen ideal sind, dann sieht das Auge nicht die naheliegende Welt im glei&#223;enden Sonnenlicht, sondern das „leis“ (V. 11) sich verstr&#246;mende Licht der Sterne dringt in das Auge, das Licht aus der „Ferne“ (V. 11). Und damit das Dunkel nicht zu gro&#223;es „Grauen“ (V. 21) ausl&#246;st, scheint der Mond und wie ein leichter Wind „wehet Friede“ (V. 15), ein Friede, der den ganzen K&#246;rper erfasst, die Spannungen des Tages abfallen l&#228;sst, zu einer k&#246;rperlich sp&#252;rbaren Erfahrung wird. Doch vor allem das Sehen und das H&#246;ren bilden das Zentrum der metaphorischen Sprache. Die Sinne werden jedoch in einer ganz bestimmten Form angesprochen: Zwar soll die „heimliche Welt“ (V. 1, 33) zum lyrischen Ich sprechen (V. 1, 33), doch dies geschieht in einem Umfeld, dass als „leis[e]“ (V. 11) charakterisiert wird, als „still“ (V. 7), voller an Musik erinnernder Kl&#228;nge (V. 17f.).</p>

<p>Diese akustischen Wahrnehmungen sind eng an visuelle Formen der Wahrnehmung gebunden, werden in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Syn%C3%A4sthesie" target="_blank">syn&#228;sthetisch</a> gestalteten Versen sogar direkt miteinander verbunden. Die Farbe muss zum schweigen kommen (V. 6), jene Farbe, die im hellen Licht das Auge erreicht und in der Masse der Reize, die am hellichten Tage das lyrische Ich umgeben, jener heimlichen Welt kaum Resonanzr&#228;ume bietet. Die „leuchtende[n] Funken“ (V. 7) sind „still“ (ebd.), ebenso die Tr&#228;ne, die den Mond charakterisiert (V. 13) und die Lieder „gl&#228;nzen“ (vgl. V. 17f.).</p>

<p>Auf der anderen Seite ist das Gedicht, trotz der Dunkelheit, in der es seinen Raum findet, voller visueller Wahrnehmungen: Da sind das „Abendrot“ (V. 5), die „Farbe“ (V. 6), „leuchtende Funken“ (V. 7), eine „schattigte Stirn“ (V. 8), es gl&#228;nzt (V. 17), es ist dunkel (V. 22f.), „finster“ (V. 25) gar, Lichter funkeln (V. 27), ein „Schimmern“ (V. 28) ist zu sehen, „N&#228;chte“ und „Lichter“ (V. 31) werden unmittelbar miteinander verbunden.</p>

<p>Und in dieser Ganzheitlichkeit, in der das lyrische Ich in diesen Versen angesprochen wird, in dieser Ganzheitlichkeit, in der es „da ist“, pr&#228;sent, anwesend, lauschend, schauend, staunend, zeigt sich sich die Erkenntnis, die in dieser Dunkelheit gewonnen werden kann, als Gegenpart zur <a href="http://www.pohlw.de/literatur/epochen/aufklaer.htm" target="_blank">aufgekl&#228;rten</a> Erkenntnis, deren Lichtmetaphorik des Tages diejenige der Nacht gegen&#252;ber gestellt wird. W&#228;hrend das analytische Denken der Aufkl&#228;rung das Einzelne in seinen Details wahrnimmt, ist die Einsicht des n&#228;chtlich schauenden lyrischen Ichs, entsprechend der Ganzheitlichkeit, mit der es sich ansprechen l&#228;sst, eine ganzheitliche, die wahrzunehmen vermag, dass „alles […] freundlich verbunden“ (V. 29) ist, das Trost und Trauer einander verwandt sind (V. 30), dass „alles […] ewig im Innern verwandt“ (V. 32) ist.</p>

<p>Diese Wahrnehmung der Welt aber ist keine, die ihre ganze Kraft im Verstande alleine entfalten kann, sie will erlebt, gef&#252;hlt werden. Die Einsicht, die das lyrische Ich aus fr&#252;heren Erlebnissen genau dieses Zustandes, dieser Stimmung gewonnen hat, geht &#252;ber den Verstand hinaus, ergreift den ganzen K&#246;rper, ist ein Wiegen und Wogen, das die Sinnlichkeit mit dem Verstand vereint. Diese Bewegung der Ganzheitlichkeit, die sich dem lyrischen Ich gleichzeitig aber nicht in der Klarheit des Tageslichtes zeigt, mag der Grund f&#252;r das gew&#228;hlte, wechselnde, dem Leser nicht leicht zug&#228;ngliche, Verma&#223; sein, das in den Langstrophen 2, 4, 6 und 8 aus vierhebigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daktylus" target="_blank">Daktylen</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Troch%C3%A4us" target="_blank">Troch&#228;en</a>, in den Kurzstrophen aus zweihebigen Daktylen und Troch&#228;en gebildet ist. Dass dieses Metrum kein Zufall ist, was ja durchaus der Fall sein k&#246;nnte, zeigt sich in der Konsequenz, mit der es durch alle Strophen durchgehalten wird, was angesichts der Kompliziertheit des Metrums kein Zufall sein kann. Dies sei hier beispielhaft an den ersten zwei Strophen gezeigt (betonte Silben sind hier fett dargestellt):</p>

<p><strong>Sprich</strong> aus der <strong>Fer</strong>ne (Daktylus, Troch&#228;us mit weiblicher <a href="http://www.uni-muenster.de/MhdMetrikOnline/sites/metrik/3.1.1.19_reichston_strophenformel.php" target="_blank">Kadenz</a>)<br />

<strong>Heim</strong>-lich-e <strong>Welt</strong>, (Daktylus; Troch&#228;us mit m&#228;nnlicher Kadenz)<br />

<strong>Die</strong> sich so <strong>ger</strong>ne<br />

<strong>Zu</strong> mir ge<strong>sellt</strong>.</p>

<p><strong>Wenn</strong> das <strong>A</strong>-bend-rot <strong>nie-</strong>der-ge-<strong>sunk-</strong>en, (Troch&#228;us, Daktylus, Troch&#228;us mit weibl. Kadenz)<br />

<strong>Kei</strong>-ne <strong>freu</strong>di-ge <strong>Far-</strong>be mehr <strong>spricht</strong>, (Troch&#228;us, Daktylus, Troch&#228;us, mit m&#228;nnl. Kadenz)<br />
<strong>Und</strong> die <strong>Kr&#228;n</strong>ze still <strong>leuch-</strong>ten-der <strong>Funk</strong>en<br />
Die <strong>Nacht</strong> um die <strong>schat</strong>-tig-te<strong> Stir</strong>ne <strong>flicht</strong>:</p>

<p>Das Gedicht entspringt dem Willen des Dichters, eine Situation zu gestalten und ist deshalb formal bewusst gestaltet. Doch anders als in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ballade" target="_blank">Balladen</a>, wird hier keine Geschichte erz&#228;hlt, anders als in <a href="http://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/7260.htm" target="_blank">Gedankenlyrik</a> werden keine philosophischen, religi&#246;sen oder weltanschaulichen Fragen reflektiert, sondern eine <a href="http://www.literatur-im-foyer.de/Sites/Lyrik/lyriktheorie.htm" target="_blank">Stimmung</a> dargestellt, in der das Objektive (die Nacht, der Sternenschein, das Mondlicht…) von subjektiven Empfindungen durchdrungen und von diesen in  einen &#252;ber-objektiven Zusammenhang hinein sogar „aufgel&#246;st“. Und diese Subjektivit&#228;t dr&#252;ckt sich in der metaphorischen Sprache aus, zu der Lesende einen subjektiven Zugang finden m&#252;ssen, soll der in dem Stimmungsgedicht enthaltene Funke auf ihn &#252;berspringen.</p>

<p>Doch auch damit ist es noch nicht getan. Die letzte Strophe schlie&#223;t den Rahmen, greift den Wunsch wieder auf, dass die „heimliche Welt“ (V. 2) „aus der Ferne“ (V. 1) zum lyrischen Ich sprechen m&#246;ge. Und so stellt das Gedicht nicht die Stimmung selbst dar, die in ihr doch beschrieben wird, sondern ist Ausdruck nach der Sehnsucht, dass sich diese Stimmung wieder einstelle. Das Gedicht reflektiert auf die Ursachen („Wenn“), aus denen sich die Stimmung ergibt („dann“), ist eine Art Bedienungsanleitung, unter welchen Bedingungen sich das <a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Romantik" target="_blank">romantische</a> Gef&#252;hl und die Erfahrung des „Alles ist freundlich wohlwollend verbunden“ (V. 29) einstellt.</p>

<p>Das lyrische Ich hat diesen Zustand erfahren; in diesen Zustand sehnt es sich zur&#252;ck und l&#228;dt die Lesenden dazu ein, sich mit ihm und doch f&#252;r sich selbst auf den Weg zu dieser Erfahrung zu machen, die die Welt in ihren Tiefendimensionen erschlie&#223;t, die Augen, das Ohr, das ganze F&#252;hlen des Menschen auf diese Tiefendimensionen hin einstellt und diese f&#252;r die „heimliche Welt“ (V 2, 34) &#246;ffnet.</p>

<p>Clemens Brentano hat mit „Sprich aus der Ferne“ ein programmatisch f&#252;r den Weltzugang der Romantik stehendes Gedicht geschaffen, das in seiner komplexen Verwobenheit von Inhalt und Form selbst die Ganzheitlichkeit abbildet, die es ansprechen,  die es wecken und ausdr&#252;cken will. Diese Ganzheitlichkeit des Gedichtes macht dieses Gedicht zu einem meisterhaften Kunstwerk, das die M&#246;glichkeiten des sprachlichen Ausdrucks zur Zeit seiner Entstehung umfassend nutzt und sie in seiner Zeit auch an die Grenzen des Ausdr&#252;ckbaren heranf&#252;hrt. Und dort, wo diese Grenze des Ausdr&#252;ckbaren erreicht ist, beginnt der „leis[e]“ (V. 11), gl&#228;nzend „klingender“ (V 17f.), „freundlich[e]“ (V. 26) „schimmernde[…]“ (V. 26, 27) Erfahrungsraum, der das lyrische Ich schweigend staunend in die Tiefendimensionen der Wirklichkeit, in die schweigende Faszination angesichts der Wirklichkeit eintauchen l&#228;sst.</p>

<p><em></p>

<blockquote>Diese Interpretation ist eine m&#246;gliche. Wenn Sie andere Gedanken zu dem Gedicht haben, andere Ideen, etwas vertiefen oder erg&#228;nzen wollen, w&#252;rde ich mich sehr freuen, wenn Sie die Kommentarfunktion zu diesem Beitrag nutzen w&#252;rden.</em></blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/09/30/gedichtinterpretation-joseph-von-eichendorff-mondnacht/" rel="bookmark" title="30. September 2010">Gedichtinterpretation: Joseph von Eichendorff, Mondnacht</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/08/26/gedichtinterpretation-joseph-von-eichendorff-das-zerbrochene-ringlein-in-einem-kuehlen-grunde/" rel="bookmark" title="26. August 2010">Gedichtinterpretation: Joseph von Eichendorff, Das zerbrochene Ringlein (In einem k&#252;hlen Grunde)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/04/gedichtinterpretation-lessings-lob-der-faulheit/" rel="bookmark" title="4. April 2011">Gedichtinterpretation: Lessings „Lob der Faulheit“</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/05/gedichtinterpretation-goethe-ein-jugendgefahrdender-autor/" rel="bookmark" title="5. April 2011">Gedichtinterpretation: Goethe – ein jugendgef&#228;hrdender Autor</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/12/12/gedichtinterpretation-joseph-mohr-stille-nacht-heilige-nacht/" rel="bookmark" title="12. Dezember 2010">Gedichtinterpretation: Joseph Mohr – Stille Nacht, heilige Nacht</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.145 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy26"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Gedichtinterpretation: Clemens Brentano, Sprich aus der Ferne "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2010\/09\/24\/gedichtinterpretation-clemens-brentano-sprich-aus-der-ferne\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy26').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/abendrot/" title="Abendrot" rel="tag">Abendrot</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ausdruck/" title="Ausdruck" rel="tag">Ausdruck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bild/" title="Bild" rel="tag">Bild</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/clemens-brentano/" title="Clemens Brentano" rel="tag">Clemens Brentano</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/denken/" title="Denken" rel="tag">Denken</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichter/" title="Dichter" rel="tag">Dichter</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dunkelheit/" title="Dunkelheit" rel="tag">Dunkelheit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erde/" title="Erde" rel="tag">Erde</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erfahrung/" title="Erfahrung" rel="tag">Erfahrung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erkenntnis/" title="Erkenntnis" rel="tag">Erkenntnis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/form/" title="Form" rel="tag">Form</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/funken/" title="Funken" rel="tag">Funken</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ganzheitlichkeit/" title="Ganzheitlichkeit" rel="tag">Ganzheitlichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedichte/" title="Gedichte" rel="tag">Gedichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/gedichtinterpretationen/" title="Gedichtinterpretationen" rel="tag">Gedichtinterpretationen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/himmel/" title="Himmel" rel="tag">Himmel</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/inhalt/" title="Inhalt" rel="tag">Inhalt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kunst/" title="Kunst" rel="tag">Kunst</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/licht/" title="Licht" rel="tag">Licht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lichtmetaphorik/" title="Lichtmetaphorik" rel="tag">Lichtmetaphorik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lyrik/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mensch/" title="Mensch" rel="tag">Mensch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mitternacht/" title="Mitternacht" rel="tag">Mitternacht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mond/" title="Mond" rel="tag">Mond</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/musik/" title="Musik" rel="tag">Musik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/nacht/" title="Nacht" rel="tag">Nacht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantisch/" title="romantisch" rel="tag">romantisch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schweigen/" title="Schweigen" rel="tag">Schweigen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sehnsucht/" title="Sehnsucht" rel="tag">Sehnsucht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sinn/" title="Sinn" rel="tag">Sinn</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sinne/" title="Sinne" rel="tag">Sinne</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sinnlichkeit/" title="Sinnlichkeit" rel="tag">Sinnlichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sonne/" title="Sonne" rel="tag">Sonne</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprechen/" title="sprechen" rel="tag">sprechen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/stil/" title="Stil" rel="tag">Stil</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrnehmung/" title="Wahrnehmung" rel="tag">Wahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wald/" title="Wald" rel="tag">Wald</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/welt/" title="Welt" rel="tag">Welt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirklichkeit/" title="Wirklichkeit" rel="tag">Wirklichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/zeit/" title="Zeit" rel="tag">Zeit</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2010/09/24/gedichtinterpretation-clemens-brentano-sprich-aus-der-ferne/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Bin&#228;re Codes und die Bildung der Zukunft: Eine Replik zu Schirrmachers „Payback“</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 May 2010 15:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendidaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsselkompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[vernetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenserwerb]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Begrenztheit]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Schirrmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Rumpf]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Payback]]></category>
		<category><![CDATA[Phaidros]]></category>
		<category><![CDATA[Realität]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Schrift]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=2715</guid>
		<description><![CDATA[Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich nicht bereit bin, meine geistigen F&#228;higkeiten von au&#223;en kommenden Informationsfluten unterzuordnen. Ich reguliere den Zufluss an E-Mails, pflege regelm&#228;&#223;ig meine Follower-Liste auf Twitter, indem ich jeden „Marketingexperten“, „Haben Sie Erfolg im &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich nicht bereit bin, meine geistigen F&#228;higkeiten von au&#223;en kommenden Informationsfluten unterzuordnen.</p>

<p>Ich reguliere den Zufluss an E-Mails, pflege regelm&#228;&#223;ig meine Follower-Liste auf Twitter, indem ich jeden „Marketingexperten“, „Haben Sie Erfolg im Web“ und sonstigen selbst ernannten Guru, der mir folgt, l&#246;sche, auch wenn ich gar nicht gezwungen bin, ihm auch zu folgen. SMS setze ich sparsam ein, Feeds laufen nicht mehr als 100 pro Tag ein, von denen ich mir vielleicht 10 n&#228;her anschaue und die Texte lese. Facebook war ein kurzes Intermezzo, da es gegen&#252;ber Twitter f&#252;r mich keinen Mehrwert brachte und mich zudem mit seinem Verst&#228;ndnis von „Datenschutz“ in Rage brachte. Ich habe diesen Verzicht und die Reduktion der Informationsfl&#252;sse, die t&#228;glich bei mir ankommen noch keinen Tag bereut.  – Wie einst die Fl&#252;sse reguliert wurden, um Hochwasser zu vermeiden, habe ich mich fr&#252;hzeitig entschlossen, den Informationsfluss zu regulieren, auf dass er mich nicht &#252;berschwemmen m&#246;ge.</p>

<p>Und dennoch: Ohne Computer kann ich mir weder die Kommunikation mit anderen Menschen noch meine allt&#228;gliche Arbeit mehr vorstellen. Ohne Suchmaschinen, es muss ja nicht immer Google sein, w&#252;rde ich mich wahrscheinlich neu orientieren m&#252;ssen, bin aber guter Dinge, dass dies gelingen k&#246;nnte, denn ich geh&#246;re noch zu denen, die einen Zettelkastenkatalog in Bibliotheken zu nutzen gelernt haben.</p>

<p>Und dabei bin ich viel j&#252;nger als Frank Schirrmacher, dem die Navigation in digitalen Welten zumindest ansatzweise eine &#220;berforderung zu sein scheint. So zumindest mein Eindruck beim Lesen seines Buches „Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht wollen, und wie wir die Kontrolle &#252;ber unsere Daten zur&#252;ckgewinnen“. Schirrmacher schreibt: „Ich werde [von der Masse digital eingehender Daten TL] aufgefressen“ (S. 15), auch wenn er seinen digitalen Bankrott noch nicht erkl&#228;rt.</p>

<p>„Die digitale Gesellschaft ist im Begriff, ihr Innenleben umzuprogrammieren. Auf der ganzen Welt haben Computer damit begonnen, ihre Intelligenz zusammenzulegen und ihre inneren Zust&#228;nde auszutauschen; und seit ein paar Jahren sind die Menschen ihnen auf diesem Weg gefolgt. Solange sie sich von Maschinen treiben lassen, werden sie hoffnungslos unterlegen sein”, so Schirrmacher (S. 20), der die Angst, etwas zu verpassen, als eine der treibenden Kr&#228;fte bei diesem Prozess sieht.</p>

<p>Und &#228;hnlich, wie sich einst Platon<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_0_2715" id="identifier_0_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&bdquo;.&hellip; diese Kunst [die Erfindung der Buchstaben und damit der Schrift TL] wird Vergessenheit schaffen in den Seelen derer, die sie erlernen, aus Achtlosigkeit gegen das Ged&amp;#228;chtnis, da die Leute im Vertrauen auf das Schriftst&amp;#252;ck von au&amp;#223;en sich werden erinnern lassen durch fremde Zeichen, nicht von innen heraus durch Selbstbesinnen. Also nicht ein Mittel zur Kr&amp;#228;ftigung, sondern zur St&amp;#252;tzung des Ged&amp;#228;chtnisses hast du gefunden. Und von Weisheit gibst du deinen Lehrlingen einen Schein, nicht die Wahrheit: wenn sie vieles geh&amp;#246;rt haben ohne Belehrung, werden sie auch viel zu verstehen sich einbilden, da sie doch gr&amp;#246;&amp;#223;tenteils nichts verstehen und schwer zu ertragen sind im Umgang, zu D&amp;#252;nkelweisen geworden und nicht zu Weisen&ldquo; &ndash; Platon: Phaidros. In: S&amp;#228;mtliche Dialoge. Hamburg 1993, Bd. 2, S.103.">1</a></sup> beklagte, dass die Schrift das Ged&#228;chtnis schw&#228;che, da sie externe Ged&#228;chtnisse erm&#246;gliche, stellt Schirrmacher nun fest, freilich ohne auf die lange Geschichte dieses kulturkritischen Topos zu verweisen, dass nun das Denken buchst&#228;blich nach au&#223;en wandere, unser Inneres verlasse und sich auf digitalen Plattformen abspiele. – Dennoch geht Schirrmacher nicht so weit, die Chancen der neuen (&#252;brigens von Menschen gemachten) Gegebenheiten zu verneinen, auch wenn ihm deutlich eine gro&#223;e Skepsis gegen&#252;ber als notwendiges &#220;bel empfundenen digitalen Kommunikationstechnologien anzumerken ist.</p>

<p>Schirrmachers These ist dabei so zutreffend und wie auch wenig neu, wenn er von einer kognitiven Wende der Menschheit spricht, in deren Zentrum eine ver&#228;nderte Struktur des Gehirns stehen k&#246;nnte. Fast will ich antworten: Nat&#252;rlich ver&#228;ndert der Code, den wir als Mittel unserer Kommunikation verwenden, unser Denken, ja, unser gesamtes Weltbild. Wie w&#228;re sonst das westlich-lineare Weltbild denkbar, wenn nicht auf der Basis eines Buchstaben-Codes, auf Grundlage des Alphabets, dass diese Form des linearen Verst&#228;ndnisses von Wirklichkeit &#252;berhaupt erst in unsere Gehirne gebracht hat. F&#252;r jeden, der den &#220;bergang zur Alphabetschrift reflektierend miterlebte, muss es &#228;hnlich erschreckend gewesen sein, dass an die Stelle eines durch die Jahresrhythmen gepr&#228;gten Denkens, dass sich in seiner zirkul&#228;ren Strukturen in den &#246;stlichen Religionen bis heute zeugt, nun eine lineare Struktur trat. (Zu diesem Thema komme ich sp&#228;ter noch einmal zur&#252;ck.)<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_1_2715" id="identifier_1_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. hierzu: Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&amp;#252;nchen, Fink">2</a></sup></p>

<p>Was passiert, wenn man Computer und Internet nicht nur als Werkzeuge sieht, sondern als »Psychotechnologien«<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_2_2715" id="identifier_2_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&amp;#252;nchen, Fink, 18.">3</a></sup> versteht? Diese Annahme scheint mir so befremdlich nicht zu sein: Es ist nicht nur so, dass Software und die auf ihr beruhenden Anwendungen, zu denen auch all die Optionen im World-Wide-Web geh&#246;ren, Arbeit abnimmt; sondern vielmehr wohl auch so, dass die Programme auch ihre Nutzer programmieren.</p>

<p>Die Form der Arbeit hat sich mit Computern und dem auf ihnen basierenden Internet v&#246;llig ver&#228;ndert und es ist heute schon kaum noch vorstellbar, wie man &#252;berhaupt je ohne diese Maschinen in der Lage gewesen sein kann, Texte zu schreiben, Wissenschaft zu betreiben und den Alltag zu bestehen.</p>

<p>Computer und (digitale) audio-visuelle Medien ver&#228;ndern das Individuum und die Gesellschaft in der heute beobachtbaren Intensit&#228;t, weil es sich nicht um isolierte Maschinen, sondern um Netzwerke handelt.</p>

<p>Alte Medien verbinden sich auf der Basis eines neuen Codes; Text, Bild und Ton werden miteinander verbunden, »um – au&#223;erhalb der leiblichen Psyche der B&#252;rger – eine elektronische Psyche zu implementieren, die uns k&#252;nftig ein kollektives Parallelbewusstsein anbieten wird«<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_3_2715" id="identifier_3_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&amp;#252;nchen, Fink, 19.">4</a></sup>.</p>

<p>Auch wenn sich Schirrmacher nicht explizit auf theoretische Ans&#228;tze wie die Kerckhoves bezieht, sondern vor allem empirische Untersuchungen heranzieht und von diesen ausgehend seine Schlussfolgerungen zieht, so spricht die Empirie, zumindest in der Auswahl der Untersuchungen, die Schirrmacher auswertet, eine Sprache, die Kerckhoves medientheoretische Ans&#228;tze best&#228;tigt.</p>

<p>Erste Auswirkungen der Programmierung menschlicher Psyche durch Programme k&#246;nnten sich in den von Schirrmacher ausgewerteten Studien zeigen: Die Aufmerksamkeitsspannen, zu denen Menschen heute in der Lage sind, scheinen immer k&#252;rzer zu werden. Schon wenig komplexe Texte in gedruckter Form (und bei solchen in digitaler Form wird es nicht anders aussehen) &#252;berschreiten mit ihren Anspr&#252;chen die den Sinn erfassenden Aufnahmekapazit&#228;ten, das „Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom“ ist ein verbreitetes Krankheitsbild – nicht nur bei Kindern.</p>

<p>Schirrmachers Darstellungen von Beobachtungen und die Zusammenfassung der Ergebnisse von Studien entsprechen meinen eigenen Beobachtungen. Doch ist die gegenw&#228;rtige, digitale Form der Kommunikation schuld? Liegt die Verantwortung f&#252;r diese Ph&#228;nomene in einer Technologie, die im Internet ihren eigentlichen Ausdruck findet und als solche seit gerade 15 Jahren zu einem Massenph&#228;nomen geworden ist? Sind wir der von Kerckhove angenommenen Programmierung durch Programme quasi automatisch unterworfen oder k&#246;nnen wir ihnen auf Dauer auch in reflexiver Distanz begegnen? – Diese Fragen k&#246;nnen bislang nicht auf lange Sicht beantwortet werden.</p>

<p>Haben wir ein Problem, das durch digital vernetzte Medien erzeugt wird oder haben wir mit einem Problem zu tun, das mit einem unangemessenen Umgang mit diesen Medien zusammenh&#228;ngt? Ist die gegenw&#228;rtige Aufmerksamkeitskrise schon das Endprodukt des medialen Wandels oder eine Zwischenstation im Prozess der Integration der neuen Informationsstr&#246;me in unsere Denkstrukturen? – Wir wissen es nicht. Und weil wir es nicht wissen, sind Denkschriften wie die Schirrmachers und die reflexive Auseinandersetzung mit Stimmen wie seiner notwendig.</p>

<p>Wir brauchen den die medialen Ver&#228;nderungen begleitenden Denkprozess, die Zeiten und R&#228;ume, in denen wir Abstand von genutzten Alltagsmedien nehmen und uns den eigenen Umgang mit ihnen quasi „von au&#223;en“ betrachten.</p>

<p>Voraussetzung hierf&#252;r ist allerdings, dass Schirrmacher mit seiner These unrecht hat, dass das Abschalten der digitalen Kommunikationskan&#228;le zu einer Angstreaktion f&#252;hrt, die von der Sorge gepr&#228;gt ist, was man in diesen Zeiten offline alles verpassen k&#246;nnte.</p>

<p>Dass es dieses Ph&#228;nomen gibt, soll hier gar nicht bestritten werden. Aber wenn es dieses Ph&#228;nomen gibt, dann ist mit ihm die Frage verbunden, ob und wie es m&#246;glich sein kann, diesem subjektiven Abh&#228;ngigkeitsgef&#252;hl, das objektiv angesichts der Redundanz der im Netz anzutreffenden Informationen eigentlich keinen allzu gro&#223;en Realit&#228;tsgehalt haben d&#252;rfte, etwas entgegen zu setzen, dass die (intellektuelle) Autonomie des Menschen ernst nimmt. Doch zu solchen Strategien sp&#228;ter mehr. Nur soviel bereits an dieser Stelle: Wer die nicht zu bew&#228;ltigenden Datenfluten vernetzter, digitaler Medien als Problem sieht, kann sich einmal die Frage stellen, wie viele neue und vor allem f&#252;r einen selbst relevante Informationen wirklich auf diesen Kan&#228;len flie&#223;en.</p>

<p>„Es ist also schwieriger geworden, ein Buch zu lesen, weil unser Gehirn sich unter dem Druck digitaler Informationsfluten umzubauen beginnt.” – Auch ich zweifle nicht daran, dass wir eine Umstrukturierung des neuronalen Systems im Gehirn erleben. Doch meine These sieht den Grund hierf&#252;r in der grundlegend neuen Form der diese Informationen transportierenden Codes, die zwar auf der Oberfl&#228;che noch wie Buchstaben aussehen, ihrem Verhalten nach aber ausschlie&#223;lich aus den Zahlen 1 und O bestehen bzw. aus aktiven elektrischen Verbindungen und inaktiven elektrischen Verbindungen – und sich entsprechend verhalten, indem sie beispielsweise in Echtzeit von A nach B vermittelt werden k&#246;nnen.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_4_2715" id="identifier_4_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. hierzu: FLUSSER, Vil&eacute;m (2002): Medienkultur. herausgegeben von: BOLLMANN, Stefan. Frankfurt am Main, 3. Aufl. 2002 (1997). Flusser beschreibt hier unter anderem auch, wie das Aufkommen des Alphabets die Strukturen des Denkens und des Bewusstsein ver&amp;#228;nderte. Er schreibt &bdquo;Es [das Alphabet TL] bildete einen Geheimcode, und nur die darin Eingeweihten verf&amp;#252;gten &amp;#252;ber historisches Bewusstsein. Der gr&amp;#246;&amp;#223;te Teil der Gesellschaft orientierte sich weiterhin in der Welt anhand von harten Gegenst&amp;#228;nden, vor allem anhand von Bildern, und dank der gesprochenen Sprache. Das hei&amp;#223;t, der gr&amp;#246;&amp;#223;te Teil der Gesellschaft lebte in einem magischen und mythischen Bewusstsein.&ldquo; (S. 45) ">5</a></sup></p>

<p>Und doch kommt Schirrmacher zu einem mir nachvollziehbaren Schluss: „Wir sammeln heute unendliche Informationen. Aber sie f&#252;hren uns nirgendwo mehr hin.” (S. 42) In diesem Schluss liegt aber auch die Begrenztheit des Ansatzes Schirrmachers, der sich – und das ist v&#246;llig legitim! – entschieden hat, die empirische Forschung in seinen &#220;berlegungen zu ber&#252;cksichtigen, dar&#252;ber hinaus aber die medienphilosophischen Perspektiven (erst einmal?) au&#223;en vor zu lassen.</p>

<p>In diesem Vorgehen liegen Chancen und Grenzen: Die Chance besteht darin, dass hier Technikfolgenforschung in den Blick genommen wird, auch wenn die Folgen digital vernetzter Strukturen bislang mit dem Vorbehalt des bislang recht &#252;berschaubaren Zeitraums des Einsatzes dieser Technologien versehen werden m&#252;ssen, was Schirrmacher auch betont. Die Grenzen des Ansatzes Schirrmachers liegen dort, wo er die philosophische Metareflexion der Grundlagen digital vernetzter Strukturen au&#223;en vor l&#228;sst und somit bei der Reflexion m&#246;glicher Konsequenzen aus den empirischen Beobachtungen eher (verhaltens-)psychologisch argumentiert, im Prinzip also einem behavioristischen Ansatz folgt. F&#252;r diese Annahme sprechen die &#220;berschriften der zwei Teile des Buches: „Erster Teil: Warum wir <em>tun</em>, was wir nicht wollen”; „Zweiter Teil: Wie wir die <em>Kontrolle</em> &#252;ber unser Denken zur&#252;ckgewinnen k&#246;nnen“ [Hervorhebungen TL].</p>

<p>Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Schirrmacher seinen L&#246;sungsvorschlag, ich beschr&#228;nke mich hier einmal auf seinen Vorschlag bez&#252;glich der Zukunft der Bildung (S. 207–218), an grundlegenden menschlichen Verhaltensweisen darstellt. „Die Computer tun nichts anderes, als mit der menschlichen Faszination der Suche zu spielen“ (S. 210). Dabei bezieht er sich konkret auf die Frage der Aussch&#252;ttung des Gl&#252;ckshormons Dopamin, das immer dann freigesetzt wird, wenn jemand „einen Gedanken oder eine L&#246;sung gefunden hat, ein Kunstwerk geschaffen oder eine Erkenntnis verinnerlicht hat” (ebd.).</p>

<p>Das Problem besteht heute aber genau darin, dass Wissen oft mit Denken gleichgesetzt wird. Schirrmacher f&#252;hrt dies an einigen Beispielen in „Payback“ beeindruckend vor, zum Beispiel, wenn er zeigt, wie computergest&#252;tzte Anamnesen im medizinischen Bereich zu Fehldiagnosen f&#252;hren, weil im Computer vorhandene Diagnosen einfach von einer Krankenakte in eine andere kopiert werden, nur weil die Symptome &#228;hnlich scheinen (S. 39–42). &#196;hnlich ist es an vielen Punkten im Umgang mit verf&#252;gbaren digitalen Ressourcen, die per Drag and Drop &#252;bernommen werden, ohne durchdacht zu werden.</p>

<p>Nicht, dass es solche Kopierwut nicht auch schon in Zeiten gegeben h&#228;tte, als analog mit B&#252;chern gearbeitet wurde, aber der Umgang mit B&#252;chern scheint strukturell doch h&#228;ufiger zu einer kritischen Rezeption gef&#252;hrt zu haben, weil sie selbst die Diskurse zu einem Thema m&#246;glicherweise doch intensiver vorf&#252;hrten, als dies beispielsweise Wikipedia kann.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_5_2715" id="identifier_5_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Allerdings scheinen sich Strukturen der kritischen Rezeption auch in digitalen Kontexten zu entwickeln: So gibt es auf Wikipedia zu jedem Artikel die M&amp;#246;glichkeit, eine Diskussion zu f&amp;#252;hren, in Blogs werden Kommentare verfasst etc. M&amp;#246;glicherweise entwickelte sich in digitalen Kontexten eine wom&amp;#246;glich noch intensivere Form der Diskurse, die sich z. Zt. erst entwickelt.">6</a></sup></p>

<p>Das Problem ist ein „Wer-wird-Million&#228;r-”, ein „Trivial Pursuit-“, ein „Enzyklop&#228;die-Problem“. Das „Bescheid-Wissen“ wird an die Stelle des aktiven Suchens und Zweifeln gesetzt. Es ist das alte Faustproblem: W&#228;hrend Faust zweifelnd hin und her irrt und sucht, was die Welt im Innersten zusammenh&#228;lt, fasst der Sch&#252;ler in den Versen 1966f die heutige Position treffend zusammen:</p>

<blockquote>„Denn, was man schwarz auf wei&#223; besitzt,
Kann man getrost nach Hause tragen.“</blockquote>

<p>Wir haben es also, anders als Schirrmacher es darstellt, nicht mit einem <em>neuen</em> Problem der Bewusstseinsbildung gegen&#252;ber Inhalten zu tun, sondern mit einem Ph&#228;nomen, das so alt ist, wie Menschen sich in der dialektischen Struktur von Wissen und Unsicherheit gegen&#252;ber dem Wissen befinden.</p>

<p>Doch in der Gegenwart, hier stimme ich Schirrmacher zu, tut sich, insbesondere in Bildungskontexten, eine neue dialektische, nahezu paradoxe Struktur auf, die in der Forderung nach Individualisierung von Lernprozessen und dem „Zertifizizierungswahn“, „der grotesken Verschulung heutiger Hochschulausbildung“ (Vgl. S. 211) ihren Ausdruck findet. Und so stimme ich Schirrmacher auch zu, wenn er schreibt:</p>

<blockquote>„Die Informationsgesellschaften sind gezwungen, ein neues Verh&#228;ltnis zwischen Wissensged&#228;chtnis und Denken zu etablieren. […] Das pure Wissensged&#228;chtnis stammt aus Zeiten, in denen Informationen nicht nur rar waren, sondern auch gesch&#252;tzt werden mussten.“ (ebd.)</blockquote>

<p>Wie also muss Lernen in einen Wissensgesellschaft aussehen? Schirrmacher kommt zu dem Schluss, dass „die Bildung der Zukunft darin bestehen muss, Unsicherheiten zu entwickeln“. Es geht also nicht mehr darum, „Bescheid-Wissen“ in K&#246;pfe zu K&#246;pfe zu transportieren, sondern den Prozess der Wissensfindung selbst zu thematisieren, zu zeigen, dass Wissen in vielen F&#228;llen ein „Zwischenstand“ der Forschung ist, dass Forschung Modelle erzeugt, die aber nicht unverr&#252;ckbar sein m&#252;ssen und es in den seltensten F&#228;llen auch sind.</p>

<p>Sich des eigenen Verstandes zu bedienen und an die Stelle scheinbar stabilen Wissens die Unsicherheit gegen&#252;ber dem Wissen zu setzen, ist das zentrale Projekt der Aufkl&#228;rung, wie Kant sie sah.</p>

<p>Schirrmachers Schlussfolgerung ist insofern zutreffend, als sie genau dieses Projekt der Aufkl&#228;rung in den Fokus nimmt und seinen Wert betont, der gerade unter heutigen Umst&#228;nden von ganz besonderer Bedeutung ist. Dabei muss die konkrete Unsicherheit gegen&#252;ber „Bescheid-Wissen“ in Bildungsprozessen erfahrbar und f&#252;r die Prozesse selbst grundlegend sein / werden. Den digitalen Mitteln m&#252;ssen konkrete Erfahrungen gegen&#252;ber gestellt werden. Eine Mediendidaktik muss sich selbst auf den Umgang mit dem Prozess des Erkenntnisgewinns im Rahmen digitaler Medien befassen und darf dabei auch nicht aus dem Blick verlieren, dass eine Erfahrung am Bildschirm keine sinnlich-k&#246;rperliche Erfahrung ist.</p>

<p>Die Gefahr besteht darin, dass wir aus der Sitz-Schule mit frontalen Unterrichtsformen eine Sitz-Schule machen, in der an die Stelle des auf den Lehrer zentrierten Unterricht ein auf den Bildschirm zentrierter Unterricht treten k&#246;nnte, der eine K&#246;rperlosigkeit des Lernens durch eine andere ersetzt. (<a href="http://www.adz-netzwerk.de/SCHULEN-DER-KORPERLOSIGKEIT-Vortrag-von-Horst-Rumpf-beim-Muensteraner-Konvent.php" target="_blank">Vgl. hierzu die Schriften Horst Rumpfs und auch seinen im „Archiv der Zukunft“ verf&#252;gbaren Vortrag „Schulen der K&#246;rperlosigkeit?“</a>)</p>

<p>So sehr der Ansatz, digitale Medien f&#252;r selbstgesteuertes Lernen zu nutzen, in meinen Augen begr&#252;&#223;enswert ist und so sehr ich Schirrmacher zustimme, dass es Bildungsprozessen, in meinen Worten ausgedr&#252;ckt und der Sprache der Aufkl&#228;rung ausgedr&#252;ckt, um die Bef&#228;higung der Menschen zur Nutzung des eigenen Verstandes, also zu Entwicklung von Unsicherheiten gegen&#252;ber vorgegebenem Wissen, gehen muss, so sehr sto&#223;e ich mich daran, dass Schirrmacher auf Herausforderungen einer neuen Technologie und deren Folgen, die er auf der Basis empirischer Daten beeindruckend darstellt, mit alten Rezepten antworten, die inhaltlich v&#246;llig korrekt sind, aber die ver&#228;nderte Struktur der Wissensgesellschaft meines Erachtens nur ungen&#252;gend in den Blick nehmen. Oder, um es kurz zu fassen: Die bin&#228;re Struktur des Codes, der gegenw&#228;rtiges Wissen mehr und mehr pr&#228;gt, bleibt in ihren m&#246;glichen Folgen f&#252;r das Bewusstsein des Menschen in Schirrmachers Reflexionen weitgehend unber&#252;cksichtigt, sodass ich an dieser Stelle meine Unsicherheit gegen&#252;ber Schirrmachers Darstellung zum Ausdruck bringen will.</p>

<p>Vilém Flusser nimmt, anders als Schirrmacher, den Code, auf dem Wissen basiert in den Blick und zeigt, wie sich durch die Schriftlichkeit das Bewusstsein des Menschen ver&#228;ndert hat. Das Alphabet und die damit verbundene Linearit&#228;t hat, so Flussers These, ein linear gedachtes historisches Bewusstsein &#252;berhaupt erst m&#246;glich gemacht. Bez&#252;glich des Alphabets in Zeiten, in denen nur wenige des Lesens und Schreibens m&#228;chtig waren, schreibt er:</p>

<blockquote>„Es bildete einen Geheimcode, und nur die darin Eingeweihten verf&#252;gten &#252;ber historisches Bewusstsein. Der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft orientierte sich weiterhin in der Welt anhand von harten Gegenst&#228;nden, vor allem anhand von Bildern, und dank der gesprochenen Sprache. Das hei&#223;t, der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft lebte in einem magischen und mythischen Bewusstsein.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_6_2715" id="identifier_6_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="FLUSSER, Vil&eacute;m (2002): Medienkultur. herausgegeben von: BOLLMANN, Stefan. Frankfurt am Main, 3. Aufl. 2002 (1997), S. 45.">7</a></sup></blockquote>

<p>Der Code, der das Wissen in Zeichen verwandelt, pr&#228;gt, so die These, das Bewusstsein derer, die sich dieses Codes bedienen.</p>

<p>Wenn diese These stimmt, dann ergeben sich f&#252;r die Gegenwart Herausforderungen, die weit &#252;ber Schirrmachers Problembeschreibungen und L&#246;sungsans&#228;tze hinaus gehen.</p>

<p>Wir erleben nicht nur einen Wandel der Leitmedien, sondern auch die Einf&#252;hrung eines neuen Codes, in dem unser Wissen in Zeichen &#252;bertragen wird und der das Bewusstsein der Menschen ver&#228;ndert bzw. ver&#228;ndern wird.</p>

<p>Das Problem dieser These besteht darin, dass die Oberfl&#228;che, die Zeichen, die wir in digital (vernetzten) Codierungen wahrnehmen, auf den ersten Blick der bisherigen Codierung gleichen. – Hier stehen Buchstaben, die linear aneinander gef&#252;gt einen Text ergeben. An anderen Stellen des Netzes sind Bilder zu finden, gesprochene Sprache spielt in digitalen Formaten ebenso eine Rolle. Und in multimedialen Zusammenh&#228;ngen werden diese Formen der Codierung des indirekten Zugangs zur Wirklichkeit zusammengef&#252;gt.</p>

<p>Au&#223;er der breiteren, schnelleren und zeitunabh&#228;ngigeren Verf&#252;gbarkeit der Informationen scheint sich also nichts ver&#228;ndert zu haben. Und genau an dieser Stelle gibt es Grund, diese als selbstverst&#228;ndlich nahe liegende Annahme mit einer Unsicherheit zu versehen und die Fragestellung auszuweiten.</p>

<p>Schirrmacher selbst weist auf die bin&#228;re Struktur von Entscheidungen hin, von der viele unserer Entschl&#252;sse gepr&#228;gt sind: „Tun oder Nicht-Tun, ein Auto kaufen oder nicht, Schokoladenkekse essen oder nicht, eine Di&#228;t machen oder nicht, ein Pulverfass anz&#252;nden oder nicht.” (S. 197) Doch dar&#252;ber hinaus stellt er auch dar, wie der bin&#228;re Code selbst das Leben und vor allem unser Selbstbild ver&#228;ndert. Insofern ber&#252;cksichtigt er auf empirischer Ebene das Problem, das hier einen erweiterten medientheoretischen Kontext gestellt wird.</p>

<p>Schirrmacher greift das Ph&#228;nomen der „Empfehlungen“ auf, das bereits heute, auf der Basis fr&#252;herer Entscheidungen, z. B. auf Seiten wie der von Amazon, von Last.fm etc. beobachtet werden kann; das Ph&#228;nomen, dass Facebook Freundschaftempfehlungen macht etc. Bin&#228;re Strukturen werden bereits heute zur Analyse menschlichen Verhaltens benutzt, um daraus Prognosen &#252;ber m&#246;gliche Entscheidungen in der Zukunft zu stellen.</p>

<p>Bereits in diesem Ph&#228;nomen spiegelt sich die Struktur bin&#228;rer Codes wider. Es geht um ein „Entweder-Oder“, um die Annahme, dass Verhaltensweisen selbst dann bin&#228;ren Strukturen des „Ja oder Nein“ folgen, wenn es sich um so komplexe Ph&#228;nomene wie z. B. Freundschaft handelt.</p>

<p>Wie es zu diesen Empfehlungen kommt, wie automatisierte, Algorithmen folgende Programme mit Daten umgehen und wo die Grenzen dieser Verfahren liegen, vermag kaum jemand zu sagen. Und deshalb formuliere ich in Anlehnung an Flusser:</p>

<blockquote>Der digitale, Medien pr&#228;gende Code ist eine Art Geheimcode, und nur die darin Eingeweihten verf&#252;gen &#252;ber digitales Bewusstsein.

Der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft orientierte sich weiterhin in der Welt anhand von Oberfl&#228;chencodes, die an alte Codes erinnern (Buchstaben, Bilder…), die aber, vor allem im Bereich der M&#246;glichkeiten der digitalen Weiterverarbeitung solcher Daten, weit &#252;ber die Optionen analoger Codierung hinausgehen (automatisierte Erhebungs- und Analyseverfahren, von Computern auf der Basis digitaler Codierungen erstellte Verhaltensprofile, die weit &#252;ber das hinaus gehen, was analog &#252;berhaupt an Daten erfassbar w&#228;re).

Das hei&#223;t, der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft lebt noch immer in einem analogen Bewusstsein, dem ein kritischer und reflexiver Zugang zu den Optionen der Wissensgewinnung auf der Basis bin&#228;rer Codes (noch) nicht m&#246;glich ist, au&#223;er, sie werden mit den konkreten Ph&#228;nomenen konfrontiert, die dann oft „magisch“ wirken und auch entsprechende &#196;ngste ausl&#246;sen k&#246;nnen.</blockquote>

<p>Wie schafft es Facebook, als Freunde Menschen vorzuschlagen, von denen man tats&#228;chlich welche kennt? Wie kann es sein, dass Last.fm Musik vorschl&#228;gt, die den entsprechenden Nutzer wirklich interessiert? Wie kommt Amazon zu Leseempfehlungen? – Die Antwort lautet: Aufgrund der M&#246;glichkeiten zur Generierung von Wissen &#252;ber bin&#228;re Codes.</p>

<p>Doch die Strukturen bin&#228;rer Codes reichen weiter, insbesondere dann, wenn die Annahme stimmt, dass Programme in der Lage sein k&#246;nnten, direkt auf die Ausgestaltung unseres Denkens und unseres Bewusstseins Einfluss zu nehmen.</p>

<p>Auch hier sto&#223;en wir zun&#228;chst auf Ph&#228;nomene, die bin&#228;r, aber nicht neu sind: So entspricht den Einsern und Nullen des bin&#228;ren Codes z. B. die eindeutige Gegen&#252;berstellung von Ph&#228;nomenen, wie z. B. „Gut“ und „B&#246;se“.</p>

<p>Die meisten Blockbuster im Thrillerbereich beruhen genau auf dieser bin&#228;ren Gegen&#252;berstellung, die aber auch in politischen Entscheidungsfindungsprozessen eine Rolle spielt. Insbesondere wenn es um Fragen von Krieg und Frieden geht, zeigt sich, dass bin&#228;re Wahrnehmungsweise, die sich auf „gut“ und „b&#246;se“ beschr&#228;nken, zu den Voraussetzungen kriegerischer Auseinandersetzungen geh&#246;ren, w&#228;hrend „Frieden“ von wesentlich differenzierteren Zugangsweisen zur Wirklichkeit abh&#228;ngig ist, also darauf angewiesen ist, dass die Herrschaft der Dualit&#228;t bin&#228;rer Strukturen, die nur Schwarz und Wei&#223; zul&#228;sst, durch Strukturen ersetzt wird, die Graut&#246;ne in gro&#223;er Zahl erm&#246;glichen.</p>

<p>Wenn die These stimmt, dass Codes, mit deren Hilfe wir unseren Zugang zur Wirklichkeit bekommen, das Bewusstsein zu pr&#228;gen verm&#246;gen, dann m&#252;ssen die Unsicherheiten, die Schirrmacher f&#252;r Bildungsprozesse einfordert, die Unsch&#228;rfen des Wissens, mit denen wir auch gegen&#252;ber digitalen Medien zu tun haben, selbst zum Gegenstand der Wissensfindungsprozesse werden.</p>

<p>F&#252;r Bildungsprozesse ergeben sich daraus folgende &#220;berlegungen, die hier vor allem als Diskussionsgrundlage dienen sollen und angesichts des bereits erreichten Umfangs dieses Artikels nur kurz angerissen werden (und hoffentlich in der Diskussion in den Kommentaren, &#252;ber antwortende Artikel in anderen Blogs etc. ausdifferenziert und vertieft werden):</p>

<ul>
    <li>Im Informationszeitalter geh&#246;rt es zu den Grundaufgaben von Bildungsprozessen, der Information und dem in ihr behaupteten Wissen den Zweifel und die Entwicklung einer angemessenen Unsicherheit im Umgang mit Informationen gegen&#252;ber zu stellen.</li>
    <li>Neben verhaltenspsychologischen Dimensionen, die mit der Nutzung digitaler Medien verbunden sind und die Schirrmacher ins Zentrum seiner &#220;berlegungen stellt, bedarf es einer (medien)philosophischen Reflexion auf die Grundlagen der unsere Bewusstseinsprozesse steuernden Codes, die uns einen (relativen) Zugang zur Wirklichkeit verschaffen. Diese Relativit&#228;t des Zugangs zur Wirklichkeit (mit Kant gesprochen: Die Unm&#246;glichkeit, das Ding an sich zu erkennen, da Erkenntnis immer eine (sinnlich) vermittelte ist) geh&#246;rt ins Zentrum von Bildungsprozessen.</li>
    <li>Angesichts der analogen Grundstruktur menschlicher Wissensgewinnung, darf eine angemessene Mediendidaktik nicht den Fehler begehen, digitale Formen des Lernens alleine ins Zentrum von Bildungsprozessen zu stellen. Die Kompetenz zum angemessenen Umgang mit analogen Arbeitsformen (vom Umgang mit B&#252;chern &#252;ber handschriftliche Verfahren – z. B. in der Mathematik) geh&#246;rt nach wie vor und gleichberechtigt in den Kontext einer umfassenden <em>Allgemein</em>bildung.</li>
    <li>Der Computer darf nicht dazu f&#252;hren, dass an die Stelle von Formen des Frontalunterrichts durch eine Lehrperson nun eine neue Form der frontalen Wissensvermittlung tritt, die durch „Bescheid-Wisser-Medien“ wie z. B. Wikipedia gepr&#228;gt sind<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/#footnote_7_2715" id="identifier_7_2715" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was hier als eine massive Kritik an Wikipedia klingen mag, ist eine Kritik, die sich auf alle Formen lexikalischer Pr&amp;#228;sentation von Wissen bezieht, f&amp;#252;r die Wikipedia eine Metapher geworden ist. Fr&amp;#252;her war das Problem, dass Lernende aus dem Brockhaus zitierten und das f&amp;#252;r eine angemessene und vor allem ausreichende wissenschaftliche Quelle hielten, heute ist an die Stelle des Brockhaus oder anderer Lexika Wikipedia getreten. Damit ist kein Werturteil &amp;#252;ber dieses erstaunliche Projekt gef&amp;#228;llt.">8</a></sup>.</li>
    <li>Mind. Grundlagen der digitalen Codierung und der sich daraus ergebenden M&#246;glichkeiten und Grenzen im Umgang mit digital verf&#252;gbaren Daten, geh&#246;ren auf die schulischen Lehrpl&#228;ne, um so einen aufgekl&#228;rten Umgang mit bin&#228;ren Codes zu erm&#246;glichen und das „Geheimwissen“ derer, die sich dieser Codes bedienen k&#246;nnen aufzul&#246;sen.</li>
</ul>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/29/podcasts-eine-kurze-einfuehrung/" rel="bookmark" title="29. Januar 2009">Podcasts &#8211; Eine kurze Einf&#252;hrung</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/03/16/handys-und-mp3-geraete-an-der-schule/" rel="bookmark" title="16. M&#228;rz 2009">Handys und MP3-Ger&#228;te an der Schule?</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" rel="bookmark" title="8. November 2010">Sch&#252;leraktivit&#228;t im Unterricht: Die Affenmetapher</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/17/lernraume-fur-kinder-ohne-raum-zum-lernen/" rel="bookmark" title="17. M&#228;rz 2011">Lernr&#228;ume f&#252;r Kinder ohne Raum zum Lernen</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 5.713 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy29"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Bin\u00e4re Codes und die Bildung der Zukunft: Eine Replik zu Schirrmachers \u201ePayback\u201c "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2010\/05\/24\/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy29').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2715" class="footnote">„.… diese Kunst [die Erfindung der Buchstaben und damit der Schrift TL] wird Vergessenheit schaffen in den Seelen derer, die sie erlernen, aus Achtlosigkeit gegen das Ged&#228;chtnis, da die Leute im Vertrauen auf das Schriftst&#252;ck von au&#223;en sich werden erinnern lassen durch fremde Zeichen, nicht von innen heraus durch Selbstbesinnen. Also nicht ein Mittel zur Kr&#228;ftigung, sondern zur St&#252;tzung des Ged&#228;chtnisses hast du gefunden. Und von Weisheit gibst du deinen Lehrlingen einen Schein, nicht die Wahrheit: wenn sie vieles geh&#246;rt haben ohne Belehrung, werden sie auch viel zu verstehen sich einbilden, da sie doch gr&#246;&#223;tenteils nichts verstehen und schwer zu ertragen sind im Umgang, zu D&#252;nkelweisen geworden und nicht zu Weisen“ – Platon: Phaidros. In: S&#228;mtliche Dialoge. Hamburg 1993, Bd. 2, S.103.</li><li id="footnote_1_2715" class="footnote">Vgl. hierzu: Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&#252;nchen, Fink</li><li id="footnote_2_2715" class="footnote">Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&#252;nchen, Fink, 18.</li><li id="footnote_3_2715" class="footnote">Kerckhove, Derrick de (1995), Schriftgeburten. vom Alphabet zum Computer, M&#252;nchen, Fink, 19.</li><li id="footnote_4_2715" class="footnote">Vgl. hierzu: FLUSSER, Vilém (2002): Medienkultur. herausgegeben von: BOLLMANN, Stefan. Frankfurt am Main, 3. Aufl. 2002 (1997). Flusser beschreibt hier unter anderem auch, wie das Aufkommen des Alphabets die Strukturen des Denkens und des Bewusstsein ver&#228;nderte. Er schreibt „Es [das Alphabet TL] bildete einen Geheimcode, und nur die darin Eingeweihten verf&#252;gten &#252;ber historisches Bewusstsein. Der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft orientierte sich weiterhin in der Welt anhand von harten Gegenst&#228;nden, vor allem anhand von Bildern, und dank der gesprochenen Sprache. Das hei&#223;t, der gr&#246;&#223;te Teil der Gesellschaft lebte in einem magischen und mythischen Bewusstsein.“ (S. 45) </li><li id="footnote_5_2715" class="footnote">Allerdings scheinen sich Strukturen der kritischen Rezeption auch in digitalen Kontexten zu entwickeln: So gibt es auf Wikipedia zu jedem Artikel die M&#246;glichkeit, eine Diskussion zu f&#252;hren, in Blogs werden Kommentare verfasst etc. M&#246;glicherweise entwickelte sich in digitalen Kontexten eine wom&#246;glich noch intensivere Form der Diskurse, die sich z. Zt. erst entwickelt.</li><li id="footnote_6_2715" class="footnote">FLUSSER, Vilém (2002): Medienkultur. herausgegeben von: BOLLMANN, Stefan. Frankfurt am Main, 3. Aufl. 2002 (1997), S. 45.</li><li id="footnote_7_2715" class="footnote">Was hier als eine massive Kritik an Wikipedia klingen mag, ist eine Kritik, die sich auf alle Formen lexikalischer Pr&#228;sentation von Wissen bezieht, f&#252;r die Wikipedia eine Metapher geworden ist. Fr&#252;her war das Problem, dass Lernende aus dem Brockhaus zitierten und das f&#252;r eine angemessene und vor allem ausreichende wissenschaftliche Quelle hielten, heute ist an die Stelle des Brockhaus oder anderer Lexika Wikipedia getreten. Damit ist kein Werturteil &#252;ber dieses erstaunliche Projekt gef&#228;llt.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/begrenztheit/" title="Begrenztheit" rel="tag">Begrenztheit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bilder/" title="Bilder" rel="tag">Bilder</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buecher/" title="Bücher" rel="tag">Bücher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/denken/" title="Denken" rel="tag">Denken</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/didaktik/" title="Didaktik" rel="tag">Didaktik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diskussion/" title="Diskussion" rel="tag">Diskussion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erkenntnis/" title="Erkenntnis" rel="tag">Erkenntnis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/frank-schirrmacher/" title="Frank Schirrmacher" rel="tag">Frank Schirrmacher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedaechtnis/" title="Gedächtnis" rel="tag">Gedächtnis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gegenwart/" title="Gegenwart" rel="tag">Gegenwart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gehirn/" title="Gehirn" rel="tag">Gehirn</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichte/" title="Geschichte" rel="tag">Geschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/horst-rumpf/" title="Horst Rumpf" rel="tag">Horst Rumpf</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/internet/" title="Internet" rel="tag">Internet</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kommunikation/" title="Kommunikation" rel="tag">Kommunikation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenz/" title="Kompetenz" rel="tag">Kompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/krieg/" title="Krieg" rel="tag">Krieg</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrer/" title="Lehrer" rel="tag">Lehrer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lesen/" title="lesen" rel="tag">lesen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/mediendidaktik/" title="Mediendidaktik" rel="tag">Mediendidaktik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkompetenz/" title="Medienkompetenz" rel="tag">Medienkompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkritik/" title="Medienkritik" rel="tag">Medienkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/netzwerk/" title="Netzwerk" rel="tag">Netzwerk</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/payback/" title="Payback" rel="tag">Payback</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/phaidros/" title="Phaidros" rel="tag">Phaidros</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/positionen/" title="Positionen" rel="tag">Positionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/realitaet/" title="Realität" rel="tag">Realität</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/reflexion/" title="Reflexion" rel="tag">Reflexion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/reflexionen/" title="Reflexionen" rel="tag">Reflexionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schreiben/" title="schreiben" rel="tag">schreiben</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schrift/" title="Schrift" rel="tag">Schrift</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schriftlichkeit/" title="Schriftlichkeit" rel="tag">Schriftlichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verhalten/" title="Verhalten" rel="tag">Verhalten</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/vernetzen/" title="vernetzen" rel="tag">vernetzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verstehen/" title="Verstehen" rel="tag">Verstehen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrheit/" title="Wahrheit" rel="tag">Wahrheit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrnehmung/" title="Wahrnehmung" rel="tag">Wahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/web-20-medien/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/weisheit/" title="Weisheit" rel="tag">Weisheit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wikipedia/" title="Wikipedia" rel="tag">Wikipedia</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirklichkeit/" title="Wirklichkeit" rel="tag">Wirklichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissenschaft/" title="Wissenschaft" rel="tag">Wissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/wissenserwerb/" title="Wissenserwerb" rel="tag">Wissenserwerb</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2010/05/24/binaere-codes-und-die-bildung-der-zukunft-eine-replik-zu-schirrmachers-payback/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Sprache und Macht – Zu Georg B&#252;chners „Woyzeck“</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 23:07:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Büchner – Woyzeck]]></category>
		<category><![CDATA[Büchner, Woyzeck]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkritik]]></category>
		<category><![CDATA[»Schul«-Lektüren]]></category>
		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[21. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsbegriff]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Büchner]]></category>
		<category><![CDATA[Der Hessische Landbote]]></category>
		<category><![CDATA[Deutung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Figuren]]></category>
		<category><![CDATA[Form]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Woyzeck]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Büchner]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltbereitschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hilflosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Minimalluxus]]></category>
		<category><![CDATA[Mündigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Muttersprache]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[PISA]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionsprozesse]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Ständegesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Unmündigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[volk]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Woyzeck]]></category>
		<category><![CDATA[woyzeck und marie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=2496</guid>
		<description><![CDATA[Sprache und Macht – Zu Georg B&#252;chners „Woyzeck“ von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.. Mangelnde Sprachbeherrschung wird meist als ein Mangel an Bildung angesehen. Aber kann „Bildung“ gleich „Sprache“ gesetzt werden? &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a></p>

<p><em>Sprache und Macht – Zu Georg B&#252;chners „Woyzeck“ von <a href="http://herrlarbig.de/?p=2496" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>..</em></p>

<p>Mangelnde Sprachbeherrschung wird meist als ein Mangel an Bildung angesehen. Aber kann „Bildung“ gleich „Sprache“ gesetzt werden? Georg B&#252;chners vermutlich im Sommer 1836 entstandenes Dramenfragment „Woyzeck“ gibt darauf eine Antwort, die auch im Lichte der Bildungsdebatte im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gesehen werden kann.</p>

<p>Zun&#228;chst zur Sprache in B&#252;chners „Woyzeck“, die im Vergleich mit der von Autoren der ersten H&#228;lfte des 19. Jahrhunderts benutzten Sprache auff&#228;llig „volksnah“ und gleichzeitig weit entfernt von der Sprache der literarischen <a href="http://xlibris.de/Epochen/Romantik" target="_blank">Romantik</a> angesiedelt ist. Die Romantik erw&#228;hne ich hier, weil deren Autoren und Autorinnen zu gleichen Zeit schrieben wie Georg B&#252;chner – und ein ganz anderes Wirklichkeitsempfinden widerspiegeln, als es in B&#252;chners Texten zu finden ist.</p>

<p>B&#252;chner nutzt dialektale F&#228;rbungen<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/#footnote_0_2496" id="identifier_0_2496" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="zum hier gesagten vergleiche z. B. die Szene &bdquo;Kammer&ldquo; &ndash; da die Szenen des Dramenfragments in unterschiedlichen Ausgaben unterschiedlich angeordnet sind, setze ich hier Links zu den entsprechenden Szenen im Zeno-Projekt.">1</a></sup>, l&#228;sst seine Figuren falsch gesetzte Fragepronomen verwenden und Probleme mit dem Satzbau (der Syntax) haben. Er nutzt umgangssprachliche Formen der Wortk&#252;rzung („S’ ist gewiss Gold!“; „S&#8217; ist gut Marie“), <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ellipse_%28Sprache%29" target="_blank">Elipsen,</a> reiht kurze Haupts&#228;tze aneinander und l&#228;sst so eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Parataxe" target="_blank">parataktische Struktur</a> der Textoberfl&#228;che entstehen.</p>

<p>Das „einfache Volk“ verf&#252;gt &#252;ber eine „einfache“ Sprache. Somit entstehen im Drama Figuren, vor allem sind hier Woyzeck und Marie zu nennen, die kaum in der Lage sind, ihre Empfindungen und Wahrnehmungen der Wirklichkeit so auszudr&#252;cken, dass diese selbst zum Gegenstand ihrer Reflexion werden k&#246;nnten.</p>

<p>Das ungebildete Individuum ist vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskurs" target="_blank">Diskurs</a> ausgeschlossen, isoliert, machtlos.</p>

<p>Das „einfache Volk“ verf&#252;gt &#252;ber eingeschr&#228;nkte Ausdrucksm&#246;glichkeiten und muss, um &#252;berhaupt etwas ausdr&#252;cken zu k&#246;nnen, zu vorgegebenen Sprachmustern  Zuflucht nehmen.</p>

<p>Woyzeck zitiert die Bibel („Lasset die Kindlein zu mir kommen“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/#footnote_1_2496" id="identifier_1_2496" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Hauptmann. Woyzeck (Rasierszene) ">2</a></sup>, Marie sucht Orientierung in der Bibel<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/#footnote_2_2496" id="identifier_2_2496" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kammer &ndash; Marie. Der Narr">3</a></sup>. Dar&#252;ber hinaus kommen Volkslieder zum Tragen.</p>

<p>Nur an Stellen, an denen B&#252;chner seinen Kommentar zu dargestellten Ereignissen gibt, sprechen „einfache Menschen“ pl&#246;tzlich eine komplexere Sprache, die eine h&#246;here Reflexionsstufe m&#246;glich macht, so der Handwerksbursch als Prediger<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/#footnote_3_2496" id="identifier_3_2496" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wirtshaus">4</a></sup> und die Gro&#223;mutter<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/#footnote_4_2496" id="identifier_4_2496" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Marie mit M&amp;#228;dchen vor der Haust&amp;#252;r">5</a></sup> als Erz&#228;hlerin eines Anti-M&#228;rchens.</p>

<p>Auf der anderen Seite stehen die Sprachen von Wissenschaft und des Milit&#228;rs, die vom Hauptmann und dem Doktor genutzt werden, welche gleichzeitig Woyzeck nicht nur von oben herab anschauen, sondern ihn auch f&#252;r ihre eigenen Zwecke missbrauchen.</p>

<p>Sprache wird von B&#252;chner in einer engen Verbindung zur „Macht“ gesehen. Wer keine ausdifferenzierten sprachlichen F&#228;higkeiten besitzt, der hat auch keine M&#246;glichkeiten, die eigene Situation angemessen in den Blick zu nehmen, bleibt sprachlos und somit irrelevant f&#252;r die gesellschaftliche Entwicklung – zumindest solange es keine Stimme f&#252;r die Not dieser Armen gibt.</p>

<p>B&#252;chner will den Missst&#228;nden des 19. Jahrhunderts eine Stimme geben. In „<a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Schrift/Der+hessische+Landbote" target="_blank">Der Hessische Landbote</a>“ ruft er zur Revolution auf, was ihm Verfolgung als Staatsfeind einbringt. Und „Woyzeck“ blieb aufgrund seines fragmentarischen Charakters und des Todes B&#252;chners im Jahre 1837 unbeachtet. Erst 1919 kam es in M&#252;nchen zur Urauff&#252;hrung des St&#252;cks.</p>

<p>Diese Stimme B&#252;chners aber war dringend n&#246;tig, denn die gesellschaftlichen Ver&#228;nderungen der Zeit (Aufl&#246;sung der St&#228;ndegesellschaft, Bev&#246;lkerungswachstum, Protoindustriaisierung) f&#252;hrten strukturell zu den von B&#252;chner angegriffenen Missst&#228;nden.</p>

<p>Armut war nicht mehr das Produkt von Alter, Krankheit oder gesellschaftlicher &#196;chtung, sondern ein Massenph&#228;nomen, das noch m&#228;chtigere Stimmen bekommen sollte, da es als gesellschaftliches Ph&#228;nomen politische Relevanz bekam und beispielsweise Marx zu seinen Theorien brachte und den Kommunismus bzw. den Sozialismus erst m&#246;glich machte. Es sollte bis weit in die zweite H&#228;lfte des 19. Jahrhunderts dauern, bis die Probleme in der Form eines Sozialversicherungssystems einigerma&#223;en erfolgreich angegangen wurden.</p>

<p>B&#252;chner scheint in seiner Darstellung, in der er die Sprache zur Darstellung der „Ungebildeten“ in realistischer Form auf die B&#252;hne bringen wollte, von den Gedanken der Aufkl&#228;rung beeinflusst. So zeigt er, wie „Ungebildete“ nicht in der Lage sind, ihre Situation selbst reflektierend in den Blick zu nehmen – und Reflexionsprozesse finden in dieser Zeit in der Regel sprachlich statt – und sich entsprechend auf die Leitung durch andere einlassen (m&#252;ssen). In diesem Fall ist diese Leitung einerseits die Autorit&#228;t der Bibel, in der diese „einfachen Leute“ gen&#252;gend Aussagen finden, die f&#252;r den Versuch des Ausdrucks der eigenen Situation taugen, andererseits &#252;bernehmen gesellschaftliche Autorit&#228;ten (Hauptmann, Doktor) diese Leitung, die sich dann aber auch noch z. T. zynisch zur Freiheit des Menschen &#228;u&#223;ern („Woyzeck, der Mensch ist frei, in dem Menschen verkl&#228;rt sich die Individualit&#228;t zur Freiheit.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/#footnote_5_2496" id="identifier_5_2496" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Beim Doktor">6</a></sup>).</p>

<p>Mangelnde sprachliche F&#228;higkeiten werden hier zu einem Kriterium f&#252;r unaufgekl&#228;rtes Handeln. Gleichzeitig aber erweisen sich auch die „gebildeteren“ Figuren als „unaufgekl&#228;rte“ Menschen, da sie das Instrumentarium der Sprache zum Machtinstrument werden lassen. Doch vor allem der Doktor, als Vertreter einer Naturwissenschaft, wirkt in dem Drama eher wie ein Scharlatan, der Sprache nicht zur Aufkl&#228;rung, sondern zur pseudointellektuellen &#220;bert&#252;nchung seiner menschenverachtenden Experimente nutzt. Der Hauptmann versucht sich an anderer Stelle in pseudointellektuellen &#220;berlegungen. („Moral, das ist, wenn man moralisch ist…“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/#footnote_6_2496" id="identifier_6_2496" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Hauptmann, Woyzeck. (Rasierszene">7</a></sup>)</p>

<p>Diese Verbindung von Sprache und Macht erscheint nach wie vor aktuell. Es ist auff&#228;llig, dass die PISA-Studie bereits 2001 auf die Probleme im Zusammenhang mit dem Textverstehen verwies, die interessanterweise bis in die Gymnasien hinein in signifikanter Weise beobachtet wurden. W&#228;chst hier eine „machtlose“, der Sprache nicht mehr m&#228;chtige (sic!) Generation auf, die mit ihren mangelnden Kenntnissen im Umgang mit der eigenen Muttersprache oder der erlernten Zweitsprache auch nicht mehr zur gesellschaftlich relevanten Reflexion f&#228;hig sind und somit wieder in eine (selbst?)verschuldete Unm&#252;ndigkeit geraten?</p>

<p>Ich lasse dies als Frage stehen, denn das Problem der Sprache erscheint auf anderer Ebene wesentlich relevanter; relevanter, weil mit dem Mangel an „sprachlichen Ventilen“ auch die Suche nach anderen „Druckausgleichmechanismen“ einhergeht, die scheinbar oft in gesteigerter Aggressivit&#228;t und Gewaltbereitschaft bestehen.</p>

<p>Franz Woyzeck wird im Rahmen seiner (sprachlichen) Hilflosigkeit zum M&#246;rder an der Frau, f&#252;r die er all die Last der drei Jobs (einfacher Soldat, Barbier des Hauptmanns, Proband des Doktors) letztlich wohl auf sich genommen hat, ohne dass er das Bed&#252;rfnis Maries nach einem Minimalluxus h&#228;tte erf&#252;llen k&#246;nnen.</p>

<p>Politisch und im Zusammenhang mit der aktuellen Bildungsdebatte scheint mir diese an Hypothesen orientierte Darstellung B&#252;chners nach wie vor hoch brisant.</p>

<p>Sprache und die mit ihr verbundenen M&#246;glichkeiten des Ausdrucks, aber fast noch mehr die mit ihr verbundenen Reflexionsm&#246;glichkeiten, scheinen nach wie vor Voraussetzung f&#252;r Einfluss in der Gesellschaft zu sein. Analog kann geschlossen werden, dass ein Mangel an sprachlichen Ausdrucksm&#246;glichkeiten nicht nur den gesellschaftlichen Einfluss reduziert, sondern auch dazu f&#252;hrt, dass Menschen sich den Gegebenheiten hilflos ausgeliefert sehen. Folglich wird nach anderen Mitteln des Ausdrucks der als mangelhaften erlebten Einflussm&#246;glichkeiten gesucht werden m&#252;ssen. Und diese Ausdrucksmittel sind, so die in Anlehnung an B&#252;chners „Woyzeck“ hier vertretene Hypothese, tendenziell mit Gewalt verbunden.</p>

<p>Wenn es stimmt, dass die sprachlichen F&#228;higkeiten in schulischen Zusammenh&#228;ngen (und vor allem hier scheint es entsprechend aussagekr&#228;ftige Studien zu geben, auch wenn die Kriterien der PISA-Studien kritisierbar sind) abnehmen und parallel eine Zunahme der Gewaltbereitschaft (nicht nur) unter Jugendlichen beobachtet werden kann, so scheint es nicht abwegig, die Hypothese aufzustellen, dass es hier einen Zusammenhang geben k&#246;nnte.</p>

<p>Gleiches k&#246;nnte dann f&#252;r extremistische Str&#246;mungen gelten, in denen wenige, aber sprachlich kompetente, Personen, &#228;hnlich dem Doktor oder dem Hauptmann in B&#252;chners „Woyzeck“, Menschen f&#252;r ihre Zwecke funktionalisieren und missbrauchen, Menschen, die sich der Leitung ihrer Gedanken durch Dritte bedienen wollen bzw. m&#252;ssen, wollen sie &#252;berhaupt noch den Eindruck haben, ihre eigene Wahrnehmung der Gesellschaft ausdr&#252;cken zu k&#246;nnen bzw. ausgedr&#252;ckt zu finden.</p>

<p>Das Projekt der Aufkl&#228;rung m&#252;sste dann also in der Gegenwart ein Projekt der massiven F&#246;rderung sprachlicher F&#228;higkeiten (Kompetenzen) sein, das &#252;berall dort stattfindet, wo sprachliche Bildung stattfindet, insbesondere aber in den Schulen und in den Familien, aber auch zumindest in den &#246;ffentlich-rechtlichen Medien. Dies scheint vor allem deshalb notwendig, weil Sprache und die mit ihr verbundene Reflexionsf&#228;higkeit &#252;berhaupt erst die Grundvoraussetzungen daf&#252;r sind, dass sich das Individuum seines eigenen Verstandes ohne die Leitung eines Dritten bedienen kann und somit f&#252;r den gesellschaftlichen Diskurs (gewaltfrei) relevant wird.</p>

<p>Auf der anderen Seite bedarf es dringend sprachlich kompetenter Individuen, die ihre reflexiven F&#228;higkeiten nutzen, um Br&#252;cken &#252;ber sprachliche (oft wird hier von „sozialen“) Abgr&#252;nde zu bauen und somit den sprachlich (=gesellschaftlich?) Ausgegrenzten eine Stimme zu geben.</p>

<p>Gleichzeitig m&#252;ssten demokratische Politiker und Politikerinnen ihre, im Spiel mit medialer Pr&#228;szenz entstehenden, sprachlichen Vernebelungen beenden und nach einer Sprache suchen, die m&#246;glichst weiten Bev&#246;lkerungsschichten zug&#228;nglich und verst&#228;ndlich ist, um so in einen die Gesellschaft relevant gestaltenden Dialog mit dem Souver&#228;n eines demokratischen Staates zur&#252;ck zu finden.</p>

<p>Doch auch &#252;ber Grenzen hinweg haben B&#252;chners durchaus auch sprachkritisch zu verstehenden Darstellungen gesellschaftlicher Zusammenh&#228;nge im „Woyzeck“ Relevanz. In der globalen Gesellschaft gilt es, &#252;ber sprachliche oder gar dialektal gepr&#228;gte Grenzen hinaus zu schauen und denen eine M&#246;glichkeit des (sprachlichen) Ausdrucks zu geben, die im globalen Ma&#223;stab als die <a href="http://weltzeugen.blogspot.com/2010/01/outsourced-slavory.html" target="_blank">Verlierer im System &#246;konomisch gepr&#228;gter Machtzusammenh&#228;nge</a> gelten.</p>

<p>Dies alles hat zudem mit „Bildung“ zu tun. „Bildung“ wird hier als die M&#246;glichkeit verstanden, sich selbst ein m&#246;glichst differenziertes Bild von sich selbst, der Welt und den dieses Ich und die globalen Zusammenh&#228;nge pr&#228;genden Faktoren zu machen, eine Sprache f&#252;r eigene  Erfahrungen zu finden und in den Diskurs einzubringen, der gesellschaftliche Entwicklungen zu beeinflussen vermag. „Bildung“ wird hier als M&#246;glichkeit der Einflussnahme im Kontext gesellschaftlich relevanter Diskussionen verstanden.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/17/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund/" rel="bookmark" title="17. Februar 2010">Georg B&#252;chner: „Woyzeck“ – Strukturelle Armut als Deutungshintergrund</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/antwort-auf-die-frage-was-ist-das-web-2-0/" rel="bookmark" title="20. Oktober 2009">Antwort auf die Frage: Was ist das Web 2.0</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/03/27/sprache-und-technik/" rel="bookmark" title="27. M&#228;rz 2010">Sprache und Technik</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/07/19/vegetarisches-parken/" rel="bookmark" title="19. Juli 2009">Vegetarisches Parken</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.320 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy32"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Sprache und Macht \u2013 Zu Georg B\u00fcchners \u201eWoyzeck\u201c "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2010\/02\/26\/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy32').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2496" class="footnote">zum hier gesagten vergleiche z. B. die Szene „<a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Dramen/Woyzeck/Vorl%C3%A4ufige+Reinschrift+%28H4%29/%5BH4,+Szene+4%5D" target="_blank">Kammer</a>“ – da die Szenen des Dramenfragments in unterschiedlichen Ausgaben unterschiedlich angeordnet sind, setze ich hier Links zu den entsprechenden Szenen im Zeno-Projekt.</li><li id="footnote_1_2496" class="footnote">Der Hauptmann. Woyzeck (<a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Dramen/Woyzeck/Vorl%C3%A4ufige+Reinschrift+%28H4%29/%5BH4,+Szene+5%5D" target="_blank">Rasierszene</a>) </li><li id="footnote_2_2496" class="footnote"><a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Dramen/Woyzeck/Vorl%C3%A4ufige+Reinschrift+%28H4%29/%5BH4,+Szene+16%5D" target="_blank">Kammer</a> – Marie. Der Narr</li><li id="footnote_3_2496" class="footnote"><a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Dramen/Woyzeck/Vorl%C3%A4ufige+Reinschrift+%28H4%29/%5BH4,+Szene+11%5D" target="_blank">Wirtshaus</a></li><li id="footnote_4_2496" class="footnote"><a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Dramen/Woyzeck/Erste+Fassung.+Szenengruppe+1+%28H1%29/%5BH1,+Szene+14%5D" target="_blank">Marie mit M&#228;dchen vor der Haust&#252;r</a></li><li id="footnote_5_2496" class="footnote"><a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Dramen/Woyzeck/Vorl%C3%A4ufige+Reinschrift+%28H4%29/%5BH4,+Szene+8%5D" target="_blank">Beim Doktor</a></li><li id="footnote_6_2496" class="footnote">Der Hauptmann, Woyzeck. (<a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCchner,+Georg/Dramen/Woyzeck/Vorl%C3%A4ufige+Reinschrift+%28H4%29/%5BH4,+Szene+5%5D" target="_blank">Rasierszene</a></li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/19-jahrhundert/" title="19. Jahrhundert" rel="tag">19. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/21-jahrhundert/" title="21. Jahrhundert" rel="tag">21. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildungsbegriff/" title="Bildungsbegriff" rel="tag">Bildungsbegriff</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildungsdebatte/" title="Bildungsdebatte" rel="tag">Bildungsdebatte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buchner/" title="Büchner" rel="tag">Büchner</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/buchner-woyzeck/" title="Büchner – Woyzeck" rel="tag">Büchner – Woyzeck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/buechner/" title="Büchner, Woyzeck" rel="tag">Büchner, Woyzeck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/der-hessische-landbote/" title="Der Hessische Landbote" rel="tag">Der Hessische Landbote</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutung/" title="Deutung" rel="tag">Deutung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diskurs/" title="Diskurs" rel="tag">Diskurs</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/figuren/" title="Figuren" rel="tag">Figuren</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/form/" title="Form" rel="tag">Form</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/franz-woyzeck/" title="Franz Woyzeck" rel="tag">Franz Woyzeck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gegenwart/" title="Gegenwart" rel="tag">Gegenwart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/georg-buechner/" title="Georg Büchner" rel="tag">Georg Büchner</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gewalt/" title="Gewalt" rel="tag">Gewalt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gewaltbereitschaft/" title="Gewaltbereitschaft" rel="tag">Gewaltbereitschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/hilflosigkeit/" title="Hilflosigkeit" rel="tag">Hilflosigkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/interpretation/" title="Interpretation" rel="tag">Interpretation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kommunismus/" title="Kommunismus" rel="tag">Kommunismus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/macht/" title="Macht" rel="tag">Macht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/minimalluxus/" title="Minimalluxus" rel="tag">Minimalluxus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/muendigkeit/" title="Mündigkeit" rel="tag">Mündigkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/muttersprache/" title="Muttersprache" rel="tag">Muttersprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/naturwissenschaft/" title="Naturwissenschaft" rel="tag">Naturwissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/pisa/" title="PISA" rel="tag">PISA</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/politik/" title="Politik" rel="tag">Politik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/reflexionsprozesse/" title="Reflexionsprozesse" rel="tag">Reflexionsprozesse</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sozialismus/" title="Sozialismus" rel="tag">Sozialismus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprachanalyse/" title="Sprachanalyse" rel="tag">Sprachanalyse</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/sprache/sprachkritik-sprache/" title="Sprachkritik" rel="tag">Sprachkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/staendegesellschaft/" title="Ständegesellschaft" rel="tag">Ständegesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unmuendigkeit/" title="Unmündigkeit" rel="tag">Unmündigkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verstehen/" title="Verstehen" rel="tag">Verstehen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/volk/" title="volk" rel="tag">volk</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrnehmung/" title="Wahrnehmung" rel="tag">Wahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirklichkeit/" title="Wirklichkeit" rel="tag">Wirklichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissenschaft/" title="Wissenschaft" rel="tag">Wissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/woyzeck/" title="Woyzeck" rel="tag">Woyzeck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/woyzeck-und-marie/" title="woyzeck und marie" rel="tag">woyzeck und marie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/" title="»Schul«-Lektüren" rel="tag">»Schul«-Lektüren</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Georg B&#252;chner: „Woyzeck“ – Strukturelle Armut als Deutungshintergrund</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2010/02/17/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2010/02/17/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 21:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Büchner – Woyzeck]]></category>
		<category><![CDATA[Büchner, Woyzeck]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[»Schul«-Lektüren]]></category>
		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Arme]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Der Hessische Landbote]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Die Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhart Hauptmann]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüre]]></category>
		<category><![CDATA[Pauperismus]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Frage]]></category>
		<category><![CDATA[Ständegesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[strukturelle Armut]]></category>
		<category><![CDATA[strukturelle Ungerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vormärz]]></category>
		<category><![CDATA[Weberaufstand]]></category>
		<category><![CDATA[Woyzeck]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=2481</guid>
		<description><![CDATA[Georg B&#252;chner: „Woyzeck“ – Strukturelle Armut als Deutungshintergrund von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. „Woyzeck“ liegt als Dramenfragment in unterschiedlichen Ausgaben vor. Um das Auffinden der hier verwendeten Zitate zu erleichtern, &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/02/17/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a></p>

<p><em>Georg B&#252;chner: „Woyzeck“ – Strukturelle Armut als Deutungshintergrund von <a href="http://herrlarbig.de/?p=2481" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" rel="license">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</em></p>

<p><em></em><em>„<a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=263&amp;kapitel=1#gb_found" target="_blank">Woyzeck</a></em><em>“ liegt als <a href="http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/Buechner/woyzeck.htm" target="_blank">Dramenfragment</a></em><em> in unterschiedlichen Ausgaben vor. Um das Auffinden der hier verwendeten Zitate zu erleichtern, wird jeweils die „Szenen&#252;berschrift“ angegeben. Die Nummer der Szene und die angegebenen Zeilenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe der Reihe „Einfach Deutsch“, Paderborn 1999.</em></p>

<p>W&#228;hrend die Autoren der <a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Romantik" target="_blank">Romantik</a> in einer aus der <a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Aufklaerung" target="_blank">Aufkl&#228;rung</a> hervorgegangenen Bewegung versuchten, der Welt den Zauber zur&#252;ckzugeben, den sie in ihren Augen verloren hatte, k&#228;mpften gro&#223;e Teile der Bev&#246;lkerung um das nackte &#220;berleben. Nichts an ihrem Alltag kam auch nur in die N&#228;he der Welterfahrung, die die finanziell meist abgesicherten Romantiker beschworen haben. Die Armen der ersten H&#228;lfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland lebten von der Hand der Mund. – Woyzeck geh&#246;rt zu dieser Sorte von <a href="http://www.jenspeterkutz.de/000187.pdf" target="_blank">„neuen Armen“, die die St&#228;ndegesellschaft nicht kannte.</a> In der St&#228;ndegesellschaft gab es das Ph&#228;nomen der <em>st&#228;ndigen</em> Armut gro&#223;er Menschenmassen nicht, wie es das 19. Jahrhundert nun hervorbrachte. Fr&#252;her waren Menschen arm, die schwach und gebrechlich waren, alle anderen wurden mehr oder weniger von den M&#246;glichkeiten und Grenzen des je eigenen Standes, aber auch durch Almosen der Reichen vor radikaler Armut gesch&#252;tzt, sodass Armut kein Massenph&#228;nomen sondern ein individuelles Schicksal war.</p>

<p>An die Stelle dieser individuellen Schicksale trat mit dem Aufkommen erster Schritte in Richtung Industrialisierung nun eine <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Armut#Transitorische_und_strukturelle_Armut" target="_blank">strukturelle</a></em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Armut#Transitorische_und_strukturelle_Armut" target="_blank"> Armut</a>, die breite Bev&#246;lkerungsschichten ergriff, die nicht alt und gebrechlich, sondern durchaus zur Arbeit in der Lage gewesen w&#228;ren. Und selbst jene, die arbeiten konnten und Arbeit fanden, konnten oft ihren Lebensunterhalt nur mit M&#252;he und Not verdienen. Zu dieser Gruppe geh&#246;rt Franz Woyzeck. „Er sieht immer so verhetzt aus.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/17/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund/#footnote_0_2481" id="identifier_0_2481" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Hauptmann. Woyzeck [5, S. 12, Z. 20]">1</a></sup></p>

<p>Zu diesem Ph&#228;nomen einer strukturellen Massenarmut trug vor allem das starke <a href="http://buber.de/christl/unterrichtsmaterialien/soziale_frage" target="_blank">Bev&#246;lkerungswachstum in der ersten H&#228;lfte des 19. Jahrhunderts</a> bei. Die Landwirtschaft war produktiver geworden, sodass die Ern&#228;hrungslage grunds&#228;tzlich eine bessere geworden war, in der Medizin und vor allem in dem praktischen Wissen in Sachen Hygiene gab es Verbesserungen. Die Folge war ein „&#220;berangebot“ an Arbeitskr&#228;ften. Und da Angebot und Nachfrage den Preis regulieren, war der Preis sehr hoch, den die Arbeitskr&#228;fte bezahlen mussten: Vorhandene Arbeitspl&#228;tze wurden angesichts der verf&#252;gbaren Massen arbeitsf&#228;higer Menschen entwertet.</p>

<p>War also auf der einen Seite die Ern&#228;hrungslage besser geworden, sodass die Bev&#246;lkerung wachsen konnte, waren die fr&#252;hindustriellen Strukturen auf der anderen Seite nicht in der Lage, die gro&#223;e Zahl der Menschen aufzunehmen und mit den n&#246;tigen Mitteln auszustatten, die ein Leben jenseits eines Lebens von der Hand in den Mund erm&#246;glicht h&#228;tte. Diese Situation &#228;nderte sich erst, als die Industrialisierung fortgeschrittener war, der Bedarf an Arbeitskr&#228;ften also stark wuchs und gleichzeitig die Armut politisiert wurde, was im ausgehenden 19. Jahrhundert zur Entwicklung von Sozialversicherungssystemen beitrug.</p>

<p>Es blieb den b&#252;rgerlichen Schichten auch nicht mehr viel Spielraum, sie mussten sich etwas einfallen lassen, nachdem es in den Jahren 1840–1847 zu zahlreichen Aufst&#228;nden gekommen war. Hier sei nur der Schlesische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weberaufstand#Schlesischer_Weberaufstand_1844" target="_blank">Weberaufstand des Jahres 1844</a> genannt, der sp&#228;ter in <a href="http://www.hamburger-bildungsserver.de/welcome.phtml?unten=/faecher/deutsch/autoren/hauptmann/index.htm" target="_blank">Gerhart Hauptmanns Drama „Die Weber“</a> aufgenommen wurde. Der Hauptgrund f&#252;r diese Aufst&#228;nde war, dass Menschen gegen ihren Hunger revoltierten und nicht l&#228;nger bereit waren, diese Situation hinzunehmen.</p>

<p>Doch an diesem Punkt ist Woyzeck noch lange nicht. Er ist zwar in der Lage, seine Lage in Worte zu fassen, wenn er sagt: „Wir arme Leut. Sehn Sie, Herr Hauptmann, Geld. Geld. Wer kein Geld hat. Da setz einmal einer seinsgleichen auf die Moral in die Welt. […] Unseins ist doch einmal unselig in der und der andern Welt, ich glaub, wenn wir in Himmel k&#228;men, so m&#252;ssten wir donnern helfen.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/17/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund/#footnote_1_2481" id="identifier_1_2481" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="(Der Hauptmann. Woyzeck [5 &ndash; S. 13, Z. 8&ndash;13].">2</a></sup>, aber gegen diese Lage wehren kann er sich nicht. Im Gegenteil: Seine finanzielle Bed&#252;rftigkeit f&#252;hrt ihn in den k&#246;rperlichen („Herr Doktor, ich habs’s Zittern“)<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/17/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund/#footnote_2_2481" id="identifier_2_2481" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Hof des Doktors [18 &ndash; S. 25, Z. 21].">3</a></sup> und psychischen Ruin, macht ihn zum M&#246;rder Maries.</p>

<p>Woyzeck spricht gegen&#252;ber dem Hauptmann &#252;brigens im Konjunktiv 2, in der Form des Konjunktivs, die eine irreale M&#246;glichkeit darstellt („Wenn wir in Himmel k&#228;men“). Selbst der Weg in den Himmel als m&#246;gliche Projektionsfl&#228;che auf ein besseres „Leben“ im Jenseits, scheint Woyzeck verstellt. Die sp&#228;ter von Marx postulierte Rolle der Religion als „Opium des Volkes“ greift hier nicht. B&#252;chner stellt Woyzeck in einen rein materialistischen Kontext: Wer um das nackte &#220;berleben k&#228;mpfen muss, der kann mit Moral nicht anfangen.</p>

<p>Diese Haltung Woyzecks w&#252;rde zu B&#252;chners Position passen, die dieser in der Flugschrift „<a href="http://de.wikisource.org/wiki/Der_Hessische_Landbote" target="_blank">Der Hessische Landbote</a>“ vertritt, in welcher er unverbl&#252;mt zur Revolution, mindestens aber zum Aufstand aufruft. „Friede den H&#252;tten! Krieg den Pal&#228;sten!“, lautet die Formel, auf die er seine Schlussfolgerungen angesichts der Massenarmut bringt, ohne freilich selbst je eine solche Revolution anzuzetteln.</p>

<p>Neben dieser „idealistische“ Haltung B&#252;chners wirkt seine Darstellung des Woyzecks dann so, als habe er in dieser Figur die „realistische“ Situation aufgegriffen und dargestellt, wenn auch wohl mit dem „Ideal“, dass dieses Drama einst das Publikum wachr&#252;tteln solle. Doch es blieb Fragment, wurde erst 1913 im Residenztheater M&#252;nchen uraufgef&#252;hrt, nachdem es erstmals 1879 in einer stark &#252;berarbeiteten Fassung im Druck erschienen war. „Woyzeck“ begann seine Wirkungsgeschichte erst, als die in ihm angegriffenen Ph&#228;nomene der strukturellen Massenarmut l&#228;ngst einer anderen Zeit anzugeh&#246;ren schienen, trotz der Armut, die nach dem Ersten Weltkrieg herrschte. Das System, vor dessen Hintergrund B&#252;chner „Woyzeck“ schrieb, schien in der jungen Weimarer Republik ein f&#252;r alle Mal &#252;berwunden.</p>

<p>Und dennoch geriet „Woyzeck“ seit seiner Urauff&#252;hrung nicht mehr in Vergessenheit. Und dennoch geh&#246;rt „Woyzeck“ bis heute in den Kanon klassischer Schullekt&#252;ren. All dies h&#228;ngt sicherlich nicht nur damit zusammen, dass es sich bei B&#252;chners Werk um eines der herausragenden Werke des so genannten „<a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Vormaerz" target="_blank">Vorm&#228;rzes</a>“ handelt. Vielmehr bedarf es kaum gro&#223;er Anstrengungen, um die Frage der mit struktureller Armut verbundenen Probleme in unsere Gegenwart zu &#252;bertragen, auch wenn dabei f&#252;r uns in der Regel nicht mehr die konkret erlebte Armut im Vordergrund steht, wie sie B&#252;chner erlebte, sondern das Wissen um strukturelle Ungerechtigkeiten, die die <a href="http://weltzeugen.blogspot.com/2010/01/outsourced-slavory.html" target="_blank">Armut ausgelagert</a> haben. – Woyzeck? Das sind heute Menschen in so genannten „Niedriglohnl&#228;ndern“; das sind die Slumbewohner in den so genannten „Schwellenl&#228;ndern“, aber das sind vielleicht auch Menschen, die bei uns arbeiten, vielleicht sogar mehr als einen „Job“ haben, aber dennoch kaum von dem leben k&#246;nnen, was sie verdienen. „Woyzeck“ ist leider keine Vergangenheit.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/" rel="bookmark" title="26. Februar 2010">Sprache und Macht – Zu Georg B&#252;chners „Woyzeck“</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/01/was-im-deutsch-grundkurs-zu-lesen-sein-wird-landesabitur-hessen-2013/" rel="bookmark" title="1. August 2011">Was im Deutsch-Grundkurs zu lesen sein wird (Landesabitur Hessen 2013)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/09/15/geordnete-insolvenz-sprachverwirrung/" rel="bookmark" title="15. September 2011">„Geordnete Insolvenz“ #Sprachverwirrung</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/11/26/paul-zech-fabrikstrasse-tags-1911/" rel="bookmark" title="26. November 2008">Gedichtinterpretation: Paul Zech – Fabrikstra&#223;e tags (1911)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/10/23/terezia-mora-alle-tage-der-vorspann-des-romans-s-5/" rel="bookmark" title="23. Oktober 2008">Terézia Mora, Alle Tage: Der Vorspann des Romans (S. 5)</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.085 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy35"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Georg B\u00fcchner: \u201eWoyzeck\u201c \u2013 Strukturelle Armut als Deutungshintergrund  "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2010\/02\/17\/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy35').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2481" class="footnote">Der Hauptmann. Woyzeck [5, S. 12, Z. 20]</li><li id="footnote_1_2481" class="footnote">(Der Hauptmann. Woyzeck [5 – S. 13, Z. 8–13].</li><li id="footnote_2_2481" class="footnote">Der Hof des Doktors [18 – S. 25, Z. 21].</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/19-jahrhundert/" title="19. Jahrhundert" rel="tag">19. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/arme/" title="Arme" rel="tag">Arme</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/buchner-woyzeck/" title="Büchner – Woyzeck" rel="tag">Büchner – Woyzeck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/buechner/" title="Büchner, Woyzeck" rel="tag">Büchner, Woyzeck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/der-hessische-landbote/" title="Der Hessische Landbote" rel="tag">Der Hessische Landbote</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutschland/" title="Deutschland" rel="tag">Deutschland</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/die-weber/" title="Die Weber" rel="tag">Die Weber</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/drama/" title="Drama" rel="tag">Drama</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gegenwart/" title="Gegenwart" rel="tag">Gegenwart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gerhart-hauptmann/" title="Gerhart Hauptmann" rel="tag">Gerhart Hauptmann</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichte/" title="Geschichte" rel="tag">Geschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/interpretation/" title="Interpretation" rel="tag">Interpretation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lektuere/" title="Lektüre" rel="tag">Lektüre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/pauperismus/" title="Pauperismus" rel="tag">Pauperismus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/religion/" title="Religion" rel="tag">Religion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/soziale-frage/" title="soziale Frage" rel="tag">soziale Frage</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/staendegesellschaft/" title="Ständegesellschaft" rel="tag">Ständegesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/strukturelle-armut/" title="strukturelle Armut" rel="tag">strukturelle Armut</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/strukturelle-ungerechtigkeit/" title="strukturelle Ungerechtigkeit" rel="tag">strukturelle Ungerechtigkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vormaerz/" title="Vormärz" rel="tag">Vormärz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/weberaufstand/" title="Weberaufstand" rel="tag">Weberaufstand</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/woyzeck/" title="Woyzeck" rel="tag">Woyzeck</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/" title="»Schul«-Lektüren" rel="tag">»Schul«-Lektüren</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2010/02/17/georg-buechner-woyzeck-strukturelle-armut-als-deutungshintergrund/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Lineares und Vernetzes Denken: Ein Konflikt zwischen „digital natives“ und „digital emigrants“?</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/11/27/lineares-und-vernetzes-denken-ein-konflikt-zwischen-digital-natives-und-digital-emigrants/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/11/27/lineares-und-vernetzes-denken-ein-konflikt-zwischen-digital-natives-und-digital-emigrants/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 00:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[analog]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[vernetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=2263</guid>
		<description><![CDATA[Auf der einen Seite stehen Menschen, die vernetzt arbeiten und ihre Denkstrukturen als „vernetzt“ bezeichnen. Auf der anderen Seite stehen Kritiker der Vernetzung, die im hohen Informationsaufkommen, das in technisch vernetzten Strukturen entsteht als eine Gefahr sehen, da ein Mensch &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/11/27/lineares-und-vernetzes-denken-ein-konflikt-zwischen-digital-natives-und-digital-emigrants/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der einen Seite stehen Menschen, die vernetzt arbeiten und ihre Denkstrukturen als „vernetzt“ bezeichnen. Auf der anderen Seite stehen Kritiker der Vernetzung, die im hohen Informationsaufkommen, das in technisch vernetzten Strukturen entsteht als eine Gefahr sehen, da ein Mensch so viel Informationen gar nicht verarbeiten k&#246;nne.</p>

<p>Andrian Kreye bringt diesen scheinbar bestehenden Konflikt in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/52/495378/text/" target="_blank">S&#252;ddeutschen Zeitung auf den Punkt und benennt dabei auch die vermeintlichen Gegner in diesem Konflikt</a>:</p>

<blockquote>„Widersprechen sich das lineare und das vernetzte Denken nicht so sehr, dass sie keine gemeinsame Ebene finden k&#246;nnen?“</blockquote>

<p>In dieser Gegen&#252;berstellung von linearem und vernetztem Denken wird ein Widerspruch behauptet, der analog und digital gest&#252;tztes Denken gegeneinander stellt. Dabei taucht in Kreyes Artikel implizit die Behauptung auf, dass mit analogen Mitteln arbeitende Denkenprozesse „linear“ seien und digital gest&#252;tzte Denkprozesse „vernetzt“.</p>

<p>Dies kann nicht unwidersprochen hingenommen werden, denn es ist eben nicht so, dass analog gest&#252;tzte Denkprozesse „linear“ und digitale Medien automatisch „vernetzt“ sind. Das Problem liegt in der Gegen&#252;berstellung von linearem und vernetztem Denken im Kontext einer Diskussion um die Wissensbildung per analoger bzw. digitaler Methoden.</p>

<p>Der Hauptvorwurf gegen&#252;ber den sich, um es ganz genau zu sagen, digitaler <em>Hilfs</em>mittel bedienender Wissensbildungsprozesse scheint aus zwei Str&#228;ngen zu bestehen:</p>

<ol>
    <li>Die Masse an Informationen, die &#252;ber digitale Hilfsmittel auflaufen, ist nicht verarbeitbar und f&#252;hre zunehmend dazu, dass wir</li>
    <li>das Denken an den Computer deligieren.</li>
</ol>

<p>Nun, statt auf solchen Wegen der Unterstellungen zu L&#246;sungen zu kommen, wird vielmehr mit einem Chaos unklarer Begriffe gearbeitet, das das Denken viel mehr erschweren d&#252;rfte, als die Art der Hilfsmittel, die im Kontext kognitiver Prozesse eingesetzt werden. Deshalb kurz eine Darstellung meines Begriffsverst&#228;ndnisses, mit der es vielleicht m&#246;glich wird, sachlich &#252;ber die hier angerissenen Probleme zu diskutieren:</p>

<ol>
    <li>„Lineares Denken“ bezeichnet ein Denken in Ursache-Wirkungs-Zusammenh&#228;ngen. „Lineares Denken“ beschreibt hingegen nicht die Art von Hilfsmittlen, die f&#252;r diese Denkprozesse herangezogen werden. Zum „linearen Denken“ kann auch das „analytische Denken“ gez&#228;hlt werden, da Analyse in der Regel einge&#252;bten Schritt-f&#252;r-Schritt-Methoden folgt.</li>
    <li>Vernetztes Denken zeichnet sich hingegen durch folgende Punkte auf, die im Kontext des Edward de Bono entwickelten Konzeptes des „lateralen Denkens“ weitgehend abgebildet werden:
<ul>
    <li>„Es wird zugelassen, dass vorliegende Informationen subjektiv bewertet und selektiv verwendet werden. Details werden nicht analytisch, sondern intuitiv erfasst.</li>
    <li>Gedankliche Spr&#252;nge und Assoziationen werden zugelassen, nicht jedes Zwischenergebnis muss richtig sein.</li>
    <li>Ja/Nein-Entscheidungen werden vermieden. Auch nicht durchf&#252;hrbare L&#246;sungen k&#246;nnen ein Schritt zum besseren Verst&#228;ndnis des Problems sein.</li>
    <li>Konventionelle Denkmuster werden in Frage gestellt, indem z.B. bewusst nach der unwahrscheinlichsten L&#246;sung eines Problems gesucht wird.</li>
    <li>Ausgangssituation und Rahmenbedingungen werden nicht als unver&#228;nderbar hingenommen.“ (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laterales_Denken" target="_blank">Quelle</a>)</li>
</ul>
Auch hier ist der Denkprozess nicht daran gebunden, ob er sich analoger oder digitaler Hilfsmittel bedient.</li>
</ol>

<p>Lineares und vernetztes Denken beziehen sich als Begriffe also nicht auf den Einsatz bestimmter medialer Formen, sondern auf eine Art des Denkens eines Individuums. Lineares und vernetztes Denken beziehen sich eher auf eine Grundeinstellung gegen&#252;ber Denkprozessen als auf jeweils eingesetzte (analoge oder digitale) Technologie.</p>

<p>Dennoch wird in der Diskussion immer wieder die Kluft zwischen analogen und digitalen Hilfsmitteln des Denkens aufgemacht und somit ein Konflikt erzeugt, in dem es gar nicht um das Denken als solches geht. Als Argument h&#228;lt oft die scheinbare F&#252;lle an Informationen her, die im Internet vorf&#252;gbar sind, verbunden mit der Annahme, dass der Mensch nicht multitaskingf&#228;hig sei.</p>

<p>Bei genauerem Hinsehen aber scheinen die Konfliktlinien ganz anders zu verlaufen, als es von den Kritikern des Web (2.0) gesehen wird. Es geht um einen Konflikt zweier Denkmodelle: Das „analytische“, „lineare“ Denkmodell vs. „vernetzte“ Denkstrukturen.</p>

<p>In diesem Konflikt sind beide Seiten nicht zimperlich mit Vorw&#252;rfen, wobei es heute akzeptiert zu sein scheint, dass auf beiden Seiten mit Stereotypen gearbeitet wird, die im Prinzip Absolutheitsanspr&#252;che f&#252;r das eigene Denkmodell erheben. Der lineare Denker gilt dem vernetzen Denker dabei als Relikt einer vergangenen Zeit und der vernetzt Denkende wird von linearen Denkern als jemand gesehen, der mehr mit ausgelagerten Instrumenten arbeite als mit dem eigenen Gehirn.</p>

<p>Beide Annahmen sind zwar wunderbar geeignet, um einen Konflikt herauf zu beschw&#246;ren, der sich dann pl&#246;tzlich nicht mehr um Denkstrukturen sondern um Fragen des Einsatzes analoger oder digitaler Technologien (Medien) dreht, sie sind aber auch Zeugnis von Imunisierungsstrategien, die letztlich die die jeweils eigene liebgewonnene Art des Denkens tendenziell mit einem Alleinvertretungsanspruch versehen und somit kommunikationsunf&#228;hig werden, zu reflexartigen Reaktionen auf Erscheinungen der jeweils anderen Denkweise neigen.</p>

<p>Die Fokussierung der Diskussion auf eine Entgegensetzung von analogen und digitalen Arbeitsinstrumenten, hat aber dennoch einen realen Hintergrund: Es scheint so zu sein, dass lineare Denkstrukturen eher zu analogen Medien greifen und vernetzte Denkstrukturen sich eher im medialen Kontext dessen wohl zu f&#252;hlen scheinen, das heute als „Web 2.0“ bezeichnet wird.</p>

<p>Dies ist eine Erscheinung der letzten Jahre. Die unterschiedlichen Denkstrukturen bestehen aber unabh&#228;ngig der technischen M&#246;glichkeiten, derer sie sich zu bedienen verm&#246;gen.</p>

<p>An dieser Stelle sei dem analytischen (linearen) Denken der Begriff des synthetisierenden (vernetzten) Denkens gegen&#252;ber gestellt: Das analytische Denken neigt dazu, Zusammenh&#228;nge Schritt f&#252;r Schritt in Details zu zerlegen; das synthetisierende Denken hingegen versucht, assoziative Gedankenbilder eines gr&#246;&#223;eren Zusammenhanges zu erstellen, wobei sich auch diese Form des Denkens analytischer Denkweisen nicht entziehen kann, wenn nach M&#246;glichkeiten der Verkn&#252;pfung von Elementen eines Zusammenhangs gesucht wird.</p>

<p>Das erkl&#228;rt dann auch, warum lineare Denkstrukturen den Hypertextstrukturen im so genannten „Web 2.0“ kritisch gegen&#252;ber stehen, w&#228;hrend vernetzte Denkstrukturen sich dort pudelwohl f&#252;hlen, so es gelingt, mit den Verkn&#252;pfungsoptionen, die digitale Technologien heute bieten, so umzugehen, dass keine &#220;berforderung entsteht. Dieser Umgang mit dem Netz muss gelernt werden. Es m&#252;ssen Strategien zur Nutzung des Netzes erlernt werden.</p>

<p>Die Kritiker dieser Form des vernetzten und vernetzenden Denkens richten sich oft gegen die scheinbare &#220;berf&#252;lle an Informationen im Netz. Das Irritierende daran ist, dass diese Kritik genau so auch auf bedeutende Bibliotheken mit Buchbest&#228;nden von mehreren Millionen Exemplaren angewandt werden k&#246;nnte; au&#223;erdem findet die gleiche &#220;berlastung an Informationen dort statt, wo B&#252;cher mit zahlreichen Verweisen auf andere B&#252;cher rezipiert werden, bei denen zwar keine Links aber analog zu diesen Literaturverzeichnisse und Fu&#223;noten eingesetzt werden. Mit dieser Informations&#252;berf&#252;lle umzugehen muss genau so gelernt werden wie mit der in digitalen Netzwerken. Der Unterschied ist nur, dass sich dieser Umgang mit der Informationsf&#252;lle analoger Medien, die in Wahrheit immer intertextuelle Strukturen bieten und somit auch vernetzte Strukturen in analoger Form aufweisen, als Kompetenz &#252;ber einen wesentlich l&#228;ngeren Zeitraum entwickeln konnte, als dies bislang beim Umgang mit digital vernetzten Hypertextstrukturen der Fall ist.</p>

<p>Damit ist die Spannung zwischen linearen und vernetzten Denkstrukturen freilich nicht aufgehoben, aber zumindest schon einmal von der Ebene einer eher kulturkritischen als epistemologischen Auseinandersetzung herunter geholt. Denn in Wirklichkeit haben wir es zur Zeit mit einer Auseinandersetzung um die Frage zu tun, wie Erkenntnisse angemessen generiert werden.</p>

<p>Vor diesem Hintergrund ist es dann auch kein Zufall, das Kritiker des Internets immer wieder (zu Recht) auf die oft fragliche Relevanz der dort gemachten &#196;u&#223;erungen hinweisen, ohne gleichzeitig die Demokratisierung von Wissensbildungsprozessen ins Augen zu nehmen, die mit dieser Schw&#228;che des Netzes verbunden sind. Es ist tats&#228;chlich n&#246;tig, einen kompetenten Umgang mit &#196;u&#223;erungen im so genannten „Web 2.0“ zu entwickeln, eine kritische Kompetenz im Umgang mit Wissen. Diese kritische Kompetenz ist zwar auch in analogen Strukturen notwendig, dort aber weit weniger bewusst, da das Vertrauen in Redaktionen und Lektorate oft &#252;bersieht, das auch dort irrelevante Wissensbest&#228;nde generiert werden, denen allerdings das Korrektiv abgeht, das in vernetzten Strukturen zumindest deutlich schneller zu Wort kommt als im einzigen Vernetzungsmedium analoger Art – in Leserbriefen.</p>

<p>&#220;berspitzt ausgedr&#252;ckt: Lineare Denkstrukturen bringen oft die &#252;berrationalisierten Erkenntnisprozess der Sp&#228;taufkl&#228;rung zum Tragen, die zumindest tendenziell mit universalem Geltungsanspruch vertreten werden, w&#228;hrend vernetzte Denkstrukturen eher der Gegenbewegung zur Sp&#228;taufkl&#228;rung entsprechen, die sich in der Epoche der Romantik deutlich vernehmbar zu Wort meldete und mehr nach der tieferen Bedeutung des „Ganzen“ suchte, mit Pluralit&#228;t selbstverst&#228;ndlicher umzugehen vermochte und sich dabei auch auf Assoziationen und Umwege einzulassen bereit war, als dies von analytischen Denkmodellen akzeptiert wird.</p>

<p>Lineare Denkstrukturen dr&#252;cken sich, so das vorl&#228;ufige Fazit, eher in analogen Medien aus; vernetzte Denkstrukturen hingegen finden sich in den Strukturen des so genannten „Web 2.0“ fast schon optimal abgebildet. Der Konflikt zwischen denen, die analoge Prozesse des Erkenntnisgewinns bevorzugen und denen, die die Optionen digital vernetzter Erkenntnisprozesse als f&#252;r sich optimal betrachten, ist aber bei genauer Betrachtung nicht der Konflikt, als der er sich oft ausgibt: Es geht nicht um die Frage, ob analoge Medien das Abendland bewahren oder retten und digitale Medien den kulturellen Niedergang mit sich bringen; es geht vielmehr um eine Auseinandersetzung unterschiedlicher Formen des Erkenntnisgewinns. An der Oberfl&#228;che sehen wir ein medienkritische Auseinandersetzung, die letztlich lineare Fragen nach dem Muster von „Ursache“ und „Wirkung“ in den Blick nimmt (Kinder lesen immer weniger, die Verf&#252;gbarkeit des Internets ist Schuld; Leute laufen Amok, Gewalt betondende Computerspiele sind Schuld etc.) und somit Oppositionen schafft. Unter der Oberfl&#228;che aber geht es um grundlegende Fragen der Erkenntnistheorie (Epistemologie). Hier aber haben vernezte Denkstrukturen einen gro&#223;en Vorteil: Sie k&#246;nnen mit linearen Denkstruren im Grunde leben, da sie die so gewonnen Erkenntnisse eigentlich in ihr Netz integrieren k&#246;nnen, w&#228;hrend lineare Denkstrukturen vernetzte Formen des Erkenntnisgewinns zwar analysieren, nicht aber integrieren k&#246;nnen.</p>

<p>Um so erstaunlicher ist es allerdings, dass die Kritik an Vernetzungsverweigeren bei denen so gro&#223; ist, die sich selbst vernetzen. Dies liegt vermutlich an den massiven Widerst&#228;nden, denen digital vernetzt Arbeitende oft ausgesetzt sind, was sie in eine Verteidigungshaltung bringt, die selbst wieder missionarischen Charakter annimmt, da es &#252;berhaupt nicht nachvollziehbar erscheint, dass jemand die wunderbaren M&#246;glichkeiten der Vernetzung nicht zumindest akzeptiert.</p>

<p>Zur&#252;ck zum<a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/52/495378/text/" target="_blank"> Zitat am Anfang dieses Beitrages</a>:</p>

<blockquote>„Widersprechen sich das lineare und das vernetzte Denken nicht so sehr, dass sie keine gemeinsame Ebene finden k&#246;nnen?“</blockquote>

<p>Ja, der Widerspruch in beiden Denkformen ist gegeben. Es ist ein Widerspruch im Streit um Genese und Geltung von Erkenntnissen, der sich nur dann aufl&#246;st, wenn gegenseitig akzeptiert wird, dass beide Formen des Denkens zu relevanten Erkenntnissen gelangen k&#246;nnen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/03/27/sprache-und-technik/" rel="bookmark" title="27. M&#228;rz 2010">Sprache und Technik</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/29/podcasts-eine-kurze-einfuehrung/" rel="bookmark" title="29. Januar 2009">Podcasts &#8211; Eine kurze Einf&#252;hrung</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/01/17/herrlarbig-jetzt-auch-hoeren/" rel="bookmark" title="17. Januar 2010">herrlarbig jetzt auch h&#246;ren</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/05/03/thesen-zur-zukunft-des-lernens-opco11/" rel="bookmark" title="3. Mai 2011">Thesen zur Zukunft des Lernens ( #opco11 )</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.202 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy38"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Lineares und Vernetzes Denken: Ein Konflikt zwischen \u201edigital natives\u201c und \u201edigital emigrants\u201c? "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/11\/27\/lineares-und-vernetzes-denken-ein-konflikt-zwischen-digital-natives-und-digital-emigrants\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy38').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/analog/" title="analog" rel="tag">analog</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/denken/" title="Denken" rel="tag">Denken</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/digital/" title="digital" rel="tag">digital</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diskussion/" title="Diskussion" rel="tag">Diskussion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erkenntnis/" title="Erkenntnis" rel="tag">Erkenntnis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/internet/" title="Internet" rel="tag">Internet</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/kommunikation/" title="Kommunikation" rel="tag">Kommunikation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkritik/" title="Medienkritik" rel="tag">Medienkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/romantik/" title="Romantik" rel="tag">Romantik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vernetzen/" title="vernetzen" rel="tag">vernetzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vernetzung/" title="Vernetzung" rel="tag">Vernetzung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/web-20/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/web-20-medien/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/11/27/lineares-und-vernetzes-denken-ein-konflikt-zwischen-digital-natives-und-digital-emigrants/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Antwort auf die Frage: Was ist das Web 2.0</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/10/20/antwort-auf-die-frage-was-ist-das-web-2-0/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/10/20/antwort-auf-die-frage-was-ist-das-web-2-0/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 16:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzenförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsselkompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Mündigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Unmündigkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=2158</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe dies zwar schon in meinem letzten Blogbeitrag geschrieben, will es aber, leicht ver&#228;ndert, aus dem Kontext dort heraus nehmen, weil ich die &#220;bertragung der &#196;u&#223;erung Kants auf heutige Zusammenh&#228;nge im Web 2.0 gerne als solche zur Diskussion stellen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/antwort-auf-die-frage-was-ist-das-web-2-0/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe dies zwar schon in meinem letzten Blogbeitrag geschrieben, will es aber, leicht ver&#228;ndert, aus dem Kontext dort heraus nehmen, weil ich die &#220;bertragung der &#196;u&#223;erung Kants auf heutige Zusammenh&#228;nge im Web 2.0 gerne als solche zur Diskussion stellen will:</p>

<div><b>Web 2.0 ist der Ausgang des Menschen aus einer strukturell bedingten Unm&#252;ndigkeit. Strukturell bedingte Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, die T&#228;tigkeit des eigenen Verstandes aufgrund begrenzter Kommunikationsm&#246;glichkeiten in den Diskurs einzubringen. Strukturell bedingt ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht im Mangel des Verstandes, sondern im Mangel der M&#246;glichkeit begr&#252;ndet liegt, den eigenen Verstand mit Hilfe verf&#252;gbarer Medien in den Prozess der &#246;ffentlichen Diskussion einzubringen. <i>Habe den Mut mitzudenken und deinen eigenen Verstand in den Diskussionsprozess einzubringen</i>, ist also der Wahlspruch des WEB 2.0.</b><p><br /></p>
<blockquote><p>Kants Original:<br />
„Aufkl&#228;rung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm&#252;ndigkeit. Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschlie&#223;ung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufkl&#228;rung.“ (<a href="http://www.digbib.org/Immanuel_Kant_1724/Was_ist_Aufklaerung" mce_href="http://www.digbib.org/Immanuel_Kant_1724/Was_ist_Aufklaerung" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
</div>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/" rel="bookmark" title="20. Oktober 2009">Immanuel Kant, Bertolt Brecht, das Web 2.0 und der Fall Jack Wolfskin</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/26/sprache-und-macht-zu-georg-buechners-woyzeck/" rel="bookmark" title="26. Februar 2010">Sprache und Macht – Zu Georg B&#252;chners „Woyzeck“</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/03/01/was-ist-bildung-ein-vorschlag/" rel="bookmark" title="1. M&#228;rz 2010">Was ist Bildung? Ein Vorschlag</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/12/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst/" rel="bookmark" title="12. Februar 2009">Wer sich einen »Wilhelm« vormachen l&#228;sst</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/04/06/bildung-zwischen-ideologie-und-sachlichkeit/" rel="bookmark" title="6. April 2010">Bildung – Zwischen Ideologie und Sachlichkeit</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 3.464 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy41"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Antwort auf die Frage: Was ist das Web 2.0 "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/10\/20\/antwort-auf-die-frage-was-ist-das-web-2-0\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy41').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/denken/" title="Denken" rel="tag">Denken</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/immanuel-kant/" title="Immanuel Kant" rel="tag">Immanuel Kant</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kant/" title="Kant" rel="tag">Kant</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/kompetenzenfoerderung/" title="Kompetenzenförderung" rel="tag">Kompetenzenförderung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/notizen/lebenshilfe/" title="Lebenshilfe" rel="tag">Lebenshilfe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/muendigkeit/" title="Mündigkeit" rel="tag">Mündigkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/notizen/" title="Notizen" rel="tag">Notizen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unmuendigkeit/" title="Unmündigkeit" rel="tag">Unmündigkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/web-20/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/web-20-medien/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/10/20/antwort-auf-die-frage-was-ist-das-web-2-0/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Immanuel Kant, Bertolt Brecht, das Web 2.0 und der Fall Jack Wolfskin</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 13:53:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bertolt Brecht]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Brecht]]></category>
		<category><![CDATA[DaWanda]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jack Wolfskin]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Marke]]></category>
		<category><![CDATA[Markenimage]]></category>
		<category><![CDATA[Markenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[PR-Desaster]]></category>
		<category><![CDATA[praktische Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[vernetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=2151</guid>
		<description><![CDATA[Immanuel Kant schreibt in seiner „Beantwortung der Frage: Was ist Aufkl&#228;rung“: „Aufkl&#228;rung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm&#252;ndigkeit. Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immanuel Kant schreibt in seiner „Beantwortung der Frage: Was ist Aufkl&#228;rung“:</p>

<blockquote>„Aufkl&#228;rung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm&#252;ndigkeit. Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschlie&#223;ung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufkl&#228;rung.“ (<a href="http://www.digbib.org/Immanuel_Kant_1724/Was_ist_Aufklaerung" target="_blank">Quelle</a>)</blockquote>

<p>&#220;bertrage ich diese Aussage einmal in die Gegenwart, k&#246;nnte sie lauten:</p>

<blockquote>Web 2.0 ist der Ausgang des Konsumenten aus einer strukturell bedingten Unm&#252;ndigkeit. Strukturell bedingte Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, die T&#228;tigkeit des eigenen Verstandes aufgrund begrenzter Kommunikationsm&#246;glichkeiten in den Diskurs einzubringen. Strukturell bedingt ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht im Mangel des Verstandes, sondern im Mangel der M&#246;glichkeit begr&#252;ndet liegt, den eigenen Verstand mit Hilfe verf&#252;gbarer Medien in den Prozess der &#246;ffentlichen Diskussion einzubringen. Habe den Mut mitzudenken und deinen eigenen Verstand in den Diskussionsprozess einzubringen, ist also der Wahlspruch des WEB 2.0.</blockquote>

<p>Gab es bis vor einigen Jahren kaum die M&#246;glichkeit, interaktiv vernetzt mit Hilfe digitaler Medien in einen Diskussionsprozess einzusteigen, haben wir heute den Idealzustand, den Bertolt Brecht in seiner Radio-Theorie beschrieb:</p>

<blockquote>„Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk w&#228;re der denkbar gro&#223;artigste Kommunikationsapparat des &#246;ffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das hei&#223;t, er w&#228;re es, wenn er es verst&#252;nde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuh&#246;rer nicht nur h&#246;ren, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/#footnote_0_2151" id="identifier_0_2151" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bertolt Brecht: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat, in: Bertolt Brecht: Werke. Gro&amp;#223;e kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe (GBA). Berlin/Frankfurt 1988, Band 22.">1</a></sup></blockquote>

<p>Wer heute ein Blog schreibt, kann mit Reaktionen rechnen, wer sich auf Twitter, Facebook, MySpace und wie die auf Kommunikation hin angelegten Instrumente, die gegenw&#228;rtig zur Verf&#252;gung auch immer hei&#223;en m&#246;gen, bewegt, muss kommunizieren, im Gespr&#228;ch sein, zuh&#246;ren, nachdenken, reagieren, Ideen einspeisen… Im Idealfall steht heute jedem, der sich einen Internetzugang leisten kann, die M&#246;glichkeit zur Verf&#252;gung, den eigenen Verstand in den Diskussionsprozess einzubringen.</p>

<p>Nat&#252;rlich steht der Nutzer dieser Kommunikationsmedien damit auch vor neuen Herausforderungen, sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Die Kommunikationsm&#246;glichkeiten, die das interaktive Netz erlauben, stehen n&#228;mlich allen offen, die sich einbringen wollen. Die Informationen, die das Netz liefert, m&#252;ssen selbst noch einmal auf ihre Qualit&#228;t hin &#252;berpr&#252;ft werden, denn die M&#246;glichkeit des Einbringens des eigenen Verstandes im Rahmen dieser Prozesse ist noch kein Qulit&#228;tsgarant. Was im Netz ver&#246;ffentlicht ist, muss noch nicht richtig sein. Der Prozess der Genese von Inhalten entspricht also dem Brechtschen Ideal; die Geltungsanspr&#252;che der in diesem ideal Kontext entstandenen Inhalte bed&#252;rfen aber nach wie vor nat&#252;rlich der &#220;berpr&#252;fung und somit Kriterien.</p>

<p>In den meisten F&#228;llen geschieht diese &#220;berpr&#252;fung im interaktiven digitalen Netz durch andere, die Beitr&#228;ge kommentieren, erg&#228;nzen, auf m&#246;gliche Fehler hinweise etc. Hier bildet sich im Idealfall also ein Korrektiv aus der Vernetzung mit anderen, so es sich wirklich um ein ausdifferenziertes Netzwerk handelt. Ein Kriterium f&#252;r die Qualit&#228;t von Beitr&#228;gen im Netz ist heute also auch die Qualit&#228;t der Kommentare und des die Beitr&#228;ge begleitenden Netzwerkes.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/#footnote_1_2151" id="identifier_1_2151" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auf herrlarbig.de finden sich beispielsweise Kommentare von Professoren, Mitarbeitern in Bildungsbeh&amp;#246;rden, die eigene Unterrichtspraxis reflektierenden Lehrerinnen und Lehrern, die nahezu alle &amp;#252;ber eigene Blogs im Netz transparent nachvollziehbare Qualifikationen nachweisen k&amp;#246;nnen.">2</a></sup></p>

<p>Die &#246;ffentlich nachvollziehbare Nutzung des eigenen Verstandes, das „sapere aude“ Kants, erlebt heute eine Bl&#252;te wie nie zuvor; die Aufkl&#228;rung kann mit ihren Anspr&#252;chen heute so weitreichend umgesetzt werden, wie in kaum einer Zeit zuvor. Und Brechts Visionen eines diaologischen „Radios“ haben sich im Internet verwirklicht. – Und das hat Folgen.</p>

<p>Wenn sich die Nutzung des eigenen Verstandes heute in vernetzen Strukturen abbildet und in diesen wirkt, gilt es nicht nur, dies als eine neue Qualit&#228;t der Umsetzbarkeit des aufkl&#228;rerischen Ideals zu betrachten, sondern es m&#252;ssen die auch damit verbundenen Voraussetzungen ganz neu ernst genommen werden.</p>

<p>Eine zentrale Voraussetzung, die die Nutzung des eigenen Verstandes von einer rein philosophischen auf eine Handlungsebene hebt, dr&#252;ckt sich im „Kategorischen Imperativ“ der kantischen Ethik aus:</p>

<blockquote>„Der <strong>kategorische Imperativ</strong> (kurz KI) ist das grundlegende Prinzip der <a title="Ethik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ethik" target="_blank">Ethik</a> <a title="Immanuel Kant" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant" target="_blank">Immanuel Kants</a>. Er gebietet allen endlichen vernunftbegabten Wesen und damit allen Menschen, Handlungen darauf zu pr&#252;fen, ob sie einer universalisierbaren Maxime folgen und ob dabei die betroffenen Menschen je auch in ihrer Selbstzweckhaftigkeit ber&#252;cksichtigt werden.“ (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ" target="_blank">Wikipedia</a>)</blockquote>

<p>Vereinfacht ausgedr&#252;ckt: „Handle nur nach derjenigen <a title="Maxime" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maxime" target="_blank">Maxime</a> (Gesetz, Grundsatz, &#220;berzeugung), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ oder, etwas verk&#252;rzt und nicht ganz genau: Was du willst, dass man dir tu, das tu auch den anderen und vergesse dabei auch nicht, dass der andere Mensch einen Selbstzweck hat, einen Eigenwert, v&#246;llig jenseit von fuktionalen Interessen.</p>

<p>In dem KI inbegriffen ist die Vorstellung, dass nicht bewertet wird, was eine Handlung bewirkt, sondern welche Absichten hinter einer Handlung stehen. Der Wille zum Guten ist das, was moralisch gerechtfertigt ist.</p>

<p>Und wenn nun heute der eigene Verstand &#246;ffentlich gebraucht werden kann, dann stellen sich auch bez&#252;glich der Nutzung dieses Verstandes konkrete Fragen, die diese &#246;ffentlichen Kommunikationsprozesse ber&#252;cksichtigen m&#252;ssen, will man „Gutes“ im Kantischen Sinne bewirken.</p>

<p>Aus aktuellem Anlass und weil es in diesem Kontext bereits (am Ende <a href="http://blog.karlshochschule.de/2009/10/20/die-marke-jack-wolfskin-fletscht-seine-zahne/" target="_blank">des Artikels</a> Patrick Breitenbachs) schon eine Verweis auf Kant gibt, werden diese Gedanken am Fall <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,655890,00.html" target="_blank">Jack Wolfskin vs. Dawanda</a> hier einmal konkretisiert.</p>

<p>Die Vorgeschichte: Jack Wolfskin hat als Markenzeichen eine Wolfstatze. Dieses Markenzeichen unterliegt dem Markenschutz und ist somit rechtlich abgesichert. Nun st&#246;&#223;t die Firma, die zu den Riesen in der Bekleidungsbranche z&#228;hlt, auf die Produkte von Einzelpersonen, die Handarbeiten herstellen und diese &#252;ber Dawanda zum Kauf anbieten, auf denen sich ebenfalls Pfotenabbildungen befinden. Jack Wolfskin fordert Dawanda via Anwaltsschreiben auf, so die Darstellung Dawandas, die Produkte von der Plattform zu nehmen:</p>

<blockquote>„Als Reaktion auf das Schreiben der Anw&#228;lte von Jack Wolfskin haben wir die beanstandeten Produkte von der Seite genommen. Dennoch erhielten unsere Mitglieder Abmahnungen und dies, obwohl deren Artikel bereits nicht mehr auf DaWanda zu finden waren.“ (<a href="http://blog.dawanda.com/2009/10/20/jack-wolfskin-mahnt-dawanda-hersteller-ab/" target="_blank">Quelle</a>)</blockquote>

<p>Das Thema erregt Aufmerksamkeit, wird von stark wahrgenommenen Blogs wie <a href="http://www.netzpolitik.org/2009/abwahnsinn-jack-wolfskin-mahnt-bastelcommunity-ab/" target="_blank">netzpolitik</a> und <a href="http://www.spreeblick.com/2009/10/19/jackass-wolfskin/" target="_blank">spreeblick</a> aufgenommen und ger&#228;t so in den &#246;ffentlichen Diskurs, den <a href="http://blog.karlshochschule.de/2009/10/20/die-marke-jack-wolfskin-fletscht-seine-zahne/" target="_blank">Patrick Breitenbach so hervorragend reflektiert</a>.</p>

<p>Das Ergebnis: Der Wille eines Unternehmens, sein Markenrecht zu „verteidigen“, so in einer im Netz kursierenden, Jack Wolfskin zugeschriebenen offziellen Stellungnahme zu lesen:</p>

<blockquote>„[…] Jack Wolfskin dadurch zur Verteidigung der Marke gezwungen war. Dabei handelt es sich nicht um eine „Strafzahlung“, sondern um die Kosten, die Jack Wolfskin durch die Einschaltung der Anw&#228;lte entstanden sind und die im Falle der begr&#252;ndeten Abmahnung stets vom Markenverletzer &#252;bernommen werden m&#252;ssen. Somit dient die Abmahnung auch einer schnellen und relativ kosteng&#252;nstigen Beendigung der Angelegenheit. Sie verhindert also zus&#228;tzliche h&#228;ufig weit h&#246;here Kosten im Falle einer Einschaltung der Gerichte.“  (<a href="http://www.werbeblogger.de/2009/10/19/jack-wolfskin-stellungnahme/" target="_blank">Quelle</a>)</blockquote>

<p>Der Aufschrei im Netz richtet sich nun auff&#228;lligerweise nicht gegen den Markenschutz und die Markenrechte, sondern gegen die Handlungsentscheidungen der Firma. Und damit sind wir wieder bei Kant angenommen:</p>

<p>Eine Firma sieht ihre Markenrechte verletzt. Schaue ich mir die beanstandenden Produkte als <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,655890,00.html" target="_blank">Bilder bei Spiegel-Online</a> an, komme ich tats&#228;chlich zu dem Schluss, dass hier Tatzen / Pfoten dargestellt werden, wie sie jede Katze im Schnee hinterl&#228;sst, wenn sie sich im Winter durch die Stra&#223;en bewegt. Es k&#246;nnte also durchaus sein, dass diese Zeichen aufgrund ihrer Verbreitung in der Natur (und jeder, der eine Katze hat, kennt diese Pfotenabdr&#252;cke) ihren Weg auf die Handarbeiten, die nun wahrlich kein weit verbreitetes Produkt sind, gefunden haben – und m&#246;glicherweise bei den Herstellern &#252;berhaupt kein bewusster Bezug zur Marke vorhanden war.</p>

<p>Diese Hersteller bekamen nun aber dennoch, glaubt man den Darstellungen online, nachdem die Produkte von Dawanda aus dem Angebot genommen wurde, Abmahnbriefe, die mit Kosten von ca. 800–900 Euro verbunden waren und Kosten um die 10000 Euro im Wiederholungsfall androhten. Und in der im Netz kursierenden Stellungnahme wird dezent auf die m&#246;glicherweise noch h&#246;heren Kosten im Gerichtsfall hingewiesen, was man durchaus als Drohung verstehen kann.</p>

<p>Kant: „Handle nur nach derjenigen <a title="Maxime" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maxime" target="_blank">Maxime</a> (Gesetz, Grundsatz, &#220;berzeugung), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“</p>

<p>Also: Das Markenrecht ist ein Gesetz und es gibt gute Gr&#252;nde, in unserem &#246;konomischen System, solche Schutzmechanismen zu haben. Das gilt auch f&#252;r den Schutz geistiger Leistungen im Rahmen von Copyright oder Creativ-Commons-Lizenzen. Und es k&#246;nnte sogar sein, dass Jack Wolfskin hier im Recht ist. Aber wurde dann so gehandelt, dass die Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit des Handelns als eine gesehen werden kann, von der man wollen kann, das sie ein allgemeines Gesetz werde?</p>

<p>Um es ganz klar zu sagen: Es handelt sich um Handarbeiten, die in kleiner Menge hergestellt werden und als „Marke“ in der &#214;ffentlichkeit nicht bewusst sind, und nicht um Raubkopien, die in gro&#223;em Stil hergestellt und vermarket werden. Wie also w&#252;nscht man sich ein allgemeines Gesetz des Handelns in solchen F&#228;llen?</p>

<p>Wenn es sich um Raubkopien handelt, hat nat&#252;rlich der Rechtsweg seine v&#246;llige Berechtigung. Aber – und das muss Jack Wolfskin nun erfahren – es stellt sich die Frage, ob der finanziell die Betroffenen gleich so belastende Rechtsweg in dem hier beschriebenen Fall nicht ein Schie&#223;en mit Kanonen auf Spatzen ist.</p>

<p>Die M&#246;glichkeit des eigenen Gebrauchs des Verstandes, gepaart mit der M&#246;glichkeit, diesem Gebrauch des eigenen Verstandes in vernetzten Strukturen sehr schnell Ausdruck zu geben, hat nun dazu gef&#252;hrt, das „Netzb&#252;rger“ sich zu Wort melden und genau die Frage nach der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit des Handelns Jack Wolfskins stellen. Immer wieder ist, beispielsweise auf Twitter, genau die Kritik an der Abmanhung „kleiner Leute“ zu lesen. Diese Reaktionen w&#228;ren mit Sicherheit nicht entstanden, wenn Jack Wolfskin die eingesetzten Instrumente gegen kriminell agierende Raubkopierer genutzt h&#228;tte bzw. nutzt.</p>

<p>Was Jack Wolfskin gerade erlebt, und angesichts &#228;hnlicher Erfahrungen anderer Unternehmen in &#228;hnlichen F&#228;llen h&#228;tten sie es ahnen k&#246;nnen, ist also philosphisch betrachtet ein Zeichen daf&#252;r, dass Kants Kategorischer Imperativ lebt und in dem allgemeinen Bewusstsein vieler Menschen durchaus verankert ist. Die Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit des eigenen Handelns kritisch zu &#252;berpr&#252;fen, ist die Herausforderung, die sich in Zeiten des Web 2.0 in einem ganz neuen qualitativen Ma&#223;e stellt. Es geht nicht mehr nur um das Recht haben, sondern auch um die Frage, wie man mit dieser Rechtsposition umgeht. Im hier vorgestellten Fall h&#228;tte ein guter PR-Berater vermutlich darauf gedr&#228;ngt, den direkten und pers&#246;nlichen Dialog zu suchen und offensiv einvernehmliche L&#246;sungen zu suchen.</p>

<p><a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2009/10/jack-wolfskin-in-der-%C3%B6ffentlichen-abmahnfalle.html" target="_blank">Klaus Eck schreibt als PR-Blogger treffend</a>:</p>

<blockquote>„Obwohl der Bekleidungsanbieter das Markenrecht durchaus auf seiner Seite hat, muss das Unternehmen f&#252;r die Abmahnungen einen hohen Preis entrichten. Ausgerechnet am Wochenende fand das Thema viel Aufmerksamkeit. Was in der Vergangenheit durchaus notwendig zu sein schien, um die eigenen Markenrechte weiterhin in Anspruch nehmen zu d&#252;rfen, bedarf heute einer neuen Analyse. Wenn das Markenimage unter der &#246;ffentlichen Kritik leidet, stellt sich auch die Frage nach einer Abw&#228;gung und mehr Sensibilit&#228;t im Umgang mit den Prosumenten. Ist das Risiko einer Abmahnung f&#252;r eine Marke nicht inzwischen viel zu gro&#223;? Allzu schnell wird man an den Online-Pranger gestellt und k&#246;nnte dadurch Konsumenten zu verlieren? Meiner Ansicht nach sollten Markenartikler wie Jack Wolfskin immer auch mit den negativen Reaktionen rechnen und vor den juristischen Ma&#223;nahmen viel st&#228;rker auf den Dialog mit den Kunden setzen.“</blockquote>

<p>Es ist heute tats&#228;chlich so, dass das eigene Handeln, gerade von Unternehmen und von &#246;ffentlichen Personen, weit mehr &#214;ffentlichkeit bekommt als je zuvor. Dies gilt es zu ber&#252;cksichtigen. Und als ein Kriterium, wie man &#252;berzogene Reaktionen auf bestimmte Handlungen vermeiden kann, sei Kant einfach mal vorgeschlagen…</p>

<blockquote>„Handle nur nach derjenigen <a title="Maxime" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maxime" target="_blank">Maxime</a> (Gesetz, Grundsatz, &#220;berzeugung), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“</blockquote>

<p>Und welches allgemeine Gesetz k&#246;nnte in diesem Fall greifen? Im Prinzip ist es ganz einfach: Sieht man Differenzen oder gar sein eigenes Recht bedroht (ob man sich bedroht sieht, h&#228;ngt &#252;brigens auch vom eigenen Selbstbewusstsein ab), dann gilt es zun&#228;chst einmal zu schauen, mit wem hat man es zu tun. Wenn es sich um Einzelpersonen handelt, bei denen die Unterstellung einer „b&#246;sen Absicht“ bei etwas gutem Willen nicht so recht gelingen will, dann suche ich den Dialog. Wenn es sich um Angriffe auf das eigene Recht im gro&#223;en Stil handelt (kriminelle Markenpiraterie), dann reagiere ich im gro&#223;en Stil. Im vorliegenden Fall h&#228;tte die Maxime wohl hei&#223;en m&#252;ssen: Suchen wir den Dialog. Oder: Die Produkte wurden von Dawanda offline genommen – und damit lassen wir es gut sein.</p>

<p>Vielleicht sollte man neben Anw&#228;lten in Unternehmen auch h&#228;ufiger Philosophen besch&#228;ftigen. Oder aber, man sucht den offensiven Dialog (beispielsweise &#252;ber Twitter oder Facebook) und sagt: Liebe Leute, wir haben das und das entdeckt und finden, dass das unser Markenrecht ankratzt, wie seht ihr das? So ungew&#246;hnlich solche Wege in heutiger Unternehmenspolitik auch sein m&#246;gen, sie h&#228;tten sicher kein so ramponiertes Markenimage zur Folge, wie es sich jetzt gerade via Twitter, via Blogs und auch schon via Zeitungsbeitr&#228;gen im Netz abzeichnet, ganz zu schweigen von dem gegenw&#228;rtigen <a href="http://www.google.de/search?q=jack+wolfskin&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">Suchbild bei Google</a>.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/antwort-auf-die-frage-was-ist-das-web-2-0/" rel="bookmark" title="20. Oktober 2009">Antwort auf die Frage: Was ist das Web 2.0</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/05/ldl-tag-in-ludwigsburg-1-vorbericht/" rel="bookmark" title="5. Mai 2009">LdL-Tag in Ludwigsburg (1. Vorbericht)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" rel="bookmark" title="8. November 2010">Sch&#252;leraktivit&#228;t im Unterricht: Die Affenmetapher</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/12/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst/" rel="bookmark" title="12. Februar 2009">Wer sich einen »Wilhelm« vormachen l&#228;sst</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/08/17/nachdenken-ueber-guten-unterricht/" rel="bookmark" title="17. August 2010">Nachdenken &#252;ber (guten!) Unterricht</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.736 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy44"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Immanuel Kant, Bertolt Brecht, das Web 2.0 und der Fall Jack Wolfskin "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/10\/20\/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy44').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2151" class="footnote">Bertolt Brecht: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat, in: Bertolt Brecht: Werke. Gro&#223;e kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe (GBA). Berlin/Frankfurt 1988, Band 22.</li><li id="footnote_1_2151" class="footnote">Auf herrlarbig.de finden sich beispielsweise Kommentare von Professoren, Mitarbeitern in Bildungsbeh&#246;rden, die eigene Unterrichtspraxis reflektierenden Lehrerinnen und Lehrern, die nahezu alle &#252;ber eigene Blogs im Netz transparent nachvollziehbare Qualifikationen nachweisen k&#246;nnen.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/abmahnungen/" title="Abmahnungen" rel="tag">Abmahnungen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bertolt-brecht/" title="Bertolt Brecht" rel="tag">Bertolt Brecht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/blog/" title="Blog" rel="tag">Blog</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/blogs/" title="Blogs" rel="tag">Blogs</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/brecht/" title="Brecht" rel="tag">Brecht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dawanda/" title="DaWanda" rel="tag">DaWanda</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ethik/" title="Ethik" rel="tag">Ethik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gegenwart/" title="Gegenwart" rel="tag">Gegenwart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/immanuel-kant/" title="Immanuel Kant" rel="tag">Immanuel Kant</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/internet/" title="Internet" rel="tag">Internet</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jack-wolfskin/" title="Jack Wolfskin" rel="tag">Jack Wolfskin</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kommentar/" title="Kommentar" rel="tag">Kommentar</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/marke/" title="Marke" rel="tag">Marke</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/markenimage/" title="Markenimage" rel="tag">Markenimage</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/markenschutz/" title="Markenschutz" rel="tag">Markenschutz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medientheorie/" title="Medientheorie" rel="tag">Medientheorie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/oeffentlichkeitsarbeit/" title="Öffentlichkeitsarbeit" rel="tag">Öffentlichkeitsarbeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/pr/" title="PR" rel="tag">PR</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/pr-desaster/" title="PR-Desaster" rel="tag">PR-Desaster</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/praktische-philosophie/" title="praktische Philosophie" rel="tag">praktische Philosophie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vernetzen/" title="vernetzen" rel="tag">vernetzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vernunft/" title="Vernunft" rel="tag">Vernunft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/web-20/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/web-20-medien/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Das „Sieger-Gen“ – Sprache und Bedeutung</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/10/11/das-sieger-gen-sprache-und-bedeutung/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/10/11/das-sieger-gen-sprache-und-bedeutung/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 01:12:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Erörterung]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[George Orwell]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Methapher]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Rezeptionsästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Satz]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wort]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=2120</guid>
		<description><![CDATA[Joachim L&#246;w sagte laut Pressemeldungen als Bundestrainer am Abend des Qualifikationsspieles zur FIFA-Fu&#223;ball-WM der Herrenauswahlen im Fu&#223;ball der nationalen Fu&#223;ballverb&#228;nde: „Ich habe aber vor dem Spiel gesp&#252;rt, dass jeder das Sieger-Gen in sich hat. Selbstverst&#228;ndlich hatten wir in einigen Situationen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/10/11/das-sieger-gen-sprache-und-bedeutung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,654434,00.html" target="_blank">Joachim L&#246;w sagte laut Pressemeldungen</a> als Bundestrainer am Abend des Qualifikationsspieles zur FIFA-Fu&#223;ball-WM der Herrenauswahlen im Fu&#223;ball der nationalen Fu&#223;ballverb&#228;nde:</p>

<blockquote>„Ich habe aber vor dem Spiel gesp&#252;rt, dass jeder das Sieger-Gen in sich hat. Selbstverst&#228;ndlich hatten wir in einigen Situationen auch etwas Gl&#252;ck.“</blockquote>

<p>Ist das eine biologistische Selbstmystifizierung, die mit dem Wort „SiegerGen“ hier in Erscheinung tritt?<span id="more-2120"></span> Ist es die Phantasie von Leuten, die wohl mehr „Gl&#252;ck hatten als ein „Sieger-Gen“, auch wenn das „Gl&#252;ck“ (noch so ein abstraktes Wort), glaube ich den online bereits verf&#252;gbaren Spielberichten, wohl zumindest in der gestrigen Begegnung in Moskau, eine viel gr&#246;&#223;ere Rolle gespielt hat, wenn ein Spieler der Herrenausawahl im Fu&#223;ball des Deutschen Fu&#223;ballbundes so foult, dass er vom Platz muss und das „Gl&#252;ck“ einen f&#228;lligen Elfmeter f&#252;r die Auswahl des russischen Fu&#223;ballverbandes „verhindert“.</p>

<p>„Sieger-Gen“, ich habe das Wort nie zuvor geh&#246;rt, zuckte gar ein wenig zusammen, wurde unruhig, hatte Assoziationen zu diversen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbermensch" target="_blank">&#220;bermenschenphantasien</a> des vergangenen Jahrhunderts, bis hin zu Nietzsches <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Also_sprach_Zarathustra" target="_blank">Zarathustra</a>, der allerdings schon in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts erschien.</p>

<p>Diese Assoziationen aber, so meine weitere Recherche, hebt das Wort und deren Benutzer auf eine viel zu intellektuelle Ebene, scheint es auch ein vor allem von M&#228;nnern bzw. in von M&#228;nnern dominierten Dom&#228;nen genutzt zu werden. Eine Recherche &#252;ber Suchmaschine ergab, dass das Wort fast ausschlie&#223;lich im Bereich des (Herren)Fu&#223;balls, dar&#252;ber hinaus aber in Einzelf&#228;llen auch im Zusammenhang mit Motorsport und Management auftaucht.</p>

<p>Also doch nur eine metaphorische sprachliche Bildung, um eben nicht „Gl&#252;ck“ und „Zufall“ als  Gr&#252;nde f&#252;r Sieg und Niederlage im (Fu&#223;ball)Sport als Erkl&#228;rungsinstanz zu Rate zu ziehen? – Zumindest erkl&#228;rt das Wort „Sieger-Gen“ nichts, nichts, nichts. Es ist eine willk&#252;rliche Bildung, die zwar jeder versteht, die aber, bei sprachkritischer Betrachtung, zumindest mir die Haare zu Berge stehen l&#228;sst. Warum ist das so?</p>

<p>Es ist zwar in der K&#252;rze nur schwer darstellbar, was ein Gen ist, aber es muss zumindest angedeutet werden, um die Konnotationen zu h&#246;ren, die mit dem hier betrachteten Wort verbunden werden k&#246;nnen:</p>

<blockquote>„Allgemein werden Gene daher als <strong>Erbanlage</strong> oder <strong>Erbfaktor</strong> bezeichnet, da sie die Tr&#228;ger von <a title="Genom" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Genom" target="_blank">Erbinformation</a> sind, die durch <a title="Reproduktion" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reproduktion" target="_blank">Reproduktion</a> an die <a title="Nachkomme" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachkomme" target="_blank">Nachkommen</a> weitergegeben werden.” (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gen" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Gen</a>)</blockquote>

<p>Gene haben also nur dann etwas mit „Gl&#252;ck“ zu tun, wenn es um den Weg geht, auf dem die eigenen Gene ihre Zusammensetzung finden oder wenn es um die Frage geht, ob sich bestimmte, in den Genen vorhandenen Optionen ausbilden oder nicht, vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Genotyp" target="_blank">Genotyp</a> zum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4notyp" target="_blank">Ph&#228;notyp</a> gelangen. Davon abgesehen handelt es sich bei Genetik um die wissenschaftliche Beschreibung eines naturwissenschaftlich nachvollziehbaren Prozesses bei der Weitergabe des Lebens.</p>

<p>Die Wortbildung „Sieger-Gen“ greift diesen Prozess sprachlich auf und verbindet ihn mehr oder weniger bewusst mit der Vorstellung des „survival of the fittest“, denn nach meinen Recherchen findet sich nur dort eine Verbindung des Begriffs „Gen“ mit einer Vorstellung eines „Siegers“. Der Begriff taucht zun&#228;chst bei dem Sozialpsychologen Herbert Spencer auf und wird dann von Charles Darwin &#252;bernommen. Doch in beiden Zusammenh&#228;ngen ist mit „survival of the fittest“ nicht der Sieg durch „<em>k&#246;rperliche St&#228;rke und Durchsetzungsf&#228;higkeit</em> im Sinne einer direkten Konkurrenzverdr&#228;ngung unter Einsatz von Gewalt“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/11/das-sieger-gen-sprache-und-bedeutung/#footnote_0_2120" id="identifier_0_2120" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://de.wikipedia.org/wiki/Survival_of_the_Fittest">1</a></sup>, sondern das Ph&#228;nomen, dass die an ihre Umwelt am besten angepassten Lebewesen auf Dauer (!) die weniger gut angepassten Lebewesen verdr&#228;ngen.</p>

<p>Wenn dem so ist, dann passt diese Assoziation nicht zu der Rede von dem „Sieger-Gen“, die hier er&#246;rtert wird, da es im Sport, in dessen Umfeld das Wort am h&#228;ufigsten genutzt wird, eben nicht um Anpassung, sondern um die schon genannte „<em>k&#246;rperliche St&#228;rke und Durchsetzungsf&#228;higkeit</em> im Sinne einer direkten Konkurrenzverdr&#228;ngung“ geht.</p>

<p>Wenn Joachim L&#246;w nach dem Qualifikationsspiel zur FIFA-Fu&#223;ball-WM der Herrenauswahlen im Fu&#223;ball der nationalen Fu&#223;ballverb&#228;nde von einem „Sieger-Gen“ spricht, dann ist der Einsatz dieser biologistischen Metapher inhaltlich falsch, es sei denn, man ist der Meinung, dass die spielenden Fu&#223;baller des Deutschen Fu&#223;ballbundes eben besser an den vor dem Spiel <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,653564,00.html" target="_blank">so intensiv diskutierten Kunstrasen</a> „biologisch“ besser angepasst gewesen seien, als die Spieler des gastgebenden Fu&#223;ballverbandes. Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass es sich hier um eine „genetisch“ bedingte Anpassung handelt. Aber dass es sich bei dem Begriff „Sieger-Gen“ um eine metaphorische Bildung zu handeln scheint, wurde ja schon gesagt.</p>

<p>Das Wort, so das Ergebnis der n&#228;heren Betrachtung des Wortes „Gen“, ist also eine unbrauchbare Metapher, ein leerer Begriff ohne Aussagegehalt, der aber dennoch im Zusammenhang mit dem gestrigen Fu&#223;ballspiel als Aussage des zust&#228;ndigen Trainers immer wieder zitiert wird.</p>

<p>Und trotz der Leere des Begriffs, scheinen doch viele zu verstehen, was damit gesagt werden soll: Statt zu sagen, dass man einfach unglaublich viel „Gl&#252;ck“ gehabt habe und somit den Zufall als ein Element des Spiels benennt, wird dem Gl&#252;ck in dem Zitat aus dem Munde Joachim L&#246;ws eine sekund&#228;re Funktion zugeordnet, die aber zugleich redundant ist, da das Wort „Sieger-Gen“ f&#252;r nichts anders als „Gl&#252;ck“ steht, dieses aber metaphorisch nicht angemssen wiederzugeben vermag, da die Frage des Zufalls beim Genotyp eine andere Bedeutung hat, als im Fu&#223;ball.</p>

<p>Unterstelle ich aber, dass mit dem Begriff tats&#228;chlich eine rationale Aussage getroffen werden sollte, so s&#228;he diese in etwa so aus: „Heute wurde ph&#228;notypisch erkennbar, was in deutschen Fu&#223;ballern im Genotyp angelegt ist. Unsere Fu&#223;baller sind genetisch eigentlich auf Sieg programmiert. Auch wenn dies nicht in jedem Spiel zum Vorschein kommt, heute haben sie gezeigt, was in ihnen steckt.“</p>

<p>Damit aber w&#228;ren wir wieder bei den biologistischen Assoziationen, die mit dem Begriff verbunden sind. Und solche biologistisch gepr&#228;gten, irrationalen, aber dennoch beliebten Begrifflichkeiten, kommen in der Geschichte meist an Stellen vor, mit denen der Deutsche Fu&#223;ballbund bzw. dessen Trainer der Herrenauswahl dieses Fu&#223;ballbundes wahrscheinlich nicht gerne in Verbindung gebracht w&#252;rden. – Als man noch nicht viel &#252;ber Gene wusste und „das Blut“ als Quelle des sich in einem Menschen auspr&#228;genden Lebens ansah, wurde „&#220;berlegenheit“ mit der „&#220;berlegenheit des Blutes“, also dem „Sieger-Blut“ in Verbindung gebracht. Und da ich dies im Hinterkopf habe, wenn ich die Rede vom „Sieger-Gen“ h&#246;re, mag es nachvollziehbar sein, warum es mir bei diesem Begriff eiskalt den R&#252;cken herunter l&#228;uft: Das Wort „Sieger-Gen“ weckt bei mir Assoziationen zu Ausformungen des Darwinismus im Sozialdarwinismus. Sozialdarwinisten verbinden h&#228;ufig mit ihrer Vorstellung die <span style="text-decoration: line-through;">Phantasie</span> Vorstellungen der Evolutionsbiologie mit der Vorstellung einer H&#246;herentwicklung zu einer wertvolleren Lebensform. Und diese Vorstellung spielte in der Rassenideologie der NS-Zeit eine f&#252;r viele Menschen t&#246;dliche Rolle.</p>

<p>Damit will ich Joachim L&#246;ws &#196;u&#223;erung <em>nicht</em> in die N&#228;he dieser rassistischen Vorstellungen r&#252;cken! Erstens ist er nicht der Erste und auch nicht der Einzige, der sie gebraucht. Ich will vielmehr nur darauf hinweisen, welche Konnotationen bei der Verwendung des Begriffs „Sieger-Gen“ mitschwingen <em>k&#246;nnen, </em>unterzieht man den Begriff einer sprachkritischen Analyse.</p>

<p>Au&#223;erdem ist der Trainer der Herrenauswahl des Deutschenfu&#223;ballbundes, wie gerade schon erw&#228;hnt, <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&amp;hs=Qz7&amp;q=sieger-gen&amp;btnG=Suche&amp;meta=" target="_blank">nicht der Einzige</a>, der diese Formulierung nutzt; seine Formulierung gab nur den Ansto&#223; zu dieser Er&#246;rterung. Die Recherche aber ergab, dass der Begriff vor allem im Kontext des Sports gebraucht wird. Und dies scheint mir durchaus reflektierenswert.</p>

<p>Am h&#228;ufigsten taucht der Begriff des „Sieger-Gens“ im Kontext des Fu&#223;balls auf, vereinzelt im Zusammenhang mit Motorsport oder mit Wirtschaft. Dies zusammenfassend scheint es also so, dass der Begriff vor allem in Konkurrenz-Situationen genutzt wird, die, so meine Vermutung, von „m&#228;nnlich“ Sprachspielen dominierten werden und deren sprachlicher Kontext oft an den Krieg erinnert.</p>

<p>George Orwell schrieb einmal, dass „Sport Krieg ohne Waffen“ sei. Sp&#228;testens, wenn es im Rahmen von Fu&#223;ballspielen zu gewaltt&#228;tigen Auseinandersetzungen kommt, wird diese Aussage leider sogar &#252;bertroffen. Diese Einsicht hat auch schon Einzug in einen <a href="http://debatte.welt.de/kommentare/317/sport+ist+krieg+ohne+waffen" target="_blank">Kommentar eines Sportredakteurs der „Welt“</a> gehalten. Und im Krieg geht es um die Frage, wer sich mit Mitteln der Gewalt gegen&#252;ber anderen durchzusetzen vermag.</p>

<p>Keine Frage: Sportler wollen sich in vielen F&#228;llen im fairen Wettkampf durchsetzen, so sehr dieser faire Wettkampf von Leistungsideologien und k&#246;rperlichem Leistungsehrgeiz &#252;berschattet werden, die zu Doping f&#252;hren. Wer siegt, der/die hat gewonnen. Wer nicht siegt, ist im g&#252;nstigen Fall schnell vergessen oder wird im ung&#252;nstigsten Fall zum Opfer von Hohn und Spott. Doch besonders prickelnd wird dies, wenn, zum Beispiel im Rahmen der olympischen Spiele, die Nationen als „die Unzugeh&#246;rigsten von allen ins Bild“ (<a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/804/404583/text/4/" target="_blank">SZ</a>) dr&#228;ngen und so tats&#228;chlich der Eindruck entsteht, es gehe hier nicht um den Wettkampf von Sportlern und Sportlerinnen, sondern um die Auseinandersetzung um den Wert von Nationen. Und so ist es kein Wunder, dass es immer wieder entsprechende „Feldherren“ gibt, die den Sport als Staatsziel mit in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufnehmen wollen, wenn auch vor allem mit an der Gesundheit der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger (der Begriff „Volksgesundheit“ liegt hier nahe und somit schon wieder ein Begriff aus NS-Zeiten) oder der „Fitness“ (und somit unterschwellig an der Vorstellung des „survival of the fittest“ orientierten Begriffen) verbunden.</p>

<p>Literarisch haben sich diese Ph&#228;nome vor allem in dem Werk der Literaturnobelpreistr&#228;gerin <a href="http://elfriedejelinek.com/" target="_blank">Elfriede Jelineks</a> mit dem Titel „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Sportst%C3%BCck" target="_blank">Ein Sportst&#252;ck</a>“ niedergeschlagen, in dem, in Anlehnung an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elias_Canetti" target="_blank">Elias Canettis</a> (noch ein Literaturnobelpreistr&#228;ger) Untersuchung zu „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Masse_und_Macht" target="_blank">Masse und Macht</a>“, die Parallelen von Sport und Krieg in gr&#246;&#223;ter literarischer Meisterschaft herausgearbeitet werden.</p>

<p>Dieses literarische Werk war dann wohl auch der Grund, warum ich so &#252;berrascht war, dass der Begriff „Sieger-Gen“ im Kontext des Sports, insbesondere des Fu&#223;balls, verwendet wird, verband ich ihn doch sofort mit diesem Theaterst&#252;ck und mit Canettis &#220;berlegungen zum Thema. Dies war der eigentliche Anlass, den Begriff einmal auf seine Bedeutung hin zu untersuchen.</p>

<p>So wenig ich davon ausgehe, dass der Begriff „Sieger-Gen“ in den genannten Kontexten auf seine m&#246;gliche Bedeutung hin reflektiert eingesetzt wird, ich bin n&#228;mlich wirklich davon &#252;berzeugt, dass er <em>nicht</em> in den hier dargestellten und m&#246;glichen Bedeutungskontexten von den entsprechenden Personen benutzt wird, die &#252;brigens in vielen F&#228;llen auch Sportjournalisten sind, so sehr scheint es mir bedeutsam, auf diese m&#246;glichen Bedeutungsfelder hinzuweisen, um zu verdeutlichen, welche m&#246;glichen Konnotationen mit entsprechenden Begriffen verbunden werden k&#246;nnen, bzw. welche Konnotationen unbewusst mit solchen Begriffen transportiert oder rezipiert werden.</p>

<p>Zum Schluss m&#246;chte ich versuchen, aus dem Gesagten einige Kriterien f&#252;r den reflektierten Umgang mit Sprache abzuleiten, geht es mir hier doch weniger um die Kritik an konkreten Personen als vielmehr um eine sich im kantischen Sinne des eigenen Verstandes bedienenden – und somit der Aufkl&#228;rung verpflichtet sehenden – sprachkritischen Betrachtung eines sprachlichen Ph&#228;nomens:</p>

<ol>
    <li>Sprache ist nicht nur Mitteilung von Informationen, sondern immer voller Konnotationen.</li>
    <li>Die Konnotationen von sprachlichen &#196;u&#223;erungen f&#252;hren dazu, dass zun&#228;chst einmal „unschuldige“ Worte semantisch aufgeladen werden und somit in einen Bedeutungszusammenhang eintreten, zu Begriffen werden.</li>
    <li>Wenn Sprache das Ziel der Informations&#252;bermittlung erreichen soll, ist es notwendig, solche Konnotationen zu reflektieren, um m&#246;gliche St&#246;rfaktoren im Informationsfluss zu minimieren.</li>
</ol>

<p>Ja, einer Reflexion wie dieser kann vorgeworfen werden, dass sie an die Stelle der eigentlichen Intention des Sprechers einer Aussage einen unangemessenen, diese Intention verfehlende und somit &#252;berinterpretierende, Deutungszusammenhang konstruiert. Diesen m&#246;glichen Vorwurf kann ich nur relativeren, wenn ich festhalte, dass ich der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rezeptions%C3%A4sthetik" target="_blank">Rezeptions&#228;sthetik</a> der so genannten „Konstanzer Schule“ einen gro&#223;en Erkenntniswert im Umgang mit Sprache und Literatur zuschreibe. Die Rezeptions&#228;sthetik geht davon aus, dass die Wirkung eines Textes (einer Aussage) beim Leser (Rezipient) einen durchaus bedeutsamen Erkenntniswert mit sich bringt. Und so verr&#252;ckt das klingt: Das gilt auch f&#252;r &#196;u&#223;erungen im Kontext des Sports, insbesondere dann, wenn es um Formulierungen geht, die den Sport mit Kontexten verbindet, die alles andere als Ausdruck des fairen Wettkampfes und der Akzeptanz der Tatsache sind, dass neben dem regelm&#228;&#223;igen Training unter &#228;hnlich gut trainierten Sportlern bei Wettk&#228;mpfen oft das Gl&#252;ck entscheidet, so dieses nicht mit dem Einsatz von Dopingmitteln erzwungen werden soll.</p>

<p>F&#252;r mich geh&#246;rt der Begriff „Sieger-Gen“ zu den Worten, bei deren Nutzung sich meine Nackenhaare in alle Richtung aufstellen. Den Gr&#252;nden f&#252;r die zun&#228;chst rein rezeptiv von mir selbst wahrgenommenen kritischen Distanz zu diesem Begriff wollte ich nachgehen, als ich diese Er&#246;rterung begann. Dass ich am Ende allerdings kaum von der Formulierung „Sieger-Gen“ begeistert sein w&#252;rde, war f&#252;r mich sehr fr&#252;h absehbar. So ist das f&#252;r mich bei Begriffen, die eher vermieden werden sollten.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/23/das-einzelne-wort-will-nicht-einsam-sein-oder-einfuehrung-in-die-grammatik/" rel="bookmark" title="23. September 2008">Das einzelne Wort will nicht einsam sein – oder: Einf&#252;hrung in die Grammatik</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" rel="bookmark" title="8. November 2010">Sch&#252;leraktivit&#228;t im Unterricht: Die Affenmetapher</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/09/18/bildungsorte-das-staedel-zu-frankfurt-am-main/" rel="bookmark" title="18. September 2009">Bildungsorte: Das St&#228;del zu Frankfurt am Main</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/18/zwilling-oder-motive-finden/" rel="bookmark" title="18. September 2008">Zwilling – oder: Motive finden</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.516 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy47"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Das \u201eSieger-Gen\u201c \u2013 Sprache und Bedeutung "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/10\/11\/das-sieger-gen-sprache-und-bedeutung\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy47').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2120" class="footnote"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Survival_of_the_Fittest" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Survival_of_the_Fittest</a></li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutschland/" title="Deutschland" rel="tag">Deutschland</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erkenntnis/" title="Erkenntnis" rel="tag">Erkenntnis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/eroerterung/" title="Erörterung" rel="tag">Erörterung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/george-orwell/" title="George Orwell" rel="tag">George Orwell</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichte/" title="Geschichte" rel="tag">Geschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gewalt/" title="Gewalt" rel="tag">Gewalt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kommentar/" title="Kommentar" rel="tag">Kommentar</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/krieg/" title="Krieg" rel="tag">Krieg</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/methapher/" title="Methapher" rel="tag">Methapher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/naturwissenschaft/" title="Naturwissenschaft" rel="tag">Naturwissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/reflexion/" title="Reflexion" rel="tag">Reflexion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/rezeptionsaesthetik/" title="Rezeptionsästhetik" rel="tag">Rezeptionsästhetik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/satz/" title="Satz" rel="tag">Satz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/sprache/sprachkritik-sprache/" title="Sprachkritik" rel="tag">Sprachkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verstehen/" title="Verstehen" rel="tag">Verstehen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wort/" title="Wort" rel="tag">Wort</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/10/11/das-sieger-gen-sprache-und-bedeutung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Wenn Pr&#228;vention Freiheit zerst&#246;rt: Juli Zehs „Corpus Delicti. Ein Prozess“</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/05/22/wenn-praevention-freiheit-zerstoert-juli-zehs-corpus-delicti-ein-prozess/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/05/22/wenn-praevention-freiheit-zerstoert-juli-zehs-corpus-delicti-ein-prozess/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 May 2009 00:12:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[21. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Buchkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Corpus Delicti]]></category>
		<category><![CDATA[Datenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Diktatur]]></category>
		<category><![CDATA[Figuren]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[George Orwell]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Juli Zeh]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Präventionsstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachungsstaat]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=1699</guid>
		<description><![CDATA[Rezensenten scheinen sich, glaube ich den Zusammenfassungen auf perlentaucher.de (und ich sehe keinen Grund, warum ich das nicht tun sollte), bei Juli Zehs „Corpus Delicti. Ein Prozess“1 nicht einig zu sein. Ich finde das gut, denn „Corpus Delicti“ ist einer &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/05/22/wenn-praevention-freiheit-zerstoert-juli-zehs-corpus-delicti-ein-prozess/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezensenten scheinen sich, glaube ich den <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/31534.html" target="_blank">Zusammenfassungen auf perlentaucher.de</a> (und ich sehe keinen Grund, warum ich das nicht tun sollte), bei <a href="http://julizeh.de/" target="_blank">Juli Zeh</a>s „Corpus Delicti. Ein Prozess“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/22/wenn-praevention-freiheit-zerstoert-juli-zehs-corpus-delicti-ein-prozess/#footnote_0_1699" id="identifier_0_1699" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Juli Zeh, Corpus Delicti. Ein Prozess, Frankfurt am Main (Sch&amp;#246;ffling) 2009. 264 Seiten &ndash; 19,90 &euro;">1</a></sup> nicht einig zu sein. Ich finde das gut, denn „Corpus Delicti“ ist einer der politischsten Texte, die ich in den letzten Jahren gelesen habe und zwingt den Leser geradezu zu Assotiationen mit gegenw&#228;rtigen Entwicklungen. Der Roman verlangt eine eigene Positionierung, was m&#246;glicherweise auch die unterschiedlichen Besprechungen des Buches erkl&#228;rt.  Zun&#228;chst als Theaterst&#252;ck erschienen, liegt „Corpus Delicti” nun als Roman vor, dem das szenenhafte eines Theaterst&#252;cks aber nach wie vor geblieben ist.</p>

<blockquote>„Es geht […] um die Tatsache, dass die Datenspur eines Menschen Millionen von Einzelinformationen enth&#228;lt, aus denen sich jedes beliebiges Mosaik zusammensetzen l&#228;sst.” (S. 226)</blockquote>

<p>Mia Holl lebt im fiktiven Deutschland des Jahres 2057, das zu einem in Fragen der Gesundheit konsequenten Pr&#228;ventivstaat geworden ist.</p>

<p>Im Oberarm implantierte Chips<span id="more-1699"></span> liefern st&#228;ndig Daten an Scanner, in Wohnungen wird alles an Daten erhoben, was nur m&#246;glich, bis hin zum Gehalt an Magens&#228;ure im Abwasser, woraus man R&#252;ckschl&#252;sse ziehen kann, ob sich ein B&#252;rger &#252;bergeben hat. Es wird aber beispielsweise auch erhoben, ob man die verpflichtende Kilometerzahl auf dem Heimfahrrad zur&#252;ckgelegt hat.</p>

<p>Krankheit ist ausgerottet, jedes m&#246;glicherweise krankmachende Verhalten ist ein Straftatbestand.</p>

<p>Das Staatssystem nennt sich „Methode“ und h&#228;lt sich f&#252;r absolut rational.</p>

<p>Wer sich dem doch nur das Beste wollenden Staat und der Vorsorge entzieht, ist selber schuld. Wer ein „Recht auf Krankheit“ fordert, wird vom Staat als Terroist verfolgt und Mia Holl steht vor Gericht, weil sie nicht glauben will, dass ihr Bruder Moritz, trotz eines scheinbar eindeutigen DNA-Beweises, eine Frau vergewaltigt und umgebracht haben soll.</p>

<p>Moritz hat sich in der Haft umgebracht und Mia, einst vollkommen systemh&#246;rig, kommt ins Zweifeln, wird zum Star einer aufkeimenden Gegenbewegung – und muss am Ende erfahren: Ein System, dass die Datenspur eines Menschen m&#246;glichst umfassend erhebt, kann daraus alles ihm liebe konstruieren. – Wenn zun&#228;chst auch Assoziationen zu <a href="http://herrlarbig.de/2008/08/22/2008-big-brother-is-still-watching-you/" target="_blank">George Orwells Roman „1984“</a> aufkeimen, tauchen am Ende in meiner Erinnerung Bilder aus Heinrich B&#246;lls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ auf.</p>

<p>Aber Assoziationen zu anderen Autoren und deren Werke reichen nicht, um dem Anspruch des Buches gerecht zu werden. „Corpus Delicti“ ist vielmehr ein Buch, in dem die Tendenzen der Gegenwart mit gro&#223;er intellektueller Sch&#228;rfe aufgegriffen und weiter gedacht werden. Im Buch f&#252;hrt die F&#252;rsorglichkeit des Staates zur radikalen Entm&#252;ndigung der B&#252;rger – und entpuppt sich somit als ein antiaufkl&#228;rerisches Projekt, setzte die Aufkl&#228;rung doch „auf den Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen“. Diesem Anspruch tritt der Staat in „Corpus Delicti“, verk&#246;rpert durch Heinrich Kramer, einem fanatischen Gentlemen, der mit dem Buch „Gesundheit als Prinzip staatlicher Legitimation“ das ideologische Grundwerk dieser Gesundheitsdikatur geschrieben hat, mit dem Anspruch entgegen, dass doch wohl keiner etwas dagegen haben k&#246;nne, wenn man Gesundheit ins Zentrum des Staatswesen stelle und sich somit von allen Ideologien entferne, die das 20. Jahrhundert gepr&#228;gt h&#228;tten:</p>

<blockquote>„Gesundheit ist das Ziel des nat&#252;rlichen Lebenswillens und deshalb nat&#252;rliches Ziel von Gesellschaft, Recht und Politik.“ (S. 7)</blockquote>

<p>Und an anderer Stelle formuliert Kramer das antiaufkl&#228;rerische der „Methode“ selbst:</p>

<blockquote>„Ich verabscheue das R&#252;ckst&#228;ndige der Freigeisterei, dieses altmodische &#220;berbleibsel b&#252;rgerlicher Aufkl&#228;rung.“ (182)</blockquote>

<p>Wer wollt einer solchen Aussage auf dem ersten Blick widersprechen? – Und doch f&#252;hrt dieses Ziel zu einer Diktatur – und er&#246;ffnet von Anfang an Assoziationr&#228;ume. Das ist &#252;berhaupt eine der gro&#223;en St&#228;rken dieses Buches: Es erlaubt den Lesenden, die Gegenwart kritisch in den Blick zu nehmen, ohne dass sie von der Autorin bevormundet w&#252;rden – dazu sind die Darstellungen der Notwendigkeiten und Risiken eigenen Denkens viel zu differenziert ausgefallen.</p>

<p>Ersetzen wir „Gesundheit“ durch „Sicherheit“, so sind die Leser mitten in der Gegenwart, mit Vorratsdatenspeicherung, Er&#246;ffnung rechtlicher M&#246;glichkeiten der Internetzensur mithilfe eines moralisch hochstehenden Wertes, Einf&#252;hrung biometrischer Daten in Ausweisdokumenten etc. – Und somit &#252;berrascht es nicht, dass Juli Zeh als erste Autorin &#252;berhaupt eine Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen eben diese Integration biometrischer Daten in Ausweisdokumenten eingereicht hat. – Das sei aber nur am Rande erw&#228;hnt.</p>

<p>Mia Holl kommt im Laufe ihres Kampfes f&#252;r die Rehabilitation ihres Bruders zu dem Schluss, dass sie ihrer Gesellschaft das Vertrauen entzieht. Und hier wird der Roman hoch aktuell. In einem von Mia Molls in Heinrich Kammers Feder diktierten Text hei&#223;t es unter anderem:</p>

<blockquote>„Ich entziehe einem Recht das Vertrauen, das seine Erfolge einer vollst&#228;ndigen Kontrolle des B&#252;rgers verdankt. Ich entziehe einem Volk das Vertrauen, das glaubt, totale Durchleuchtung schade nur dem, der etwas zu verbergen hat. […] Ich entziehe einer Politik das Vertrauen, die ihre Popularit&#228;t allein auf das Versprechen eines risikiofreien Lebens st&#252;tzt.“ (S. 186f.)</blockquote>

<p>Sicherheit als Argument f&#252;r die Reduktion b&#252;rgerlicher Freiheitsrechte, f&#252;r die Aush&#246;hlung des Brief- und Telekommunikationsgeheimnisses; abscheuliche Verbrechen einer Minderheit und die sich daraus ergebenden Schutznotwendigkeiten minderj&#228;hriger Opfer als Einstieg in rechtliche M&#246;glichkeit zur Sperrung bestimmter Websites und somit zumindest die Schaffung erster rechtlicher Grundlagen zu einer &#252;ber das moralisch hochstehende Anliegen hinaus gehenden Zensur im Internet – inklusive einer Diskreditierung der sachlich gegen diese Entwicklungen argumentierenden Fachleute als potentielle Unterst&#252;tzer jener abscheulichen Verbrechen, die man doch nur verhindern wolle… – Mir kommen Mia Molls Aussagen ebenso aktuell vor, wie die Aussage, dass doch nur derjenige gegen &#220;berwachung sein m&#252;sse, der etwas zu verbergen habe, da sie doch die allgemeine Sicherheit steigere.</p>

<p>Nein, ein absolutistischer Pr&#228;ventivstaat ist keine wilde Phantasie einer Schriftstellerin. Selbst im Forum der Seiten des Deutschen Bundestages wird auf das <a href="http://www.bundestag.de/blickpunkt/101_themen/0703/0703044.htm" target="_blank">Risiko der Freiheitseinschr&#228;nkung der B&#252;rger durch den Staat mit pr&#228;ventivem Ziel</a> hingewiesen, zu denen &#252;brigens auch Onlinedurchsuchungen von Rechnern geh&#246;ren. Die Unschuldsvermutung bis zum Vorliegen konkreter Belege, dass diese nicht mehr gelten kann, wird immer mehr ausgeh&#246;lt und die Freiheit dem scheinbar so rationalen Sicherheitsargument unterworfen. – Juli Zehs „Corpus Delicti“ greift indirekt tats&#228;chlich die zentralen Risiken der Unterminierung der freiheitlich demokratischen Grundordnung auf und steht somit, f&#252;r junge deutschsprachige Schriftstelle &#252;brigens v&#246;llig untypisch, in der Tradition politisch und gesellschaftlich aufkl&#228;rerisch wirken wollender Literatur eines Erich Frieds oder Heinrich B&#246;lls, dessen „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ nicht ohne Grund immer wieder als Vergleich zu Zehs Roman (Theaterst&#252;ck) heran gezogen wird.</p>

<p>Das besondere an Zehs Roman – und das verbindet sie mit Heinrich B&#246;ll – ist, dass der literarische Anspruch nicht von der politischen Interpretationsm&#246;glichkeit des Textes &#252;berlagert wird.</p>

<p>Einerseits wird hier ein Schl&#252;sselthema unserer Zeit aufgegriffen, m&#252;ssen wir uns doch zunemend der Frage stellen, wie weit wir im Kontext von Pr&#228;vention die schleichende Entm&#252;ndigung durch die Vorsorgeanspr&#252;che des Staates zu akzeptieren bereit sind. Andererseits wird dieses Thema in einer knappen, zahlreiche Leerstellen f&#252;r eigene Assoziationen der Lesenden lassenden Erz&#228;hlweise darsgestellt, ohne dass die Erz&#228;hlfigur des Romanes auf eigene Erz&#228;hlerkommentare verzichten w&#252;rde.</p>

<blockquote>„Gehen wir der Einfachheit halber davon aus, dass sie [Mia Holl] an Moritz denkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir richtig liegen, ist sehr hoch.“ (S. 79)</blockquote>

<p>Die Sprache wirkt teilweise, bei aller tiefgehenden Durchdringung der im Roman aufgegriffenen Themen, k&#252;hl und distanziert. Die Szenen (Kapitel) sind zahlreich (50 Kapitel) und knapp (auf 264 Seiten), wobei die Figuren teilweise den Eindruck erwecken, sie seien von der Autorin nicht dreidimensional genug dargestellt worden und blieben deshalb seltsam distanziert.</p>

<p>Diese Kritik muss sich der Roman gefallen lassen, wenn man von einem an einen Krimi erinnernden Roman eine Spannung erwartet, die den Leser mitrei&#223;t, eine Heldin erhofft, die als Identifikationsfigur gestaltet ist. Doch diesen Anspruch will der Roman gar nicht erf&#252;llen.</p>

<p>Juli Zehs „Corpus Delicti. Ein Prozess“ steht in meinen Augen eher in der Tradition des Anspruchs Brechts an ein Theater mit aufkl&#228;rerischem Anspruch (und „Corpus Deliciti war zun&#228;chst ein Theaterst&#252;ck, sodass diese Assoziation legitim ist), als in der Tradition von Thrillern und Kriminalromane, die zum Mitfiebern einladen, so sehr von der Autorin, vor allem gegen Ende des Romans, einiges an Spannungsaufbau erreicht wird.</p>

<p>Doch nicht nur an Bertolt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Episches_Theater" target="_blank">Brechts episches Theater</a>, auch durch die Umsetzung eines Theaterst&#252;cks als Roman, wie bei Brechts „Dreigroschenoper“ und dem „Dreigroschenroman“, erinnert „Corpus Deliciti. Die Grundhandlung ist vielmehr eher die einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Trag%C3%B6die" target="_blank">griechischen Trag&#246;die</a>: Mia Moll muss im Rahmen ihrer Gesellschaft schuldig werden, egal, wie sie handeln wird:</p>

<blockquote>„‚Ich blicke auf eine Kreuzung zwischen zwei Wegen’, sagt Mia. ‚Der eine Weg hei&#223;t Ungl&#252;ck, der andere Verderben. Entweder ich verfluche ein System, zu dessen METHODE es keine vern&#252;nftige Alternative gibt. Oder ich verrate die Liebe zu meinem Bruder, an dessen Unschuld ich ebenso fest glaube wie an meine Existenz.’” (S. 39)</blockquote>

<p>Wohin das f&#252;hren wird, ob es Mia gelingt, am Ende doch als strahlende Siegerin darzustehen? Keine Frage, dieser Roman ist auch dann ein literarischer Genuss, wenn man das Ende kennt. Da ich ihm aber sehr viele Leser und Leserinnen w&#252;nsche, verzichte ich darauf, das Ende zu verraten. Nur so viel: Das Ende ist irritierend, wirft Fragen auf und fordert die reflexiven F&#228;higkeiten der Lesenden noch einmal massiv heraus. Juli Zeh macht es auch formal schwer, den Roman einfach abzuschlie&#223;en, zur Seite zu legen und zum n&#228;chsten Buch zu greifen. Nach der letzten Seite bleiben Fragen offen, denen sich Lesende stellen m&#252;ssen, wollen sie diesen gelungenen Roman wirklich auf sich wirken lassen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/22/2008-big-brother-is-still-watching-you/" rel="bookmark" title="22. August 2008">2008 – Big Brother is still watching you</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/07/28/herrn-larbigs-bibliothek-10-tino-hanekamp-so-was-von-da/" rel="bookmark" title="28. Juli 2011">Herrn Larbigs Bibliothek 10 – Tino Hanekamp: So was von da</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/11/02/herrn-larbigs-bibliothek-3-laute-verse-gedichte-aus-der-gegenwart/" rel="bookmark" title="2. November 2009">Herrn Larbigs Bibliothek 3: Laute Verse. Gedichte aus der Gegenwart</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/10/23/terezia-mora-alle-tage-der-vorspann-des-romans-s-5/" rel="bookmark" title="23. Oktober 2008">Terézia Mora, Alle Tage: Der Vorspann des Romans (S. 5)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" rel="bookmark" title="8. November 2010">Sch&#252;leraktivit&#228;t im Unterricht: Die Affenmetapher</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.483 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy50"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Wenn Pr\u00e4vention Freiheit zerst\u00f6rt: Juli Zehs \u201eCorpus Delicti. Ein Prozess\u201c "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/05\/22\/wenn-praevention-freiheit-zerstoert-juli-zehs-corpus-delicti-ein-prozess\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy50').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1699" class="footnote">Juli Zeh, Corpus Delicti. Ein Prozess, Frankfurt am Main (Sch&#246;ffling) 2009. 264 Seiten – 19,90 €</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/20-jahrhundert/" title="20. Jahrhundert" rel="tag">20. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/21-jahrhundert/" title="21. Jahrhundert" rel="tag">21. Jahrhundert</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buchkritik/" title="Buchkritik" rel="tag">Buchkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/corpus-delicti/" title="Corpus Delicti" rel="tag">Corpus Delicti</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/datenspeicherung/" title="Datenspeicherung" rel="tag">Datenspeicherung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutschland/" title="Deutschland" rel="tag">Deutschland</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/diktatur/" title="Diktatur" rel="tag">Diktatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/figuren/" title="Figuren" rel="tag">Figuren</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gegenwart/" title="Gegenwart" rel="tag">Gegenwart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/george-orwell/" title="George Orwell" rel="tag">George Orwell</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesundheit/" title="Gesundheit" rel="tag">Gesundheit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/interpretation/" title="Interpretation" rel="tag">Interpretation</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/juli-zeh/" title="Juli Zeh" rel="tag">Juli Zeh</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lesen/" title="lesen" rel="tag">lesen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/politik/" title="Politik" rel="tag">Politik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/praevention/" title="Prävention" rel="tag">Prävention</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/praeventionsstaat/" title="Präventionsstaat" rel="tag">Präventionsstaat</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/rezensionen/" title="Rezensionen" rel="tag">Rezensionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/roman/" title="Roman" rel="tag">Roman</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ueberwachung/" title="Überwachung" rel="tag">Überwachung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ueberwachungsstaat/" title="Überwachungsstaat" rel="tag">Überwachungsstaat</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/05/22/wenn-praevention-freiheit-zerstoert-juli-zehs-corpus-delicti-ein-prozess/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Genie, „Sturm und Drang“ – Goethes Hymnen „Prometheus“ und „Ganymed“</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/05/14/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/05/14/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 May 2009 21:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe, Ganymed]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe, Prometheus]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Sturm und Drang]]></category>
		<category><![CDATA[»Schul«-Lektüren]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Ganymed]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Genie]]></category>
		<category><![CDATA[Geniebegriff]]></category>
		<category><![CDATA[Gestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Leidenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbild]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=1608</guid>
		<description><![CDATA[Vorbemerkung In diesem Beitrag finden sich zahlreiche Links auf Seiten, die hier verwendete Begriffe n&#228;her erkl&#228;ren oder erw&#228;hnte Schriften zug&#228;nglich machen, die gemeinfrei vorliegen. Damit versuche ich hier konsequent die Hyptertextstruktur des Internets zu nutzen: Begriffe, die erkl&#228;rt werden m&#252;ssen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/05/14/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vorbemerkung</em></p>

<p><em>In diesem Beitrag finden sich zahlreiche Links auf Seiten, die hier verwendete Begriffe n&#228;her erkl&#228;ren oder erw&#228;hnte Schriften </em><em>zug&#228;nglich machen</em><em>, die <a title="Die Gemeinfreiheit bezeichnet alle Werke, welche keinem Urheberrecht mehr unterliegen oder ihm nie unterlegen haben. Das im angloamerikanischen Raum anzutreffende Public Domain ist &#228;hnlich, aber nicht identisch mit der europ&#228;ischen Gemeinfreiheit." href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit" target="_blank">gemeinfrei</a> vorliegen. Damit versuche ich hier konsequent die Hyptertextstruktur des Internets zu nutzen: Begriffe, die erkl&#228;rt werden m&#252;ssen und bereits an anderer Stelle angemessen erl&#228;utert werden, werden hier nicht im Detail dargestellt: Einerseits soll so der Umfang des Artikels im ertr&#228;glichen Ma&#223;e gehalten werden und andererseits wird so der st&#228;ndige Bezug auch des Wissens, an dessen Konstruktion ich mich beteilige, auf bereits vorhandenes Wissen in der Form des Beitrags widergespiegelt. </em></p>

<hr />

<p>Der Mensch solle den Mut haben, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, <a title="Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufkl&#228;rung." href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=1366&amp;kapitel=1#gb_found" target="_blank">schrieb Imanuel Kant 1784</a>, zwei Jahre vor dem von vielen Forschern als Enddatum der Sturm-und-Drang-Epoche in der Literatur angenommenen <a title="Den 3. September fr&#252;h drei Uhr stahl ich mich aus dem Karlsbad weg, man h&#228;tte mich sonst nicht fortgelassen. Man merkte wohl, da&#223; ich fort wollte. Ich lie&#223; mich aber nicht hindern, denn es war Zeit. Goethes Tagebuch, 3.9.1786" href="http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=4096" target="_blank">Aufbruch Goethes zur Italienreise am 03. September 1786</a>.</p>

<p>Kant, der oft als Begr&#252;nder der Aufkl&#228;rung gesehen wird, fasst in seiner Schrift in Wirklichkeit die <a href="http://xlibris.de/Epochen/Aufklaerung" target="_blank">Ph&#228;nomene</a> zusammen, im 17. und 18. Jahrhundert die gesamte Gesellschaft ver&#228;nderten und das Ende des <a href="http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=JDW30I" target="_blank">Feudalismus</a> einleiteten.</p>

<p>Die <a href="http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=191O27" target="_blank">Ratio</a>, also die Vernunft, wird zum obersten Prinzip der Welterkenntnis und des Handelns in der Welt erhoben.</p>

<p>Der mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance" target="_blank">Renaissance</a> und dem <a href="http://www.philolex.de/humanism.htm" target="_blank">Humanismus</a> angesto&#223;ene Prozess der <a href="http://www.scienzz.de/magazin/art6439.html" target="_blank">Entdeckung des Individuums</a> wird hier konsequent weiter gedacht, was auch zur Folge hatte, dass die <a href="http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=A0W3AE" target="_blank">Empirie</a> und und ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mechanistisches_Weltbild" target="_blank">mechanistisches Weltverst&#228;ndnis</a> die Oberhand gewannen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Descartes" target="_blank"></a></p>

<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Descartes" target="_blank">Descartes</a> hatte die Grundlage dieses Weltbildes, das von st&#228;ndigem rationalen Zweifel gegen&#252;ber angenommenen Selbstverst&#228;ndlichkeiten des &#252;berlieferten Weltbildes gepr&#228;gt war, bereits 1641 in dem ber&#252;hmten Satz „<a href="http://www.descartes-cogito-ergo-sum.de/" target="_blank">Cogito, ergo sum</a>“ zusammengefasst.</p>

<p>Es entwickelte sich eine „vern&#252;nftelnde“ Geisteshaltung, die sich in der theoretischen Besch&#228;ftigung mit <a href="http://xlibris.de/Epochen/Aufklaerung" target="_blank">Literatur</a> vor allem in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Gottsched" target="_blank">Gottscheds</a> „<a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Gottsched,+Johann+Christoph/Theoretische+Schriften/Versuch+einer+critischen+Dichtkunst" target="_blank">Versuch einer critischen Dichtkunst</a>“ ausdr&#252;ckte und aus heutiger Sicht zu seltsam leblos wirkenden Gedichten und Theaterst&#252;cken f&#252;hrte.</p>

<p>Als <a href="http://www.zeno.org/Eisler-1912/A/Kant,+Immanuel?hl=kant" target="_blank">Kant</a> 1784 seinen ber&#252;hmten Aufkl&#228;rungstext schreibt, haben einige damals zwanzig bis drei&#223;ig Jahre alte Intellektuelle l&#228;ngst begonnen, einer Rationalit&#228;t den Kampf anzusagen, die den Menschen nicht als ganzes Individuum wahrnimmt, das neben dem Verstand auch Gef&#252;hle und Leidenschaften als schaffende Kr&#228;fte in sich tr&#228;gt. – So sehr die <a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Sturm%20und%20Drang" target="_blank">Epoche des Sturm-und-Drangs</a> oft als eine Gegenbewegung zur Aufkl&#228;rung gesehen wird: Im Grunde wird erst hier die gesamte Dimension der Schaffenskraft des <a href="http://www.fremdwort.de/suche.php?term=Individuum" target="_blank">Individuums</a> &#252;ber die Rationalit&#228;t hinaus aufgekl&#228;rt.</p>

<p>An die Stelle des rein rationalen Denkers wird das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Genie" target="_blank">Genie</a> gesetzt, jenes Individuum, das aus sich selbst heraus m&#246;gliche Welten schafft.</p>

<p>Doch zun&#228;chst wurde das Genie nur beschrieben, wurden Autoren im R&#252;ckblick mit dem Attribut des Genies versehen, wie z.B. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Shakespeare" target="_blank">Shakespeare</a>.</p>

<p>Der erste Autor, der den Geniegedanken f&#252;r sein Werk fruchtbar machte, war <a href="http://xlibris.de/Autoren/Goethe" target="_blank">Johann Wolfgang Goethe</a>. Erich Trunz schreibt<span id="more-1608"></span> in seinem nach wie vor hervorragendem Kommentar der Hamburger Ausgabe der Werke Goethes:</p>

<blockquote>„F&#252;r Goethe, den sch&#246;pferischen K&#252;nstler, verschmolz die Genielehre mit der Ich-Erfahrung. Er, als erster, stellt dar, wie dem Genie zumute ist. W&#228;hrend jene [Theoretiker] das Wesen des Genies beschreibend fa&#223;ten, fa&#223;te er es dichtend.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/14/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed/#footnote_0_1608" id="identifier_0_1608" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gothes Werke, Band 1:&nbsp; Gedichte und Epen I &ndash; Textkritisch durchgesehen und kommentiert von Erich Trunz, M&amp;#252;nchen 1998, 465.">1</a></sup></blockquote>

<p>Ihren Niederschlag fand dieser Ausdruck des Genies bei Goethe in den gro&#223;en <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hymne" target="_blank">Hymnen</a>.</p>

<blockquote>„Sie waren selbst &#252;berst&#246;mend kraftvoll, waren neu, einmalig, eigenartig, innerlich notwendig. In ihnen gipfelt die Geniebewegung des 18. Jahrhundert.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/14/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed/#footnote_1_1608" id="identifier_1_1608" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ebd.">2</a></sup></blockquote>

<p>Einer dieser Hymnen ist Goethes „Prometheus“.</p>

<p>Dieses Gedicht kann als eines gesehen werden, in dem das Programm des Sturm-und-Drangs zum Ausdruck kommt – ein Gedicht, das nicht nur das Lebensgef&#252;hl des Genies zeigt, sondern auch als Gedicht in einer solchen Form und mit einer solchen Aussage nie vorher dagewesen ist.</p>

<hr />

<p style="text-align: center;">Johann Wolfgang Goethe</p>

<p style="text-align: center;">Prometheus</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und &#252;be, Knaben gleich,
Der Disteln k&#246;pft,
An Eichen dich und Bergesh&#246;hn!
Mu&#223;t mir meine Erde
Doch lassen stehn,
Und meine H&#252;tte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Ich kenne nichts &#196;rmeres
Unter der Sonn als euch G&#246;tter.
Ihr n&#228;hret k&#252;mmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majest&#228;t
Und darbtet, w&#228;ren
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Da ich ein Kind war,
Nicht wu&#223;te, wo aus, wo ein,
Kehrte mein verirrtes Aug
Zur Sonne, als wenn dr&#252;ber w&#228;r
Ein Ohr zu h&#246;ren meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedr&#228;ngten zu erbarmen.</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Wer half mir wider
Der Titanen &#220;bermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du&#8217;s nicht alles selbst vollendet,
Heilig gl&#252;hend Herz?
Und gl&#252;htest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Ich dich ehren? Wof&#252;r?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tr&#228;nen gestillet
Je des Ge&#228;ngsteten?</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allm&#228;chtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>W&#228;hntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In W&#252;sten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Bl&#252;tentr&#228;ume reiften?</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genie&#223;en und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich.</p>

<hr style="text-align: center;" />

<p>Sechsundf&#252;nfzig unregelm&#228;&#223;ige Verse, ohne Reime: Schon die &#228;u&#223;ere Form des von Johann Wolfgang Goethe 1773 verfassten Gedichts dr&#252;ckt die Unabh&#228;ngikeit eines leidenschaftlichen Ichs aus. In der &#220;berschrift bekommt dieses Ich einen Namen: Prometheus. Schon im Titel ist der Hinweis auf die sprechende Person gegeben, wie es in „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rollengedicht" target="_blank">Rollengedichten</a>“ oft der Fall ist.</p>

<p>Goethe greift in diesem Gedicht, so neu diese Art von Gedichten in seiner Zeit auch war, den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mythos" target="_blank">Mythos</a> eines griechischen Halbgottes auf. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prometheus" target="_blank">Dieser Mythos</a>, der freilich in unterschiedlichen Formen vorliegt, erz&#228;hlt, wie Prometheus Menschen aus Ton formt und diesen das Feuer (=Kultur) bringt, obwohl Zeus damit &#252;berhaupt nicht einverstanden war.</p>

<p>Zur Strafe wird Prometheus an den Kaukasus geschmiedet. Er wird sp&#228;ter befreit und macht Karriere am g&#246;ttlichen Hofe, als Berater der G&#246;tter.  Doch von Strafe ist in dem Gedicht noch nichts zu sp&#252;ren. In dem Gedicht ist Prometheus auf dem Gipfel seines sch&#246;pferischen Erfolges und wendet sich direkt an Zeus (V 1), den er verh&#246;hnt und seine Selbstst&#228;ndigkeit hervorhebt (V  1–12). Prometheus sieht sich als Sch&#246;pfer, dem die G&#246;tter die Erde nicht streitig machen k&#246;nnen (V 6f) und der die Glut des Feuers besitzt, die er gegen den Willen der G&#246;tter den Menschen als wichtige Voraussetzung der Entwicklung der Kultur zu Verf&#252;gung stellen wird.  Diese Glut (V 11) bereits kann im Kontext des Geniegedankens als Teil des leidenschaftlichen Gl&#252;hens des Genies verstanden werden, dass eigenst&#228;ndig, aus sich selbst heraus schaffend ist (V 31f: „Hast du’s nicht alles selbst vollendet / Heilig gl&#252;hend Herz?“) , neues auf die Welt bringt, im Falle Prometheus’ Menschen (V 50). Jenes „Gl&#252;hen“ taucht im Gedicht auch an anderer Stelle zwei Mal auf (V 32; V 33) und beschreibt das Genie als Menschen, dessen Herz vor Leidenschaft und Schaffenskraft gl&#252;ht.</p>

<p>Die langsame und best&#228;ndig sich von der ihr zur Verf&#252;gung stehenden Energiequelle n&#228;hrende Glut wird hier dem Feuer vorgezogen. Das Genie ist kein brennender, er ist ein gl&#252;hender Mensch.  Und die Energiequelle ist in diesem Hymnus das Selbst (V 32), das Ich (auch in Formen von „mein“, die einen Besitzanspruch formulieren – V 6; 8; 10; 12; 13; 20; 21; 24; 25; 27; 29; 31; 36; 41; 46; 50; 51; 52; 56), das eigenst&#228;ndig, von g&#246;ttlichen Vorgaben unabh&#228;ngige Individuum.  Der Vorwurf Prometheus’ an die G&#246;tter ist schon ein Vorklang an die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Religionskritik" target="_blank">Religionskritik</a>, die im 19. Jahrhundert von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Feuerbach" target="_blank">Ludwig Feurbach</a> und <a href="http://www.zum.de/Faecher/kR/Saar/gym/projekt/rel_krit/marx/marx.htm" target="_blank">Karl Marx</a> ausformuliert wird, aber in der Aufkl&#228;rung und im Geniegedanken seine Vorl&#228;ufer hat.</p>

<p>Prometheus sagt, dass er nichts &#228;rmeres kenne als die G&#246;tter (V 13f), die von der Verehrung der Menschen lebten (V 15–17), die als Kinder, Bettler und „hoffnungsvolle Tohren“ (V 18f) bezeichnet werden.  Hier klingt auch an, dass Goethe und der Sturm und Drang eben keine Gegenbewegung zur Aufkl&#228;rung sind, sondern deren Erwachsene. Kinder und Bettler stehen hier f&#252;r unaufgekl&#228;rte Menschen f&#252;r „Tohren“, die in ihrer Unselbstst&#228;ndigkeit und Armut das eigene Heil auf die G&#246;tter projizieren (sp&#228;ter von Feuerbach in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Projektionstheorie" target="_blank">Projektionstheorie</a> n&#228;her ausgearbeitet) und nicht einsehen, dass die Rettung vom Tod und aus der Sklaverei die Leistung des eigenst&#228;ndig denkenden und aktiven Menschen ist, der sich gegen das Unrecht im Namen der G&#246;tter erhebt (V 27–49 sp&#228;ter in der <a href="http://www.zum.de/Faecher/kR/Saar/gym/projekt/rel_krit/marx/marx2.htm" target="_blank">Marx’schen Religionskritik</a> mit revolution&#228;ren Zielen theoretisch ausgearbeitet).  Vom Umfang steht der Angriff an die G&#246;tter im Zentrum des Gedichtes, damit zuletzt das sch&#246;pferische Ich des Prometheus’ selbst ins Zentrum r&#252;cken kann, wie es sich in der letzten Strophe ausdr&#252;ckt (V 50–56), die ihren Gipfel im letzten, nur aus zwei Worten bestehenden Vers „Wie ich.“ (V 56) erreicht.  Das Genie ist ein Mensch, der aus sich selbst Welten und Weltbilder schafft, er pr&#228;gt das Denken und die Weltsicht von Menschen. – Und so lautet das letzte Wort des Gedichtes dann auch „Ich“.</p>

<p>Doch dieses „Ich“ ist kein auf sich selbst bezogenes, so wenig es sich noch von den vorgegebenen Gedanken seiner Gesellschaft, von Kreativit&#228;t und Sch&#246;pferkraft  verhindernden, nicht weiter hinterfragten „Selbstverst&#228;ndlichkeiten“, von seiner schaffenden T&#228;tigkeit abhalten l&#228;sst. Hier erscheint in der Literatur der Mensch, der sich von seinem &#252;berlieferten Gott abwendet, der die Theodizeefrage in eine Ablehung Gottes &#252;berf&#252;hrt: „Wer rettete vom Tode mich / Von Sklaveri?“ (V 29) und Hast du die Schmerzen gelindert / Je des Beladenen?/ Hast du die Tr&#228;nen gestillet / Je des Ge&#228;ngsteten?“ (V 37–40).</p>

<p>Das Werden des Genies wird hier in den thematisch gleichen Kontext gestellt, dem sich Menschen nach der gro&#223;en <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Tod" target="_blank">Pest in den Jahren 1347 bis 1353</a> und auch nach dem gro&#223;en <a href="http://wiki.zum.de/Erdbeben_von_Lissabon" target="_blank">Erdbeben von Lissabon </a>und dem ihm folgenden Tsunami 1755 ausgeliefert waren. Es gibt Kulturhistoriker, die einen direkten Zusammenhang der hier genannten Katastrophen und der der Ver&#228;nderung des Selbstbildes der Menschen in Europa sehen. Mir scheint eine Annahme solcher Zusammenh&#228;nge sehr plausibel.</p>

<p>„Prometheus“ ist also mehr als nur eine Beschreibung des Empfindens und Selbstbildes eines Genies. Das Gedicht kann vielmehr als eine hochgradig verdichtete Darstellung mit der Entdeckung des Ich-Bewusstseins der Menschen in Europa einhergehender geistesgeschichtlicher Ver&#228;nderungen und deren Folgen gelesen werden. Und am Ende steht das selbstbewusste „Ich“ und formt Menschen nach seinem Bilde (V 50f).</p>

<p>Heute gelesen kommt das Gedicht fast wie ein prophetischer Text vor, in dem der Geniegedanke bis zum Ende durchdacht wurde. Ob Goethe es so gemeint hat, wie ich das Gedicht heute lese, halte ich f&#252;r unwahrscheinlich, aber als Leser erlaube ich mir die Assoziation, dass die Versuche der „Verbesserung des Menschen“ im 20. und 21. Jahrhunderts durchaus mit dieser letzten Strophe des „Prometheus“ im Sinne eines <a href="http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_int/herm/werktrans/rezept/herm_rezept0.htm" target="_blank">rezeptions&#228;sthtetischen Ansatzes</a> in Verbindung gebracht werden k&#246;nnen.</p>

<p>Und dann tauchen im Kontext der geschichtlichen Entwicklungen seit dem Entstehen des Gedichtes dunkle Schatten auf, die sich auf ein Genieverst&#228;ndnis legen, das alleine die Schaffenskraft des Individuums ins Zentrum stellt, sodass zuletzt dar&#252;ber diskutiert wird, ob es erlaubt sein k&#246;nne, Menschen nach dem Bilde der lebenden Menschen zu schaffen, zu designen und entsprechende Bem&#252;hungen in der Genforschung zu unternehmen.</p>

<p>Das bis zum Geniegedanken gesteigerte Selbstbewusstsein des Menschen f&#252;hrt zum „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_faber_(Buch)" target="_blank">Homo Faber</a>“, dem haltlosen, nur noch machenden Menschen, mit wiederum verdr&#228;ngten Gef&#252;hlen und Leidenschaften, die der Sturm und Drang doch als Kr&#228;fte erwecken wollte, die den Menschen erst vollst&#228;ndig machen, da er eben nicht nur Vernunft ist.</p>

<p>Und hier kommt die andere, in „Prometheus“ nicht angesprochene Seite des Geniegedankens der St&#252;rmer und Dr&#228;nger ins Spiel, die von Goethe im Hymnus „Ganymed“ gestaltet wird.</p>

<hr />

<p style="text-align: center;">Johann Wolfgang Goethe</p>

<p style="text-align: center;">Ganymed</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Wie im Morgenglanze
Du rings mich angl&#252;hst,
Fr&#252;hling, Geliebter!
Mit tausendfacher Liebeswonne
Sich an mein Herz dr&#228;ngt
Deiner ewigen W&#228;rme
Heilig Gef&#252;hl,
Unendliche Sch&#246;ne!</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Da&#223; ich dich fassen m&#246;cht
In diesen Arm!</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Ach, an deinem Busen
Lieg ich, schmachte,
Und deine Blumen, dein Gras
Dr&#228;ngen sich an mein Herz.
Du k&#252;hlst den brennenden
Durst meines Busens,
Lieblicher Morgenwind!
Ruft drein die Nachtigall
Liebend nach mir aus dem Nebeltal.</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Ich komm, ich komme!
Wohin? Ach, wohin?</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;>Hinauf! Hinauf strebts.
Es schweben die Wolken
Abw&#228;rts, die Wolken
Neigen sich der sehnenden Liebe.
Mir! Mir!
In eurem Scho&#223;e
Aufw&#228;rts!
Umfangend umfangen!
Aufw&#228;rts an deinen Busen,
Alliebender Vater!</p>

<hr />

<p>Was f&#252;r anderer Ton, den Johann Wolfgang Goethe im Fr&#252;hjahr 1784 in dem Gedicht „Ganymed“ anschl&#228;gt. Lag es wom&#246;glich an der Jahreszeit. W&#228;hrend „Prometheus” im Herbst entstand – und herbstliche Gedanken widerspiegelt, Gedanken von Menschen, die sich den unfreundlichen Kr&#228;ften der Natur im Winter gegen&#252;ber sehen? – klingt hier nun die Faszination &#252;ber das hereinbrechende Fr&#252;hjahr an.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/14/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed/#footnote_2_1608" id="identifier_2_1608" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. hierzu und zum folgenden: Ebd., 485&ndash;487.">3</a></sup></p>

<p>Wie auch im <a href="http://http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=3793&amp;kapitel=1#gb_found" target="_blank">Brief vom 10. Mai</a> im ersten Buch des Briefromans „Die Leiden des jungen Werther“, den Goethe ebenfalls im Jahre 1774 ver&#246;ffentlichte, steht im Ganymed die Gotteserfahrung in der Natur im Zentrum.</p>

<p>Im „Werther“ hei&#223;t es:</p>

<blockquote>„Ich k&#246;nnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein gr&#246;&#223;erer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft, und die hohe Sonne an der Oberfl&#228;che der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht, und nur einzelne Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen, ich dann im hohen Grase am fallenden Bache liege, und n&#228;her an der Erde tausend mannigfaltige Gr&#228;schen mir merkw&#252;rdig werden; wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unz&#228;hligen, unergr&#252;ndlichen Gestalten der W&#252;rmchen, der M&#252;ckchen n&#228;her an meinem Herzen f&#252;hle, und f&#252;hle die Gegenwart des Allm&#228;chtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend tr&#228;gt und erh&#228;lt…“</blockquote>

<p>Wie in „Ganymed“ (V 1–19) wird hier die Faszination an der Natur mit G&#246;ttlichem verbunden. Doch in „Ganymed“ geht Goethe noch weiter. In nur 32 Zeilen, wiederum reimlos und unregelm&#228;&#223;ig, kommt der ebenfalls der griechischen Mythologie entstammende Hirtenknabe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ganymed_(Mythologie)" target="_blank">Ganymed</a> zu Wort. Als Hirte ist er der Natur verbunden, doch wurde er im Mythos von Zeus entf&#252;hrt, der ihn auf dem Olymp als Mundschenk haben wollte.</p>

<p>In Goethes Ganymed sind diese beiden Seiten, die Verbundenheit mit der Natur und das Streben nach oben: „Hinauf, hinauf strebt’s“ (V 22), anzutreffen.  Mag auch mit „Alliebender Vater!“ im letzten Vers (V 32) eine Gottheit stehen, so erreicht dieses Gedicht seinen H&#246;hepunkt schon in V 29, in jenem mit h&#246;chstem Sprachgef&#252;hl verfassten „Umfangend umfangen“.</p>

<p>In unnachahmlicher Pr&#228;szision beschreibt Erich Trunz diesen Vers:</p>

<blockquote>„Das <em>Fassen</em> und <em>Kommen </em>der vorhergehenden Verse m&#252;ndet in das <em>Umfangend</em>, das <em>Angl&#252;hen, Dr&#228;ngen, Rufen</em> Gottes kommt zur Ruhe in der zweiten H&#228;lfte des Verses, dem <em>Umfangen</em>, das freilich in seiner passivischen Form nicht mehr die handelnde Bewegung ausdr&#252;ckt, sondern ihr Ziel, ihren Ertrag; den Zustand des Ich, das von der nahenden Gottheit sich nun umschlossen und getragen f&#252;hlt. Der endg&#252;ltige Zustand, auf den das ganze Gedicht sich hinbewegt, die wahre N&#228;he zum G&#246;ttlichen, ist vom Menschen her ausgesprochen in einer Verkn&#252;pfung der aktivischen mit der passivischen Form.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/14/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed/#footnote_3_1608" id="identifier_3_1608" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ebd., 486.">4</a></sup></blockquote>

<p>Ist der Mensch in „Prometheus“ der Gottheit gegen&#252;ber in einer anklagenden Position, die von erfahrenem Leid ausgehend der Gottheit seine eigene Sch&#246;pferkraft gegen&#252;berstellt und so aus der Passivit&#228;t des Leidens heraus tritt, zum aktiv gestaltenden Genie wird, so sieht es in „Ganymed“ ganz anders aus. Hier wird der Mensch von der Sch&#246;nheit der Natur ergriffen, die den Menschen schmachten (V 12) l&#228;sst, in ihm ein Dr&#228;ngen und Brennen ausl&#246;st (V 14f) und aktiv das Streben zur Gottheit mit sich bringt, bei dem sich Aktivit&#228;t und Passivit&#228;t („Umfangend umfangen!“ [V 29]) miteinander vereinen, in dem sich – und hier wird der Geniegedanke wieder unmittelbar greifbar – die Gottheit so sehr mit Menschen vereint, dass der Mensch in seinem Streben mit der Gottheit vereint wird.</p>

<p>Und genau diese Vorstellung wird, wenn auch nicht mehr dem Sturm und Drang zugeh&#246;rig, sp&#228;ter in „Faust” aufgenommen, wo es am im f&#252;nften Akt, in dem die Engel den unsterblich gewordenen Leib Faustens in den Himmel tragen, hei&#223;t: „Wer immer strebend sich bem&#252;ht, / Den k&#246;nnen wir erl&#246;sen.“ (V 11936f)</p>

<p>„Prometheus“ und „Ganymed“ spiegeln die zwei Seiten der „Ich-Erfahrung“ des Genies wider und bieten nur in der Zusammenschau einen Einblick in das ganze Genieverst&#228;ndnis Goethes, das die im Rahmen meiner Besch&#228;ftigung mit dem Hymnus aufgetauchten Gedanken an die Gefahren eines <em>solchen</em> prometheischen Genies dann doch deutlich relativiert, solange das Genie beide Seiten in sich hat, also auch die schaffende, strebende, die nicht nur umf&#228;ngt, sondern sich auch umfangen l&#228;sst – und so die gro&#223;artige Sch&#246;nheit ebensowenig aus den Augen und aus dem eigenen Gestaltungswillen verliert, wie den Schmerz und das Leid.</p>

<blockquote>Link: Eine <a href="http://logos.kulando.de/post/2009/07/18/goethe-ganymed-interpretation" target="_blank">eigenst&#228;ndige Interpretation des Ganymeds aus Lehrerhand</a> findet sich bei Norbert Tholen.</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/31/schmoeker-schnipsel-nudin-der-wissbegierige-oder-die-langeweile-des-allwissens/" rel="bookmark" title="31. August 2008">Schm&#246;ker-Schnipsel – Nudin der Wissbegierige oder: Die Langeweile des »Allwissens«</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/12/schmoekerschnipsel-ueber-das-lesen/" rel="bookmark" title="12. Januar 2009">Schm&#246;ker-Schnipsel: &#220;ber das Lesen</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/03/17/tipps-zum-deutschunterricht-2010-03-17/" rel="bookmark" title="17. M&#228;rz 2010">Tipps zum Deutschunterricht – 2010-03-17</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/18/vom-scheitern-bruder-paulus-im-gespraech-mit-konstantin-wecker/" rel="bookmark" title="18. Januar 2009">Vom Scheitern: Bruder Paulus im Gespr&#228;ch mit Konstantin Wecker</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/19/anonym-du-bist-min/" rel="bookmark" title="19. Januar 2009">Anonym: Dû bist mîn</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 5.890 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy53"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Genie, \u201eSturm und Drang\u201c \u2013 Goethes Hymnen \u201ePrometheus\u201c und \u201eGanymed\u201c "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/05\/14\/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy53').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1608" class="footnote">Gothes Werke, Band 1:  Gedichte und Epen I – Textkritisch durchgesehen und kommentiert von Erich Trunz, M&#252;nchen 1998, 465.</li><li id="footnote_1_1608" class="footnote">Ebd.</li><li id="footnote_2_1608" class="footnote">Vgl. hierzu und zum folgenden: Ebd., 485–487.</li><li id="footnote_3_1608" class="footnote">Ebd., 486.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erkenntnis/" title="Erkenntnis" rel="tag">Erkenntnis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ganymed/" title="Ganymed" rel="tag">Ganymed</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gedichte/" title="Gedichte" rel="tag">Gedichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/genie/" title="Genie" rel="tag">Genie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geniebegriff/" title="Geniebegriff" rel="tag">Geniebegriff</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gestaltung/" title="Gestaltung" rel="tag">Gestaltung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/goethe/" title="Goethe" rel="tag">Goethe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/goethe-ganymed/" title="Goethe, Ganymed" rel="tag">Goethe, Ganymed</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/prometheus/" title="Goethe, Prometheus" rel="tag">Goethe, Prometheus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/prometheus/" title="Goethe, Prometheus" rel="tag">Goethe, Prometheus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kreativitaet/" title="Kreativität" rel="tag">Kreativität</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kuenstler/" title="Künstler" rel="tag">Künstler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lebensgefuehl/" title="Lebensgefühl" rel="tag">Lebensgefühl</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/leidenschaft/" title="Leidenschaft" rel="tag">Leidenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/" title="Literaturgeschichte" rel="tag">Literaturgeschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/lyrik-deutsch-sek-ii/" title="Lyrik" rel="tag">Lyrik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/natur/" title="Natur" rel="tag">Natur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sturm-und-drang/" title="Sturm und Drang" rel="tag">Sturm und Drang</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/literaturgeschichte/sturm-und-drang-litertaturgeschichte-deutsch-sek-ii/" title="Sturm und Drang" rel="tag">Sturm und Drang</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vernunft/" title="Vernunft" rel="tag">Vernunft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/weltbild/" title="Weltbild" rel="tag">Weltbild</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wirklichkeit/" title="Wirklichkeit" rel="tag">Wirklichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/" title="»Schul«-Lektüren" rel="tag">»Schul«-Lektüren</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/05/14/genie-sturm-und-drang-und-goethes-hymnen-prometheus-und-ganymed/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Bildung, Wissen, Kompetenzen</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/04/30/bildung-wissen-kompetenzen/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/04/30/bildung-wissen-kompetenzen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 22:08:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen und Lehren]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsselkompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenserwerb]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemeinbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Bücherwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Didaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Rumpf]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzenorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[LdL]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen durch Lehren]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Wagenschein]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Satz]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Schrift]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Schülerinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm von Humboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftler]]></category>
		<category><![CDATA[Wort]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=1468</guid>
		<description><![CDATA[Belangloses Wissen hat Hochkonjunktur. Wissen ohne Bez&#252;ge zur eigenen Person ist allgegenw&#228;rtig. Und ich sage es lieber schon gleich zu Beginn, dass ich dagegen nach wie von dem Bildungsbegriff (ich weigere mich, in diesem Zusammenhang von einem Bildungsideal zu sprechen) &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/30/bildung-wissen-kompetenzen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Belangloses Wissen hat Hochkonjunktur. Wissen ohne Bez&#252;ge zur eigenen Person ist allgegenw&#228;rtig. Und ich sage es lieber schon gleich zu Beginn, dass ich dagegen nach wie von dem Bildungsbegriff (ich weigere mich, in diesem Zusammenhang von einem Bildungsideal zu sprechen) Wilhelm von Humboldts gepr&#228;gt bin und diesen nach wie vor f&#252;r bedeutsam halte. Zun&#228;chst eine Bestandsaufnahme:</p>

<ul>
    <li>Bildung wird heute mit Schulabschl&#252;ssen gleich gesetzt und dabei in h&#246;here und nicht h&#246;here Bildung aufgeteilt. Ohne Bildung in diesem formalen Sinne<span id="more-1468"></span> geraten Menschen heute schnell in die sogenannte „Bildungsarmut“. Eine interessante Zusammenstellung zum Thema liefert das von der <a href="http://www.bpb.de" target="_blank">Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung</a> herausgegebene Heft <a href="http://www.bpb.de/publikationen/JQJWQK,,0,Bildungsmisere.html" target="_blank">Aus Politik und Zeitgeschichte (B 21-22/2003)</a>, in dem die „Bildungsmisere“ in Deutschland umfassend aufgegriffen wird.</li>
    <li>„Wissen“ ist heute Gegenstand der Unterhaltung, in Quizsendungen mit sehr beeindruckenden Gewinnm&#246;glichkeiten (ohne diese Geldsummen w&#228;ren diese Sendungen wahrscheinlich noch offensichtlicher langweilig als sie es eh schon sind), aber auch in den zahlreichen, oft als „Dokumentationen“ daher kommenden „Wissens“-Sendungen vor allem im Fernsehen.</li>
    <li>Die Begriffe „Wissen“ und „Bildung“ werden oft synonym gebraucht, so z.B. im Titel von Dietrich Schwanitz’ „Bildung. Alles, was man wissen mu&#223;“, M&#252;nchen, 24. Auflage 2002.</li>
    <li>Neben den Begriffen „Wissen“ und „Bildung“ spielt in der gegenw&#228;rtige „Bildungs“-Debatte auch der „Kompetenz“-Begriff eine nicht unbedeutende Rolle.</li>
</ul>

<p>Mir kommt das wie ein gordischer Knoten der Vermengung, Gleichsetzung und Entleerung bis zur Bedeutungslosigkeit der W&#246;rter vor – Grund genug, den Begriffen einmal ein wenig nach zu gehen, ohne den Anspruch auf ein letztes Wort zu erheben. Das ist ein Blog-Eintrag, nicht mehr, aber auch nicht weniger.</p>

<p>Und schon sto&#223;e ich auf das erstes Problem: Alle hier von mir in den Fokus genommen Begriffe sind keine voraussetzungslosen Begriffe, alle drei Begriffe ergeben sich in ihrer Bedeutung aus einer Grundeigenschaft von (vielen) Lebewesen, n&#228;mlich der Eigenschaft, dass Lebewesen lernen. Den Menschen zeichnet dar&#252;ber hinaus (nach unserem bisherigen Kenntnisstand) die Eigenschaft aus, dass er &#252;ber solche Prozesse selbst nachdenken kann und daraus folgend die F&#228;higkeit entwickeln konnte „Ich“ zu sagen, sich also als ein &#252;ber sich selbst reflektieren k&#246;nnendes Individuum erf&#228;hrt, das nicht nur implizites, sondern auch explizites Wissen erzeugen kann.</p>

<p>Kurz: Dass wir Menschen lernen ist die Voraussetzung f&#252;r das Sprechen &#252;ber Bildung, Wissen und Kompetenzen.  Dabei lernt der Mensch schon alleine, weil er Mensch ist. Das Gelernte ist zun&#228;chst allerdings  kein explizierbares, also aussprechbares und damit in Pr&#252;fungen abrufbares Wissen (<a href="http://www.teachsam.de/psy/psy_kog/lernth/wiss/wiss_2_2_1_1.htm" target="_blank">explizites Wissen</a>), sondern ein Wissen, dass nicht (vollst&#228;ndig) in Worten ausgedr&#252;ckt werden kann und vor allem ein „K&#246;nnen“ ist (<a href="http://www.teachsam.de/psy/psy_kog/lernth/wiss/wiss_2_2_1_2.htm" target="_blank">implizites Wissen</a>).</p>

<p>Ein Beispiel: Kinder lernen sprechen und k&#246;nnen es dann, ohne dass sie zun&#228;chst in der Lage w&#228;ren, die Regeln, denen ihre nach einer gewissen Zeit meist korrekt gebildeten S&#228;tze folgen, benennen zu k&#246;nnen. Kinder lernen laufen, ohne erkl&#228;ren zu k&#246;nnen, wie das Laufen funktioniert etc. (implizites Wissen).</p>

<p>Sp&#228;ter lernen Kinder dann in der Schule die Grammatik, die in die Lage versetzt &#252;ber korrekten Satzbau zu sprechen, Satzstrukturen zu analsysieren und die als Wissen &#252;berpr&#252;ft werden kann (explizites Wissen).</p>

<p>Betrachte ich die heutige Bildungsdiskussion, so scheint mir mit dem Begriff „Wissen“ vor allem dieses explizite, &#252;berpr&#252;fbare Wissen gemeint zu sein, solches Wissen also, dass in Lexika, Lehrb&#252;chern etc. zur Verf&#252;gung steht und das Menschen seit der Aufkl&#228;rung im Rahmen von „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enzyklop%C3%A4die" target="_blank">Enzyklop&#228;dien</a>“ sammeln und zur Verf&#252;gung stellen.</p>

<p>In diese Reihe geh&#246;rt auch Wikipedia, wenn es um das Ziel geht, m&#246;glichst gro&#223;e Teile des verf&#252;gbaren Wissens zug&#228;nglich zu machen.</p>

<p>Implizites Wissen rangiert in der Werteskala der „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wissensgesellschaft" target="_blank">Wissensgesellschaft</a>“ unter dem expliziten Wissen und wird entweder als selbstverst&#228;ndlich vorausgesetzt oder in eine explizierbare Form &#252;bertragen, deren Beherrschung dann &#252;berpr&#252;ft werden kann. Wer solche Pr&#252;fungen nachweisen kann, verf&#252;gt &#252;ber „formale Bildung“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/30/bildung-wissen-kompetenzen/#footnote_0_1468" id="identifier_0_1468" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ein Auszug aus einem Werk zum Thema im Rahmen eines Projektes zur Ideengeschichte von der Hamburger Erziehungswissenschaftlerin Ingrid Lohmann findet sich als PDF-Dokument hier.">1</a></sup></p>

<p>Um „formale Bildung“ zu erreichen, sind bestimmte Kompetenzen notwendig, wobei der <a href="http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/eval-qs-qm/forschung/dfg-projekt_gesundheit/Kompetenzbegriff/index.html" target="_blank">Kompetenzbegriff</a> als solcher in Bildungszusammenh&#228;ngen <a href="http://www.ash-berlin.eu/uploads/media/Was_sind_Kompetenzen.pdf" target="_blank">sehr vielf&#228;ltig verwendet</a> und h&#228;ufig mit dem <a href="http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000000908/04_KapA4.pdf;jsessionid=BC7958906E17F681CF261F5D93D797A6?hosts=" target="_blank">Qualifikationsbegriff</a> verbunden wird. In diesem Rahmen wird dann auch von „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselqualifikation" target="_blank">Schl&#252;sselqualifikationen</a>“ gesprochen, zu denen unter anderem z. B. das Lesen und das Schreiben geh&#246;ren.</p>

<p>Und um die Vielfalt und Unsch&#228;rfe der Begriffe noch ein wenig weiter vorzuf&#252;hren, nenne ich noch die Weiterf&#252;hrung des Kompetenzenbegriffs in der Rede von „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kompetenz" target="_blank">sozialen Kompetenzen</a>“, die heute auch unter dem Begriff „soft skills“ bekannt sind.</p>

<p>Der Kompetenzenbegriff ist also schillernd, mit der Folge, dass er in jedem Zusammenhang, in dem er verwendet wird, eigens ausdifferenziert werden muss, was auch nicht gerade zur Sch&#228;rfung des Begriffs im Sinne eines „expliziten Wissens“ beitr&#228;gt – aber nicht zu vermeiden ist, soll er von einem abstrakten Begriff in handhabbare Handlungszusammenh&#228;nge, wie sie beispielsweise in Bildungprozessen unabdingbar sind, &#252;bertragbar sein.</p>

<p>Der Kompetenzenbegriff ist in diesem Sinne ein Metabegriff, der sich von Schl&#252;sselqualifikationen (die ich hier lieber Schl&#252;sselkomeptenzen nenne) ausgehend in unterschiedlichen Handlungszusammenh&#228;ngen unterschiedlich zeigt, sodass man im konkreten Anwendungsfall von „Fachkompetenzen“ spricht.</p>

<p>Diese Fachkompetenzen sind dann mit Fachwissen verbunden, wobei es auch hier Wissensbest&#228;nde gibt, die als „Schl&#252;sselkompetenzen“ fach&#252;bergreifend vorausgesetzt werden, wobei wir z. B. einmal mehr beim Lesen und Schreiben w&#228;ren, das dementsprechend z. B. in der Schule eben nicht nur im Deutschunterricht gelernt werden kann, sondern auch im Verantwortungsbereich nahezu aller F&#228;cher, insbesondere aber von F&#228;chern wie Geschichte, Religion, Politik und Wirtschaft (Sozialkunde, Gemeinschaftskunde), Ethik, den Fremdsprachen…, liegt.</p>

<p>Im Deutschunterricht werden die explizierbaren Grundlagen und Anwendungsformen dieses „Wissens“ ins Zentrum gestellt, die Feinabstimmung kann nur im Zusammenspiel der unterschiedlichen F&#228;cher gelingen, was f&#252;r mich dann auch wieder das zentrale Merkmal von „Schl&#252;sselkompetenzen“ widerspiegelt: Sie sind in ihrer Bedeutung f&#228;cher&#252;bergreifend und werden in den unterschiedlichen F&#228;chern mit fachspezifischen Zusatzqualifikationen angereichert.</p>

<p>====&gt;</p>

<p>Zusammenfassung:  Das Lernen ist Teil der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Conditio_humana" target="_blank">Conditio Humana</a>, des Wesens des Menschen, und f&#252;hrt immer und bei jedem Menschen zu implizitem Wissen. Dieses implizite Wissen kann zu explizitem Wissen werden, wobei explizites Wissen dar&#252;ber hinaus in der Lage ist, dem Menschen neue Wissensgebiete zu erschlie&#223;en<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/30/bildung-wissen-kompetenzen/#footnote_1_1468" id="identifier_1_1468" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="z. B. in der Physik, der Astronomie, der Philosophie, der Mathematik, der Geschichte, der Religion, der Ethik, in den Bereichen von Politik und Wirtschaft, kurz: in allen Gebieten, die f&amp;#252;r eine Wissensgesellschaft bezeichnend sind und deshalb z. B. f&amp;#252;r die Bundesrepublik Deutschland von zentraler Bedeutung sind">2</a></sup>. Explizites Wissen kann enzyklop&#228;discher Natur sein (ich nenne das in Anschluss an <a href="http://www.martin-wagenschein.de/" target="_blank">Martin Wagenschein</a> und <a href="http://www.adz-netzwerk.de/SCHULEN-DER-KORPERLOSIGKEIT-Vortrag-von-Horst-Rumpf-beim-Muensteraner-Konvent.php" target="_blank">Horst Rumpf</a> „Bescheid wissen“) oder anwendungsorientiert<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/30/bildung-wissen-kompetenzen/#footnote_2_1468" id="identifier_2_1468" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So macht es einen Unterschied, ob z. B. eine Fremdsprache auf Beherrschen der grammatikalischen Regeln, Vokabelwissen und Schriftlichkeit hin gelernt wird oder ob, von diesen unabdingbaren Voraussetzungen ausgehend, auf Anwendbarkeit in konkreten Gespr&amp;#228;chen hin gelernt wird.">3</a></sup>, wobei es dann vom Wissen zum anwendbaren Wissen, also zur Kompetenz wird.</p>

<p>&lt;====</p>

<p>Und was hat das nun mit Bildung zu tun?</p>

<p>Die Antwort kann weder „Nichts“ noch alles „Alles“ hei&#223;en, sondern, wer h&#228;tte das gedacht, bedarf einer weiteren Differenzierung.</p>

<p>Und so kommt  jetzt endlich, wie oben angek&#252;ndigt, Humboldt ins Spiel.</p>

<p>„Bildung“, wie ich den Begriff hier verstehe, ist weder mit „Wissen“ noch mit „Kompetenzen“ identisch, noch von „Wissen“ und „Kompetenzen“ getrennt zu verstehen. Ich betone das an dieser Stelle, weil ich zunehmend den Eindruck habe, dass der Bildungsbegriff mehr und mehr mit verwertbarem „Wissen“ und somit mit „Kompetenzen“ gleich gesetzt wird, es vielleicht sogar die Tendenz gibt, im Rahmen eines „kompetenzenorientierten Unterrichts“ im schulischen Bereich die „Kompetenzen“ alleine ins Zentrum zu stellen, obwohl nat&#252;rlich jeder Lehrende wei&#223;, dass „Kompetenzen“ ohne „Wissen“ wie Autos ohne Motor, Fahrr&#228;der ohne Ketten, K&#246;rper ohne Gehirn sind. Vielleicht mit einer der Gr&#252;nde, warum erfahrene Lehrkr&#228;fte das Reden &#252;ber „Kompetenzen“ befremdlich finden…  Also, <a href="http://www.zeno.org/Philosophie/M/Humboldt,+Wilhelm+von?hl=humboldt" target="_blank">Humboldt</a>, jetzt endlich, mit einem<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung" target="_blank"> Zitat aus den enzyklop&#228;dischen Wissensbest&#228;nden der Wikipedia</a>:</p>

<blockquote>
<p style="text-align: left;"><strong>Bildung</strong> bezeichnet die Formung des Menschen im Hinblick auf sein „Menschsein“.</p>

W&#228;hrend in der Umgangssprache mit dem Begriff Bildung eher andere Begriffe, wie „Belehrung“, „Schulbildung“ oder „Wissensvermittlung“ assoziiert werden, haftet seit <a title="Wilhelm von Humboldt" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_Humboldt" target="_blank">Wilhelm von Humboldt</a> in der Theorie und der Programmatik „dem Wort Bildung das Moment der Selbst&#228;ndigkeit, also des Sich-Bildens der Pers&#246;nlichkeit“ an (<a title="Hartmut von Hentig" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_von_Hentig" target="_blank">Hartmut von Hentig</a>).

Nach Humboldt ist Bildung „die Anregung aller Kr&#228;fte des Menschen, damit diese sich &#252;ber die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualit&#228;t und Pers&#246;nlichkeit f&#252;hren“.<sup id="cite_ref-0" class="reference"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung#cite_note-0" target="_blank">[1]</a></sup></blockquote>

<p><a href="http://www.didaktik.uni-jena.de/did_04/humboldt.htm" target="_blank">Anders ausgedr&#252;ckt</a>: Bildung findet dort statt, wo der Mensch als Individuum zu sich selbst findet.</p>

<p>Als Individuum zu sich selbst finden?  Diese Aussage ist zun&#228;chst einmal ein Hinweis darauf, dass sich Bildung nicht auf verwertbares und anwendbares, wom&#246;glich rein berufsbezogenes Wissen bezieht, dieses aber auch nicht ausschlie&#223;t, sondern &#252;ber es hinaus geht. Um es in einem nahe am Klischee scheinenden, kurzen Satz auszudr&#252;cken:</p>

<p>Bildung ist Pers&#246;nlichkeits- und eben nicht prim&#228;r Berufsbildung.</p>

<p>Bildung ist weit mehr als die mit ihr nat&#252;rlich verbundene Ausbildungs- oder Studierf&#228;higkeit, ist mehr als Qualifikation, mehr als Kompetenzen.</p>

<p>Die Aufgabe von Bildungsprozessen ist, inklusive all der qualifizierenden Aufgaben, den Prozess der ganzheitlichen Pers&#246;nlichkeitsentwicklung zu unterst&#252;tzen, zu begleiten und zu f&#246;rdern. Und somit findet Bildung nicht nur in der Schule statt, die aber auch in diesem Sinne einen ganz klaren Erziehungsauftrag hat. So hei&#223;t es in <a href="http://www.kultusministerium.hessen.de/irj/HKM_Internet?rid=HKM_15/HKM_Internet/nav/374/3743019a-8cc6-1811-f3ef-ef91921321b2%26_ic_uCon=72920bec-b224-d901-be59-2697ccf4e69f.htm&amp;uid=3743019a-8cc6-1811-f3ef-ef91921321b2" target="_blank">§2 Abschnitt 1 des Hessischen (also des f&#252;r mich relevanten) Schulgesetzes</a> ausdr&#252;cklich:</p>

<blockquote><strong>Die Schulen</strong> im Lande Hessen erf&#252;llen in ihren verschiedenen Schulstufen und Schulformen den ihnen in Art. 56 der Verfassung des Landes Hessen erteilten gemeinsamen Bildungsauftrag, der auf humanistischer und christlicher Tradition beruht. Sie <strong>tragen dazu bei, dass die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler ihre Pers&#246;nlichkeit in der Gemeinschaft entfalten k&#246;nnen</strong>. (Hervorhebungen von Herrn Larbig)</blockquote>

<p>Alles „Wissen“, alle „Kompetenzen“ sind also der Aufgabe unterstellt, dazu beizutragen, dass Menschen ihre Pers&#246;nlichkeit in der Gemeinschaft entwickeln und entfalten k&#246;nnen. Das Gesetz spricht zwar nicht von der Entwicklung, aber diese geh&#246;rt zur Entfaltung unabdingbar dazu.</p>

<p>Um zur Pers&#246;nlichkeitsentwicklung und -entfaltung in Gemeinschaft beitragen zu k&#246;nnen, reicht die Vermittlung und das (Auswendig)Lernen von enzyklop&#228;dischen Wissensbest&#228;nden also nicht aus. Die fr&#252;her (und auch heute noch verbreitete) Rede von Lernzielen griff / greift zu kurz, da damit oft die Beherrschung eines gewissen Unterrichtsstoffes im Sinne von explizitem Wissen verstanden wurde / wird (Vokabeln, Jahreszahlen in Geschichte, Formeln in den Naturwissenschaften etc.).</p>

<p>Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, wurde in j&#252;ngerer Zeit der Kompetenzbegriff in die Bildungsdebatte eingebracht, der in der Lehrerausbildung, zumindest in der mir bekannten hessischen Lehrerausbildung, zunehmend an Gewicht gewinnt. Diesem Kompetenzbegriff geht es um anwendbares Wissen, womit wir dem Bildungsbegriff, wie ich ihn hier vertrete, schon ein gutes St&#252;ck n&#228;her gekommen sind, solange der Kompetenzbegriff nicht, was meiner Wahrnehmung nach leider durchaus geschieht, alleine auf einen Bereich der (berufs)praktischen Verwertbarkeit beschr&#228;nkt wird.</p>

<p>Vom humboldtschen Bildungsbegriff ausgehend, muss der Kompetenzenbegriff so verstanden werden, dass Menschen lernen, ihre individuellen Talente und F&#228;higkeiten in der Gemeinschaft entfalten zu k&#246;nnen. Und ein so verstandener Bildungsbegriff ist f&#252;r mich dann „Allgemeinbildung“, weit mehr also als Wissensbest&#228;nde, die allgemein als bekannt vorausgesetzt werden.</p>

<p>====&gt;</p>

<p>Zusammenfassung:</p>

<p>Mit dem humboldtschen Bildungsbegriff, der Wissen und Kompetenzen einschlie&#223;t, sich aber nicht auf diese Seiten der Bildung beschr&#228;nkt, ist zentral die Frage nach den Voraussetzungen, Bedingungen und M&#246;glichkeiten der Entfaltung der eigenen Pers&#246;nlichkeit in Gemeinschaft verbunden. Bildung bezieht sich hier ganzheitlich auf individuelle Pers&#246;nlichkeiten und nicht prim&#228;r auf &#246;konomisch verwertbares Wissen.</p>

<p>&lt;====</p>

<p>Bleibt, nach so viel Theorie, die Frage nach den praktischen Konsequenzen, wobei ich mich hier weitgehend auf die Konsequenzen f&#252;r den Teil des individuellen Bildungsprozesses beschr&#228;nke, der in der Schule bzw. im Umfeld der Schule stattfindet. Und um es gleich zu sagen: Bei allen Diskussionen um PISA, TIMMS und Co, hat sich gerade in der Richtung auf „Bildung“ hin, in den vergangenen Jahren sehr viel getan, ohne dass die Probleme wirklich gel&#246;st worden w&#228;ren:</p>

<ul>
    <li>Die hier erarbeitete Bestimmung des Bildungsbegriffs verlangt, dass das Individuum eine Chance zur Entfaltung der ihm / ihr eigenen Pers&#246;nlichkeit bekommt. Die heute mehr und mehr geforderte Sch&#252;lerorientierung von Unterricht verstehe ich in dieser Richtung.</li>
    <li>Es gibt Bedingungen, unter denen diese Entfaltung des Individuums besser oder schlechter gelingt. PISA und die entsprechenden OECD-Studien haben deutlich darauf hingewiesen, dass in Deutschland nach wie vor die sozialen (im Sinne von &#246;konomischen) Voraussetzungen mit dazu beitragen, wie weit dieser Prozess der Entfaltung des Individuums in Gemeinschaft mehr oder weniger gelingt. „Bildung“, wie sie hier verstanden wird und wenn sie genau diese Entfaltung f&#246;rdern soll, muss in ihrer Organisation daf&#252;r sorgen, dass diese sozialen (&#246;konomischen) Grenzen keine Rolle spielen. Und bei aller Kritik am deutschen Schulwesen, die in dieser Hinsicht immer wieder und als kritisches Korrektiv auch v&#246;llig zurecht laut wird, haben wir ein Schulsystem, das zumindest von der Idee her, so durchl&#228;ssig ist, wie es f&#252;r solche Bildungsprozesse theoretische notwendig ist. Dass dies in der Praxis nicht gelingt ist ein Problem, zu dem es zwar viele Ideen (Gemeinschaftsschule, Gesamtschule etc.) gibt, aber nur wenige die vorhandenen Grenzen durchl&#228;ssiger machende oder auf aufl&#246;sende L&#246;sungen. Und wenn ich auch nicht zu denen geh&#246;re, die im Zusammenhang von gelingender Bildung als erstes nach Geld rufen: Hier scheinen die sozialen Unterst&#252;tzungsma&#223;nahmen (Sch&#252;ler-BAF&#214;G…) bislang nicht angemessen zu greifen.</li>
    <li>In der Unterrichtspraxis geht es darum, die Individuen auch als solche wahrnehmen zu k&#246;nnen. Rechne ich einmal durch, wie viele dieser Individuen ich als solche zu f&#246;rdern haben, komme ich mit momentan 145 auf eine f&#252;r einen Lehrer noch recht &#252;bersichtliche Zahl, die aber, wenn ich mir vorstelle, dass ich 145 Mal individuell der Pers&#246;nlichkeitsentwicklung dienen (sic!) soll, schon erschreckend genug ist und in der Regel auch deutlich h&#246;her liegen kann. (Gehe ich von einem „Nebenfach”-Lehrer aus, der jeweils nur zweist&#252;ndig in den Jahrgangsstufen unterricht, kann dies z.B. in Sekundarstufe I zu bis zu 390 individuell zu f&#246;rdernden Kindern und Jugendlichen gehen.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/30/bildung-wissen-kompetenzen/#footnote_3_1468" id="identifier_3_1468" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hier wird eine Klassengr&amp;#246;&amp;#223;e von 30 und ein Stundendeputat von 26 Stunden zu Grunde gelegt.">4</a></sup> Ob in diesem Rahmen der Bildungsauftrag mit dem hier zu Grunde gelegten Bildungsbegriff gelingen kann, m&#246;ge jeder selbst entscheiden.</li>
</ul>

<p>Wenn ich aber dennoch davon ausgehe, dass Unterricht gelingen kann, stellt sich die Frage, welche Methoden oder Metamethoden vor dem Hintergrund des hier vertretenen Bildungsbegriffs m&#246;glicherweise hilfreich sein k&#246;nnen.</p>

<p>F&#252;r mich ist klar, dass es sich um Methoden handeln muss, die in sich den Auftrag zur Erm&#246;glichung der Entfaltung von Individuuen in Gemeinschaft aufgreifen und m&#246;glichst weitgehend erf&#252;llen.</p>

<ul>
    <li>Unterricht muss m&#246;glichst <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Binnendifferenzierung" target="_blank">binnendifferenziert </a>erfolgen. Es m&#252;ssen also m&#246;glichst innerhalb einer Lerngruppe individualisierte Lernwege erm&#246;glicht werden. (Klassengr&#246;&#223;en mit 30 Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern erschweren dies zumindest erheblich.)</li>
    <li>Die Lernden m&#252;ssen aktiv sein k&#246;nnen und Unterricht nicht nur konsumieren. Methodische M&#246;glichkeiten, dies zu erreichen, stehen in der Gruppenarbeit, deren Konzeption und Durchf&#252;hrung h&#246;chste Anspr&#252;che an die Lehrenden stellen, in Projektarbeit, in problemorientiertem Unterricht, der es Lernenden erm&#246;glicht, individuelle L&#246;sungswege zu entwickeln und in nahezu allen <a href="http://methodenpool.uni-koeln.de/" target="_blank">Ans&#228;tzen der konstruktivistischen P&#228;dagogik</a> zur Verf&#252;gung. Dazu geh&#246;rt auch der Ansatz „<a href="http://www.ku-eichstaett.de/Forschung/forschungsprojekte/ldl.de" target="_blank">Lernen durch Lehren</a>“, der hochgradig auf die Aktivierung (Entfaltung) der Jugendlichen als Individuen in Gemeinschaft hin ausgerichtet ist und bei genauer Betrachtung einen radikal humanistischen Ansatz repr&#228;sentiert. Kurz: Handlungsorientierte Ans&#228;tze scheinen nach wie vor einen der besten Ans&#228;tze zur Erm&#246;glichung der Entfaltung des Individuums in Gemeinschaft zu bieten.</li>
</ul>

<p>Nat&#252;rlich wei&#223; ich, dass auch der hier vertretene Bildungsbegriff in Vergangenheit und Gegenwart nicht unumstritten geblieben ist. Die einen fordern mit Bezug auf Humboldt und Friedrich Schiller die<a href="http://www.zeit.de/2005/10/Kulturnation" target="_blank"> R&#252;ckkehr zur Kulturnation</a>, die anderen <a href="http://www.polwiss.fu-berlin.de/fsi/ap/ap5-humboldt.htm" target="_blank">stellen den humboldtschen Bildungsbegriff in Frage</a>. Und wer mag, kann &#252;ber Suchmaschinen noch mehr Artikel zu den Pro- und Contra-Diskussionen um diesen Bildungsbegriff finden.</p>

<p>Und ich gebe zu, dass dem Verst&#228;ndnis des humboldtschen Bildungsbegriffs oft etwas elit&#228;res anhaftet, hoffe aber, das meine, f&#252;r ein Blog sehr umfangreichen, f&#252;r die Sache aber eher marginalen, Gedanken zum Thema, zumindest deutlich machen konnten, dass ein Begriff von „Bildung“, der das Individuum im Rahmen der differenzierten Talente, die jedes von ihnen mit sich bringt, ins Zentrum der &#220;berlegungen stellt (Ein Leitspruch der Schule, an der ich unterrichte lautet dann auch „Das Kind in die Mitte“ gepr&#228;gt von dem schillerschen Schulmotto „Der Menschheit W&#252;rde ist in eure Hand gegeben. Bewahret sie! Sie sinkt mit euch; mit euch wird sie sich heben.“) in der heutigen Bildungsdebatte zumindest ein wenig zur Kl&#228;rung von Begriffen beizutragen vermag.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2011/06/30/herrn-larbigs-bibliothek-9-jussi-adler-olsen-erlosung/" rel="bookmark" title="30. Juni 2011">Herrn Larbigs Bibliothek 9 – Jussi Adler-Olsen: Erl&#246;sung</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/29/podcasts-eine-kurze-einfuehrung/" rel="bookmark" title="29. Januar 2009">Podcasts &#8211; Eine kurze Einf&#252;hrung</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/31/schmoeker-schnipsel-nudin-der-wissbegierige-oder-die-langeweile-des-allwissens/" rel="bookmark" title="31. August 2008">Schm&#246;ker-Schnipsel – Nudin der Wissbegierige oder: Die Langeweile des »Allwissens«</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/gefunden-add-on-to-the-face-to-face-learning-at-adelaide-university-podcast-english/" rel="bookmark" title="21. November 2010">Gefunden: Free iPads as an Add-On to the Face-to-Face-Learning at Adelaide-University (Podcast / English)</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 5.436 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy56"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Bildung, Wissen, Kompetenzen "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/04\/30\/bildung-wissen-kompetenzen\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy56').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1468" class="footnote">Ein Auszug aus einem Werk zum Thema im Rahmen eines Projektes zur Ideengeschichte von der Hamburger Erziehungswissenschaftlerin Ingrid Lohmann findet sich <a href="http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Personal/Lohmann/Projekte/Schleiermacher/2-5-1.pdf" target="_blank">als PDF-Dokument hier</a>.</li><li id="footnote_1_1468" class="footnote">z. B. in der Physik, der Astronomie, der Philosophie, der Mathematik, der Geschichte, der Religion, der Ethik, in den Bereichen von Politik und Wirtschaft, kurz: in allen Gebieten, die f&#252;r eine Wissensgesellschaft bezeichnend sind und deshalb z. B. f&#252;r die Bundesrepublik Deutschland von zentraler Bedeutung sind</li><li id="footnote_2_1468" class="footnote">So macht es einen Unterschied, ob z. B. eine Fremdsprache auf Beherrschen der grammatikalischen Regeln, Vokabelwissen und Schriftlichkeit hin gelernt wird oder ob, von diesen unabdingbaren Voraussetzungen ausgehend, auf Anwendbarkeit in konkreten Gespr&#228;chen hin gelernt wird.</li><li id="footnote_3_1468" class="footnote">Hier wird eine Klassengr&#246;&#223;e von 30 und ein Stundendeputat von 26 Stunden zu Grunde gelegt.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/allgemeinbildung/" title="Allgemeinbildung" rel="tag">Allgemeinbildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildungsdebatte/" title="Bildungsdebatte" rel="tag">Bildungsdebatte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buecher/" title="Bücher" rel="tag">Bücher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buecherwissen/" title="Bücherwissen" rel="tag">Bücherwissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/deutschland/" title="Deutschland" rel="tag">Deutschland</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/didaktik/" title="Didaktik" rel="tag">Didaktik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erziehung/" title="Erziehung" rel="tag">Erziehung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ethik/" title="Ethik" rel="tag">Ethik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/friedrich-schiller/" title="Friedrich Schiller" rel="tag">Friedrich Schiller</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gegenwart/" title="Gegenwart" rel="tag">Gegenwart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gehirn/" title="Gehirn" rel="tag">Gehirn</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/geschichte/" title="Geschichte" rel="tag">Geschichte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/grammatik/" title="Grammatik" rel="tag">Grammatik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/horst-rumpf/" title="Horst Rumpf" rel="tag">Horst Rumpf</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/humboldt/" title="Humboldt" rel="tag">Humboldt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/internet/" title="Internet" rel="tag">Internet</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugend/" title="Jugend" rel="tag">Jugend</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugendliche/" title="Jugendliche" rel="tag">Jugendliche</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kinder/" title="Kinder" rel="tag">Kinder</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenzen/" title="Kompetenzen" rel="tag">Kompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenzenorientierung/" title="Kompetenzenorientierung" rel="tag">Kompetenzenorientierung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ldl/" title="LdL" rel="tag">LdL</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrer/" title="Lehrer" rel="tag">Lehrer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernen-durch-lehren/" title="Lernen durch Lehren" rel="tag">Lernen durch Lehren</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen-und-lehren/" title="Lernen und Lehren" rel="tag">Lernen und Lehren</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lesen/" title="lesen" rel="tag">lesen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/martin-wagenschein/" title="Martin Wagenschein" rel="tag">Martin Wagenschein</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mensch/" title="Mensch" rel="tag">Mensch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/orientierung/" title="Orientierung" rel="tag">Orientierung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/persoenlichkeit/" title="Persönlichkeit" rel="tag">Persönlichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/philosophie/" title="Philosophie" rel="tag">Philosophie</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/politik/" title="Politik" rel="tag">Politik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/positionen/" title="Positionen" rel="tag">Positionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/religion/" title="Religion" rel="tag">Religion</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/satz/" title="Satz" rel="tag">Satz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schreiben/" title="schreiben" rel="tag">schreiben</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schrift/" title="Schrift" rel="tag">Schrift</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schule/" title="Schule" rel="tag">Schule</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schueler/" title="Schüler" rel="tag">Schüler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schuelerinnen/" title="Schülerinnen" rel="tag">Schülerinnen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/tradition/" title="Tradition" rel="tag">Tradition</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrnehmung/" title="Wahrnehmung" rel="tag">Wahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/welt/" title="Welt" rel="tag">Welt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wilhelm-von-humboldt/" title="Wilhelm von Humboldt" rel="tag">Wilhelm von Humboldt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissenschaft/" title="Wissenschaft" rel="tag">Wissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissenschaftler/" title="Wissenschaftler" rel="tag">Wissenschaftler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/wissenserwerb/" title="Wissenserwerb" rel="tag">Wissenserwerb</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wort/" title="Wort" rel="tag">Wort</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/04/30/bildung-wissen-kompetenzen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Medienkompetenzen und Sch&#252;lerorientierung</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 22:33:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[gefunden]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzenförderung]]></category>
		<category><![CDATA[lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendidaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsselkompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[vernetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenserwerb]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Inhaltsangabe]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[kompetenzenorientierter Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzenorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüre]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen durch Lehren]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[media literarcy]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkomptenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Phaidros]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Schrift]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Schülerinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Sokrates]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=1451</guid>
		<description><![CDATA[Res&#252;me: Die Begriffe „Sch&#252;lerorientierung“ und „Medienkompetenz“ wirken heute oft wie wenig reflektierte Modebegriffe in Bildungskontexten. Ausgehend von Materialien, die im Rahmen der britischen Bildungsdiskussion entstanden sind, greift dieser Beitrag beide Begriffe auf und versucht einen Diskussionsbeitrag zur weiteren Kl&#228;rung der &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Res&#252;me: Die Begriffe „Sch&#252;lerorientierung“ und „Medienkompetenz“ wirken heute oft wie wenig reflektierte Modebegriffe in Bildungskontexten. Ausgehend von Materialien, die im Rahmen der britischen Bildungsdiskussion entstanden sind, greift dieser Beitrag beide Begriffe auf und versucht einen Diskussionsbeitrag zur weiteren Kl&#228;rung der Begriffe zu leisten, ohne dabei auf unterrichtspraktische Implikationen zu verzichten.</em></p>

<p><em>Eine der Schlussfolgerungen lautet: Die aktuelle Mediendebatte in Bildungskontexten </em><em>ist eine Debatte, in der es um die &#220;bertragung der Ideen der Aufkl&#228;rung in den Kontext neuer Medientechnologien und deren Anwendungsm&#246;glichkeiten geht!<span id="more-1451"></span></em></p>

<p>Auf das in Bristol ans&#228;ssige <a href="http://www.futurelab.org.uk" target="_blank">Futurelab</a> bin ich &#252;ber ein <a href="http://www.futurelab.org.uk/resources/publications-reports-articles/handbooks/Handbook1246" target="_blank">Handbuch</a> gesto&#223;en, in dem es um Ver&#228;nderungen von Curricula (Lehrpl&#228;nen) und Unterricht („classroom practice“) geht.</p>

<p>Zuerst etwas zu dem Institut und dann zu ein paar ersten Entdeckungen, die ich dort gemacht habe:</p>

<blockquote>“Futurelab is passionate about transforming the way people learn. Tapping into the huge potential offered by digital and other technologies, we develop innovative resources and practices that support new approaches to learning for the 21st century.”<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#footnote_0_1451" id="identifier_0_1451" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. Futurelab Website &ndash; About us">1</a></sup></blockquote>

<p>Es geht dem Futurelab um eine Ver&#228;nderung der Lernwege von Menschen in der Gegenwart. Es geht davon aus, dass digitale und andere Technologien ein gro&#223;es Potential f&#252;r diese Lernwege bieten und entwickelt deshalb Material und Praxisans&#228;tze, die sich den angenommenen M&#246;glichkeiten f&#252;r neue Lernwege widmen. Kurz: Das Futurelab ist davon &#252;berzeugt, dass  „neue“ Technologie, auch das Web 2.0, Potentiale f&#252;r Bildungsprozesse bieten und geh&#246;rt in den Kreis derjenigen, die sich hier theoretisch und praktisch engagieren.</p>

<p>Die<a href="http://www.futurelab.org.uk/resources/publications-reports-articles/handbooks/Handbook1246" target="_blank"> j&#252;ngste Produktion des Futurelabs</a> ist das oben schon erw&#228;hnte Handbuch, dass ich vor allem deshalb interessant finde, weil es das personalisierte Lernen als stark sch&#252;lerorientiertes Lernen ins Zentrum stellt. Dabei handelt es sich um eine Form des Lernens, die in Deutschland schon l&#228;nger propagiert wird, bei deren Umsetzung es aber nach wie vor durchaus Potential gibt, auch weil nicht in jedem Falle gekl&#228;rt zu sein scheint, was sch&#252;lerorientierter Unterricht eigentlich sein soll bzw. kann.</p>

<p>Zu dieser Frage findet sich im <a href="http://www.futurelab.org.uk/glossary" target="_blank">Glossar des Futurlabs</a> folgende <a href="http://www.futurelab.org.uk/glossary#personalisation" target="_blank">Definition</a>:</p>

<blockquote>“personalisation:</blockquote>

<blockquote>Personalised learning is an approach which advocates reversing the logic of education systems so that the system conforms to the learner, rather than the learner to the system, offering bespoke support for each individual in order to foster engaged and independent learners able to reach their full potential.”</blockquote>

<p>Es geht hier also, um zumindest den Sinn einmal zu „&#252;bersetzen“ darum, dass die Logik des Bildungssystems in den Blick genommen wird und das System sich den Anspr&#252;chen der Lernenden zu widmen habe und eben nicht mehr, wie es im alten Paradigma war und ist, den Lernenden an das System anzupassen. Es geht dem neuen Paradigma um Unterst&#252;tzung f&#252;r den individuellen Lerner, um so engagierte und unabh&#228;ngige Lernende zu gewinnen, die in der Lage sind, die eigenen Potentiale voll zu nutzen.</p>

<p>Um einen Begriff aufzugreifen, den <a href="http://bremerstudiblog.wordpress.com/" target="_blank">Thorsten Sch&#246;nbohm</a> k&#252;rzlich in einer <a href="http://bremerstudiblog.wordpress.com/2009/04/22/was-hat-die-padagogik-in-den-letzten-100-jahren-geleistet/" target="_blank">Reflexion &#252;ber die Leistungen der P&#228;dagogik in den letzten 100 Jahren in</a> Erinnerung gerufen hat: Es geht um M&#252;ndigkeit, darum, den Lernenden den Mut zu geben, sich des Verstandes fr&#252;her oder sp&#228;ter ohne Leitung eines anderen zu bedienen.</p>

<p>Es klingt &#252;berraschend, erstaunlich und gleichzeitig eigentlich selbstverst&#228;ndlich: Die medienp&#228;dagogische Debatte, die momentan hier, &#252;ber Twitter, in den unterschiedlichsten Lehrerblogs, in Fachliteratur und auch in den Massenmedien gef&#252;hrt wird, ist eine Debatte, in der es um die &#220;bertragung der Ideen der Aufkl&#228;rung in den Kontext neuer Medientechnologien und deren Anwendungsm&#246;glichkeiten geht!</p>

<p>Im Kontext neuer Medien wird oft, obwohl der Begriff f&#252;r den Umgang mit allen Medien gilt, von Medienkompetenz gesprochen. Im Englischen hat sich der Begriff der „media literacy“ f&#252;r diesen Komplex aus unterschiedlichen F&#228;higkeiten im Umgang mit Medien eingeb&#252;rgert. Was alles zur Medienkompetenz dazugeh&#246;rt, ist Teil eines Papieres, das <a href="http://www.lse.ac.uk/collections/media@lse/whosWho/soniaLivingstone.htm" target="_blank">Professorin Sonia Livingstone</a> von der <a href="http://www.lse.ac.uk/" target="_blank">Medienabteilung der London School of Economics and Politcal Siences</a> zur Verf&#252;gung gestellt hat und das <a href="www.lse.ac.uk/collections/media@lse/pdf/What_is_  media_literacy.doc " target="_blank">hier als Word-Dokument heruntergeladen werden kann</a>.</p>

<p>Livingston sieht vier Kompetenzbereiche, die zusammen die Media-Literacy ausmachen, n&#228;mlich die F&#228;higkeiten des Zugriffs, der Analyse, der Bewertung und der Erstellung von Inhalten in unterschiedlichen Kontexten (“the ability to access, analyse, evaluate and create messages across a variety of contexts”).<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#footnote_1_1451" id="identifier_1_1451" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sonia Livingston, What is media literacy, London">2</a></sup></p>

<p>Wenn man dieser Definition erst einmal zustimmt, ergeben sich daraus f&#252;r Lehrende, die Lernprozesse begleiten, in Hinsicht auf Medienkompetenz vier Bereiche, die in den Blick genommen werden m&#252;ssen, damit Bildungsprozesse auf Medienkompetenz hin gelingen k&#246;nnen.</p>

<ol>
<li><p>Welche Zugriffsm&#246;glichkeiten auf Information stehen zur Verf&#252;gung und was ist n&#246;tig, damit ein Zugriff auf die Informationen m&#246;glich wird?</p></li>
<li><p>Wie k&#246;nnen Informationen, die auf unterschiedlichen Kan&#228;len zur Verf&#252;gung stehen, ausgewertet werden?</p></li>
<li><p>Was ist n&#246;tig, damit zur Verf&#252;gung stehende Informationen bewertet werden k&#246;nnen, damit in der F&#252;lle der Informationen, mit denen wir es heute zu tun haben, &#252;berhaupt noch eine Auswahl nach Qualit&#228;tskriterien stattfinden kann.</p></li>
<li><p>Was ist n&#246;tig, damit Menschen nicht nur konsumierend mit den Medien umgehen, sondern selbst in die Lage versetzt werden, im Kontext dieser Medien (und hier geht es neben so etwas wie dem Leserbrief nat&#252;rlich explizit auch um eigene Aktivit&#228;ten im Web 2.0) Inhalte zu produzieren.</p></li>
</ol>

<p>Jeder dieser vier Bereich ist geeignet, selbst Thema in einem Beitrag zu werden. Um hier nicht zu umfangreich zu werden, an dieser Stelle nur ein paar Andeutungen:</p>

<p>@1: B&#252;cher, Bibliotheken, Radio, Fernsehen, Datenbanken, Internet, Lehrveranstaltunge, Vortr&#228;ge… Die Voraussetzungen f&#252;r einen Zugriff sind hierbei unterschiedliche, ich m&#246;chte aber einen nennen, der in der Diskussion oft vorausgesetzt wird: Die Grundvoraussetzungen f&#252;r den Zugang zu den meisten dieser Informationsquellen sind das Lesen und Schreiben, wobei es sich vor allem beim Lesen um eine Kompetenz handelt, die das den Sinn erfassende Lesen meint. – Zu den Zugriffsm&#246;glichkeiten geh&#246;ren aber nat&#252;rlich auch gegebenenfalls Computer und Internet und damit auch das Problem der Finanzierung der Zugriffsm&#246;glichkeiten bzw. die eigenen finanziellen M&#246;glichkeiten.</p>

<p>@2 Anders gefragt: Wozu braucht man so Sachen wie Inhaltsangabe, Interpreations- und Analysef&#228;higkeiten gegen&#252;ber Texten (oder Daten), Mathematikkenntnisse (Statistik)? Ganz einfach: Man braucht Werkzeuge, um zur Verf&#252;gung stehende Informationen auswerten zu k&#246;nnen. – Es sollte also m&#246;glich sein, diese Kompetenzen so zu vermitteln, dass ihr Wert f&#252;r die Praxis schnell einsichtig wird (oder?).</p>

<p>@3 Die F&#228;higkeit zur Bewertung von Material und Informationen ist heute fast noch wichtiger als in Zeiten vor dem Internet, da jeder (die technischen Zugangsm&#246;glichkeiten vorausgesetzt) heute Inhalte zur Verf&#252;gung stellen kann, die nicht immer problemlos sind. Ich muss ausw&#228;hlen k&#246;nnen und brauche Kriterien f&#252;r meine Auswahl.</p>

<p>@4 Sollte noch jemand fragen, warum die Arbeit mit Blogs und Wikis im Unterricht Potential hat: Hier ist ein Hinweis auf eine m&#246;gliche Antwort. Es geht hier aber auch um andere Formen der Gestaltung von Inhalten: Leserbriefe schreiben, Gestaltung eines Videos, von Fotografien, Dokumentation von Experimenten im naturwissenschaftlichen Unterricht, Erstellung von Materialien z.B. f&#252;r den Einsatz im Unterricht, f&#252;r eigenes Lernen etc. In diesen Bereich geh&#246;rt aber auch die Frage, wie ich beispielsweise in Communities Inhalte erstelle – und vor allem: welche.</p>

<p>Medienkompetenz (media literacy) ist, das ist eigentlich unstrittig, soll aber einfach mal wieder gesagt werden, ein komplexes Ineinander unterschiedlicher Kompetenzbereich, die in Lernprozessen erworben werden m&#252;ssen, damit das Ziel m&#252;ndiger Menschen im oben angef&#252;hrten, kantschen Sinne &#252;berhaupt &#252;berhaupt erreicht werden kann. Mangelnde Medienkompetenz ist also nicht nur f&#252;r die Berufsfindung ein Problem, sondern kann auch demokratische Strukturen gef&#228;hrden, da diese zumindest ein St&#252;ck weit vom kompetenten Umgang mit Informationen und Desinformationen leben.</p>

<p>Dabei ist es nicht n&#246;tig, dass der <em>gesamte Unterricht</em> auf digitale Medien ausgerichtet ist. Vor dem Hintergrund der &#220;berlegungen bis hierher ist da sogar eine Mischkultur sehr w&#252;nschenswert, um die Komplexit&#228;t des Kompetenzenfeldes &#252;berhaupt abdecken zu k&#246;nnen! Angesichts der voll im Gang befindlichen und sich abzeichnenden Entwicklung gilt aber nat&#252;rlich auch, dass digitale Medien angemessen in den Blick genommen werden m&#252;ssen. Im <a href="http://www.futurelab.org.uk/resources/publications-reports-articles/handbooks/Handbook1246" target="_blank">Handbuch “Curriculum and teaching innovation”</a> des Futurelabs liest sich das wie folgt:</p>

<blockquote>“A focus on media literacy must also account for the emergence of complex new ‘digital divides’. Until recently, the digital divide was conceived as a partition between those children able to access new technology and those who could not. Now, though, it is not so much a question of access as a question of how new technology and media are being used, and the extent to which they are understood. Do patterns of computer use mirror existing patterns of socio- economic inequality, and do schools have a role to play in ameliorating these differences? In addition, there may be a widening division developing between new technology and media use outside school and inside school, with schools unable to keep up with the relentless pace of either hardware development or the appearance of new online communication services such as Bebo, MySpace and Facebook. Although such services may not seem to have a natural place in a school curriculum, the implications of these for children and young people should not be underestimated. For teachers it is becoming increasingly important to engage with the experiences that many young people (but not all, and certainly not equally) are experiencing in the popular cultural worlds accessed via new media forms.”<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#footnote_2_1451" id="identifier_2_1451" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Curriculum and teaching innovation. Transforming classroom practice and personalisation , S. 35.">3</a></sup></a></blockquote>

<p>Und weil ich es so treffend finde, will ich zumindest einen kleinen Teil &#252;bersetzen: „Au&#223;erdem scheint sich eine zunehmende Trennung zwischen dem Gebrauch von neuer Technologien und Medien innerhalb und au&#223;erhalb der Schule zu entwickeln, in der die Schulen unf&#228;hig sind, mit der Geschwindigkeit der Hardware-Entwicklung oder dem Auftauchen neuer Kommunikationsdienste im Internet wie Bebo, MySpace und Facebook (in Deutschland w&#228;ren zu erg&#228;nzen MSN und Sch&#252;lerVZ) mitzuhalten. Auch wenn diese Angebote keinen nat&#252;rlichen Platz im Lehrplan der Schulen zu haben scheinen, sollten ihre Bedeutung f&#252;r junge Menschen nicht untersch&#228;tzt werden. F&#252;r Lehrende wird es zunehmend wichtig, sich mit den Erfahrungen junger Menschen (nicht aller und auch nicht in gleichem Ma&#223;e) zu besch&#228;ftigen, die in popul&#228;rkulturellen Welten in der Form neuer Medien gemacht werden.“</p>

<p>Ich verstehe diesen Abschnitt so, dass Medienkompetenz nur dann angemessen vermittelt werden kann, wenn die Lehrenden &#252;berhaupt erst einmal eine reale Ahnung davon haben, was Jugendliche, die sich in digitalen Kontexten bewegen, an Erfahrungen in diesen Kontexten machen und welche Bedeutung diese Erfahrungen f&#252;r die Jugendlichen haben.</p>

<p>Bislang scheint diese Debatte in Deutschland meiner Wahrnehmung nach nicht stattzufinden. (Sollte jemand Hinweise haben, dass doch, bitte als Kommentar hinterlassen.) – Welche Bedeutung haben von Jugendlichen genutzte soziale Plattformen f&#252;r die Jugendlichen? Nein, diese Frage habe ich noch nicht geh&#246;rt, wohl aber die Frage nach den Risiken, die mit diesen Plattformen f&#252;r Jugendlichen verbunden sind. Und ja, es ist von gro&#223;er Bedeutung f&#252;r die Entwicklung von Medienkompetenz, um solche Risiken zu wissen und hier haben Lehrende und Eltern eine wichtige Aufgabe im Kontext der Entwicklung von Medienkompetenz in Bezug auf digitale Medien, die aber nicht in einer kulturkritischen Manier daher kommen sollte, wie es sie immer beim Aufkommen neuer Medien gibt. Als die Schrift aufkam, wurde sie von Platon (Sokrates) im Phaidros massiv angegriffen, der Roman galt Anfang des 19. Jahrhunderts noch als ein Medium ohne Bildungswert etc. Nein, es geht um eine Aufkl&#228;rung wirklicher Risiken, die aber gerade die Bedeutung der von Jugendlichen genutzten Kommunikationsformen f&#252;r die Jugendlichen &#252;berhaupt erst einmal kennt und Ernst nimmt!</p>

<p>Soweit zur Theorie. Was aber bedeutet das alles f&#252;r die Gestaltung von Unterricht? Ein kurzes Brainstorming – Brainstorming deshalb, da f&#252;r unterschiedliche Lerngruppen oder Lernkonstellationen unterschiedliche L&#246;sungen angemessen und hier keine Rezepte angebracht sind. Ich beschr&#228;nke mich hier nat&#252;rlich nur auf die Frage, was m&#246;glicherweise f&#252;r die Entwicklung der oben dargestellten komplexen F&#228;higkeiten hilfreich sein kann, die zusammen so etwas wie Medienkompetenz (media literacy) ergeben:</p>

<ol>
<li><p>Die Erfahrungen mit Medien von Jugendlichen m&#252;ssen ernst genommen werden und sollte nicht vor allem Gegenstand der negativen Bewertung von Lehrenden, Elternverb&#228;nden, Politikern und anderen sein, da der Medienkonsum immer auch mit einer Bedeutsamkeit der konsumierten Medien f&#252;r die Jugendlichen verbunden ist. Das f&#228;ngt bei den Lekt&#252;ren der Jugendlichen an und nicht erst bei ihren Aktivit&#228;ten im Netz. Das hei&#223;t z.B., dass auch Platz f&#252;r B&#252;cher im Deutschunterricht sein sollte, die die Jugendlichen lesen, die von Deutschlehrern und -lehrerinnen aber eher aufgrund mangelnder literarischer oder gar „p&#228;dagogisch wertvoller“ Qualit&#228;ten argw&#246;hnisch betrachtet werden.</p></li>
<li><p>Die mit dem Mediengebrauch verbundene Bedeutung der Mediennutzung f&#252;r die Jugendlichen kann Zug&#228;nge f&#252;r gelingende Arbeit mit Medien bieten: Was f&#252;r Bedeutungen sind es denn eigentlich, die Jugendliche den Medien f&#252;r sich zuschreiben? K&#246;nnen die Medien die sich daraus ergebenden Funktionen &#252;berhaupt erf&#252;llen? Wo sind M&#246;glichkeiten, Grenzen und auch Risiken? Gibt es Alternativen?</p></li>
<li><p>Die genutzten Medien zugeschriebenen Bedeutungen (nochmal: das k&#246;nnen auch B&#252;cher etc.  sein, sind aber oft eben doch digitaler Art) und die faktisch mit ihnen gemachten Erfahrungen k&#246;nnen reflektiert werden und so zu einem Umgang mit Medien f&#252;hren, der unter Gebrauch des eigenen Verstandes und in Bezug auf Kriterien gestaltet wird.</p></li>
<li><p>Sch&#252;lerorientierung kann in methodischen Settings erreicht werden. Hier sei als Schlagwort der problemorientierte Unterricht genannt, in dessen Kontext f&#252;r mich &#252;brigens auch das hier schon &#246;fters in den Blick genommene Konzept „Lernen durch Lehren“ geh&#246;rt, weil hier Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler aktiv zur Arbeit an Unsch&#228;rfen (Problemen) angeleitet werden – also zum Gebrauch des eigenen Verstandes mit dem Ziel, dass dies ohne Anleitung durch andere gelingen soll.</p></li>
<li><p>Das Lernen auf die Produktion von Inhalten hin ausrichten! Dazu sind nat&#252;rlich differenzierte Fachkenntnisse n&#246;tig. Es ist aber ein Unterschied, ob diese auswendig gelernt oder in der Auseinandersetzung mit Problemen als notwendig erfahren werden k&#246;nnen.</p></li>
</ol>

<p>Dabei wird allerdings ein Problem, das im zitierten Handbuch des Futurelabs deutlich benannt wird, wahrscheinlich immer ein Problem bleiben, ohne dieses hier als Totschlagargument zu nutzen, sondern eher als einen ersten Hinweis, wie Jugendliche (nur Jugendliche?) Medien in und au&#223;erhalb der Schule m&#246;glicherweise erleben:</p>

<blockquote>“While children are experiencing a highly
seductive media environment outside school,
in school new technology use is restricted,
perhaps even considered banal by children
as failing to keep up with cutting edge
developments. In short, schools struggle
to compete with the slick and professional
presentations of the new media environment.”<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#footnote_3_1451" id="identifier_3_1451" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Curriculum and teaching innovation. Transforming classroom practice and personalisation , S. 33.">4</a></sup></a></blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" rel="bookmark" title="8. November 2010">Sch&#252;leraktivit&#228;t im Unterricht: Die Affenmetapher</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/03/16/handys-und-mp3-geraete-an-der-schule/" rel="bookmark" title="16. M&#228;rz 2009">Handys und MP3-Ger&#228;te an der Schule?</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/11/die-schueler-sind-zufrieden-ich-auch-erich-hammer-im-gespraech/" rel="bookmark" title="11. April 2009">„Die Sch&#252;ler sind zufrieden &#8211; ich auch“ – Erich Hammer im Gespr&#228;ch</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/08/17/nachdenken-ueber-guten-unterricht/" rel="bookmark" title="17. August 2010">Nachdenken &#252;ber (guten!) Unterricht</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/05/23/produktive-beratung-und-forderung-in-der-schule/" rel="bookmark" title="23. Mai 2011">Produktive Beratung und F&#246;rderung in der Schule</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.843 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy59"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Medienkompetenzen und Sch\u00fclerorientierung "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/04\/28\/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy59').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1451" class="footnote"><a href="http://www.futurelab.org.uk/about-us" target="_blank">Vgl. Futurelab Website – About us</a></li><li id="footnote_1_1451" class="footnote"><a href="www.lse.ac.uk/collections/media@lse/pdf/What_is_  media_literacy.doc " target="_blank">Sonia Livingston, What is media literacy, London</a></li><li id="footnote_2_1451" class="footnote"><a href="http://www.futurelab.org.uk/resources/publications-reports-articles/handbooks/Handbook1246" target="_blank">Curriculum and teaching innovation. Transforming classroom practice and personalisation , S. 35.</li><li id="footnote_3_1451" class="footnote"><a href="http://www.futurelab.org.uk/resources/publications-reports-articles/handbooks/Handbook1246" target="_blank">Curriculum and teaching innovation. Transforming classroom practice and personalisation , S. 33.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bibliothek/" title="Bibliothek" rel="tag">Bibliothek</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildungsdebatte/" title="Bildungsdebatte" rel="tag">Bildungsdebatte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/buecher/" title="Bücher" rel="tag">Bücher</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/gefunden/" title="gefunden" rel="tag">gefunden</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gegenwart/" title="Gegenwart" rel="tag">Gegenwart</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/inhaltsangabe/" title="Inhaltsangabe" rel="tag">Inhaltsangabe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/internet/" title="Internet" rel="tag">Internet</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugendliche/" title="Jugendliche" rel="tag">Jugendliche</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenzen/" title="Kompetenzen" rel="tag">Kompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/kompetenzenfoerderung/" title="Kompetenzenförderung" rel="tag">Kompetenzenförderung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenzenorientierter-unterricht/" title="kompetenzenorientierter Unterricht" rel="tag">kompetenzenorientierter Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenzenorientierung/" title="Kompetenzenorientierung" rel="tag">Kompetenzenorientierung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrer/" title="Lehrer" rel="tag">Lehrer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lektuere/" title="Lektüre" rel="tag">Lektüre</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/" title="lernen" rel="tag">lernen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lernen-durch-lehren/" title="Lernen durch Lehren" rel="tag">Lernen durch Lehren</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lesen/" title="lesen" rel="tag">lesen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/media-literarcy/" title="media literarcy" rel="tag">media literarcy</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/mediendidaktik/" title="Mediendidaktik" rel="tag">Mediendidaktik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkompetenz/" title="Medienkompetenz" rel="tag">Medienkompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medienkompetenz/" title="Medienkompetenz" rel="tag">Medienkompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medienkomptenzen/" title="Medienkomptenzen" rel="tag">Medienkomptenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkritik/" title="Medienkritik" rel="tag">Medienkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mensch/" title="Mensch" rel="tag">Mensch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/orientierung/" title="Orientierung" rel="tag">Orientierung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/phaidros/" title="Phaidros" rel="tag">Phaidros</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/politik/" title="Politik" rel="tag">Politik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/positionen/" title="Positionen" rel="tag">Positionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/qualitaet/" title="Qualität" rel="tag">Qualität</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/roman/" title="Roman" rel="tag">Roman</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schreiben/" title="schreiben" rel="tag">schreiben</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schrift/" title="Schrift" rel="tag">Schrift</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schule/" title="Schule" rel="tag">Schule</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schueler/" title="Schüler" rel="tag">Schüler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schuelerinnen/" title="Schülerinnen" rel="tag">Schülerinnen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sokrates/" title="Sokrates" rel="tag">Sokrates</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/statistik/" title="Statistik" rel="tag">Statistik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/lernen/vernetzen/" title="vernetzen" rel="tag">vernetzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/video/" title="Video" rel="tag">Video</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/web-20/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissenschaft/" title="Wissenschaft" rel="tag">Wissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/wissenserwerb/" title="Wissenserwerb" rel="tag">Wissenserwerb</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Herausforderung Medienp&#228;dagogik</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/03/12/herausforderung-medienpaedagogik/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/03/12/herausforderung-medienpaedagogik/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 21:12:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendidaktik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsselkompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=1260</guid>
		<description><![CDATA[Resume: Dass die Nutzung digitaler Medien (nicht nur von Kindern und Jugendlichen) mit Risiken verbunden ist, die von Fragen des Datenschutzes bis hin zum Jugendschutz reichen, kann als unstrittig angesehen werden. Um die Frage, wie mit diesen Risiken umgegangen werden &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/03/12/herausforderung-medienpaedagogik/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>R</em></strong><em><strong>esume</strong>: Dass die Nutzung digitaler Medien (nicht nur von Kindern und Jugendlichen) mit Risiken verbunden ist, die von Fragen des Datenschutzes bis hin zum Jugendschutz reichen, kann als unstrittig angesehen werden. </em></p>

<p><em>Um die Frage, wie mit diesen Risiken umgegangen werden kann (in der Politik, im Alltag des einzelnen Medienbenutzers, in medienp&#228;dagischen Kontexten etc.) gibt es hingegen reichlich Streit. Aus diesem Grunde versuche ich in diesem Beitrag eine Position und sich daraus ergebende Handlungsoptionen zu entwickeln, die die Risiken der Mediennutzung ernst nehmen, ohne die Notwendigkeit aus dem Blick zu verlieren, dass p&#228;dagogisches Handeln auch damit umgehen muss, dass digitale Medien mit immer gr&#246;&#223;erer Selbstverst&#228;ndlichkeit im Privatleben und Beruf nicht nur eingesetzt werden sondern der kompetente Umgang mit diesen Medien immer st&#228;rker auch vorausgesetzt wird.<span id="more-1260"></span></em></p>

<p>In unregelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden gibt es Debatten um die Rolle von digitalen Medien, insbesondere des Internets und von Gewalt»spielen« (Killer»spielen«) im Zusammenhang mit gewaltt&#228;tigem Verhalten insbesondere Jugendlicher.</p>

<p>Es kann als unbestritten angesehen werden, dass der Umgang mit neuen Medien (Internet, Mobiltelefonen mit Kamera und Internetzugang etc.) f&#252;r Jugendliche mit Risiken verbunden ist. Diese bestehen insbesondere aus</p>

<ol>
    <li>dem oft unkontrollierten Zugang zu Internetseiten mit jugendgef&#228;hrdenden Inhalten – auch aus Mangel an (technisch sicher nicht immer idealen und perfekten und auch die auf Vertrauen basierende Erziehung zum angemessenen Umgang mit dem Internet nicht ersetzen k&#246;nnenden) Jugendschutzfiltern auf heimischen Rechnern;</li>
    <li>der Nutzung von »Spielen« mit Gewaltdarstellungen oder sog. »Ego-Shooter«, aber auch von Online-Spielen mit Suchtpotential (am bekanntesten ist hier »World of Warcraft«);</li>
    <li>der Gef&#228;hrdung von Jugendlichen in Online-Chats durch Fake-Profile, die eine Person vorgaukeln, die nicht real existiert (bis hin zur sexuellen Bel&#228;stigung);</li>
    <li>dem mit der Ver&#246;ffentlichung von Daten, Bildern und Videos auf Onlineplattformen (z. B. schuelervz; myspace; facebook etc.) verbundenem Risiko, sich selbst durch Leichtsinn zu sch&#228;digen (Datenmissbrauch; Ver&#246;ffentlichung von Fotos, die m&#246;gliche Arbeitgeber von der Einstellung Abstand nehmen lassen etc).</li>
</ol>

<p>Diese Ph&#228;nomene f&#252;hren zu der Frage, wie P&#228;dagogen und P&#228;dagoginnen, Lehrerinnen und Lehrer und alle an der Erziehung von Kindern und Jugendlichen beteiligten Personen zuk&#252;nftig mit den Herausforderungen umgehen, die mit der Nutzung der genannten Medien durch Kinder und Jugendliche verbunden sind.</p>

<p>Eine naheliegende Option: Verbot oder ein »Unsichtbarkeitsgebot« z. B. in Schulen f&#252;r Sch&#252;ler-Handys, Sch&#252;ler-MP3-Player (die h&#228;ufig auch mit der M&#246;glichkeit zum Anschauen, nicht aber zum Aufnehmen von Videos ausgestattet sind.), Sch&#252;ler-Laptops und zuk&#252;nftig auch f&#252;r die gerade in Mode kommenden Klein-Laptops mit direktem Internetzugang (sog. Netbooks).</p>

<p>Ein solch restriktives Vorgehen wird in der medienp&#228;dagogischen Debatte jedoch auch kritisch betrachtet:</p>

<blockquote>»(Medien)p&#228;dagogisch sind derartige Verbote als problematisch und wenig wirksam anzusehen. Mal abgesehen von der Unm&#246;glichkeit der generellen Durchsetzung des Handyverbotes bietet die Grenz&#252;berschreitung der Verbote einen zus&#228;tzlichen Anreiz, dies zu umgehen. Derartige Verbote &#228;ndern auch nichts an den Ursachen der Entstehung, Verbreitung und Konsumierung von Gewalt- und Pornographiedarstellung per Handy. Ein Handyverbot in der Schule sch&#252;tzt Kinder und Jugendliche auch nicht, wenn sie dann au&#223;erhalb der Schule mit problematischen Inhalten konfrontiert werden.« (<a href="http://www.schulen-ans-netz.de/themen/medienkritik/handys.php" target="_blank">Themendienst von Schulen ans Netz, Nr. 4 – Dezember 2006)</a></blockquote>

<p>Wie aber k&#246;nnte der Umgang mit dem Wissen um die Risiken der Mediennutzung insbesondere durch Jugendliche in p&#228;dagogischen Kontexten aussehen? Hier besteht nach wie vor Diskussionsbedarf – und so verstehe ich die folgenden Vorschl&#228;ge auch als Beitrag zu einer Diskussion, von der ich mir auch f&#252;r mich selbst weiter Erkenntnisse erhoffe.</p>

<p>Hintergrund der folgenden Vorschl&#228;ge ist meine &#220;berzeugung, dass medienp&#228;dagogisches Handeln – und in diesem Kontext beispielsweise auch der Erziehungsauftrag von Schule –  die F&#246;rderung  des verantworteten Umgangs mit Medien beinhalten muss, die den Alltag im Studium, im Beruf und im Privatleben bereits heute (und in Zukunft voraussichtlich noch viel st&#228;rker) wie selbstverst&#228;ndlich pr&#228;gen (werden). Meine Vorschl&#228;ge nehmen dabei insbesondere den schulischen Kontext medienp&#228;dagogischen Handelns in den Blick:</p>

<ol>
    <li><em>Pr&#228;vention durch Aufkl&#228;rung &#252;ber Risiken:</em> Aufkl&#228;rung z. B. &#252;ber rechtliche Fragen im Umgang mit Bildern und Audiodateien im Internet (Recht am eigenen Bild, Urheberrecht) so fr&#252;h wie m&#246;glich, z. B. im Zusammenhang mit dem sog. Computerf&#252;hrerschein, der oft schon in der Grundschule eine Rolle spielt. Diese Aufkl&#228;rung muss dar&#252;ber hinaus wiederholt in passenden Kontexten die gesamte Schullaufbahn von Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern begleiten (z.B. in den Klassen 5, 7, 9 und an Gymnasien auch z. B. im ersten Jahr der Sekundarstufe II), wobei auch auf die m&#246;glichen strafrechtlichen Konsequenzen von medial gest&#252;tztem Verhalten hingewiesen werden muss, da viele Jugendliche &#252;ber diese Aspekte des Gebrauchs von Medien keine Kenntnisse haben. Aufkl&#228;rung &#252;ber M&#246;glichkeiten des »sicheren Surfens« (Suchmaschinen f&#252;r Kinder, Einsatz von Jugendschutzfiltern auf heimischen PCs) sowohl der Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler als auch der Eltern und Erziehungsberechtigten m&#252;ssen diese Aufkl&#228;rungsarbeit erg&#228;nzen.</li>
    <li><em>Pr&#228;vention durch kritische Besch&#228;ftigung mit digitalen Medien:</em> Integration und kritische Reflexion der von Jugendlichen genutzten Kommunikationswege (SMS, MMS, Chat, schuelervz, myspace, facebook, skype etc.) in allen Jahrgangsstufen, wobei zu &#252;berlegen ist, wo diese Themen im Lehrplan und im Curriculum der Schulen sinnvoll angesiedelt werden k&#246;nnen, vermutlich insbesondere in den F&#228;chern Informatik, Deutsch, Politik und Wirtschaft, katholische und evangelische Religionslehre, Ethik (aber auch in den Fremdsprachen, in Physik…)</li>
    <li><em>Pr&#228;vention durch produktiven und medienp&#228;dagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien und somit der F&#246;rderung von Medienkompetenz:</em> Durchf&#252;hrung von Unterrichtsprojekten, die den produktiven Umgang mit den von Jugendlichen genutzten digitalen Medien integrieren (Beispiele zum Einsatz von Handys in den F&#228;chern Deutsch, Franz&#246;sisch, Spanisch, PoWi, Mathematik und Kunst finden sich im Internet auf <a href="http://www.lehrer-online.de/handy.php" target="_blank">lehrer-online</a>). Aber auch die produktive Nutzung digitaler Medien durch die Schulen und, so es den pers&#246;nlichen Interessen entspricht, auch durch Lehrerinnen und Lehrer (&#228;quivalent gilt das nat&#252;rlich auch f&#252;r andere p&#228;dagogische Einrichtungen und Berufe).</li>
    <li><em>Sanktion bei missbr&#228;uchlicher Nutzung digitaler Medien:</em> Konsequentes Handeln bei Bekanntwerden von missbr&#228;uchlicher Nutzung digitaler Medien, z. B. im Kontext einer Schule (Videoaufzeichnungen, die Pers&#246;nlichkeitsrechte tangieren bzw.  nicht im Kontext von Unterrichtsprojekten gemacht werden; Onlinestellen von Bildern, bei denen das Recht am eigenen Bild nicht ber&#252;cksichtigt wird; Tausch von urheberrechtlich gesch&#252;tztem Material (Musik) &#252;ber Bluetooth etc.).</li>
</ol>

<p>Diese Ideen verstehen sich nur als Vorschlag eines Rahmens, in dem der Umgang mit digitalen Medien in p&#228;dagogischen Kontexten stattfinden k&#246;nnte. Diese Ideen erheben dabei keinen Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit und k&#246;nnen gerne per Kommentar zu diesem Artikel erg&#228;nzt werden.</p>

<p>Au&#223;erdem habe ich bewusst auf eine Konkretisierung der Ideen verzichtet, weil die Entwicklung von konkreten Konzepten, Unterrichtsmodellen etc. an die jeweils konkreten Kontexte angebunden werden muss und bestimmt zu ganz unterschiedlichen Umsetzungen f&#252;hrt, die, so ein Austausch &#252;ber solche Konzepte stattfindet, einander erg&#228;nzen, bereichern oder kritisch reflektieren k&#246;nnen.</p>

<p>Sollte es bereits konkrete Erfahrungen mit solchen Konzepten geben, sowohl positive Erfahrungen als auch Erfahrungen mit Konzepten, die nicht gelungen bzw. der Nachjustierung bedurften, so w&#252;rde ich mich auch hier &#252;ber entsprechende Kommentare freuen, die diesen Eintrag und die Diskussion ums Thema konstruktiv weiterbringen k&#246;nnen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/01/19/prof-dr-martin-ist-pensioniert-und-wird-noch-immer-klueger/" rel="bookmark" title="19. Januar 2010">Prof. Dr. Martin ist pensioniert und wird noch immer kl&#252;ger…</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/06/28/die-bildungsfrage-als-medienfrage/" rel="bookmark" title="28. Juni 2009">Die Bildungsfrage als Medienfrage</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/03/16/handys-und-mp3-geraete-an-der-schule/" rel="bookmark" title="16. M&#228;rz 2009">Handys und MP3-Ger&#228;te an der Schule?</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/19/lehrende-im-selbstversuch-neue-formen-selbstverantworteten-lernens/" rel="bookmark" title="19. April 2009">Lehrende im Selbstversuch: Neue Formen selbst verantworteten Lernens</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/27/uberlegungen-zur-medienpadagogik/" rel="bookmark" title="27. M&#228;rz 2011">&#220;berlegungen zur Medienp&#228;dagogik</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 3.954 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy62"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Herausforderung Medienp\u00e4dagogik "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/03\/12\/herausforderung-medienpaedagogik\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy62').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/chat/" title="Chat" rel="tag">Chat</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/datenschutz/" title="Datenschutz" rel="tag">Datenschutz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erziehung/" title="Erziehung" rel="tag">Erziehung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/internet/" title="Internet" rel="tag">Internet</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugendliche/" title="Jugendliche" rel="tag">Jugendliche</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugendschutz/" title="Jugendschutz" rel="tag">Jugendschutz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenzen/" title="Kompetenzen" rel="tag">Kompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrer/" title="Lehrer" rel="tag">Lehrer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/mediendidaktik/" title="Mediendidaktik" rel="tag">Mediendidaktik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkompetenz/" title="Medienkompetenz" rel="tag">Medienkompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkritik/" title="Medienkritik" rel="tag">Medienkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schluesselkompetenzen/" title="Schlüsselkompetenzen" rel="tag">Schlüsselkompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schule/" title="Schule" rel="tag">Schule</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schueler/" title="Schüler" rel="tag">Schüler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/video/" title="Video" rel="tag">Video</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/03/12/herausforderung-medienpaedagogik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Wer sich einen »Wilhelm« vormachen l&#228;sst</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/02/12/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/02/12/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 23:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildblog]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Wikis]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftler]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=1127</guid>
		<description><![CDATA[Resume: Wissenskonstruktion in vernetzten Strukturen ist von ethischen Voraussetzungen im Umgang mit Wissen abh&#228;ngig. Die bewusste Falscheingabe von Wissensbest&#228;nden in Plattformen zur gemeinsamen Wissenskonstruktion ist deshalb mindestens genau so kritisch zu betrachten, wie die unreflektierte und un&#252;berpr&#252;fte &#220;bernahme dieses Wissens &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/12/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Resume:</strong> <em>Wissenskonstruktion in vernetzten Strukturen ist von ethischen Voraussetzungen im Umgang mit Wissen abh&#228;ngig. Die bewusste Falscheingabe von Wissensbest&#228;nden in Plattformen zur gemeinsamen Wissenskonstruktion ist deshalb mindestens genau so kritisch zu betrachten, wie die unreflektierte und un&#252;berpr&#252;fte &#220;bernahme dieses Wissens durch Journalisten oder Wissenschaftler. An die Stelle des Feixens &#252;ber auf solche Fehlinformationen hereingefallen – und so ihre reduzierten Recherchen offenbarenden  – Journalisten sollte an dieser Stelle eine Diskussion &#252;ber eine Ethik der Wissenskonstruktion im Netz treten.
</em></p>

<p>Wer ist nun eigentlich der Schlimmere? Jener <a href="http://www.bildblog.de/5695/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/" target="_blank">anonyme Wikipedia-Manipulator / jene anonyme Wikipedia-Manipulatorin</a>, der / die dem neuen Bundeswirtschaftsminister von Guttenberg einen zus&#228;tzlichen Vornamen (Wilhelm) unterjubelte oder jene <a href="http://www.bildblog.de/5731/wilhelm-ii/" target="_blank">Schar von Journalisten und Journalistinnen</a>, die Wikipedia als Recherchequelle nutzt und dort abschreibt?</p>

<p>W&#228;hrend nun viel &#252;ber die mangelnden Recherchqualit&#228;ten der deutschen Qualit&#228;tspresse gefeixt wird, scheint sich kaum jemand &#252;ber jenen anonymen, dem <a href="http://www.bildblog.de" target="_blank">Bildblog</a> jedoch namentlich bekannten, Internetbenutzer zu &#228;rgern. Es ist bestimmt kein Zufall, dass jener Wikipedia-Mitschreiber seinen Namen nicht nennen will. Hier wurde eines der in meinen Augen wichtigsten Netiquette mit F&#252;&#223;en getreten, der jeder ernsthaft an der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsame_Wissenskonstruktion" target="_blank">Wissenkonstruktion</a> im Netz beteiligte Autor unterworfen sein sollte: Aufrichtige Gewissenhaftigkeit! – Und das nicht erst im Nachhinein &#246;ffentlichkeitswirksam im Bildblog.</p>

<p>Ja, Fehler k&#246;nnen passieren. Bewusst konstruierte Fehler aber geben keinerlei Anlass &#252;ber andere zu feixen, auch wenn es nat&#252;rlich interessant ist, in wie vielen Medien diese Fehler &#252;bernommen wurde! Das gibt einen tiefen Einblick in eine Recherchepraxis, die die gesamte Medienlandschaft durchzieht. Es scheint manchmal so, als schrieben auch Journalisten und Journalistinnen in vielen F&#228;llen einfach voneinander oder aus gleichen Quellen ab, so dass sich keine Vielfalt sondern vor allem <a href="http://lexikon.meyers.de/wissen/Redundanz+(Sachartikel)+Sprache%2C+Schriften" target="_blank">Redundanz </a>entwickelt.</p>

<p>Die gemeinsame Konstruktion von Wissen ist darauf angewiesen, dass alle an ihr Beteiligten nach bestem Wissen und Gewissen sorgf&#228;ltig mit den jeweils selbst beigetragenen Wissensteilen umgehen. Trotz Sichtungsmechanismen ist dies in Wikis leider nicht zu garantieren. Hier greift so etwas wie eine Ethik des Schreibens im Internet, die meines Erachtens nicht unter der Journalistenethik steht. Anders kann die Konstruktion von Wissen im Netz nicht funktionieren.</p>

<p>Die offene Struktur solcher Wissenbildungsprozesse kann nicht sicherstellen, dass nur solche Menschen im Netz schreiben, die sorgf&#228;ltig mit Wissen umgehen und sich Gedanken &#252;ber die Bedeutung des Netzes f&#252;r die moderne Wissensgesellschaft machen. Das ist ja der Grund, warum ich Wikipedia und viele andere Seite im Internet z.B. f&#252;r die Generierung von Wissen in Schule und Unterricht nur bedingt f&#252;r geeignet halte.</p>

<p>Und da sind wir beim n&#228;chsten Problem: Das Internet wird nach wie vor als Konsum-Medium genutzt. Verantwortete <a href="http://www.heise.de/newsticker/Web-2-0-hat-noch-nicht-die-Massen-aktiviert--/meldung/132355" target="_blank">Vernetzung zum Zwecke der Wissensbildung ist nach wie vor eher die Ausnahme</a>. Es ist nach wie vor so, dass eigentlich nur der oder die mit Gewinn im Netz recherchieren kann, der oder die Kriterien entwickelt hat, anhand derer er oder sie Informationen einsch&#228;tzen und bewerten kann, die ihm oder ihr dort vorgesetzt werden.</p>

<p>Trotz der relativ hohen Qualit&#228;t von kollektiv konstruiertem Wissens, dessen ber&#252;hmtestes Beispiel Wikipdedia ist, das durch die gegenseitige Kontrolle der am Wissensbildkonstruktionsprozess beteiligten Personen erreicht wird, die (unbewusst gesetzte) Fehler in der Regel schnell korrigieren, kommen wir um die Aufforderung der Aufkl&#228;rung auch heute nicht herum, dass man sich trauen solle, sich des eigenen Verstandes zu bedienen (sapere aude), statt in voraufkl&#228;rerischer Unm&#252;ndigkeit auf die &#220;berpr&#252;fung von Wissen zu verzichten, auch wenn dies en Detail in vielen F&#228;llen nahezu unm&#246;glich ist.</p>

<p>Ja, auch ich w&#228;re auf den Hoax mit dem untergejubelten »Wilhelm« hereingefallen. Das nur, damit mir keiner Selbstgerechtigkeit vorwerfen kann. Deshalb bin ich auf die betroffenen Medien auch fast nicht b&#246;se; wenig Humor habe ich aber gegen&#252;ber dem Verursacher oder der Verursacherin dieses bewusst gesetzten Fehlers. (Warum gehen eigentlich nahezu alle, zumindest sprachlich, davon aus, dass es sich um einen m&#228;nnlichen Autor gehandelt hat?) Gerade weil wir uns in eine gewisse Selbtsverst&#228;ndichkeit im Umgang mit Informationen aus dem Netz begegeben haben, ist es um so wichtiger, dass m&#246;glichst alle dort schreibenden Personen ernst nehmen, dass das Netz zu einem wichtigen Ort der Information und Wissenskonstruktion geworden ist.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/11/web-20-eine-paedagogische-herausforderung/" rel="bookmark" title="11. Februar 2009">Web 2.0 &#8211; eine p&#228;dagogische Herausforderung?</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/13/vernetzt-lernen-im-web-20/" rel="bookmark" title="13. Februar 2009">Vernetzt – Lernen im Web 2.0</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/31/schmoeker-schnipsel-nudin-der-wissbegierige-oder-die-langeweile-des-allwissens/" rel="bookmark" title="31. August 2008">Schm&#246;ker-Schnipsel – Nudin der Wissbegierige oder: Die Langeweile des »Allwissens«</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/14/1153/" rel="bookmark" title="14. Februar 2009">Vernetzt – Lernen im Web 2.0 (Teil 2)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/27/herrn-larbigs-bibliothek-1-rainald-goetz-abfall-fuer-alle/" rel="bookmark" title="27. Oktober 2009">Herrn Larbigs Bibliothek 1: Rainald Goetz – Abfall f&#252;r alle</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 5.466 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy65"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Wer sich einen \u00bbWilhelm\u00ab vormachen l\u00e4sst "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2009\/02\/12\/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy65').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildblog/" title="Bildblog" rel="tag">Bildblog</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/blog/" title="Blog" rel="tag">Blog</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/ethik/" title="Ethik" rel="tag">Ethik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/internet/" title="Internet" rel="tag">Internet</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/journalismus/" title="Journalismus" rel="tag">Journalismus</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/medien/" title="Medien" rel="tag">Medien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/medien/medienkritik/" title="Medienkritik" rel="tag">Medienkritik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/notizen/" title="Notizen" rel="tag">Notizen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/qualitaet/" title="Qualität" rel="tag">Qualität</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sprache/" title="Sprache" rel="tag">Sprache</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/web-20/" title="Web 2.0" rel="tag">Web 2.0</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wikipedia/" title="Wikipedia" rel="tag">Wikipedia</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wikis/" title="Wikis" rel="tag">Wikis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissenschaftler/" title="Wissenschaftler" rel="tag">Wissenschaftler</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2009/02/12/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
	</item>
		<item>
		<title>Faust 1 – Die Gretchenfrage (Marthens Garten – Verse 3414–3543)</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2008/11/10/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2008/11/10/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 23:22:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Faust 1]]></category>
		<category><![CDATA[Faust 1. Teil]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[»Schul«-Lektüren]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[französische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Gretchenfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Himmel]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Mephistophles]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>
		<category><![CDATA[Religiosität]]></category>
		<category><![CDATA[Restauration]]></category>
		<category><![CDATA[Sturm und Drang]]></category>
		<category><![CDATA[Subjekt]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=591</guid>
		<description><![CDATA[Faust 1 – Die Gretchenfrage (Marthens Garten – Verse 3414–3543) von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Goethes »Faust – Der Trag&#246;die erster Teil« kann als eine Auseinandersetzung mit dem Ungen&#252;gen des &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2008/11/10/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" /></a><br /><span xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" href="http://purl.org/dc/dcmitype/Text" property="dct:title" rel="dct:type">Faust 1 – Die Gretchenfrage (Marthens Garten – Verse 3414–3543)</span> von <a xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#" href="http://herrlarbig.de/?p=591" property="cc:attributionName" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</em></p>

<p>Goethes »Faust – Der Trag&#246;die erster Teil« kann als eine Auseinandersetzung mit dem Ungen&#252;gen des &#252;berlieferten und anerkannten Wissens gelesen werden, eine Auseinandersetzung, die in der sogenannten »Gretchenfrage« auf den Punkt gebracht wird:</p>

<blockquote>»Nun sag, wie hast du&#8217;s mit der Religion?« (V 3415)</blockquote>

<p>Religion steht hier f&#252;r all das, was Gretchen in ihrem Leben als Ma&#223;stab des Handelns ansieht, als Orientierung in ethischen Fragen und im ganz allt&#228;glichen Leben.</p>

<p>Es geht in der Gretchenfrage also um das Selbstverst&#228;ndnis Fausts als Menschen. Es ist keine »<a href="http://lexikon.meyers.de/wissen/Gretchenfrage" target="_blank">Gewissensfrage</a>« im traditionellen Sinn, sondern die Frage nach der Norm, nach der ein Mensch sein Leben ausrichtet.<span id="more-591"></span></p>

<p>F&#252;r Gretchen ist die Antwort auf diese Frage klar: Der kirchlich gepr&#228;gte Glaube an Gott bildet die Norm, nach der ein Mensch zu leben habe.</p>

<p>Faust hingegen zeigt sich dieser institutionalisierten Religiosit&#228;t gegen&#252;ber skeptisch:</p>

<blockquote>»Ich habe keinen Namen / Daf&#252;r!« (V 3455f)</blockquote>

<p>Fausts Skepsis richtet sich gegen ein allzu klares Wissen dessen, was er selbst als etwas erfahren hat, das sein Wissen &#252;bersteigt. Er will wissen, was die Welt im Innersten zusammenh&#228;lt, will sich nicht mit den vorgefertigten Antworten der Wissenschaft und der Religion begn&#252;gen. Wenn es um Religion und Gott geht, dann ist alles Wissen »Umnebelnd Himmelsglut« (V 4358).</p>

<p>Doch Faust will wissen. Deshalb hat er sich mit Mephistopheles eingelassen, auch wenn er zunehmend erkennt, dass dieser ihn auf Bahnen f&#252;hrt, die v&#246;llig au&#223;erhalb der gesellschaftlichen Norm f&#252;hren. Margarete erkennt dies intuitiv. (V 3471–3493)</p>

<p>Die <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=gretchenfrage&amp;btnG=Suche&amp;meta=cr%3DcountryDE" target="_blank">sprichw&#246;rtlich gewordene »Gretchenfrage«</a> ist also eine Frage nach den Kriterien, an denen Faust sein Leben ausrichtet, nach den ethischen Normen, denen er folgt und letztlich eine Frage, nach der Akzeptanz gesellschaftlicher Regeln durch Faust.</p>

<p>Faust h&#228;lt diese Regeln f&#252;r unangemessen. Und doch sind es genau diese Regeln, die Gretchen zuletzt den Tod bringen werden und Faust schuldig werden lassen. Faust wird von Mephistopheles auf Bahnen gef&#252;hrt, die au&#223;erhalb aller gesellschaftlicher Normen liegen. Doch damit werden gleichzeitig diese Normen in Frage gestellt.</p>

<p>M&#246;glicherweise spiegelt sich in diesem Konflikt wider, was die Zeit ausmachte, in der Goethe am Faust arbeitete: Der <a href="http://www.pohlw.de/literatur/epochen/stdrang.htm" target="_blank">Sturm und Drang</a> gab dem subjektiven Gef&#252;hl Bedeutung (»Gef&#252;hl ist alles« – V 3456), die <a href="http://www.zum.de/Faecher/G/BW/neuzeit/frzrev/fr1.htm" target="_blank">franz&#246;sische Revolution </a>und die <a href="http://www.pohlw.de/literatur/epochen/aufklaer.htm" target="_blank">Aufkl&#228;rung</a> stellten die normative Bedeutung der Religion in Frage, die <a href="http://kriegundfrieden.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,2026097,00.html?dr=1" target="_blank">Restauration</a> versuchte, »neue Werte« zu schaffen und dem ins Wanken geratene gesellschaftlichem System wieder Halt zu geben.</p>

<p>Faust spiegelt vor diesem Hintergrund auch die Zerissenheit der Intellektuellen der Zeit wider. Die Gretchenfrage w&#228;re vor dem Hintergrund eines solchen Verst&#228;ndnisses dann auch eine Frage an die Zeit, in der Goethe lebte.</p>

<p>Sprichw&#246;rtlich aber wurde die Frage, weil sie sich an jede Generation neu wendet. Die Gretchenfrage fordert dazu heraus, sich selbst Rechenschaft abzugeben, nach welchen Kritierien das eigene Leben gestaltet wird: Auf welcher Basis steht die Moral, welche Ma&#223;st&#228;be gelten f&#252;r das eigene Handeln und wie gehen wir mit der Erfahrung um, dass es Fragen gibt, die die F&#228;higkeiten empirischer Wissenschaften &#252;bersteigen?<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/10/faust-1-nacht-nachts-in-einem-hoch-gewoelbten-engen-gotischen-zimmer-gelehrtentragoedie-1-verse-354521/" rel="bookmark" title="10. September 2008">Faust 1: Nacht – »Nachts in einem hoch gew&#246;lbten, engen gotischen Zimmer.« (Gelehrtentrag&#246;die 1 – Verse 354–521)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/15/faust-1-wagner-und-faust-nacht-osterspaziergang/" rel="bookmark" title="15. September 2008">Faust 1 – Wagner und Faust (Nacht, Osterspaziergang)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/10/01/faust-1-verweile-doch-du-bist-so-schoen-v-1700/" rel="bookmark" title="1. Oktober 2008">Faust 1 – Verweile doch, du bist so sch&#246;n (V 1700)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/" rel="bookmark" title="26. August 2008">Faust 1 – Zueignung (Vers 1–32)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/18/vom-scheitern-bruder-paulus-im-gespraech-mit-konstantin-wecker/" rel="bookmark" title="18. Januar 2009">Vom Scheitern: Bruder Paulus im Gespr&#228;ch mit Konstantin Wecker</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 3.895 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy68"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Faust 1 \u2013 Die Gretchenfrage (Marthens Garten \u2013 Verse 3414\u20133543) "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2008\/11\/10\/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy68').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ -->
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/faust-1/" title="Faust 1" rel="tag">Faust 1</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/faust-1/" title="Faust 1" rel="tag">Faust 1</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/faust-1-teil/" title="Faust 1. Teil" rel="tag">Faust 1. Teil</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/franzoesische-revolution/" title="französische Revolution" rel="tag">französische Revolution</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gesellschaft/" title="Gesellschaft" rel="tag">Gesellschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/goethe/" title="Goethe" rel="tag">Goethe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gott/" title="Gott" rel="tag">Gott</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gretchenfrage/" title="Gretchenfrage" rel="tag">Gretchenfrage</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/himmel/" title="Himmel" rel="tag">Himmel</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/leben/" title="Leben" rel="tag">Leben</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mensch/" title="Mensch" rel="tag">Mensch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mephistophles/" title="Mephistophles" rel="tag">Mephistophles</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/orientierung/" title="Orientierung" rel="tag">Orientierung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/regeln/" title="Regeln" rel="tag">Regeln</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/religiositaet/" title="Religiosität" rel="tag">Religiosität</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/restauration/" title="Restauration" rel="tag">Restauration</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sturm-und-drang/" title="Sturm und Drang" rel="tag">Sturm und Drang</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/subjekt/" title="Subjekt" rel="tag">Subjekt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/tod/" title="Tod" rel="tag">Tod</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/welt/" title="Welt" rel="tag">Welt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissenschaft/" title="Wissenschaft" rel="tag">Wissenschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/" title="»Schul«-Lektüren" rel="tag">»Schul«-Lektüren</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2008/11/10/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Faust 1: Zueignung, Vorspiel auf dem Theater, Prolog im Himmel</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2008/09/04/goethes-faust-zueignung-vorspiel-auf-dem-theater-prolog-im-himmel/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2008/09/04/goethes-faust-zueignung-vorspiel-auf-dem-theater-prolog-im-himmel/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 20:41:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Faust 1]]></category>
		<category><![CDATA[Faust 1. Teil]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[»Schul«-Lektüren]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Engel]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Hiob]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[literarische Motive]]></category>
		<category><![CDATA[Mephistopheles]]></category>
		<category><![CDATA[Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Prolog im Himmel]]></category>
		<category><![CDATA[Raffael]]></category>
		<category><![CDATA[Stanze]]></category>
		<category><![CDATA[Vorspiel auf dem Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Zueignung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=203</guid>
		<description><![CDATA[Faust 1: Zueignung, Vorspiel auf dem Theater, Prolog im Himmel von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Warum kann Goethe mit dem »Faust« nicht einfach anfangen? 353 Verse braucht er, bis endlich &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2008/09/04/goethes-faust-zueignung-vorspiel-auf-dem-theater-prolog-im-himmel/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" /></a><br /><span xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" href="http://purl.org/dc/dcmitype/Text" property="dct:title" rel="dct:type">Faust 1: Zueignung, Vorspiel auf dem Theater, Prolog im Himmel</span> von <a xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#" href="http://herrlarbig.de/?p=203" property="cc:attributionName" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</em></p>

<p>Warum kann <a href="http://www.goethezeitportal.de/" target="_blank">Goethe</a> mit dem »<a href="http://www.hamburger-bildungsserver.de/welcome.phtml?unten=/faecher/deutsch/autoren/goethe/" target="_blank">Faust</a>« nicht einfach anfangen? 353 Verse braucht er, bis endlich »Der Trag&#246;die erster Teil« beginnt und Faust selbst mit den Worten »Habe nun, ach! Philosophie, / Juristerei und Medizin, / Und leider auch Theologie / Durchaus studiert, mit hei&#223;em Bem&#252;hn. / Da steh ich nun ich armer Tor! / Und bin so klug als wie zuvor;« (V354–359) auftreten darf.</p>

<p>Bis dahin muss sich der Leser durch eine »<a title="interner Link" href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/" target="_blank">Zueignung</a>«, ein »Vorspiel auf dem Theater« und auch noch einen »Prolog im Himmel« hindurch lesen. Erst dann darf das Klagelied des Gelehrten beginnen, dessen Wissen bis an die Grenzen des Wissens vorgedrungen ist – und ihn doch nicht zufriedenstellen kann. – Was haben die drei »Vorworte« damit zu tun?<span id="more-203"></span></p>

<p>Um es gleich zu sagen: Zur Handlung des  »Faust« geh&#246;rt nur der Prolog im Himmel; die  »Zueignung« und das  »Vorspiel auf dem Theater« sind eher  »pers&#246;nliche« Reflexionen des Dichters bez&#252;glich eines Werkes, das ihn &#252;ber viele Jahrzehnte besch&#228;ftigt hat und entsprechend auch Erfahrungen und &#220;berlegungen angeregt hat, die &#252;ber die eigentliche Dramenhandlung hinaus gehen – und doch irgendwie mit ihr zu tun haben.</p>

<h3>Die »Zueignung« (V 1–32)</h3>

<p>Die  »Zueignung« ist eine pers&#246;nliche Reflexion auf das Verh&#228;ltnis des Autors zu seinem Werk, in einer Phase, da er es wieder zur Hand nimmt (vgl. Beitrag zur »<a title="interner Link" href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/" target="_blank">Zueignung</a>« auf dieser Seite). Dabei bedient sich Goethe der »feierlich-klangvollen Form der <a href="http://lexikon.meyers.de/meyers/Stanze" target="_blank">Stanze</a>«<sup><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/04/goethes-faust-zueignung-vorspiel-auf-dem-theater-prolog-im-himmel/#footnote_0_203" id="identifier_0_203" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Erich Trunz (Hrsg.), Goethes Werke Band 3, Dramatische Dichtungen 1, M&amp;#252;nchen 1998, S. 505. &ndash; Die Stanze ist eine Strophenform, die ihren Ursprung in der italienischen Dichtung hat. Das Wort &raquo;stanza&laquo; hei&amp;#223;t &amp;#252;bersetzt &raquo;Strophe&laquo;. Der mit dieser Strophenform erzeugte Klang wird als ein besonders poetischer angesehen, so dass sie auch als &raquo;Zuhause&laquo; poetischer Gedanken betrachtet wird und dabei einen feierlichen Klang bekommt. Die Stanze, die im 17. Jahrhundert in die deutschsprachige Dichtung &amp;#252;bernommen wurde, besteht in der Regel aus acht Versen mit dem Reimschema abababcc, wobei die a-Verse eine weibliche Endung (Kadenz), die b- und c-Verse hingegen eine m&amp;#228;nnliche Kadenz aufweisen. Die a- und c-Verse umfassen dabei elf, die b-Verse zehn Silben.">1</a></sup></p>

<p>Die Rahmen- oder auch Eck–Strophen greifen das Verh&#228;ltnis des Dichters (genauer: des lyrischen Ichs, das hier aber guten Gewissens mit Goethe identifiziert werden kann) zu seiner Dichtung selbst auf; in den Binnen-Strophen stehen Beziehungen zu Mitmenschen im Zentrum, wobei ein eher melancholischer Tonfall vernehmbar wird.</p>

<h3>»Vorspiel auf dem Theater« (V 33–242)</h3>

<p>Das »Vorspiel auf dem Theater« thematisiert das Verh&#228;ltnis von Dichtung und Publikum aus drei unterschiedlichen Perspektiven: Der Direktor hat nat&#252;rlich Interesse daran, dass das Gesch&#228;ft l&#228;uft. Ohne dieses Interesse k&#246;nnte er keine Miete bezahlen, keine Schauspieler engagieren – und nat&#252;rlich auch pers&#246;nlich kein Gesch&#228;ft machen. (V 49–56).</p>

<p>Dar&#252;ber hinaus ist der Direktor bereit, dem Publikumsgeschmack so weit wie nur m&#246;glich entgegen zu kommen (V 37, 95–103) und alles an (technischen) Hilfsmitteln einsetzen, um das Auge der Besucher mit Effekten zum staunenden »Gaffen« zu bringen (V 90–93, 233-244).</p>

<p>Der Dichter hingegen betont den eigenst&#228;ndigen und eigengesetzlichen Wert der Kunst. Sie steht nicht im Dienste weltlicher Interessen, sondern folgt eigenen Gesetzen.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/04/goethes-faust-zueignung-vorspiel-auf-dem-theater-prolog-im-himmel/#footnote_1_203" id="identifier_1_203" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Formal greift Goethe in V 59&ndash;74 die Stanzenform erneut auf, in der die Figur des Dichters hier den hohen, feierlichen Wert der Dichtung verk&amp;#252;ndet. Im Gegensatz hierzu sind die Verse von Direktor und Schauspieler (Lustige Person) als wechselnd lange, alternierende Verse gestaltet, die der &raquo;strengen&laquo; Sicht des Dichters die Vorstellung eines abwechslungsreichen und bunten Werkes entgegen stellen.">2</a></sup></p>

<p>Den Positionen des Direktors nahe stehend, vertritt der Schauspieler (Lustige Person) &#228;hnlich pers&#246;nliche und eben nicht am Ideal der Kunst orientierte Interessen, wenn er ein St&#252;ck fordert, dass ihm die M&#246;glichkeit bietet, sich so zu pr&#228;sentieren, dass das Publikum ihn liebt. (V 75–84) Um dies zu erreichen, will er Darstellungen aus dem »vollen Menschenleben«, gerne mit Humor – und es muss nicht immer die Wahrheit sein, die auf der B&#252;hne gezeigt wird. (167–183)</p>

<p>Wenn man wei&#223;, dass Goethe in Weimar auch als Theaterdirektor arbeitete, so liegt der Verdacht nahe, dass dieses Vorspiel ein wenig von den unterschiedlichen Erfahrungen widerspiegelt, die er wom&#246;glich selbst als K&#252;nstler und Theaterchef gemacht hat. Und wo, wenn nicht im Faust, an dem er Jahrzehnte arbeitete, w&#228;re ein besserer Platz gewesen, diese Erfahrungen in der Hinf&#252;hrung zu diesem Hauptwerk Goethes zu Papier zu bringen?!</p>

<h3>Prolog im Himmel (V 243–353)</h3>

<p>Eigentlich beginnt die Handlung des Fausts in diesem dritten »Vorwort«, doch Goethe hat den »<a href="http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/faust/faust1.htm" target="_blank">Prolog im Himmel</a>« vor den ersten Akt gestellt. Formal mag das daran liegen, dass der Himmel au&#223;erhalb der im Faust dargestellten wirklichen Welt liegt. Und hier findet ein Spiel statt, dass einen &#252;berweltlichen Verstehenshorizont f&#252;r die irdische Handlung des Dramas er&#246;ffnet.</p>

<p>Die Szene hebt mit einem Lobgesang der Erzengel <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raphael_(Erzengel)" target="_blank">Raphael</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_(Erzengel)" target="_blank">Gabriel</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_(Erzengel)" target="_blank">Michael</a> an. Raphael preist die Sonne als Lebensspenderin (V 243–250), Gabriel wirft einen Blick auf die Erde und das Toben von Naturgewalten (V 251–258), w&#228;hrend Michael auf zerst&#246;rerische Energie schaut, die dennoch nicht in der Lage seien, das »sanfte Wandeln« der Sch&#246;pfung in Frage zu stellen (V 259–266).</p>

<p>Doch Gott selbst verm&#246;gen auch die Engel nicht zu ergr&#252;nden, sodass sie ihn im Loblied auf die Sch&#246;pfung verehren (267–270).</p>

<p>Ihr Gesang ist wohl dem Stil von Kirchenliedern im 17. Jahrhundert nachempfunden: In feierlichen Viertaktern schreitet er gem&#228;chlich und feierlich voran – bis dann Mephistopheles auftritt (271).</p>

<p>Mephistopheles verstrickt den Herrn in ein Gespr&#228;ch, in dem zwei unterschiedliche Menschenbilder aufeinander treffen: Mephistopheles geht davon aus, dass Menschen ihr Leben als eine Plage verstehen und  bei aller Vernunft doch vor allem tierischen Instinkten folgen. Mephistopheles reduziert den Menschen auf seine k&#246;rperliche (physische) Seite, benutzt zu seiner Beschreibung den Verweis auf Tiere. (279–292)</p>

<p>Gott hingegen vertritt die Position, dass Menschen zwar irren k&#246;nnen (»Es irrt der Mensch, solang’ er strebt. (V 317 ), letztlich aber auf den rechten Weg zur&#252;ckfinden k&#246;nnen. Dabei bedient sich Gott einer Wachstumsmetaphorik (V 310f), um seine Position (gegen&#252;ber Faust) darzustellen.</p>

<p>Mephistopheles bekommt freie Bahn, den Faust von seiner Bahn abzubringen, ihn in seine Tiefen zu ziehen. Doch Gott ist vom Misslingen &#252;berzeugt – und &#252;bereignet den Faust bei genauem Hinschauen gar nicht an Mephistopheles, der selbst Teil der Sch&#246;pfung ist und mit Gott eigentlich gar nicht »wetten« kann. Aber er l&#228;sst sich auf das Spiel ein, wei&#223; er doch um das Gute im Menschen.</p>

<p>Goethe greif hier eine &#228;hnliche Szene im biblischen Buch Hiob auf (Hiob 1), in der Gott dem Satan erlaubt, einen frommen Menschen auf die Probe zu stellen.</p>

<h3>Fazit</h3>

<p>Einzig der »Prolog im Himmel« ist als Teil des »Vorwortes« f&#252;r die Handlung des »Faust« notwendig. Hier werden die Basis f&#252;r das Verstehen der Figur des Mephistopheles gelegt, aber auch erste Charakterz&#252;ge des Faust ins Licht ger&#252;ckt. Nach dieser Szene wird das Spiel aus dem metaphysischen Bereich auf die Erde verlagert. Der Vorhang &#246;ffnet sich, das Spiel beginnt.</p>

<p>Angesichts der Bedeutung des »Faust« f&#252;r Goethe und die Nachwelt, »erweitert« er das »Vorwort« um zwei weitere Szenen, die einen Eindruck des Spannungsfeldes geben, in dem das Drama selbst entstanden ist und von dem Goethe ein Teil war. In diesem Sinne geh&#246;ren diese Teile organisch zum Ganzen des Werkes.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/" rel="bookmark" title="26. August 2008">Faust 1 – Zueignung (Vers 1–32)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/10/01/faust-1-verweile-doch-du-bist-so-schoen-v-1700/" rel="bookmark" title="1. Oktober 2008">Faust 1 – Verweile doch, du bist so sch&#246;n (V 1700)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/11/faust-i-studierzimmer-verse-11781529/" rel="bookmark" title="11. August 2011">Faust 1 – Studierzimmer – Verse 1178–1529</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/22/faust-1-vor-dem-tor-gelehrtentragoedie-2-v-8081177/" rel="bookmark" title="22. September 2008">Faust 1 – Vor dem Tor (Gelehrtentrag&#246;die 2 – V 808–1177)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/11/10/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543/" rel="bookmark" title="10. November 2008">Faust 1 – Die Gretchenfrage (Marthens Garten – Verse 3414–3543)</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 4.175 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy71"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Faust 1: Zueignung, Vorspiel auf dem Theater, Prolog im Himmel "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2008\/09\/04\/goethes-faust-zueignung-vorspiel-auf-dem-theater-prolog-im-himmel\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy71').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_203" class="footnote">Erich Trunz (Hrsg.), Goethes Werke Band 3, Dramatische Dichtungen 1, M&#252;nchen 1998, S. 505. – Die Stanze ist eine Strophenform, die ihren Ursprung in der italienischen Dichtung hat. Das Wort »stanza« hei&#223;t &#252;bersetzt »Strophe«. Der mit dieser Strophenform erzeugte Klang wird als ein besonders poetischer angesehen, so dass sie auch als »Zuhause« poetischer Gedanken betrachtet wird und dabei einen feierlichen Klang bekommt. Die Stanze, die im 17. Jahrhundert in die deutschsprachige Dichtung &#252;bernommen wurde, besteht in der Regel aus acht Versen mit dem Reimschema abababcc, wobei die a-Verse eine weibliche Endung (Kadenz), die b- und c-Verse hingegen eine m&#228;nnliche <a href="http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/interpretation/index_6.htm" target="_blank">Kadenz</a> aufweisen. Die a- und c-Verse umfassen dabei elf, die b-Verse zehn Silben.</li><li id="footnote_1_203" class="footnote">Formal greift Goethe in V 59–74 die Stanzenform erneut auf, in der die Figur des Dichters hier den hohen, feierlichen Wert der Dichtung verk&#252;ndet. Im Gegensatz hierzu sind die Verse von Direktor und Schauspieler (Lustige Person) als wechselnd lange, alternierende Verse gestaltet, die der »strengen« Sicht des Dichters die Vorstellung eines abwechslungsreichen und bunten Werkes entgegen stellen.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichter/" title="Dichter" rel="tag">Dichter</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/drama/" title="Drama" rel="tag">Drama</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/engel/" title="Engel" rel="tag">Engel</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erkenntnis/" title="Erkenntnis" rel="tag">Erkenntnis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/faust-1/" title="Faust 1" rel="tag">Faust 1</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/faust-1/" title="Faust 1" rel="tag">Faust 1</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/faust-1-teil/" title="Faust 1. Teil" rel="tag">Faust 1. Teil</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/gabriel/" title="Gabriel" rel="tag">Gabriel</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/goethe/" title="Goethe" rel="tag">Goethe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/hiob/" title="Hiob" rel="tag">Hiob</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kuenstler/" title="Künstler" rel="tag">Künstler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literarische-motive/" title="literarische Motive" rel="tag">literarische Motive</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/mephistopheles/" title="Mephistopheles" rel="tag">Mephistopheles</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/michael/" title="Michael" rel="tag">Michael</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/prolog-im-himmel/" title="Prolog im Himmel" rel="tag">Prolog im Himmel</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/raffael/" title="Raffael" rel="tag">Raffael</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/stanze/" title="Stanze" rel="tag">Stanze</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/vorspiel-auf-dem-theater/" title="Vorspiel auf dem Theater" rel="tag">Vorspiel auf dem Theater</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/zueignung/" title="Zueignung" rel="tag">Zueignung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/" title="»Schul«-Lektüren" rel="tag">»Schul«-Lektüren</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2008/09/04/goethes-faust-zueignung-vorspiel-auf-dem-theater-prolog-im-himmel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Faust 1 – Zueignung (Vers 1–32)</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 23:59:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch Sek. II]]></category>
		<category><![CDATA[Faust 1]]></category>
		<category><![CDATA[Faust 1. Teil]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[OER / Freie Bildungsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[»Schul«-Lektüren]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[literarische Motive]]></category>
		<category><![CDATA[Zueignung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=163</guid>
		<description><![CDATA[Faust 1 – Zueignung (Vers 1–32) von Torsten Larbig steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Von 1773 bis 1832 finden sich &#196;u&#223;erungen Goethes &#252;ber den »Faust« – fast sechzig Jahre, die sich ein Autor &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" /></a><br /><span xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" href="http://purl.org/dc/dcmitype/Text" property="dct:title" rel="dct:type">Faust 1 – Zueignung (Vers 1–32)</span> von <a xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#" href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/" property="cc:attributionName" rel="cc:attributionURL">Torsten Larbig</a> steht unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</em></p>

<p>Von 1773 bis 1832 finden sich &#196;u&#223;erungen Goethes &#252;ber den »Faust« – fast sechzig Jahre, die sich ein Autor immer wieder und in unterschiedlichen Formen mit diesem Stoff besch&#228;ftigt hat. Dies mag die Dichte und den Gehalt des Dramas erkl&#228;ren, aber auch, dass der »Faust« als das Hauptwerk Goethes angesehen werden kann.</p>

<p>Die »Zueignung«, mit der das Werk beginnt, erweckt nicht den Eindruck, dass es ich hier um ein Werk handelt, das geplant war: Aufdringlich zeigen sich die Figuren, als Goethe vermutlich am 24. Juni 1797<sup><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/#footnote_0_163" id="identifier_0_163" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Erich Trunz (Hrsg.), Goethes Werke Band 3, Dramatische Dichtungen 1, M&amp;#252;nchen 1998, S. 505.">1</a></sup> das Werk nach langer Pause wieder aufnahm. Da lag die erste Besch&#228;ftigung mit dem Fauststoff bereits zwanzig Jahre zur&#252;ck – und er l&#228;sst den Autor offensichtlich nicht los.</p>

<p>Im Zentrum der »Zueignung« steht nicht der aktive Wille eines Autors, einen Stoff zu gestalten, sondern vielmehr ein passives Verhalten, in dem der Stoff sich zudr&#228;ngt (V 5), nun aber auf einen Autor trifft, der bereit ist, sich als Instrument dieser »schwankenden Gestalten« (V 1) zur Verf&#252;gung zu stellen und einer Windharfe (&#196;olsharfe) gleich, sich dem Stoff auszuliefern (V 28).</p>

<p>Doch diese Selbstauslieferung an einen Stoff, den Goethe bis zu seinem Tod verfolgen wird, erscheint in diesem ersten der drei Prologe als ein ein z&#228;rtliches Verh&#228;ltnis des Dichters zu seinem Werk, das sich »in der zarten lyrischen Sprache«<sup><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/#footnote_1_163" id="identifier_1_163" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Erich Trunz (Hrsg.), Goethes Werke Band 3, Dramatische Dichtungen 1, M&amp;#252;nchen 1998, S. 505.">2</a></sup> ausdr&#252;ckt, die hier benutzt wird.</p>

<p>Die »Zueignung« entsteht im Rahmen einer Wiederaufnahme des Stoffs, beschreibt das Verh&#228;ltnis des Dichters zu diesem Werk, dass weder in seinen Anfangswehen liegt, noch als vollendet betrachtet werden kann.</p>

<p>Gleichzeitig stellt dieser Prolog das Werk in den Zusammenhang von Goethes Biographie: Er denkt an die Freunde aus Stra&#223;burger und Frankfurter Zeit, wohl aber auch aus den ersten Jahren in Weimar (V 12), an die Schwester Cornelia und an seinen Vater, an Susanna Katharina von Klettenberg, an Merck, Lenz etc. (V 16)<sup><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/#footnote_2_163" id="identifier_2_163" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. ebd. 505f.">3</a></sup></p>

<p>Die Zueignung, obwohl noch vor Schillers Tod entstanden, verweist in besonderm Ma&#223;e auf die Stellung des »Faust« in Goethes Schaffen. Fast sein ganzes Leben als Erwachsener stellt sich Goethe der Frage, was einen Menschen ausmacht, der nicht nach Gier und Lebensgenuss, sondern vor allem nach Erkenntnis strebt – und dabei auch den Bund mit dem Teufel nicht verschm&#228;ht. – In diesesm Sinne ist der »Faust« ein »modernes« Werk, in dem sich bereits all die Probleme andeuten, die mit dem Streben nach Erkenntnis in der Zeit seit der Aufkl&#228;rung eigen sind: Neben der tieferen Einsicht in das, »was die Welt im innersten zusammenh&#228;lt« (V 382f), stellt dieses Werk die Frage, welchen Preis Menschen zu zahlen bereit sind, die sich dieser tiefen Sehnsucht hingeben.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/11/faust-i-studierzimmer-verse-11781529/" rel="bookmark" title="11. August 2011">Faust 1 – Studierzimmer – Verse 1178–1529</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/04/goethes-faust-zueignung-vorspiel-auf-dem-theater-prolog-im-himmel/" rel="bookmark" title="4. September 2008">Faust 1: Zueignung, Vorspiel auf dem Theater, Prolog im Himmel</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/11/10/faust-1-die-gretchenfrage-marthens-garten-v-34143543/" rel="bookmark" title="10. November 2008">Faust 1 – Die Gretchenfrage (Marthens Garten – Verse 3414–3543)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/10/faust-1-nacht-nachts-in-einem-hoch-gewoelbten-engen-gotischen-zimmer-gelehrtentragoedie-1-verse-354521/" rel="bookmark" title="10. September 2008">Faust 1: Nacht – »Nachts in einem hoch gew&#246;lbten, engen gotischen Zimmer.« (Gelehrtentrag&#246;die 1 – Verse 354–521)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/10/01/faust-1-verweile-doch-du-bist-so-schoen-v-1700/" rel="bookmark" title="1. Oktober 2008">Faust 1 – Verweile doch, du bist so sch&#246;n (V 1700)</a></li>
</ul>

<!-- Similar Posts took 3.773 ms -->
<!-- Beginn von `social share privacy by smeagol.de´ --><div id="socialshareprivacy74"></div>
			<script type="text/javascript">
			(function($){
				var options = {"info_link":"http:\/\/heise.de\/-1333879","txt_help":"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA \u00fcbertragen und unter Umst\u00e4nden auch dort gespeichert. N\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\/em>.","settings_perma":"Dauerhaft aktivieren und Daten\u00fcber\u00adtragung zustimmen:","cookie_path":"\/","cookie_expire":"365","cookie_domain":"","css_path":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/socialshareprivacy.css","oben":"nein","overall":"ja","ausschluss_private":"nein","services":{"facebook":{"status":"off","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_facebook.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_fb_off":"nicht mit Facebook verbunden","txt_fb_on":"mit Facebook verbunden","display_name":"Facebook","referrer_track":"","language":"de_DE"},"twitter":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_twitter.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_twitter_off":"nicht mit Twitter verbunden","txt_twitter_on":"mit Twitter verbunden","display_name":"Twitter","referrer_track":"","tweet_text":"Faust 1 \u2013 Zueignung (Vers 1\u201332) "},"gplus":{"status":"on","dummy_img":"http:\/\/herrlarbig.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/2-klicks-button-socialshareprivacy-plugin\/images\/dummy_gplus.png","txt_info":"2 Klicks f\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \u00fcbertragen \u2013 siehe <em>i<\/em>.","txt_gplus_off":"nicht mit Google+ verbunden","txt_gplus_on":"mit Google+ verbunden","display_name":"Google+","referrer_track":"","language":"de"}},"ausschluss_site":"11437;20;625;3","uri":"http:\/\/herrlarbig.de\/2008\/08\/26\/faust-1-zueignung-vers-132\/"};
				options.cookie_domain = document.location.host;
				$(document).ready(function(){
					$('#socialshareprivacy74').socialSharePrivacy(options);
				});
			})(jQuery);
			</script>
		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_163" class="footnote">Erich Trunz (Hrsg.), Goethes Werke Band 3, Dramatische Dichtungen 1, M&#252;nchen 1998, S. 505.</li><li id="footnote_1_163" class="footnote">Erich Trunz (Hrsg.), Goethes Werke Band 3, Dramatische Dichtungen 1, M&#252;nchen 1998, S. 505.</li><li id="footnote_2_163" class="footnote">vgl. ebd. 505f.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/aufklaerung/" title="Aufklärung" rel="tag">Aufklärung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/" title="Deutsch" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/" title="Deutsch Sek. II" rel="tag">Deutsch Sek. II</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/dichter/" title="Dichter" rel="tag">Dichter</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/drama/" title="Drama" rel="tag">Drama</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erkenntnis/" title="Erkenntnis" rel="tag">Erkenntnis</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/faust-1/" title="Faust 1" rel="tag">Faust 1</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/faust-1/" title="Faust 1" rel="tag">Faust 1</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/deutsch-oer-freie-bildungsmedien/faust-1-teil/" title="Faust 1. Teil" rel="tag">Faust 1. Teil</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/goethe/" title="Goethe" rel="tag">Goethe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/literarische-motive/" title="literarische Motive" rel="tag">literarische Motive</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/literatur/" title="Literatur" rel="tag">Literatur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/oer-freie-bildungsmedien/" title="OER / Freie Bildungsmedien" rel="tag">OER / Freie Bildungsmedien</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/zueignung/" title="Zueignung" rel="tag">Zueignung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/deutsch-sek-ii/schullektueren/" title="»Schul«-Lektüren" rel="tag">»Schul«-Lektüren</a><br />
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://herrlarbig.de/2008/08/26/faust-1-zueignung-vers-132/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:thumbnail url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" />
		<media:content url="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/de/88x31.png" medium="image">
			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
		</media:content>
	</item>
	</channel>
</rss>

<!-- Performance optimized by W3 Total Cache. Learn more: http://www.w3-edge.com/wordpress-plugins/

Minified using disk: basic
Page Caching using disk: enhanced
Database Caching 156/330 queries in 1.091 seconds using disk: basic
Object Caching 37102/37379 objects using disk: basic

Served from: herrlarbig.de @ 2012-05-23 23:02:40 -->
