Fokussieren

Ich fand es einst kindisch, wenn ich bei Veranstaltungen, die meist im Hochschulkontext angesiedelt waren, hörte, man habe sich auf etwas »fokussiert«. – Könnte sein, dass ich mich mit meiner Einschätzung »kindisch« geirrt habe, denn das Wort »fokussieren« sagt tatsächlich etwas, das man anders nicht genau so sagen kann.

Mag es auch nahe liegen, an der Stelle von »Wir fokussieren uns auf…« die Formulierung »Wir konzentrieren uns auf…« zu erwarten, so drückt in unserer bildlastigen Zeit das Wort »fokussieren« möglicherweise dennoch genauer und verständlicher aus, was gemeint ist.

Mit »konzentrieren« meinen wir die Lenkung der Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt, möglichst alles ausblendend, was von dieser Zentrierung auf diesen einen Punkt ablenkt. Konzentration ist auf eine »Isolation« dessen ausgerichtet, was im Zentrum stehen soll, gegenüber anderen (Stör)Faktoren, die möglichst effizient ausgeblendet werden sollen.

Wenn ich von »fokussieren« spreche, meine ich nicht diese massive Engführung der Aufmerksamkeit, in deren Kontext möglichst wenig sonstiges wahrgenommen werden soll, auf einen bestimmten, sehr eingeschränkten Bereich.

Foto: Torsten Larbig
Foto: Torsten Larbig

Meine Assoziation zu diesem Wort stammt vielmehr aus der Fotografie: Wenn ich mit dem Fotoapparat etwas fokussiere, dann ist das Fokussierte scharf und möglichst optimal belichtet. Im Rahmen des Aufbaus des Gesamtbildes aber hängt die Wirkung des fokussierten Bereichs von der Gestaltung des ganzen Bildes ab, in dem  es auch nicht fokussierte und somit unscharfe, unter- oder überbelichtete Stellen gibt. Man spricht von Tiefenschärfe, von Auflösung, Randschärfe…

Wenn ich von »fokussieren« spreche, meine ich genau diese Art von Aufmerksamkeit, die etwas besonders scharf stellt, ohne dabei das Umfeld, mag es auch unscharf sein, aus dem Blick zu verlieren.

»Fokussiere« ich etwas, dann bin ich immer in der Lage, den Fokus im Gesamtbild zu verschieben und die Teile scharf in den Blick zu nehmen, die im Umfeld des Fokussierten angesiedelt sind und zum Gesamtbild gehören, auch wenn sie gerade nicht im Zentrum der Betrachtung stehen.

»Konzentration« steht für mich für eine Begrenzung der Aufmerksamkeit, die möglichst viel von dem, was um den Gegenstand der Konzentration herum angesiedelt ist (erst einmal) ausblendet.

»Fokussieren« steht für mich für eine Begrenzung der Aufmerksamkeit, die um die unscharfen Bereiche im Umfeld des Zentrums der Aufmerksamkeit weiß und die sinnvollerweise auf diese Bereiche den Fokus richten kann, wenn es nötig bzw. sinnvoll ist.

»Konzentration« im für mich im an dieser Stelle definierten Sinne ist ein Ausblenden von allem, was für den konkreten Gegenstand der Betrachtung nicht von Belang ist. »Fokussierung« im für mich im an dieser Stelle definierten Sinne nimmt zwar einen bestimmten Bereich des Gesamtbildes in den Blick, kann sich aber sehr dynamisch im Gesamtbild und somit im Umfeld des fokussierten Gegenstandes verschieben.

Will ich einen Gegenstand alleine für sich betrachten und untersuchen, so brauche ich Konzentration; will ich einen Gegenstand im Rahmen des Gesamtbildes betrachten, ihn dabei aber ins Zentrum der Betrachtung stellen, so fokussiere ich diesen Gegenstand.

#iPhoneography: Im Winter in Inzell

In der vergangenen Woche war ich in Inzell in Oberbayern. Jedes Jahr verbringt dort die achte Jahrgangsstufe meiner Schule eine Woche beim Skiunterricht mit erfahrenen Skilehrern. Nebenbei blieb mir Zeit, mich ein wenig umzuschauen und mich der Landschaft im Tal fotografisch zu nähern. Dazu benutzte ich das iPhone 5s (iPhoneography). Meine größere Digitalkamera habe ich selbst auf Reisen mittlerweile kaum noch bei mir und hier stand für mich nun die Frage im Mittelpunkt, ob ich mit den Bildern zufrieden bin, die ich mit der Kamera machen kann, die ich immer dabei habe, denn diese Kamera ist immer die beste!

Ich wollte wissen, wie weit ich mit der Kamera gehen kann; dabei übte ich ein wenig den Umgang mit einer speziellen Möglichkeit der Kamera.

Das iPhone 5s mit iOS 7 bietet eine Serienbildfunktion, die z. B. bei sehr schnellen Bewegungen helfen kann, den richtigen Moment einzufangen. Dazu lässt man einfach den Finger auf dem Auslöser liegen und die Kamera nimmt solange 10 Bilder pro Sekunde auf, bis man den Auslöser wieder loslässt.

In der Praxis habe ich das an einer tropfenden Regenrinne ausprobiert, wobei unter anderem folgendes Bild entstanden ist:

Inzell1

Neben dem Austesten solcher besonderer Funktionen, habe ich „ganz normale” Bilder erstellt, von denen ich hier einige einfüge, die neben dem Eindruck von der Landschaft rund um Inzell einen Eindruck davon geben können, wie alltagstauglich eine so kleine, aber immer verfügbare Kamera ist, wie man sie im iPhone 5s finden kann.

Und außerdem ist das eine – wie ich es sehe – durchaus ansehnliche Landschaft!

Alle Bilder stehen hier verkleinert zur Verfügung, da die Originaldateien für diesen Zweck zu groß sind. Bearbeitet wurden die Bilder in Aperture.

Inzell2Inzell3Inzell4 Inzell11 Inzell10 Inzell9 Inzell8 Inzell7 Inzell6 Inzell5

 

„Demo ohne Menschen…“ – Fotodokumentation #Blockupy

Am 1. Juni 2013 fand in Frankfurt am Main eine Demonstration statt, die im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung des Umgangs der EU mit der Finanzkrise stand. Darüber hinaus rückte die aus unterschiedlichsten Gruppierungen und im Rahmen von Occupy-Bewegungen in vielen Staaten der Welt entstanden „Blockupy“-Tage Fragen globaler Wirtschaftszusammenhänge und der mit ihnen verbundenen Ungerechtigkeiten in den Fokus ihrer Veranstaltungen und Aktionen, die vom 30.5. bis zum 1.6. in Frankfurt stattfanden. Bei der Demonstration am 1.6. kam es kurz nach dem Start zur Einkesselung von mehreren hundert Demonstranten durch die Polizei, was intensive Diskussionen über die Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes auslöste. Dies zum Beispiel auf den Seiten des Hessischen Rundfunks dokumentiert.

48 Stunden nach dieser Demonstration bin ich mit einem Fotoapparat ausgerüstete an den Ort des Geschehens gegangen. Was ist noch zu sehen? Welche Spuren hat diese mittlerweile von manchen „Frankfurter Kessel“ genannte Konfrontation hinterlassen.

Ich habe eine „Demonstration ohne Menschen“ gefunden, wie es Petra Ristow auf Google+ formulierte, dort, in der Hofstraße, direkt hinter dem Frankfurter Schauspiel, dort, in unmittelbarer Nähe zum Main und zur Europäischen Zentralbank.

Das Album ist auf Flickr veröffentlicht. Die Bildrechte liegen bei mir. Beim Anschauen der Bilder wirst du / werden Sie zu meinem Flickr-Album geleitet. – Problemen mit der Weiterleitung? Bitte Fußnote lesen.1

 

Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)
Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)
Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)
Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)Blockupy 2013 – 2 Days after the Kettel © Torsten Larbig (@herrlarbig)

 

Blockupy Frankfurt 2013 – 2 Days After The Kettle (2 Tage nach dem Frankfurter Kessel), ein Album auf Flickr.

  1. Die Weiterleitung zu m.flickr.com auf dem Smartphone führt teilweise dazu, dass eine „Nicht gefunden“-Seite angezeigt wird. Das ist kein Fehler der Links hier, sondern ein Fehler von m.flickr.com – Man kann das mobile Flickr deaktivieren, indem man am Ende der Seite im Smartphone auf flickr.com klickt. Dann sollte das funtionieren. []

Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht (Vortragsskript)

An dieser Stelle veröffentliche ich mein „Skript“ – also das, was früher mal auf Karteikarten stand, wenn man einen Vortrag hielt – zu meinem Vortrag beim „Fachforum “E-Learning in der Lehrerbildung“ an der Justus-Liebig-Universität am 15. Mai 2012 mit dem Titel „Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht“ Der Vortrag wird aufgezeichnet und steht später dann voraussichtlich auch online zur Verfügung.

Dieses „Skript“ ist erst mal nur eine Materialsammlung. Ich werde sicher nicht auf jeden Punkt ausführlich eingehen (die Zeit ist beschränkt) und wie heißt es so schön: Vor Ort zählt dann das gesprochene Wort 😉

Gespannt, ob es im Kommentarteil oder per Blogbeitrag mit Pingback zu so etwas wie einer Diskussion kommt.

Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht (Vortragsskript) weiterlesen

Tafeldienst

Schüler hatten mich darauf aufmerksam gemacht, dass im Klassenraum ein bemerkenswertes Arrangement entstanden war. Eigentlich ging es nur darum, dass für einen bestimmten Arbeitsschritt nur ein begrenzter Zeitraum zur Verfügung stand. Um diesen zu visualisieren stellte ich eben den Timer am Tablet und positioniere dieses auf der Kreideablage der Tafel.

Von mir zunächst unbemerkt prallten hier Zeiten (Jahrhunderte?) aufeinander. Oder? – Und so will ich nur wenige Worte machen und das folgende Bild der persönlichen Meditation eines jeden Betrachters und einer jeden Betrachterin überlassen, deren Ergebnisse gerne als Kommentar hinterlassen werden können.

Zeitenwechsel2
© by Torsten Larbig 2013