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		<title>Apples Bildungsinitiative oder: Vom Aufstellen weiterer Weidez&#228;une.</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 18:04:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stellt Apple neue Produkte vor, entsteht schnell der Eindruck, dass es sich jedes Mal um eine gro&#223;e Innovation handele. – Schnell wird dann die Frage gestellt, welche Art von Technik oder welchen Teil der Gesellschaft Apple dieses Mal „revolutioniere“. Diese &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2012/01/21/apples-bildungsinitiative-oder-vom-aufstellen-weiterer-weidezaune/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stellt Apple neue Produkte vor, entsteht schnell der Eindruck, dass es sich jedes Mal um eine gro&#223;e Innovation handele. – Schnell wird dann die Frage gestellt, welche Art von Technik oder welchen Teil der Gesellschaft Apple dieses Mal „revolutioniere“.</p>

<p>Diese Reaktionen erfolgen mehr oder weniger reflexartig. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich oft, dass Apple bereits vorhandenen Konzepte popul&#228;rer und marktf&#228;hig macht, komplizierte Bedienungen vereinfacht und daf&#252;r sorgt, dass jeder, der sich auf dieses „gro&#223;artige“, „fantastische“, „innovative“ und „so noch nie da gewesene“ Produkt einl&#228;sst, fest in Apples Wertsch&#246;pfungskette eingebunden wird.</p>

<p>Keine Frage, ich selbst mag Design und Funktionalit&#228;t der Produkte aus Cupertino sehr, gehe mit ihnen gleichzeitig aber auf der Basis eines sehr ambivalenten Gef&#252;hles um.</p>

<p>Apple verbindet Design und Funktionalit&#228;t seiner Produkte mit einem geschickten und bislang &#228;u&#223;erst erfolgreichen Marketing. Beim iPad hat das mit dem geschlossenen System des App-Stores hervorragend funktioniert: Apple stellt entsprechende Werkzeuge kostenlos zur Verf&#252;gung, die es Entwicklern erm&#246;glichen, auf einfache Art und Weise Programme zu schreiben. Als „Gegenleistung“ lassen sich die Entwickler darauf ein, ihre Produkte erstens ausschlie&#223;lich &#252;ber Apples App-Store zu vertreiben und zweitens einem intransparenten Freigabeprozess zu unterwerfen.</p>

<p>Das gleiche Modell &#252;bertr&#228;gt Apple nun auf Schulb&#252;cher.</p>

<p>Sowohl die Software, die zum Lesen dieser Schulb&#252;cher notwendig ist, als auch die zum Erstellen dieser Schulb&#252;cher zu verwendende Software werden kostenlos zur Verf&#252;gung gestellt. Wenn die so entstandenen Schulb&#252;cher kommerziell vertrieben werden, darf dies, so sagt es die Lizenzvereinbarung des Programms iBooksAuthor, ausschlie&#223;lich &#252;ber Apples eigenen Store erfolgen; wie &#252;blich nimmt Apple 30 % des im Store erhobenen Preises f&#252;r sich.</p>

<p>Wiederum beh&#228;lt sich Apple zudem das Recht vor, Ver&#246;ffentlichungen nach eigenem Gutd&#252;nken zuzulassen oder abzulehnen.</p>

<p>An dieser Stelle sch&#228;tzt Apple zumindest den deutschen Schulbuchmarkt falsch ein. – Offizielle Schulb&#252;cher bed&#252;rfen der Freigabe durch die entsprechenden Pr&#252;fungsbeh&#246;rden der L&#228;nder: Ich stelle mir vor, ein solches freigegebenes Schulbuch enth&#228;lt Themenbereiche, die mit Apples Meinung, was in einem Schulbuch zu ver&#246;ffentlichen sei und was nicht, nicht &#252;bereinstimmen; ich stelle mir vor, Apple verweigerte einem von einem Bundesland freigegeben Schulbuch die Aufnahme in den iBooks-Store…</p>

<p>Gem&#228;&#223; der aktuellen Lizenzvereinbarung zur Nutzung von iBooksAuthor k&#246;nnte so etwas passieren.</p>

<p>Dar&#252;ber hinaus lassen sich Lehrer und Lehrerinnen in Deutschland nicht gerne vorschreiben, welche digitalen Endger&#228;te sie zu verwenden haben. Im Gegenteil: Es ist damit zu rechnen, dass zahlreiche Lehrer und Lehrerinnen sich gegen die Verwendung von iPads aussprechen werden, da sie sich mit technischen Monokulturen schwer tun. – Der Vorwurf, Apple gehe es vor allem darum, durch fr&#252;hzeitige Gew&#246;hnung langfristige Kundenbindung zu erreichen, ist schon laut geworden und mit Sicherheit auch nicht <del>v&#246;llig</del> von der Hand zu weisen.</p>

<p>Dass Lehrerinnen und Lehrer Entscheidungsfreiheit in Sachen eingesetzter Bildungsmedien haben, insofern sie als solche zugelassen sind oder keiner Zulassung bed&#252;rfen, da es sich nicht um explizit als Schulb&#252;cher gekennzeichnete Bildungsmedien handelt, steht au&#223;er Frage.</p>

<p>Dass mit einer einmal getroffenen Entscheidung eine langfristige Bindung zum Beispiel an ein bestimmtes Schulbuch verbunden ist, steht ebenso au&#223;er Frage. In der Regel bleibt aber die relative Vielfalt der Verlage, die Schulb&#252;cher zuliefern, erhalten. Diese Vielfalt nehmen die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler durchaus auch war – ob unreflektiert und bewusst oder, was wahrscheinlicher ist, einfach so nebenbei.</p>

<p>Wenn nun aber Lehrer und Lehrerinnen &#252;ber den Einsatz von Computertechnologie entscheiden m&#252;ssen, so sind Bildungsmedien anschlie&#223;end an ein Ger&#228;t gekoppelt.</p>

<p>Selbst wenn die Inhalte aus unterschiedlichen Verlagen kommen, sie sind immer mit einem Ger&#228;t verbunden. Dar&#252;ber hinaus ist es schwieriger, unterschiedliche Plattformen unterschiedlicher Anbieter zu verwenden.</p>

<p>Zudem haben die deutschen Schulbuchverlage bereits angek&#252;ndigt, im Februar eine eigene Branchenl&#246;sung vorzulegen, eine App vorzustellen, die selbstverst&#228;ndlich auch ein geschlossenes System sein d&#252;rfte, um so auf dem Markt einer zunehmenden Digitalisierung von Schule und Bildung Fu&#223; zu fassen.</p>

<p>Ob eine vorgestellte Softwarel&#246;sung f&#252;r den Bildungssektor rezipiert wird, ihren Weg zur Zielgruppe findet, h&#228;ngt immer von der Bereitschaft der Multiplikatoren ab, eine solche Softwarel&#246;sung im Bildungskontext zu akzeptieren oder auch nicht.</p>

<p>So sehr ich von den vorgestellten Produkten aus dem Hause Apple in Bezug auf den Bildungssektor beeindruckt bin, so skeptisch bin ich angesichts ihrer – schon im Vorfeld erwartbaren – geschlossenen Architektur.</p>

<p>Die bildungspolitischen Voraussetzungen m&#246;gen in anderen L&#228;ndern anders sein, sollen doch bereits jetzt ganze Schulbezirke in den USA auf digitale Endger&#228;te setzen, die in der Regel von einem Hersteller stammen. Es gibt Schulbezirke die haben sich auf Apples iPad festgelegt. Auf diesem Markt k&#246;nnte Apples Angebot funktionieren. Um auf dem deutschen Markt funktionieren zu k&#246;nnen, m&#252;sste Apple seine Vertriebsstrategie an die Gegebenheiten in Deutschland anpassen.</p>

<p>Dennoch werde ich mich mit den neu vorgestellten Produkten besch&#228;ftigen. Letztg&#252;ltige Entscheidungen, wie ich mit ihnen umgehen werde, habe ich noch nicht gef&#228;llt. Das hindert mich nicht daran, meine Skepsis kundzutun, zu formulieren, wie ich mir solche digitalen Bildungsl&#246;sungen eigentlich vorstelle. Ohne Visionen davon, wie Schule sein kann und sein soll, gibt es keine Ziele, die erreicht werden k&#246;nnen.</p>

<p>Bildungsprozesse haben in meinen Augen etwas mit Freiheit zu tun. Ich habe &#252;berhaupt kein Problem, die Produkte einer Firma zu m&#246;gen und zu benutzen, solange diese Produkte erlauben, etwas zu produzieren, dessen Rezeption nicht auf die gleichen Produkte der gleichen Firma beschr&#228;nkt ist. Idealerweise kann ich Inhalte erstellen, die in freien Formaten verf&#252;gbar gemacht werden k&#246;nnen, also unabh&#228;ngig von der genutzten Plattform sind.</p>

<p>Lernprozesse verlaufen individuell unterschiedlich, die Zugangsweisen unterschiedlicher Menschen zu &#228;hnlichen Themen sind &#228;u&#223;erst vielf&#228;ltig. Um Bildungsmedien an diese unterschiedlichen Bed&#252;rfnisse anpassen zu k&#246;nnen, m&#252;ssen sie dem Lehrer bzw. der Lehrerin gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Freiheiten geben. Diese Freiheiten haben schon Schulb&#252;cher nicht gegeben – geschlossene Softwarel&#246;sungen werden sie auch nicht f&#246;rdern.</p>

<p>Apples Vorstellungen, wie das Schulbuch der Zukunft aussehen k&#246;nnte, sind zudem &#228;u&#223;erst konservativ, wenn ich mir das von Apple zur Verf&#252;gung gestellte Ansichtsexemplar eines solchen Schulbuches anschaue. Dieses Musterbuch ist sehr stark instruktiv ausgerichtet, hat in meinen Augen sehr leichte Feedbackfragen integriert und kommt in der Regel immer erst am Ende eines Kapitels dazu, die Eigenaktivit&#228;t der Lernenden in den Vordergrund zu stellen. Entsprechend hie&#223; es bei der Keynote in New York auch, dass das Schulbuch als Schulbuch unpraktisch sei, seine Inhalte aber qualitativ wertvoll sein w&#252;rden. Bereits an dieser Stelle war zu ahnen, dass Apple selbstverst&#228;ndlich weder methodisch noch didaktisch irgendwelche Innovationen vorlegen w&#252;rde.</p>

<p>Selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen in mit iBooks-Author erstellten Schulb&#252;chern methodisch und didaktisch neue Wege gegangen werden, aber m&#246;glicherweise besteht der Grundfehler darin, dass Apple nach wie vor auf die Buchmetapher vertraut, dabei aber aus dem Blick verliert, dass ein multimediales „Buch“ eben kein Buch mehr ist. Einzig die Buchmetapher ist geblieben. – Entsprechend linearer ist das von Apple vorgelegte Beispielbuch aufgebaut, die nichtlinearen Grundstrukturen des Denkens und Lernens werden hier entsprechend nicht abgebildet, obwohl genau dies in digitalisierten Kontexten problemlos m&#246;glich ist.</p>

<p>Apple beantwortet nicht die Frage, die die Gegenwart an im Unterricht eingesetzte Materialien stellt. Apple beantwortet vielmehr vor allem die Frage, wie Verlage ihre Gesch&#228;ftsmodelle in die digitale Wirklichkeit hin&#252;berretten k&#246;nnen. Sich auf die von Apple gegebene Antwort zu verlassen, k&#246;nnte f&#252;r die Schulbuchverlage mittelfristig verheerende Folgen haben, so die Annahme stimmt, dass es das Buch selbst ist, das im Kontext der Nutzung digitaler Endger&#228;te aus dem Lernalltag verschwinden d&#252;rfte. Der Lernprozess selbst ver&#228;ndert sich grundlegend – so zumindest meine bisherigen Beobachtungen an mir selbst und an digitale Ger&#228;te bereits nutzenden Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern.</p>

<p>Apple hat aber trotz allem erreicht, dass die Diskussion um im Unterricht genutzte Computer einen neuen Ansto&#223; bekommen hat. Dies habe ich bereits einen Tag nach der Pr&#228;sentation Apples in New York unter Lehrerinnen und Lehrern beobachtet. Deshalb hoffe ich, dass von der Initiative dieses Computerherstellers ein Ansto&#223; ausgeht, der weitere Initiativen, Ideen und Projekte motivieren, intensivieren bzw. lostreten wird.</p>

<p>Letztlich wird es darum gehen, ob es gelingt, von geschlossenen L&#246;sungen hin zu offenen L&#246;sungen kommen, die vermutlich eher browsergest&#252;tzt zu denken sind.</p>

<p>Doch das Gef&#252;hl bleibt ambivalent: Der von Apple konstruierte „goldenen K&#228;fig“, das „Disneyland“ vieler, vieler bunter Apps, hat einen echten Wohlf&#252;hlwert, ist sch&#246;n gestaltet und in vielerlei Hinsicht hochgradig effizient. Andererseits, wenn man den Blick doch einmal von all den Attraktionen abwendet, hat man st&#228;ndig diesen Zaun im Nacken, der diese Welt massiv nach au&#223;en hin abgrenzt. Und dieser Zaun sieht aus, wie alle Z&#228;une letztlich aussehen: unfreundlich, abweisend, grau, kalt. Es ist ein Weidezaun, der die Konsumenten auf der Weide halten soll. Es k&#246;nnte aber sein, dass es wieder modern wird, sich gerne in der freien „Natur“ bewegen zu wollen. Ich hoffe, diese in meinen Augen w&#252;nschenswerte „Mode“ l&#228;sst nicht mehr lange auf sich warten.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Schule „muss“ sich nicht ver&#228;ndern; sie tut es einfach. Eine Provokation.</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 23:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich gerade in die Oberstufe gekommen war, wollte ich unbedingt dieses vierundzwanzig B&#228;nde umfassende Lexikon im Taschenbuchformat haben. Als ich es dann hatte, kamen in besonders ereignisreichen Jahren Einzelb&#228;nde dazu, die die Informationen im Lexikon aktualisierten.  Mir kam dieser &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2012/01/17/schule-muss-sich-nicht-verandern-sie-tut-es-einfach-eine-provokation/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich gerade in die Oberstufe gekommen war, wollte ich unbedingt dieses vierundzwanzig B&#228;nde umfassende Lexikon im Taschenbuchformat haben.</p>

<p>Als ich es dann hatte, kamen in besonders ereignisreichen Jahren Einzelb&#228;nde dazu, die die Informationen im Lexikon aktualisierten. </p>

<p>Mir kam dieser Regalmeter an Wissen damals so vor, als ob es unm&#246;glich sei, noch viel mehr zu wissen oder in noch kompakterer Form, Wissen zug&#228;nglich zu machen. </p>

<p>In der gleichen Zeit war ich zutiefst davon beeindruckt, dass Briefe an und von einem Brieffreund in Singapur in der Regel nur zwei Werktage unterwegs waren, bis sie ankamen und eine mir v&#246;llig unbekannte Welt ins Haus brachten. </p>

<p>Es gab f&#252;r solche Brieffreundschaften Vermittlungsagenturen, die damals bei uns Jugendlichen recht beliebt waren, konnte man auf dem Wege &#252;ber eine Brieffreundschaften doch Fremdsprachenkenntnissen so etwas wie Praxisrelevanz abtrotzen. </p>

<p>Das Lexikon steht noch immer in meinem Regal, aber weniger, weil ich davon einen Nutzen habe, sondern eher als eine Art „romantische“ Erinnerung an Zeiten, die gar nicht lange her sind, daf&#252;r aber sehr schnell vergangen sind. </p>

<p>Das Wissen der Welt steht heute tagesaktuell via Internet zur Verf&#252;gung. </p>

<p>Das Internet und Computer machen Englischkenntnisse unmittelbar praxisrelevant. Freundschaften auf Distanz werden heute via Facebook und Skype gepflegt. </p>

<p>Was einst ein f&#252;r mich mit schier unvorstellbaren Wissensmengen gef&#252;llter Regalmeter war, neben dem einige Zeit sp&#228;ter noch alle damals unter dem Label „Duden“ verf&#252;gbaren W&#246;rterb&#252;cher, zehn an der Zahl, einzogen und so auch umfassendes Sprachwissen f&#252;r mich greifbar machten, kommt mir heute so vor, als seien es letztlich doch sehr bescheidene Wissensmengen gewesen. Und der Regalmeter mit gewichtigen B&#252;chern reicht nicht im mindesten an das verf&#252;gbare Wissen in meiner Hosentasche heran, das ich immer bei mir trage.</p>

<p>Neben Lexikon und W&#246;rterb&#252;chern habe ich eine &#252;ber hundert B&#228;nde umfassende Klassikerbibliothek, die in Druckform einige Umzugskisten ben&#246;tigte, um transportiert werden zu k&#246;nnen, in der Hosentasche. Das Smartphone macht es m&#246;glich.</p>

<p>Au&#223;erdem trage ich eine vollwertige Schreibmaschine mit mir herum, die kleiner als ein Collegeblock ist, die mir komfortablen Internetzugang erlaubt, mit der ich mit anderen Menschen kommunizieren kann.</p>

<p>Fotoapparat, die M&#246;glichkeit, hochwertige Videos anzufertigen und sogar zu schneiden, ein Audiorekorder, einen Scanner mit OCR, eine vollst&#228;ndige Fahrplanauskunft (fr&#252;her war dazu ein dickes „Kursbuch“ n&#246;tig), eine Sammlung historischen Kartenmaterials, eine mehrere hundert „Platten“ umfassende Musiksammlung etc. f&#252;hre ich st&#228;ndig in der Hosentasche mit mir herum.</p>

<p>Das alles kam mir in den Sinn, als ich &#252;ber die mir k&#252;rzlich gestellte Frage nachdachte, ob Schule sich nicht ver&#228;ndern m&#252;sse. </p>

<p>Je mehr ich &#252;ber diese Frage nachdenke, deren Zielrichtung ich nat&#252;rlich verstehe (zu verstehen meine), um so sinnloser, an der eigentlich zu stellenden Frage vorbei gestellt erscheint sie mir. </p>

<p>Schule „muss“ sich nicht ver&#228;ndern. Das muss man nicht fordern, als ein „Muss“ in den Raum projizieren. Schule tut das einfach. Schule ver&#228;ndert sich. Schule ist l&#228;ngst vom informationstechnologischen Wandel durchdrungen und gepr&#228;gt – auch dort, wo die Ver&#228;nderungsresitenzen von Lehrenden noch versuchen, „alte Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ gegen den „Angriff“ aus der Welt des Internets und des Hosentaschenwissens am Leben zu erhalten. </p>

<p>Wenn dann Lehrer und Lehrerinnen im Lehrerzimmer „ihre Klausuren von vor ein paar Jahre, die sie bislang problemlos immer wieder verwenden konnten, die jetzt aber im Internet kursieren und die sie deshalb nicht mehr verwenden k&#246;nnen“ hochhalten, die sie bei Sch&#252;lern gefunden haben, w&#228;hrend diese Arbeit wieder einmal geschrieben wurde, so ist das ein fast tragikomischer Anblick.</p>

<p>Wenn Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen der Gebrauch mobiler Endger&#228;te mit Internetzugang verboten wird, wirkt das zunehmend so, als w&#252;rde man die Nutzung von W&#246;rterb&#252;chern verbieten. </p>

<p>Nein, Schulen sehen sich keinem „Muss“ zur Ver&#228;nderung ausgesetzt. Schulen ver&#228;ndern sich parallel zum Leitmedienwechsel von alleine, organisch, egal ob Lehrer, Eltern, Schultr&#228;ger, Kultusbeh&#246;rden,  Schulbuchverlage etc. sich gegen das „Wuchern dieses digitalen Unkrauts“ wehren oder ob sie sich auf den Medienwandel in der Wissensgesellschaft einlassen und Sch&#252;ler dabei unterst&#252;tzen, m&#252;ndige B&#252;rgern in dieser Wissensgesellschaft zu werden. </p>

<p>Weg also mit dem „Muss“, wenn es um Fragen der Ver&#228;nderung von Schule geht. </p>

<p>An die Stelle dieses „Muss“ sollte man die Forderung nach Professionalit&#228;t im Umgang mit diesem Leitmedienwechsel setzen und diese Professionalit&#228;t gleichzeitig einfordern.</p>

<p>Es ist nicht die Aufgabe von Lehrern, den Leitmedienwechsel (immer noch) zu verteufeln oder einfach zu ignorieren. </p>

<p>Es ist Aufgabe von Lehrern, kompetent mit dem Leitmedienwechsel umzugehen, theoretisches und Anwendungswissen zu erwerben, um den M&#246;glichkeiten und Chancen des Leitmedienwechsels auch reflektierend begegnen zu k&#246;nnen. </p>

<p>Nat&#252;rlich ist das mit Arbeit verbunden, aber als Fachlehrer kann man sich zum Beispiel in den Naturwissenschaften neuen fachlichen Erkenntnissen auch nicht verweigern, wenn man den eigenen Beruf wirklich ernst nimmt. </p>

<p>Es ist nicht so, dass man sich zur&#252;cklehnen und entscheiden kann, ob einen als Lehrer dieser Leitmedienwechsel betrifft oder nicht, ob man diesem gegen&#252;ber Kompetenzen erwerben m&#246;chte oder nicht. Diese Entscheidung mag mir als Privatperson m&#246;glich sein; will ich meinem Erziehungsauftrag angemessen nachkommen, muss ich zum kompetenten Umgang mit dem Leitmedium in der Lage sein. </p>

<p>Ich kann mich als Lehrer ja auch nicht weigern, B&#252;cher oder Fachzeitschriften in die Hand zu nehmen, wenn ich den Beruf ernst nehme. </p>

<p>Ich stelle mir vor, Automechaniker verhielten sich wie manche Lehrer, sie w&#252;rden sich weigern, von ihren mechanischen Reparaturkompetenzen auf Mechatronik umzustellen, sie w&#252;rden sich weigern, den Umgang mit Computern zu erlernen, um Fehleranalysen an der Bordelektronik eines Autos durchf&#252;hren zu k&#246;nnen: Wenn ein solcher Automechaniker nicht gerade in einer Werkstatt arbeitet, die sich auf Oldtimer spezialisiert hat, w&#252;rde er seinen Beruf verlieren. </p>

<p>Ich hielte es f&#252;r keinen Eingriff in die gesetzlich verankerte p&#228;dagogische Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern, w&#252;rde eine Dienstanweisung ergehen, in der klar definiert ist, welche Kompetenzen der Leitmedienwechsel von Lehrenden fordert, damit dieser kompetent reflektiert und auch praktisch fruchtbar gemacht werden kann. Diese Dienstanweisung d&#252;rfte freilich nur von Leuten erarbeitet werden, denen man gen&#252;gend Wissen und F&#228;higkeiten zutraut, dies angemessen zu tun, also nicht von Politikern, die sich E-Mails nach wie vor ausdrucken lassen <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>

<p>Ich hielte es f&#252;r keinen Eingriff in die gesetzlich verankerte p&#228;dagogische Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern, bek&#228;me jede und jeder eine Dienstemailadresse, die verpflichtend mind. an den Tagen abzurufen w&#228;re, an denen die Kollegen in der Schule sind, wo Dienstrechner verf&#252;gbar sind. </p>

<p>Solange es aber nicht als seltsam angesehen wird, dass Lehrer und Lehrerinnen sich teilweise dem Leitmedienwechsel offensiv verweigern, solange nicht verbindlich eingefordert wird, dass Medienkompetenz ebenso wie Sprach- und Schreibkompetenz in allen F&#228;chern zu f&#246;rdern ist, solange wird sich Schule weiter ver&#228;ndern, worauf Lehrer weiter mit Restriktionen reagieren werden, um den StatusQuo zu bewahren, um die Ver&#228;nderungen vielleicht doch noch zu verhindern, wodurch die Atmosph&#228;re in den Schulen zunehmend von dem nicht reflektierten Konflikt zwischen „digitalen Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ im au&#223;erschulischen Alltag und der vor diesem Alltag „gesch&#252;tzten“ Schule gepr&#228;gt wird.</p>

<p>Der Leitmedienwechsel wird zu einer neuen Lernkultur f&#252;hren.</p>

<p>Die sich mit ihm ergebenden M&#246;glichkeiten und Risiken wollen reflektiert Einzug in die Schulwirklichkeit finden. </p>

<p>Um diesen reflektierten Umgang mit dem Leitmedienwechsel leisten zu k&#246;nnen, m&#252;ssen Lehrer und Lehrerinnen lernen. </p>

<p>Ja, das ist mit Arbeit verbunden. Aber diese Arbeit ist nicht zu vermeiden, soll sich in der Schule nicht ein Dauerkonflikt zwischen „digitalen Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ (das Vorhandensein einer dienstlichen  E-Mail-Adresse ist eine solche, der gemeinfreie Klassiker auf dem E-Book-Reader bzw. dem Smartphone oder dem Tablet ist gerade dabei eine solche zu werden) und analoger Beharrlichkeit festsetzen, der dem Auftrag der Schule und somit der P&#228;dagogen in der Schule zuwider liefe.</p>

<p>Schule „muss“ sich nicht ver&#228;ndern; Schule ver&#228;ndert sich angesichts des Leitmedienwechsels einfach; sie tut das einfach, v&#246;llig ohne „Muss“. </p>

<p>Die Frage lautet also, wie sehr die an der Gestaltung von Schule beteiligten Professionellen professionell in der Lage sind, diese Ver&#228;nderungen wahrzunehmen, zu beschreiben, zu reflektieren und dann in die Didaktik und Methodik der F&#228;cher zu integrieren. </p>

<p>Das ist f&#252;r alle Beteiligten eine Herausforderung. Und deshalb muss die Herausforderung noch umfassender beschrieben werden: Wie sehr sind Politik und gesamtgesellschaftliche Stimmungen bereit und in der Lage, den an der Gestaltung von Schule beteiligten Professionellen professionelle Fortbildungsm&#246;glichkeiten zu geben, die keine Zusatzbelastungen sind, sondern durch Entlastungen an anderen Stellen eigentlich erst erwartbar und m&#246;glich werden. </p>

<p>Solange dies nicht geschieht, ist freilich nicht unbedingt zu erwarten, dass Lehrer und Lehrerinnen die Kraft, Energie und Bereitschaft aufbringen (k&#246;nnen), sich den faktischen Ver&#228;nderungen von Schule im digitalen Kontext zu stellen; solange ist es durchaus nachvollziehbar, dass vielen Lehrer und Lehrerinnen der an „analogen Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ orientierte Schulalltag der „sicherere Grund“ zu sein scheint, auf dem sie agieren k&#246;nnen. </p>

<p>Doch von all dem unabh&#228;ngig: Schule ver&#228;ndert sich; Schule hat sich angesichts neuer „digitaler Selbstverst&#228;ndlichkeiten“ l&#228;ngst ver&#228;ndert. </p>

<p>Es ist Zeit, diese Ver&#228;nderungen reflexiv und praktisch  einzuholen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Apples iPad und das Schulbuch – Ger&#252;chte und Einsch&#228;tzungen</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 17:43:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[F&#252;r Hersteller von Hard- und / oder Software hat ein Monopol etwas verlockendes. Das war so bei Microsofts Windows-Betriebssystem, das erst von Gerichten und staatlichen Monopolbeh&#246;rden auf seine Grenzen hingewiesen werden musste; das gilt f&#252;r geschlossene propriet&#228;re Strukturen, wie sie &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2012/01/14/apples-ipad-und-das-schulbuch-geruchte-und-einschatzungen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r Hersteller von Hard- und / oder Software hat ein Monopol etwas verlockendes. Das war so bei Microsofts Windows-Betriebssystem, das <a href="http://www.computerwoche.de/heftarchiv/1997/51/1103489/" target="_blank">erst von Gerichten und staatlichen Monopolbeh&#246;rden auf seine Grenzen hingewiesen werden musste</a>; das gilt f&#252;r geschlossene propriet&#228;re Strukturen, wie sie Apples iOs, Amazons Kindle etc. anbieten.</p>

<p>Was w&#228;re es f&#252;r ein Coup, k&#228;me man mit seinen Produkten in die Schulen hinein, zumindest in die finanziell relativ gut ausgestatteten Schulen der Industrienationen!</p>

<p>Microsoft ist dieser Coup schon gegl&#252;ckt: Ich kenne wenige Schulen, die nicht mit deren Betriebssystem arbeiten und so die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen an Windows gew&#246;hnen. „Word“ war ja nicht umsonst lange Zeit „Quasi-Standard“ bei Textverarbeitungsprogrammen. Das wird kaum noch thematisiert, aber in den meisten Schulen herrschen nach wie vor propriet&#228;re Systeme aus dem Hause Microsoft.</p>

<p>Das hat aber nicht verhindern k&#246;nnen, dass es Lehrer gibt, die andere Plattformen nutzen, sowohl propriet&#228;re als auch freie.</p>

<p>Das hat nicht verhindert, dass Sch&#252;ler privat auf anderen Plattformen arbeiten.</p>

<p>Nun aber gibt es Ger&#252;chte, dass ein weiterer Computerherrsteller einen Initiative zur Besetzung des Schulmarktes starten wolle. Apple, so hei&#223;t es, plane Kooperationen mit Schulbuchverlagen und wolle das iPad 2 massiv als Tr&#228;ger von Schulb&#252;chern und als Arbeitsger&#228;t in die Schulen hinein bringen.</p>

<p>Angeblich, so vernahm ich es aus dem unmittelbaren Schulbuchverlage-Umfeld, suche Apple auch schon Kooperationspartner in Deutschland.</p>

<p>Bereits auf der Buchmesse in Frankfurt erfuhr ich, dass die Schulbuchverlage an einer App arbeiten, die zur <a href="http://www.didacta-hannover.de/" target="_blank">Didacta</a> vorgestellt werde.</p>

<p>Ob das mehr als Ger&#252;chte sind, wei&#223; ich nicht. Ich nenne sie hier aber, weil sich in Gespr&#228;chen mit unterschiedlichen Personen diese Informationen f&#252;r mich verdichtet haben.</p>

<p>Aus meiner Sicht w&#228;re es logisch, wenn Apple in den Bildungssektor wollte. Microsoft hat vorgemacht, dass das geht.</p>

<p>Au&#223;erdem bietet Apple mit dem iPad eine geschlossene Plattform, was mehr Lehrern sympathisch sein d&#252;rfte, als Vertreter offener Plattformen vermuten d&#252;rften, denn viele Lehrer wollen so ziemlich alles kontrollieren k&#246;nnen, was Sch&#252;ler an Rechnern tun, sodass es in PC-R&#228;umen bereits heute in der Regel eine Software gibt, die Lehrenden Zugriff auf alle Bildschirme gibt und Interaktion mit den Nutzern dieser Rechner erlaubt.</p>

<p>Schulen arbeiten bis heute in der Regel nicht mit offenen, frei verf&#252;gbaren Bildungsmedien und Technologien. Statt freier Software auf Linuxbasis wird propriet&#228;re Software genutzt; statt freie Bildungsmedien zu kreieren, verf&#252;gbar zu machen und zu nutzen, werden Schulb&#252;cher und propriet&#228;re Arbeitsmaterialien nach wie vor sehr h&#228;ufig eingesetzt.</p>

<p>Die Angst der Bildungsmedienersteller vor „Digitalisaten“ aus Lehrerhand wurde in der <a title="Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!" href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/">„Schultrojaner“-Diskussion </a>der vergangenen Wochen <a title="Phantomdebatte? – Kommentar zu einer „Wortregelung“ in Sachen „Schultrojaner“" href="http://herrlarbig.de/2011/12/12/phantomdebatte-kommentar-zu-einer-wortregelung-in-sachen-schultrojaner/">sehr deutlich</a>. (Und nebenbei: Es wurde von den Verlagen her nach wie vor kein offener Dialog mit den Lehrern und Lehrerinnen gesucht, es fand alleine ein Treffen von Lehrerverb&#228;nden, der Kultusministerkonferenz und den Schulbuchverlagen statt.)</p>

<p>Schulbuchverlage brauchen, um ihre Markt-Macht in den Schulen zu behalten und zu festigen, eine L&#246;sung, die das Schulbuch in das digitale Zeitalter bringt.</p>

<p>Schulbuchverlage werden dabei kaum auf offene Standards setzen wollen und k&#246;nnten also durchaus Zielgruppe eines Unternehmens wie Apple sein. Das iPad bietet gen&#252;gend Geschlossenheit, um sicherzustellen, dass blo&#223; kein b&#246;ser Lehrer „Digitalisate“ der digitalen Schulb&#252;cher erstellt, genug Geschlossenheit, um den Schulbuchmarkt weiter attraktiv zu halten.</p>

<p>Es k&#246;nnte eine starke Lobby geben, die eine solche Kooperation zwischen Schulbuchverlagen und Apple als Produzenten des iPads, bef&#252;rworten d&#252;rfte.</p>

<p>Es k&#246;nnte aber auch passieren, dass die deutschen Schulbuchverlage die Kooperation mit Apple verweigern und weiter auf analoge B&#252;cher und eine eigene App-L&#246;sung setzen w&#252;rden. – Ob Verhandlungen zwischen Apple und Schulbuchverlagen konkret stattgefunden haben, konnte ich den Ger&#252;chten nicht entnehmen, geschweige denn, wie diese ausgegangen sind.</p>

<p>Ich selbst w&#252;rde mir andere, <a title="#OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (&amp; Update zu #schultrojaner)" href="http://herrlarbig.de/2011/11/08/oer-offene-bildungsmedien-ich-will-taten-sehen-update-zu-schultrojaner/">offene L&#246;sungen</a> w&#252;nschen, die nicht auf eine spezielle Hardware und nur f&#252;r diese verf&#252;gbare Apps aufbauten.</p>

<p>Unterrichtsmaterial muss die Freiheit lassen, es auf Rechnern der eigenen Wahl nutzen zu k&#246;nnen. So sch&#228;tze ich <a href="http://www.digitaleschulebayern.de/" target="_blank">browsergest&#252;tzte Zug&#228;nge zu Lernmaterialien</a>, die von jeder Plattform aus genutzt werden k&#246;nnen und nicht auf spezielle Hardware angewiesen sind.</p>

<p>Andererseits: Wenn Schulen von Schulb&#252;chern auf digitale Bildungsmedien umstellen sollen / wollen, so w&#252;rden sie einheitliche Ger&#228;te ben&#246;tigen, wenn man nicht darauf bauen wollte, dass jeder Sch&#252;ler und jede Sch&#252;lerin ein eigenes, elternfinanziertes digitales Endger&#228;t h&#228;tte, was letztlich die Lehrmittelfreiheit, die in manchen Bundesl&#228;ndern nach wie vor gegeben ist, in Frage stellen w&#252;rde.</p>

<p>Die Lehrmittelfreiheit, so sie auch die Datentr&#228;ger umfassen soll, verlangt also einheitliche Ger&#228;teinfrastrukturen f&#252;r zumindest eine Schule. – Diese L&#252;cke scheint Apple nun besetzen zu wollen.</p>

<p>Ich stelle mir vor, dass Apple die iPads in Kooperation mit den Schulbuchverlagen vertreiben – n&#228;heres werden wir <a href="http://www.zeit.de/digital/mobil/2012-01/apple-ipad-schulen-schulbuch/komplettansicht" target="_blank">in wenigen Tagen erfahren</a> – und die Schulbuchverlage aus Gr&#252;nden der Gewinnmaximierung darauf verzichten w&#252;rden, ihre digitalen Schulb&#252;cher f&#252;r unterschiedliche Tablet-Plattformen verf&#252;gbar zu machen.</p>

<p>Es gibt <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b1f19f3b" target="_blank">kritische Stimmen</a>, die mich in ihrer harschen Art &#252;berraschen, da sie bez&#252;glich des Windows-Dauerzustandes an vielen deutschen Schulen eher zur&#252;ckhaltend vernehmbar waren (eigentlich sogar gar nicht).</p>

<p>F&#252;r Ersteller freier Bildungsmedien, den sog. Open Educational Ressources (OER), ergibt sich nicht erst angesichts der Ger&#252;chte um den Einstieg Apples in den Schulbuchsektor die Notwendigkeit darauf zu achten, diese Bildungsmedien so zug&#228;nglich wie nur m&#246;glich zu erstellen und zu verbreiten.</p>

<p>OER m&#252;ssen grunds&#228;tzlich von jedem Endger&#228;t mit jeder beliebigen Plattform erreichbar und zu nutzen sein.</p>

<p>Die vermutete, in Ger&#252;chten angek&#252;ndigte, vielleicht Wirklichkeit werdende Initiative Apples k&#246;nnte einen Nebeneffekt haben, der viel positiver ist, als es das reflexartige „Da ist ein Weltkonzern, der propriet&#228;re Hard- und Software durchdr&#252;cken, gleichzeitig die Kinder als Kunden aufbauen und an sich binden will und das ist b&#246;se!“ vermuten l&#228;sst.</p>

<p>Wenn man will, dass in Schulen digital vernetzte Strukturen produktiv f&#252;r Zwecke des Lernens genutzt werden, reichen nicht nur zwei, drei Computerr&#228;ume aus.</p>

<p>Wenn man digital unterst&#252;tzte Lernprozesse in Schulen haben will, dann braucht man daf&#252;r Hardware, Software, Netzinfrastruktur, idealerweise WLan.</p>

<p>Wo bitte soll das alles herkommen, angesichts der Finanzausstattung der Schulen, angesichts der heiklen Haushaltslagen, mit denen Schultr&#228;ger agieren m&#252;ssen?</p>

<p>Wie soll Zugang zu so interessanten OER-Materialien im Unterricht m&#246;glich sein, wie sie z. B. <a href="http://www.zum.de/Faecher/M/mathematik-digital/" target="_blank">Mathematik Digital</a> anbietet, wenn die Hardware und der Internetzugang gar nicht vorhanden sind?</p>

<p>Klar, die Kritik, wie sie <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b1f19f3b" target="_blank">fefe</a> <del>&#228;u&#223;ert</del> verlinkt, fragt grunds&#228;tzlicher, ob hier an propriet&#228;re, geschlossene Systeme gew&#246;hnt werden solle (Verschw&#246;rungstheorie). Dass eine solche Gew&#246;hnung aber auch schon mit propriet&#228;ren Tintenpatronen-Formaten f&#252;r Schulf&#252;ller stattfindet, sei nur erw&#228;hnt.</p>

<p>Sollte Apple die Initiative ergreifen – oder ein anderer Anbieter, das ist mir egal, Hauptsache es tut endlich mal einer –, sollte auf diesem Wege tats&#228;chlich Hardware in Koppelung mit Schulb&#252;chern ihren Weg in die Schule finden und w&#228;re diese Hardware nicht nochmal zus&#228;tzlich verschlossener als sie es schon ist, z. B. durch Zugangsbeschr&#228;nkungen ins Internet, die auch OER-Seiten betr&#228;fen, dann b&#246;te sich die Chance, dass, so die Ger&#252;chte auch nur einen Teil der Wahrheit wiedergeben, Apple als Katalysator wirken k&#246;nnte, was die angesichts des Leitmedienwechsels notwendige Ver&#228;nderung von Schule und Unterricht angeht.</p>

<p>Es ist das eine, digital gest&#252;tzte Lernprozesse, digital erm&#246;glichte Zug&#228;nge zu Wissen und damit verbundene M&#246;glichkeiten des Zuwachses von Autonomie Lernender gut zu hei&#223;en.</p>

<p>Die andere Seite ist dann aber, dass man Antworten finden muss, wie solche Ver&#228;nderungsvorstellungen mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet werden k&#246;nnen, um sie umzusetzen.</p>

<p>Ich bewerte an dieser Stelle die Ger&#252;chte noch nicht abschlie&#223;end, da Apple immer f&#252;r &#220;berraschungen gut ist.</p>

<p>Ich f&#228;nde die Vorstellung sympathisch, dass es einen Ansto&#223; g&#228;be, der den Ver&#228;nderungsprozess in Schulen aktiv unterst&#252;tzen w&#252;rde; einen Ansto&#223;, der auch denjenigen, die bislang darauf verwiesen, dass es f&#252;r digitale Endger&#228;te im Unterricht kaum Schulb&#252;cher (in Deutschland) g&#228;be, ein wenig die Argumente n&#228;hme; einen Ansto&#223;, der Eltern, die sich l&#228;ngst w&#252;nschen, dass Kinder mehr an die Kompetenzen herangef&#252;hrt w&#252;rden, die f&#252;r eine aufgekl&#228;rte Bew&#228;ltigung des Leitmedienwechsels notwendig sind, neue Argumente gegen&#252;ber den Schulen, den Schultr&#228;gern und der Bildungspolitik g&#228;be.</p>

<p>Klar, das kann man alles auch viel kritischer sehen, man kann Verschw&#246;rungen vermuten, die die Kinder abh&#228;ngig von einer Plattform machen wollen etc. Auch ich k&#246;nnte so argumentieren, habe mich aber entschieden, an dieser Stelle dem Chancenblick Vorzug zu geben, da es die Kritik sowieso geben wird.</p>

<p>Wenn die Ger&#252;chte stimmen, w&#228;re mein Blick auf das, was da kommt, mit der Frage verbunden, wie ich das Angebot gegebenenfalls – in Frankfurts Schulen gibt es kein WLan, weil der Schultr&#228;ger das scheinbar nicht will, was die Umsetzung potentieller M&#246;glichkeiten bislang auf Lan-Optionen beschr&#228;nkt – nutzen k&#246;nnte, um zum Beispiel auch freie Bildungsmedien in den Unterricht zu integrieren, da mich ja niemand zwingen kann, nur die Schulb&#252;cher zu nutzen, die dann vielleicht in digitaler Form vorliegen w&#252;rden.</p>

<p>Es w&#228;re ein pragmatischer Blick, der aber auch die Frage geschlossener Systeme in der Schule thematisieren w&#252;rde, um nicht zu einer neuen „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/M&#252;ndigkeit_(Philosophie)" target="_blank">selbstverschuldeten Unm&#252;ndigkeit</a>“ beizutragen.</p>

<p>Warten wir ab, was letztlich pr&#228;sentiert werden wird. Im Idealfall w&#228;re es etwas, das Fahrt in den Sektor der Unterrichtsmaterialien bringen w&#252;rde, etwas, das andere Anbieter aufwecken w&#252;rde, sodass letztlich doch einen Vielfalt von Angeboten digitaler Unterst&#252;tzung des Lernens und zum Aufbau personalisierter Lernumgebungen entst&#252;nde, aus dem Schulen dann w&#228;hlen k&#246;nnen…<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Phantomdebatte? – Kommentar zu einer „Wortregelung“ in Sachen „Schultrojaner“</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 15:19:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich kann es nicht mehr h&#246;ren: Es handele sich bei der Diskussion um den „Schultrojaner“ um eine Phantomdebatte. So lassen es die Verantwortlichen bei KMK und vds-Bildungsmedien, dem Lobbyverband der Schulbuchverlage, verlauten. Es g&#228;be diese Software doch noch gar nicht und &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/12/12/phantomdebatte-kommentar-zu-einer-wortregelung-in-sachen-schultrojaner/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann es nicht mehr h&#246;ren: Es handele sich bei der Diskussion um den „<a title="Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!" href="http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage/" target="_blank">Schultrojaner</a>“ um eine <a href="http://netzpolitik.org/2011/podiumsdiskussion-zum-schultrojaner/" target="_blank">Phantomdebatte</a>. So lassen es die <a href="http://taz.de/Urheberrecht-in-deutschen-Schulen/!83517/" target="_blank">Verantwortlichen bei KMK und vds-Bildungsmedien</a>, dem Lobbyverband der Schulbuchverlage, verlauten.</p>

<p>Es g&#228;be diese Software doch noch gar nicht und solange es sie nicht g&#228;be, m&#252;sse man auch nicht &#252;ber sie diskutieren, ja, k&#246;nne man nicht einmal &#252;ber sie reden.</p>

<p>Fakt ist, dass die Entwicklung einer solchen Software im Vertrag zwischen den Schulbuchverlagen und der Kultusministerkonferenz vereinbart wurde. Diese Vereinbarung ist kein Phantom, sondern Teil eines <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">geltenden Vertrages</a>.</p>

<p>Die <a title="Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!" href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/" target="_blank">Diskussion</a> dreht sich um diese Vereinbarung. Zu behaupten, man diskutiere &#252;ber etwas, das es gar nicht g&#228;be, ist ein Fehlschluss, ein rhetorischer Kniff, um die Diskutanten zu diskreditieren, denn es spr&#228;che ja nun wirklich nicht f&#252;r einen angemessenen Gebrauch der Vernunft, diskutierte man &#252;ber etwas, das rein fiktiv ist.</p>

<p>Die Diskussion dreht sich um Grunds&#228;tzliches. Diesen Grundsatzfragen versucht aus dem Weg zu gehen, wer sich der Diskussion mit dem Argument verweigert, es handele sich beim Diskussionsgegenstand doch nur um ein Phantom.</p>

<p>Was aber geschieht, wenn man <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/&#220;berwachungsstaat" target="_blank">die Geister nicht mehr los wird, die man rief</a>, steht in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Zauberlehrling" target="_blank">„Der Zauberlehrling“</a> geschrieben, jenem Gedicht Goethes, das zeigt, was passiert, wenn man mithilfe einer sprachlichen Formel (analog zum Vertrag zwischen Schulbuchverlagen und KMK) einen Geist freil&#228;sst, den man gar nicht will.</p>

<p>Es geht um grunds&#228;tzlichere Frage, als um die Frage, ob es die Software schon gibt oder nicht.</p>

<p>Im Zentrum steht die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grundrecht_auf_Gew&#228;hrleistung_der_Vertraulichkeit_und_Integrit&#228;t_informationstechnischer_Systeme" target="_blank">Vertraulichkeit und Integrit&#228;t informationstechnischer Systeme</a>, bei der es sich immerhin um ein Grundrecht handelt.</p>

<p>Es geht um die Frage, ob ein Zusammenschluss privater Unternehmen und Verwertungsgesellschaften eine Software programmieren (lassen) darf, die dann von staatlichen Schultr&#228;gern zum verdachtsunabh&#228;ngigen, stichprobenartigen Scannen der Rechner genutzt werden soll, die von Lehrern und Lehrerinnen im Rahmen des &#246;ffentlich zug&#228;nglichen Netzes in Schulen genutzt werden.</p>

<p>Es geht um die Einstellung und das (Grund)Rechtsverst&#228;ndnis, das im vorhandenen Vertrag – nein, der ist kein Phantom, der ist geschlossen, unterschrieben, g&#252;ltig, vorhanden, <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">nachlesbar</a> und somit alles andere also als ein Phantom – zum Ausdruck kommt.</p>

<p>Dem Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrit&#228;t informationstechnischer Systeme stehen im Vertrag die Interessen der Schulbuchverlage gegen&#252;ber, wobei Grundrechte h&#246;her stehen als diese Interessen, die im begr&#252;ndeten Verdachtsfall sowieso eingefordert werden k&#246;nnen.</p>

<p>Ich kann es nicht mehr h&#246;ren, wenn die Vertragspartner behaupten, es handele sich bei der Diskussion um den Schultrojaner um eine Phantomdebatte.</p>

<p>Wer das behauptet, der will ablenken oder muss sich die Frage stellen lassen, ob Grundrechte – und um diese dreht sich die Debatte eigentlich! – ein Phantom sind oder ein Gut, das nicht mal so eben nebenbei durch Einzelinteressen in Frage gestellt werden darf.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>„Altes Buch“ – oder: Wie ein Sch&#252;ler Schule erlebt (Gastbeitrag)</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 21:46:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[W&#228;hrend ich dem Stream zur Veranstaltung „Schulbuchtrojaner. Urheberschutz oder Gefahr f&#252;r die Freiheit von Lehre und Forschung?“ folgte, fragte mich Moritz, der Sch&#252;ler ist, via Twitter: @herrlarbig: was genau ist eigentlich dieser &#8220;schultrojaner&#8221; von dem ich dauernd lese? Ich habe &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/12/07/altes-buch-oder-wie-ein-schuler-schule-erlebt-gastbeitrag/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>W&#228;hrend ich dem <a href="http://www.boell.de/calendar/VA-viewevt-de.aspx?evtid=10604" target="_blank">Stream zur Veranstaltung „Schulbuchtrojaner. Urheberschutz oder Gefahr f&#252;r die Freiheit von Lehre und Forschung?“ folgte</a>, fragte mich Moritz, der Sch&#252;ler ist, via <a href="https://twitter.com/dertypausff/status/144484239096823808" target="_blank">Twitter</a>:</p>

<blockquote><address>@herrlarbig: was genau ist eigentlich dieser &#8220;schultrojaner&#8221; von dem ich dauernd lese?</address></blockquote>

<p>Ich habe das dann erkl&#228;rt, ein paar Links geschickt und eine Weile sp&#228;ter <a href="https://twitter.com/dertypausff/status/144500075626889216" target="_blank">schrieb</a> <a href="https://twitter.com/dertypausff/status/144500154760822784" target="_blank">Moritz</a>:</p>

<blockquote><address>@herrlarbig beim aspekt &#8220;bildung&#8221; musses wirklich mal n ruck geben, alles auf der erde hat sich ver&#228;ndert und wir hocken noch genauso wie  unsere eltern vor 50 jahren &#252;berm tisch und lesen b&#252;cher …</address></blockquote>

<p>Darauf <a href="https://twitter.com/herrlarbig/status/144500613911281664" target="_blank">fragte ich</a>:</p>

<blockquote><address>@DerTypAusFF schreiben Sie mir einen Gastbeitrag f&#252;r herrlarbig.de? Thema: Sch&#252;ler will, dass es bei Bildung einen Ruck gibt!</address></blockquote>

<p>Die <a href="https://twitter.com/dertypausff/status/144501135510736896" target="_blank">Antwort</a> war eindeutig: „Klar.“</p>

<p>Und dann kam dieser Beitrag inklusive Beweisfoto. Herzlichen Dank an Moritz, der mir die Genehmigung erteilt hat, diesen Beitrag hier zu ver&#246;ffentlichen.</p>

<h1>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</h1>

<h1>Kommentierte Kurzgeschichte: „Altes Buch“</h1>

<h1><em>Einleitung:</em></h1>

<p><em>Alles hat sich ver&#228;ndert. Man kann es drehen und wenden, aber es ist, wie es ist. Die Globalisierung ist t&#228;glich pr&#228;sent, Regierungen haben im Laufe der Zeit gewechselt, unsere Umwelt hat sich ver&#228;ndert und unser Alltag ist anders als der von vor 40 Jahren. </em></p>

<p><em> Ich denke diese Sachen kann und will auch keiner leugnen. </em></p>

<p><em>Doch! Ich will! Ich bin Sch&#252;ler und wenn ich ehrlich bin, hat sich mein Alltag nicht ver&#228;ndert. Es geht um einen Ort, den wir alle kennen, weil wir alle mal dort waren oder (wie in meinem Falle) noch dort sind. </em></p>

<p><em>Es folgt die Sicht eines Sch&#252;lers (mir) &#252;ber die Situation bzw. &#252;ber die „ungl&#252;ckliche“ Lage, in der ich mich als Sch&#252;ler momentan befinde. Durch das Internet und auch durch Kommentare von meinen Eltern, bin ich dazu angeregt worden, mir mal das „aktuelle“ Bildungssystem anzuschauen. </em></p>

<p><em>Um meine „Sicht“ zu verdeutlichen, verfasse ich eine subjektive (und durchaus auch suggestive Kurzgeschichte):</em></p>

<p>Michael sitzt vor 30–40 Jahren in seinem Klassenraum und ist ein normaler Sch&#252;ler. Er ist unausgeschlafen, schaut nach vorne und h&#246;rt dem Lehrer zu. Zumindest versucht er es (wirklich).</p>

<p>Irgendwann ist der Lehrer fertig mit seinen Erkl&#228;rungen und Antworten und diktiert eine Seite, die die Sch&#252;ler aufzuschlagen und zu bearbeiten haben. Michael fragt einen seiner Mitsch&#252;ler nochmal nach der Seite und schl&#228;gt sie auf. Er schaut sich die Aufgaben an und f&#228;ngt an zu schreiben. Es ist eine l&#228;ngere Aufgabe und er sitzt lange daran… sehr lange… Michael merkt, dass er den Sprung von den W&#246;rterketten zu in der Realit&#228;t anwendbaren Aufgaben einfach nicht hinbekommt und verzweifelt. Er verurteilt das Medium „Buch“. „Bl&#246;der Lehrer, warum gibt er uns denn B&#252;cher? Soll er doch was an die Tafel malen und uns dazu was sagen!“</p>

<p>30–40 Jahre sp&#228;ter. Michael ist Vater und gl&#252;cklicher Freiberufler. Mit B&#252;chern schl&#228;gt er sich jetzt nicht mehr rum. Sein Sohn Felix geht nun auch in die Schule und ist schon etwas l&#228;nger mit der Grundschule fertig. Michael ist ein f&#252;rsorgender Vater und fragt jeden Abend beim Abendessen, was Felix heut gelernt habe. Meistens kriegt er eine klare und stolze Antwort.</p>

<p>Dann bekommt Felix G8. Davon hat Michael mal was in den Nachrichten geh&#246;rt, „fand er irgendwie nicht so gut“. Falls sich Felix und Michael mal zum Abendessen sehen, so ist Felix von der Schule so entkr&#228;ftet, dass er Essen und dann Schlafen will. Keine Erkl&#228;rungen, keine Antworten – nichts. Einfach nur das Thema „Schule“ f&#252;r den Tag abhaken.</p>

<p>Michael ist verwundert. Was er nicht wei&#223;: Das, was ihn damals den Glauben an das „Buch“ hat verlieren lassen hat, verfolgt nun das Kind. Und zwar doppelt und dreifach. Dieses Etwas gibt es n&#228;mlich immer noch. Anstatt die Nachmittage nun frei zu haben, wird das durch G8 abgezogene Schuljahr einfach durch mehr Stunden nach 13:00 Uhr ausgeglichen. Teilweise hat Felix nun das Pech, von 7:45–18:00 Uhr in der Schule sein zu m&#252;ssen und den Tag nur durch die Fenster der Schule mitkriegen zu k&#246;nnen. Vergleicht man mal Felix&#8217; und Michaels Kindheit, so merkt man, dass sich tats&#228;chlich alles ge&#228;ndert haben sollte. W&#228;re da nicht das „Buch“.</p>

<p>Der Vater ist l&#228;ngst im Zeitalter von Computer und anderen Medien angekommen, das Kind ist sowieso reingeboren worden. Wie soll es f&#252;r das Kind m&#246;glich sein, mit etwas zu lernen, was es so nie anwenden wird? Wir sind im Zeitalter der Technik, in dem der Globalisierung – alles – ja sogar unsere Umwelt hat sich ver&#228;ndert und trotzdem muss Felix noch so lernen wie sein Vater. Wieso? Man geht zur Schule, um sich auf das kommende Leben vorzubereiten, oder? Das Leben, also der Alltag, hat sich aber ver&#228;ndert. Nicht ver&#228;ndert hat sich jedoch die Art der Vorbereitung.</p>

<p>regierung/bildungspolitik/entwicklung.html</p>

<p>404 -&gt; sorry</p>

<p>Ein Vorschlag:</p>

<p>W&#252;rde man wirklich langfristig in neue Bildungsmethoden (/-medien) wie z.B. Tablet-PCs mit Beameranschluss f&#252;r jeden Lehrer oder Schulcomputer(-ausbildung) f&#252;r jeden Sch&#252;ler investieren, so bin ich mir sicher, dass dies bei &#252;ber 90% Anklang bei Eltern finden w&#252;rde, da diese selbst erfahren haben, dass es mit PC einfach wesentlich effizienter und einfacher ist, zu Arbeiten.</p>

<p>Ich garantiere sogar, dass &#252;ber 99% aller Sch&#252;ler sich w&#252;nschen w&#252;rden, anders zu lernen als mit B&#252;chern, die teilweise noch vorm Mauerfall verwendet wurden.</p>

<div class="mceTemp mceIEcenter"><dl id="attachment_34387" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px;"><dt class="wp-caption-dt"><a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/1g9ye1.jpg"><img class="size-full wp-image-34387" title="Schulbuch 2011" src="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/1g9ye1.jpg" alt="Schulbuch 2011" width="640" height="478" /></a><span class="Apple-style-span" style="font-weight: 300;">(<strong>Extrembeispiel, Foto selber aus eigenem Schulbuch geschossen)</strong></span></dt></dl></div>

<p style="text-align: right;"><em>Moritz</em></p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>#OER – Freie Bildungsmedien: Das Netzwerk entsteht!  #schultrojaner #ecbi11</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 23:20:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Res&#252;mee: Vor zwei Wochen wollte ich noch Taten sehen. Jetzt sehe ich sie: Wikimedia unterst&#252;tzt als Verein zur F&#246;rderung des freien Wissens, dessen bekanntestes Projekt die Unterst&#252;tzung der Wikipedia ist, die Kampagne zu freien Bildungsmedien (Open Educational Ressources – OER) mit &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/11/23/oer-frei-bildungsmedien-das-netzwerk-entsteht-schultrojaner-ecbi11/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://educamp.mixxt.de" target="_blank"><img class="alignright" style="border-style: initial; border-color: initial; margin-top: 10px; margin-bottom: 10px; border-width: 0px;" src="http://elearning2null.de/learnmedia/ecbi11/banner_285px.png" alt="EduCamp Bielefeld :: 18.-20. November 2011" width="289" height="78" border="0" /></a>
<em>Res&#252;mee: <a title="#OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (&amp; Update zu #schultrojaner)" href="http://herrlarbig.de/2011/11/08/oer-offene-bildungsmedien-ich-will-taten-sehen-update-zu-schultrojaner/">Vor zwei Wochen wollte ich noch Taten sehen</a>. Jetzt sehe ich sie: Wikimedia unterst&#252;tzt als Verein zur F&#246;rderung des freien Wissens, dessen bekanntestes Projekt die Unterst&#252;tzung der Wikipedia ist, die Kampagne zu freien Bildungsmedien (Open Educational Ressources – OER) mit Rat und Tat. Die seit 1997 im Netz aktive und etablierte Zentrale f&#252;r Unterrichtsmedien (ZUM) hat konkrete Schritte zur noch intensiveren F&#246;rderung von OER angek&#252;ndigt. Die mit gut 60000 Nutzern und Nutzerinnen bedeutende Plattform rpi-virtuell wird sich ebenso an der Vernetzung dezentral gelagerter freier Unterrichtsmaterialien beteiligen. Eine Kommunikationsdesignerin hat gemeinsam mit P&#228;dagogen und Interessierten einen Workshop zur Logoentwicklung abgehalten. Dar&#252;ber hinaus beteiligen sich Lehrer, Blogger und auch Firmen aktiv an der Kampagne zur Verbreitung von OER.</em></p>

<p><em>Ausgangspunkt dieses erneuten Versuchs, das Bewusstsein f&#252;r freie Unterrichtsmaterialien zu st&#228;rken, waren <a title="Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!" href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/">Reaktionen auf den sog. „Schultrojaner“</a>, mit dessen Hilfe verdachtsunabh&#228;ngig Schulrechner auf das Vorhandensein von Digitalisaten, also von digitalisierten Schulb&#252;chern oder sonstigen nur analog vorliegenden, vom Copyright gesch&#252;tzten Arbeitsbl&#228;ttern, gescannt werden sollen. </em></p>

<p><em>In diesem Beitrag fasse ich den Verlauf des<a href="http://educamp.mixxt.de"> Educamps in Bielefeld</a> (18.-20.11.2011) und dort gegebene Zusagen im Zusammenhang mit der Kampagne zur F&#246;rderung freier Bildungsmedien zusammen, um so den aktuellen Stand der Vernetzung darzustellen.<span id="more-34042"></span></em></p>

<p>Das Educamp in Bielefeld ist vorbei. Doch einige haben sich Arbeit mit nach Hause genommen – zumindest die Verantwortung einer Zusage zur Mitarbeit am Verbreiten des Gedankens, dass Unterrichtsmaterial bevorzugt unter <a href="http://de.creativecommons.org/">Creative-Commons-Lizenz</a> und somit unter dem Label „Open Educational Ressources“ (OER) erscheinen sollte.</p>

<p>Der Reihe nach: Am Samstag Morgen begann das Educamp in Bielefeld. Von unterschiedlichen Seiten wurde ich angesprochen, ob ich denn eine Session zum „Schultrojaner“ und zu freien Unterrichtsmaterialien anbieten w&#252;rde. Ich verneinte die Frage zun&#228;chst, darauf bauend, dass dieses Thema schon auf die Tagesordnung kommen werde, auch ohne dass ich vorpresche, als ob ich momentan keine anderen Themen mehr kennen oder mich gar f&#252;r keine anderen Themen mehr interessieren w&#252;rde.</p>

<p>Es wurde dann auch Thema. Explizit griff <a href="http://netzfaktorei.de/">D&#246;rte Giebel</a> (Twitter: <a href="https://twitter.com/#!/diegoerelebt">@diegoerelebt</a>) das Thema in einer <a href="http://www.freie-bildungsmedien.de/pad/ro/r.uVGn9eNgCFstI8e8">Session zur Methodik freier Unterrichtsmaterialien</a> auf und auch in anderen Sessions spielte es unter der Oberfl&#228;che immer wieder eine Rolle. – Aber im Sinne eines Vorantreibens des Gedankens, dass freie Unterrichtsmaterialien st&#228;rker in das Bewusstsein von Lehrenden und Lernenden r&#252;cken sollten, entwickelte sich erst im Laufe des Samstags eine Dynamik, die dann am Sonntag Konsequenzen hatte.</p>

<p>Im Verlauf des Samstags konnte ich in einigen Gespr&#228;chen etwas von der Stimmung auffangen, die mit der Frage von freien Unterrichtsmaterialien verbunden ist.</p>

<p>Dabei bemerkte ich immer wieder, welch B&#228;rendienst sich die <a href="http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage/">Schulbuchverlage</a> mit der vertraglichen Zusicherung der Nutzung einer von ihnen zur Verf&#252;gung gestellten Software durch die Schultr&#228;ger zur verdachtsunabh&#228;ngigen &#220;berpr&#252;fung &#246;ffentlich zug&#228;nglicher Schulcomputer und &#246;ffentlich zug&#228;nglicher Bereiche auf solchen Schulcomputern, auf denen es auch nicht &#246;ffentliche Accounts gibt, geleistet haben. Immer wieder kam der Hinweis, dass letztlich diese – &#246;ffentlichkeitswirksam „Schultrojaner“ genannte – Software, in vielen F&#228;llen einen Prozess des Umdenkens losgetreten habe, in dessen Zentrum die Frage nach Nutzungsmodellen von Unterrichtsmaterialien stehe, die ausdr&#252;cklich Nutzung, Vervielf&#228;ltigung in analoger und digitaler Form und auch deren Ver&#228;nderung zulasse.</p>

<p>Es wurde im Rahmen der Gespr&#228;che, auch schon vor dem Educamp, deutlich: Es gibt bereits eine ganze Menge an frei lizensiertem Material, dessen sich viele Lehrer und Lehrerinnen gar nicht bewusst sind.</p>

<p>Es wurde aber auch klar, dass vielen Lehrenden nicht bewusst ist, dass Material ohne Lizenzangabe automatisch den Regeln des Copyrights unterworfen sind – und eben nicht „frei“ genutzt werden kann.</p>

<p>In diesem Sinne zeichnete sich ab, dass es tats&#228;chlich auch Rechtsfragen sind, die im Zentrum einer Kampagne f&#252;r die Verbreitung von OER stehen m&#252;ssen, denn jedes „freie“ Unterrichtsmaterial braucht eine <a href="http://de.creativecommons.org/">Nutzungslizenz</a>.</p>

<p>Mich hat es im Nachhinein &#252;brigens sehr &#252;berrascht, dass das Thema der Materialerstellung und die damit verbundenen Lizensierungsfragen in meiner Lehrerausbildung nie eine Rolle spielten, obwohl diese Kompetenz doch zu jenen Arbeitsbereichen geh&#246;rt, in denen Lehrende in der Regel aktiv werden. Das aber nur am Rande.</p>

<p>Die Gespr&#228;che waren auf den ganzen Samstag verteilt – und am Abend war dann beim gem&#252;tlichen Teil sehr schnell klar: Am Sonntag muss es darum gehen, N&#228;gel mit K&#246;pfen zu machen. Es erwies sich als sinnvoll, Sessions zu b&#252;ndeln, die das Thema OER auf das Programm bringen wollten, und nicht alleine bei der Sessionvorstellung aufzutreten, sondern in der Gruppe derer, die aktiv an diesem Thema dran sind oder sein wollen.</p>

<p>Es hatte sich gezeigt, wie das Netzwerk zum jetzigen Zeitpunkt aussieht. Dieses Netzwerk galt es nun sichtbar zu machen, denn wenn ich mir Gedanken &#252;ber dezentrale Strukturen bei der Organsiation von freien Unterrichtsmaterialien machen, bringt es wenig, wenn ich alleine Sessions zum Thema anbiete.</p>

<p>Diese dezentrale Vernetzungsstruktur zeichnete sich im Laufe des Samstags als eigentlich bereits existent ab und trat dann am Sonntag gemeinsam auf.</p>

<p><a href="https://twitter.com/#!/christian_ebel">Christian Ebel</a> als Veranstalter war es aber, der den Ansto&#223; gab, dem Sonntag einen gewissen OER-Schwerpunkt zu geben. Hatten wir zun&#228;chst noch dar&#252;ber nachgedacht, zeitlich parallel mehrere Sessions zum Thema anzubieten, regten <a href="http://www.joeran.de/">J&#246;ran Muu&#223;-Meerholz</a> und <a href="http://www.edushift.de/">Felix Schaumburg</a> an, eine Fl&#228;che des Educamps am Sonntag nur mit OER-Sessions zu f&#252;llen und so die am Thema Interessierten zu b&#252;ndeln.</p>

<p>Diese L&#246;sung hat sich als sehr effizient erwiesen, denn im Verlaufe des Sonntags geschah genau das, was ich in meinem Blogartikel zum Thema formuliert hatte: Ich will Taten sehen.</p>

<p>In vier Sessions ging es um unterschiedlichen Aspekte freier Unterrichtsmedien, wobei eben nicht nur Unterrichtsmaterialien in den Blick genommen wurden, sondern immer auch die Frage nach deren Vermittlung, Weitergabe, Sichtbarkeit.</p>

<p>Zun&#228;chst stellte <a href="http://info.blogs.rpi-virtuell.net/author/joerglohrer/">J&#246;rg Lohrer</a> eine <a href="http://www.rpii.net/">Beta-Version</a> der Material- und Kooperationsplattform <a href="http://www.rpi-virtuell.net">rpi-virtuell</a> vor, die sich auch anderen F&#228;chern als der Religion &#246;ffnen wolle, so Lohrer, und die eine L&#246;sung f&#252;r das Thema „Ordnungsstrukturen“ gesucht hat, die auf semantischer Basis funktioniert und aufgrund ihrer starken Orientierung an Verschlagwortungen ein Modell darstellt, das dazu beitragen kann, auch dezentral verf&#252;gbare Unterrichtsmaterialien verf&#252;gbar zu machen.</p>

<p>In einer zweiten Session ging es gemeinsam mit <a href="http://www.designeon.com/">Sabine Hueber</a>, deren Spezialit&#228;t „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crossmedia">crossmediale Kommunikation</a>“ ist, um die Frage, welchen Anforderungen ein Logo der OER-Kampagne gerecht werden m&#252;sse, um das Thema &#252;ber den gegenw&#228;rtigen Aktualit&#228;tsbezug hinaus sichtbar zu halten. Es ging dabei, anders als man annehmen mag, vor allem um inhaltliche Fragen, die sich in der Diskussion sch&#228;rften und auf den Punkt gebracht wurden, sodass am Ende eine Basis f&#252;r ein Logo vorhanden war, das Bez&#252;ge zur Frage der Lizenz, der Offenheit / Freiheit der Bildungsmedien und eben auch zum Education-Bereich integriert und vernetzt darstellt. Wir haben uns bei dieser Session gemeinsam daf&#252;r entschieden, Sabine Huebers Bereitschaft, uns ein Logo zu erstellen, dankbar anzunehmen und ihr den Auftrag gegeben, Entw&#252;rfe auf der Basis unserer Designstudie vorzustellen, was uns auch zugesagt wurde.</p>

<p>In einer n&#228;chsten Session stellten <a href="https://twitter.com/ernstundjan">Jan Engelmann</a> und <a href="https://twitter.com/lilienkopf">Elly K&#246;pf</a> von <a href="htt://Wikimedia.de">Wikimedia.de</a>, dem deutschen Verein zur F&#246;rderung freien Wissens, dessen wichtiges Projekt die Wikipedia ist, die Frage: „Freie Inhalte – Was fehlt euch noch“, wobei es neben einer Vertiefung der Erfahrungen, die Elly K&#246;pf im Schulprojekt von Wikimedia.de bereits gemacht hat, auch um Fragen der richtigen Lizensierung ging, aber eben auch um Fragen, wie zum Beispiel Wikisource als Alternative zur Anschaffung von Schullekt&#252;ren durch Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler genutzt werden kann.</p>

<p>Neben den stark inhaltlich gef&#252;hrten Debatten in den Sessions wurde dieser Educamp-Sonntag zentral von der Frage bestimmt, was die einzelnen Unterst&#252;tzer und Unterst&#252;tzerinnen einer Kampagne zur F&#246;rderung freier Unterrichtsmaterialien (<a href="http://scholar.google.com/scholar?q=Open+Educational+Resources&amp;hl=de&amp;as_sdt=0&amp;as_vis=1&amp;oi=scholart">Open Educational Ressources</a> – OER) konkret und kurzfristig beizutragen bereit sind. Diese Frage schloss jede Session ab und stand abschlie&#223;end im Zentrum einer letzten Session am Sonntagnachmittag, in der noch einmal gesammelt wurde, was nun an konkreten Beitr&#228;gen in den n&#228;chsten Wochen erwartet werden kann. Dabei empfinde ich jeden noch so kleinen, aber doch sehr konkreten Beitrag f&#252;r wichtig, denn in diesen Beitr&#228;gen zeigt sich, dass dezentrale Aktivit&#228;ten m&#246;glich sind, die dennoch aufeinander bezogen und somit vernetzt werden.</p>

<p>Konkret stehen nun folgende Zusagen im Raum:</p>

<ul>
    <li>Von <a href="http://wikimedia.de">Wikimedia e. V</a>., dem Verein zur F&#246;rderung des freien Wissens, dessen wichtigstes Projekt die Wikipedia ist, sagten Jan Engelmann (Leiter Politik und Gesellschaft) und Elly K&#246;pf (Projektassistentin Schulprojekt) zu, dass man ein Pilotprojekt zur Erstellung eines Schulbuches anstrebe, das auf der Basis von Creative-Commons-Lizenzen erscheinen solle. Dazu suche man ein geeignetes Bundesland und ein Fach, in dem ein solches Schulbuchprojekt m&#246;glich sei. Au&#223;erdem werde in den n&#228;chsten Wochen im Wikimediablog ein Beitrag erscheinen, der sich mit Creative-Commons-Lizenzen befasse und dabei auch auf OER eingehe. Hinzu kommt die Zusage einer „Positivliste“, die auf der Basis juristischer Recherchen u. a. die Frage nach urheberrechtlich unbedenkliche Verwertung von OER und auch die lizenzgerechte Nutzung von Wikipediainhalten darstellen soll. In diesem Zusammenhang sei ein webgest&#252;tztes Tool zur Erstellung von Lizenzabsicherungen in der Entwicklung, das dann nat&#252;rlich auch f&#252;r OER genutzt werden k&#246;nne. Man wolle dar&#252;ber hinaus an der Entwicklung einer offenen Datenbankressource mitwirken, mit deren Hilfe Metadaten &#252;ber auf verschiedenen Seiten vorhandene OER-Materialien gesammelt und ausgetauscht werden k&#246;nnen. Ausdr&#252;cklich wurden wir als Nutzer aufgefordert, Bugs, die wir auf Wikipedia, in Wikisource oder Wikibooks etc. finden, die die Nutzung f&#252;r unterrichtliche Zwecke erschweren, zu kommunizieren, sodass diese behoben werden k&#246;nnen.</li>
    <li><a href="https://www.twitter.com/empeiria">J&#246;rg Lohrer</a> sagte zu, sich bei <a href="http://www.rpi-virtuell.de">rpi-virtuell</a> daf&#252;r einzusetzen, dass offensiv auf den Open-Content-Charakter im Rahmen der Plattform hingewiesen und das Material als OER-Material erkennbar gemacht wird. Sobald das Logo als Wiedererkennungszeichen vorliegt, soll es genutzt werden. Um die Frage der Lizenzierung st&#228;rker ins Bewusstsein zu r&#252;cken, wird J&#246;rg Lohrer darauf hin wirken, dass bereits bei der Materialerfassung nach der Lizenz gefragt wird, unter die das Material gestellt werden soll.</li>
    <li>Die <a href="http://www.zum.de">Zentrale f&#252;r Unterrichtsmedien im Internet  e. V. (zum.de)</a> verf&#252;gt bereits &#252;ber <a href="http://wiki.zum.de/Hauptseite">umfangreiche Wiki-Aktivit&#228;ten</a> mit freien Unterrichtsmaterialien, die im Rahmen der Kampagne f&#252;r OER als solche st&#228;rker kenntlich gemacht werden sollen (Logo), wobei auf die Creative-Commons-Lizensierung des Materials bereits hingewiesen wird. Dar&#252;ber hinaus bietet zum.de Lehrenden an, ihre Materialien auf den Seiten des Vereins unterzubringen und verf&#252;gbar zu machen. Au&#223;erdem will der Vorsitzende der ZUM, Karl Kirst, Kontakt mit Autoren der <a href="http://www.zum.de/ZUM/autoren.htm">Autoren-ZUM</a> aufnehmen, um diese &#252;ber die M&#246;glichkeit der CC-Lizenzen aufzukl&#228;ren und so m&#246;glicherweise weiteres Material im bereits vorhandenen OER-Pool verf&#252;gbar zu machen. Dar&#252;ber hinaus sei man zur Zeit dabei, eine umfangreiche Linkdatenbank neu zu programmieren und wolle auch in diesem Zusammenhang das OER-Thema in besonderem Ma&#223;e ber&#252;cksichtigen.</li>
    <li><a href="http://www.designeon.com/">Sabine Hueber</a> hat sich bereit erkl&#228;rt, auf der Basis eines auf dem Educamp in einer Session entwickelten Vorschlages, ein Logo f&#252;r die OER-Kampagne zu erstellen, mit dessen Hilfe sichergestellt werden soll, dass das Thema im Netz sichtbar bleibt und somit aktiv Bewusstseinsarbeit betrieben wird. Das Logo selbst wird mit der Kampagnenseite verkn&#252;pft werden, die im Entstehen ist. Dort findet sich dann auch eine n&#228;here Erl&#228;uterung dessen, wof&#252;r Websites stehen, die dieses Logo f&#252;hren. Die Sessionteilnehmer und -teilnehmerinnen haben entschieden, Sabine Huebers Angebot anzunehmen und bekamen mehrere Gestaltungsversionen zur Abstimmung zugesagt.</li>
    <li><a href="http://dialoge.info">Ralf Hilgenstock</a> wird im Moodle-Kontext f&#252;r OER werben und im Rahmen seines Blogs Funktionen dokumentieren, die es sehr leicht macht, Moodle-Kurse als offene Ressourcen verf&#252;gbar zu machen.</li>
    <li><a href="http://www.eledia.de">elearning im Dialog</a> hat projektbezogene Sponsoringaktivit&#228;ten zugesagt, um OER auch dort zu unterst&#252;tzen, wo eventuell Kosten auftreten werden.</li>
    <li>Maria Eirich (<a href="http://www.mathematik-digital.de">mathematik-digital.de</a>) wird als Mathematiklehrerin reichlich vorhandenes, von ihr erstelltes Arbeitsmaterial, das bislang unter Copyright steht, in CC-Material umwandeln und zur Verf&#252;gung stellen.</li>
    <li><a href="https://twitter.com/gibro">Guido Brombach</a> verweist auf das unter CC und im Quellformat bereits verf&#252;gbare Material auf <a href="http://pb21.de">pb21.de</a> – womit die OER-Kampagne unterst&#252;tzt wird. Sobald das Logo verf&#252;gbar ist, werde man dieses nutzen und so die Sichtbarkeit der OER f&#246;rdern. Dar&#252;ber hinaus wurde auf freies Material der Plattform <a href="http://www.dotcomblog.de/">dotcomblog.de</a> hingewiesen, von der &#228;hnliche Unterst&#252;tzung erwartet werden k&#246;nne.</li>
    <li>Der <a href="http://damianduchamps.wordpress.com/">Blogger Damian Duchamps</a> hat zur Begleitung der Kampagne eine <a href="http://www.cc-your-edu.de/">Website im Aufbau</a>, die sich als Blog speziell der Frage nach Creative-Commons-Lizenzen stellen wird.</li>
    <li>Mehrere Religionslehrer haben sich entschieden, das Projekt <a href="http://www.openreli.de/">openreli</a> zu starten, mit dem Ziel, im Rahmen ihres Fachs f&#252;r OER zu werben und praktisch an Materialien zu arbeiten.</li>
    <li>herrlarbig.de wird die Kampagne als Blog weiter begleiten und dar&#252;ber hinaus eine Website zur Kampagne erstellen. Das Erstellen dieser Website und das Hosting wird von <a href="http://uberspace.de">uberspace.de</a> unterst&#252;tzt und gesponsort.</li>
</ul>

<p>Dar&#252;ber hinaus wurden folgende Unterst&#252;tzungsaktivit&#228;ten f&#252;r die n&#228;chsten ca. vier bis acht Wochen zugesagt:</p>

<ul>
    <li>Der Heidelberger Professor f&#252;r Mathematik Prof. Dr. Christian Spannagel will OER zum Thema in <a href="http://www.cspannagel.wordpress.com">seinem Blog</a> machen.</li>
    <li>Der bloggende Lehrer <a href="http://widerspiegel.wordpress.com/">Martin Kurz</a> wird &#252;ber das Thema Creative-Commons-Lizenzen schreiben.</li>
    <li><a href="http://www.thorstengross.net/">Thorsten Gro&#223;</a> hat einen Artikel zu freien Moodle-Kursen angek&#252;ndigt und wird dar&#252;ber hinaus zun&#228;chst eine Unterrichtseinheit als freien Moodle-Kurs erstellen und verf&#252;gbar machen.</li>
    <li>Mehrere Lehrende auf dem Educamp haben zugesagt, konkrete OER (konkretes freies Unterrichtsmaterial) zu entwickeln und verf&#252;gbar zu machen.</li>
    <li>Die Bielefelder Studentin Julia Riechmann wird mit Maria Eirich von zum.de Kontakt aufnehmen, um Wikieintr&#228;ge, die im Rahmen eines Seminars zur Medienkompetenz entstehen, f&#252;r die Zeit nach dem Seminar als OER nutzbar zu machen. Da das Seminar auf einer Moodleplattform betrieben wird, wird sie auch Kontakt zu <a href="http://moodle.de/">moodle.de</a> aufnehmen, sodass dieses Material auch als Moodlekurs angeboten werden kann. Voraussetzung ist, dass Seminarleitung und die Mitstudierenden als Autoren zustimmen.</li>
</ul>

<p>Au&#223;erdem in absehbarer Zeit:</p>

<ul>
<ul>
    <li>Martin Kurz und Thorsten Gro&#223; werden im M&#228;rz 2012 auf der <a href="http://moodlemoot.moodle.de/">Moodlemoot</a> in M&#252;nster einen Beitrag zu OER einbringen.</li>
    <li>Es wird &#252;ber eine Pr&#228;sentation der Kampagne und des grunds&#228;tzlichen Anliegens im Rahmen der <a href="http://re-publica.de/12/">re:publica 2012</a> nachgedacht, wobei bereits Kontakte bestehen.</li>
</ul>
</ul>

<p>Wer hier jetzt nicht genannt ist und bereits freies Unterrichtsmaterial zur Verf&#252;gung stellt (CC-Lizenz), m&#246;ge seine Angebote doch bitte in den Kommentaren erg&#228;nzen.</p>

<p>Wer sich bereit erkl&#228;ren mag, das Projekt zu unterst&#252;tzen, der oder die m&#246;ge doch bitte in den Kommentaren hinterlassen, was konkret geplant ist.</p>

<p>Das Ziel ist, freie Lernmaterialien zu entwickeln, zu verbreiten und zu vernetzen, ohne dabei die wirklich vernetzten, also dezentralen Strukturen des Netzes in Frage zu stellen, denn in dieser Dezentralit&#228;t gibt es bereits heute ganz viel Unterrichtsmaterial zu entdecken, dass kopiert, digital verwendet, ver&#228;ndert, weitergegeben werden darf. Die ersten Schritte sind getan. Jetzt gilt es dran zu bleiben, aktiv und kontinuierlich die Idee freier Bildungsmedien zu verbreiten, solche Bildungsmedien zu erstellen und daf&#252;r zu sorgen, dass diese in vernetzten Strukturen auch auffindbar und f&#252;r die Lehrenden konkret nutzbar sind.</p>

<p>In nur drei Wochen ist das hier beschriebene Netzwerk mit all den Bereitschaften zur Unterst&#252;tzung entstanden. Ich bin zuversichtlich, dass es noch einige mehr geben wird, die aktiv an und f&#252;r freie Bildungsmedien arbeiten wollen und werden. Sagt doch einfach in den Kommentaren, dass und wie ihr mitmacht.</p>

<blockquote><address>P.S. Sollte jemand seine Zusage in diesem Blogartikel nicht korrekt wiedergegeben finden, bitte ich um kurze Kontaktaufnahme. Ich habe die Zusagen nach bestem Wissen und mit Sorgfalt aus meinen Aufzeichnungen entnommen, aber es kann ja immer passieren, dass was nicht richtig geh&#246;rt. Im Fall der F&#228;lle also: Bitte nicht &#228;rgern, sondern mit mir reden <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </address></blockquote>

<address><em>
</em></address>

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		<title>#Educamp – Bielefeld: Die Reisemetapher – oder: Das Ziel wird dennoch erreicht  #ecbi11</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 10:08:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Zug kam schon vom Bahnsteig in Frankfurt nicht richtig weg. Kaum war er angefahren, blieb er ruckelnd wieder stehen. Dann schlich er, ein Modell des schnellsten und modernsten Zuges, der in Deutschland unterwegs ist, Richtung Frankfurter Flughafen. Doch bereits am &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/11/18/educamp-bielefeld-die-reisemetapher-oder-das-ziel-wird-dennoch-erreicht-ecbi11/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<p>Der Zug kam schon vom Bahnsteig in Frankfurt nicht richtig weg.</p>

<p>Kaum war er angefahren, blieb er ruckelnd wieder stehen.</p>

<p>Dann schlich er, ein Modell des schnellsten und modernsten Zuges, der in Deutschland unterwegs ist, Richtung Frankfurter Flughafen. Doch bereits am Stadion kam die Ansage, dass der Zug am Flughafen enden w&#252;rde, da es eine St&#246;rung am Antrieb gebe, mit der man nicht nach K&#246;ln fahren k&#246;nne. </p>

<p>Werden eigentlich Z&#252;ge vor der Abfahrt nicht technisch gepr&#252;ft? Gibt es an einem so zentralen Knotenpunkt der Bahn, wie es Frankfurt nun einmal ist, keine Ersatzz&#252;ge?</p>

<p>Der Zug wurde ger&#228;umt und der n&#228;chste angebotene Zug Richtung K&#246;ln w&#228;re ca. 30 Minuten sp&#228;ter gefahren – allerdings nur bis K&#246;ln-Deutz. Ich musste aber zum Hauptbahnhof, um von dort meine Reise zum Educamp in Bielefeld fortsetzen zu k&#246;nnen.</p>

<p>Und da gab es einen ICE, der fr&#252;her fuhr. Ich bin rein gekommen. Ich habe einen Sitzplatz bekommen und dann – <span id="more-31896"></span>versp&#228;tete sich dieser ICE, weil er &#252;berf&#252;llt war und die Bahnmitarbeiter darauf warteten, dass das Volk den Zug doch bitte wieder verlasse. Das hat mit den angebotenen Alternativz&#252;gen dann auch geklappt, auch wenn die Bahn nicht sagte, dass diese Z&#252;ge garantiert funktionieren und au&#223;erdem noch gen&#252;gend Kapazit&#228;ten bieten w&#252;rden.</p>

<p>Kurz vor K&#246;ln wurde dann durchgesagt, dass mein Anschlusszug zu denen geh&#246;re, die nicht h&#228;tten warten k&#246;nnen. Das irritierte mich, denn wir kamen ja drei Minuten vor der offiziellen Abfahrtszeit dieses Zuges an. Und man musste auch nur von Gleis 5 auf Gleis 2. der Zug h&#228;tte nur zwei Minuten sp&#228;ter losfahren m&#252;ssen, dann h&#228;tten ihn wohl auch die Fahrg&#228;ste erreichen k&#246;nnen, die nicht so eilten, wie ich das tat. </p>

<p>Die Z&#252;ge, die ich bekommen konnte, fuhren nicht wie angek&#252;ndigt; den Zug, den ich mit Ank&#252;ndigung gar nicht h&#228;tte erreichen sollen, habe ich erreicht. </p>

<p>Nehme ich diese Erfahrungen mit in dieses Wochenende? kann da schnell mal ein Gleichnis draus gemacht werden?</p>

<p>Zu wissen, dass man ankommen wird; zu wissen, dass es Wege gibt, auch wenn ein Zug ausf&#228;llt, weil man ihn vor Bereitstellung nicht noch einmal technisch &#252;berpr&#252;ft hat, aber schlie&#223;lich nur noch davon auszugehen, dass man ankommen wird – nicht mal mit Umwegen, nur mit etwas zeitlicher Verz&#246;gerung — soll mir ein Bild daf&#252;r sein, wie sich die Entwicklung der Lernkultur in den n&#228;chsten Jahren wahrscheinlich darstellen wird. </p>

<p>Lernen wird viel digitaler werden. Das ist eine Entwicklung, aber das ist auch ein Ziel, wenn man das aufkl&#228;rerische  Potential von Bildungsprozessen voll nutzen will, denn nie zuvor gab es ein Instrument, das Menschen, denen die Ressourcen zu dessen Nutzung verf&#252;gbar sind, in einem solchen Ma&#223;e M&#246;glichkeiten der Partizipation gab, wie es das Internet und die ihm zugrunde liegende Digitalisierung erlauben. </p>

<p>Die Integration digitaler Lernformen, die das Lernen selbst ver&#228;ndern werden, ist sicher kein Selbstl&#228;ufer, sondern Bedarf der Entscheidung, dass gegenw&#228;rtige Entwicklungen so relevant sind, dass sie integriert werden sollen. Doch es scheint eine Breite Mehrheit zu geben, die diesen Weg f&#252;r vorgezeichnet ansehen und diesen Weg auch gehen wollen. </p>

<p>Dabei mag ein Zug mal mit Getriebeschaden stehen bleiben, ein anderer &#252;berf&#252;llt sein, ein Zug erreicht werden, der gar nicht mehr h&#228;tte erreicht werden d&#252;rfen, h&#228;tte man den Ansagen im versp&#228;teten Zug geglaubt. Am Ende werden wir in einer Lernkultur ankommen, die anders ist als die, die wir heute kennen.</p>

<p>Es wird keine Lernkultur sein, in der alles neu ist. So schnell &#228;ndern sich die lernphysiologischen Voraussetzungen des Menschen nicht.</p>

<p>Es werden aber andere Wege sein, die diesen lernphysiologischen Gegebenheiten offen stehen.</p>

<p>Es werden andere Orte sein, von denen aus gelernt werden kann, wenn das Internet erst einmal zuverl&#228;ssig und nahezu &#252;berall verf&#252;gbar ist und funktioniert. </p>

<p>Ich komme sp&#228;ter in Bielefeld an als geplant. Am Zug, in dem ich jetzt sitze, liegt es nicht, denn der ist &#252;berp&#252;nktlich. Es waren die modernen Schnellstrecken der deutschen Bahn, auf denen die Nachfrage heute nicht auf angemessene technische Zuverl&#228;ssigkeit traf.
 
Es sind sicher nicht die &#252;bervollen Wege im Netz, die uns den Weg in eine neue Lernkultur ebnen werden. Es sind nicht Facebook oder Google+ die Lernen pr&#228;gen werden, sondern eher die Nebenstrecken in Blogs, auf Plattformen engagierter Bildungsarbeiter, die sich in Vereinen oder in Einzelinitiativen vernetzen.</p>

<p>Das mag ein gewisses Durchhalteverm&#246;gen unabdingbar machen. Aber auch wenn eine Reise l&#228;nger dauert oder das Ziel nur &#252;ber Umwege erreicht werden kann: Auch dabei gibt es in den Landschaften vieles zu entdecken, was bei gerade Wegen und ohne Verz&#246;gerungen so wahrscheinlich nie entdeckt worden w&#228;re. <strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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			<media:title type="html">EduCamp Bielefeld :: 18.-20. November 2011</media:title>
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		<title>#OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (&amp; Update zu #schultrojaner)</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 23:18:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Update zur Entwicklung der Schultrojanerdebatte Fast bin ich den Verantwortlichen f&#252;r die Erfindung des „Phantoms“ „Schultrojaner“ dankbar. Ja, was da unter der Federf&#252;hrung Bayerns von der Kultuministerkonferenz, diversen Verwertungsgesellschaften und dem VdS Bildungsmedien erfunden wurde, ist ein Phantom, ein Gespenst, &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/11/08/oer-offene-bildungsmedien-ich-will-taten-sehen-update-zu-schultrojaner/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Update zur Entwicklung der Schultrojanerdebatte</h2>

<h2><span class="Apple-style-span" style="color: #333333; font-weight: 300;">Fast bin ich den Verantwortlichen f&#252;r die Erfindung des „Phantoms“ „Schultrojaner“ dankbar. </span></h2>

<h2><span class="Apple-style-span" style="color: #333333; font-weight: 300;">Ja, was da unter der Federf&#252;hrung Bayerns von der Kultuministerkonferenz, diversen Verwertungsgesellschaften und dem VdS Bildungsmedien erfunden wurde, ist ein Phantom, ein Gespenst, dessen gegenw&#228;rtige Nicht-Existenz Grund genug bietet, in Grundsatzdebatten einzusteigen und an Visionen von Bildung zu arbeiten. </span></h2>

<h2><span class="Apple-style-span" style="color: #333333; font-weight: 300;">Wenn allerdings gesagt wird, der Schultrojaner existiere noch gar nicht, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Immerhin existiert er als verbindliche Vereinbarung zwischen KMK und VdS Bildungsmedien. Er ist also in den K&#246;pfen der Entscheidungstr&#228;ger sehr wohl pr&#228;sent. – Pr&#228;sent ist er aber auch in den K&#246;pfen all derer, die die Umsetzung einer solchen Technik f&#252;r einen unangemessenen Eingriff in die Integrit&#228;t von Schulrechnern erachten und sich nicht mit technokratischen Zusagen, dass diese Software selbstverst&#228;ndlich sicher sein werde, abspeisen lassen. „Sicher“ w&#228;re der Staatstrojaner auch gewesen, wenn man Politiker und Lobbyvertreter nach ihm gefragt h&#228;tte. </span></h2>

<h2><span class="Apple-style-span" style="color: #333333; font-weight: 300;">War da nicht auch Bayern federf&#252;hrend? <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/streit-um-einsatz-des-staatstrojaners-bayern-ignoriert-urteil-zur-schnueffelsoftware-1.1159085" target="_blank">Ein Schelm der b&#246;ses denkt, wenn man h&#246;rt, dass der Vertrag zwischen KMK und VdS Bildungsmedien von Bayern federf&#252;hrend ausgehandelt wurde.</a> Da hat man nun ja wirklich einschl&#228;gige Erfahrungen mit Software zur Computer&#252;berwachung. </span></h2>

<h2><span class="Apple-style-span" style="color: #333333; font-weight: 300;">Gut, die Schulcomputer-Schn&#252;ffel-Software soll nicht heimlich an Schulen installiert werden, soll vorher getestet werden etc. Eine verdachtsunabh&#228;nige Infiltirierung der Schulrechner w&#228;re diese Software aber dennoch. </span></h2>

<h2><span class="Apple-style-span" style="color: #333333; font-weight: 300;">Das sehen offensichtlich viele so. Zuletzt hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die Vereinbarung zwischen KMK und VdS Bildungsmedien scharf kritisiert und <a href="http://netzpolitik.org/2011/bundesjustizministerin-schultrojaner-war-arger-der-woche/" target="_blank">nannte den „Schultrojaner“ ihren „&#196;rger der Woche“</a>.</span></h2>

<h2>Hat der „<a title="Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!" href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/" target="_blank">offene Brief</a>“ seine Zielgruppen erreicht?</h2>

<p>Auch wenn ich meinen Blogbeitrag von vergangener Woche als offenen Brief gestaltet habe, wurde er nur &#252;ber das Netz abgeschickt. Die Reichweite dieses Briefes war beeindruckend und kam f&#252;r mich vollkommen unerwartet.</p>

<p>Netzpolitik.org verbreitete ihn auf Twitter und der <a href="http://netzpolitik.org/2011/zweites-update-zum-schultrojaner/" target="_blank">Website</a>; <a href="http://www.fr-online.de/wissenschaft/verlagssoftware-lehrer-sind-entsetzt-ueber--schultrojaner-,1472788,11088832.html" target="_blank">Frankfurter Rundschau</a>, <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,795449,00.html" target="_blank">Spiegel online</a>, <a href="http://wissen.dradio.de/trojaner-lehrer-unter-generalverdacht.33.de.html?dram:article_id=13287" target="_blank">DRadio-Wissen</a> zitierten ihn und <a href="https://twitter.com/indiesemNetz" target="_blank">Sonja Sch&#252;nemann</a> von <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/2/0,3672,8365122,00.html" target="_blank">heute.de</a> telefonierte mit mir und schrieb &#252;ber das <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/2/0,3672,8365122,00.html" target="_blank">Thema</a>. heise.de stellte mir Fragen per E-Mail  f&#252;r einen Beitrag &#252;ber „<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35829/1.html" target="_blank">Offenes Lernmaterial</a>“, der heute erschienen ist.</p>

<p>&#196;u&#223;erungen der Verlage zum Thema<span id="more-29215"></span> habe ich keine wahrgenommen, der VdS Bildungsmedien hat eine <a href="http://www.vds-bildungsmedien.de/presse/aktuelle-meldungen/01-11-11-faq-plagiats-software/" target="_blank">FAQ-Seite</a> geschaltet, die auch weiter aktualisiert wird, und ein paar Pressestatements etwa gleichen Wortlauts abgegeben und schweigt seitdem beispielsweise auf <a href="https://twitter.com/#!/bildungsmedien/" target="_blank">Twitter</a>. Alleine einige Kultusbeh&#246;rden haben sich zum Thema ge&#228;u&#223;ert, als ob es sich alleine um ihr Problem handelt, obwohl der entsprechende <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Vertrag</a> auch von Verwertungsgesllschaften und dem VdS Bildungsmedien verabschiedet wurde.</p>

<h2>Bewusstseinwandel hin zu offenen Bildungsmedien (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Education" target="_blank">OER</a>)</h2>

<p>Es zeichnet sich ein Bewusstseinswandel zumindest bei den im Web pr&#228;senten und aktiven P&#228;dagogen ab und deshalb bin ich den Verantwortlichen f&#252;r die Erfindung des Phantoms „Schultrojaner“ fast dankbar. Es entwickelt sich nunmehr n&#228;mlich eine <a href="http://widerspiegel.wordpress.com/2011/10/31/freie-inhalte-im-bildungswesen-statt-kampf-mit-einem-schultrojaner/" target="_blank">Diskussion um Bildungsmedien</a>, die eine &#220;berwachung ihrer Nutzung &#252;berfl&#252;ssig machen, weil sie von Anfang an f&#252;r Unterrichtszwecke frei verf&#252;gbar sind.</p>

<h2>Voraussetzungen einer Diskussion</h2>

<p>Diese Diskussion ist ein Resultat der „Schultrojaner“-Debatte. Hier stelle ich eine Konzeption zur Diskussion, wie es &#252;ber die aktuelle Diskussion hinaus zu einer nachhaltigen Entwicklung qualitativ hochwertiger Bildungsmedien kommen kann, die die bereits verf&#252;gbaren Ressourcen einbindet, neue Kr&#228;fte f&#252;r diese Ressourcen freisetzt und gleichzeitig neue aktive Quellen motivieren soll.</p>

<p>Bei meinen Zielvorstellungen schlie&#223;e ich mich <a href="http://widerspiegel.wordpress.com/2011/10/31/freie-inhalte-im-bildungswesen-statt-kampf-mit-einem-schultrojaner/" target="_blank">Martin Kurz an, der in seinem Blog</a> schreibt:</p>

<blockquote><address>„Ich w&#252;nsche mir sehnlichst mehr <strong>freie Inhalte im Bildungswesen</strong>. &#196;hnlich dem Grundprinzip der „freien Software“ (bzw. dem Open-Source-Gedanken) sollten diese frei verf&#252;gbar sein. Dabei sind die, ich sage mal Randbedingungen wichtig: die Inhalte sollten</address>
<ul>
    <li>leicht auffindbar,</li>
    <li>strukturiert,</li>
    <li>inhaltlich gepr&#252;ft,</li>
    <li>als frei gekennzeichnet und</li>
    <li>in hoher didaktischer Qualit&#228;t“</li>
</ul>
</blockquote>

<p>Aber wie bekommen wir das hin? <a href="http://www.dotcomblog.de/?p=2276" target="_blank">Ans&#228;tze in Diskussion und Praxis gab es und gibt es immer wieder</a>, bislang ohne nachhaltigen Erfolg und ohne Effizienz im Rahmen eines Arbeitsfblaufs (Workflow).</p>

<p>Es gibt die <a href="http://zum.de" target="_blank">Zentrale f&#252;r Unterrichtsmedien</a>, <a href="http://de.wikibooks.org/wiki/Hauptseite" target="_blank">Wikibooks</a>, Versuche von <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/2011/11/das-digitale-schulbuch-umsetzung-mit-wiki.htm" target="_blank">Lehrenden mit Wikis, eigene Schulb&#252;cher zu erstellen</a>, frei <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/ccc?key=0Aouoi7BpzRy4dHZXdjhZUFIyOGY1Tmc3X1JfU1d6WkE#gid=0" target="_blank">verf&#252;gbare Moodlekurse</a> (diese Liste ist &#252;brigens schon einer erste konkrete Folge der <a href="https://twitter.com/networking_lady/status/133528230962536450" target="_blank">Diskussion auf Twitter</a>), Einzelmaterialien auf Webseiten von Lehrern, <a href="http://teachsam.de" target="_blank">teachsam.de </a>(auch wenn da nicht ganz klar ist, ob die Materialien ver&#228;ndert werden d&#252;rfen, weil unter © erschienen, aber grunds&#228;tzlich frei verf&#252;gbar sind sie scheinbar doch), es gibt <a href="http://4teachers.de" target="_blank">4teachers</a> (wobei sich hier die Frage nach der Qualit&#228;tskontrolle in Sachen Materialien dann schon stark stellt), Fachplattformen wie <a href="http://lernen-aus-der-geschichte.de/" target="_blank">Lernen aus der Geschichte</a>, <a href="http://www.rpi-virtuell.net/" target="_blank">rpi-virtuell</a> und <a href="http://rpp-katholisch.de" target="_blank">rpp-katholisch</a>, es gibt Einzelpersonen mit gro&#223;er Fachexpertise wie <a href="http://www.fachdidaktik-einecke.de/" target="_blank">G&#252;nther Einecke</a> und diese Liste lie&#223;e sich noch deutlich erweitern. M&#246;gen alle, die hier nicht genannt sind, in den Kommentaren ihre Links hinterlassen, so es sich wirklich um „freie Angebote“ handelt.</p>

<p>DIe Zahl der vorhandenen Ressourcen ist beeindruckend. Die Qualit&#228;t unterschiedlich, aber letztlich geh&#246;rt es auch zum Beruf des Lehrers, angemessene Kriterien f&#252;r die Bewertung von Material zu entwickeln, sodass mit dieser Schw&#228;che mancher Angebote durchaus gelebt werden kann.</p>

<p>Neben diesen speziell auf Schule hin ausgerichteten Seiten gibt es zahlreiche unterrichtsrelevante Seiten im Netz, die zwar copyrightgesch&#252;tztes Material anbieten, aber nicht explizit Bildungsmedienanbieter sind, sodass f&#252;r diese Angebote andere Nutzungsm&#246;glichkeiten bestehen. Dar&#252;ber hinaus ist das Material online verf&#252;gbar und man kann damit arbeiten, ohne etwas kopieren zu m&#252;ssen. Da f&#228;ngt bei Wikipedia an und gliedert sich je nach Fach sehr unterschiedlich auf.</p>

<h2>Diskussionsvorschlag</h2>

<p>In meinem Diskussionsvorschlag geht es nun alleine um die Frage der Vernetzung bereits vorhandener und neu entstehender Angebote f&#252;r freie, unterrichtsbezogene Bildungsmedien. Andere Anbieter d&#252;rfen sich gerne an der Verbreitung des Gedankens einer offen zug&#228;nglichen Bildung beteiligen.</p>

<p>Ich schlage vor, sich erst mit dem ganzen Entwurf vertraut zu machen, bevor an Einzelstellen gearbeitet wird.</p>

<p>Ich gliedere meinen Diskussionvorschlag in drei an Zeitr&#228;umen orientierten Zielhorizonte. Das ist alles diskutierbar und ich stelle diesen Diskussionsvorschlag zur Bearbeitung auch als <a href="http://type.riecken.co/p/OER-Dikussion" target="_blank">Etherphad</a> zur Verf&#252;gung.</p>

<ol>
    <li><strong>Nahziele</strong>: Von der aktuellen Debatte ausgehend Strategien entwickeln, mit deren Hilfe der Open-Education-Gedanke im deutschen Sprachraum nachhaltig sichtbar gehalten wird und nicht nach einigen Wochen wieder in der Versenkung verschwindet.</li>
    <li><strong>Mittelfristige Ziele</strong>, die auf die Frage hin ausgerichtet sind, wie eine Vernetzung vorhandener Materialienpools und Einzelmaterialien m&#246;glich wird, die effiziente Suchstrategien erlaubt und gleichzeitig anregende Zufallsfunde erm&#246;glicht.</li>
    <li><strong>Langfristige Ziele</strong>, die auf eine Ver&#228;nderung der Grundeinstellung aller an Bildungsprozessen in Bezug auf die Rolle von Bildungsmedien hin ausgerichtet sind und dabei einen nachhaltigen Bewusstseinwandel bewirken, der zur Umsetzung der strukturellen Ziele f&#252;hrt, die in der <a href="http://www.capetowndeclaration.org/translations/german-translation" target="_blank">Kapstadt Open Education Declaration</a> formuliert werden.</li>
</ol>

<h3>1. Nahziele (6 Wochen)</h3>

<p>Immer wieder beginnt die Debatte um offen und frei verf&#252;gbare Bildungsmedien, ohne dass es bislang gelungen ist, diese Debatte sichtbar und somit langfristig in das Bewusstsein der Akteure in schulischen Zusammenh&#228;ngen zu bringen.</p>

<ul>
    <li>Deshalb w&#252;nsche ich mir, dass Webseiten, die sich aktiv durch Bereitstellung freier Bildungsmedien an der praktischen Umsetzung des Open-Education-Gedankens beteiligen oder / und die aktiv an der theoretischen Weiterentwicklung dieses Konezptes beteiligt sind, dies deutlich sichtbar ausdr&#252;cken k&#246;nnen. Ich w&#252;nsche mir <strong>ein Logo mit hohem Wiedererkennungswert</strong>, dass frei zur Verf&#252;gung steht und fordere Designer, insbesondere jene, die mir via Twitter bereits angeboten haben, sich zu beteiligen, auf, ein solches Logo zu entwickeln. Da ich kein Geld f&#252;r solche Zwecke verf&#252;gbar habe, kann ich f&#252;r ein solches Logo nichts bezahlen, es sei denn es findet sich jemand, der f&#252;r einen Logowettbewerb Preise aussetzen mag. Dieses Loge m&#252;sste unter einer CC-Lizenz stehen. Wenn Vorschl&#228;ge f&#252;r ein solches Logo bei mir eingehen (E-Mail: OER-Logo[at]herrlarbig.de – <strong>Einsendeschluss: 30.11.2011 – 18:00 Uhr</strong>] w&#252;rden diese Entw&#252;rfe zur Abstimmung freigegeben. Zweck dieses Logos: Wer auf Bildungsseiten surft, soll immer wieder dem OER-Gedanken begegnen und dar&#252;ber hinaus soll das Logo dazu beigetragen, die Pr&#228;senz des Gedankens (optisch) zu verstetigen. Dazu w&#228;re eine eing&#228;ngie <strong>Wort-Bild-Marke</strong> hilfreich, wie sie z. B. f&#252;r „<a href="http://www.hardbloggingscientists.de/mitmachen/" target="_blank">hard blogging scientists</a>“ bereits vorliegt (Aktiv sind unter diesem Label z. B. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/" target="_blank">Christian Spannagel</a>, <a href="http://www.olivertacke.de/" target="_blank">Oliver Tacke</a>, <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/" target="_blank">Florian Freist&#228;tter</a> oder <a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank">Jan Schmidt</a>). Das Manifest, dass es dort zu lesen gibt, sollte f&#252;r die OER-Lehrer die <a href="http://www.capetowndeclaration.org/translations/german-translation" target="_blank">Kapstadt Open Education Declaration</a> sein. Vorschl&#228;ge f&#252;r einen <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claim_(Werbung)" target="_blank">Claim / Slogan</a> </strong>bitte direkt hier anf&#252;gen:</li>
    <li>Austausch mit Interessierten und Akteuren in diesem Kontext. Dieser Austausch hat &#252;ber Twitter unter dem Hashtag #sb20 (steht f&#252;r Schulbuch 2.0) oder auch unter #schultrojaner bereits begonnen. Konkrete Vor-Ort-Begegnungen einiger Akteure in diesem Bereich finden in K&#252;rze im Rahmen des Mitgliedertreffens der Zentrale f&#252;r Unterrichtsmedien statt, das dieses Jahr unter dem Motto „<strong><a href="http://www.zum.de/treffen2011/">Lehrer spinnen Netze und Ideen</a></strong>“ am 12. November in Mainz stattfinden wird. Eine Woche sp&#228;ter wird das Thema absehbar beim <a href="http://educamp.mixxt.de" target="_blank">Educamp an der Laborschule in Bielefeld</a> diskutiert werden, an dem 200 in Bildungszusammenh&#228;ngen stehende oder an diesen interessierte Personen teilnehmen werden. Im Rahmen dieser Begegnungen werden hoffentlich konkrete Projekte gestartet, wie das mit Materialien weitergehen kann, die keinen Schultrojaner zur &#220;berwachung des Urheberrechtes „provozieren“, weil es nichts zu &#252;berwachen, da diese Materialien frei verf&#252;gbar sind.</li>
    <li>Evaluation bisheriger Schritte und Weiterentwicklung der Vision auf Basis der Erfahrungen mit dem Ziel der Formulierung neuer Kurzfristziele.</li>
</ul>

<h3>Mittelfristige Ziele (12 Monate)</h3>

<ul>
    <li>Ich bin kein Fan von Datenzentralismus. Ich w&#252;nsche mir also keine weitere Plattform wie zum.de, wikibooks, rpi-virtuell etc., auf der nun noch einmal offene Bildungsmedien zentralisiert verf&#252;gbar gehalten werden, mit allen (auch finanziellen) Herausforderung, die mit einer solchen Zentralisierung verbunden sind. Ich denke vielmehr an ein Modell, wie ich es im Rahmen des <a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/" target="_blank">OpenCourse „Zukunft der Bildung“</a> kennengelernt haben: Entsprechende Materialien werden mit einem bestimmten Schlagwort versehen und anhand dessen zentral gesammelt. Podcastverzeichnisse funktionieren &#228;hnlich, dort wird nur gesammelt, dort sind diese Materialien greifbar, ohne dass die Materialien dort auch hinterlegt werden m&#252;ssten. Kollegen ohne eigene Blogs und Websites sollten motiviert werden, die vorhandenen Gemeinschaftsseiten (s.o. und andere) zu verwenden. Wie der Inhalt von solchen Gemeinschaftseiten in ein zentrales Verzeichnis eingespeist werden k&#246;nnten? Da bitte ich um Initiative technisch versierter, seri&#246;ser Leute. Sollten vorhandene Infrastrukturen wie zum Beispiel von zum.de etc. da Anschlussm&#246;glichkeiten bieten, why not.</li>
    <li>Entwicklung von Qualit&#228;tssicherungkriterien f&#252;r OER-Bildungsmedien verbunden mit einem Peer-Review-System, dass sich der Ressourcen des Internets bedient. (Ich wei&#223;, dass es ein solches System braucht – leidige Erfahrungen mit „Materialb&#246;rsen f&#252;r Lehrer“ – und glaube auch, dass es &#252;ber Kommentaroptionen zu Beitr&#228;gen hinaus gehen muss. Wie es aber konkret aussehen soll, dazu w&#252;nsche ich mir Vorschl&#228;ge im <a href="http://type.riecken.co/p/OER-Dikussion" target="_blank">Diskussions-Etherpad</a> zu diesem Diskussionsvorschlag.</li>
</ul>

<div>F&#228;cherbezogene Beitr&#228;ge (Mittelfristziele – 12 Monate)</div>

<ul>
    <li>Deutschunterricht: Kl&#228;rung, wie gemeinfreie Klassiker so online verf&#252;gbar gemacht werden k&#246;nnen, dass sie zitierbar sind bzw. wo solche bereits verf&#252;gbar sind (Wikisource bietet einige mit Seitenz&#228;hlung, ebenso zeno.org). Dramen m&#252;ssten mit Verszahlen versehen sein, um Sch&#252;lern anbieten zu k&#246;nnen, digitale Versionen zu lesen, statt auf Schullekt&#252;ren der Schulbuchverlage zur&#252;ckzugreifen. (Zu bearbeitende Textstellen in Klausuren m&#252;ssten dann eben vom Lehrer ausgedruckt verf&#252;gbar gemacht werden) Wenn ich es richtig gelesen habe, wird Wikimedia auf dem Educamp in Bielefeld dabei sein. Ich w&#252;rde mich freuen, wenn wir in diese Richtung ins Gespr&#228;ch kommen k&#246;nnten, denn OER brauchen idealerweise starke Partner wie die Wikipediabewegung, um eine breite &#214;ffentlichkeit nachhaltig zu erreichen.</li>
</ul>

<div>Im folgenden weitere F&#228;cher, deren mittelfristigen fachspezifischen Ziele bitte auf dem Etherpad erarbeitet werden, Erg&#228;nzungen fehlender F&#228;cher sind nat&#252;rlich m&#246;glich!</div>

<ul>
    <li>Mathematik</li>
    <li>Englisch</li>
    <li>Franz&#246;sisch</li>
    <li>Latein</li>
    <li>Physik</li>
    <li>Chemie</li>
    <li>Biologie</li>
    <li>Politik und Wirtschaft</li>
    <li>Ethik</li>
    <li>Religion (kath)</li>
    <li>Religion (ev)</li>
    <li>Kunst</li>
    <li>Musik</li>
    <li>Sport</li>
    <li>…</li>
    <li>Evaluation bisheriger Schritte und Weiterentwicklung der Vision auf Basis der Erfahrungen mit dem Ziel der Formulierung neuer Mittelfristziele.</li>
</ul>

<h3>Langfristige Ziele (3 Jahre)</h3>

<ul>
    <li>Langfristig geht es um eine Konsolidierung der Kurzfrist- und Mittelfristziele und ein Hinwirken auf eine grunds&#228;tzliche Ausrichtung des deutschen Bildungssytems auf offene Bildungsans&#228;tze, wie sie in der  <a href="http://www.capetowndeclaration.org/translations/german-translation" target="_blank">Kapstadt Open Education Declaration</a> formuliert sind, wobei diese nicht nur f&#252;r die schulische Bildung gelten d&#252;rfen, sondern auch f&#252;r universit&#228;re Kontexte zur Selbstverst&#228;ndlichkeit werden m&#252;ssen. Dabei ist durchaus die Vernetzung mit der <a href="http://open-access.net/" target="_blank">OpenAccess-Bewegung</a> w&#252;nschenswert.</li>
    <li><a href="https://bildung.enquetebeteiligung.de/instance/bildung" target="_blank">Ver&#228;nderungen im Urheberrecht, die gesetzlich festschreiben</a>, dass Materialien f&#252;r Lehrzwecke in der Schule (Bildungsmedien), die weitgehend aus Steuergeldern finanziert werden, Bearbeitungsrechte zwingend voraussetzen. Es ist eine Form zu finden, die Schulbuchverlage als Dienstleister f&#252;r die Schulen ernst nimmt, denn diese nehmen im Idealfall eine Servicefunktion f&#252;r Lehrende ein, da sie arbeitsentlastend wirken k&#246;nnen. In diesem Sinne sollte auch bei den Schulbuchverlagen darauf hin gearbeitet werden, dass das Bewusstsein Einkehr h&#228;lt, dass diese Servicedienstleister sind und den kontinuierlichen ernst gemeinten Dialog mit Lehrern und Lehrerinnen (nicht nur mit den Kultusbeh&#246;rden) pflegen m&#252;ssen.</li>
    <li>Entwicklung von Modellen der Bezahlung von Leistungen im Bereich der Erstellung von freien Bildungsmedien. Zum einen sollen Autoren, die z. B. f&#252;r Schulbuchverlage OER erarbeiten, angemessen verg&#252;tet werden.  Die Schulbuchverlage k&#246;nnten dann z. B. f&#252;r Ihre Infrastruktur-, Betreuungs-, Lektorats-, Distributions-Servicedienstleistungen etc. bezahlt werden, also f&#252;r alles, was Lehrende entlastet, statt, wie bisher, f&#252;r gedruckte Werke. Diese Bezahlung k&#246;nnte &#252;ber Lizenzvereinbarungen mit der KMK erfolgen, aber auch &#252;ber Lizenzen der Schultr&#228;ger, einzelner Schulen etc. Auf diesem Wege b&#246;ten sich f&#252;r die Verlage auch Innovationsm&#246;glichkeiten, Entwicklungsoptionen f&#252;r das digitale 21. Jahrhundert. Zum anderen sollten Lehrende, die aktiv, kontinuierlich und nachweisbar OER von hoher Qualit&#228;t er- und bereitstellen, dies in Form von Entlastungsstunden anerkannt bekommen, die in der jeweiligen Dienstbeschreibung auch als solche mit einem konkreten Auftrag verbunden festgehalten werden.</li>
    <li>Evaluation bisheriger Schritte und Weiterentwicklung der Vision auf Basis der Erfahrungen mit dem Ziel der Formulierung neuer Langfristziele.</li>
</ul>

<div>Soweit dieser <a href="http://type.riecken.co/p/OER-Dikussion" target="_blank">Diskussionsvorschlag</a>. Ich bin neugierig, inwiefern die Diskussion on- und teilweise auch offline fruchtbar, effizent, nachhaltig und auf lange Sicht f&#252;r alle Beteiligten bereichernd sein wird, sodass wir hier und heute beginnen, neben all den Reformen rund um PISA nicht &#252;ber neue Reformen, sondern &#252;ber neue Visionen f&#252;r Schule und Bildung nachzudenken.</div>

<blockquote>
<div>Nachtrag: Gerade startete <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/11/16/komm-ins-offene-freund/" target="_blank">eine Blogparade zum Thema OER, deren Organisation Christian Spannagel &#252;bernommen hat und zu der ich diesen Beitrag gerne einreiche</a>.</div></blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/12/12/phantomdebatte-kommentar-zu-einer-wortregelung-in-sachen-schultrojaner/" rel="bookmark" title="12. Dezember 2011">Phantomdebatte? – Kommentar zu einer „Wortregelung“ in Sachen „Schultrojaner“</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/01/18/education-education-education/" rel="bookmark" title="18. Januar 2010">Education! Education! Education!</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2012/01/14/apples-ipad-und-das-schulbuch-geruchte-und-einschatzungen/" rel="bookmark" title="14. Januar 2012">Apples iPad und das Schulbuch – Ger&#252;chte und Einsch&#228;tzungen</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/11/17/vorspiel-zum-educamp-das-motto-neue-lernkulturen-entwickeln-und-vernetzen-ecbi11/" rel="bookmark" title="17. November 2011">Vorspiel zum #Educamp – Das Motto: „Neue Lernkulturen entwickeln und vernetzen“ – #ecbi11</a></li>
</ul>

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	</item>
		<item>
		<title>Von den Gegebenheiten zum Traum 1: Der das © achtende Lehrer. (K)ein Beitrag zum #Schultrojaner</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/11/04/von-den-gegebenheiten-zum-traum-1-der-das-achtende-lehrer-kein-beitrag-zum-schultrojaner/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 17:52:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Begleiten wir heute einen das Copyright achtenden Lehrer ein wenig durch seinen Alltag. Aber Vorsicht! Sie werden dabei ungeahnten Problemen begegnen, die Sie, wenn Sie &#252;ber gro&#223;es Einf&#252;hlungsverm&#246;gen verf&#252;gen, gemeinsam mit dem Lehrer in das Reich des Wahnsinns treiben k&#246;nnen. &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/11/04/von-den-gegebenheiten-zum-traum-1-der-das-achtende-lehrer-kein-beitrag-zum-schultrojaner/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Begleiten wir heute einen das Copyright achtenden Lehrer ein wenig durch seinen Alltag.</p>

<p>Aber Vorsicht!</p>

<p>Sie werden dabei ungeahnten Problemen begegnen, die Sie, wenn Sie &#252;ber gro&#223;es Einf&#252;hlungsverm&#246;gen verf&#252;gen, gemeinsam mit dem Lehrer in das Reich des Wahnsinns treiben k&#246;nnen.</p>

<p>Sagen Sie nicht, ich h&#228;tte Sie nicht gewarnt!<span id="more-28127"></span></p>

<p>Bildungsmedien – sprich: Schulb&#252;cher – traditioneller Art haben sich als sensible Form des Mediums f&#252;r den Unterricht heraus gestellt. So sensibel, dass den Lehrern der kreative Umgang mit ihnen fast nicht m&#246;glich ist, denn traditionelle Schulb&#252;cher unterliegen dem Copyright.</p>

<p>Der hier angenommene Lehrer mag das Copyright eigentlich sehr und achtet es nach bestem Wissen und Gewissen. Aber traditionelle Bildungsmedien sind mittlerweile in ein Alter gekommen, in dem sie mit Samthandschuhen angefasst werden m&#252;ssen, in dem man nicht mehr viel mit ihnen machen darf, wenn man legal mit ihnen umgehen will. – Unser Lehrer hier will legal mit ihnen umgehen. Und er will Bildungsmedien bearbeiten d&#252;rfen. Er will jeden Sch&#252;ler und jede Sch&#252;lerin angemessen f&#246;rdern. Und das geht mit B&#252;chern, die die Klasse und das Kind nicht kennen, nur schwer.</p>

<p>Der Lehrer hingegen kennt die Klasse. Der Lehrer kennt die Kinder in denen von ihm unterrichteten Klassen zumindest so gut, dass er wei&#223;, was einem Kind beim Lernen helfen kann und was nicht. Nun gibt es im Schulbuch z. B. Material, das f&#252;r das eine Kind gut geeignet ist, ein anderes jedoch &#252;ber- oder unterfordern w&#252;rde.</p>

<p>Gut, denkt sich der Lehrer, das Problem l&#228;sst sich l&#246;sen. Ich hatte doch das richtige Material f&#252;r das andere Kind in dem anderen Schulbuch gefunden. Das sind zwei Seiten, die darf ich kopieren, denn das Schulbuch ist ja dicker als 20 Seiten, zwei Seiten sind also weniger als 12%.</p>

<p>Aber, denkt unser Lehrer, vielleicht will ein  drittes Kind beide Aufgaben machen, es gibt doch nicht nur diese zwei.</p>

<p>Also macht dieser Lehrer aus zwei B&#252;chern von je zwei Seiten Kopien und bastelt daraus ein Arbeitsblatt, mit dem er meint, die Bed&#252;rfnisse der Kinder in dieser einen Klasse abdecken zu k&#246;nnen. – Der Lehrer wei&#223; zwar, dass er aus B&#252;chern in beschr&#228;nktem Ma&#223; kopieren darf. Er ist aber ein Fan des Copyrights, er achtet die geistigen Leistungen Dritter und wird unsicher: „Darf ich denn Material neu zusammenf&#252;gen und es dann kopieren, solange es im Rahmen der Vorgaben bleibt, die ich <a href="http://www.schulbuchkopie.de/fragen_antworten.html" target="_blank">hier</a> finde?</p>

<p>Unser angenommener Lehrer stellt mit Schrecken fest, dass er auf der Website und in der zu Beginn des Jahres 2011 verteilten <a href="http://www.schulbuchkopie.de/pdf/Kopierbroschuere_2009.pdf" target="_blank">Brosch&#252;re</a>, die vom Sekretariat der Kultusministerkonferenz und dem VdS Bildungsmedien e. V. herausgegeben wurde, keine Antwort auf diese ganz spezielle Frage entdeckt.</p>

<p>Er geht davon aus, dass er Materialien aus zwei B&#252;chern zu einem Arbeitsblatt verarbeiten darf, wenn er die Quellen darauf notiert, und beginnt mit Schere und Papier zu basteln. Das ungute Gef&#252;hl bleibt. Er wei&#223; nicht, ob er das darf, was er da tut. Diese Unsicherheit macht den Lehrer unruhig und m&#252;de und er schneidet daneben, sodass von dem einen Text Teile fehlen.</p>

<p>„Ach Mann“, denkt der Lehrer, „der Kopierer ist doch mit dem Computer verbunden, ich scanne das jetzt ein, f&#252;ge die Texte dann zusammen und drucke sie aus.“ – Und jetzt hat dieser Lehrer potentiell ein echtes Problem. <em>Das darf er n&#228;mlich nicht.</em> Das verbietet das
Gesetz &#252;ber Urheberrecht und verwandte Schutzrechte im <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__53.html" target="_blank">Paragraphen 53</a>. Dieser Paragraph ist zwar nur schwer zu lesen, das hat unser Lehrer dann aber doch verstanden.</p>

<p>Er macht es trotzdem, denn die Schule hat das Budget f&#252;r neue B&#252;cher aufgebraucht, die Eltern haben auch schon zus&#228;tzliche Schullekt&#252;ren gekauft und er will den Kindern das optimale Material auch optisch sch&#246;n verf&#252;gbar machen, sch&#246;ner als es ihm per Hand in der Regel gelingt.</p>

<p>Ach, w&#228;re es sch&#246;n, wenn es gutes Material g&#228;be, das ohne mentalen Stress so bearbeitet werden darf und kann, dass m&#246;glichst alle Kinder in der Klasse ein Lernangebot bekommen. „Das ist zwar Arbeit, aber ehrlich“, so fl&#252;stert er mir ersch&#246;pft ins Ohr, „der Stress besteht darin, dass ich st&#228;ndig das Gef&#252;hl habe, in den Augen der Schulbuchverlage was falsch zu machen und damit zu derem finanziellen Untergang beizutragen. Was soll ich denn dann machen? Ich kann mit meinem Stundendeputat vielleicht f&#252;r ein Drittel der Stunden pro Woche in angemessener Zeit eigene Materialien erstellen, f&#252;r die anderen Klassen h&#228;tte ich, wenn mein Kopierverhalten zur Pleite der Schulbuchverlage f&#252;hrte, dann nur noch solange Material, wie es die alten Schulb&#252;cher noch tun.“</p>

<p>Erschrocken &#252;ber sein Tun, zuckt er zusammen, ein tiefes Schuldgef&#252;hl wabert durch ihn hindurch: „Das aber will ich nicht!“, ruft er, l&#246;scht die Dateien, schaltet den Kopierer aus und nimmt nun eben dieses eine Schulbuch f&#252;r seinen Unterricht, das an der Schule f&#252;r die Jahrgangsstufe vorhanden ist und das die Sch&#252;ler nun ausgeteilt bekommen.  Er st&#246;&#223;t zwar immer wieder darauf, dass  der Unterricht besser w&#228;re, wenn er kreativ bastelnd von Material aus unterschiedlichen Quellen ausgehen k&#246;nnte, um so jeweils f&#252;r unterschiedliche Klassen mit unterschiedlichen Anspr&#252;chen, Materialien zu erstellen, die das Lernen der Kinder in diesen Klassen jeweils optimal unterst&#252;tzen, aber am Ende will er es nicht gewesen sein, der die Arbeitspl&#228;tze in den Schulbuchverlagen auf dem Gewissen hat.</p>

<p>Zufrieden ist dieser Lehrer nicht. Er wei&#223;, dass er das Lernen der Kinder besser unterst&#252;tzen k&#246;nnte. Als rechtschaffener B&#252;rger, als Fan des Copyrights – und nat&#252;rlich aus Angst, dass sein Tun f&#252;r die Sch&#252;ler zu disziplinarischen Ma&#223;nahmen gegen ihn f&#252;hren k&#246;nnte, wie er es dem <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Gesamtvertrag zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG)</a> dem Paragrafen 6 Abschnitt 7 entnommen hat – lebt er mit dieser Unzufriedenheit, frisst sie in sich hinein.</p>

<p>In §6 Abschnitt 7 hei&#223;t es:</p>

<blockquote><address>„Die L&#228;nder verpflichten sich, bei Bekanntwerden von Verst&#246;&#223;en gegen die in diesem Gesamtvertrag festgelegten Vorgaben f&#252;r das Vervielf&#228;ltigen von urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werken gegen die betreffenden staatlichen Schulleiter und Lehrkr&#228;fte disziplinarische Ma&#223;nahmen einzuleiten. Zivil- und strafrechtliche Anspr&#252;che der Rechteinhaber bleiben unber&#252;hrt.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/11/04/von-den-gegebenheiten-zum-traum-1-der-das-achtende-lehrer-kein-beitrag-zum-schultrojaner/#footnote_0_28127" id="identifier_0_28127" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der VdS Bildungsmedien e. V., der als Lobbyverband die Schulbuchverlage vertritt, schreibt in einer &bdquo;FAQ zur Pr&amp;#252;f-Software f&amp;#252;r digitale Kopien&ldquo; (sic!: &bdquo;f&amp;#252;r&ldquo; steht da, nicht etwa &bdquo;gegen&ldquo; &ndash; das sind die Feinheiten der PR-Sprache):&nbsp;&bdquo;Wie und durch wen wird auf Verst&amp;#246;&amp;#223;e reagiert?
 Das ist allein Sache der Schultr&amp;#228;ger.&ldquo;&sect;5 Abschnitt 7 im &nbsp;Gesamtvertrag zur Einr&amp;#228;umung und Verg&amp;#252;tung von Anspr&amp;#252;chen nach &sect; 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG)&nbsp;sagt meines Erachtens ganz klar etwas anders. Das &bdquo;Wie&ldquo; ist festgelegt (disziplinarisch). Und die Tatsache, dass zivil- und strafrechtliche Anspr&amp;#252;che der Rechteinhaber unber&amp;#252;hrt bleiben widerspricht einer Aussage in der&nbsp;&nbsp;&bdquo;FAQ zur Pr&amp;#252;f-Software f&amp;#252;r digitale Kopien&ldquo;:&bdquo;Was passiert mit den Daten, die die Software ermittelt? Werden diese an die Verlage weitergegeben?
Nein. Die Informationen direkt aus der Software stehen allein dem Schultr&amp;#228;ger zur Verf&amp;#252;gung. Die Verlage werden lediglich einmal j&amp;#228;hrlich von den L&amp;#228;ndern &amp;#252;ber die &amp;#220;berpr&amp;#252;fungen informiert. Dabei ist der Datenschutz zu ber&amp;#252;cksichtigen: Die Verlage wissen zu keinem Zeitpunkt, wann welche Schule wie &amp;#252;berpr&amp;#252;ft wurde, die L&amp;#228;ndern berichten (in anonymisierter Form) lediglich &amp;#252;ber Art und Umfang der Rechtsverletzungen.&ldquo;Wie bitte soll dieses klare &bdquo;Nein&ldquo; damit einhergehen, dass zivil- und strafrechtliche Anspr&amp;#252;che der Verlage unber&amp;#252;hrt bleiben? Wie sollen die denn durchgesetzt werden, wenn die Daten nicht an die Verlage weiter gegeben werden? Soll der Schultr&amp;#228;ger dann auch noch den Schadenersatz bei seinen Lehrern f&amp;#252;r den VdS eintreiben?">1</a></sup></address></blockquote>

<p>Unser Lehrer hat in Abschnitt 4 dieses Paragrafen 6 gelesen, dass eine Software den Schultr&#228;gern helfen soll, eventuelle Rechtsverst&#246;&#223;e zu ermitteln. Er hat, <a href="http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage/" target="_blank">nachdem Markus Beckedahl auf diese hingewiesen</a> hat und <a title="Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!" href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/" target="_blank">auch dieses Blog hier dazu schrieb</a>, mitbekommen, dass es diese Software noch gar nicht gibt, aber er ist v&#246;llig verunsichert: Sein Dienstherr scheint zumindest bereit, im Rahmen der Erstellung der Rechtssicherheit f&#252;r die Schultr&#228;ger, Ermittlungsarbeiten f&#252;r die Schulbuchverlage zu &#252;bernehmen. Anders kann unser angenommener Lehrer die Aussagen in diesem <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Gesamtvertrag zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG</a>) nicht verstehen. Ob er das falsch verstanden hat.</p>

<p>Auf all das ist unser Lehrer gesto&#223;en, <em>weil er das Copyright mag und es achtet</em>.</p>

<p>Der Lehrer kommt ins Gr&#252;beln: „Ich habe das Copyright geachtet, obwohl ich doch besseres Material erstellen k&#246;nnte, wenn ich digitales Material habe, das ich auch bearbeiten darf. Es w&#252;rde mir dann leichter fallen, differenzierendes, den Bildungsprozess der Kinder f&#246;rderndes Material zu erstellen. Und da ich nicht noch neben dem Schulbuch jedes Mal eigenes Material erstellen kann, dazu reicht die Zeit nicht, nutze ich eben das Schulbuch, damit ich zumindest etwas Material habe, dass didaktisch ja auch nicht schlecht ist, aber eben f&#252;r diese Lerngruppe nicht optimal.“</p>

<p>Und der Lehrer kommt mehr und mehr zu dem Schluss, dass hier eine Werteverschiebung stattgefunden hat, die zumindest einen Teil der Qualit&#228;t von Bildung den &#246;konomischen Grenzen des Urheberrechts unterwirft. Er bem&#252;ht sich wirklich, er ist auch bereit mehr Stunden zu arbeiten, als eigentlich vorgesehen sind. Und wenn er mit vorhandenem Material digital basteln d&#252;rfte, ja, es sogar digital vorl&#228;ge, dann k&#246;nnte er in verantwortbarer Zeit wirklich f&#252;r die von ihm geleiteten Lerngruppen angemessen differenzierendes Lernmaterial erstellen. So aber gelingt ihm das nur hin und wieder, so aber nutzt er das Material, dass von Schulbuchverlagen gekauft wurde, das didaktisch durchdacht ist, aber eben leicht optimiert werden k&#246;nnte, wenn er, der Lehrer, mit seiner Kompetenz f&#252;r die konkrete Lerngruppe da ran d&#252;rfte…</p>

<p style="text-align: center;">Der Lehrer ist mit dieser Situation nicht zufrieden. Er beginnt zu tr&#228;umen…</p>

<p>(Fortsetztung folgt…)</p>

<blockquote><address>Bis die Fortsetzung soweit ist, unser Lehrer seinen Traum erz&#228;hlen kann, k&#246;nnen hier nat&#252;rlich eigene Geschichten beim Erstellen von Unterrichtsmaterial als das copyright sch&#228;tzender Lehrer oder Lehrerin notiert werden.</address><address>Und um das Thema Differenzierung weiter zu verfolgen, kann zum dieser Beitrag von <a href="http://www.vielfalt-lernen.de/2011/11/04/vielfalt-im-klassenzimmer-–-die-groste-herausforderung-fur-die-schule-der-zukunft/" target="_blank">J&#246;rg Dr&#228;ger</a> gelesen werden.</address><address>Was den noch auszuformulierenden Traum angeht, sei <a href="http://www.dotcomblog.de/?p=2276" target="_blank">ein kleiner Hinweis</a> gegeben.</address></blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/" rel="bookmark" title="1. November 2011">Betreff: „#Schultrojaner“ || Liebe Schulbuchverlage!</a></li>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/12/12/phantomdebatte-kommentar-zu-einer-wortregelung-in-sachen-schultrojaner/" rel="bookmark" title="12. Dezember 2011">Phantomdebatte? – Kommentar zu einer „Wortregelung“ in Sachen „Schultrojaner“</a></li>

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</ul>

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		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_28127" class="footnote">Der VdS Bildungsmedien e. V., der als Lobbyverband die Schulbuchverlage vertritt, schreibt in einer „<a href="http://www.vds-bildungsmedien.de/presse/aktuelle-meldungen/01-11-11-faq-plagiats-software/" target="_blank">FAQ zur Pr&#252;f-Software f&#252;r digitale Kopien</a>“ (sic!: „f&#252;r“ steht da, nicht etwa „gegen“ – das sind die Feinheiten der PR-Sprache): </address><address><em><strong>„Wie und durch wen wird auf Verst&#246;&#223;e reagiert?</strong></em>
<em> Das ist allein Sache der Schultr&#228;ger.“</em></address><address>§5 Abschnitt 7 im  <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Gesamtvertrag zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG)</a> sagt meines Erachtens ganz klar etwas anders. Das „Wie“ ist festgelegt (disziplinarisch). Und die Tatsache, dass zivil- und strafrechtliche Anspr&#252;che der Rechteinhaber unber&#252;hrt bleiben widerspricht einer Aussage in der  „FAQ zur Pr&#252;f-Software f&#252;r digitale Kopien“:</address><address><em><strong>„Was passiert mit den Daten, die die Software ermittelt? Werden diese an die Verlage weitergegeben?</strong></em>
<em>Nein. Die Informationen direkt aus der Software stehen allein dem Schultr&#228;ger zur Verf&#252;gung. Die Verlage werden lediglich einmal j&#228;hrlich von den L&#228;ndern &#252;ber die &#220;berpr&#252;fungen informiert. Dabei ist der Datenschutz zu ber&#252;cksichtigen: Die Verlage wissen zu keinem Zeitpunkt, wann welche Schule wie &#252;berpr&#252;ft wurde, die L&#228;ndern berichten (in anonymisierter Form) lediglich &#252;ber Art und Umfang der Rechtsverletzungen.“</em></address><address><em></em>Wie bitte soll dieses klare „Nein“ damit einhergehen, dass zivil- und strafrechtliche Anspr&#252;che der Verlage unber&#252;hrt bleiben? Wie sollen die denn durchgesetzt werden, wenn die Daten nicht an die Verlage weiter gegeben werden? Soll der Schultr&#228;ger dann auch noch den Schadenersatz bei seinen Lehrern f&#252;r den VdS eintreiben?</li></ol>
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		<title>Betreff: „#Schultrojaner“ &#124;&#124; Liebe Schulbuchverlage!</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 00:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Schulbuchverlage, w&#228;hrend der Staat nach wie vor die Idee verfolgt, Privatunternehmen mit der Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationverbindungsdaten zu befassen, w&#228;hlen Sie den umgekehrten Weg. Sie haben mit den Kultusministern der L&#228;nder einen Gesamtvertrag zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/11/01/betreff-schultrojaner-liebe-schulbuchverlage/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schulbuchverlage,</p>

<p>w&#228;hrend der Staat nach wie vor die Idee verfolgt, Privatunternehmen mit der Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationverbindungsdaten zu befassen, w&#228;hlen Sie <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/150735" target="_blank">den umgekehrten Weg</a>.</p>

<p>Sie haben mit den Kultusministern der L&#228;nder einen <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/20110615gesamtvertragtext.pdf" target="_blank">Gesamtvertrag zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG)</a> abgeschlossen, in dem Sie die Schultr&#228;ger beauftragen, f&#252;r Sie zu kontrollieren, ob das Urheberrecht im Intranet der Schulen eingehalten wird oder nicht.</p>

<p>Zu diesem Zwecke soll eine von Ihnen verf&#252;gbar gemachte Software die Rechner im schulischen Intranet durchsuchen.</p>

<p>Wenn ich das richtig sehe, geht das nur, wenn Inhalte des Rechners mit einer Datenbank abgeglichen werden, da die Software ja sonst viel zu gro&#223; w&#252;rde. Es ist also davon auszugehen, dass die Software den Schulrechner nach au&#223;en hin zumindest ein St&#252;ck weit &#246;ffnet. Dabei wird mindestens<span id="more-26883"></span> die IP-Adresse mit zu den Datenbanken &#252;bertragen. Es mag ja sein, was der VdS <a href="https://twitter.com/bildungsmedien/status/131068409017409536" target="_blank">twittert</a>, dass 0,0 Daten an Verlage &#252;bertragen werden, aber irgendwohin werden Daten &#252;bertragen, irgendwo werden die abgeglichen.</p>

<p>Mit ist es reichlich egal, wohin die Daten &#252;bertragen werden. Das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass Sie Vereinbarungen treffen, die Lehrern und Schulen mindestens generell unterstellen, diese br&#228;uchten die Pr&#228;senz einer solcher Kontrollsoftware, um davon abgehalten zu werden, wom&#246;glich rechtswidrige digitale Kopien anzufertigen. Weniger nett gedacht, stellen Sie die gesamte Lehrerschaft und alle Schulen unter Generalverdacht – und das v&#246;llig verdachtsunabh&#228;ngig.</p>

<p>In der Regel gehe ich davon aus, dass man bei solch heiklen Dingen wie dem Zugriff auf einen Rechner, auf der niedrigsten Schwelle beginnt. Eine Beschr&#228;nkung auf diese Ebene – die Schulrechner – passt jedoch nicht zur Logik Ihres Ansinnens. Es k&#246;nnten ja auf Lehrerrechnern, also auf privaten Rechnern, digitale Kopien urheberrechtlich gesch&#252;tzter Bildungsmedien liegen, vielleicht auch auf dem Tablet-Computer eines Lehrers, auf dem Smartphone! Eltern k&#246;nnten digitale Kopien angefertigt haben. – Und dann liegt es nahe, dass Verlage fordern werden, die verdachtsunabh&#228;nige Kontrolle auszuweiten. Das entspr&#228;che der Logik des von Ihnen und den Bundesl&#228;ndern vereinbarten Vertrages, so sehr Sie dieses Ansinnen zur Zeit auch abstreiten, so wenig Sie dieses Ansinnen zur Zeit vielleicht wirklich haben oder es f&#252;r durchsetzbar halten, so liegt es meines Erachtens in der Logik des &#220;berwachungsdenkens, dass Sie im Einvernehmen mit den Kultusministern verfolgen, insofern die Kultusminister die Tragweite der entsprechenden Regelungen im Vertrag bei dessen Unterzeichnung einzusch&#228;tzen vermochten.</p>

<p>Wenn mir jemand misstraut, dann begegne ich ihm mit Misstrauen.</p>

<p>Fr&#252;her habe ich vielleicht die Preise von Schulb&#252;chern als teuer empfunden, &#228;rgerte ich mich &#252;ber schlechte Unterrichtseinheiten in Schulb&#252;chern, nervten mich veraltete Unterrichtsmedien. Ich hoffte darauf, dass Schulbuchverlage endlich st&#228;rker im digitalen Informationszeitalter ankommen w&#252;rden,  h&#228;tte aber nicht damit gerechnet, dass einer der fr&#252;hen Schritte der Bildungsmedienanbieter der Generalverdacht in Sachen Urheberrechtsverletzungen digitaler Art gegen&#252;ber Lehrern und Schulen w&#228;re.</p>

<p>Ich h&#228;tte eher gedacht, dass Schulbuchverlage auftreten und uns vorf&#252;hren, wie toll das Arbeiten mit Computern ist, wie wunderbar digitale Unterrichtsmedien genutzt werden k&#246;nnen, wie innovativ die damit m&#246;glich werdenden Unterrichtskonzepte sein k&#246;nnen. Aber nein, sie scheinen digitalen Welten nicht viel zuzutrauen, au&#223;er dass sie zur Anfertigung von digitalen Kopien Ihrer analogen Medien genutzt werden k&#246;nnten.</p>

<p>Eine solche Einstellung verhindert Innovation. Einen solche Einstellung verschreckt gerade die Lehrer, die bereits hochgradig vernetzt arbeiten und eigentlich f&#252;r Sie als Zielgruppe und Multiplikatoren wichtig w&#228;ren.</p>

<p>Nun haben Sie erreicht, dass gerade diese Lehrkr&#228;fte auf (noch gr&#246;&#223;ere) Distanz zu den Schulbuchverlagen gehen, ja, teilweise nicht einmal mehr der Meinung sind, dass ein Kommunikationsprozess sinnvoll sein k&#246;nnte, weil die Schulbuchverlage alleine den Gesetzen der &#214;konomie folgten. Sie haben mit dieser Regelung sehr viel Porzellan zerschlagen.</p>

<p>Ich kann mir die Entscheidung f&#252;r Spyware auf Schulrechnern nur so erkl&#228;ren, dass der Vertrag von Leuten abgeschlossen wurden, die schon viel von den b&#246;sen Computern geh&#246;rt haben, die in jedem Computernutzer eine Copyright-Ver&#228;chter sehen, aber von den Arbeitsstrukturen vernetzter Art nur wenig Ahnung haben. Doch das kann die Tragweite jenes Paragraphen 6, Abschnitt 4 nicht relativieren.</p>

<p>Es geht mir wirklich nicht um das Ob der verdachtsunabh&#228;ngigen Dauerdurrchsuchung von Schulrechnern im Auftrage der Schulbuchverlage. Es geht mir auch nicht um die Frage der Sicherheit der eingesetzten Software. Es geht mir nicht darum, ob Daten an die Verlage gehen oder ob diese beim Schultr&#228;ger bzw. den L&#228;ndern bleiben. Es geht mir auch nicht darum, dass Schultr&#228;ger und L&#228;nder mit dieser Art Software noch erweiterte Kontroll- und &#220;berwachungsphantasien verbinden k&#246;nnte. Nein, es geht mir nicht um eine Optimierung der verdachtsunabh&#228;ngigen Durchsuchung von Rechnern der Schulnetzwerke, um eine Absicherung dieser Durchsuchung.</p>

<p>Es geht mir auch nicht darum, darauf hinzuweisen, dass es von klassischen Schullekt&#252;ren gemeinfreie Ausgaben im Netz gibt und diese textgleich mit den entsprechenden Druckwerken aus Schulbuchverlagen sind. Wie soll eine Scannsoftware unterscheiden, ob jenes „Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zu vor“ aus einem Bildungsmedium entnommen ist oder aus der gemeinfreien Version des Fausts beim Projekt Gutenberg oder Zeno.org stammt?</p>

<p>Es geht mir darum, dass jener Paragraph 6, Absatz 4 mit keinem Wort auf der Website <a href="http://www.schulbuchkopie.de/" target="_blank">http://www.schulbuchkopie.de/</a> erw&#228;hnt wird, die vom VdS und der KMK gemeinsam verantwortet wird.</p>

<p>Es geht mir darum, dass uns immer angepriesen wurde, dass eine lehrerfreundliche Regelung zur Kopienfrage aus Schulb&#252;chern gefunden sei, aber nie gesagt wurde, dass wir im Gegenzug &#220;berwachungsma&#223;nahmen digitaler Art durch den Schultr&#228;ger im Auftrage der Schulbuchverlage zu akzeptieren h&#228;tten. Die Personalr&#228;te wurden meines Wissens nach mit dieser Frage ebenso wenig befasst, wie die Datenschutzbeauftragten der Schulen.</p>

<p>Es geht mir darum, dass solche Entscheidungen zur Installation von Spyware an Grund&#252;berzeugungen r&#252;tteln, die das Zusammenleben in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung pr&#228;gen: Freiheit, Vertrauen und nicht zuletzt der Respekt vor den geistigen Leistungen Dritter.</p>

<p>Dass dieser Respekt sich auch pekuni&#228;r auszahlt, meine ich in der Weise, wie sich vor allem die gro&#223;en Schulbuchverlage k&#252;rzlich auf der Frankfurter Buchmesse pr&#228;sentierten, erkennen zu k&#246;nnen. Nach verarmten, von Urheberrechts-Raubrittern ausgeraubten Verlagen sah das nicht aus. Daf&#252;r stehen auch faktische Zahlen.</p>

<p>F&#252;r Kopienrechte bekommen Sie dieses Jahr 7.300.000 (7,3 Mio.) Euro, 2014 sollen das, trotz Haushaltskonsoldierungen, schon 9.000.000 (9 Mio) sein. Das sind &#252;ber 20% mehr in drei Jahren.</p>

<p>Au&#223;erdem scheint es so zu sein, dass das Copyright in gro&#223;em Ma&#223;e eingehalten wird. So weist allein die <a href="http://www.klett-gruppe.de/presse/pressemitteilungen/stabile+umsatzentwicklung++klett+praesentiert+jahresbilanz+2010.2565.htm" target="_blank">Klett-Gruppe f&#252;r 2010</a> einen Umsatz von 465,3 Mio. Euro (465.300.000 Euro) aus.  Und zur Jahresbilanz 2009 der Klett-Gruppe <a href="http://www.boersenblatt.net/382380/" target="_blank">hie&#223; es</a>: „Erfreulich entwickelte sich auch das Gesch&#228;ft mit Schulb&#252;chern, das weiterhin die st&#228;rkste S&#228;ule der Klett Gruppe ist“.</p>

<p>Diese Zahlen sprechen meines Erachtens gegen eine Generalverdacht gegen&#252;ber Lehrern und Schulen. Es wird bestimmt F&#228;lle geben, in denen (wissentich oder unwissentlich) das Urheberrecht verletzt wird. In diesen F&#228;llen ist auch mit angemessenen Mitteln darauf hin zu wirken, dass es eingehalten wird. Es gibt aber starke Indizien, dass das Urheberrecht zumindest so eingehalten wird, dass sich das Gesch&#228;ft mit Schulb&#252;chern „erfreulich entwickelt“.</p>

<p>Ebenso macht der Cornelsen Verlag und die dazu geh&#246;rende Verlagsgruppe <a href="http://www.cornelsen.de/service/1.c.2572315.de" target="_blank">laut eigenen Angaben</a> 450 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Auch dies ist kein Indiz, dass Lehrer in Massen Urheberrechtsverletzungen begingen, auch wenn die Bildungsmedienverlage genau davon auszugehen scheinen.</p>

<p>Aber auch darum geht es mir nicht.</p>

<p>Mir geht es darum, dass es Grenzen gibt, die nicht &#252;berschritten werden d&#252;rfen, soll es nicht zu nachhaltigem Vertrauensverlust kommen, der sich vielleicht irgendwann auch &#246;konomisch niederschl&#228;gt.</p>

<p>Nach meinem Eindruck haben die Schulbuchverlage und die KMK diese Grenze im Paragraphen 6, Abschnitt 4  des Gesamtvertrages zur Einr&#228;umung und Verg&#252;tung von Anspr&#252;chen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG) &#252;berschritten.</p>

<p>Es wird spannend zu beobachten sein, ob diese Regelungen die Gerichte besch&#228;ftigen und zu welchem Schluss diese kommen werden. Meine Bedenken bestehen im Bereich des Datenschutzes, der Rechte der Mitarbeiterinnen und MItarbeiter im Schuldienst, der Einbindung der Personalr&#228;te und Datenschutzbeauftragten an den Schulen.</p>

<p>Meine Bedenken bestehen dort, wo ich pers&#246;nlich den Eindruck gewinne, dass der freiheitlich-demokratische Grundkonsens, der &#220;berwachung nur im konkreten Verdachtsfall rechtsstaatlich absichert, von &#220;berwachungs- und Pr&#228;ventionsphantasien mehr und mehr ausgeh&#246;lt wird.</p>

<p>Dieser „Schultrojaner“ ist in meinen Augen ein Mosaikstein in einer immer mehr um sich greifenden &#220;berwachungsunkultur. Diesen Kulturwandel sehe ich mit gro&#223;er Sorge. Deshalb emp&#246;re ich mich.</p>

<p>Liebe Schulbuchverlage, sprechen Sie mit uns Lehrern, wenn Sie sich Sorgen ums Copyright machen. Fragen Sie uns, wie Sie uns in digitalen Zeiten mit ihren Angeboten entlasten k&#246;nnen, dann werden wir ihre Angebote im Rahmen der verf&#252;gbaren Budgets auch nutzen.</p>

<p>Machen Sie nicht den Fehler, uns als Lehrer und Lehrerinnen unter Generalverdacht zu stellen. Wenn Sie dies gar nicht im Sinn haben, dann unterlassen Sie doch bitte Ma&#223;nahmen, die in diese Richtung (miss)verstanden werden.</p>

<p>Ja, im konkreten Verdachtsfall haben Sie nat&#252;rlich alle rechtlichen M&#246;glichkeiten, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Pr&#228;ventiv die Lehrerkollegien von Schulen in die Sippenhaft von Spyware zu nehmen tr&#228;gt zumindest dazu bei, dass meine &#220;berlegungen zum wesentlich verst&#228;rktem Materialaustausch unter Kollegen – inklusive Peer-Review-Prozessen – gerade wieder zunehmen.</p>

<p>Diese neue Kultur des Tausches selbst erstellter Materialien unter Lehrern und Lehrerinnen mag sich nicht von heute auf morgen entwickeln, aber <a href="http://zum.de" target="_blank">zum.de</a> und andere haben damit begonnen. Digitale M&#246;glichkeiten haben die Bereitstellung von selbst erstellten Materialien deutlich erleichtert und zeigen bereits heute, dass Lehrer und Lehrerinnen unabh&#228;ngiger von Verlagen werden.</p>

<p>Ich vertraue darauf, dass Sie als Schulbuchverlage gerne auf das Image verzichten, in einer Reihe mit den aktuellen Diskussionen um Staatstrojaner genannt zu werden. Der Begriff „<a href="http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage" target="_blank">Schultrojaner</a>“ macht zumindest schon die Runde.</p>

<p>Ich vertraue darauf, dass Sie als Schulbuchverlage nicht einmal in die N&#228;he der Spekulation ger&#252;ckt werden wollen, von Ihnen beauftragte Softwareentwicklungen k&#246;nnten unsicher sein und zum Datenschutzproblem werden.</p>

<p>Ich vertraue darauf, dass Sie den Aufschrei im Netz an diesem 31. Oktober 2011 geh&#246;rt haben und uns zu erkennen geben, dass Sie Lehrern und Schulen grunds&#228;tzlich vertrauen und ausschlie&#223;lich in begr&#252;ndeten Verdachtsf&#228;llen rechtsstaatliche Mittel einsetzen werden, um bestehendes Urheberrecht durchzusetzen.</p>

<blockquote><address>Mein Dank gilt netzpolitk.org. Dort wurde das Thema <a href="http://netzpolitik.org/2011/der-schultrojaner-eine-neue-innovation-der-verlage/" target="_blank">zuerst aufgegriffen</a> und dann auch noch <a href="http://netzpolitik.org/2011/update-zum-schultrojaner/" target="_blank">weiter verfolgt</a>.  </address></blockquote>

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		<title>LdL als konstruktivistisch orientiertes Lernen</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2011 20:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der folgende Artikel liegt schon seit einigen Monaten im Ordner f&#252;r Entw&#252;rfe. Jetzt bin ich wieder &#252;ber ihn gestolpert und habe entschieden, ihn endlich zu ver&#246;ffentlichen und zur Diskussion zu stellen. Ich w&#252;rde mich sehr freuen, wenn ein konstruktiver Austausch &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/28/ldl-als-konstruktivistisch-orientiertes-lernen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der folgende Artikel liegt schon seit einigen Monaten im Ordner f&#252;r Entw&#252;rfe. Jetzt bin ich wieder &#252;ber ihn gestolpert und habe entschieden, ihn endlich zu ver&#246;ffentlichen und zur Diskussion zu stellen. Ich w&#252;rde mich sehr freuen, wenn ein konstruktiver Austausch in den Kommentaren oder in anderen Blogs via PingBack stattfinden w&#252;rde.</em></p>

<p>Als ich noch Referendar war (in Hessen hei&#223;t das heute LiV, was f&#252;r »Lehrer im Vorbereitungsdienst« oder »Lehrerin im Vorbereitungsdienst« steht), stie&#223; ich von Anfang an auf das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konstruktivismus_(Lernpsychologie)" target="_blank">konstruktivistisch orientierte Modell des Lernens</a>.</p>

<p>Dieses Modell geht davon aus, dass Wissen nicht etwas ist, das ein Lehrer oder eine Lehrerin instruieren kann. Wissen wird in diesem Modell des Lernens vielmehr als etwas gesehen, das in kognitiven Prozessen aktiv von Lernenden konstruiert wird. Hierzu schrieb die <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1942437_0_2147_klassiker-der-paedagogik-pestalozzis-geist-weht-bis-heute-durch-die-klassen.html" target="_blank">Stuttgarter Zeitung am 8.2.2009</a>:</p>

<blockquote><address>»In den Schulen ist der instruktive Ansatz als nicht zeitgem&#228;&#223;er Frontalunterricht in die Kritik geraten. Nur das autonome und entdeckende Lernen, bei dem Kinder selbst experimentieren und recherchieren, f&#252;hre zu nachhaltigen Ergebnissen, hei&#223;t das Gegenargument. Lehrer werden Lernbegleiter.«</address></blockquote>

<p>Im Zentrum der Aufgabe von Lehrenden steht in diesem Zusammenhang aktueller p&#228;dagogischer Debatten also, <span id="more-1221"></span> Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern die M&#246;glichkeit zu geben, nicht nur etwas Vorgegebenes zu lernen (zu pauken), sondern nachhaltige neuronale Strukturen im Gehirn zu entwickeln, die nicht nur Wissen repr&#228;sentieren, sondern dar&#252;ber hinaus den Prozess des Lernens in sich selbst tragen, sodass Wissen nicht nur lexikalischen Wert hat, sondern anwendbar wird. Dabei sollte jedoch der Wert guter Instruktion im Prozess der Lernbegleitung nicht untersch&#228;tzt werden.</p>

<p>Ziel ist dabei, neben der f&#252;r Schule nach wie vor zentralen Aufgabe des Aufbaus von Wissen, Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Probleml&#246;sungskompetenzen praktisch erlernen zu lassen, die sie langfristig in die Lage versetzen, nicht nur vorgegebenes Wissen zu reproduzieren, sondern auch neues Wissen zu konstruieren. Anders ausgedr&#252;ckt: Konstruktivistisch orientierte Lernmodelle sollen dazu beitragen, in einer sich schnell ver&#228;ndernden Welt &#252;berhaupt in der Lage zu sein, der allenthalben konstatierten Notwendigkeit zu lebenslangem Lernen angemessen gerecht werden zu k&#246;nnen, indem der Prozess des Lernens selbst zu einer zentralen Kernkompetenz wird, die in Lernprozessen erlernt und angewendet wird.</p>

<p>Dem entsprechend lautete eine der zentralen Aussagen, mit der ich einst als Referendar konfrontiert wurde, dass ein Kriterium f&#252;r guten Unterricht darin liege, Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen eigene kognitive Prozesse zu erm&#246;glichen, die &#252;ber das Lernen von Fakten hinausgehen. – Und in den zahlreichen Unterrichtsbesuchen sollten dann solche kognitive Prozesse erkennbar und (auch f&#252;r die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler) reflektierbar werden.</p>

<p>Auch wenn mir dies damals einigerma&#223;en gelungen zu sein scheint, hatte ich bis zum Ende der Ausbildung nur eine Ahnung davon, was mit der Forderung des Aktivierens kognitiver Prozesse bei Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern eigentlich gemeint war. Meist lief das f&#252;r mich auf die Anwendung unterschiedlicher<a href="http://www.methodenpool.de" target="_blank"> konstruktivistisch orientierter Einzelmethoden</a> hinaus, ohne dass ich den Eindruck hatte, wirklich begriffen zu haben, was z. B. Kersten Reich mit »<a href="http://methodenpool.uni-koeln.de/schaubilder/Reich3.pdf" target="_blank">Unsch&#228;rfen der Erkenntnis</a>« meint.</p>

<p>An dieser Stelle brachte mich erst die Besch&#228;ftigung mit dem von <a href="http://jeanpol.wordpress.com" target="_blank">Jean-Pol Martin</a> praktisch angewendetem und theoretisch reflektiertem Konzept des »Lernens durch Lehren« (LdL) weiter, wobei interessanterweise der Prozess der Besch&#228;ftigung mit diesem Konzept dieses Konzept selbst abbildet: Will ich mich mit diesem Konzept wirklich besch&#228;ftigen, so, das wurde mir sehr schnell klar, muss ich mich selbst in den Reflexionsprozess einbringen, an dem unterschiedlichste Leute beteiligt sind, die die M&#246;glichkeiten des Web 2.0 nutzen, um miteinander vernetzt kollaborativ das Konzeptreflektieren und weiter entwickeln. Die Besch&#228;ftigung mit dieser Meta-Methodik des Unterrichtens f&#252;hrte dazu, dass sich f&#252;r mich eine Art von Lernumgebung herausbildete, die weit &#252;ber Konzepte des »<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Integriertes_Lernen" target="_blank">blended learning</a>s« hinaus reicht. Pl&#246;tzlich wurde die Kommentarfunktion meines Blogs genutzt, entstanden Kontakte &#252;ber fachspezifisiche Communities und via Twitter. Ohne es intendiert zu haben, war ich pl&#246;tzlich mitten in einem p&#228;dagogischen (Fort)Bildungsprozess, der in sich selbst das abbildet und praktiziert, was LdL auch f&#252;r den Unterricht leisten kann.</p>

<p>Die Verbindung mit den Konzepten des konstruktivistisch orientierten Lernens und Lehrens liegt f&#252;r mich darin, dass LdL den Gedanken der kollaborativen Wissenskonstruktion so grundlegend ernst nimmt, wie es mir in bislang keiner anderen Konzeption begegnet ist. Und dabei ist LdL als Grundprinzip p&#228;dagogischen Arbeitens nun wirklich nicht neu, ist doch ein starker <a href="http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/SLF/romanistik/didaktik/Forschung/ldl_2008/uebersicht/geschichte.de" target="_blank">Bezug zur Reformp&#228;dogik</a> von Jean-Pol Martin selbst dargestellt worden. Neu erscheint mir an dieser Konzeption jedoch, dass hier, neben dem starken Bezug zur <a href="http://www.zum.de/Faecher/Eth/SA/stoff9/maslow.htm" target="_blank">Bed&#252;rfnispyramide nach Maslow</a>, die M&#246;glichkeiten der digitalen Vernetzung via <a class="zem_slink" title="World Wide Web" href="http://en.wikipedia.org/wiki/World_Wide_Web" rel="wikipedia" target="_blank">World-Wide-Web</a> in die Konzeption aktiv und reflexiv mit eingebunden werden. Die M&#246;glichkeiten der Vernetzung im Web 2.0 als Vernetzung zur Wissenskonstruktion sind zwar keine Voraussetzung f&#252;r LdL, werden aber konsequent mitgedacht, sodass LdL m&#246;glicherweise das erste p&#228;dagogische Modell ist, dass die M&#246;glichkeiten des 21. Jahrhunderts konsequent mit ber&#252;cksichtigt!</p>

<p>Die Konstruktion von Wissen bleibt aber nicht bei den M&#246;glichkeiten digitaler Vernetzungsstrategien stehen. Wissen ist keine Technik, sondern immer an Inhalten und Kompetenzen orientiert. Es geht nicht ohne intensive eigene Bem&#252;hungen, um Wissen zu gewinnen. Der Unterschied ist, dass der Prozess der Gewinnung von Wissen ein v&#246;llig anderer wird, wenn digitale Technologien nicht prim&#228;r als Konsummedien angesehen werden, sondern als Instrumente der Wissensgewinnung: Wie jedes Instrument muss das Spiel erst gelernt werden, bedarf es der &#220;bung. Lernende sind nicht von alleine in der Lage, gemeinsam Probleme zu bearbeiten und neben Probleml&#246;sungsstrategien auf diesem Wege auch Wissen zu emergieren.</p>

<p>In diesem Sinne bedeutet konstruktivistisches Lernen dann eben nicht, dass Lernende mal eben im Internet recherchieren und ihre Ergebnisse zusammentragen. Ein solches Lernen hat gegen&#252;ber der Arbeit mit Handb&#252;chern, Lexika und Fachpublikationen keinen anderen Mehrwert als die schnelle Verf&#252;gbarkeit und w&#252;rde klassische Arbeitstechniken auf ein neues Medium &#252;bertragen, ohne das Medium selbst zu ber&#252;cksichtigen. Lernen online muss produktionsorientiert sein, will es die M&#246;glichkeiten des Internets wirklich produktiv nutzen.</p>

<p>An dieser Stelle bietet LdL und das mit ihm verbundene <a href="http://wiki.zum.de/Netzsensibilit%C3%A4t?title=Lernen_durch_Lehren/Fortbildungen/Materialien" target="_blank">Menschenbild</a> einen Rahmen, der dieses Ideal praktisch umsetzbar macht.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/30/lernen-durch-lehren/" rel="bookmark" title="30. Januar 2009">Lernen durch Lehren</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/13/vernetzt-lernen-im-web-20/" rel="bookmark" title="13. Februar 2009">Vernetzt – Lernen im Web 2.0</a></li>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/10/sitzordnung-im-unterricht-lehrer-gruppen-themenzentrierung/" rel="bookmark" title="10. M&#228;rz 2011">Sitzordnung im Unterricht: Lehrer-, Gruppen-, Themenzentrierung</a></li>
</ul>

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		<title>„Das kann jeder sehen, wie er will“</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 21:12:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Zweifel zieht man sich einfach auf die Position zur&#252;ck, dass es verschiedene Menschen gibt, die unterschiedlicher Ansicht sind – und nat&#252;rlich ist jede dieser Ansichten zu akzeptieren. Dies ist eine gar nicht sonderlich &#252;berzeichnete Tendenz, die mir im Rahmen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/27/das-kann-jeder-sehen-wie-er-will/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zweifel zieht man sich einfach auf die Position zur&#252;ck, dass es verschiedene Menschen gibt, die unterschiedlicher Ansicht sind – und nat&#252;rlich ist jede dieser Ansichten zu akzeptieren.</p>

<p>Dies ist eine gar nicht sonderlich &#252;berzeichnete Tendenz, die mir im Rahmen von Meinungs&#228;u&#223;erungen in allen h&#246;heren Jahrgangsstufen am Gymnasium begegnet: Pluralit&#228;t wird zum Argument, das begr&#252;nden soll, warum man sich zum Beispiel der eigenen wirklichen Interpretation eines Textes und einer pers&#246;nlichen Stellungnahme – inklusive nachvollziehbarer Begr&#252;ndung – zu einem Sachverhalt (einem Text, einem Diskussionsgegenstand im Unterricht) verweigert.</p>

<p>Je h&#228;ufiger ich solche „Interpretationen“ lese, die die „Interpretation“ letztlich verweigern, um so irritierter bin ich. Was passiert hier gerade?<span id="more-1831"></span></p>

<p>Und w&#228;re es nur bei Interpretationen so! Zunehmend beobachte ich die Tendenz des Meinungs<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostizismus" target="_blank">agnostizimus</a> auch in diskursiven Meinungsbildungsprozessen in (Lern)Gruppen: Irgendwann kommt fast immer die Aussage, dass da ja jeder seine eigene Meinung habe und man das deshalb nicht so festlegen k&#246;nne. Verbirgt sich dahinter ein echter Respekt vor der Unterschiedlichkeit von Menschen oder soll ich das Ph&#228;nomen als zunehmende Verweigerung von begr&#252;ndeten Stellungnahmen deuten, die letztlich auch immer angreifbar machen?</p>

<p>Meine erste Deutung des Ph&#228;nomens l&#228;uft darauf hinaus, dass sich in diesem Ph&#228;nomen eine gro&#223;e Orientierungslosigkeit ausdr&#252;ckt, die sich in der Verweigerung des Streits mit Argumenten ausdr&#252;ckt. Wenn angenommen wird, dass in jedem Entscheidungszusammenhang jede Meinung in gleichem Ma&#223;e Geltung beanspruchen k&#246;nne, dann ist dies das Ende des an Kritierien und Begr&#252;ndungen orientierten Streits um eine Sache, dann ist dies das Ende jeglicher Sachlogik, da ja jeder seine eigene Meinung haben kann. Dabei wird unter Meinung meists etwas verstanden, das zwar ge&#228;u&#223;ert, aber nicht (immer) begr&#252;ndet werden kann.</p>

<p>Ein weiterer Deutungsversuch des Ph&#228;nomens geht in die Richtung, dass sich auf diese Weise eine Verweigerung gegen eine wirklich Auseinandersetzung mit der Sache ausdr&#252;ckt. Steht hinter der Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber Meinungen wom&#246;glich pure Faulheit, nach Argumenten und Kritierien zu suchen, die wirkliche Entscheidungen m&#246;glich machen?</p>

<p>Mir kommt fast t&#228;glich der Titel eines Buches von <a href="http://bruderpaulus.de" target="_blank">Paulus Terwitte</a> in den Kopf: „<a href="http://www.rowohlt.de/buch/Bruder_Paulus_Terwitte_Das_Leben_findet_heute_statt.2634620.html" target="_blank">Das Leben findet heute statt. Ein Anschlag auf die Vertr&#246;stungsgesellschaft</a>”. Verweigern wir uns der diskursiven Auseinandersetzung, weil wir nicht mehr bereit sind, Entscheidungen f&#252;r das Heute zu treffen, auch wenn wir sie &#252;bermorgen vielleicht anders treffen w&#252;rden, weil uns Argumente zur Ausdifferenzierung unserer Position gebracht haben?</p>

<p>Was aber passiert, wenn sich immer mehr Menschen einer begr&#252;ndeten Positionierung verweigern?</p>

<p>Um auf eine solche Frage eine Antwort zu finden, habe ich mir angew&#246;hnt, nach dem Nutzen zu fragen, den jemand aus seinem Verhalten ziehen k&#246;nnte.</p>

<p>Welchen pers&#246;nlichen Nutzen hat also ein Mensch, der sich einer klaren Positionierung verweigert?</p>

<p>Klar: Er muss sich nicht festlegen und muss somit auch keine Verantwortung f&#252;r seine Meinung und das sich daraus ergebende Handeln &#252;bernehmen. Das Problem dabei ist nur, dass eine Gesellschaft der Gleichg&#252;ltigkeit handlungsunf&#228;hig wird, weil letztlich alle Werte und Normen als relativ und somit als nicht mehr handlungsleitend angesehen werden.</p>

<p>Andererseits besteht der Nutzen des Meinungsrelativismus’ f&#252;r jede Person darin, dass das Individuum nicht mehr f&#252;r seine Position und das sich aus ihr ergebende Handeln zur Verantwortung gezogen werden kann. Dann aber w&#228;re diese Entwicklung ein Ausdruck der Angst, dass die eigene Positionierung gegen&#252;ber ja nach wie vor in gesellschaftlichen Gruppen vorhandenen &#220;berzeugungen unerw&#252;nschte Konsequenzen haben k&#246;nnte. Doch dies w&#228;re nicht mehr Ausdruck einer hohen Form der Toleranz, sondern vielmehr der Angst! Pr&#228;ventiv w&#252;rde dann eine Meinungs&#228;u&#223;erung vermieden, weil man aus einem solchen Verhalten den Nutzen z&#246;ge, immer auf der „sicheren“ Seite zu stehen.</p>

<p>Sowohl die Gedanken der Aufkl&#228;rung als auch die freie Meinungs&#228;u&#223;erung k&#228;men somit in Gefahr, an Bedeutung zu verlieren: Die Aufkl&#228;rung, weil nicht mehr das bessere Argument z&#228;hlt, sondern alleine die pers&#246;nliche &#220;berzeugung; die freie Meinungs&#228;u&#223;erung, weil Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber Meinungen diese letztlich ins Leere laufen l&#228;sst.</p>

<p>Die letzte Konsequenz w&#228;re dann die Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber Radikalismen und Fundamentalismen, so wenig diese auch rational nachvollziehbare Argumente f&#252;r ihre Positionen vorbringen k&#246;nnen. Mit der Tendenz zur Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber Meinungen w&#228;re dann aber auch die Infragestellung von Werten und rational nachvollziehbaren Argumenten verbunden.</p>

<p>Dies ist der Hauptgrund, warum ich die von mir beobachtete Tendenz bei Jugendlichen mit Sorge sehe. Wer keine Meinung mehr hat und diese argumentativ in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen vermag, verliert seine Entscheidungsf&#228;higkeit und wird zum Opfer derer, die mit allen zur Verf&#252;gung stehenden Mitteln eine Meinung durchsetzen wollen.</p>

<blockquote><address>Diese Thema besch&#228;ftigt mich schon seit einiger Zeit. Da gibt es auch eine Podcastfolge zu, die ich fast vergessen hatte. Danke an <a href="https://twitter.com/#!/otacke" target="_blank">@otacke</a>, der mich an sie erinnerte, sodass ich sie hier einbette:</address><object id="boo_embed_146646" width="400" height="129" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="scale" value="noscale" /><param name="salign" value="lt" /><param name="bgColor" value="#FFFFFF" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="FlashVars" value="mp3=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F146646-is-s-halt-meine-meinung.mp3%3Fsource%3Dembed&amp;mp3Title=Is%28s%29+halt+meine+Meinung.%2F%21&amp;mp3Time=10.34pm+29+Jun+2010&amp;mp3LinkURL=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F146646-is-s-halt-meine-meinung&amp;mp3Author=torstenlarbig&amp;rootID=boo_embed_146646" /><param name="src" value="http://boos.audioboo.fm/swf/fullsize_player.swf" /><embed id="boo_embed_146646" width="400" height="129" type="application/x-shockwave-flash" src="http://boos.audioboo.fm/swf/fullsize_player.swf" scale="noscale" salign="lt" bgColor="#FFFFFF" allowScriptAccess="always" wmode="window" FlashVars="mp3=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F146646-is-s-halt-meine-meinung.mp3%3Fsource%3Dembed&amp;mp3Title=Is%28s%29+halt+meine+Meinung.%2F%21&amp;mp3Time=10.34pm+29+Jun+2010&amp;mp3LinkURL=http%3A%2F%2Faudioboo.fm%2Fboos%2F146646-is-s-halt-meine-meinung&amp;mp3Author=torstenlarbig&amp;rootID=boo_embed_146646" /><a href="http://audioboo.fm/boos/146646-is-s-halt-meine-meinung.mp3?source=embed">Is(s) halt meine Meinung./! (mp3)</a></object>

&nbsp;</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Das iPad im Unterricht der Schule: Ein Gespr&#228;ch mit André Spang</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 19:50:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 1.9.2011 erschien in der Zeit ein Interview mit André Spang, der als Projektleiter die „iPad-Klasse“ an der Kaiserin-Augusta-Schule (KAS), einem Gymnasium in K&#246;ln, betreut. Ich war verwundert, dass so wenig Platz f&#252;r ein solches Thema bereit gestellt wurde, da es &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/18/das-ipad-im-unterricht-der-schule-ein-gesprach-mit-andre-spang/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 1.9.2011 erschien </em><a href="http://www.zeit.de/2011/36/C-Interview-Ipad" target="_blank"><em>in der Zeit ein Interview mit André Spang</em></a><em>, der als Projektleiter die „</em><a href="http://ipadkas.wordpress.com/" target="_blank"><em>iPad-Klasse</em></a><em>“ an der </em><a href="http://www.kas-koeln.de/"><em>Kaiserin-Augusta-Schule</em></a><em> (KAS), einem Gymnasium in K&#246;ln, betreut. Ich war verwundert, dass so wenig Platz f&#252;r ein solches Thema bereit gestellt wurde, da es sich um das erste Projekt dieser Art in Deutschland handelt. Deshalb fragte ich André Spang, <a href="https://twitter.com/#!/tastenspieler" target="_blank">den ich aus meinem Twitter-Netzwerk als „Tastenspieler“ kenne</a>, ob er zu einem ausf&#252;hrlicheren Interview bereit w&#228;re. Das war er. Wir haben das Interview mittels E-Mail gef&#252;hrt, wobei die Fragen nach und nach an André Spang gesendet wurden, weil sich aus seinen Antworten f&#252;r mich auch erst Fragen ergeben haben, sodass der Interviewcharakter trotz des Mediums als im besten Sinne „Vermittelndes“ erhalten geblieben sein d&#252;rfte.<span id="more-6233"></span></em></p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Welche Funktion haben f&#252;r dich Medien im Unterricht, angefangen von der Kreidetafel &#252;ber Schulb&#252;cher, Hefte und Overheadprojektor bis hin zu digitalen Medien?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Sie sind Mittel zum Zweck.</p>

<p>Sie existieren parallel, wobei ich ehrlich gesagt kein gro&#223;er Freund des Overheadprojektors bin, aber auch er erstaunt mich hin und wieder.</p>

<p>Ich setze das ein was gerade passt. Die Tafel, mal abgesehen davon, dass sie mich und das Klavier, das davor steht, st&#228;ndig zu staubt, ist ein super „Tool“ &#8211; schnell einsetzbar, ohne Latenzen, gut zur Visualisierung, schlecht zur Konservierung.</p>

<p>Deshalb wird sie zweckentfremdet: Ich lasse Sch&#252;ler meine Frontalanschriften mit meinem Smartphone abfilmen und stelle das sp&#228;ter oder schon in der Stunde online, z.B. auf YouToube, im Schul-Wiki oder auf dem Unterrichtsblog.</p>

<p>Digitale Medien haben f&#252;r mich die Chance, Inhalte „nach drau&#223;en“ zu bringen, sie sind schnell, bieten viele neue M&#246;glichkeiten und sie geh&#246;ren in die (Lebens-)Welt der Sch&#252;ler. Vielleicht ersetzen sie irgendwann die „traditionellen“ Medien. Wer wei&#223; das?</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Ihr habt an der KAS das iPad als digitales Medium f&#252;r den Unterricht angeschafft. Welche neuen M&#246;glichkeiten des Unterrichtens bietet es?  </em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Wir haben es prim&#228;r angeschafft, um dazu im Unterricht mit den Sch&#252;lern auf Weblogs und auf unserem <a href="http://wikis.zum.de/kas">Schulwiki</a> zu arbeiten. Dazu fehlten uns die notwendigen, zahlreichen Zugangsm&#246;glichkeiten, denn unsere Schule hat zwei Informatikr&#228;ume und 1000 Sch&#252;ler.</p>

<p>Die Nutzung von Web2.0 Techniken ist f&#252;r uns ein wichtiges Standbein des lebenslangen, vernetzenden und individuellen Lernens. Der Vorteil eines Tablets ist seine schnelle Einsetzbarkeit („Instant-On“), seine lange Akkulaufzeit, sein geschlossenes System (speziell beim iPad) und damit die geringe Anf&#228;lligkeit f&#252;r Manipulationen, die hohe Mobilit&#228;t und die intuitive Bedienbarkeit. Nachteile, wie fehlende Steckpl&#228;tze, keine Tastatur, kleiner Bildschirm haben wir gerne und bewusst in Kauf genommen, denn die Vorteile der Nutzung im Unterricht und in unterschiedlichsten R&#228;umen und Konstellationen &#252;berwiegen f&#252;r uns. Wir k&#246;nnen die 30 Devices mit einem Rollkoffersystem in alle R&#228;ume der KAS transportieren und die Ger&#228;te sind sofort an und online.</p>

<p>Es kann wenig daran kaputt gehen (keine Maus, keine anf&#228;llige Tastatur) und die Ger&#228;te funktionieren immer und stehen dem Unterrichtsflu&#223; nicht im Weg.</p>

<p>Man kann sie kurz einsetzen, danach ein Methodenwechsel und sie liegen umgedreht auf dem Tisch oder man reicht sie herum, um z.B. darauf erstellte Mindmaps oder Bilder oder Pr&#228;sentationen anderen Sch&#252;lergruppen zu zeigen oder schliesst sie am Ende der Stunde zur Frontalpr&#228;sentationen vorne an den Beamer an.</p>

<p>Durch das reichhaltige Angebot an Apps ergeben sich dar&#252;ber hinaus weitere M&#246;glichkeiten eines mediengest&#252;tzten und konstruktivistischen Unterrichtens.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Wie unterst&#252;tzt das iPad das eigenst&#228;ndige Lernen von Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen? Beobachtest du da Ver&#228;nderungen im Vergleich zu anderen Methoden, wie z. B. Lernzirkeln, Projektarbeit?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Wie oben schon erw&#228;hnt vor allem durch das selbstst&#228;ndige Arbeiten im und mit dem Netz, aber auch durch die Erstellung von Pr&#228;sentationen oder z. B. durch die Produktion von Musik, Texten (durch z.B. kollaboratives Schreiben im Wiki oder per Google-docs) oder durch Produktion von Podcasts und <a href="http://audioboo.fm/">Audioboos</a>.</p>

<p>Ein Beispiel: eine Klasse 5 mit 30 Sch&#252;lern hat nach einer kurzen Einf&#252;hrung von mir in das App Garage Band (App zur Produktion von Musik) und ein paar Textbeispielen (Rhymes-Workshops) innerhalb zwei Doppelstunden selbstst&#228;ndig und ohne weitere Hilfe in 10 Dreiergruppen mit je einem iPad pro Gruppe 10 komplette Songs produziert, getextet im Wiki, aufgenommen, abgemischt und an mich gemailt.</p>

<p>Aber auch in anderen F&#228;chern war eine starke Motivation und sehr konzentriertes und genaues Arbeiten feststellbar. Dazu gibt es ja auch <a href="http://ipadkas.wordpress.com/2011/07/21/6-monate-ipad-eine-bilanz/">konkrete Umfrageergebnisse in der Sch&#252;lerschaft</a> und auch einige <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oQLTvviItZA">O-T&#246;ne in Form von Interviews</a>.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Wo bleibt bei der Entscheidung f&#252;r eine Technologie Raum f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler die „analoge Lerntypen“ sind, die gerne per Hand schreiben?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Es ist ja nicht so, dass die Tablets ausschlie&#223;lich eingesetzt werden, das ist ja gerade das Gute daran, dass man sie z.B. nur kurz, f&#252;r eine Recherche oder f&#252;r einen Wiki- oder Blogeintrag einsetzt und dann ein anderes Medium einsetzt oder ins Heft schreibt. Wir werden allerdings ab n&#228;chster Woche auch die M&#246;glichkeit der Stifteingabe bzw. des Schreibens mit einem Stift und entsprechender App testen. Die Sch&#252;ler werden aber nicht zur Nutzung des Devices gezwungen, man kann auch seine Notizen ins Heft machen und dann z.B. innerhalb einer Gruppenarbeit einen anderen Sch&#252;ler mit dem Device arbeiten lassen. In einer Klasse 5 hatte ich das des &#214;fteren praktiziert, weil einige Sch&#252;ler, z.B. in der 7. und 8. Stunde nicht mehr mit einem leuchtenden Bildschirm arbeiten wollten, weil sie Kopfschmerzen hatten oder einfach nur m&#252;de Augen.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Ok. Soviel zur Technik und wie die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen damit arbeiten. Ich habe mir das Wiki angeschaut. Daf&#252;r, dass &#252;ber 1000 Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen an der KAS sind, sind die Eintr&#228;ge dort &#252;berraschend wenige. Und bei sehr vielen taucht der Name Spang auf.</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Es gibt einen Kern von Kollegen, die das Wiki nutzen. Dies waren nach einer initialen Fortbildung in 2009 ca 10 Kollegen, danach wurde das Kernteam kleiner (ca. 3-4). Aus diesem Grund haben wir auch kurz vor den Sommerferien <a href="http://wikis.zum.de/kas/index.php?title=Fortbildung">eine erneute Kollegiumsfortbildung zum Thema Wiki</a> angeboten. Die Kollegen, die diese Fortbildung besucht haben, werden nun auch die Arbeit mit dem Wiki beginnen. Eine weitere Fortbildung werden wir n&#228;chste Woche ausschreiben. Wir sind uns dessen bewusst, dass da noch einiges nach vorne gehen muss. Sehr gute Inhalte gibt es aber f&#252;r Mathematik (<a href="http://wikis.zum.de/kas/index.php?title=Leistungskurs_13_Mathematik_Vieth">Beispiel 1</a>; <a href="http://wikis.zum.de/kas/index.php?title=Mathematik">Beispiel 2</a>) oder <a href="http://wikis.zum.de/kas/index.php?title=Grundkurs_Erdkunde_DK">Erdkunde</a>  und <a href="http://wikis.zumde/kas/index.php?title=Kategorie:Chemie">Chemie</a>. In den ersten 10 Schultagen des neuen Schuljahres 2011/12 haben wir dar&#252;ber hinaus fast 100 Sch&#252;ler neu im Wiki angemeldet, weitere werden folgen &#8211; ich denke, das wird einen kr&#228;ftigen Schub geben.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Wie viel Lehrer und Lehrerinnen habt ihr an der der Schule und wie viele nutzen den Klassensatz an Tablets?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Wir haben 70 Kollegen und 30 arbeiten regelm&#228;ssig mit den Devices. Die genaue Entwicklung sieht man <a href="http://ipadkas.files.wordpress.com/2011/07/ipad-warumnutzung.jpg">hier</a>.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Wie viele Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben seit Februar mit den Ger&#228;ten gearbeitet?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Bis jetzt haben ca. 500 von den 1000 Sch&#252;lern haben damit gearbeitet. Ich denke, dass wir bis Ende dieses Halbjahres alle Sch&#252;ler erreichen werden.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Das Gleiche bei eurer Sechsmonatsbilanz: Da kommen drei Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen zu Wort. Wo ist die Masse?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Von den 500 Sch&#252;lern die die Ger&#228;te eingesetzt haben, wurden knapp 300 per Googledocsabfrage befragt und <a href="http://ipadkas.wordpress.com/2011/07/21/6-monate-ipad-eine-bilanz/">es gab sehr positive R&#252;ckmeldungen</a>.</p>

<p>Die Sch&#252;ler hatten z.B. den Eindruck, dass sie ihre Arbeitsergebnisse mit den Ger&#228;ten verbessern und dass ihnen die Arbeit an Unterrichtsaufgaben damit mehr Spa&#223; macht, dass sie die Ger&#228;te gerne regelm&#228;ssig aber zumindest h&#228;ufiger einsetzen m&#246;chten. Die drei Sch&#252;lerinnen, auf die du in der Frage anspielst, sind in einem zus&#228;tzlich gef&#252;hrten, oben bereits erw&#228;hnten <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oQLTvviItZA">Videointerview</a> zu sehen, um die Sch&#252;ler auch mal „live“ zu Wort kommen zu lassen.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Was sagen die Kollegen und Kolleginnen dazu?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Die Kollegen sagen &#196;hnliches – sie haben positive Erfahrungen mit den Devices gemacht und w&#252;rden diese gerne weiter und h&#228;ufig einsetzen (<a href="http://ipadkas.files.wordpress.com/2011/07/fachzahl.jpg">Abbildung 1</a>; <a href="http://ipadkas.files.wordpress.com/2011/07/anwendung1.jpg">Abbildung 2</a>; <a href="http://ipadkas.files.wordpress.com/2011/07/zukunft1.jpg">Abbildung 3</a>): 20 von 21 befragten Kollegen k&#246;nnen sich vorstellen, das iPad noch st&#228;rker in ihren Unterricht zu integrieren.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Vorhin sagtest du, ein Tablet w&#252;rde zur kurzen Recherche zwischendurch genutzt. W&#252;rden dazu nicht die paar Smartphones reichen, die in den meisten Klassen sowieso anzutreffen sind? W&#228;re es nicht sowieso besser, auf Ger&#228;te zu setzen, die den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen als Alltagsger&#228;te vertraut sind?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Zur Recherche w&#228;re dies schon m&#246;glich, allerdings schwierig wegen der Einbindung der unterschiedlichen Ger&#228;te ins Netzwerk und auch wegen Sicherheitsvorschriften. Zum Arbeiten im Netz, an Pr&#228;sentationen etc. sind die Screens dann aber doch zu klein bzw. die M&#246;glichkeiten zu eingeschr&#228;nkt.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Das war jetzt viel Statistik und viel Information rund um die Anwendung von Tablet-PCs im Unterricht der KAS. Jetzt mal konkret: Inwiefern haben Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, die mit dem iPad im Unterricht arbeiten, &#252;berhaupt noch Anlass, sich auf Faktenwissen einzulassen, wenn doch eh alles recherchierbar ist?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Diese zentrale Frage stellt sich in der heutigen Wissensgesellschaft generell – warum muss man noch geschichtliche Zahlen auswendig lernen? Braucht man die Bruchrechnung noch?</p>

<p>Muss ich wirklich wissen wie eine Durtonleiter aufgebaut ist?</p>

<p>Ich glaube, wenn man all dies sinn- und anwendungsfrei einpaukt, ist man in Zukunft zum Scheitern verurteilt. Hier kann das iPad ins Spiel kommen, um zum Beispiel Fakten im Zusammenhang darzustellen und zu vernetzen (Stichwort: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiki">Wiki</a>) oder konstruktiv &#252;ber Apps t&#228;tig zu werden und gelernte Fakten anwenden, als Pr&#228;sentation, Posterentwurf, Podcast, Videopr&#228;sentation, Musikproduktion, etc.</p>

<p>Au&#223;erdem gibt es gerade im Bereich der gezielten und qualitativen Recherche viele Einsatzm&#246;glichkeiten – hier liegt auch in Zukunft der Arbeitsschwerpunkt des Lehrers, hier muss er Anleitung und Unterst&#252;tzung geben und Diskussions- und Urteilsf&#228;higkeit der Sch&#252;ler herausarbeiten und Teamarbeit weiter ausbauen.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Welche Kompetenzen f&#246;rdert der Einsatz von Tablet-PCs? Und leidet die Kompetenz, sich der Handschrift als Kulturtechnik zu bedienen, nicht noch zus&#228;tzlich unter dem Computereinsatz im Unterricht?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Einige Kompetenzen hatte ich schon erw&#228;hnt: Selbstst&#228;ndiges Arbeiten, individuelles Lernen, F&#246;rderung und Arbeitstempo, Pr&#228;sentationskompetenz, versierter Umgang mit Office-Tools, Teamarbeit und Kollaboration, Portfolio bzw. „lebenslanges Lernen“ im Web, konstruktivistisches Vorgehen, das (Lern-)Ziel steht nicht im Mittelpunkt, sondern der (Arbeits-)Prozess, ganz allgemein: Medienkompetenz und zwar im Sinne der produktiven Nutzung und nicht des Konsums und um mit den Worten einer Sch&#252;lerin zu sprechen: „Wir lernen viel, was wir auch sp&#228;ter im Studium oder Beruf gut gebrauchen k&#246;nnen“.</p>

<p>Zur zweiten Frage: Wie hat <a href="http://www.omnisophie.com/">Gunter Dueck</a> gesagt: „Heute ist das Internet erfunden (und der Leitmedienwechsel hat stattgefunden), nehmen wir es hin und es f&#252;hrt zur notwendigen Krise und dann zu einer anderen Welt“.</p>

<p>Ich w&#252;rde dies relativieren und nat&#252;rlich wird nicht ausschliesslich nur noch mit iPad gearbeitet. Trotzdem stellt sich die Frage, welche Bedeutung die Handschrift in Zukunft noch haben wird. Oder mei&#223;elt heute noch jemand seine Notizen in Stein?</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Neue Technologien im Unterricht bedeuten, dass didaktische und methodische Modelle &#252;berdacht werden m&#252;ssen. Wie integriert ihr diese Reflexionsprozesse in die engen Zeitkorridore, die Lehrer und Lehrerinnen verf&#252;gbar haben? Werdet ihr didaktische und methodische &#220;berlegungen, die sich aus euren Erfahrungen ergeben ver&#246;ffentlichen?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Diesen Schritt haben wir der Anschaffung der iPads vorangestellt, soweit dies vorausschauend m&#246;glich war, zum Beispiel im Rahmen des Schulentwicklungsteams unserer Schule (= Steuergruppe : <a href="http://steuergruppe.wordpress.com">http://steuergruppe.wordpress.com</a>) unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung der Medienkompetenzen unserer Sch&#252;ler.</p>

<p>Im laufenden Projekt fanden und finden Fortbildungen der Kollegen zum Thema iPad, Web2.0, Apps etc. statt und alle Erfahrungen werden zeitgleich auf dem Projektblog (<a href="http://ipadkas.wordpress.com">http://ipadkas.wordpress.com</a>) ver&#246;ffentlicht.</p>

<p>Nach einem halben Jahr des Einsatzes haben wir au&#223;erdem eine Umfrage unter Sch&#252;lern und Kollegen durchgef&#252;hrt. Der Einsatz der Medien im Unterricht kann zur Entlastung des einsetzenden Kollegen beitragen, weil die Sch&#252;ler selbstst&#228;ndiger arbeiten und der Kollege dadurch Zeit im Unterricht gewinnt um individueller auf einzelne Sch&#252;ler einzugehen.</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Gab es ein Erlebnis im Unterricht, das im Zusammenhang mit dem Einsatz von Tablet-PCs steht, dass dich besonders ersch&#252;ttert hat?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Nein, da muss ich leider passen – alles problemlos verlaufen, ohne „Ersch&#252;tterungen“ <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  .</p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Und was war bisher deine sch&#246;nste Erfahrung im Zusammenhang mit dem Einsatz von Tablet-PCs im Unterricht?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Es gab viele positive Erfahrungen: Konzentriert und produktiv arbeitende Klassen, die vorher im Unterricht immer nur abgelenkt, laut und unproduktiv waren; erstaunliche Ergebnisse im Bereich Musikproduktion, gerade was das selbstst&#228;ndige Arbeiten und das kreative Vorgehen der Sch&#252;ler betrifft; aber am sch&#246;nsten war die Klasse 5, die in der letzten Doppelstunde am Nachmittag um 15.15 Uhr einfach nicht nach Hause gehen, sondern weiter arbeiten wollte. Dem habe ich allerdings nach 10 Minuten Verl&#228;ngerung einen Riegel vorgeschoben <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>

<p><strong><em>herrlarbig.de</em></strong><em>: Vor gut acht Monaten habt ihr angefangen, euch eine neue M&#246;glichkeit des Unterrichtens an die Schule zu holen. Zum Schluss dann der Blick nach vorne: Wie sieht der Unterricht in deiner Vorstellung in 10 Jahren aus?</em></p>

<p><strong>André Spang</strong>: Als ich vor 10 Jahren an der KAS angefangen habe, sagte ich bei meinem Einstellungsgespr&#228;ch, ich w&#252;rde gerne in naher Zukunft mit meinen Sch&#252;lern vernetzt &#252;ber das Internet arbeiten um die Schule und den Unterricht ins heimische Zimmer der Sch&#252;ler, aber auch in mein eigenes erweitern zu k&#246;nnen und dar&#252;ber hinaus auch mit anderen Schulen und deren Sch&#252;lern zusammen zu arbeiten.</p>

<p>Ein bisschen davon ist nun wahr geworden, zum Beispiel &#252;ber die Arbeit in Wikis und Blogs und nat&#252;rlich auch &#252;ber die „gute, alte“ E-Mail.</p>

<p>In 10 Jahren? In der Schule werden alle ihre eigenen Devices im Unterricht nutzen um damit auf die Informationen und das Wissen der Menschheit zugreifen zu k&#246;nnen und dieses Wissen um eigenes, bedeutsames Wissen bereichern. Der „Lehrer“ wird zum Lerncoach und wird dann auf seinem Weg vom Wissensvermittler hin zum Berater eine motivierende, anleitende, organisierende und das Lernergebnis b&#252;ndelnde Rolle einnehmen, denn sein spezialisiertes Wissen ist dann nicht mehr (so) bedeutend – es geht um andere Dinge und Konzepte, um gemeinsames Lernen und Partizipation.</p>

<blockquote><address>Das Interview wurde im September 2011 via E-Mail gef&#252;hrt und erscheint hier in von André J. Spang autorisierter Form. </address></blockquote>

<address><em>
</em></address>

<p><em>
</em><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Wandern in der Schule zwischen Zweck und Selbstzweck</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 21:40:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen Wandern zu gehen, ist nicht erst in j&#252;ngerer Zeit zu einer mutigen Veranstaltung geworden. Bereits 1986 gr&#252;ndete sich der „P&#228;dagogische Arbeitskreis ‚Schulwandern‘“ am staatlichen Schulamt der Stadt Dortmund. Dieser Arbeitskreis hat[te?]… …„sich die Aufgabe gestellt, die Bereitschaft zum Wandern in &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/13/wandern-in-der-schule-zwischen-zweck-und-selbstzweck/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wandern" target="_blank">Wandern</a> zu gehen, ist nicht erst in j&#252;ngerer Zeit zu einer mutigen Veranstaltung geworden.</p>

<p>Bereits 1986 gr&#252;ndete sich der „<a href="http://www.do.nw.schule.de/schulwandern/intbeg.rtf" target="_blank">P&#228;dagogische Arbeitskreis ‚Schulwandern‘“ am staatlichen Schulamt der Stadt Dortmund.</a> Dieser Arbeitskreis hat[te?]…</p>

<blockquote><address>…„sich die Aufgabe gestellt, die Bereitschaft zum Wandern in der Dortmunder Lehrerschaft neu zu beleben. Er will eine kind‑ und jugendgerechte Form des Wanderns entwickeln, die attraktiv ist und das Interesse der Sch&#252;ler weckt.“</address></blockquote>

<address>Dabei wird betont, dass das Wandern Mittel zum Zweck sei und nicht an sich einen Wert habe. Anschlie&#223;end werden die wertvollen Kompetenzen aufgez&#228;hlt, die man beim Wandern vermitteln k&#246;nne, die zudem auch von hochwertigen sozialen Komponenten begleitet werden. Wer mag, lese sich ein <a href="http://www.do.nw.schule.de/schulwandern/intbeg.rtf" target="_blank">Dokument aus dem Jahre 1998</a> einmal vollst&#228;ndig durch – und vergleiche es mit eigenen Erfahrungen, die mit dem Mut verbunden sind, mit Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen auf wirkliche Wanderungen zu gehen…</address>

<address>Dar&#252;ber hinaus gibt es noch eine <a href="http://www.staff.uni-marburg.de/~braemer/Justu92.pdf" target="_blank">Jugendstudie Wandern aus dem Jahre 1992</a>, <span id="more-6306"></span>die von Rainer Br&#228;mer an der Uni Marburg angefertigt wurde. Diese Studie scheint zumindest zu belegen, dass die negative Haltung gegen&#252;ber dem Thema Wandern damals gar nicht so eindeutig war, wie man angenommen hatte.</address>

<address>Und <a href="http://www.news.de/reisen-und-leben/855209951/schulwanderungen-sind-wieder-im-kommen/1/" target="_blank">k&#252;rzlich behauptete Gaby Diethers</a> (Referentin beim Deutschen Wanderverband)  im Vorfeld des <a href="http://deutscher-wandertag2011.de/" target="_blank">111. Deutschen Wandertages (8. bis 15. August 2011)</a>, dass Schulwanderungen wieder im Trend l&#228;gen. In diesem Zusammenhang fiel auch der Begriff <a href="http://www.geocaching.de/" target="_blank">Geocaching</a>. Nun, mit den meisten Jahrg&#228;ngen ist Geocaching in der Schule nicht m&#246;glich, weil dabei der Aufsichtspflicht f&#252;r die meisten Schulstufen nicht nachgekommen werden kann, aber es werden auch andere Unterhaltungsprogramme genannt, die zum Wandern motivieren k&#246;nnen. <a href="http://www.news.de/reisen-und-leben/855209951/schulwanderungen-sind-wieder-im-kommen/1/" target="_blank">Diethers sagt</a>:</address>

<blockquote><address>„Es gibt aber auch andere Wege. Sch&#252;ler finden es zum Beispiel faszinierend, mit Karte und Kompass nach drau&#223;en zu gehen und sich in der Natur zurechtzufinden. Mit Kindern k&#246;nnen es auch ganz einfache Sachen sein, etwa barfu&#223; &#252;ber ein matschiges Feld laufen oder sich Tiere anschauen.“</address></blockquote>

<p>Erstaunlich: Um Wandern gehen zu k&#246;nnen, muss man Events schaffen, bei denen man Dinge tut, die zumindest teilweise nicht wirklich zu weit verbreiteten Alltagst&#228;tigkeiten geh&#246;ren (barfu&#223; im Matsch laufen), die aber gleichzeitig dazu beitragen, dass man dieses Wort „Wandern“ nicht in den Mund nehmen muss.</p>

<p>Beim „Wandern“ passiert etwas, das meiner Wahrnehmung nach (nicht nur) Kindern und Jugendlichen schon seit einiger Zeit kaum noch als sinnvoll vermittelbar ist: Man tut etwas um seiner selbst Willen. Mit diesem Etwas sind Nebeneffekte verbunden, die vom Kennenlernen der Umgebung &#252;ber die „sportliche“ Herausforderung, die Wandern f&#252;r manche Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen tats&#228;chlich darstellt, bis hin zur F&#246;rderung sozialen Miteinanders f&#252;hren kann. Au&#223;erdem bieten Wanderungen f&#252;r Lehrende wunderbare M&#246;glichkeiten, Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen in einer „Stress-Situation“ zu beobachten und kennen zu lernen.</p>

<p>Der „Stress“ besteht meiner Beobachtung nach darin, dass beim Wandern etwas in den Vordergrund gestellt wird, das im sonstigen Alltag weitgehend vermieden wird, n&#228;mlich das langsame &#220;berbr&#252;cken einer Distanz.</p>

<p>In der Regel sind wir an Zielen interessiert, die m&#246;glichst schnell erreicht werden sollen.</p>

<blockquote class="pull alignright"><address>In der Regel sind wir an Zielen interessiert, die m&#246;glichst schnell erreicht werden sollen.</address></blockquote>

<p>Zumindest ist unser Alltag weitgehend auf dieses Denken ausgerichtet: Man muss schnell den Schulabschluss erreichen, schnell studieren, fr&#252;h den Berufseinstieg schaffen, wenn man in bestimmten Berufen etwas werden will. Man will schnell ein Urlaubsziel erreichen, wobei der Weg zu diesem Ziel nicht als Teil der Reise angesehen wird, sondern purer Stress ist, den es zu <del>vermeiden</del> reduzieren gilt. Nat&#252;rlich fliegt man auch zu Reisezielen, die innerhalb Europas liegen. Interessant ist nur das Ziel, nicht aber der Weg dorthin.</p>

<p>Dabei r&#252;ckt alles so nah zusammen. Es kommt zu keiner Distanzierung vom Alltag mehr, wenn man verreist, weil man ja nur eine Flugstunde weg ist.</p>

<p>Wie anders klingt es, wenn man sagt, ich bin 10 Stunden mit dem Zug oder dem Auto von zuhause weg? Ich bin zehn Stunden weit in eine andere Kultur gereist. Oder: Ich bin 24 Stunden lang bis nach Spanien gefahren. Bis nach Portugal braucht man mit dem Bus sogar 36 Stunden, wobei man dabei eine unglaubliche Vielfalt europ&#228;ischer Landschaften erleben kann.</p>

<p>Diese Beispiele betreffen Schulwanderungen eher selten, greifen h&#246;chstens bei Studienfahrten kurz vor dem Abitur, die h&#228;ufig auch ins entferntere europ&#228;ische Ausland gehen. Diese Beispiele beschreiben aber ein Ph&#228;nomen, mit dem wir es schon sei l&#228;ngerem zu tun haben.</p>

<p>Nicht nur Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen werden unruhig, wenn das &#220;berwinden von Distanz in durchaus sportlichem Gehstil (Wandern) und die damit verbundenen Erfahrungen der zentrale Zweck eines Wandertages sind.</p>

<p>Es wird dann nach einem Ziel der Wanderung gefragt.</p>

<p>Wurde bewusst ein Rundweg ausgew&#228;hlt, erzeugt das Stress, wird Sinnlosigkeitsverdacht ge&#228;u&#223;ert.</p>

<p>Parallel dazu werden Handys herausgeholt, zwei Kinder teilen sich einen Kopfh&#246;rer, sodass jedes nur einen Stereokanal h&#246;rt, es werden SMS an Leute der gleichen Wandergruppe geschickt oder andere Alternativt&#228;tigkeiten gestartet, die zum Beispiel Rollenspielen gleich kommen, weil einige Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen untereinander gro&#223;e Zukunftspl&#228;ne <del>formulieren</del> phantasieren (?), gleichzeitig Rangordnungen in Cliquen &#252;berpr&#252;fen, erneuern oder in Frage stellen etc.</p>

<p>Es passiert auf so einer Wanderung sehr viel. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eisbergmodell" target="_blank">Das meiste ist auf den ersten Blick nicht oder nur dem ge&#252;bten Beobachter erkennbar</a>.</p>

<p>Wenn dann Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen gefragt werden, wie gro&#223; ihre eigenen Erfahrungen mit dem Wandern au&#223;erhalb der Schule sind, dann gewinne ich den Eindruck, dass es in gro&#223;er Mehrheit mit dieser Form der Selbst- und Weltwahrnehmung wenig Erfahrungen gibt.</p>

<blockquote class="pull alignleft"><address>Jede Wanderung ist ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jakobsweg" target="_blank">Jakobsweg</a> im Kleinen.</address></blockquote>

<p>Wanderungen sind f&#252;r viele Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen eine Sonderwelt. F&#252;r viele Erwachsene aber auch, trotz der Mode, dass der eine oder andere auf dem Jakobsweg <del>wandert</del> pilgert.</p>

<p>Jede Wanderung, wenn man sie ernst nimmt und z. B. wirklich auf den Einsatz von Medien verzichtet, setzt den Wandernden der Erfahrung aus, mit sich selbst zu sein, auf dem Weg zu sein und neben der k&#246;rperlichen Anstrengungen, die manche Wanderung darstellt, zu erleben, welche Wege der Kopf einschl&#228;gt, wenn wenig M&#246;glichkeiten zur Ablenkung vorhanden sind.</p>

<p>Kein MP3-Abspielger&#228;t, das Handy abgeschaltet, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flaneur" target="_blank">h&#246;chstens ein Notizbuch dabei</a>, um zwischendurch zu notieren, was die Gedanken einem so abverlangen: F&#252;r viele ist das zu einer Horrorvorstellung geworden. Geschickt weichen wir der Begegnung mit der uns am N&#228;chsten stehenden Person aus, indem wir sie gar nicht erst zu Wort kommen lassen: Der Begegnung mit uns selbst.</p>

<p>Wanderungen mit Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen k&#246;nnen diese Erfahrung thematisieren.</p>

<p>Bereits im Vorfeld k&#246;nnen diese „&#196;ngste“ aufgegriffen werden. Ja, die an sich zweckfreie Wanderung bekommt so wieder einen Zweck, n&#228;mlich jenen, eigene Erfahrungen mit der „Zweckfreiheit“ zu machen. Das ist ein Paradox. Aber vielleicht ein notwendiges Paradox, das erst in der Praxis aufgel&#246;st werden kann.</p>

<p>Wandern erzeugt Stress, vor allem, wenn die Wanderung so gestaltet ist, dass sie kein Ziel hat, sondern einen Rundweg nutzt. Wenn ein „Ziel“, z. B. ein Waldspielplatz, ein Kaffee oder &#228;hnliches, vorgegeben wird, sinkt dieser Stress, da die Orientierung an einem Ziel eine vertraute Orientierung ist, w&#228;hrend zweckfreie und dennoch sinnvolle T&#228;tigkeiten gerade von Jugendlichen in Gro&#223;st&#228;dten regelrecht als Erfahrungsoption (wieder)erlernt werden m&#252;ssen.</p>

<p>Begleiter solcher Wanderungen lernen gleichzeitig sehr viel &#252;ber die Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Das gilt nicht nur f&#252;r Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, auch erwachsene Wanderer zeigen sich bei Wanderungen interessante Verhaltensweisen, sodass sich diese durchaus auch als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Assessmentcenter" target="_blank">Assessmentcenter</a> eigenen k&#246;nnten.</p>

<p>Nat&#252;rlich wird andererseits auch der Begleiter einer Wanderung transparenter in seinen Verhaltensweisen.</p>

<p>Sobald Wandertage mit Schulklassen auf Konsum hin ausgerichtet sind, besonders beliebt sind da Freizeitparks, f&#228;llt die M&#246;glichkeit der relativ zweckfreien Selbsterfahrung weg, r&#252;ckt das Ziel (der Freizeitpark, die Achterbahn, die n&#228;chste Attraktion) in den Vordergrund.</p>

<p>Ich frage mich, ob der schulische Bildungs- und Erziehungsauftrag erf&#252;llt werden kann, wenn nicht auch Erfahrungsr&#228;ume geschaffen werden, die mit einer relativen Reizarmut zur Selbsterfahrung beitragen. So hei&#223;t es im <a href="http://www.hessen.de/irj/HKM_Internet?rid=HKM_15/HKM_Internet/nav/374/3743019a-8cc6-1811-f3ef-ef91921321b2%26_ic_uCon=72920bec-b224-d901-be59-2697ccf4e69f.htm&amp;uid=3743019a-8cc6-1811-f3ef-ef91921321b2" target="_blank">Hessischen Schulgesetz §2 Abschnitt 1</a>:</p>

<blockquote><address>„Sie [die Schulen im Land Hessen] tragen dazu bei, dass die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler ihre Pers&#246;nlichkeit in der Gemeinschaft entfalten k&#246;nnen.“</address></blockquote>

<p>Pers&#246;nlichkeit ist f&#252;r mich das, was sichtbar und erfahrbar wird, wenn den Menschen fremdbestimmende Reize minimiert werden und das Individuum m&#246;glichst unabh&#228;ngig von bestimmten T&#228;tigkeiten f&#252;r sich selbst erfahrbar wird.</p>

<p>Pers&#246;nlichkeit ist das, was hinter Marken und imagebildenden T&#228;tigkeiten als Individuum „&#252;brig“ bleibt. Diese Pers&#246;nlichkeit muss R&#228;ume finden, vom Individuum entdeckt zu werden, um &#252;berhaupt in die Lage versetzt zu werden, die eigene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Person" target="_blank">Pers&#246;nlichkeit</a> „in der Gemeinschaft entfalten zu k&#246;nnen“.</p>

<p>Eine recht verstandene Wanderung, auch wenn sie als Zumutung empfunden wird, Widerst&#228;nde ausl&#246;st, in ihrem Sinngehalt in Frage gestellt wird, kann, so sie gut vorbereitet ist und Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen vor, w&#228;hrend und nach dieser Herausforderung von Lehrern und Lehrerinnen ernst genommen werden, nicht nur dazu beitragen, die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen n&#228;her kennen zu lernen<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/09/13/wandern-in-der-schule-zwischen-zweck-und-selbstzweck/#footnote_0_6306" id="identifier_0_6306" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wer eine neue Klasse &amp;#252;bernimmt sollte bald mit ihr auf einem Rundweg wandern gehen, um die Sozialstruktur der Klasse zu erleben.">1</a></sup>, sondern vor allem auch dazu, dass die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler sich selbst erleben, erfahren und kennen lernen.</p>

<p>Das aber gilt nicht nur f&#252;r Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen, sondern f&#252;r jeden und jede, der oder die ein wenig mehr &#252;ber sich selbst erfahren will. Das gelingt am besten, wenn man alle anderen Ziele ausschaltet, also in der Meditation oder eben in der Wanderung, die nur sich selbst zum Ziel hat.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_6306" class="footnote">Wer eine neue Klasse &#252;bernimmt sollte bald mit ihr auf einem Rundweg wandern gehen, um die Sozialstruktur der Klasse zu erleben.</li></ol>
	Tags: <a href="http://herrlarbig.de/tag/ablenkung/" title="Ablenkung" rel="tag">Ablenkung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/bildung/" title="Bildung" rel="tag">Bildung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/bildung/bildungsorte/" title="Bildungsorte" rel="tag">Bildungsorte</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/distanz/" title="Distanz" rel="tag">Distanz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erfahrung/" title="Erfahrung" rel="tag">Erfahrung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erfahrungen/" title="Erfahrungen" rel="tag">Erfahrungen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erziehung/" title="Erziehung" rel="tag">Erziehung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/erziehungsauftrag/" title="Erziehungsauftrag" rel="tag">Erziehungsauftrag</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/forderung/" title="Förderung" rel="tag">Förderung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/forderung-beratung/" title="Förderung / Beratung" rel="tag">Förderung / Beratung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/herausforderung/" title="Herausforderung" rel="tag">Herausforderung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/individuum/" title="Individuum" rel="tag">Individuum</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugend/" title="Jugend" rel="tag">Jugend</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/jugendliche/" title="Jugendliche" rel="tag">Jugendliche</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kinder/" title="Kinder" rel="tag">Kinder</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenz/" title="Kompetenz" rel="tag">Kompetenz</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kompetenzen/" title="Kompetenzen" rel="tag">Kompetenzen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/kultur/" title="Kultur" rel="tag">Kultur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/landschaft/" title="Landschaft" rel="tag">Landschaft</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrer/" title="Lehrer" rel="tag">Lehrer</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/lehrerinnen/" title="Lehrerinnen" rel="tag">Lehrerinnen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/naehe/" title="Nähe" rel="tag">Nähe</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/natur/" title="Natur" rel="tag">Natur</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/orientierung/" title="Orientierung" rel="tag">Orientierung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/" title="Pädagogik" rel="tag">Pädagogik</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/persoenlichkeit/" title="Persönlichkeit" rel="tag">Persönlichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/paedagogik/positionen/" title="Positionen" rel="tag">Positionen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schueler/" title="Schüler" rel="tag">Schüler</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schuelerinnen/" title="Schülerinnen" rel="tag">Schülerinnen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/schulrecht-hessen/" title="Schulrecht (Hessen)" rel="tag">Schulrecht (Hessen)</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/schulwanderungen/" title="Schulwanderungen" rel="tag">Schulwanderungen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/selbsterfahrung/" title="Selbsterfahrung" rel="tag">Selbsterfahrung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sinn/" title="Sinn" rel="tag">Sinn</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/sinnlichkeit-unterricht/" title="Sinnlichkeit" rel="tag">Sinnlichkeit</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/sinnlosigkeitsverdacht/" title="Sinnlosigkeitsverdacht" rel="tag">Sinnlosigkeitsverdacht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/stadt/" title="Stadt" rel="tag">Stadt</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/umgebung/" title="Umgebung" rel="tag">Umgebung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/category/unterricht/" title="Unterricht" rel="tag">Unterricht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verhalten/" title="Verhalten" rel="tag">Verhalten</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verhaltensweisen/" title="Verhaltensweisen" rel="tag">Verhaltensweisen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/verzicht/" title="Verzicht" rel="tag">Verzicht</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wahrnehmung/" title="Wahrnehmung" rel="tag">Wahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wald/" title="Wald" rel="tag">Wald</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wandern/" title="Wandern" rel="tag">Wandern</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wandertag/" title="Wandertag" rel="tag">Wandertag</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wanderung/" title="Wanderung" rel="tag">Wanderung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/weltwahrnehmung/" title="Weltwahrnehmung" rel="tag">Weltwahrnehmung</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/wissen/" title="Wissen" rel="tag">Wissen</a>, <a href="http://herrlarbig.de/tag/zweck/" title="Zweck" rel="tag">Zweck</a><br />
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		<title>Notizen vom CoLearnCamp #clc11</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 18:35:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Samstag, 10. September 2011, 06:50 Samstag. Wochenende. Ausschlafen. Von wegen. Ich bin schon auf den Beinen, will heute ein wenig die F&#252;hler ausstrecken und erfahren, wie in Kreisen &#252;ber das Lernen gesprochen wird, in denen Lern-Lehrprofis aus au&#223;erschulischen Zusammenh&#228;ngen aufeinander &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/10/notizen-vom-colearncamp-clc11/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Samstag, 10. September 2011, 06:50</p>

<h3>Samstag. Wochenende. Ausschlafen.</h3>

<p>Von wegen.</p>

<p>Ich bin schon auf den Beinen, will heute ein wenig die F&#252;hler ausstrecken und erfahren, wie in Kreisen &#252;ber das Lernen gesprochen wird, in denen Lern-Lehrprofis aus au&#223;erschulischen Zusammenh&#228;ngen aufeinander treffen. Fragte den Organisator sogar, ob ich einen Platz besetzen d&#252;rfe, weil ich ja nun nicht aus dem Kreis der Zielgruppe stamme. Nat&#252;rlich durfte ich <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Heute also geht es zum <a href="http://colearncamp.hessenmetall.de/" target="_blank">CorporateLearningCamp</a>, das in den R&#228;umen der TU Darmstadt stattfindet.</p>

<p>8:07 Uhr
<span id="more-6279"></span></p>

<p>Wie lange bin ich schon nicht mehr Regionalbahn gefahren? Hatte diese wunderbar sich nach unten aufschiebenden Fenster fast vergessen. Unsere Mobilit&#228;t ist mehr und mehr in hermetisch nach au&#223;en abgeriegelte Fahrzeuge verlagert worden. Das geht nicht anders. Wir wollen schnell unterwegs sein und der Weg selbst st&#246;rt doch nur beim Ankommen. Naja: Wer den Weg nicht in Kauf nehmen will, der vergisst, dass viele Ziele eben nicht schnell mal mit dem Flieger zu erreichen sind oder an einem ICE-Bahnhof liegen. Lernen aber braucht Zeit, kann nicht zuerst in Fliegern und ICEs stattfinden, braucht diese „langsamen“ Verkehrsmittel. Und dann nat&#252;rlich Anschlussm&#246;glichkeiten f&#252;r den Reisenden auf dem Lernweg. Das ist alles bildlich gesprochen, aber nicht nur bildlich gemeint. Ich sitze in der „langsamen“ Regionalbahn, w&#228;hrend ich mich dieser Metaphern erinnere. Ein ganzer Tag Input und Mitdenken steht an. [Nachtrag: Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Frage nach Visualisierungen in Lernzusammenh&#228;ngen, die Frage nach Bildern mit an prominenter Stelle im Tagesprogramm wieder begegnen w&#252;rde. Das Programm war erst etwa eineinhalb Stunden sp&#228;ter bekannt.]</p>

<p>Ich muss mich da gleich vorstellen [Nachtrag: So dachte ich, von meinen Erfahrungen bei meinem ersten Barcamp vor ein paar Monaten ausgehend. Aber das wurde in Darmstadt anders gehandhabt]. Meine drei Begriffe zur Selbstbeschreibung (Tags) sollen Verben sein. Ea geht bei dieser Selbstbeschreibung darum, was ich tue. Die Tags heute also: lernen, lehren, bilden.</p>

<p>9:15 Uhr</p>

<p>Mit dem akademischen Viertel, mit vielen bekannten Gesichtern und noch mehr, die es im Laufe des Tages zumindest teilweise noch kennenzulernen gilt, beginnt f&#252;r mich dieses CoLearnCamp. F&#252;r die Veranstalter und viele der Besucher ist es schon der zweite Tage. F&#252;hle mich dennoch gleich wohl, bekomme nicht das Gef&#252;hl vermittelt, dass der erste Tag so zusammengeschwei&#223;t habe, dass da keine Offenheit mehr w&#228;re. Ganz im Gegenteil: Sch&#246;ne Atmosph&#228;re hier. Leere G&#228;nge dieser gro&#223;en Universit&#228;t, die Fenster des Raumes sind offen, die Sonne scheint, angenehme Sp&#228;tersommerluft dringt herein, Kaffee, S&#228;fte, Wasser, Pl&#228;tzchen sind da. <a href="http://lernspielwiese.wordpress.com/" target="_blank">Monika K&#246;nig</a>, <a href="http://cspannagel.wordpress.com" target="_blank">Christian Spannagel</a>, <a href="http://trainingkonzepte.blogspot.com/" target="_blank">Ellen Trude</a>, <a href="http://appelt.info" target="_blank">Ralf Appelt</a>, <a href="http://khpape.wordpress.com/" target="_blank">Karlheinz Pape</a>, <a href="https://twitter.com/#!/ittnerfa" target="_blank">Frieder</a>, <a href="http://www.designeon.com/" target="_blank">Sabine Hueber</a>, <a href="http://www.bremer.cx/" target="_blank">Claudia Bremer</a>, <a href="http://www.olivertacke.de/" target="_blank">Oliver Tacke</a> und … wen habe ich vergessen, habe ich jemanden vergessen … sind als bekannte Gesichter schon da oder werden heute noch erwartet. Jetzt aber erst mal <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barcamp" target="_blank">Themensammlung</a>, denn bei einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tagung#Unkonferenz" target="_blank">Unkonferenz</a> ist die Tages&#252;bersicht immer leer, wenn man ankommt und wird dann in einer Vorstellungsrunde gef&#252;llt.</p>

<p>9:30 Uhr</p>

<p>Die Themen sind da. Aus f&#252;nfzehn Angeboten kann heute ausgew&#228;hlt werden. Hier sind sie alle 15 kurz genannt, f&#252;nf davon werde ich im Laufe des Tages besuchen k&#246;nnen. Bei den von mir besuchten Veranstaltungen schreibe ich dann wahrscheinlich noch was.</p>

<p>Die <a href="http://www.flickr.com/photos/adesigna/6131936807/sizes/o/in/photostream/" target="_blank">Themen des 2. Tages</a> des CorporateLearningCamps (CoLearn; Twittertag: #clc11) – von mir besuchte Veranstaltungen sind kursiv dargestellt:</p>

<ol>
    <li><em>Zertifizierung</em></li>
    <li><em>Softskills. Wie viel E-Learning vertragen sie?</em></li>
    <li>F&#252;hrung braucht Gesundheit. Gesundheit braucht F&#252;hrung. BurnOut und Co.</li>
    <li>Barcamps in der betrieblichen Praxis.</li>
    <li><em>Visualisierung von Inhalten (mit Stift und Papier)</em></li>
    <li>Integration von Traininsgeschichten (E-Learning in Unternehmen)</li>
    <li><em>Social Media Forschung (Forschungsprojekt an Hochschule und in Unternehmen)</em></li>
    <li>SixSigma in E-Teaching</li>
    <li>Exzellente Wissenorganisation Personal- und Organisationsentwicklung</li>
    <li>Wissenstransfer bei Personalwechsel</li>
    <li>Internationale Trainingsorganisation</li>
    <li>LdL &#8211; Lernen durch Lehren (in Unternehmen unbekannt)</li>
    <li><em>The Flipped Classroom</em></li>
    <li>Emotionale Intelligenz und Lernen</li>
    <li>Flexibilisierung von Trainings (in blended Learning-Zusammenh&#228;ngen)</li>
</ol>

<p>9:45 Uhr</p>

<p>&#220;ber Twitter von Basti Hirsch aus Berlin (<a href="https://twitter.com/#!/cervus" target="_blank">@cervus</a>) eine Fangfrage gestellt bekommen: „Lieber Herr Larbig, was willst du denn bitte beim Corporate Learning Camp? #clc11 #fangfrage“</p>

<p>Die Antwort habe ich ja schon um 6:50 gegeben. Aber da die Sammlung meiner Notizen dieses Tages erst sp&#228;ter online gehen werden…</p>

<p>9:50 Uhr</p>

<h3>1 Zertifzierungen?</h3>

<p><a href="http://www.rainerhartlep.de/blog/" target="_blank">Rainer Hartlep</a> erz&#228;hlt, im Ausland g&#228;be es viel mehr Zertifizierungen als in Deutschland. Diese gingen &#252;ber Teilnahmebescheinigungen hinaus.</p>

<p>Der Eindruck der (wenigen) Teilnehmer dieser Session ist ein anderer. St&#228;ndig g&#228;be es Bescheinigung, manchmal werde schon von Zertifikateritis gesprochen. Dies, so Hartlep, liege daran, dass es Unterschiede zwischen betrieblicher Bildung und der Ausbildung an Schule und Hochschule gibt. Und richtig: Die meisten Teilnehmer kommen aus Schule und Hochschule, wissen aber aus eigener Anschauung, dass Hartlep doch recht hat, weil er zwischen wirklichen Qualifikationen, die mit Zertifikaten nachgewiesen werden, und Teilnahmebescheinigungen, die nichts &#252;ber gewonnene F&#228;higkeiten aussagen, unterscheidet.</p>

<p>Vor allem in Unternehmen g&#228;be es bei Fortbildungen oft nur Teilnahmebescheinigungen, keine Pr&#252;fungen. Das liege daran, dass es zum Beispiel bei SAP sehr betriebsspezifische Anwendungen g&#228;be, sodass das innerbetriebliches Wissen au&#223;erbetrieblich sowieso nichts bedeute.</p>

<p>Insgesamt war das ein anregender informeller Austausch, in dem es schnell um die Frage ging, welche Funktion Zertifikate haben und was sie wirklich &#252;ber Kompetenzen aussagen. Zertifikate werden oft mehr als Zugangskriterien verwendet, denn als Qualifikation.</p>

<p>Und in diesem Zusammenhang steht dann pl&#246;tzlich eine Frage im Raum:</p>

<p>Gibt es einen Zusammenhang zwischen Zertifizierungeh&#228;ufigkeit und (mangelndem) Vertrauen in das Bildungssystem, dessen „Zertifikate“ doch eigentlich vergleichbar und aussagekr&#228;ftig sein m&#252;ssten? Diese Frage ist zwar nur f&#252;r Zertifikate interessant, die nicht in der betrieblichen Weiterbildung sondern an Schulen und Universit&#228;ten erworben wurden, aber angesichts der anhaltenden Bildungsdebatte finde ich diese Frage in diesem Zusammenhang wirklich spannend.</p>

<p>11:03 Uhr</p>

<h3>2 Soft-Skills: Wie viel E-Learning vertragen sie?</h3>

<p>Monika K&#246;nig (Lernspielwiese) und Michael Simon (IBM), die P&#228;dagogin und der Techniker, bieten eine Session an, in der es kontrovers um das Thema gehen soll, ob und wie weit Softskills online gelernt werden k&#246;nnen. Monika K&#246;nig sagt, dass online alles gehe. Michael Simon vertritt die Meinung: Online lernen k&#246;nne vorbereitend sein, aber im Coaching brauche es die Face to Face-Situation.</p>

<p>Um an m&#246;glichst konkreten Beispielen zu diskutieren, sammeln wir im Plenum einige Kriterien, die die Teilnehmenden zur F&#252;hrungskompetenz z&#228;hlen. Anschlie&#223;end stimmten wir ab, welche dieser Kriterien im Zentrum der Diskussion stehen sollen.</p>

<blockquote>
<ul>
    <li><em><span class="Apple-style-span">Konflikte regeln 13</span></em></li>
    <li><em><span class="Apple-style-span">Begeisterungsf&#228;higkeit 5</span></em></li>
    <li><em><span class="Apple-style-span">Entscheidungsf&#228;higkeit / Durchsetzungsf&#228;higkeit 15</span></em></li>
    <li><em><span class="Apple-style-span">Einf&#252;hlungsverm&#246;gen 5</span></em></li>
    <li><em><span class="Apple-style-span">Vertrauen in die Mitarbeiter und in sich 1</span></em></li>
    <li><em><span class="Apple-style-span">Adaptives Verhalten / Situationsbezogen angemessener F&#252;hrungsstil 3</span></em></li>
</ul>
</blockquote>

<p>Zun&#228;chst geht es jetzt in der Diskussion um das „Konfliktmanagement“ als ein Soft-Skill, dass F&#252;hrungskr&#228;fte nach unserer Meinung haben m&#252;ssen. Wie aber lernt man diese F&#228;higkeit?</p>

<p>Martin Simon vertritt die Position, dass man sich Theorie anlesen k&#246;nne. Aber zum Beispiel Gr&#252;nde f&#252;r bestimmte Konfliktverhaltensweisen k&#246;nnen nur Face-to-Face im Rollenspiel konkret in die Reaktionsstrategien aufgenommen werden.</p>

<p>Monika K&#246;nig hingegen weist darauf hin, dass das Internet sehr ehrlich sei, direkt, manchmal ein wenig fies. Den Umgang mit dort auftretenden Konflikten k&#246;nne man nur dort lernen.</p>

<p>Nochmal die Frage. Wo lernt man solche Skills: Im Netz oder im direkten Coaching. Wie vermittelt man Soft-Skills? Und doch pendelt die Diskussion stark zwischen dem Erlernen von Softskills und den jeweils konkreten Umsetzzungssituationen. Ist also gar nicht so leicht, bei der Frage zu bleiben. Das mag daran liegen, dass die Frage nach der Konfliktbew&#228;ltigung bei vielen sofort innere Bilder entstehen l&#228;sst, die zeigen, wo man selbst schon vor der Herausforderung stand. Diese Frage ist emotionaler besetzt als jene nach dem Erlernen der n&#246;tigen Soft-Skills. Irgendwie naheliegend, dass die Konzentration auf die Frage erst einmal erarbeitet werden muss.</p>

<p>Die Diskussion ist jetzt bei der Frage angekommen, inwiefern digitale Lernszenarien „realistisch“ sein k&#246;nnen, solange zum Beispiel Avatare f&#252;r Rollenspiele nur dann „spontan“ und nicht vorgefertigt reagieren, wenn sie nicht von einem konkreten anderen Menschen gesteuert werden.</p>

<p>In der Diskussion selbst setzen sich mehr und mehr die Wortbeitr&#228;ge durch, die schnell an vorhergehende Beitr&#228;ge anschlie&#223;en. Ich finde ja auch, dass man bei Erwachsenen nicht mehr das Wort erteilen muss, schade aber auch, dass bei aller Leidenschaft in dieser Diskussion (warum eigentlich?), der Blick daf&#252;r verloren zu gehen scheint, wer einen Wortbeitrag anmeldet und dann in etwa die Reihung eingehalten wird.</p>

<p>Zur&#252;ck zum Thema, denn es gibt auch Konsens. So zum Beispiel bei der Anmerkung, dass Training, egal ob online oder offline, die Entwicklung eines Soft-Skills nur ansto&#223;en k&#246;nne, dass aber die st&#228;ndige Selbstreflexion der F&#252;hrungskraft (bzw. im Kontext von Supervision) die Aufmerksamkeit auf die weiter zu entwickelnden Soft-Skills lenken m&#252;sse, die dann situationbezogen angemessenes Handeln erm&#246;glichen.</p>

<p>Und als jetzt der Vorschlag kam, noch eine weitere Kompetenz aus unserer Sammlung am Beginn der Session, in den Blick zu nehmen, stellen wir fest, dass die Zeit um ist. Sch&#246;n, dass Monika und Martin sich nach der Entdeckung von Dissens am ersten Tag des CoLearnCamps f&#252;r den zweiten Tag zu dieser Session zusammengefunden haben. Das war so eine Session, wie sie nur am zweiten Tag stattfinden kann, die aus der Unkonferenz selbst entwuchs und entsprechend fruchtbar konkrete „Streit“fragen aufgreifen kann.</p>

<p>12:05 Uhr</p>

<h3>3 Visualisierung mit Stift und Papier (vs. Powerpoint)</h3>

<p>Ralf Appelt hat ein <a href="http://www.ietherpad.com/clc11-visualisierung" target="_blank">Etherpaddokument</a> f&#252;r die Session erstellt. Da muss ich nicht viel mitschreiben.</p>

<p>In der Diskussion kommt die Frage auf, ob mit den vorgestellten Beispielen (siehe <a href="http://www.ietherpad.com/clc11-visualisierung" target="_blank">Etherpaddokument</a>) nicht mehr das Thema „Illustration“ und weniger das der „Visualisierung“ angesprochen sei.</p>

<p>Nat&#252;rlich stellt sich die Frage nach dem Aufwand, der mit h&#228;ndisch in einer Lehrveranstaltung erstellten, z. T. relativ aufw&#228;ndigen Visualisierungen einher geht. Mein Eindruck ist, dass die Beispiele, die im Etherpaddokument gezeigt werden, als Lehrform f&#252;r das Internet geeignet sind, aber sicher nicht, wenn sie vor Ort entwickelt werden.</p>

<p>Das hei&#223;t nicht, dass es nicht auch vor Ort zahlreiche „einfache“ Visualisierungsoptionen geben k&#246;nne. Und es wird ausdr&#252;cklich darauf hingewiesen, dass gute PowerPoint-Visualisierungen wirklich gute Instrumente sein k&#246;nnen.</p>

<p>Ich selbst stehe der Sprache und der Illustration in sprachlichen Bildern n&#228;her. Doch angesichts unterschiedlicher Lerntypen geh&#246;ren Illustrationen nat&#252;rlich zum Alltag dazu. Und was Ralf hier an Stiften zeigt, mit denen man Flipchartbl&#228;tter gestalten kann, ist wirklich bereichernd. Wusste gar nicht, dass es <a href="http://www.neuland-world.com/EU/marker-fuer-papier-9uek9p0tz9z/trainermarker-neuland-bigone-4er-farbsets-d2uiv439jdb.html?view=" target="_blank">solche Stifte</a> gibt.</p>

<p>13:00 Uhr</p>

<h3>Mittagspause mit <a href="http://twitpic.com/6itpy8" target="_blank">Fleischbergen</a></h3>

<p>13:50 Uhr</p>

<h3>4 Social Media Forschung</h3>

<p>Karsten Kneese forscht zur Zeit in einem kleinem Forschungsprojekt an der FH Koblenz. Es geht um den weiten Fragehorizont, ob, wie und wozu Lehrende und Lernende Social Media (in Lernkontexten) nutzen. In der Session will er erfahren, was an Fragen effektiv sein k&#246;nnte.</p>

<p>Es wird die Frage gestellt, ob denn die Praktiker nicht selbst forschen w&#252;rden, ob es denn Forschung zu diesem Thema brauche. Die Antworten vieler Sessionteilnehmer sind eindeutig: Ja, die Forschung braucht es, schon alleine, um zu Reflexion bereite Praktiker wirklich zu unterst&#252;tzen, suchen sie doch oft nach bestimmten L&#246;sungen, die sie mithilfe der Forschung schneller finden k&#246;nnen.</p>

<p>Weitere Fragen in der Session: Wie wird die R&#252;cklaufquote von Frageb&#246;gen erh&#246;ht. – Am ehesten, indem den Befragten eine konkrete Relevanz f&#252;r sie selbst darstellen kann.</p>

<p>Welche Rolle spielt Offenheit von Social Media zur eigenst&#228;ndigen Vernetzung, was passiert, wenn zum Beispiel Universit&#228;ten in der eigenen E-Learning-Umgebung Studierenden nicht die M&#246;glichkeit geben, selbst&#228;ndig und ohne Beteiligung einer dritten Person oder Institution Lerngruppen zu er&#246;ffnen?</p>

<p>14:50 Uhr</p>

<h3>5 Flipped Classroom</h3>

<p>Diese Session begleiten Christian Spannagel und Oliver Tacke gemeinsam.</p>

<p>Oliver stellt einige Ans&#228;tze in Bezug auf das Lernen vor, die er aus <a href="http://www.omnisophie.com/" target="_blank">Gunter Duecks</a> Arbeiten abgeleitet hat.</p>

<p>Jetzt beginnt Christian seine kleine Visualisierung, die er auf die Flipchart gemalt hat und die bestimmt eine Auswirkung der Session von Ralf Appelt vorhin (s. o.) ist, zu erl&#228;utern.</p>

<p>Bislang ist es so, dass es in zum Beispiel in Vorlesungen wirklich um die Vorlesung des Professors ging, die er hielt und die dann von Studierenden zuhause nachgearbeitet wurde. Christian hingegen hat seine Vorlesungen in einem Semester aufzeichnen lassen. Im n&#228;chsten Semester gab es dann nicht mehr Vorlesung und Nacharbeit der Studierenden, sondern vor der Vorlesung hatten die Studierenden die Videos zu schauen und in der Vorlesung wurde auf Fragen der Studierenden gearbeitet.</p>

<p>Da gab es doch mal einen Blogeintrag dazu. Ah: <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/05/20/youtube-vorlesungen-und-das-aktive-plenum/" target="_blank">Da ist er</a>. Da erkl&#228;rt Christian, worum es in dieser Session hier geht. In dem Beitrag nennt er diese Arbeitsform noch „aktives Plenum“</p>

<p>Und auch <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/06/17/ein-festival-der-itg-meine-opco11-session/" target="_blank">beim OpenCourse tauchte der Begriff „Flipped Classroom“ nicht auf</a>. Christian kannte ihn bis vor kurzem selbst nicht, aber eine Suchmaschinenabfrage zeigt, dass dieses Konzept im angels&#228;chsischen Bereich durchaus bekannt ist und dort eben „Flipped Classroom“ (umgedrehtes Klassenzimmer) genannt wird.</p>

<p>Jetzt werden wir in Arbeitsgruppen geschickt. Wir sollen &#252;berlegen, welche Pros und welche Contras es in Bezug auf diese Form des Lernens / Lehrens gibt.</p>

<p><a href="http://twitpic.com/6iul22" target="_blank">Die Ergebnisse hat Christian online gestellt.</a></p>

<p>Wieder mal eine von <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:O.tacke/LdL">LDL</a> gepr&#228;gte Session. Aber wie jedes Mal: Selbst aktiv sein scheint mir nach wie vor am effektivsten und macht Spa&#223;.</p>

<p>15:30 Uhr</p>

<h3>Abschlussplenum</h3>

<p>19:47 Uhr</p>

<h3>Resumée</h3>

<p>Die D&#228;mmerung sinkt &#252;ber Frankfurt nieder. Nachdem ich aus Darmstadt zur&#252;ck war, bis Frankfurt Hauptbahnhof waren wir zu viert unterwegs, habe ich meine Notizen des Tages genommen und zu diesem Blogartikel &#252;berarbeitet.</p>

<p>Ich hatte schon heute morgen vor, die Notizen so zu gestalten, dass ich sie hier verwenden kann. Aber zum Teil mussten sie nat&#252;rlich &#252;berarbeitet werden. Notizen sind eben doch manchmal sehr knapp.</p>

<p>Um den Charakter der Anfangsnotizen zu erhalten, habe ich die Sprache an die direkt in den Sessions erstellten Notizen angepasst, die nat&#252;rlich im Pr&#228;sens notiert wurden. W&#228;hrend den Sessions entstand etwa ein Drittel des jetzigen Beitrags.</p>

<p>Die Anregungsdichte, die solche eine Unkonferenz mit sich bringt, beeindruckt mich immer wieder. Aber habe ich etwas davon erfahren, was Lernen in Unternehmen anders macht als in der Schule?</p>

<p>Das Lernen selbst scheint nicht so anders zu sein. Es scheinen eher die &#228;u&#223;eren Rahmenbedingungen, die Corporate-Learning pr&#228;gen. Abgesehen davon, dass Flipcharts wesentlich weiter verbreitet sind als in Schulen, spielt die betriebswirtschaftliche Aufmerksamkeit f&#252;r die Kosten von Fortbildungen im Betrieb scheinbar oft eine bedeutende Rolle. Dar&#252;ber hinaus scheint es – laut mancher &#196;u&#223;erung der anwesenden Trainer – bei Betriebsr&#228;ten Tendenzen zu geben, Fortbildungen in Betrieben eher zur&#252;ckhaltend zu betrachten. Der Pr&#252;fungsdruck bleibt in Deutschland weitgehend aus den Fortbildungen drau&#223;en, weil es kaum mal Zertifikate, sondern meist „nur“ Teilnahmenbescheinigungen gibt. Aber sonst? Habe ich etwas vergessen?</p>

<p>Die Eindr&#252;cke m&#252;ssen sich jetzt setzen. Danke an das ganze Team, das das CoLearnCamp organisiert hat, an alle, die Sessions angeboten haben, unter denen viele mehr waren, die mich interessiert haben. Aber um eine Auswahl kommt man nun eben nicht herum. Und die lebendige Diskussionskultur auf Barcamps lerne ich mehr und mehr sch&#228;tzen, denn das Niveau der Sessions, die ich bei dieser Art von Konferenzen bislang erlebt habe, finde ich wirklich bemerkenswert.</p>

<blockquote>Nachtr&#228;ge:
<ul>
    <li><a href="http://www.olivertacke.de/2011/09/11/neue-lust-neuer-frust/" target="_blank">Oliver Takes Zusammenfassung der #clc11</a></li>
    <li><a href="http://cspannagel.wordpress.com/2011/09/11/der-flipped-classroom-auf-dem-clc11/" target="_blank">Christian Spannagels Beitrag zum Flipped Classroom</a></li>
    <li><a href="http://lernspielwiese.wordpress.com/2011/09/11/clc11-eine-kleine-nachlese/" target="_blank">Monika E. K&#246;nigs „kleine Nachlese“</a></li>
    <li><a href="http://appelt.net/2011/09/coprorate-learning-camp-clc11/" target="_blank">Darstellung des clc11 aus der Sicht Ralf Appells</a></li>
    <li><a href="http://trainingkonzepte.blogspot.com/2011/09/clc11-nachlese.html" target="_blank">Ellen Trudes clc11-Nachlese</a></li>
    <li><a href="http://lress.posterous.com/corporatelearning-barcamp" target="_blank">Lore Ress &#252;ber das Corporate-Learning-Camp 2011</a></li>
    <li><a href="http://haydecker.de/2011/09/notizen-vom-clc11-in-darmstadt/" target="_blank">Joachim Haydeckers Notizen zum clc11 in Darmstadt</a></li>
</ul>
</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/07/23/muto-von-blu/" rel="bookmark" title="23. Juli 2009">MUTO von BLU</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/11/die-schueler-sind-zufrieden-ich-auch-erich-hammer-im-gespraech/" rel="bookmark" title="11. April 2009">„Die Sch&#252;ler sind zufrieden &#8211; ich auch“ – Erich Hammer im Gespr&#228;ch</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/11/17/vorspiel-zum-educamp-das-motto-neue-lernkulturen-entwickeln-und-vernetzen-ecbi11/" rel="bookmark" title="17. November 2011">Vorspiel zum #Educamp – Das Motto: „Neue Lernkulturen entwickeln und vernetzen“ – #ecbi11</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/09/15/geordnete-insolvenz-sprachverwirrung/" rel="bookmark" title="15. September 2011">„Geordnete Insolvenz“ #Sprachverwirrung</a></li>
</ul>

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		<title>Computer im Unterricht. Das digitale Paradox.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 20:21:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist paradox: Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben oft zuhause Zugang zu Computer und Internet und nutzen diesen intensiv. In Schulen gibt es, so eine Bibliothek vorhanden ist, f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Zugangsm&#246;glichkeiten zu diesen Medien au&#223;erhalb von Computerr&#228;umen. Dennoch ist die Nutzung &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/09/04/computer-im-unterricht-das-digitale-paradox/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist paradox: Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben oft zuhause Zugang zu Computer und Internet und nutzen diesen intensiv. In Schulen gibt es, so eine Bibliothek vorhanden ist, f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Zugangsm&#246;glichkeiten zu diesen Medien au&#223;erhalb von Computerr&#228;umen.</p>

<p>Dennoch ist die <a href="http://www.welt.de/politik/bildung/article5882848/Deutsche-Schulen-bei-PC-Nutzung-Schlusslicht.html" target="_blank">Nutzung von Computern <em>im</em> Unterricht</a> nach wie vor keine Selbstverst&#228;ndlichkeit. Die verlinkte Studie ist zwar eineinhalb Jahre alt, aber im Prinzip spiegelt sie die Wirklichkeit meiner Wahrnehmung nach weiterhin wider.</p>

<p>Dies allein w&#228;re noch keine paradoxe Situation, w&#228;re da jetzt nicht eine zweite Studie zu dem Schluss gekommen, dass auch die <a href="http://www.bildungsSPIEGEL.de/aktuelles/technik-affine-lehrer.html?Itemid=262" target="_blank">Lehrer und Lehrerinnen in ihrer &#252;bergro&#223;en Mehrheit gut mit Computern und Internetzug&#228;ngen ausgestattet </a>sind. Sie nutzen diese zudem in vielen F&#228;llen auch f&#252;r die Vorbereitung des Unterrichts.</p>

<p>Das Paradox: Sowohl Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen also auch Lehrerinnen und Lehrer nutzen PC und Internet in ihrem privaten Alltag und auch f&#252;r die Schule; Lehrer und Lehrerinnen sind von den Zugangsm&#246;glichkeiten her sogar &#252;berdurchschnittlich gut ausger&#252;stet. Und dennoch spielt der Computer im Unterricht vor Ort nach wie vor eine untergeordnete Rolle.</p>

<p>Dieses Paradox w&#252;rde sich aufl&#246;sen, wenn<span id="more-6219"></span> es <a href="http://www.rete-mirabile.net/lernen/stoll-logout-warum-computer-nichts-im-klassenzimmer-zu-suchen-haben" target="_blank">eine p&#228;dagogische Entscheidung</a> w&#228;re zu sagen, dass der konkrete Unterricht in der Schule aus bestimmten, darstellbaren Gr&#252;nden auf die Nutzung des Computers verzichtet. Solche (medien)p&#228;dagogische Entscheidungen spielen in der Regel aber eben keine Rolle, wenn man fragt, warum so wenig mit Computern im „normalen“ Klassenraum gearbeitet wird.</p>

<p>In den meisten F&#228;llen bleibt das Paradox bestehen. Alle nutzen Computer, nur nicht im Klassenzimmen, denn in den Schulen spielt sich die Arbeit an Computern meist in PC-R&#228;umen ab, die in begrenzter Anzahl verf&#252;gbar sind. Liegt der eigene Unterricht dann wom&#246;glich parallel zu einer Informatikleiste, ist es das ganze Schuljahr &#252;ber nicht einmal theoretisch m&#246;glich, den PC im Unterricht zu nutzen.</p>

<p>Selbst wenn Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen vom Auslandsjahr – meist aus angels&#228;chsischen L&#228;ndern – zur&#252;ckkehren und fragen, ob sie, wie sie es wohltuend erlebt haben, in der Schule den Laptop verwenden d&#252;rfen, verzichten viele darauf, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen: Entweder erlauben es nicht alle Lehrer und Lehrerinnen und man hat den Laptop dann f&#252;r Einzelf&#228;cher dabei oder aber es zeigt sich, dass es f&#252;r einen Sch&#252;ler mit Laptop schon etwas seltsam ist, als einziger so zu arbeiten. Entsprechend ist der Unterricht oft auch gar nicht auf deren Integration hin ausgerichtet. Und wenn kein WLan in der Schule verf&#252;gbar ist, reduzieren sich die methodischen Einsatzgebiete des Laptops im Unterricht drastisch.</p>

<p>Selbst erfahre ich die Nutzung von Computern f&#252;r die schulische Arbeit &#252;ber die statistische (selbstverst&#228;ndlich anonymisierte) Auswertung der Suchbegriffe, die Besucher von herrlarbig.de &#252;ber Suchmaschinen auf meine Website gebracht haben. Es handelt sich bei den TopTen nahezu ausschlie&#223;lich um Suchabfragen, die sich um Texte drehen, die in der Schule gelesen werden. Das schlie&#223;e ich daraus, dass ich mir anders nicht erkl&#228;ren kann, wie „<a href="https://encrypted.google.com/search?q=Clemens%20Brenatano%20Sprich%20aus%20der%20Ferne&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8#sclient=psy&amp;hl=de&amp;source=hp&amp;q=Clemens+Brentano+Sprich+aus+der+Ferne&amp;pbx=1&amp;oq=Clemens+Brentano+Sprich+aus+der+Ferne&amp;aq=f&amp;aqi=g2g-v3&amp;aql=&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=7673l7673l0l7919l1l1l0l0l0l0l178l178l0.1l1l0&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&amp;fp=9c41eb5c6c8dfde9&amp;biw=1280&amp;bih=664" target="_blank">Clemens Brenatano Sprich aus der Ferne</a>“ der am h&#228;ufigsten &#252;ber Suchmaschinen Besucher auf herrlarbig.de bringende Suchbegriff ist.</p>

<p>Ich stelle mir das so vor: An dem einen Wochenende sitzen Lehrende zuhause und bereiten Unterricht vor. Neben den Fachkenntnissen aus dem Studium und analog vorliegendem Material schaut man, was das Internet an Material zu bieten hat, liest dies auch, bekommt vielleicht Anregungen, die dann in den Unterricht einflie&#223;en und gibt eine Hausaufgabe.</p>

<p>Anschlie&#223;end sitzen die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen zuhause und arbeiten an der Hausaufgabe. Vielleicht sollen sie eine Interpretation zu einem Gedicht schreiben. Und „nat&#252;rlich“ schauen auch die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler, was das Internet zum Thema zu sagen hat, sto&#223;en auf die gleichen Artikel, die auch Lehrer und Lehrerinnen gefunden haben, lassen sich von ihnen anregen und diese Anregungen flie&#223;en dann wiederum in den Unterricht ein.</p>

<p>Der Lehrende erkennt die Gedanken wieder, die er sich selbst zu einem Thema gemacht hat bzw. die er auch im Netz gefunden hat – und ist wahrscheinlich zufrieden, denn die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben offensichtlich etwas gelernt.</p>

<p>Ob die Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen aber gelernt haben, wie man, auch unter Zuhilfenahme externer Quellen, einen Text interpretierend erarbeitet, darf bezweifelt werden, ob es zu einem Kompetenzzugewinn auf Seiten der Lernenden gekommen ist, bleibt offen.</p>

<p>Aufgabenformate in Zeiten von Computer und Internet m&#252;ssen &#252;berdacht werden. <a href="http://herrlarbig.de/de/2010/11/19/kompetenzenorientiert-unterrichten-ein-vorschlag/" target="_blank">Dar&#252;ber habe ich mir schon Gedanken gemacht</a>. Und um an den Kompetenzen zu arbeiten, die n&#246;tig sind, um mit verf&#252;gbaren Ressourcen (in Bibliotheken, im Internet) umgehen zu lernen, ist die praktische Arbeit mit diesen Ressourcen <em>im</em> Unterricht n&#246;tig.</p>

<p>Dann kann man einen Text in eine Lerngruppe geben, der anspruchsvoll ist und die Entwicklung von Lesestrategien verlangt, die ein Verstehen erm&#246;glichen. Wenn die entsprechenden Verstehensressourcen nicht verf&#252;gbar sind, muss der Lehrer erl&#228;utern, was nicht unbedingt dazu beitr&#228;gt, dass die Lehrerzentrierung von Unterricht reduziert wird.</p>

<p>Wenn kein Fremdw&#246;rterbuch im Raum verf&#252;gbar ist, kann nicht nachgeschlagen werden und der Umgang mit dem W&#246;rterbuch nicht gelernt werden. Gleiches gilt, wenn die Nutzung einer Bibliothek nicht m&#246;glich ist oder verf&#252;gbare Internetzug&#228;nge, die dann meist privat bei den Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen in Form eines Smartphones angesiedelt sind, wom&#246;glich nicht genutzt werden d&#252;rfen. Unter solchen Voraussetzung verweigert Unterricht den Lernenden die ihnen m&#246;gliche Autonomie, das eigenst&#228;ndige Lernen, zumindest ein St&#252;ck weit.</p>

<p>Dann werden entsprechende Ger&#228;te eben daheim verwendet. Nur dass dann ein Lehrender zum Beispiel nicht gemeinsam mit den Lernenden Strategien entwickeln kann, wie diese Instrumente effektiv genutzt werden k&#246;nnen, ohne das Selbstdenken zu ersetzen.</p>

<p>Nein, es muss nicht jede Stunde mit dem Internet gearbeitet werden; es gibt auch Stunden, in denen z. B. im Deutschunterricht das „Sehen“ dessen gelernt werden soll, was in einem Text als Text zu entdecken ist. Aber da dies ja die eher &#252;blichen Stunden sind, die durchaus sehr gut sein k&#246;nnen!, lege ich hier die Betonung mal auf die Seite des au&#223;erunterrichtlichen digitalen Paradoxes, dass alle an Schule Beteiligten digitale Instrumente nutzen, aber eben nicht im Unterricht.</p>

<p>Wo aber liegen die Gr&#252;nde dieses Paradoxes, dass Computer &#252;berall eingesetzt werden, auch in der Schule, denn Sekretariate ohne Computer sind undenkbar und die Computer im Lehrerzimmer in der Regel gut genutzt, aber eben nicht im Unterricht?</p>

<p>Und wenn dann Eltern einen Lehrer, der seine Unterrichtsvorbereitungen auf einem Tablet-Computer papierfrei im Unterricht vor sich hat, fragen, wie er zur Nutzung von Computern im Unterricht steht, ist das f&#252;r mich durchaus ein Zeichen, dass es auch bei Eltern die Wahrnehmung des hier beschriebenen digitalen Paradoxes gibt.</p>

<p>Ich antworte Eltern dann in der Regel, dass ich freundlich zur&#252;ckhaltend zur Nutzung von Computern im Unterricht stehe, denn &#252;ber die M&#246;glichkeiten von PC-R&#228;umen hinaus, die beschr&#228;nkt genutzt werden k&#246;nnen, kann ich nicht erwarten, dass Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen private Laptops mit in den Unterricht nehmen. Ich halte es durchaus f&#252;r einen Unterschied, ob Eltern „nur“ Hefte kaufen m&#252;ssen oder ob pl&#246;tzlich ein Laptop oder TabletPC im Unterricht erwartet wird. Das Argument der Lehrmittelfreiheit betrifft Schulb&#252;cher, nicht aber Stifte, Papier, Taschenrechner etc. Aber von Eltern erwarten, dass ihr Kind einen Laptop oder ein Tablet f&#252;r schulische Zwecke besitzt?</p>

<p>Ja: In Mathematik werden auf Kosten der Eltern Taschenrechner angeschafft; in Deutsch werden viele Lekt&#252;ren f&#252;r den Unterricht von den Eltern gekauft. Und ja: Viele &#228;ltere Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen haben einen Laptop verf&#252;gbar, m&#252;ssten also gar keinen zus&#228;tzlich kaufen.</p>

<p>Ich stehe „freundlich zur&#252;ckhaltend zur Nutzung von Computern im Unterricht”. Das hei&#223;t, dass ich die Nutzung f&#252;r Unterrichtszwecke grunds&#228;tzlich nicht verbiete, aber auch nicht erwarte. Faktisch bedeutet das vor allem, dass ich den Einsatz von Smartphones<em> f&#252;r klar definierte Unterrichtszwecke</em> zulasse, solange nicht erkennbar ist, dass Lernende ohne diese M&#246;glichkeit einen vermeidbaren Nachteil erleiden. Aber es hatten Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen auch schon Laptops dabei, die ihnen dann aber zu schwer waren, um neben den Schulb&#252;chern f&#252;r ein Fach dauerhaft mitgef&#252;hrt zu werden.</p>

<p>Nat&#252;rlich d&#252;rfen Begriffe nachgeschlagen werden. Nat&#252;rlich d&#252;rfen Quellen genutzt werden, solange entsprechende Nachweise erfolgen und ein wesentlicher, eigenst&#228;ndiger Denkanteil erkennbar wird.</p>

<p>Solche Lernprozesse m&#252;ssen begleitet werden. <em>Lehrende m&#252;ssen selbst zeigen, dass Computer zum Arbeiten genutzt werden k&#246;nnen und wie das geht. (sic!)</em> F&#252;r mich ist das einer der Gr&#252;nde, warum ich mit dem Tablet in den Unterricht gehe. Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen verbinden mit solchen Ger&#228;ten vor allem das „Herumspielen“ und reagieren oft erstaunt, wenn sie bemerken, dass da jemand mit arbeitet.</p>

<p>Wie sollen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Kompetenzen f&#252;r die Arbeitswelt erwerben, wenn das zentrale Instrument vieler Berufe, der Computer in all seinen Ausformungen, sie zwar ihre ganze Jugend begleitet, sie aber nicht <a href="http://herrlarbig.de/de/2009/03/12/herausforderung-medienpaedagogik/" target="_blank">medienp&#228;dagogisch begleitet das Arbeiten mit ihm erproben</a>?</p>

<p>Das „digitale Paradox“ erweist sich mir nach l&#228;ngerem Nachdenken zunehmend als ein gesellschaftliches und politisches Paradox.</p>

<p>Sowohl Lehrer und Lehrerinnen als auch Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen nutzen Computer, oft in der Form von Laptops – aber nur zuhause oder maximal noch im Lehrerzimmer. Die Ger&#228;te sind also in vielen F&#228;llen vorhanden und verf&#252;gbar. Sie k&#246;nnten im Unterricht genutzt werden.</p>

<p>Doch diese Nutzung wird nicht offensiv gef&#246;rdert: Weder bieten die Kultusbeh&#246;rden und Schultr&#228;ger Lehrern und Sch&#252;lern, die Rechner in der Schule nutzen (wollen) angemessene Infrastruktur (Anschluss an jedem Platz oder WLan), noch ist die Nutzung der Ger&#228;te im Versicherungsschutz enthalten, den Mitglieder einer Schulgemeinde genie&#223;en.</p>

<p>Gesellschaftlich wird mehr und mehr erwartet, dass Computer in der Schule eine gr&#246;&#223;ere Rolle spielen, aber es gibt keine Finanzierungsmodelle, an denen sich durchaus auch Gruppen beteiligen k&#246;nnten, die besonderen Wert auf angemessen Kompetenzen von Schulabg&#228;ngern legen. Es ist also nicht sichergestellt, dass alle Lernenden diese Arbeitsinstrumente verf&#252;gbar haben k&#246;nnen.</p>

<p>Eine offensive F&#246;rderung w&#252;rde aber vor allem bedeuten, dass Lernmaterial in digitaler Form in den Schulen und im Rahmen der Lernmittelfreiheit vorhanden w&#228;re! Solange die Nutzung neuer Medien im Unterricht &#252;ber die Nutzung im Rahmen von digitalen Pr&#228;sentationen und audiovisuellem Material nicht hinausgeht, steht die Frage im Raum, wie Schule ihrem allgemeinbildenden Auftrag auf Dauer nachkommen kann, wenn das Erlernen und die Verwendung einer neu entstandenen Kulturtechnik, der Umgang mit Computern und digitalen Netzwerken, nicht wirklich zum zentralen Bestand des Lernens an Schulen gemacht wird.</p>

<p>Neben den Kulturtechniken des Lesens, Schreibens und Rechnens stellt der Umgang mit dem Computer und mit digital vernetzten Strukturen in meinen Augen tats&#228;chlich etwas dar, das von &#228;hnlich zentraler Bedeutung ist.</p>

<p>Lehrer und Lehrerinnen benutzen Computer, um dann analoges Material mit in die Schule zu nehmen. Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen benutzen Computer und Netzwerke ebenfalls, um analoge Ergebnisse zu produzieren. Das digitale Paradox besteht auch darin, dass das digitale Arbeiten nahezu ausschlie&#223;lich auf die analoge Verwertung hin erfolgt – und gerade so den M&#246;glichkeiten und Anspr&#252;chen kompetenten Umgangs mit digitalen Technologien nicht entsprechen kann.</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Kreatives Schreiben in der Schule</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 21:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kleinere Kurse im kreativen Schreiben gebe ich seit einigen Jahren immer wieder einmal. Ich habe zwar kein Zertifikat, dass ich das kann, aber zum Gl&#252;ck traut man einem Deutschlehrer in der Regel zu, dass er unter Umst&#228;nden wei&#223;, was er tut, &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/08/30/kreatives-schreiben-in-der-schule/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kleinere Kurse im kreativen Schreiben gebe ich seit einigen Jahren immer wieder einmal. Ich habe zwar kein Zertifikat, dass ich das kann, aber zum Gl&#252;ck traut man einem Deutschlehrer in der Regel zu, dass er unter Umst&#228;nden wei&#223;, was er tut, wenn er nicht nur Texte dem &#252;benden Analyseskalpell der Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen zuf&#252;hrt, sondern auch die k&#252;nstlerische Seite des Schreibens in den Blick nimmt.</p>

<p>Schreiben als Kunst, deren Gegenstand die Literatur ist, verstehe ich<span id="more-6135"></span> dabei nicht im Sinne einer geheimnisvollen Begabung, die einen Menschen zum Schreiben bef&#228;higt. Im Zentrum steht die Erm&#246;glichung eines individuellen, pers&#246;nlichen Ausdrucks mittels der pers&#246;nlichen Sprache in erz&#228;hlender, fiktionaler Art und Weise. Es geht nicht um Genies, es geht um die Lust am Schreiben.</p>

<p>Beginnt <a href="http://www.pramper.at/bibliothek/bibliothek_5/SCHREIBWERKSTATT.pdf" target="_blank">ein solcher Kurs</a>, gilt es jedes Mal zun&#228;chst einige Hemmschwellen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu &#252;berwinden. Die gr&#246;&#223;te H&#252;rde, die es dabei zu &#252;berwinden gilt, ist, dass Menschen in Kursen in der Regel davon ausgehen, dass es ein „richtig“ und ein „falsch“ gibt. Und dann werden Aufgaben gestellt, deren Ziel es ist, das Schreiben zu befreien. F&#252;r viele ist das erst einmal ungewohnt.</p>

<p>Es ist relativ egal, ob es sich um Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen handelt oder um Studenten und Studentinnen, um Erwachsene oder Jugendliche: Der Weg, bis dem Kursleiter geglaubt wird, dass man wirklich die eigene Phantasie anstrengen darf und nicht Antworten liefern muss, von denen man ausgeht, dass sie von den Lehrenden geh&#246;rt werden wollen, ist ein langer Weg. Doch er lohnt sich.</p>

<p>Zum einen entdecke ich auf diesem Weg immer wieder, dass Lernende scheinbar immer davon ausgehen, dass Lehrende genauste Vorstellungen haben, wie das Produkt eines Lernweges aussehen soll und dass jeder Arbeitsauftrag nur den einen Zweck hat, wie in einem Mysteryspiel das Geheimnis zu knacken, welches jeweils unterrichtende Lehrer und Lehrerinnen versteckt halten wollen.</p>

<p>Dieses Problem habe ich auch anderen Stellen des Unterrichts. Ja, in Sachen Rechtschreibung und Zeichensetzung ist das meiste meistens sehr eindeutig (geregelt), aber wie ist das mit der „richtigen“ Interpretation? Der Lehrer sagt zwar, es g&#228;be nicht <em>die</em> richtige, sonderen nur nachvollziehbare, weniger nachvollziehbar und gar nicht nachvollziehbare Deutungen literarischer Texte, aber welcher Sch&#252;ler glaubt das dem Lehrer?</p>

<p>Nein, nein, wenn ein Lehrender in der Schule sagt, der erste Leseeindruck k&#246;nne durchaus als Zugang zum pers&#246;nlichen und dennoch nachvollziehbaren Verst&#228;ndnis eines Gedichtes genutzt werden, dann ist das bestimmt nur ein Trick. Dann will  er nur so tun, dass die Leser (vor allem, wenn es Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen sind) gegen&#252;ber einem Gedicht Souver&#228;nit&#228;t haben, um dann durch die Hintert&#252;r doch wieder die eine verbindliche Lesart einzuf&#252;hren. Da lese ich doch lieber die im Netz verf&#252;gbaren Interpretationen, schreibe meine so &#228;hnlich und bin auf der sicheren Seite, weil ich das Gedicht dann so verstehe, wie es viele tun. Und das ist es doch, was in der Schule z&#228;hlt…</p>

<p>Wo in der Schule wird denn der pers&#246;nliche Ausdruck gef&#246;rdert und erwartet, der dann auch noch fiktional sein darf?</p>

<p>In den meisten F&#228;llen gelingt es fr&#252;her oder sp&#228;ter die H&#252;rde zu &#252;berwinden. Oft kommen auch Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen an den Punkt, dass sie nicht nur kurzfristige &#220;bungen zum kreativen Schreiben mitmachen, sondern auch bereit sind, mittelfristig an eigenen literarischen Texten zu arbeiten.</p>

<p>Kreatives Schreiben in der Schule hat f&#252;r mich entsprechend folgende Aufgaben, wobei die hier entstehende Liste keinen Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit erhebt:</p>

<ul>
    <li>Kreatives Schreiben ermutigt die Entwicklung eines pers&#246;nlichen Schreibstils und eines pers&#246;nlichen Ausdruchsverm&#246;gens im Medium der Schriftsprache.</li>
    <li>Kreatives Schreiben gibt Freiheit bei Themenwahl und Textgestaltung.</li>
    <li>Kreatives Schreiben vermittelt Techniken, die helfen, kreatives Potential zu entwickeln und auszusch&#246;pfen.</li>
    <li>Kreatives Schreiben macht Spa&#223; und f&#246;rdert den spielerischen Umgang mit der Sprache.</li>
    <li>Kreatives Schreiben fordert und f&#246;rdert genaue Beobachtungen, die in Sprache nachgezeichnet werden, sodass lesend Bilder bei Zuh&#246;rern oder Lesern entstehen.</li>
    <li>Kreatives Schreiben bedient sich konkreter &#220;bungen, deren Ausgestaltung rational nachvollziehbar sind.</li>
    <li>Kreatives Schreiben hat keinen (psycho)therapeutischen Anspruch.</li>
    <li>Nebeneffekte des kreativen Schreibens sind der oft leichtere Zugang zu literarischen Texten in anderen Zusammenh&#228;ngen, die steigende Qualit&#228;t eigener Texte und h&#228;ufig auch eine signifikante Erweiterung des Wortschatzes, wenn entsprechende &#220;bungen vermittelt werden.</li>
    <li>Individuell steigert kreatives Schreiben die eigene Reflexionsf&#228;higkeit, indem es den Wortschatz und damit die Ausdrucksf&#228;higkeit differenziert, die Genauigkeit der Benennung von Ph&#228;nomene f&#246;rdert und sowohl die Beobachtung des Selbst als auch der Umwelt genauer werden l&#228;sst.</li>
</ul>

<p>Neben dem individuellen Schreibprozess ist das Ziel des kreativen Schreibens die &#214;ffentlichkeit in unterschiedlichen Formen, denn Schreiben als Kunstform kommt erst dort zu sich selbst, wo sich Texte einem Publikum stellen m&#252;ssen, sei es in einer Ausstellung von Texten (z. B. Gedichten, die visuelle oder auditiv gestaltet sind), sei es in einer (schul)&#246;ffentlichen Lesung, in der Ergebnisse vorgestellt werden, sei es im Rahmen jahreszeitlicher Veranstaltungen, die eine &#214;ffentlichkeit f&#252;r Texte bieten k&#246;nnen.</p>

<p>Das erstaunliche ist, wie viele, die mit einem solchen Programm des kreativen Schreibens in Kontakt kommen, die Erfahrung machen, dass diese Art des Umgangs mit Sprache sehr anspruchsvoll ist, sehr viel verlangt und zu Ergebnissen f&#252;hrt, die anhand von Kriterien auf ihre Qualit&#228;t hin reflektiert werden k&#246;nnen.</p>

<p>So ist eines der zentralen Kriterien in dem aus dem englischen entlehnten Satz „Zeigen, nicht erz&#228;hlen / behaupten“ (<a href="http://jerz.setonhill.edu/writing/creative1/showing/" target="_blank">Show, don&#8217;t tell</a>) enthalten. Im Zentrum steht also die Kompetenz, Sprachfl&#228;chen bzw. -r&#228;ume so zu gestalten, dass im Zeigen (Show) beim Lesenden Prozesse ausgel&#246;st werden, die das Erz&#228;hlte zu einer Erfahrung des Lesers machen.</p>

<p>Es ist ein Unterschied, ob ich erz&#228;hle (behaupte): „Heute ist sch&#246;nes Wetter.“ oder ob ich etwas zeige, das den Lesenden zu dem Schluss kommen l&#228;sst, dass da aber sch&#246;nes Wetter ist, ihm aber auch die Freiheit zu der Entscheidung l&#228;sst, ob der das gezeigte Wetter als „sch&#246;n“ bezeichnen will oder nicht, den Lesenden also nicht bevormundet.</p>

<p>Konkret:</p>

<div>
<ul>
    <li>Das Wetter ist sch&#246;n. (erz&#228;hlt / behauptet)</li>
    <li>Aus dem von V&#246;geln besungenem D&#228;mmerlicht des Morgens erhebt sich langsam die Sonne und streift die feuchten Schleier aus den feuchten Augen, die ein warmer Sommerregenschauer auf den Wiesen der Flussaue hinterlassen hatte. W&#228;hrend Kaffeeduft schon in ihre Nase drang, drehte sie sich noch einmal auf die andere Seite. Es w&#252;rde bestimmt noch eine halbe Stunde dauern, bis er mit frischen Br&#246;tchen aus dem Dorf im Tal zur&#252;ck sein w&#252;rde. Sie hatte also noch Zeit, den V&#246;geln zu lauschen und den eigenen Geruch eines beginnenden Sommertages in sich aufzusaugen. Noch wusste sie nicht, dass sie ihn nie mehr wieder sehen w&#252;rde… (gezeigt / <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Show,_don't_tell" target="_blank">show</a>)</li>
</ul>
Um dieses zentrale Kriterium zur qualitativen Einsch&#228;tzung von Texten, die im Rahmen des kreativen Schreibens entstehen, werden dann &#220;bungen entwickelt und einge&#252;bt, die es m&#246;glich machen, angemessen differenzierte Ausdrucksweisen zu finden.

</div>

<p>Eine solche &#220;bung kann zum Beispiel so aussehen:</p>

<p>„Beschreibe sachlich und m&#246;glichst genau das Wetter am Morgen eines beliebigen Tages. Finde anschlie&#223;end vierzehn M&#246;glichkeiten, anderen so von diesem Wetter zu erz&#228;hlen, dass sie sich ein Bild und ein Urteil &#252;ber das Wetter bilden k&#246;nnen. Dabei darfst du nicht behaupten, dass das Wetter gut oder schlecht sei.”</p>

<p>Nat&#252;rlich sind auch &#220;bungen im ganz freien, tendenziell im „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Écriture_automatique" target="_blank">automatischen Schreiben</a>“ notwendig, um den Prozess des kreativen Flows zu unterst&#252;tzen bzw. &#252;berhaupt erst einmal erfahrbar zu machen, doch m&#252;ssen solche &#220;bungen, um zu einem nachvollziehbaren Kompetenzaufbau beitragen zu k&#246;nnen, mit &#220;bungen zur Wortschatzbildung, zur situativen Beobachtung, zum Kennenlernen von stilistischen Gestaltungsformen (Stilmitteln) intensiv begleitet werden, um so zu einem wirklich pers&#246;nlichen Schreibstil zu gelangen.</p>

<p>Diese Freiheit aber braucht &#220;bungen, die ihr die Grenzen bieten, die als Gel&#228;nder Halt bieten, wenn sich Schreibende auf das Terrain eigener kreativer M&#246;glichkeiten begeben. Und so ziemlich jeder ernsthaft schreibende Autor kennt diese Spannung zwischen Freiheit und formaler (Selbst)Begrenzung, die didaktisch und methodisch vom Lehrer des kreativen Schreibens reflektiert und f&#252;r den Unterricht angemessen gestaltet werden muss. Goethe bringt diese Spannung in dem Gedicht „Natur und Kunst“ auf den Punkt, wenn er den Terzetten des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sonett" target="_blank">Sonetts</a> schreibt:</p>

<blockquote>
<div>

[…]

</div>
<address>So ist&#8217;s mit aller Bildung auch beschaffen:</address><address>Vergebens werden ungebundne Geister</address><address>Nach der Vollendung reiner H&#246;he streben.</address><address> </address><address>Wer Gro&#223;es will, mu&#223; sich zusammenraffen:</address><address>In der Beschr&#228;nkung zeigt sich erst der Meister,</address><address>Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.</address></blockquote>

<p>&nbsp;</p>

<p>Weitere Beitr&#228;ge zum Thema auf herrlarbig.de gibt es <a href="http://herrlarbig.de/category/schreiben/kreatives-schreiben/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://herrlarbig.de/category/herr-larbig/selbstgespraeche/" target="_blank">hier</a>.</p>

<p><em>Literatur: </em></p>

<ul>
    <li><em>Mihaly Csikszentmihalyi: <em>Kreativit&#228;t.</em> Stuttgart 1997.
</em></li>
    <li><em>Fritz Gesing: Kreativ schreiben, Handwerk und Techniken des Erz&#228;hlens. K&#246;ln 2004.</em></li>
    <li><em>Natalie Goldberg: Schreiben in Cafés. Berlin 2006. </em></li>
    <li><em>Valentin Merkelbach: Kreatives Schreiben. Braunschweig 1993.</em></li>
    <li><em>Gabriele L. Rico: Garantiert schreiben lernen. Sprachliche Kreativit&#228;t methodisch entwickeln &#8211; ein Intensivkurs. 3. Auflage, Reinbek bei Hamburg 2004.</em></li>
    <li><em>Stephan Porombka: Das neue Kreative Schreiben. In: German as Foreign Language 2/2009, S. 167-193. <a href="http://www.gfl-journal.de/2-2009/porombka.pdf" target="_blank">PDF</a>.</em></li>
    <li><em>J&#252;rgen vom Scheidt: Kreatives Schreiben, Texte als Wege zu sich selbst und zu anderen ; Selbsterfahrung, Therapie, Meditation, Denkwerkzeug, Arbeitshilfe, Abbau von Schreibblockaden. Frankfurt am Main 1990.</em></li>
</ul>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/21/lernen-bei-goethe/" rel="bookmark" title="21. August 2008">Lernen bei Goethe</a></li>
</ul>

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		<title>Looking nach dem Output oder: Die Zukunft der EduLanguage</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 17:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[21. Jahrhundert]]></category>
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		<description><![CDATA[Mal ganz ehrlich: Die Anzahl der Anglizismen in der Bildungsdiskussion nimmt zu. Es ist also h&#246;chste Zeit, dass ich endlich zu &#252;ben beginne, wie die Sprache des Lehrers (EduLanguage) der Zukunft aussieht. Sicherlich ist dieser Try noch nicht outperformed, aber &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/08/11/looking-nach-dem-output-zukunft-der-edulanguage/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal ganz ehrlich: Die Anzahl der Anglizismen in der Bildungsdiskussion nimmt zu. Es ist also h&#246;chste Zeit, dass ich endlich zu &#252;ben beginne, wie die Sprache des Lehrers (EduLanguage) der Zukunft aussieht. Sicherlich ist dieser Try noch nicht outperformed, aber irgendwann muss man ja anfangen, sich den Realit&#228;ten zu stellen. Hier also ein paar &#220;bungseinheiten, die als Sprachbausteine in jeder Bildungsdebatte eindrucksf&#246;rdernd wirken k&#246;nnen:</p>

<ul>
    <li>„Als LearningGuide oder Faciliator perfome ich outputorientiert mit dem Ziel des hohen Outcomes f&#252;r eine Target-Audience.  Dabei ist das Lernen der Zukunft  Edutainment in PersonalLearningEnvironments mittels SeriousGames &amp; Microlearning.“</li>
    <li>„In der Learning-Community habe ich als Coach Just-in-Time-Ressourcen f&#252;r Distance-Learning-Prozesse zu erstellen, die die localized Learning-Experiences f&#246;rdern.“</li>
    <li>„Class-Room-Management integriert Whitboardtechnologien, Overhead-Projektoren, Flipcharts und Beamer-Laptop-Trolleys, welche am Service-Point bereitgehalten werden.“</li>
    <li>„In den Pausen begegeben sich Lehrer in den Backstagebereich der Localized-Learning-Area oder aber ins Backoffice, das den oder die CEO (Chief of Educational Operations) unterst&#252;tzt und weitere Services f&#252;r Sch&#252;ler und Lehrerteam anbietet.“</li>
    <li>„Die Work-Live-Balance in Edutainment-Prozessen bedarf eines angemessenen Risk-Managements, um dem Burn-Out-Syndrom mittels angemessenem Target-Management bei den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Facilitator" target="_blank">Faciliators</a> entgegen zu wirken. Dabei sind Prozesse des Workflows zu optimieren.“</li>
</ul>

<p>So viel als erster Ann&#228;herung an die Herausforderungen der Sprache im Kontext der Bildungsdiskussionen kommender Jahre. Dabei gibt es sicherlich noch viele kreative Ideen, wie wir die sprachliche Vielfalt mittels signifikant erh&#246;hen k&#246;nnen. Ich freue mich auf eure und Ihre Ideen, die gerne als Kommentar hinterlassen werden d&#252;rfen.</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/29/podcasts-eine-kurze-einfuehrung/" rel="bookmark" title="29. Januar 2009">Podcasts &#8211; Eine kurze Einf&#252;hrung</a></li>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/21/gefunden-add-on-to-the-face-to-face-learning-at-adelaide-university-podcast-english/" rel="bookmark" title="21. November 2010">Gefunden: Free iPads as an Add-On to the Face-to-Face-Learning at Adelaide-University (Podcast / English)</a></li>

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</ul>

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	</item>
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		<title>Deutsche Klassik als literarische Epoche(n)</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 21:50:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Geschichte der deutschsprachigen Literatur ist die „Klassik“ ein sp&#228;tes Ph&#228;nomen. In Spanien gab es das klassische Zeitalter bereits zwischen ca. 1550 und 1680, in England gilt das Elisabethanische Zeitalter (1558–1603) als literarische Hochphase, in der Shakespeare das Theater &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Geschichte der deutschsprachigen Literatur ist die „Klassik“ ein sp&#228;tes Ph&#228;nomen. In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Siglo_de_Oro">Spanien</a> gab es das klassische Zeitalter bereits zwischen ca. 1550 und 1680, in England gilt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabethanisches_Zeitalter">Elisabethanische Zeitalter</a> (1558–1603) als literarische Hochphase, in der Shakespeare das Theater zu einer Bl&#252;te f&#252;hrte, die selbst noch auf Goethe Einfluss hatte. In Italien begann die klassische Phase der Literatur sogar noch fr&#252;her, n&#228;mlich mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dante_Alighieri">Dante Alighieri</a> (1265–1321) und dauert bis zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torquato_Tasso">Torquato Tasso</a> (1544–1594), dem wiederum Goethe <span id="more-6029"></span>sogar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torquato_Tasso_(Goethe)">ein eigenes B&#252;hnenwerk</a> widmete.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_0_6029" id="identifier_0_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. zu diesem Abschnitt Artikel auf&nbsp;Exlibris">1</a></sup></p>

<p>Dass die „<a href="http://www.pohlw.de/literatur/epochen/klassik.htm" target="_blank">deutsche Klassik</a>“ erst <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1786">1786</a> – und damit im Vergleich zu anderen Nationalliteraturen sehr sp&#228;t – beginnt<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_1_6029" id="identifier_1_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zum Teil wird der Beginn der Klassik mit Goethes Ankunft in Weimar im Jahre 1775 terminiert. Allerdings hat Goethe in den ersten Jahren in Weimar kaum etwas geschrieben, sodass man schon annahm, er habe als Autor seinen Zenit nach dem Werther und G&amp;#246;tz von Berlichingen &amp;#252;berschritten. Dass Goethe sich bei der Arbeit an &bdquo;Iphigenie auf Tauris&ldquo; bereits in einer Entwicklung fort vom Sturm und Drang befand, wusste damals nat&amp;#252;rlich noch keiner. 1786 wurde die dritte Fassung der Iphigenie fertig.&nbsp;Diese Fakten und da der Bezug zur Antike, der f&amp;#252;r die deutsche Klassik bedeutend ist, erst auf Goethes Italienreise deutlich erkennbar wird, folge ich Festsetzung des Beginns der Klassik auf den Beginn der Italienreise Goethes. Epochengrenzen sind immer schwer festzulegen. Mir scheint aber die Begr&amp;#252;ndung f&amp;#252;r das Jahr 1786 nachvollziehbarer">2</a></sup> und nur bis zu Schillers Tod <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1805">1805</a> dauert, hat sicherlich mit der politischen Entwicklung Deutschlands zu tun, aber wom&#246;glich kommt eine literarische Blindheit hinzu, die zentrale Gestalten und Epochen der deutschsprachigen Literatur aus dem Bewusstsein der breiten Bev&#246;lkerung einfach ausblendet. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die deutsche Klassik in der Regel nur mit Goethe und Schiller verbunden wird, denen am Rande dann noch Humboldt zur Seite gestellt wird. Klassik im literarischen Sinne bezeichnet aber eine Epoche in einer Nationalliteratur, „die wegen ihrer besonders reichen Entfaltung, ihrer Dichte an Werken von hohem k&#252;nstlerischem Rang, ihrer Wirkung auf sp&#228;tere Epochen und ihrer internationalen Bedeutung als die <em>Klassik</em> angesehen wird“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_2_6029" id="identifier_2_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://xlibris.de/Epochen/Klassik">3</a></sup>.</p>

<p>Zwei Autoren sollen eine solche Epoche ausmachen? Nun, es stimmt, die <a href="http://www.goethezeitportal.de/wissen/timeline/timeline-goethe.html" target="_blank">Zeit</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1774" target="_blank">1774</a>, dem Erscheinungsjahr von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ bis zum Revolutionsjahr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1848" target="_blank">1848</a> waren gepr&#228;gt von gro&#223;artigen Autoren, die aber seltsamerweise selten der deutschsprachigen Klassik zugeordnet werden: <a href="http://xlibris.de/Autoren/Hoelderlin" target="_blank">H&#246;lderlin</a>, <a href="http://xlibris.de/Autoren/Paul" target="_blank">Jean-Paul</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Martin_Wieland" target="_blank">Wieland</a>, <a href="http://xlibris.de/Autoren/Kleist" target="_blank">Kleist</a>, <a href="http://xlibris.de/Autoren/Heine" target="_blank">Heine</a>, die <a href="http://xlibris.de/Epochen/Romantik" target="_blank">Romantiker</a> etc. werden nicht der literarischen Epoche der deutschen Klassik zugeordnet, obwohl doch erst diese F&#252;lle von gro&#223;en Autoren in weniger als hundert Jahren den Fokus auf diese Zeit richtet.</p>

<p>Ja, Goethe und Schiller werden in der Regel noch einmal aus dem Reigen der Autoren dieser Zeit hervorgehoben, weil sie mit ihrem Werk universeller waren, aber wenn zwei Autoren eine klassische Epoche kennzeichnen k&#246;nnen, dann gab es in Deutschland noch eine zweite klassische Epoche, die der Sprachentwicklung bis heute zentrale Impulse gegeben hat: Die <a href="http://www.textlog.de/6227.html" target="_blank">deutsche Mystik</a>. Viele Pr&#228;fixe und Suffixe, die bis heute von Bedeutung sind, wurden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprachgeschichte#.C3.84nderungen_im_morphologischen_und_syntaktischen_System_2" target="_blank">von der mystischen Literatur gepr&#228;gt</a>. Die <a href="http://xlibris.de/Epochen/Barock" target="_blank">Zeit des Barocks </a>brachte bedeutende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Poetik" target="_blank">poetologische Schriften</a> und mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Jakob_Christoffel_von_Grimmelshausen" target="_blank">Grimmelshausens </a>„<a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Grimmelshausen/Werke/Simplicissimus" target="_blank"><em>Der</em> </a><em><a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Grimmelshausen/Werke/Simplicissimus" target="_blank">Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch</a></em>” erschien der wohl erste deutschsprachige Roman, der zum Teil als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_abenteuerliche_Simplicissimus" target="_blank">der erste Abenteuerroman</a> der Welt angesehene wird, im Bewusstsein deutschsprachiger Nationalliteratur, wohl auch wegen massiver dialektaler Pr&#228;gung des Werkes, kaum eine Rolle spielt, auch wenn der Roman kaum unbedeutender als der ca. sechzig Jahre fr&#252;her ver&#246;ffentlichte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Don_Quijote" target="_blank">Don Quijote</a> von <a title="Miguel de Cervantes" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Miguel_de_Cervantes" target="_blank">Miguel de Cervantes</a> ist.</p>

<p>Es gab in der Zeit vom 12. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert also drei Phasen, die ich bereit w&#228;re, f&#252;r die deutsche Literatur als klassisch zu betrachten: Die deutschen Mystik, das Zeitalter des Barocks und die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.</p>

<p>Gemeinsam ist diesen Zeiten, dass sie nicht nur f&#252;r die Sprachentwicklung von herausragender Bedeutung waren, sondern auch relevante literarische Eigenleistungen der Autoren hervorbrachten. – Eine Sonderrolle nimmt bei solchen &#220;berlegungen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luther" target="_blank">Luther</a> ein, der mit seiner &#220;bersetzung der Bibel ins Deutsche zwar sprachhistorisch hochgradig relevant ist, aber dar&#252;ber hinaus literaturhistorisch nicht die Gr&#246;&#223;e eines <a href="http://www.eckhart.de/" target="_blank">Meister Eckhart</a>, einer <a href="http://mechthild-von-magdeburg.de/biographie.htm" target="_blank">Mechthild von Magdeburg</a>, eines <a href="http://www.br-online.de/bayern2/radiotexte-am-samstag/grimmelshausen-courage-literatur-ID1290424713497.xml" target="_blank">Grimmelshausens</a>, Goethes oder Schillers erreichte.</p>

<p>Dass wir also von der Zeit zwischen <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=900" target="_blank">Goethes Italienreise</a> (1786–88) und <a href="http://www.schiller-biographie.de/index.php?id=184" target="_blank">Schillers Tod</a> (1805) f&#252;r die deutsche Sprach- und Literaturgeschichte als Klassik bezeichnen, so mag das damit zu tun haben, dass die deutsche Sprachentwicklung zu diesem Zeitpunkt an einem Punkt angelangt war, der uns auch heute noch verst&#228;ndlich ist.</p>

<p>Dass die deutsche Klassik h&#228;ufig auch „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Klassik" target="_blank">Weimarer Klassik</a>“ genannt wird, erscheint mir symptomatisch f&#252;r eine Sprachgemeinschaft, die in Kleinstaaterei so zerrissen ist, dass f&#252;r literarische Entwicklungen und Freiheiten der jeweilige Landesherr von gro&#223;er Bedeutung war. Das galt schon bei Luther, aber auch Goethe und Schiller waren von der Gunst ihrer Landesherren abh&#228;ngig. Deutschland hatte damals kein Zentrum wie Paris in Frankreich, oder London in England, doch von seiner Bedeutung her war <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=804" target="_blank">Weimar als „Deutschlands Athen“</a> &#252;berragend.</p>

<p>Goethe floh vor der Last des Ministeramtes nach Italien. Wenn von der „<a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=900" target="_blank">Italienischen Reise</a>“ gesprochen wird, so handelt es sich mehr um eine Flucht, als um eine Reise, um eine &#228;u&#223;erst fruchtbare Flucht allerdings, ohne die man sich den sp&#228;teren Goethe kaum denken kann. Goethe selbst schreibt in seinem Tagebuch &#252;ber den Aufbruch:</p>

<blockquote><span class="Apple-style-span" style="font-size: xx-small;"><em><span style="color: #654f42;">„Den 3. September fr&#252;h drei Uhr stahl ich mich aus dem Karlsbad weg, man h&#228;tte mich sonst nicht fortgelassen. Man merkte wohl, da&#223; ich fort wollte. </span></em></span><span class="Apple-style-span" style="font-size: xx-small;"><em><span style="color: #654f42;">Ich lie&#223; mich aber nicht hindern, denn es war Zeit.“</span></em></span>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #654f42;"><em><span style="font-size: xx-small;">Goethes Tagebuch, 3.9.1786</span></em></span></p>
</blockquote>

<p>In Italien entdeckt Goethe die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Italienische_Reise" target="_blank">Antike</a>. Dieser Epoche stand auch Schiller nahe. In Verbindung mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance" target="_blank">Renaissance</a>, die schon einmal die Werke der griechischen und auch der r&#246;mischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antike" target="_blank">Antike</a> wiederentdeckte und sich an ihnen k&#252;nstlerisch orientierte, steht die deutsche Klassik in einer uralten, auf griechischem und r&#246;mischen Kunstverst&#228;ndnis basierenden Fundamenten.</p>

<p>Ja, Goethe hat schon fr&#252;her durch <a href="http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/winckelmann1764" target="_blank">Winkelmanns „Geschichte der Kunst des Altertums“ (1764)</a> ein Bild von der Antike, aber erst auf der Reise durch Italien kam die pers&#246;nliche Anschauung hinzu. F&#252;r Goethe begann dort eine Umorientierung seines Kunstverst&#228;ndnisses. Vom Sturm und Drang hatte er sich mit dem Antritt des Dienstes am Weimarer Hof faktisch verabschiedet, mit <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CBsQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.xlibris.de%2FAutoren%2FGoethe%2FWerke%2FDie%2520Leiden%2520des%2520jungen%2520Werthers&amp;ei=3A47Ts_pKozVsgbw49Ew&amp;usg=AFQjCNFVn7OSyxfCK_3KXBo3w34Xw7cjgQ" target="_blank">Werther</a> und <a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Goethe/Werke/G&#246;tz%20von%20Berlichingen" target="_blank">G&#246;tz von Berlichingen</a> hatte er aber auch Werke verfasst, die dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kunst#Aufkl.C3.A4rung" target="_blank">Kunstverst&#228;ndnis der Aufkl&#228;rung</a>, das in vielen F&#228;llen von <a href="http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/vorlesungen/literatur18/Zusammenfassung%20Gottsched.pdf" target="_blank">Regelpoetiken</a> gepr&#228;gt war, widersprachen. Die Besch&#228;ftigung mit der Antike f&#252;hrte ihn zu einem Kunstverst&#228;ndnis, in dem es um Einheit – in unserer heutigen Sprache w&#252;rden vielleicht den Begriff der „Ganzheitlichkeit“ nutzen – ging. Die Vernunft und die sinnliche Seite des Menschen sollten in ein Gleichgewicht gebracht werden, Pflicht und pers&#246;nliche Interessen zusammen finden, Subjektivit&#228;t und Objektivit&#228;t ausgewogen zur Geltung kommen.</p>

<p>Was Goethe in Italien fand, entwickelte sich f&#252;r Schiller als Geisteshaltung in seiner Besch&#228;ftigung mit <a href="http://gutenberg.spiegel.de/autor/310" target="_blank">Immanuel Kants</a> Schriften, wobei vor allem die „<a href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/3507/1" target="_blank">Kritik der Urteilskraft</a>“ (1790) von gro&#223;er Bedeutung gewesen sein d&#252;rfte, in der die &#196;sthetik der Natur und der Kunst reflexiv auf ihren Bezug zur menschlichen Beurteilung von Natur und Kunst aufgearbeitet wird.</p>

<p>Diese Synthese dr&#252;ckt sich in der Vorstellung des Wahren, Guten und Sch&#246;nen aus, das z.B. als Schriftzug an der Frankfurter Alten Oper bis heute prominent in Frankfurt und dort in unmittelbarer Nachbarschaft zu den T&#252;rmen des Bankenviertels finden l&#228;sst.</p>

<p>Das Individuum wird als autonom angesehen, doch die Natur ist von Gott geordnet, auch wenn das Gottesbild Goethes eher abstrakt bleibt als auf einen christlichen Gott bezogen zu sein, wie in seiner Hymne „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prometheus_(Hymne)" target="_blank">Prometheus</a>“ klar erkennbar ist.</p>

<p>Schlie&#223;lich, diese Aufz&#228;hlung von Merkmalen des Welt- und Menschenbildes der literarischen deutschen Klassik ist unvollst&#228;ndig!, ergibt sich aus dem Ideal der Klassik die Vorstellung der Bildung und der Selbstbildung, die in Goethes gro&#223;em Roman „<a href="http://www.xlibris.de/Autoren/Goethe/Werke/Wilhelm%20Meisters%20Lehrjahre" target="_blank">Wilhelm Meister</a>“ im Zentrum stehen. Der <a href="http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/epik/roman.htm" target="_blank">Entwicklungs- bzw. Bildungsroman</a> ist sicherlich mit der Klassik eng verbunden.</p>

<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1794" target="_blank">1794</a> kam es nach langer Distanziertheit zu einem <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=808" target="_blank">Treffen zwischen Goethe und Schiller,</a> in dem sie ihre Gemeinsamkeiten erkannten und entdeckten, dass sie sich erg&#228;nzten. Diese &#220;bereinstimmung hatte allerdings auch mit der Distanz beider Dichter zur franz&#246;sischen Revolution (wie sie sich bis dahin entwickelt hatte) zu tun. – Ohne diese Begegnung, diesen Beginn der Zusammenarbeit beider Dichter, w&#228;re es zu der Weimarer Klassik, wie wir sie heute kennen nicht gekommen. Nicht nur, dass Schiller und Goethe fruchtbar kritisch auf das Werk des je anderen blickten, sie feuerten auch einander an, sodass es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1797" target="_blank">1797</a> zu dem sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Balladenjahr" target="_blank">Balladenjahr</a> kam. Und die Ballade wurde zu einem wichtigen Ausdrucksmittel der Weimarer Klassik.</p>

<p>Gef&#252;hl und Reflexion, verbinden sich in der Literatur der Weimarer Klassik. War es im <a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Sturm%20und%20Drang" target="_blank">Sturm und Drang</a> „nur“ das Gef&#252;hl, f&#252;r das ein Ausdruck gesucht wurde und in der <a href="http://www.xlibris.de/Epochen/Aufklaerung" target="_blank">Aufkl&#228;rung</a> vermeintlich vor allem der Verstand und somit die Reflexionsf&#228;higkeit, die im Zentrum stand, versuchte die Klassik deren Verbindung. In dieser Verbindung entsteht gleichzeitig ein Verst&#228;ndnis des „<a href="http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/klassik.htm" target="_blank">Ideal</a>s“, eine Vorstellung davon, wie der Mensch sein k&#246;nnte und das Streben nach diesem Ideal.</p>

<p>Wie sich die Klassik konkret vor allem in der Lyrik zeigt und welches Menschenbild in der Lyrik der Klassik zu finden ist, wird Thema von Einzelanalysen von Gedichten sein, die im Laufe der n&#228;chsten Wochen hier erscheinen sollen. So viel sei aber schon gesagt: Der Mensch wird als zwischen Geist und Materie stehend betrachtet, seine Humanit&#228;t soll durch Kunst und Dichtung gef&#246;rdert werden und so letztlich ein Weltb&#252;rgertum entstehen, das in der Lage ist, das Denken in Grenzen zu &#252;berwinden.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_3_6029" id="identifier_3_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. hierzu: Willi Vocke &ndash; Weimarer Klassik">4</a></sup></p>

<h4>Literaturverzeichnis<sup><a href="http://herrlarbig.de/2011/08/04/deutsche-klassik-als-literarische-epochen/#footnote_4_6029" id="identifier_4_6029" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Weiterf&amp;#252;hrende Informationen auch als Links im Text. Hier sind nur die Texte aufgef&amp;#252;hrt, die direkten Einfluss auf diesen Beitrag hatten.">5</a></sup></h4>

<ul>
    <li>Dieter Borchmeyer (DuMont Schnellkurs Goethe), Goethe in Weimar (1775–1786) auf Website goethezeiportal.de unter <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=804" target="_blank">http://www.goethezeitportal.de/?id=804</a> (Stand: Donnerstag, 04. August 2011).</li>
    <li>Albert Meier, Sizilianische Entt&#228;uschungen. Johann Hermann Riedesel und Johann Wolfgang Goethe in der Magna Gracia, in: Christiana Albertina. Forschungsbericht und Halbjahresschrift der Universit&#228;t Kiel. Heft 50 (neue Folge). April 2000, S. 5-19. (<a href="http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/vorlesungen/Goethe2010/Meier,%20Albert%20-%20Sizilianische%20Entt&#228;uschungen..pdf" target="_blank">PDF</a>).</li>
    <li>Adelheid Petruschke, Lyrik von der Klassik bis zur Moderne, Stuttgart / Leipzig 2004 (Stundenbl&#228;tter Deutsch).</li>
    <li>Wolfgang Pohl, Die Epoche der deutschen Klassik (1786–1732) – <a href="http://www.pohlw.de/literatur/epochen/klassik.htm" target="_blank">http://www.pohlw.de/literatur/epochen/klassik.htm</a> (Stand: Donnerstag, 04. August 2011).</li>
    <li>Dr. Axel SanJosé, Literaturepoche Klassik – <a href="http://xlibris.de/Epochen/Klassik" target="_blank">http://xlibris.de/Epochen/Klassik</a> (Stand: Donnerstag, 04. August 2011).</li>
    <li>Inge Stephan, Weimarer Klassik, in: Wolfgang Beutin, Klaus Ehlert et al., Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anf&#228;ngen bis zur Gegenwart, Stuttgart / Weimar 1994 (5. Auflage), S. 161–169.</li>
    <li>Willi Vocke, Weimarer Klassik – <a href="http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/klassik.htm" target="_blank">http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/klassik.htm </a>(Stand: Donnerstag, 04. August 2011).</li>
</ul>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<!-- Ende von `social share privacy by smeagol.de´ --><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_6029" class="footnote">Vgl. zu diesem Abschnitt <a href="http://xlibris.de/Epochen/Klassik" target="_blank">Artikel auf Exlibris</a></li><li id="footnote_1_6029" class="footnote">Zum Teil wird der Beginn der Klassik mit Goethes Ankunft in Weimar im Jahre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1775">1775</a> terminiert. Allerdings hat Goethe in den ersten Jahren in Weimar <a href="http://www.goethezeitportal.de/?id=804" target="_blank">kaum etwas geschrieben</a>, sodass man schon annahm, er habe als Autor seinen Zenit nach dem Werther und G&#246;tz von Berlichingen &#252;berschritten. Dass Goethe sich bei der Arbeit an „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Iphigenie_auf_Tauris" target="_blank">Iphigenie auf Tauris</a>“ bereits in einer Entwicklung fort vom Sturm und Drang befand, wusste damals nat&#252;rlich noch keiner. 1786 wurde die dritte Fassung der Iphigenie fertig. Diese Fakten und da der Bezug zur Antike, der f&#252;r die deutsche Klassik bedeutend ist, erst auf Goethes Italienreise deutlich erkennbar wird, folge ich Festsetzung des Beginns der Klassik auf den Beginn der Italienreise Goethes. Epochengrenzen sind immer schwer festzulegen. Mir scheint aber die Begr&#252;ndung f&#252;r das Jahr 1786 nachvollziehbarer</li><li id="footnote_2_6029" class="footnote"><a href="http://xlibris.de/Epochen/Klassik">http://xlibris.de/Epochen/Klassik</a></li><li id="footnote_3_6029" class="footnote">Vgl. hierzu: Willi Vocke – <a href="http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/klassik.htm" target="_blank">Weimarer Klassik</a></li><li id="footnote_4_6029" class="footnote">Weiterf&#252;hrende Informationen auch als Links im Text. Hier sind nur die Texte aufgef&#252;hrt, die direkten Einfluss auf diesen Beitrag hatten.</li></ol>
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		<title>Vernetztes Lernen und Lehrer-Fortbildung in sozialen Netzwerken</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/06/20/vernetztes-lernen-und-lehrer-fortbildung-in-sozialen-netzwerken/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 21:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser Text stellt die Basis meines Vortrages im Rahmen des Fachforums „Lernen in sozialen Netzwerken“ am 21. Juni 2011 dar. Verantwortlich f&#252;r dieses Fachforum ist StudiumDigitale an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universit&#228;t. Der gesprochene Text wird von diesem geschriebenen Text zwar mit &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/06/20/vernetztes-lernen-und-lehrer-fortbildung-in-sozialen-netzwerken/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Text stellt die Basis meines Vortrages im Rahmen des <a href="http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/events/va/fachforum_sn/index.html" target="_blank">Fachforums „Lernen in sozialen Netzwerken“</a> am 21. Juni 2011 dar. Verantwortlich f&#252;r dieses Fachforum ist <a href="http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/" target="_blank">StudiumDigitale</a> an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universit&#228;t. Der gesprochene Text wird von diesem geschriebenen Text zwar mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit abweichen, aber inhaltlich wird es eher weniger Abweichungen geben. </em></p>

<p><em>Das Fachforum bietet zehn Minuten Diskussionszeit. An dieser Stelle hier kann weiter diskutiert werden. Die Kommentare sind offen, f&#252;r Teilnehmende des Fachforums und alle, die etwas zu dieser Diskussion beitragen wollen.</em></p>

<p><em>Die Blogversion ist leicht bearbeitet. Stellen, an denen ich im Leseskript die Zuh&#246;renden direkt anspreche, sind hier in blogvertr&#228;gliche Sprache gebracht.</em></p>

<p><em>&#8212;-
</em></p>

<p>Vom Netz reden macht Angst, wenn man sich anschaut, was mit dem Inhalt von Netzen geschieht, nachdem Fischer sie an Bord geholt haben.</p>

<p>oder</p>

<p>Spinnen haben Netze. Bist du Spinne oder klebst du an den F&#228;den?</p>

<p>Netze sind daf&#252;r da, um etwas zu beinhalten,
seien es Fische,
das Insekt, an dem die Spinne sich gleich laben wird,
seien es Benutzerdaten,
die <del>Hacker</del> Cracker abgreifen und missbrauchen…</p>

<p>Netze und damit meine ich auch das Internet, sind eben nicht,<span id="more-5993"></span> wie die Metapher scheinbar manchmal missverstanden wird, um ihrer selbst willen interessant. Es geht nicht nur um die Knotenpunkte, von denen ausgehend das Netz sich ausbreitet, zwischen denen Informationen hin und her flie&#223;en.</p>

<p>Soziale Vernetzungen sind keine inhaltsleeren Knoten und Verbindungslinien zwischen diesen Knoten, sondern immer von Inhalten gepr&#228;gt.</p>

<p>Eine solche soziale Vernetzung ist die Voraussetzung jeglichen Lernens. Und es gibt sie seit Menschengedenken.</p>

<p>Kinder lernen in sozialen Netzen sprechen, gehen, werden sozialisiert.
Schule ist schon an sich immer ein soziales System, also eine vernetzte Struktur. Die Universit&#228;t, die Arbeitswelt, Fortbildungen… &#220;berall arbeiten wir vernetzt. Das ist schon lange so. Das war auch ohne Internet schon so. Und dennoch ist mit dem Internet nicht nur technisch, sondern auch qualitativ etwas Neues hinzu gekommen.</p>

<p>Dieses Neue fasse ich versuchsweise in drei Begriffe zusammen:</p>

<ul>
    <li>Weltoffenheit des Zugangs</li>
    <li>Zeitautonomie der Zugreifenden</li>
    <li>Kompetenzen- statt Zertifikatsorientierung</li>
</ul>

<p>Die Infrastruktur dieses vernetzten Lernens ist offen und dezentral. Mit allen Vor- und Nachteilen, die eine solche Struktur mit sich bringt.</p>

<p>Die Inhalte dieses vernetzten Lernens sind potentiell ebenso offen und dezentral. Auch das hat Vor- und Nachteile. Deshalb trifft man auch immer wieder auf Lernplattform, die geschlossen sind. Die nennen sich Lernmanagementsysteme. Genau genommen sind es aber Lern-Zugangs-Regulierungs- und Kontrollmechanismen.</p>

<p>Der offenen und dezentralen Infrastruktur wird die geschlossene und zentralisierte Zugangskontrolle zur Seite gestellt. Das kann sinnvoll sein. Das ist hier zun&#228;chst auch nur beschreibend gemeint. Und dennoch ist diese Zugangskontrolle gravierend, begrenzt sie doch Lernm&#246;glichkeiten auf bestimmte Zielgruppen, ohne dass der Mehrwert dieser Begrenzung in allen F&#228;llen nachvollziehbar ist.</p>

<p>Es handelt sich oft um formelle, mit Pr&#252;fungen und Zertifikaten, mit Modulen und Abschl&#252;ssen verbundene Lernformen, die so abgeschottet werden. Formelle Lernprozesse sind hierarchischer Natur. Sie finden in der Regel in geschlossenen, zugangsregulierten Systemen statt.</p>

<p>Und genau mit solchen Systemen bin ich als Lehrer, der sich als reflektierender Praktiker versteht, sehr schnell an die Grenzen dessen gesto&#223;en, was ich mir selbst an Fortbildung w&#252;nsche. Ich wollte nicht nur punktuell reflektieren und neuen Input bekommen. Das funktioniert in der Regel nur sehr reduziert und ist oft mit enormem Aufwand verbunden.</p>

<p>Es wird von Lehrern und Lehrerinnen erwartet, dass sie sich fortbilden. Das ist gut so. Es wird von Lehrern und Lehrenden erwartet, dass sie mit ihrem konkreten Unterricht so reflektiert umgehen k&#246;nnen, dass sie Rechenschaft &#252;ber den gehaltenen Unterricht ablegen k&#246;nnen. Auch das ist gut so.</p>

<p>Zwecks Fortbildung geht man dann zu Veranstaltungen, die einen oder auch mal mehrere Tage dauern, auf denen man vor allem Lehrern und Lehrerinnen begegnet. Vielleicht sind die Referenten externe Fachleute, aber im Grunde bleibt man bei diesen Fortbildungen unter sich. Die Perspektiven von z. B. Sch&#252;lern und Eltern, die f&#252;r den Beruf wichtig sind, bleiben au&#223;en vor.</p>

<p>Ein paar willk&#252;rlich aus dem aktuellen Fortbildungsangebot herausgenommene Titel:</p>

<blockquote>
<ul>
    <li>&#8220;SICHERHEIT IM UMGANG MIT GEWALTHANDLUNGEN&#8221; Gewaltpr&#228;vention an weiterf&#252;hrenden Schulen. Handlungsorientiertes Training f&#252;r Lehrerinnen und Lehrer auf der Basis &#8220;Konfrontativer P&#228;dagogik&#8221;. (f&#228;llt aus) – 110 Euro</li>
</ul>
<ul>
    <li>Einf&#252;hrung in die Personzentrierte Gespr&#228;chsf&#252;hrung &#8211; Teil 1 – 234 Euro</li>
</ul>
<ul>
    <li> Einf&#252;hrung in die Personzentrierte Gespr&#228;chsf&#252;hrung &#8211; Teil II – 234 Euro</li>
</ul>
<ul>
    <li>Elterngespr&#228;che: Das kleine Kunstwerk, Elterngespr&#228;che so zu f&#252;hren, dass sie auch ankommen. Kommunikation, Gespr&#228;chsf&#252;hrung, Umgang mit Konflikten – 120,00 €</li>
</ul>
</blockquote>

<p>Voraussetzung f&#252;r diese Fortbildungsangebote sind folgende:</p>

<ol>
    <li>Man muss sich an den Ort begeben, an dem die Fortbildung stattfindet.</li>
    <li>Man muss an dem Tag, an dem eine Fortbildung stattfindet frei haben oder beurlaubt werden.</li>
    <li>Viele der Fortbildungen kosten Geld. Es gibt einen Fortbildungsmarkt, der nat&#252;rlich auch dazu beitr&#228;gt, dass die Inhalte nicht netz&#246;ffentlich gemacht werden k&#246;nnen, weil man davon lebt, dass die Angebote formeller Natur sind, also oft mit Zerftifikaten enden, und somit hierarchisch strukturiert sein m&#252;ssen.</li>
</ol>

<p>Eine Garantie, dass eine gew&#228;hlte Fortbildung mich in meiner Handlungsf&#228;higkeit im Beruf weiterbringt, gibt es &#252;brigens nicht. Auch wenn das Zertifikat hundert Mal belegt, dass ich mich fortgebildet habe.</p>

<p>Was mich ins Internet brachte, dem ich durchaus auch kritisch gegen&#252;ber zu stehen meine, waren nicht die Themen von Fortbildungen. Es war nicht die Geschlossenheit formeller, hierarchischer Lernstrukturen, die mir nicht erlauben wollten, zu Zeiten zu lernen, zu denen mir das m&#246;glich ist, und auch Menschen beim Lernen zu begegnen, die vielleicht nicht zur eigenen Profession geh&#246;ren.</p>

<p>Was mich ins Internet brachte war schlicht und ergreifend der Mangel an angemessenen auf Computer bezogene Fortbildungen, die nicht bei der Erl&#228;uterung des Einloggens in einen Rechner begannen. Als ich im Jahr 2000 meine erste Website in m&#252;hevoller Kleinarbeit bastelte, hatte ich genau zwei Stunden Hinweise zu Grundlagen von einem Freund bekommen, der HTML schon konnte. Den Rest habe ich mir dann selbst zusammen gesucht. Zugang zum Internet und den notwendigen Ressourcen hatte ich ja.</p>

<p>Damals war ich noch auf dem Weg, Lehrer zu werden. Und mir war klar: Wenn ich mit dem Leitmedienwechsel in Richtung digitaler Medien nicht kompetent mitgehe, werde ich als Lehrer, angesichts von Jugendlichen, die selbstverst&#228;ndliche mit diesen Medien gro&#223; geworden sind, unter meinen M&#246;glichkeiten bleiben, wenn es um sch&#252;lerorientiertes Unterrichten geht.</p>

<p>Damit behaupte ich nicht, dass Jugendliche heute kompetent mit digitalen Medien umgehen k&#246;nnen. Damit sage ich nur: Ich als Lehrer erwartet von mir den kompetenten Umgang mit digitalen Medien, weil ich sonst eher wenig zum Kompetenzengewinn der Jugendlichen in diesem Zusammenhang beitragen kann.</p>

<p>Anders ausgedr&#252;ckt: Ich kam ins Internet, weil ich wissen wollte, wie das funktioniert. Und aus dem gleichen Grund kam ich in soziale „Mitmach“-Strukturen, auch wenn ich <a href="http://herrlarbig.de/2010/03/29/und-tschuess-facebook/" target="_blank">auf Facebook nicht vertreten</a> bin. Das hier aber nur am Rande.</p>

<p>Als dann Technologien zur Verf&#252;gung standen, die interaktive Webinhalte m&#246;glich machten, kam mir das sehr recht. Auch hier wollte ich urspr&#252;nglich vor allem wissen, wie das geht, was da m&#246;glich ist. Ich begann zu bloggen.</p>

<p>Es hat eine Weile gedauert, bis davon jemand etwas gemerkt hat. Aber dazu war ein weiterer Schritt n&#246;tig. Wie kann es jemandem, der nicht zu den f&#252;nf bis zehn bekannten deutschsprachigen Bloggern geh&#246;rt, gelingen, zumindest den einen oder anderen Leser zu gewinnen?</p>

<p>Diese Fragen stellte sich mir nicht, weil ich einen besonderen Ehrgeiz mit dem Bloggen verband, sondern weil ich wissen wollte, wie das alles funktioniert. Und wenn ich wissen will, wie etwas funktioniert, dann will ich etwas lernen. Und schon war ich im Fortbildungsprozess drinnen.</p>

<p>Die Antwort, wie man Leser f&#252;r einen Blog bzw. eine Website findet, meine ich heute zu wissen. Sie besteht aus mehreren Antworten:</p>

<ul>
    <li>Bringe Inhalte ins Blog, die deine Inhalte sind. Orientiere dich nicht daran, wie andere bloggen, denn das gibt es ja schon, sondern lege einfach drauf los.</li>
    <li>„Einfach drauf los“ bedeutet aber nicht, dass die Qualit&#228;t der Inhalte nicht stimmen m&#252;sste. Also: Bringe Inhalte ins Blog, die andere interessieren k&#246;nnen.</li>
</ul>

<p>Das alles bringt noch wenig, solange nicht einzelne Beitr&#228;ge in Suchmaschinen sehr weit oben angezeigt werden. Deshalb habe ich dar&#252;ber hinaus folgende Antwort gefunden:</p>

<ul>
    <li>Sei &#246;ffentlich im Web pr&#228;sent. Diese „&#246;ffentliche Pr&#228;senz“ gilt auch f&#252;r „social communities“ wie z. B. <a href="https://twitter.com/#!/herrlarbig" target="_blank">Twitter</a>. Zwar erlaubt Twitter, dass Botschaften nicht in der &#246;ffentlichen Zeitleiste erscheinen und nur f&#252;r zugelassene Personen lesbar sind, aber das Internet ist von seiner Infrastruktur her offen und dezentral. Entsprechend offen und dezentral gilt es dann auch das Internet zu nutzen.</li>
</ul>

<p>Im Prinzip, das habe ich in dieser fr&#252;hen Phase meiner Fortbildung im Internet gelernt, lebt das Internet davon, dass sich die Struktur seiner Infrastruktur in der Form des inhaltlichen Umgangs mit ihm widerspiegelt. Und damit ist der vierte Teil der Antwort auf die Frage verbunden, wie man Leser f&#252;r eine Website findet:</p>

<ul>
    <li>Sprich mit anderen Menschen im Internet. Kommentiere Blogbeitr&#228;ge, nutze Twitter, <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34996/1.html" target="_blank"><del>Facebook</del></a> und Co nicht alleine, um Links in die Welt zu senden, sondern sprich mit den Menschen, die dir dort begegnen. Und wenn dieser Punkt erreicht ist, man also Gespr&#228;che mit anderen f&#252;hrt, die sich f&#252;r &#228;hnliche Themen interessieren wie man selbst, dann kommt auch das Lernen im Internet, die Fortbildung, auf eine mehr und mehr inhaltliche Ebene.</li>
</ul>

<p>Zun&#228;chst einmal muss man lernen, wie das Netz, dass man verwenden will, funktioniert. Dann kann man es mit Inhalten f&#252;llen. Ein Fischernetz ist sinnlos, wenn ich nicht wei&#223;, welche Maschengr&#246;&#223;e f&#252;r welche Fische gebraucht wird. Ein Einkaufsnetz ist wenig hilfreich, wenn die Maschen so gro&#223; sind, dass die Butter raus f&#228;llt.</p>

<p>Und damit war die Basis f&#252;r andere Fortbildungsaktivit&#228;ten geschaffen, die sich „einfach so“ einstellten, weil der Dialog mit Menschen, die an Bildungsfragen interessiert sind, zu einem dauernden Dialog wurde, der nicht nur punktuell stattfindet, sondern st&#228;ndig.</p>

<p>Die Themen dieses Dialogs folgen keiner logischen Reihenfolge, sondern den Interessen der Aktiven. Und den anderen steht es frei, auf welches Thema sie aufspringen. Jeder und jede entscheidet f&#252;r sich, zu welchem Thema jemand was beitragen kann und ob es die Zeit gerade erlaubt.</p>

<p>Das bedeutet aber auch, dass die Selbstbestimmung im Rahmen dieser st&#228;ndig vorhandenen Fortbildungsm&#246;glichkeit steigt. Der sich fortbildende Bildungsinteressierte, wir nennen den online eher den Edu-Hacker oder auch den den Edu-Punk, wird autonomer: Er ist autonom beim Zugriff auf die Inhalte, er kann autonom &#252;ber die Zeit bestimmen, die er mit den Inhalten verbringen kann oder will und er orientiert sich an dem Gehalt dessen, was andere beizutragen haben und nicht an deren Zertifikaten.</p>

<p>Ein Beispiel aus der Praxis: Auf diesem Blog gibt es keine explizite Seite, auf der ich mich selbst vorstelle. Keine biographischen Daten, keine Angaben zur Ausbildung und zu den formalen Abschl&#252;ssen. Es ist zwar erkennbar, dass hier ein Lehrer bloggt, aber das war es dann auch schon. – Umgekehrt wei&#223; ich von vielen Leuten, mit denen ich online in Kontakt stehe und von denen ich schon einer &#252;berraschend gro&#223;en Zahl in real life begegnet bin, auch nicht, was so genau deren formale Abschl&#252;sse sind. Das ist auch uninteressant, denn an die Stelle des formalen Abschlusses tritt die Kompetenz im Umgang mit den Themen, der im Diskurs &#252;ber die unterschiedlichen Blogs vernetzt und auf Twitter zusammengef&#252;hrt stattfindet.</p>

<p>Formelle Lernprozesse, ich wiederhole das als Teil meiner Diskussionshypothese, sind hierarchischer Natur. Sie finden in geschlossenen, zugangsregulierten Systemen statt, in denen die Rollen und das Rollenverhalten der an Bildungsprozessen Beteiligten festgelegt sind.</p>

<p>Das m&#252;ssen zum Beispiel Professoren erfahren, die nicht immer entspannt damit umgehen k&#246;nnen, wie in offenen, informellen Lernprozessen, zum Teil live via Twitter, ein Vortrag kommentiert wird. Denn die Teilnehmer in sozialen Netzwerken, die in keiner formellen, pr&#252;fungsorientierten, hierarchischen Beziehung zu dem Professor stehen, sagen das, was Studenten in Vorlesungen h&#246;chstens denken.</p>

<p>Informelles Lernen, das qualitativ oft &#252;berraschend hochwertige Diskussions- und damit auch Lernprozesse lostritt, findet in sozialen Netzwerken statt. Soziale Netzwerke sind in der Regel „offen“. Sie haben zumindest eine niedrigschwellige Zugangsregulierung, wenn eine solche Regulierung &#252;berhaupt betrieben wird.</p>

<p>Das Lernen in sozialen Netzwerken &#246;ffnet Lernprozesse auf eine &#214;ffentlichkeit hin, was „klassischen“ Bildungsprozessen fremd ist. In formellen Zusammenh&#228;ngen hat nicht jeder Teilnehmer am Bildungsprozess einen Blog, einen Twitter-Account, vielleicht noch eine Pr&#228;senz bei Facebook. Der <a href="http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/events/va/fachforum_sn/index.html" target="_blank">Ank&#252;ndigungstext des Fachforums „Lernen in sozialen Netzwerken“</a> formuliert das treffend so:</p>

<blockquote>„W&#228;hrend die Vernetzung in den so genannten Social Communities f&#252;r viele Menschen zur Selbstverst&#228;ndlichkeit geworden ist, wagen sich Hochschulen und Bildungseinrichtungen nur langsam an die Einbeziehung solcher Netzwerke in ihre Bildungsprozesse heran.“</blockquote>

<p>Diese Zur&#252;ckhaltung gegen&#252;ber der Einbeziehung solcher Netzwerke in formelle Bildungsprozesse ist strukturell bedingt.</p>

<p>Diese Strukturen zeigen sich auch dort, wo versucht wird, soziale Netzwerke auch im Kontext der je eigenen Institution formeller Bildung aufzubauen. Statt sich im Rahmen vorhandener Netzwerke, die global sind, zu vernetzen, bastelt man sich lieber sein eigenes Netzwerk und wundert sich dann vielleicht, warum Studenten oder auch Sch&#252;ler dieses Netzwerk eher zur&#252;ckhaltend nutzen: Warum soll ich ein internes Netzwerk nutzen, in dem ich mich mit dem Studenten aus dem Seminar vernetzen kann, wenn ich mich in offenen sozialen Netzwerken mit dem Studenten in Harvard oder am MIT oder in Z&#252;rich, M&#252;nchen, Oxford etc. vernetzen kann?</p>

<p>Warum soll ein Sch&#252;ler seine Ideen und Produkte nur schul&#246;ffentlich vorstellen? Warum soll ich als Lehrer meine Sachanalysen f&#252;r mich behalten, als ob es ein Geheimnis w&#228;re, was ich mir im Vorfeld von Unterricht an Gedanken &#252;ber die Inhalte des Unterrichts mache? Warum soll ich nicht mit Lehramtsstudenten auf Twitter Kontakt haben und so zur gr&#246;&#223;eren N&#228;he von Studium und Lehreralltag beitragen?</p>

<p>Warum soll ich dar&#252;ber jammern, dass all das nicht zertifiziert wird? Im Netz z&#228;hlt Kompetenz und nachvollziehbare Expertise, die sich durchaus von nachgewiesener Expertise unterscheiden kann, wie sich an verlorenen Doktortiteln im Augenblick sch&#246;n verfolgen l&#228;sst.</p>

<p>„Vernetztes Lernen und Lehrer-Fortbildung in sozialen Netzwerken“ bringt neben all den Lerneffekten noch ein paar Nebeneffekte mit sich, die hier noch kurz genannt werden sollen. Sie tragen einiges bei, um die Weite der Lernfelder noch zu vergr&#246;&#223;ern, die im Netz im Lauf der Zeit begangen werden:</p>

<ul>
    <li> Die &#214;ffentlichkeit f&#252;hrt dazu, dass ich nicht nur mit Lehrern zu tun habe. Nat&#252;rlich finden mit ihnen viele Diskussionen statt, aber eben auch mit Medienp&#228;dagogen, Professoren unterschiedlicher Fachrichtungen. Auf Twitter folgen mir Eltern und Sch&#252;ler, auf Twitter lese ich aber mit, was z. B. Sch&#252;ler dort ver&#246;ffentlichen. Manchmal werden die Direktnachrichten f&#252;r Beratungszwecke genutzt.</li>
</ul>

<ul>
    <li> Die &#214;ffentlichkeit produziert Aufmerksamkeit. Ohne meine Aktivit&#228;ten in sozialen Netzwerken w&#228;re weder bei einem <a href="http://www.ph-ludwigsburg.de/lernendurchlehren+M54a708de802.html" target="_blank">Studientag zur Methode „Lernen <del>und</del> durch Lehren“ in Ludwigsburg</a> gewesen, h&#228;tte ich die <a href="http://bildungsexpedition.de/" target="_blank">Bildungsexpedition rund um Christian Spannagel</a> nicht kennengelernt, w&#228;re ich nicht beim <a href="educamp.mixxt.de" target="_blank">EduCamp in Bremen</a> gewesen, w&#252;rde ich den n&#228;chsten Redner <a href="http://lernwolke.de" target="_blank">René Scheppler</a> nicht schon seit l&#228;ngerem bei seinen interessanten Projekten an der Schule beobachten k&#246;nnen, die ich sehr anregend finde, w&#252;rde ich nicht am von Studium-Digitale veranstalteten <a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/" target="_blank">OpenCourse2011 „Die Zukunft des Lernens“</a> teilnehmen, der wirklich neue Wege beschreitet.</li>
</ul>

<p>Und so merke ich am Ende, dass ich den Fischern und der Spinne zu Beginn meines Vortrages Unrecht getan habe:</p>

<p>Fischer benutzen Netze, weil der Inhalt sie und andere Menschen n&#228;hrt. Spinnen nutzen Netze, um Nahrung zu finden. In diesem Sinne kann ich mit der Netzmetapher dann am Ende doch gut leben, denn auch das Internet kann dazu beitragen, dass man im Lehreralltag kontinuierlich Nahrung findet, die dazu beitr&#228;gt, dass man wirklich ein reflektierender Praktiker wird, Nahrung, die im Austausch besteht, der sich nicht auf Lehrerzimmerthemen beschr&#228;nkt, weil man eben nicht an einer Schule ist.</p>

<p>Manche Nahrung bekomme ich sogar aus Nunavut, einer Inuitregion im Norden Canadas, von wo aus <a href="https://twitter.com/#!/nunavut_teacher" target="_blank">Brian Barry als Nunavut-Teacher</a> twittert. Und nat&#252;rlich hat auch Brian Barry einen <a href="http://nunavutteacher.blogspot.com/" target="_blank">Blog</a>…</p>

<p>Es zeichnet sich f&#252;r mich eine v&#246;llig neue, nicht formelle und entsprechend nicht &#252;ber klassische Zertifizierungssysteme abzudeckende Form des Lernens ab. Nicht, dass wir keine formelle Bildung mehr br&#228;uchten. Aber in der Fortbildung nach der Berufsausbildung oder dem Studium werden sich informelle Formen des Lernens heraus kristallisieren, die demokratisierend wirken, weil nicht mehr Zertifikate im Zentrum stehen, sondern die konkrete „Leistung“, die nachvollziehbare Kompetenz.</p>

<p>In diesem Rahmen selbst Kompetenzen zu erwerben, diese mit Inhalten zu f&#252;llen und das als Fortbildung anzusehen, halte ich durchaus f&#252;r angemessen. Wenn ich dann in Fortbildungen, im Unterricht und vor allem auch in informellen Gespr&#228;chen mit Kollegen, Kolleginnen und auch Sch&#252;lern etwas von diesem Wissen weitergeben kann, dann habe ich zwar kein Medienzertifikat, keinen Internetf&#252;hrerschein, keine Fakultas im nicht vorhandenen Fach „Internet“, aber ich bin Multiplikator dessen, was ich im Netz gelernt habe.</p>

<p>Es gibt nur eine Voraussetzung, um sich auf dieses Spiel im Netz einzulassen. Man muss selbst Lust aufs Spielen haben und die Scheu davor ablegen, dass einem andere bei diesem Spiel &#252;ber die Schulter schauen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2010/11/08/schueleraktivitaet-im-unterricht-die-affenmetapher/" rel="bookmark" title="8. November 2010">Sch&#252;leraktivit&#228;t im Unterricht: Die Affenmetapher</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/05/ldl-tag-in-ludwigsburg-1-vorbericht/" rel="bookmark" title="5. Mai 2009">LdL-Tag in Ludwigsburg (1. Vorbericht)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/31/schmoeker-schnipsel-nudin-der-wissbegierige-oder-die-langeweile-des-allwissens/" rel="bookmark" title="31. August 2008">Schm&#246;ker-Schnipsel – Nudin der Wissbegierige oder: Die Langeweile des »Allwissens«</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/21/lernen-bei-goethe/" rel="bookmark" title="21. August 2008">Lernen bei Goethe</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/26/herrn-larbigs-bibliothek-0-einfuehrung/" rel="bookmark" title="26. Oktober 2009">Herrn Larbigs Bibliothek 0: Einf&#252;hrung</a></li>
</ul>

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		<title>Die 8 besten (?) Werkzeuge des analogen Lernens und Lehrens</title>
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		<pubDate>Wed, 18 May 2011 21:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die einen fragen, was heute zu lernen sei und gehen damit wohltuend von den Tools des Lernens weg hin zu den Inhalten. Prima. An anderer Stelle geht es in einem Offenen Kurs (Open Course) um die Zukunft des Lernens und &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/05/18/die-8-besten-werkzeuge-des-analogen-lernens-und-lehrens/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die einen fragen, <a href="http://imgriff.com/2011/04/18/unsere-zukunft-was-wir-wirklich-lernen-muessen/" target="_blank">was heute zu lernen sei</a> und gehen damit wohltuend von den Tools des Lernens weg hin zu den Inhalten. Prima. </em></p>

<p><em>An anderer Stelle geht es in einem Offenen Kurs (Open Course) um die Zukunft des Lernens und in der dritten Woche, in der sich dieser Kurs nun befindet, geht es um die Tools des Lernens, mit denen dann gelernt werden soll, was zu lernen ist, <a href="http://blog.guykawasaki.com/2006/08/ten_things_to_l.html#axzz1MdqfZX7m" target="_blank">wie auch immer diese Inhalte / Kompetenzen dann n&#228;her definiert sind</a>. </em></p>

<p><em>Die &#220;berschrift der dritten Woche des Offenen Kurses zur »Zukunft des Lernen« lautet: »<a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/agenda/woche-3/" target="_blank">Von iPads, eBooks &amp; Virtual Classrooms. Lerntechnologien</a>«.</em></p>

<p><em>Die Selbstverst&#228;ndlichkeit, so sehr ich diese im Gesamtkontext dieses Kurses auch nachvollziehen kann und mich ihrer oft selbst bediene, mit der bei Lerntechnologien heute von digitalen Lerntechnologien gesprochen wird, erstaunt mich immer wieder.</em></p>

<p><em>Lernende lernen analog, unabh&#228;ngig davon, wie digital die zum Lernen genutzten Medien auch immer sein m&#246;gen. Der Lernprozess des individuellen Menschen findet nicht bin&#228;r statt, sondern in der komplexen Struktur des Gehirns und des ganzen K&#246;rpers.</em></p>

<p><em>Deshalb gibt es von mir an dieser Stelle keine Top-Ten-Liste der wunderbarsten digitalen Lernwerkzeuge, auch wenn ich eine solche erstellen k&#246;nnte, sondern – v&#246;llig unzeitgem&#228;&#223; – eine Liste analoger  <em>»Werkzeuge« des analogen Lernens und Lehrens. Die Reihenfolge ist zumindest nicht konsequent hierarchisch gemeint; die Liste ist bestimmt nicht vollst&#228;ndig und &#252;berhaupt vor allem eine Anregung zur Erweiterung der Diskussion. Die Zukunft des Lernens bringt neue Technologien mit sich. Sollen diese Technologien die analogen ersetzen? Wo k&#246;nnen sie das? Was k&#246;nnen sie nicht leisten? Wo sind analoge Werkzeuge vielleicht unabdingbar?</em></em></p>

<p><em><em>Wenn der offene Kurs <em>»<a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/" target="_blank">Die Zukunft des Lernens</a>« hei&#223;t, so halte ich eine Reduktion auf zuk&#252;nftige Lerntechnologien zu kurz gegriffen. </em></em></em></p>

<p><em><em><em>Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier nun zuspitze, &#252;bertreibe, provozieren will, denn ich wei&#223; sehr wohl, dass nicht alle meine &#196;u&#223;erungen in diesem Beitrag auf umfassende Gegenliebe sto&#223;en d&#252;rften. Aber dennoch: Ich finde, es lohnt, nicht nur von digitalen Tools zu sprechen (obwohl ich ja zum Beispiel hier genau ein solches nutze, um &#252;ber analoge Werkzeuge zu sprechen), sondern auch einmal zu fragen, welchen Wert und welchen Platz analoge Werkzeuge des Lernens in der <em><em><em>»Zukunft des Lernens« haben.</em></em></em></em></em></em></p>

<p><em><em><em><em><em><em>Also los…:</em></em></em></em></em></em></p>

<h2>Die Sinne (Sense Organs)</h2>

<p>Die Sinnesorgane des Menschen sind nach wie vor in der Regel analog, solange nicht digitale Prothesen zum Einsatz kommen. Sie sind f&#252;r Lernprozesse unerl&#228;sslich. Und damit sind nicht nur der H&#246;r- und Sehsinn gemeint, die auch bei digitalen Lernprozessen am Computer zum Einsatz kommen. Der Tastsinn kommt in digitalen Zusammenh&#228;ngen viel zu kurz. Will ich etwas &#252;ber B&#228;ume und W&#228;lder wissen, so muss ich Baumrinde sp&#252;ren k&#246;nnen, den Geruch des Waldes (zu unterschiedlichen Tages- / Jahreszeiten) einatmen. Will ich etwas &#252;ber (gesunde) Ern&#228;hrung wissen, dann f&#246;rdert der Einsatz des Geschmackssinnes dieses Lernen sehr. Lernen ist ein sinnlicher Prozess. Digitale Lernprozesse f&#252;hren oft zu einer Entsinnlichung des Lernens. Vielleicht sind deshalb zum Beispiel Videos von Vortr&#228;gen viel beliebter als reine Audiomitschnitte, obwohl der Informationsgehalt zur Sache identlisch ist.</p>

<h2>Lehrervortrag (Teachers Lecture)</h2>

<p>Ja, es gibt viel zu wenige Lehrende, die in der Lage sind, einen guten Lehrervortrag zu halten. Oder sind es doch die Bedingungen, die es unm&#246;glich machen, sich angemessen auf einen guten Lehrervortrag vorzubereiten, da in den meisten Lehr-Lern-Zusammenh&#228;ngen die zur Vorbereitung ben&#246;tigten Zeitfenster nicht gelassen werden?</p>

<p>Ja, es ist verdammt schwer, einen guten Lehrervortrag zu halten. Ja, es ist v&#246;llig unmodern, &#252;berhaupt davon zu sprechen, dass das mit dem Lehrervortrag eine tolle Sache ist. Und dennoch z&#228;hle ich den (gelungenen) Lehrervortrag zu den Top-Ten der Werkzeuge des analogen Lernens. Was aber ein gelungener Lehrervortrag ist, ist damit noch nicht gesagt:</p>

<ul>
    <li>Ein gelungener Lehrervortrag hat die Lernenden im Blick. Inhaltlich und sprachlich hat er sich an den F&#228;higkeiten der Lernenden zu orientieren und diese gleichzeitig zu erweitern.</li>
    <li>Ein gelungener Lehrervortrag f&#252;hrt zu einem Mitdenken der Lernenden.</li>
    <li>Ein gelungener Lehrervortrag f&#246;rdert Erkenntnisprozesse und die Lust an der Erkenntnis.</li>
    <li>Ein gelungener Lehrervortrag bef&#228;higt zu praktischem Handeln, leitet zu diesem &#252;ber, leitet von einem frontalen Lehr-Lern-Zusammenhang in andere Arbeitsformen &#252;ber, in denen ge&#252;bt wird, in denen Teilaspekte des »Inputs« vertieft, in denen »Output« entsteht und »Wissen« praktisch angewendet wird.</li>
</ul>

<blockquote>
<ul>
    <li>Anmerkung: Auch Vortr&#228;ge im universit&#228;ren Kontext und z. B. auch die <a href="http://www.ustream.tv/channel/opco11" target="_blank">Mittwoch-Live-Streams des #opco11</a> geh&#246;ren zu den Lehrervortr&#228;gen.</li>
</ul>
</blockquote>

<h2>Lernendenaktivit&#228;t (Activities of Learners)</h2>

<ul>
    <li>Es ist zun&#228;chst einmal kein Werkzeug, wenn Lernende eigenst&#228;ndig arbeiten, bei dieser Arbeit bedient man sich eher unterschiedlicher Werkzeuge – und die Frage, ob diese analog oder digital sind ist eine nachgelagerte Frage.</li>
    <li>Dennoch f&#252;hre ich die Eigenaktivit&#228;t Lernender hier unter den Werkzeugen auf, weil es sich dabei aus der Sicht des Lehrenden durchaus um ein »Instrument« handelt, das Lernen erm&#246;glicht. Und da ich hier von den besten analogen Werkzeugen des Lernens und Lehrens schreibe, hat diese Eigenaktivit&#228;t hier ihren Platz.</li>
    <li>Der Lehrende soll sich, sein Wissen und seine Erfahrungen den Lernenden nicht verweigern. Deshalb der eigene Unterpunkt zum »Lehrervortrag«. Ich habe an der Universit&#228;t selbst Veranstaltungen erlebt, in denen der Professor nur auftrat, wenn es darum ging, die Referate f&#252;r das Semester zu verteilen und in der letzten Sitzung eine Zusammenfassung der Veranstaltung zu versuchen. Dazwischen wurde in den »selbst verwalteten Lernprozess« der Studierenden selbst dann nicht eingegriffen, wenn gr&#246;bste Fehler in langweilgsten Referaten verbreitet wurden.</li>
    <li>Zu diesem Nicht-Verweigern des Lehrenden geh&#246;rt aber auch, dass er den Lernenden ihren Freiraum l&#228;sst, um sich selbst und die gewonnenen Kenntnisse auszuprobieren, um aus Kenntnissen Erkenntnisse werden zu lassen. Da es sich aber um <em>Lernenden</em>aktivit&#228;t handelt, begleitet der Lehrende diese wertsch&#228;tzend und kritisch. Das kann durchaus auch darauf hinaus laufen, dass eine Ergebnispr&#228;sentation, die oberfl&#228;chlich und ohne gro&#223;en Erkenntniswert ist, in der sich auch Beratungsversuche der Lehrenden nicht erfolgreich niedergeschlagen haben, entsprechend kritisch besprochen wird.</li>
    <li>Diese Freir&#228;ume, die durchaus gro&#223;z&#252;gig bemessen sein d&#252;rfen, m&#252;ssen nicht analog sein ( – es sei denn, es wird gerade der Umgang mit einem Sportger&#228;t oder &#228;hnliches gelernt).</li>
    <li>Diese Freir&#228;ume m&#252;ssen nicht digital sein ( – es sei denn, es wird gerade der Umgang mit digitalen sozialen Netzen oder &#228;hnliches gerlernt).</li>
</ul>

<h2>Kreidetafel (Blackboard)</h2>

<p>Stromunabh&#228;ngig und sofort zu Stundenbeginn einsatzbereit. Die einzige Voraussetzung ist, dass Kreide vorhanden ist. Entweder der Kreidevorrat wird zentral gepflegt oder aber man hat seine eigenen Vorr&#228;te dabei. Wenn aber Kreide vorhanden ist, ist die Tafel das flexibelste, am schnellsten verf&#252;gbare und alles in allem zuverl&#228;ssigste Instrument zur Darstellung von Gedanken, das in Klassenzimmern vorhanden ist. Mehrfarbigkeit des Tafelbildes ist mit farbiger Kreide schnell umsetzbar. Seit ihrer Einf&#252;hrung in Schulen im 19. Jahrhunderts als ausgereifte und auch in &#228;rmeren Regionen der Welt als Instrument zur Unterst&#252;tzung von Lernprozessen einsetzbar.</p>

<h2>Bibliothek (Library)</h2>

<ul>
    <li>Eine Gruppe Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler in einer Bibliothek reagiert eigentlich immer gleich, wenn die Jugendlichen nicht sofort an die Computer d&#252;rfen: Eigenst&#228;ndig werden B&#252;cher aus den Regalen genommen, durchgebl&#228;ttert und wenn etwas als interessant empfunden wird, wird das genauer gelesen und auch anderen vorgelesen. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen stellt die analoge Bibliothek einen Lernraum dar, der selbstt&#228;tige Lernprozesse f&#246;rdern kann. Wichtig ist dabei, dass es von Lehrern akzeptiert wird, dass dieses Lernen nicht in Gruppen stattfindet, sondern die Lernenden zumindest phasenweise auf deren eigene Interessen konzentriert sein l&#228;sst.</li>
    <li>Bemerkenswert: Die Bibliothek als »Lernwerkzeug« ist ein Ort! Auch wenn vielleicht nicht unbedingt ein klassisches Lernwerkzeug, so spielen die »Lernr&#228;ume« als »Spielr&#228;ume« gelingender Lern-und Bildungsprozesse eine wichtige Rolle.</li>
</ul>

<h2>Notizblock / Schulheft (Exercise Books)</h2>

<p>Sicherlich wird die Frage fr&#252;her oder sp&#228;ter auftauchen, ob mobile Tablet-Computer analoge Formen des Notierens und &#220;bens nicht &#252;berfl&#252;ssig machen, aber da es hier nun einmal um analoge Werkzeuge des Lernens geht, geht es ohne das Schulheft und den Notizblock nicht. Dieses Instrument hat &#228;hnliche Vorteile wie die Kreidetafel. Und da im neuen Kerncurriculum f&#252;r das Fach Deutsch in Hessen unter anderem die f&#252;r andere lesbare Handschrift als Kompetenz aufgenommen wurde, gehe ich nicht davon aus, dass die Handschrift in absehbarer Zeit aus der Schule verschwinden wird. Handschriftliches Erarbeiten von Wissen, die h&#228;ndische Aneignung von Fertigkeiten und Kompetenzen, das Erlernen des Handwerks in den einzelnen F&#228;chern und auch f&#228;cher&#252;bergreifend, ist nach wie vor wichtig und zwar schon alleine, weil unser Gehirn auf eine solche »analoge« Weise lernt.</p>

<h2>Stifte (Pen / Pencil)</h2>

<ul>
    <li>Ganz ehrlich: Wenn ich Bilder von manchen meiner Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler sehe, die mit viel Hingabe gemalt wurden, dann wei&#223; ich um den Wert von Stifen; wenn ich Texte lese, die mit der Handschrift auch etwas von der Person widerspiegeln, die diese Handschrift nutzt, dann mag das Lesen manchmal schwer sein, aber gerade dieses nicht glatte, nicht einfach &#252;berfliegbare der Texte hebt noch einmal hervor, dass wir es mit Pers&#246;nlichkeiten zu tun haben. Im Internet und in Zusammenh&#228;ngen, in denen es nur noch genormte Druckbuchstabenschriften gibt, geht diese Seite des Pers&#246;nlichen oft verloren.</li>
    <li>Wenn ich mir schnell &#220;bersicht &#252;ber einen Gedankengang verschaffen will, benutze ich nach wie vor Papier und Stifte zum Anfertigen von Notizen, Skizeen etc. – Das geht zwar alles auch auf dem Computer, aber wenn ich etwas wirklich lernen will, brauche ich immer wieder auch einfach mein analoges Werkzeug.</li>
</ul>

<h2>Overheadprojektor (Overhead Projector)</h2>

<p>Ich hatte mal eine Lehrerin, die malte wirkliche Tafel<em>bilder</em> – sie muss an den Tagen vor dem Unterricht richtig lange an der Tafel gestanden haben, um ihre Tafel<em>bilder</em> zu zeichnen, was nur ging, weil es sich um einen Lehrgang au&#223;erhalb der Schule handelte, bei dem sicher war, dass das Tafelbild am n&#228;chsten Tag auch noch da sein w&#252;rde. Und &#228;hnlich hochwertige, handgefertigte Zeichnungen zur Verdeutlichung von Zusammenh&#228;ngen brachte diese Lehrerin auf Folien unter. Nie zuvor und nie danach habe ich solch k&#252;nstlerisch spannenden, &#228;sthetisch ansprechenden Lehrmaterialien gesehen, wie bei dieser Sprachlehrerin.</p>

<p>Klar, heutzutage entstehen die meisten Folien unter Benutzung digitaler Technologie, wenn sie nicht direkt mit einer digitalen Pr&#228;sentation und Beamer ersetzt werden. Und doch haben Folien nach wie vor auch in analoger, handbeschrifter Form einen m&#246;glichen Platz im Unterricht: So k&#246;nnen per Folien »Tafelbilder« entstehen, die dauerhafter aufbewahrt werden k&#246;nnen und wieder einsetzbar sind. Der Mehrwert gegen&#252;ber per Computer generierten »Folien« besteht darin, dass wirklich die &#228;sthetische Erfahrung der Handschriftlichkeit, des analogen Schaubildes erreicht werden, auch wenn Lehrende oder Lernende nicht die genialen Zeichner sind.</p>

<p>Auch wenn der Computer in Kombination mit dem Beamer einen ad&#228;quaten Ersatz f&#252;r den Overheadprojektor (OHP) darstellt: Analog erstellte Folien haben oft eine sehr pers&#246;nliche, unverwechselbare Note, die genau auf einen Lehrenden verweist. Diese Option sollten wir uns (zumindest hin und wieder) einfach nicht entgehen lassen, denn das au&#223;ergew&#246;hnliche pr&#228;gt sich ein, f&#246;rdert den Lernprozess. Digital erstellte Materialien sind manchmal so »aalglatt« und uniform gestaltet, dass sie das Lernen zumindest nicht durch »pers&#246;nliche Noten« f&#246;rdern.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/21/lernen-bei-goethe/" rel="bookmark" title="21. August 2008">Lernen bei Goethe</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/05/ldl-tag-in-ludwigsburg-1-vorbericht/" rel="bookmark" title="5. Mai 2009">LdL-Tag in Ludwigsburg (1. Vorbericht)</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/05/03/thesen-zur-zukunft-des-lernens-opco11/" rel="bookmark" title="3. Mai 2011">Thesen zur Zukunft des Lernens ( #opco11 )</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/17/lernraume-fur-kinder-ohne-raum-zum-lernen/" rel="bookmark" title="17. M&#228;rz 2011">Lernr&#228;ume f&#252;r Kinder ohne Raum zum Lernen</a></li>
</ul>

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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 20:31:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier ein paar Thesen zur Zukunft des Lernens. Sie werden an dieser Stelle nur als Thesen genannt und nicht n&#228;her erl&#228;utert. Entsprechend pointiert klingen sie zum Teil vielleicht. In ihrer „Undifferenziertheit“ sollen sie zur Diskussion einladen. Am Ende dieser Thesen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/05/03/thesen-zur-zukunft-des-lernens-opco11/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier ein paar Thesen zur Zukunft des Lernens. Sie werden an dieser Stelle nur als Thesen genannt und nicht n&#228;her erl&#228;utert. Entsprechend pointiert klingen sie zum Teil vielleicht. In ihrer „Undifferenziertheit“ sollen sie zur Diskussion einladen.</p>

<p>Am Ende dieser Thesen versuche ich eine erste vorl&#228;ufige &#220;berlegung zu der Frage zu formulieren, <a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/open-course-2011/agenda/lern-und-bildungs-visionen-warum-sich-etwas-verandern-muss/" target="_blank">Warum sich etwas ver&#228;ndern muss. </a>Ich werde f&#252;r mich die Frage nach der Basis von <a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/open-course-2011/agenda/lern-und-bildungs-visionen-warum-sich-etwas-verandern-muss/" target="_blank">Lern- und Bildungsvisionen</a> stellen.</p>

<p>Dieser Artikel ist eine kleine Einsicht in meine Ideensammlung: Wor&#252;ber lohnt es sich vielleicht mal in Form eines (bislang noch nicht geschriebenen) Blogartikels nachzudenken:</p>

<ul>
    <li><em>Die Zukunft des Lernens ist seine Vergangenheit und Gegenwart</em>: Lernen ist ein (hirn)physiologischer Prozess, der analog abl&#228;uft und heute genau so funktioniert, wie er vor hundert oder tausend Jahren funktioniert hat und auch noch in hundert Jahren funktionieren wird, wenn es nicht zu einer Mensch-Maschineverbindung kommt, in deren Rahmen z. B. Chips mit dem Gehirn gekoppelt werden.</li>
</ul>

<ul>
    <li><em>In der Ausbildung von professionellen Lernprozessbegleitern und -begleiterinnen wird mehr und mehr auf Praxisanteile in der Ausbildung (dem Studium) Wert gelegt (werden)</em>. Ist Lernpsychologie (z. B. in Lehramtsstudieng&#228;ngen) schon heute kaum Teil der professionelle Ausbildung, so ist zu bef&#252;rchten, dass sie auch zuk&#252;nftig nur in Form von Lernprozessbegleitungsrezepten eine Rolle spielen und nicht soweit in die Ausbildung integriert wird, dass Lernprozessbegleiter und -begleiterinnen ihre Praxis &#252;ber Rezeptbuchwissen hinaus, also wissenschaftlich und mit umfassenden theoretischen Kenntnissen versehen, werden reflektieren k&#246;nnen.</li>
</ul>

<ul>
    <li><em>Die Zukunft des Lernens ist mit starken Ver&#228;nderungen im Bereich der Methodik verbunden</em>, die den Prozess des Lernens optimal unterst&#252;tzen soll. Diese Methodik ver&#228;ndert nicht das Lernen im biologischen Sinne, sondern soll dieses optimiert unterst&#252;tzen. Die Zukunft des Lernens besteht also darin, die Erkenntnisse der Lernforschung, die heute oft mit der Gehirnforschung (Hirnphysiologie) verbunden ist, optimal zu nutzen, um den gew&#252;nschten Lernerfolg optimiert erreichen zu k&#246;nnen. <em>Die Zukunft des Lernens l&#228;uft auf Lernprozessoptimierungen hinaus.</em></li>
</ul>

<ul>
    <li><em>Die Zukunft des Lernens ist mit einer Ver&#228;nderung bei den eingesetzten Medien verbunden.</em> Es wird zu einer deutlichen Verschiebung des Verh&#228;ltnisses von analogen und digitalen Informationstr&#228;gern in Lernprozessen kommen.</li>
</ul>

<ul>
    <li><em>Die Diskussion um das Lernen und die Bildung ist eine vor allem materialistische Diskussion</em> (geworden), da der Bildungsbegriff seine Bedeutung mehr und mehr in Richtung &#246;konomischer N&#252;tzlichkeit verschoben bekommen hat. Lernprozessoptimierung bedeutet auch, dass die Funktionsf&#228;higkeit von Menschen in &#246;konomischen Prozessen erh&#246;ht werden soll.</li>
</ul>

<ul>
    <li><em>Idealistische Bildungsbegriffe werden auf absehbare Zeit weiterhin als zunehmend exotische „Tr&#228;umereien“ gesehen</em> und solange akzeptiert werden, wie sie gesellschaftliche Reproduktionsprozesse nicht relevant kritisch zu hinterfragen und zu gestalten beginnen.</li>
</ul>

<ul>
    <li><em>Der leichte Zugang zu Ressourcen des Wissens in digitalen Kontexten, wird die Rolle des Wissens in Lernprozessen ver&#228;ndern.</em></li>
</ul>

<ul>
    <li><em>Der leichte Zugang zu Ressourcen des Wissens in digitalen Kontexten wird den Umgang mit Wissen in Lernprozessen ver&#228;ndern.</em></li>
</ul>

<p>Die Diskussion um die Zukunft des Lernens ist, so mein Resumee an dieser Stelle, eher eine Diskussion um die Zukunft von Lernmitteln, Lerninstrumenten und somit der Methodik des Lernens.</p>

<p>Es stellt sich nach wie vor die Frage (Antworten beginnen sich erst langsam abzuzeichnen), wie digitale Vernetzung und die damit verbundenen Medien den Prozess des Lernens mit pr&#228;gen werden / sollen.</p>

<p>In der gegenw&#228;rtigen Diskussion scheint es Konsens, dass sich in der Bildungslandschaft etwas ver&#228;ndern m&#252;sse, weil gegenw&#228;rtige Lernkontexte nicht den Strukturen entsprechen, die lernpsychologisch und hirnphysiologisch als optimal angesehen werden. Es muss sich etwas ver&#228;ndern, weil Ziele von Bildung nicht mehr erreicht werden.</p>

<p>Gleichzeitig muss mit diesem Konsens eine Debatte einhergehen, worin diese Ziele von Bildung bestehen.</p>

<p>Lebensgl&#252;ck ist nicht nur eine Frage von Kompetenzen, sondern dar&#252;ber hinaus zentral von Haltungen, vom Selbstbild und von &#220;berzeugungen abh&#228;ngig.</p>

<p>Die Fragen, was Lernen sei und wie sich Bildung zeigt, wird in heutigen Diskussionsprozessen oft ausgeblendet.</p>

<p>Viele Diskussionen um das Lernen scheinen mir heute eher technokratischer Natur zu sein: Welche (selbstverst&#228;ndlich digitalen) Medien setzen wir wie ein?</p>

<p>Viele Diskussionen um die Zukunft des Lernens neigen heute dazu, den an ihnen beteiligten Personen im Rahmen eines „heimlichen Lehrplanes“ vor allem Technologien nahe zu bringen und diese methodisch auf die Nutzbarkeit in Lernprozessen hin anzuwenden.</p>

<p>Eine solche Ann&#228;herung an konkrete Methoden und Technologien finde ich spannend und notwendig, solange klar ist, dass die Nutzung digitaler Technologien selbst nur ein Teil des mit ihnen m&#246;glichen Lernprozesses ist, ja, dass das Erlernen der M&#246;glichkeiten, die solche Technologien bieten, selbst ein enormer Lernprozess ist, der zun&#228;chst geleistet werden muss, bevor das Medium nicht mehr das zentrale Thema des Lernprozesses ist.</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/17/lernraume-fur-kinder-ohne-raum-zum-lernen/" rel="bookmark" title="17. M&#228;rz 2011">Lernr&#228;ume f&#252;r Kinder ohne Raum zum Lernen</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/03/schulen-als-treibhaeuser-der-zukunft/" rel="bookmark" title="3. Mai 2009">Schulen als Treibh&#228;user der Zukunft</a></li>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/03/01/was-ist-bildung-ein-vorschlag/" rel="bookmark" title="1. M&#228;rz 2010">Was ist Bildung? Ein Vorschlag</a></li>
</ul>

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	</item>
		<item>
		<title>OpenCourse 2011 – Zukunft des Lernens #opco11</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2011/05/02/opencourse-2011-zukunft-des-lernens-opco11/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2011/05/02/opencourse-2011-zukunft-des-lernens-opco11/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 May 2011 21:16:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vom 2. Mai bis zum 17. Juli brummen die Gehirne, wird ein Netz ausgeworfen, steht (mal wieder) die Zukunft des Lernens im Zentrum. Und schon wieder ein Lernformat, das verspricht, anders zu sein. Gerade noch war ich auf einem Barcamp, &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/05/02/opencourse-2011-zukunft-des-lernens-opco11/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 2. Mai bis zum 17. Juli brummen die Gehirne, wird ein Netz ausgeworfen, steht (mal wieder) die Zukunft des Lernens im Zentrum.</p>

<p>Und schon wieder ein Lernformat, das verspricht, anders zu sein. Gerade noch war ich auf einem <a href="http://herrlarbig.de/category/educamp-2/" target="_blank">Barcamp</a>, schon stolperte ich &#252;ber <a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/" target="_blank">eine weitere Fortbildung</a>, die versucht, anders zu arbeiten, als bislang weit verbreitet.</p>

<p>Die erste Woche dieser Fortbildung &#246;ffnet den Horizont auf die Frage:</p>

<blockquote><a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/open-course-2011/agenda/lern-und-bildungs-visionen-warum-sich-etwas-verandern-muss/" target="_blank">Warum sich etwas ver&#228;ndern muss.
Lern- und Bildungsvisionen</a></blockquote>

<p>Darum wird es gehen. Lern- und Bildungsvisionen nicht nur zum Thema machen, sondern, ich glaube, dass die Zeit daf&#252;r reif ist, das, was viele sowieso schon tun, n&#228;mlich vernetzt im Austausch und damit in Fortbildungsprozessen zu stehen, mal in einem organisierten Rahmen zu tun. Sch&#246;n, dass es da ein paar Leute gibt, die mit Vorschl&#228;gen und einer gewissen Struktur voran gehen.</p>

<p>In den n&#228;chsten Wochen wird hier im Blog dieser Offene Kurs (OpenCourse 2011 – Zukunft des Lernens) so viel Aufmerksamkeit bekommen, wie ich in meiner Freizeit aufzubringen in der Lage bin. Und ich hoffe, dass wir in diesem Experiment vernetzten Lernens nicht nur &#252;ber die Zukunft des Lernens in den Austausch treten, sondern selbst uns schon ein wenig als Teil dieser Zukunft des Lernens verstehen.</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2011/05/03/thesen-zur-zukunft-des-lernens-opco11/" rel="bookmark" title="3. Mai 2011">Thesen zur Zukunft des Lernens ( #opco11 )</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/03/17/lernraume-fur-kinder-ohne-raum-zum-lernen/" rel="bookmark" title="17. M&#228;rz 2011">Lernr&#228;ume f&#252;r Kinder ohne Raum zum Lernen</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/06/20/vernetztes-lernen-und-lehrer-fortbildung-in-sozialen-netzwerken/" rel="bookmark" title="20. Juni 2011">Vernetztes Lernen und Lehrer-Fortbildung in sozialen Netzwerken</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/" rel="bookmark" title="21. April 2011">Die Macht der Sprache</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/07/28/herrn-larbigs-bibliothek-10-tino-hanekamp-so-was-von-da/" rel="bookmark" title="28. Juli 2011">Herrn Larbigs Bibliothek 10 – Tino Hanekamp: So was von da</a></li>
</ul>

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		<title>Die Macht der Sprache</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 22:12:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich finde, die Bedeutung des reflektierenden Schreibens und Sprechens wird oft v&#246;llig untersch&#228;tzt. Anders kann ich mir nicht erkl&#228;ren, wie h&#228;ufig das „Tun“ dem „Denken“ gegen&#252;bergestellt, entgegen gesetzt wird. Und sp&#228;testens wenn ein Denkprozess zu einer kritischen (Kritik bedeutet &#252;brigens &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/04/21/die-macht-der-sprache/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde, die Bedeutung des reflektierenden Schreibens und Sprechens wird oft v&#246;llig untersch&#228;tzt.</p>

<p style="text-align: left;">Anders kann ich mir nicht erkl&#228;ren, wie h&#228;ufig das „Tun“ dem „Denken“ gegen&#252;bergestellt, entgegen gesetzt wird. Und sp&#228;testens wenn ein Denkprozess zu einer kritischen (Kritik bedeutet &#252;brigens <span id="more-5966"></span>nicht „negative Kritik“, sondern Differenzierung eines Sachverhaltes) Position gelangt, holt mit Sicherheit jemand die Praxiskeule hervor. „Wenn dir das nicht gef&#228;llt“, wird dann gesagt, „dann tu doch was dagegen“. – Als ob die Sprachhhandlung der Kritik nicht schon ein Tun w&#228;re!</p>

<p>Ich wei&#223; nat&#252;rlich, was gemeint ist, wenn Praxis eingeklagt wird. (Na, dann gr&#252;nde doch einen Verein.) Dabei wird aber untersch&#228;tzt, dass bereits die sprachliche &#196;u&#223;erung eine Handlung ist.</p>

<p>Fr&#252;her war (kaum etwas besser, aber) weit bekannter als heute, dass das Kennen eines Namens Macht &#252;ber das Benannte bedeutet. („Ach wie gut, dass keiner wei&#223;, dass ich Rumpelstilzchen hei&#223;.“) Nicht nur in M&#228;rchen, sondern auch in religi&#246;sen Zusammenh&#228;ngen (D&#228;mon, wie hei&#223;t du?) wird dieser Zusammenhang immer wieder benannt.</p>

<p>Wo immer wir heute auf Unbekanntes sto&#223;en, ist es oft zun&#228;chst die Suche nach einer Sprache f&#252;r ein Ph&#228;nomen, die uns umtreibt. Deshalb ist die Frage, wer Begriffe wie definiert oft so bedeutend.</p>

<p>Wer ein Ph&#228;nomen benennt, kann dies auch wertend tun. In der Werbung, der Politik und interessanterweise auch in der Wissenschaft gibt es f&#252;r diese Frage nach der „Definitionsmacht“ reichlich Beispiele.</p>

<p>Ja. Es ist Macht &#252;ber etwas, die jemand hat, der etwas definiert.</p>

<p>In moderner, sprichw&#246;rtlicher Ausdrucksweise: „Wissen ist Macht.“ In sprachlicher Hinsicht ist das tats&#228;chlich genau so.</p>

<p>Wissen bedeutet aber in vielen F&#228;llen, &#252;ber die entsprechende (Fach)Sprache verf&#252;gen zu k&#246;nnen. Mathematische Formeln, die F&#228;higkeit, wissenschaftliche Experimente zu verstehen und darstellen zu k&#246;nnen etc. verstehe ich hier als eine Form der (Fach)Sprache.</p>

<p>Um so erstaunlicher ist es, wie oft auf sprachliche Reflexionshandlungen die Aufforderung folgt, man m&#246;ge dann doch bitte etwas tun, wenn schon die sprachliche Erfassung eines Problems erfolge.</p>

<p>Es wird immer wieder unterstellt, sich der Sprache zu bedienen sei keine Handlung. Was f&#252;r ein Irrtum. – Jede Reaktion auf einen Text zeigt ja schon, dass man etwas getan hat. Auf Nichtstun (das es &#252;brigens genau genommen gar nicht gibt) kann man nicht reagieren.</p>

<p>Weil aber Sprache so viel m&#228;chtiger ist, als es heute oft angenommen wird, hat Sprache und die F&#228;higkeit, sich ihrer zu bedienen, im Zusammenhang mit demokratischer Teilhabe, ein sehr gro&#223;es Gewicht.</p>

<p>Aus diesem Grunde ist sprachliche Bildung von zentraler Bedeutung f&#252;r die Entwicklung des Individuums.</p>

<p>Sprache bedeutet n&#228;mlich nicht nur, dass man der Welt m&#228;chtig wird. Sprache spielt auch im Prozess der Pers&#246;nlichkeitsentwicklung eine entscheidende Rolle.</p>

<p>Das wird sp&#228;testens dann nachvollziehbar, wenn ein Mensch psychotherapeutische Unterst&#252;tzung sucht, weil er sich selbst nicht mehr versteht und seiner selbst (wieder) m&#228;chtiger werden will.</p>

<p>In den meisten Therapien spielt die Sprachfindung eine zentrale Rolle, die dazu verhilft, das eigene Ich wieder benennen zu k&#246;nnen und somit ihm gegen&#252;ber „Macht“ zu gewinnen, hat einen doch dieser Machtverlust &#252;ber sich selbst wom&#246;glich gen&#246;tigt, sich Unterst&#252;tzung zu holen.</p>

<p>Es ist also wichtig, Menschen zu einem m&#246;glichst gro&#223;en, differenzierten Wortschatz hin zu begleiten, um ihnen neben der demokratische Teilhabe auch im Prozess der Identit&#228;tsfindung unterst&#252;tzend zur Seite zu stehen.</p>

<p>Entsprechend bedeutet das f&#252;r alle, die solche Identit&#228;tsfindungsprozesse begleiten, dass sie selbst der Sprache m&#228;chtig sein m&#252;ssen.</p>

<p>Dabei gilt, dass man sich eben nicht immer an das Sprachniveau von z. B. Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen anpasst, sondern auch, dass man dieses gezielt weiter entwickelt.</p>

<p>Sprache ist nicht nur handlungsrelevant, Sprache selbst ist ein Tun.</p>

<p>Entsprechend gilt es, die Sprachentwicklung (bei jeder Altersgruppe) in den Vordergrund zu stellen.</p>

<p>Das Ziel dabei ist, Menschen (sprachlich) so autonom zu machen, wie das m&#246;glich ist. – Und vor jedem Verein, vor jeder Kritik steht diese Autonomit&#228;t. Sie wird bis heute viel zu selten erreicht. Doch gerade dies sollte Erzieherinnen, Erzieher, Lehrer, Lehrerinnen und alle, die mit der Ich-Werdung von Menschen betraut sind, nicht davon abhalten, genau dieses sprachliche Ziel st&#228;ndig vor Ohren zu haben und auf reiche Wortsch&#228;tze der Individuen hin zu arbeiten.</p>

<p style="text-align: center;"><object width="560" height="349"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/Hzgzim5m7oU?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="349" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/Hzgzim5m7oU?fs=1&amp;hl=de_DE" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>

<p style="text-align: center;"><object width="560" height="349"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/9_tCtvmAm4M?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="349" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/9_tCtvmAm4M?fs=1&amp;hl=de_DE" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>

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		<title>Die Sprache der „Digitalen Gesellschaft“ (Eine Kritik #digiges @digiges)</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 22:22:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kann ein Verein, dem es um Freiheitsrechte in der Netzgesellschaft geht, einen Pr&#228;sidenten haben? – Wenn heise.de den Selbstanspruch Markus Beckedahls richtig wiedergibt, dann scheint es Leute zu geben, die der Meinung sind, dass das kein Problem ist. Dort hei&#223;t &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/04/16/die-sprache-der-digitalen-gesellschaft-eine-kritik-digiges-digiges/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kann ein Verein, dem es um Freiheitsrechte in der Netzgesellschaft geht, einen Pr&#228;sidenten haben? – Wenn heise.de den Selbstanspruch Markus Beckedahls richtig wiedergibt, dann scheint es Leute zu geben, die der Meinung sind, dass das kein Problem ist. <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Digitale-Gesellschaft-Eine-Lobby-fuer-Nutzerrechte-in-der-digitalen-Welt-1226926.html" target="_blank">Dort hei&#223;t es</a>:</p>

<blockquote>„Markus Beckedahl, Gr&#252;nder von <a rel="external" href="http://www.netzpolitik.org/" target="_blank">netzpolitik.org</a> und Pr&#228;sident von &#8220;Digitale Gesellschaft&#8221;”</blockquote>

<p>Der Verein ist noch in Gr&#252;ndung und hat schon einen Pr&#228;sidenten? Das hat mich irritiert, wie manch andere sprachliche Wendung, auf die ich im Umfeld dieses Vereins in Gr&#252;ndung gesto&#223;en bin und die ich hier (sprach)kritisch in den Blick nehmen will.<span id="more-5959"></span></p>

<p>Im dem <a href="http://digitalegesellschaft.de/2011/04/wir-sind-die-digitale-gesellschaft/" target="_blank">Blog von „Digitale Gesellschaft“</a> gibt es einen Beitrag mit dem Titel „Wir sind die digitale Gesellschaft“. Diese „Wir“ ist einladend. In diesem „Wir“ steckt ein „Wir beteiligen uns an der Gestaltung dieser Gesellschaft, wir denken mit, wir streiten um die Freiheitsrechte in dieser Gesellschaft.“</p>

<p>Wunderbar, dachte ich, und suchte nach dem Ort, an dem sich dieses „Wir“ artikulieren kann. Da gibt es die Kommentare auf der Website. Und es gibt die Seite, die zum „Mitmachen“ einl&#228;dt. Super, dachte ich. Los. Dort aber fand ich nur die<a href="http://digitalegesellschaft.de/unterstuetzen/" target="_blank"> Bitte um Unterst&#252;tzung beim Aufbau von Strukturen</a>. Einen Raum zur Unterst&#252;tzung des Aufbaus von Ideen und einer Zielrichtung gibt es dort bislang nicht.</p>

<p>Und wenn man dann auf die <a href="http://digitalegesellschaft.de/mitmachen" target="_blank">Mitmachseite</a> kommt, werden Leute gesucht, die Content umsetzen k&#246;nnen, aber keine, die auf inhaltlicher Seite mitdenken.</p>

<p>Wenn man diesen formalen Schw&#228;chen der Website, die so gar nicht zu einem Verein passen wollen, der Freiheitsrechte verteidigt, n&#228;her nachgeht, st&#246;&#223;t man auf die <a href="http://www.netzpolitik.org/2011/digitale-gesellschaft-jetzt-in-deinem-land-verfugbar/" target="_blank">Selbstdarstellung des Vereins im Rahmen von netzpolitik.org</a>. Und da wird es sprachlich besonders interessant – wohlbemerkt: Ich gehe hier sprachlichen Spuren nach, die im Kontext von Inhalt und Form des Auftritts von „Digitale Gesellschaft e. V. in Gr&#252;ndung“ zu finden sind. Damit spreche ich den Gr&#252;ndern nicht ab, dass sie idealistische Ziele verfolgen, auch wenn die Sprache fast so klingt, als ginge es eher um Rechthaberei als um Freiheitsrechte:</p>

<p>In der Selbstdarstellung taucht das „Wir“ sehr h&#228;ufig auf. (36 x bei 773 W&#246;rtern, was hei&#223;t: knapp 5% des Artikels bestehen aus dem Wort „Wir“) – Das korrespondiert zu dem <a href="http://digitalegesellschaft.de/2011/04/wir-sind-die-digitale-gesellschaft/" target="_blank">„Wir“ auf der Website von „Digitale Gesellschaft“</a> (Wiederum ca. 5% der W&#246;rter, dieses Mal 19 x auf 393 W&#246;rter). Doch unter „<a href="http://digitalegesellschaft.de/2011/04/wir-sind-die-digitale-gesellschaft/" target="_blank">Wir sind die digitale Gesellschaft</a>“ hat dieses „Wir“ unterschiedliche Bedeutungen. W&#228;hrend im Netzpolitik.org-Artikel damit an allen Stellen ein ganz bestimmtes „Wir“ gemeint ist („Wir, das sind rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von  netzpolitik.org. Da ist alles dabei: Vom Politologen &#252;ber den  Informatikprofessor, bis hin zu Designern, Psychologen, Juristen und  NGO-Analysten.“), das auf rund 20 Menschen beschr&#228;nkt ist.</p>

<p>Unter „<a href="http://digitalegesellschaft.de/2011/04/wir-sind-die-digitale-gesellschaft/" target="_blank">Wir sind die digitale Gesellschaft</a>“ wird jedoch zun&#228;chst der Eindruck erweckt, jeder, der im Netz unterwegs und aktiv gestaltend t&#228;tig ist, k&#246;nnte sich mit dem „Wir“ identifizieren.</p>

<p>Aber das stimmt ja gar nicht, wenn man dann genau hinschaut:</p>

<blockquote>„Deshalb wollen zusammen mit euch aktiv zu werden. F&#252;r das Netz. F&#252;r das Leben. F&#252;r uns alle. Wir k&#228;mpfen mit euch gemeinsam…” (Der erste Satz muss wohl hei&#223;en: „Deshalb wollen WIR zusammen mit euch aktiv werden“, das wird bestimmt in den n&#228;chsten Tagen verbessert.)</blockquote>

<p>Das „Wir“ auch hier, jene rund 20 Menschen rund um Netzpolitik.org, die anonym sind, graue Damen und Herren und Freiheitsrechtebewegung, die sich jener transparenter Strukturen verweigern, die Netzpolitk.org seit Bestehen f&#252;r politische Prozesse fordert.</p>

<p>Zur&#252;ck zum<a href="http://www.netzpolitik.org/2011/digitale-gesellschaft-jetzt-in-deinem-land-verfugbar/" target="_blank"> Artikel auf Netzpolitk.org</a>:</p>

<blockquote>„Wir haben uns daf&#252;r entschieden, erstmal klein anzufangen, mit Menschen,  die dieselbe Idee und Motivation haben. Ohne lange rum zu diskutieren,  was Digitale Gesellschaft sein und machen soll. Ohne Streit und  Machtspiele,…“</blockquote>

<p>Im Klartext: „Wir fangen klein an“ bedeutet dann wohl: Wir bilden einen kleinen, elit&#228;ren Zirkel, der bestimmt, was „wir“ unter digitaler Gesellschaft verstehen und die anderen k&#246;nnen ja, wenn sie wollen mitmachen, „ohne lange rum zu diskutieren, was Digitale Gesellschaft sein und machen soll.“ – Also: Da sind Leute mit gleichen Ideen, die als Lobbygruppe agieren wollen, aber diejenigen, die sie vertreten wollen ausschlie&#223;en, ja, die sogar „Angst“ davor zu haben scheinen, dass sie die Definitionsmacht verlieren.</p>

<p>Es geht hier um die Definition eines Begriffs: „Digitale Gesesllschaft“. Einen Begriff zu definieren hei&#223;t aber auch, Macht &#252;ber den mit dem Begriff gemeinten Inhalt zu haben. Und wenn rund 20 Leute das festlegen, dann geht es um die Macht diese rund 20 Leute.</p>

<p>Vielleicht wollen sie ja wirklich gesellschaftlich etwas erreichen, haben gar nicht im Blick. dass sie einen Machtanspruch erheben, aber aus sprachreflektierender Perspektive wird in dem Artikel auf Netzpolitik.org genau ein solcher Machtanspruch implizit erhoben.</p>

<blockquote>„Ohne Streit und Machtspiele…“</blockquote>

<p>Also: Ohne die Gefahr, dass „unsere“ Macht (die des rund 20 Menschen umfassenden „inner circle“) in Frage gestellt wird. Noch anders ausgedr&#252;ckt: Alle Mechanismen demokratischer Meinungsbildungsprozesse werden damit ausgehebelt, man ist nicht bereit, den oft m&#252;hsamen Weg demokratischer Entscheidungsfindungen zu gehen. Man will Ja-Sager und Leute, die die Rolle der „rund 20 Menschen“ nicht in Frage stellen – lautet die Botschaft dieses Satzes.</p>

<p>Nun fehlt nur noch die Botschaft an all diejenigen, die solche Dinge anders sehen, die „Wenn es dir nicht passt, interessiert uns nicht”-Botschaft. Und diese kommt auch:</p>

<blockquote>„Wenn Dir gef&#228;llt, was wir hier auf die Beine gestellt haben und Du uns  unterst&#252;tzen willst, dass wir unsere Arbeit der letzten Jahre noch viel  besser und effektiver machen, dann unterst&#252;tze uns finanziell oder mit  Deiner Zeit, Kreativit&#228;t und Engagement.“</blockquote>

<p>Wenn dir das gef&#228;llt, unterst&#252;tzte das ganze „finanziell oder mit  Deiner Zeit, Kreativit&#228;t und Engagement“. Kein Wort der Einladung zum Mitdenken, zur inhaltlichen Mitgestaltung. Wenn dir das gef&#228;llt, lass dich darauf ein, dass „wir“ („rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von  netzpolitik.org“) sagen, was gemacht wird und zahlst und arbeitest f&#252;r diese Ideen, wenn es deine sind, aber auf einen Prozess gesellschaftlicher Meinungsbildung lassen wir uns nicht ein, haben wir doch „&#228;hnliche Initiativen schnell zerreden und zerfallen sehen, weil viele  unterschiedliche Sichtweisen, Hoffnungen, Motivationen und Vorstellungen  aufeinanderprallten, bis alle unmotiviert auseinandergingen. Wir wollen  unsere knappe Zeit mit Spa&#223; und Motivation einsetzen und etwas bewegen.”</p>

<p>Es stimmt: Initiativen auf den Weg zu bringen ist ein anstrengendes Gesch&#228;ft. Demokratische Prozesse sind harte Arbeit. Da braucht es Durchhalteverm&#246;gen.</p>

<p>Es gibt da nur ein kleines Problem: Aufgrund der Intransparenz und des elit&#228;r anmutenden Machtanspruchs eines kleinen Berliner Zirkels, passiert nun genau das, was die Gruppe um Beckedahl umgehen wollte: Statt eines Meinungsbildungsprozesses in einer „Digitalen Gesellschaft“ gibt es nun den Protest in den vernetzten Strukturen. Dabei m&#246;gen teilweise auch schon genau die Machtspiele losgetreten worden seien, die vermieden werden sollten, vor allem wenn sich Parteipolitiker &#252;ber die „Digitale Gesellschaft“ &#228;u&#223;ern. – Allerdings kam die Vorlage f&#252;r solche Proteste von „Digitale Gesellschaft“.</p>

<p>Vermutlich halten sich die „rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von  netzpolitik.org“ f&#252;r eine Elite, die den Anspruch erheben kann, tats&#228;chlich f&#252;r die „Netz-Community“ und deren Rechte einzutreten. Vermutlich geht man davon, dass die eigenen Ideen die richtigen Ideen sind.</p>

<p>Aber wenn dem so ist: Warum dann diese Angst vor Transparenz und Partizipation? Das klingt f&#252;r mich weniger nach einem Verein sondern nach einem Versuch, die eigenen Ideen &#252;ber „Crwod-Funding“ zu finanzieren, &#252;ber das im Rahmen der <a href="http://re-publica.de/11/" target="_blank">re:publica 11</a> gerade ausf&#252;hrlich gesprochen wurde.</p>

<p>Insgesamt entsteht im Umfeld der gegenw&#228;rtigen Selbstdarstellung von „Digitale Gesellschaft“ der Eindruck, als w&#252;rden sich da einige Leute f&#252;r sehr wichtig halten und f&#252;r sehr wichtig nehmen, f&#252;r so wichtig, dass sie DIE Ideen und Ideale einer freien B&#252;rger- und Netz-Gesellschaft meinen exklusivistisch vertreten zu k&#246;nnen.</p>

<p>Dieser Exklusivismus tritt, mit Sicherheit nicht gewollt, aber sprachlich so doch erst einmal vorhanden, an einer zentralen Stelle im Artikel auf Netzpolitik.org auf (Hervorhebung von herrlarbig):</p>

<blockquote>(„Wir, das sind rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von   netzpolitik.org. <strong>Da ist alles dabei</strong>: Vom Politologen &#252;ber den   Informatikprofessor, bis hin zu Designern, Psychologen, Juristen und   NGO-Analysten.“</blockquote>

<p>Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. „Da ist alles dabei“.</p>

<ul>
    <li>Politologe (Akademiker, universit&#228;rer Abschluss)</li>
    <li>Informatikprofessor (Akademiker, universit&#228;rer Abschluss)</li>
    <li>Designer (Vielleicht kein Akademiker oder universit&#228;rer Abschluss)</li>
    <li>Psychologen (Akademiker, universit&#228;rer Abschluss)</li>
    <li>Juristen (Akademiker, universit&#228;rer Abschluss)</li>
    <li>NGO-Analysten (sehr wahrscheinlich Akademiker, universit&#228;rer Abschluss)</li>
</ul>

<p>Diese „alles dabei“ ist schlicht und ergreifend Zeugnis eines sehr eingeschr&#228;nkten Weltbildes. Ich z&#228;hle jetzt nicht auf, wer da alles fehlt, aber die Hinweise, dass es sich um ein reines Top-Down-Projekt handelt, verdichten sich angesichts dieses „Gesellschaftbegriffs“, in dem die „Digitale Gesellschaft“ aus einem sehr &#252;bersichtlichen Kreis an „Allen“ besteht.</p>

<p>Auf Twitter bekam ich nach ein paar kritischen Tweets zu @digiges gesagt:</p>

<blockquote>„Lass doch erstmal anfangen! Verein hin oder her, die Idee dahinter macht Sinn“</blockquote>

<p>Ja, ich halte es durchaus f&#252;r sinnvoll, Strukturen zu schaffen, die es erlauben, die bislang immer sehr vom pers&#246;nlichen Engagement einzelner abh&#228;nigen Kampagnen in Sachen Netzpolitik st&#228;rker zu fokussieren. Und man k&#246;nnte mir nun vorwerfen, dass ich einen &#252;ber-kritischen Blick auf die Texte rund um „Digitale Gesellschaft“ werfe, dass vieles von dem, was ich hier kritisiere vielleicht sprachliche Schw&#228;chen seien, dass diese aber doch mit dem Ideal dahinter nichts zu tu h&#228;tten.</p>

<p>Angesichts des professionellen Anspruchs, den die Leute um Netzpolitik.org haben, angesichts ihres Handwerkszeugs „Sprache“, lasse ich dieses Argument nicht stehen. Wer ein solches Projekt startet, der kommt nicht umhin darauf zu achten, der &#246;ffentlichen Aufmerksamkeit, die man f&#252;r das Projekt erhofft, all die Angriffsfl&#228;chen nicht zu bieten, die sich bei der „Digitalen Gesellschaft“ finden lassen und die von unterschiedlicher Seite nun kritisiert werden. – In dieser Hinsicht ist dieser Beitrag hier nur einer von vielen.</p>

<p>Streit sollte vermieden werden? – Ok, aber kritische Beitr&#228;ge aus der Netz&#246;ffentlichkeit werden so nicht verhindert, sondern angesichts der „Exklusivit&#228;t“ von „Digitale Gesellschaft“ sogar noch provoziert.</p>

<p>Machtspiele sollten vermieden werden, um der Sache willen? – Ok, aber damit wird ein Machtanspruch erhoben, der freilich erst konkret wird, wenn er auf Akzeptanz st&#246;&#223;t – demokratisch legitimiert ist der „Pr&#228;sident“ von „Digitale Gesellschaft“ damit aber noch lange nicht.</p>

<p>Damit ist die „Digitale Gesellschaft“ nicht tot. Sie ist eine Fr&#252;hgeburt, die nun in den Brutkasten der „Digitalen Gesellschaft“ geh&#246;rt, zu der eben mehr Leute geh&#246;ren als die „rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von   netzpolitik.org”. Wenn Beckedahl und Co sich diesem „Streit“ verweigern, dann m&#252;ssten sie auch &#246;ffentlich klar sagen: „Wir („rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von   netzpolitik.org”) SIND DIE „Digitale Gesellschaft“ – und IHR seid als Finanziers und UNSERE Ideen umsetzende Kreative herzlich willkommen, aber versucht uns bitte nicht reinzureden.</p>

<p>Eine solche „Digitale Gesellschaft“ ist dann allerdings nicht die meinige. Aber noch besteht ja die Chance, dass</p>

<ol>
    <li>offen gelegt wird, wer die „rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von   netzpolitik.org” sind – denn wir brauchen wirklich keine neue Geheimlogen;</li>
    <li>die M&#246;glichkeit inhaltlicher Partizipation geschaffen wird;</li>
    <li>demokratische Strukturen geschaffen werden.</li>
</ol>

<p>Wer B&#252;rgerrechte in einer „Digitalen Gesellschaft“ verteidigen will, kann die B&#252;rger dieser Gesellschaft nicht zum „Friss oder st&#246;r uns nicht“-Vieh machen, kann die B&#252;rger dieser Gesellschaft nicht nur als „Unterst&#252;tzter“ haben wollen, sondern muss den Mut haben, selbst mehr „digitale Gesellschaft“ in Freiheit und auf der Basis demokratischer Entscheidungsprozesse zu leben – und eben nicht nur auszurufen. Die „digitale Gesellschaft“ ist kein Verein, sondern Vernetzung, Unabh&#228;ngigkeit, Dezentralisierung, Transparenz, Offenheit, Partizipationsf&#228;higkeit … Und das gilt f&#252;r alle B&#252;rger und B&#252;rgerinnen dieser Gesellschaft – nicht nur f&#252;r „rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von   netzpolitik.org”.</p>

<p>&nbsp;</p>

<p><em>Nachtrag</em></p>

<p>Auf Twitter bekam ich gerade zu lesen:</p>

<blockquote>„ja aber die Piraten zeigen ja, dass es so »demokratisch« auch im Chaos endet. Ich kann das schon nachvollziehen“</blockquote>

<p>Recht hat er, der <a href="http://twitter.com/ubahnverleih" target="_blank">@ubahnverleih</a>. Ich habe kein Problem damit, dass Leute sich zusammensetzen und zum Beispiel ein Manifest oder &#228;hnliches entwickeln, dass sie dann zur Diskussion stellen. Ich habe kein Problem damit, wenn Leute sagen: „Das und das ist unsere Idee, wir gr&#252;nden einen Verein und wem diese Richtung des Denkens auch gef&#228;llt, der wird Mitglied, der gestaltet mit, der nimmt teil an Prozessen der Weiterentwicklung der Idee…“</p>

<p>Es gibt (noch) kein Manifest bzw. eine Satzung von „Digitale Gesellschaft“.</p>

<p>Es gibt die Bitte um Unterst&#252;tzung, aber keine M&#246;glichkeit, dem Verein beizutreten; eine (&#246;ffentliche) Gr&#252;ndungsversammlung fand (soweit ich das recherchieren konnte) nicht statt.</p>

<p>Die Mitglieder des „inner circle“, die Gr&#252;ndungsmitglieder sind unbekannt.</p>

<p>Es stimmt: Die Piraten zeigen im negativen Sinne, wie demokratische Prozesse ins Leere laufen k&#246;nnen.</p>

<p>Aber kann ein „geschlossener Verein“ darauf die Antwort sein?</p>

<p>&nbsp;<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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