Es mag der Aufgeregtheit geschuldet sein, dass Amelie Fried das erste in der neuen ZDF-Sendung „Die Vorleser“ vorgestellte Buch nicht in die Hand nimmt. Statt dessen beginnt sie mit einer auswendig gelernt wirkenden Inhaltsangabe. Und dann:
„Ich finde, dass diese Autorin ganz toll geschrieben hat, wie eine Kindheit endet. Das hat mir gut gefallen.“
In „Das literarische Quartett“ stritten sich leidenschaftliche Literaturkritiker. In „Lesen!“ lobte eine leidenschaftliche Literatin Bücher und kämpfte in einer Zeit, in der er es um die Lesekultur nicht mehr allzu toll zu stehen scheint, um die Vermittlung der Lust am Lesen.
Reich-Ranicki lehnte den Deutschen Fernsehpreis ab. Elke Heidenreich wurde vom ZDF gefeuert. Und jetzt wird ein sich andeutender Streit über Per Olov Enquists literarische „Autobiographie“ (Ein anderes Leben) in Harmoniegesülze zwischen Amelie Fried und Ijoma Mangold ausgeplätschert. O-Ton Fried:
„Es ist sicher ein lesenwertes Buch. Man muss ja nicht alles toll finden.”
Anschließend kommt Continue reading