Schlagwort-Archiv: Diskussion

Didacta 2013 – Eine subjektive Nachlese oder: Der Exot aus Digitalien

Als ich auf der Didacta in Köln ankomme, bin ich über einen Teil der Besucher dieser Bildungsmesse amüsiert. Hatte ich es zunächst für ein Gerücht gehalten, dass viele Besucher Koffer auf Rollen dabei haben, um das einzusammelnde Material transportieren zu können, sehe ich nun, dass dieses Gerücht stimmt. Aus dem Zug, mit dem ich zur größten Bildungsmesse Europas angereist bin, steigen an der Messe Dutzende von Besuchern mit leeren großen Rucksäcken, Trolleys und Reisekoffern. Viele, die ohne diese Utensilien angereist sind, finden später auf der Messe Aussteller, die Pappkartons auf Rollen verschenken. Man kennt eben die Bedürfnisse der Besucher. Mein Bedürfnis ist es nicht, mich an den Ständen von Schulbuchverlagen mit Büchern einzudecken, obwohl sie zu Preisen angeboten werden, die zum Teil sehr günstig sind. Mein Bedürfnis ist es zu erfahren, wo ich diese Schulbücher als E-Books erwerben kann, wie ich sie auf mein digitales Lesegerät bekomme und nutzen kann, ohne dass ich einen Laptop brauche oder mit dem Tablet online sein muss, wie es momentan beim Angebot digitale-schulbuecher.de der Schubuchbranche noch der Fall ist.

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Zwischen isoliertem Fachwissen und Projekt-Arbeit

Ursprünglich wollte ich auf meinem Google+-Profil nur einen Link kommentieren. Dabei ist dann aber ein Text entstanden, den ich doch eher als Teil dieses Blogs betrachte, sodass ich diesen Beitrag nun hier publiziere. Ich erhoffe mir eine kontroverse Diskussion, die auch meinen Fokus bei der Fragestellung im dargestellten Fragekontext verändert und meinen Horizont verschieben kann. 

Der Link, mit dem dieser Beitrag begann: Change the Subject: Making the Case for Project-Based Learning, von Rob Riorda

Was soll man wissen? Was soll man in der Lage sein zu tun? – Zwei Fragen, die im Zentrum des Aufsatzes Rob Riordans stehen. Dabei betont er, dass es im 21. Jahrhundert nicht mehr auf das bloße Wiedergeben von Wissen, sondern auf die Fähigkeit ankomme, Wissen im Transfer zu nutzen.

Darauf kommt es aber nicht nur an, sondern das ist tatsächlich eines der zentralen Probleme der aktuellen Schülergenerationen: Weiterlesen

Vernetzung ist Arbeit – Über Blogs im Jahr 2013

Dieser Beitrag wurde von Johnny Häuslers Artikel „2013: Das Web zurückerobern“ angeregt und versteht sich als meine reflektierende Verarbeitung dieser Denkanregungen.

Es stimmt, dass geschlossene „soziale Plattformen“ eine ganze Menge an Diskussionen an sich ziehen. Immer mehr an thematischen und auch eher belanglosen Gesprächssträngen wird hinter Registrierungsschranken verborgen. Teilweise sind die Inhalte zwar frei zugänglich, aber um mitreden zu können, muss zunächst diese Registrierungsschranke überwunden werden. Da mit den Daten, die mit der Registrierung und der sich anschließenden Nutzung eines Dienstes anfallen, kommerzielle Interessen verbunden sind, sind „Bezahlschranken“ längst im Netz etabliert: Nutzer bezahlen mit ihren Daten und Aktivitäten.

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Wie motiviert man Unmotivierte? – Ein Versuch

Walter Böhme fragt: „Wie motiviert man Unmotivierte?“ und lädt zu einer Blogparade ein, in der dieser Frage nachgegangen werden soll.

Die Frage ist nicht neu. Eine Lösung nach Rezeptbuch ist mir noch nicht begegnet. – Wohl aber gibt es Rezeptgeber, die grundsätzlich besser als z. B. Lehrer und Lehrerinnen wissen, wie „gekocht“ werden müsste, damit alle sowohl „Kochen“ als auch „Essen“ wollen.

Wer die Metapher des „Kochens“ und „Essens“ für zu weit her geholt hält: Die häufig verwendete Metapher des „Bulimie-Lernens“ ist eine Nahrungsmetapher! – Dieser Metapher geht es allerdings vor allem um das genussfreie In-Sich-Hineinstopfen, dem der Akt des Auskotzens folgt. – Wer so lernt, leidet früher oder später an Anorexia Ediscere.

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Was HerrLarbig an einem nicht repräsentativen Wochenende getan hat – CoLeranCamp #clc12 etc.

Das war ein interessantes Wochenende, das nun langsam zur Neige geht und an dessem Sonntage ich mal wieder nicht so arbeitsfrei blieb, wie vorgenommen. – Aber zum Thema Wochenenden werde ich hier im Blog ein anderes Mal schreiben.

Hier nun kurz und knapp eine Zusammenfassung lehrreicher Tage kooperierenden Lernens und Lehrens. Aber natürlich stand das Wochenende nicht nur in diesem Lichte.

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#Bloggertreffen und #Tweetup @Schirn @Liebieghaus in #Frankfurt – „Jeff #Koons. The Painter & The Sculptor“

Ich war am 26. Juli 2012 beim ersten Bloggertreffen, das die Frankfurter Kunsthalle Schirn veranstaltete. Aufhänger für diese Initiative der Kunsthalle war die vom 20. Juni – 23. September in Frankfurt stattfindende Doppelausstellung mit Werken von Jeff Koons. 

Im Rahmen des Bloggertreffens habe ich getwittert. Für mich sind solche Tweets nicht nur eine Art Live-Berichterstattung für Interessierte, die nicht da sein können, sondern gleichzeitig Notizen für mich. Bislang habe ich diese Notizen nur für mich mittels eines kleinen Programms wie eine Art Tagebuch abgelegt. 

Aber warum soll ich nicht die „Liveberichterstattung“, die ich ja schon angefertigt habe, die aber auf Twitter nicht als Zusammenhang so einfach erkennbar ist, nutzen und hier als Twitterprotokoll des Bloggertreffens zugänglich machen? 

Ich habe alle Links zu den Tweets, die ich hier aufnehme stehen lassen. (Das sind die langen Links, die jeweils am Ende eines Tweets stehen).

Ich habe alle Links aufgenommen, die ich getwittert habe. Dazu gehören insbesondere Fotos, die ich angefertigt habe.1 Dazu gehören schließlich noch sogenannte Retweets.

An der einen oder anderen Stelle ergänze ich Links, die ich beim schnellen Notieren während der Veranstaltung nicht eingefügt habe. 

An einigen Stellen kommentiere ich zudem die Tweets, sodass für diejenigen, die bereits auf Twitter mitgelesen haben, ein Mehrwert dieses Blogbeitrages entsteht.

Dienstag, 24. Juli 2012

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14:42 Hiermit kündige ich an, dass der Hashtag #schirnup – mit Schwerpunkt am Do – von mir besonders aufmerksam verfolgt (&genutzt) wird. @SCHIRN

http://twitter.com/16905397/status/227745483379077120


Auf meinen Tweet bekam ich eine Anfrage, was denn mit „#schirnup“ gemeint sei, die ich selbstverständlich beantwortet habe.
Und wenn jemand nicht weiß, was ein Hashtag ist: Es handelt sich dabei um ein Schlagwort, das in eine Twitternachricht eingefügt wird. Vor das Schlagwort setzt man eine Raute (#), die dazu führt, dass das Schlagwort wie ein Link angeklickt werden kann und automatisch die Suche nach dem Schlagwort in allen Twitternachrichten gestartet wird. Das ist vor allem bei Veranstaltungen wie dem Treffen von Blogger in der Schirn sehr hilfreich, weil man sich dann für die Zeit der Veranstaltung auf die veranstaltungsbezogenen Nachrichten konzentrieren kann. #Schirnup war das Schlagwort für diese Veranstaltung, abgeleitet von dem Wort „Tweetup“ mit dem ein reales Treffen von Twitternutzern bezeichnet wird. 

15:34 @vilsrip das hier ist mit #schirnup gemeint http://www.schirn-magazin.de/panorama/koons-up-bloggertreffen-schirn-frankfurt/

http://twitter.com/16905397/status/227758686091747329


Mittwoch, 25. Juli 2012

14:43 #schirnup bedeutet auch, reflexiv ans Projekt ran zu gehen, um nicht zum Marketingvieh der PR-Abteilung zu werden. Bin gespannt auf morgen.

http://twitter.com/16905397/status/228108128552640513


 20:23 Spätestens morgen haben Tweets die Chance #Kunst zu werden. Obwohl: Die meisten Tweets halte ich schon jetzt z. T. für #Popart. #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228193706774245377

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Donnerstag, 26. Juli 2012

(Der Tag des Bloggertreffens in der Schirn Kunsthalle zu Frankfurt am Main. Laut Teilnehmerliste waren 56 Blogger, Bloggerinnen und Leute den beteiligten Frankfurter Institutionen beim Treffen dabei.
Am Abend kam noch ein sogenanntes „KultUp“ hinzu, das das Bloggertreffen ergänzte und zu dem die Teilnehmerzahl noch einmal deutlich stieg. Dieses Kultup fand gleichzeitig in der Schirn und dem Liebieghaus statt. Ich habe zu dieser Veranstaltung aus dem Liebieghaus getwittert.)
Zunächst ein paar Tweets im Vorfeld der Veranstaltung:

10:32 So, Follower, werdet heute oft #schirnup lesen. Erklärung: http://www.schirn-magazin.de/panorama/koons-up-bloggertreffen-schirn-frankfurt/ mit @MrsBunz und Mat­thias Pla­nit­zer http://www.castor-und-pollux.de/

http://twitter.com/16905397/status/228407490075840513


13:28 Einer der Orte des Geschehens im Sonnenlicht und unter blauem Himmel. #schirnup http://t.co/oXcKt8CC http://twitter.com/16905397/status/228451677437583360


13:44 So. WLan steht. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228455784399380480


13:51 #schirnup hat an die wichtigen Kleinigkeiten gedacht :-) ) http://t.co/T40kycVu http://twitter.com/16905397/status/228457560036999168


13:57 Es füllt sich. #tweetup #schirnup http://t.co/2GsPbdll http://twitter.com/16905397/status/228459067767672832


14:04 Und wieder einmal sehe ich manche #Twitterer zum ersten Mal. Z. B. @bembel #schirnup großartig. http://twitter.com/16905397/status/228460786048188416


Und dann ging es los. Zunächst der Vortrag von Mercedes Bunz

14:06 Jetzt @MrsBunz beim #schirnup. Warum ist es wichtig, dass Formate Kunst / Kultur und Bloggen heute zusammenkommen, sei ihr Thema. http://twitter.com/16905397/status/228461233639133184


14:07 Museen haben sich geöffnet, sind Orte des Publikums, beliebter als ein Fußballspiel. Sagt @MrsBunz beim #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228461620056170497 (Tweet enthielt Fehler, wurde hier korrigiert.)


14:09 Exkurs 1 @MrsBunz #schirnup : Blogs begleiten einen. Auch wenn ihres seit Twitter eingeschlafen sei. Schreibt Blogs pers. Bedeutung zu. http://twitter.com/16905397/status/228462032175890434


14:10 RT @TanjaNeumann: #bunz: #Blogger sind nicht die neuen Journalisten, sie schreiben andere Reviews” #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462199939678208


14:11 Bloggen führt zu anderem Sehen und anderem Erfahren. sagt @mrsbunz beim #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462465736921088


14:12 Blogger nehmen Rolle im Kapitalismus ein, da Kultur und Kapital in Spannung zueinander stehen. @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462879588880384


14:13 Regeln der Kultur (Selbstbestimmung) sind ausgeschwärmt. Autonomie (der Kultur) ist heute weiter verbreitet. #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228463164025626624


14:14 RT @Liebieghaus: sehr sympathisch! RT @tanjapraske: #bunz: haben #blogger schlechtes gewissen, wenn nicht 1x pro Woche Post? Einhellig: ja! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228463222515175424


14:15 @MrsBunz zeigt dieses Video http://www.youtube.com/watch?v=B3z2Wx6v4ec #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228463617899630592


14:19 Kultur ist mehr als Entertainment. Bloggen folgt persönl. Interessen, werden aber wahrgenommen. Austausch findet statt. @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228464579016019968


14:20 RT @TanjaPraske: @MrsBunz Wir sind global. Gibt es da nicht noch mehr? wir koennen nicht dagegen sein. #skepsis #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228464700227198976


14:21 Verweis auf #Tate und deren Website, die wie ein Magazin / Blog gestaltet wird. #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228464984366125056


14:23 Die Apps werden mehr im Museumsbereich. (noch nicht in der @Schirn ;-) ) #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228465582394204160


14:23 RT @cogries: @mrsbunz: digitalisierunug als gegenbewegung zur #entertainisierung #kultup #schirnup #mus20ger http://twitter.com/16905397/status/228465642351779841


14:25 Blogger schärfen Blick, machen auf Kleinigkeiten aufmerksam und Kunstinstitutionen müssen im Netz sein #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228466092912300033


14:30 #tessellation #unhappyHippsters #mondoblogo #lepetitechomalade (Notizen zu Verweisen von @mrsbunz beim #schirnup ) http://twitter.com/16905397/status/228467274535804928


Zum letzten Tweets müssen ein paar Links ergänzt werden, denen zu folgen ich dringend empfehle. Mercedes Bunz zeigte an diesen Beispielen, dass Blogs selbst Kunstcharakter bekommen können, also unter Umständen für Kunstinstitutionen nicht nur inhaltlich relevant, sondern als Kunst interessant sein können:

 14:31 Bloggen kann selbst zur Kunst werden. #schirnup @mrsbunz – Bloggen und Fotografieren schärft das Denken.

http://twitter.com/16905397/status/228467515918012416


14:32 @mrsbunz bringt es unterhaltsam auf den Punkt: Hier ist heute Teil neuer Öffentlichkeit. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228467739147268097


Nach Mercedes Bunz kam Matthias Planitzer zu Wort. Seinen Vortrag gibt es als PDF-Download hier. Gerade hier empfehle ich den Links in den Tweets zu folgen, das diese teilweise Fotos von Planitzers Folien sind.

 14:34 Jetzt Matthias Planitzer von http://www.castor-und-pollux.de/ #planitzer #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228468319911559171


14:35 RT @Liebieghaus: Nächste Schätzaufgabe: wie viele iPads und Laptops sind beim #schirnup? Schneller könnte man wohl die Teilnehmer mit Stift und Block zählen. http://twitter.com/16905397/status/228468558051553281


14:36 @Liebieghaus hab gerade mind. sechs analog notierende gezählt. #schirnup @tanjaneumann http://twitter.com/16905397/status/228468760237973505


14:36 RT @KuWiWege: Tolles Beispiel für kreatives (Kunst-)Bloggen: http://lepetitechomalade.com/ @MrsBunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228468951213023233


14:39 #planitzer #schirnup Titel: Das Blog, die Galerie und die Institution. http://post.ly/8Ufd0 http://twitter.com/16905397/status/228469579087757312


14:41 Egills.de – Basis Erfahrungsbericht von #planitzer bei #schirnup. Problem: Wie kommt man an Fotos von Performance? Z. T. gar nicht. http://twitter.com/16905397/status/228470140252073984


14:42 Pos. Beispiel #MoMa für exzellente Pressearbeit #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228470348276973568


14:44 Status Blogpräsenz – Kulturinstitutionen #planitzer #schirnup http://post.ly/8UfrU http://twitter.com/16905397/status/228470739156750336


14:46 Interessen von Museen, Galerien und Bloggern sind z. T. grundlegend unterschiedliche, stellt #planitzer dar. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228471264786919424


14:48 Blogs sind vollwertige Medien, wenn es um Meinungsbildung geht. sie haben Relevanz und SocialMediaKnowHow #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228471886198214656


14:49 Das Publikum von Blogs als Beispiel. #planitzer #schirnup http://post.ly/8Ug81 http://twitter.com/16905397/status/228472070118469633


14:51 Publikum 2 #planitzer #schirnup Protest von Mitautorin von StilInBerlin ;-) http://post.ly/8UgDQ http://twitter.com/16905397/status/228472576517742592


14:52 Wie werden Kulturblogs wahrgenommen 1? #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgIL http://twitter.com/16905397/status/228472947545866241


14:53 Wie werden Kulturblogs wahrgenommen 2 #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgKh http://twitter.com/16905397/status/228473189901148162


14:58 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Multimediale Verknüpfungen; Erweiterung v. Ausstellungsräumen #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228474248933543936


14:59 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Echtzeitberichterstattung; vernetzte Berichterstattung (BlogParade) #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228474558783582208


15:01 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: virtueller Austausch mit Besuchern. Oft sehr ehrliche Kommentare. Diskussion! #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475137790459904


15:02 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Diskussionen sind archiviert; weiterführende Informationen für Besucher. #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475390228848641


15:03 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: viele Museumsblogs sind unbekannt, Vernetzung funktioniert noch nicht. #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475563797524480


15:05 #planitzers Vortrag zum Download #schirnup http://post.ly/8UgqG http://twitter.com/16905397/status/228476015452753920


15:05 Fazit #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgsQ http://twitter.com/16905397/status/228476236400304129


Nach Matthias Planitzer stellte dann das Öffentlichkeitsteam der Schirn Kunsthalle die SocialMedia-Aktivitäten der Schirn vor.

 15:06 Jetzt stellt Schirn ihre OnlineAktivitäten. #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228476268511903744


15:09 @SCHIRN stellt ihr Ausstellungsprogramm vor. #schirnup Online bei Kommunikation sei sehr wichtig. (Wo ist die KoonsApp???) http://twitter.com/16905397/status/228477091321110528


15:11 Blogger werden von @SCHIRN wie „normale“ Presse behandelt. Der Journalistenberuf bekommt Konkurrenz. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477558923067394


15:11 RT @TanjaNeumann: @herrlarbig Dafür ist die Microsite sehr schön – auch mobil! Koons-in-Frankfurt.de cc @SCHIRN #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477622592610304


15:12 RT @TanjaPraske: #blogger sind herzlich zum Mitmachen eingeladen. Wer fuehlt sich ueber was angesprochen? #feedback von @schirn erwuenscht! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477787613327362


15:12 RT @jennifuchs: The @Schirn invites bloggers to their press viewings alongside journalists. Recognise their value. Good practice! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477832613998592


15:13 #schirnup steht bei Trends Deutschland gerade auf Platz 3 auf Twitter. http://twitter.com/16905397/status/228478122796912640


15:15 Marketingfrau der @SCHIRN stellt nun ihre Arbeit vor. #schirnup Ausstellungshaus braucht andere PR als Museum mit Dauerausstellung. http://twitter.com/16905397/status/228478621222834176


15:17 Unterhaltung UND Anspruch? Natürlich sind wir heute als Blogger hier auch Teil der Marketingstrategie zu Koons. Aber sympathisch. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228479033598414848


15:17 RT @Book_Fair: @herrlarbig @SCHIRN Auch die Frankfurter Buchmesse behandelt akkreditierte Blogger so wie akkreditierte Journalisten. #fbm12 http://twitter.com/16905397/status/228479245402402816


15:19 RT @TanjaNeumann: oO, jetzt kommt das berühmt-berüchtigte “Ja! Nein!” der @SCHIRN. Lachen im Publikum. #Bachmann #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228479669509451777


15:22 Nun gut. die Botschaft lautet: Wir machen viel und sind eigentlich schon ganz toll. #Selbstdarstellung @Schirn #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228480401046388738


15:23 RT @TanjaPraske: #bachmann: Ausstellung #geheimgesellschaften – microsite geheime Informationen zur Ausstellung + Veranstaltungen – #Partizipation #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228480602175860736


15:24 Und jetzt wird das OnlineMagazins der @schirn vorgestellt. #schirnup http://post.ly/8Uhcd http://twitter.com/16905397/status/228480938420609024


15:25 RT @TanjaNeumann: #Bachmann: “Nicht nur der physische Besuch zählt, sondern auch das Erlebnis Kunst und Vermittlung im Netz.” Bravo! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228481123905318912


15:26 RT @TanjaPraske: #famulok ueber#Schirnmagazin – #storytelling – Struktur wird erklaert. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228481338091651073


15:33 RT @Tweet_TrendsDE: Trending auf 26-07-2012 14:41:03: #5reasonsIHateFaceBook-#blogstars-#blamenolan-#Pressemitteilung-#schirnup-#haz… http://bit.ly/O1837P http://twitter.com/16905397/status/228483117340565504


 Zeit für die Diskussion zum Thema.

 15:41 Diskussionsrunde #schirnup http://post.ly/8UiSa

http://twitter.com/16905397/status/228485224038801409


15:42 @mrsbunz Wurde schon die Frage nach Copyright gestellt, wenn ich in der Ausstellung twitter und Fotos anhänge. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228485514444017664


15:43 1. Konflikt zwischen kommerziellen und nicht kommerziellen Bloggern. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228485717691617280


15:44 2. Konflikt: Fallhöhe zwischen Kunsthistoriker und sonstigen Bloggern. #schirnup Qualifikationsproblem. Kommerzialisierung. http://twitter.com/16905397/status/228486049012281344


15:46 Kompetent ist der, der Kompetenz zeigt, nicht der, der sie formal irgendwie hat. Das ist neu in vernetzter Welt. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228486390889984000


15:49 RT @LauraNanaKitten: Die Frage nach kommerziellem und privatem Blog bringt nach wie vor die Gemüter zum Kochen #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228487331391344641


15:52 Gerade gelernt: Wer twittert / bloggt kann fragen, wie z. B. Bilder genutzt werden können. Macht es für PRAbt. nicht leichter ;-) #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228488067474939904


15:54 Finde es ehrlich, dass @Schirn von Magazin und nicht von Blog im #Schirnmag spricht. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228488427417526273


15:58 Für Künstler sei große Öffentlichkeit nicht immer gut. Galerien seien stark auf elitäre Öffentlichkeit aus. Lerne ich von @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228489586601512960


16:09 Die überwiegende Mehrheit der Blogger sind hier privat und nicht kommerziell. Es gibt aber auch alle anderen Formen. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492222889332737


16:09 RT @KuWiWege: Von vielen Kultureinrichtungen werden Blogger noch als suspektes Wesen betrachtet, meint @cogries Sie scheinen unberechenbar #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492296964947968


16:11 Ende des ersten Durchgangs mit Vorträgen und Diskussion. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492737970839552


Es folgte die erste Führung, die noch ohne TweetUP stattfand und den Teilnehmenden des Bloggertreffens vorbehalten war. Ea war überraschend leer in der Kunsthalle, was sicherlich den Temperaturen von über 30 Grad geschuldet war. Ich war am 4. Juli schon einmal in der Ausstellung. Ging damals enttäuscht wieder nach Hause, weil sich die unkommentiert da hängenden Bilder nicht gerade für mein Auge erschlossen. 
Ich empfehle dringend, eine Erstannäherung mit einer Führung zu verbinden oder intensiv die Beiträge auf der Website des Schirn-Magazins zur Ausstellung zu lesen. – Zumindest mir hat sich Koons und die Diskussion um Koons, den nicht alle toll finden, deutlich mehr erschlossen als es das reine Betrachten der Bilder vermochte.

 16:34 Jetzt Führung mit Kurator der #koons Ausstellung in der @SCHIRN #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228498536961044480


16:49 #schirnup man hängte die Bilder von #koons hier assoziativ, nicht nach best. Konzept. @SCHIRN http://twitter.com/16905397/status/228502299654377474


16:52 #schirnup je teurer ein Produkt, um so abstrakter seine Darstellung in #koons Serie von Ende der 80iger Jahre. http://twitter.com/16905397/status/228503185654960128


16:55 #schirnup #koons hat z. T. 50 bis 100 Leute, die für ihn arbeiten. Hinzu kommt viel Zeit, die Koons sich für Bilder lässt. #tweetup http://twitter.com/16905397/status/228503820567707648


16:59 #schirnup die Bilder hier bewegen sich finanziell deutlich im 7stelligen Bereich. #koons ist eine Art Kunstfabrik. http://twitter.com/16905397/status/228504933660495874


17:05 RT @SCHIRN: #schirnup Erst die Arbeit, jetzt das Vergnügen: Kurator Matthias Ulrich führt durch #Koons @SCHIRN http://t.co/XdZa3OmX http://twitter.com/16905397/status/228506362244657152


17:09 #koons traut sich mit großem Aufwand auf Wirkung hin zu arbeiten. Daran scheiden sich die Geister in der Koonsbewertung. #schirnup #tweetup http://twitter.com/16905397/status/228507216938926080


17:13 Als ich 1. Mal in #Koons Ausstellung in @SCHIRN war, irritierte mich Fotorealismus der GEMÄLDE massiv. #schirnup http://t.co/HFQUCqNE http://twitter.com/16905397/status/228508465314795520


Der Übergang zum Liebieghaus gestaltete sich sehr komfortabel. 

17:47 Von #schirnup zum #tweetup im @Liebieghaus haben die tatsächlich nen Shuttle. #Luxus http://t.co/DyMImmbQ http://twitter.com/16905397/status/228516782988738560


Pünktlich zum Beginn des Kultups war Twitter ausgefallen. Also wurden die Tweets als Entwürfe gespeichert und später dann verschickt. Schade, denn der Reiz diese Kultups wäre die Gleichzeitigkeit der Veranstaltung in Schirn und Liebieghaus gewesen. Das war so nicht möglich, aber die Tweets sind vorhanden und gerade weil hier die „Liveberichterstattung ausgefallen ist, bietet sich hier dieses Twitterprotokoll statt eines „üblichen“ Blogartikels an.

 18:17 Twitter ist zu #tweetup im @Liebieghaus down. Also Entwürfe und später raus. #schirnup http://t.co/eu0egdBU

http://twitter.com/16905397/status/228524412767449088


19:07 #tweetup #lh Koons ist im @Liebieghaus zu Gast und ist hier anscheinend oft zu Gast. #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537034602598400


19:07 #koons arbeitet mit kulturellem Gedächtnis und manchmal auch mit Sex und mit Vorstellungen der Betrachter. #koons #KultUp #lh #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228537032471891968


19:07 Grundthese unseres Kunsthistorikers: #koons ist eigentlich konservativ. #tweetup #KultUp #lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228537039795130370


19:07 #koons schiebt #Banalität in die Kunst. #tweetup #lh #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537037005942786


19:07 44 #koons #Skulpturen sind im @Liebieghaus versammelt. Größte KoonsSkulpturenausstellung aller bisherigen Zeiten. #lh #schirnup #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537035936366592


19:10 „der ist so ägyptisch“ – womöglich größte Porzellanskulptur, die es gibt. #KultUp #lh #schirnup #koons http://t.co/Vd97VuDp http://twitter.com/16905397/status/228537740386521088


19:10 „Edelstahl ist Luxus für das Proletariat“ #koons #KultUp #schirnup #lh http://t.co/kEHPKC4Q http://twitter.com/16905397/status/228537739308593152


19:10 Kunst von #Koons funktioniert nur über dessen Perfektionismus. #KultUp #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/4TPtEoii http://twitter.com/16905397/status/228537737794441217


19:10 Farben haben in der Natur überall dort ihre Funktion, wo es um Sex geht. #koons #KultUp #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/0mwmE82i http://twitter.com/16905397/status/228537740692705280


19:13 #KultUp. Venus. #koons #lh langsam bekomme ich Zugang zu Koons. Beginnt spannend zu werden. http://t.co/DV6uq2NN http://twitter.com/16905397/status/228538585685557251


19:18 #kultup Pink Panther. Natürlich Porzellan. Asexuell. Total. #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/b1WEkkSJ http://twitter.com/16905397/status/228539874817499136


19:25 #kultup zählt der Handwerker oder der Ideengeber oder … #Lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228541660693417985


19:26 #kultup ferdisch. War spannend und bereichernd. #lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228541861361483776


So. Das war es gewesen. Ein langer, für mich subjektiv lehrreicher, extrem sommerlicher Nachmittag ging zu Ende. Das Team von Schirn und Liebieghaus hat sich offen für den Kontext sozialer Medien gezeigt und den Bloggern und Twitterern einiges geboten. Klar: Ziel ist unter anderem, Blogger als Teil der Öffentlichkeitsarbeit zu betrachten und entsprechend zu „pflegen“. Solange die Blogger sich dadurch ihre Freiheit nicht nehmen lassen, ist das durchaus in Ordnung. Nun noch das Nachspiel. Sollten sich bei mir noch Tweets sammeln, die in diesen Zusammenhang gehören, werde ich diese ergänzen und als Nachtrag an den Beitrag anhängen.

19:40 @visitatio das war ne subjektive Einschätzung. #KultUp #schirnup #lh @Liebieghaus

http://twitter.com/16905397/status/228545231598006272


20:35 Den Spiegel find ich toll. #koons #tweetup #lh #schirnup @Liebieghaus http://t.co/NrTHcKs6 http://twitter.com/16905397/status/228559079692439552


20:36 RT @SCHIRN: MADE IN HEAVEN führte zum einstweiligen Stillstand für #Koons in der Kunstwelt #kultup http://twitter.com/16905397/status/228559402226049025


20:36 RT @cogries: Geniale Inszenierung: 44 Skulpturen von Koons im Dialog mit 5000 Jahren Kulturgeschichte #kultup http://bit.ly/MVPCk8 @liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228559433473593344


23:24 hier mal eine kleine Statistik zum #schirnup heute: http://archivist.visitmix.com/herrlarbig/1 @schirn http://twitter.com/16905397/status/228601776830545922

  1. Das Fotografieren war uns als Teilnehmer dieses Bloggertreffens in der Schirn und im Liebieghaus ausdrücklich erlaubt! Vor allem im Liebieghaus ist das normalerweise nicht so, aber heute gab es für Teilnehmende an dem Treffen von Bloggern und Twitterern diese Vorgabe nicht. []

Von der Notwendigkeit einer netzpolitischen Grundsatzdebatte

Es besteht die Gefahr, dass Sie Spuren Ihrer Existenz hinterlassen, die Sicherheitsbehörden, Polizei oder böswillig mit möglicherweise verfügbaren Daten umgehende Personen nutzen könnten. Aber das wissen Sie ja bestimmt, auch wenn Sie es vermutlich – genau wie der Verfasser dieses Textes – nicht immer präsent haben.

Telepolis wies gerade darauf hin, dass Apples Stimmerkennunssoftware „Siri“ zum Erstellen von Stimmprofilen genutzt werden kann. – Der Artikel nimmt sich eines Einzelphänomens an, ohne darauf hinzuweisen, dass aus Podcasts ebenso Stimmprofile gezogen werden können, wie aus VIdeo-Logs (VLogs), die im Internet veröffentlicht werden.

Amazon, Apple und Co beobachten die Nutzer ihrer Endgeräte, Google benutzt das Verhalten im Netz noch umfassender zur Gewinnung von personalisierten Daten. Facebook sammelt alles an Daten, was im Rahmen der eigenen Plattform nur möglich ist. — Wer mag, muss nur mal die entsprechenden Anbieternamen und die Begriffe „Datenchutz“ oder „Privacy“ mithilfe einer Suchmaschine recherchieren, um wesentlich umfassendere Übersichten zum Thema Datenschutz in digitalen Kontexten zu bekommen, als ich es an dieser Stelle leisten kann.

Was nur täten Nachrichtenmedien, deren Schwerpunkt auf Themen des digitalen Wandels liegt, nur, könnten sie nicht in kurzen Zeiträumen immer wieder von neuen datenschutzrelevanten Phänomenen berichten, die mit digitalen Medien und deren Nutzung verbunden sind.

Die einzelnen Artikel zu einzelnen Phänomenen sind sicherlich hilfreich, wenn es darum geht, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Menschen Spuren ihrer Existenz hinterlassen und es in digitalen Zusammenhängen besonders einfach ist, diese zu sammeln und auszuwerten, um sie anschließend zu nutzen.

Bislang sind es vor allem ökonomische Interessen, die mit der Datensammelei verbunden sind, aber auch Regierungen und Sicherheitsbehörden sind an solchen Daten und deren Nutzung interessiert.

Funktionierende Demokratien bilden zu diesen Interessen der jeweils Regierenden zwar eine gewisse Barriere gegen diese Datengier, aber das bedeutet nicht, dass auf diesem Wege auch die Sensibilität für das Thema wachsen würde, wie die Ereignisse rund um die Aktualisierung des Meldegesetzes in den vergangenen Tagen gezeigt haben. – Das sich dort zeigende Problem mangelnden Bewusstseins für Fragen des Datenschutzes zeigt sich in der politischen Entscheidungsfindung auch an anderen Stellen, wobei hier nur die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung genannt werden soll.

Die Arbeit von Journalisten, die auf potentielle Datenschutzprobleme bei der Nutzung von Siri oder Facebook oder Amazon oder … aufmerksam machen, verändert eher wenig. Zumindest scheint Facebook nach wie vor kaum über sinkende Nutzerzahlen klagen zu können, Amazon ist weiter erfolgreich am Markt, Siri ist, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, extrem komfortabel.

Die Ambivalenz des Themas zeigt sich dort, wo Politiker gegen Unternehmen wettern, die Daten speichern und nutzten, während diese Politiker zum Teil für eine Vorratsdatenspeicherung sind, die auf den Servern der privaten Telekommunikationsanbieter stattfinden soll.

Wir leben in schizophrenen Argumentationskontexten, wenn es um diese Fragen des Datenschutzes und der Profilbildung geht. Kundenkarten werden genutzt, obwohl bekannt ist, dass sie vor allem der Datensammlung und Profilbildung dienen; Kreditkarten werden benutzt, obwohl mit ihrer Hilfe erzeugten Daten missbraucht werden können, ganz zu schweigen von dem Problem, dass Kreditkartendaten auch schon einmal geklaut werden können.

Das Problem mit den vereinzelten Artikeln zu Fragen des Datenschutzes ist, dass auf Einzelphänomene hingewiesen wird, dabei aber allzuoft und allzuleicht das grundsätzliche Problem hinter Einzelphänomenen verschwindet.

Es gibt zwar die Post-Privacy-Debatte, in der die Phänomene und Gegebenheiten vernetzter digitaler Kommunikation treffend dargestellt und kontrovers diskutiert werden, aber diese Debatte ist bislang kein umfassender gesellschaftlicher Diskurs. Ein solcher ist aber dringend nötig, weil es Entscheidungen grundsätzlicher Art braucht, wie wir mit dem Phänomen der digital erzeugten Datenspuren grundsätzlich umgehen.

Der Rahmen, in dem Individuen dann Entscheidungen treffen können, wie sie digitale Angebote nutzen wollen, müsste verlässlich sein. Das ist heute nicht der Fall, wie die ständigen Veränderungen von Datenschutzbestimmungen großer Anbieter von Diensten im Netz zeigen.

Bislang findet bei netzpolitischen Fragen, also nicht nur bei Fragen des Datenschutzes oder der etwas breiter aufgestellten Debatte um ein modernisiertes Urheberrecht, weniger ien breiter gesellschaftlicher Diskurs als vielmehr ein Katz-und-Maus-Spiel von Interessengruppen statt.

ACTA, Vorratsdatenspeicherung, Probleme des Datenschutzes in sozialen Netzwerken, die zudem global agieren, sind sicherlich auch journalistisch interessante Einzelphänomene, aber ohne eine sachlich geführte Grundsatzdebatte, die sich nicht nur auf Ebene der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des deutschen Bundestages und Lobbygruppen wie „Digitale Gesellschaft“, GEMA, Zeitungsverlegerverband, Sicherheitsbehörden etc. beschränkt, führen diese Einzelberichte höchstens zu punktuellen Bewusstseinbildungsprozessen oder Nachjustierungen kritisierter Phänomene.

Aber vielleicht ist der Grundkonsens ja auch schon längst vorhanden und besteht darin, dass es grundsätzlich immer und überall um ein möglichst umfassendes Durchsetzen der jeweils eigenen Interessen geht und somit um Fragen von Einfluss und Macht. – Wäre dem so, würden wir schon in Kürze nicht mehr nur von „Post-Privacy“ sprechen, sondern auch von „Post-Democracy“. – Ich zöge einen gesellschftlichen Grundkonsens im Umgang mit Daten und dem Thema „Privacy“ dieser Option eindeutig vor.

Wie eine solche breite Diskussion initiiert werden kann, wer sie moderiert und wie in ihrem Rahmen Richtlinien beschlossen werden, ohne dass es wieder ein Machtspiel von Lobbygruppen wird, lauten in meinen Augen die Fragen, die dringend angegangen werden müssen; – freilich ohne die Wachsamkeit gegenüber Plänen wie ACTA, der Vorratsdatenspeicherung, dem Leistungsschutzrecht, dem Meldegesetz und was Politik sonst noch planen könnte aufzugeben; – freilich ohne darauf zu verzichten, immer wieder auf die Datenschutzproblemen bei Firmen und in sozialen Netzwerken hinzuweisen.

Die Einzelphänome nicht aus dem Blick verlieren und das Ganze in einen gesellschaftlichen Diskurs einbinden, der möglichst nationale Grenzen überschreitend und idealerweise mindestens gesamteuropäisch ist, ist das Gebot der Stunde. – Es geht zwar auch ohne, aber die Konflikte im Kontext der Netzpolitik drohen schon heute so sehr die Gefahr eines „Kulturkampfes“ in sich zu tragen, dass ein breiter Diskurs in meinen Augen nur als vernünftig und somit als erstrebenswert bezeichnet werden kann.

Über den Bildungsauftrag der Schule und digitale Medien

Schule hat den Auftrag, junge Menschen im Rahmen ihrer Sozialisation zu bilden und zu erziehen.

Das habe nicht ich mir ausgedacht.

Das steht im für mich verbindliche Schulgesetz des Landes Hessen. –  Das erste dort genannte Ziel von Bildung ist es, die Grundrechte für sich und andere wirksam werden zu lassen.

Es geht dort um Beziehungen zu anderen Menschen, die von Achtung und Toleranz, Gerechtigkeit und Solidarität geprägt sein sollen.

Es geht um die Beförderung der Gleichberechtigung, um das Verständnis anderer Kulturen und deren Leistungen, um die Fähigkeit, das eigene Handeln auf seine Konsequenzen befragen zu können.

Erst nachdem diese Ziele deutlich formuliert worden sind – meiner Kenntnis nach unterscheiden sich die Gesetze der unterschiedlichen Länder in ihren Zielen nicht sonderlich voneinander –, wird der Auftrag der Schule konkretisiert: Wissen, Kompetenzen und auch Werthaltungen sollen vermittelt werden.

Das Sachwissen spielt eine große Rolle, wenn es um das Erreichen dieser Ziele geht; doch dieses Sachwissen muss immer mit dem Handeln in Beziehungen verbunden werden, ja, das Ergebnis des Handelns in Beziehungen sein: Achtung und Toleranz sind keine theoretischen Konstrukte, Gerechtigkeit und Solidarität sind Teil einer Grundhaltung von Menschen, die sich in konkreten Handlungsweisen zeigen.

Schlagwörter, mag mancher sagen, lauter leere Phrasen, deren ermüdende Kraft nicht unterschätzt werden darf; Achtung, Toleranz, Solidarität, Gerechtigkeit – nichts davon läuft irgendwo auf der Straße herum, das sind alles abstrakte Begriffe. – Ob und wie es gelingt diese Worthülsen mit Inhalt zu füllen, mit konkreten Handlungskompetenzen zu verbinden, ist für mich zu einem der zentralen Kriterien für die Frage nach der Qualität von Unterricht geworden.

Ob digitale Medien dabei helfen können, den Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schulen zu erreichen? Können sie dazu beitragen, die Qualität von Unterricht zu stützen, zu fördern und wenn nötig auch zu verbessern?

Nach wie vor wird auf diese Fragen mehr mit Vorurteilen reagiert als mit sachlich reflektierten Argumenten. Die Ablehnung digitaler Skepsis gegenüber digitalen Technologien als Instrumente des Unterrichts ist oft ebenso irrational wie deren glühende Befürwortung.

Dabei wird weitgehend ausgeblendet, dass die Frage eingesetzter Technologien im Kontext des Bildungsauftrags von Schulen zu betrachten ist. – Als Lehrer bevorzuge ich selbstverständlich nach bestem Wissen und Gewissen und im Rahmen struktureller Gegebenheiten auf Dauer jene Instrumente, die das Erreichen der Ziele von Bildung und Erziehung am nachhaltigsten unterstützen.

Deshalb war es für mich naheliegend, zuerst für mich selbst herausfinden zu wollen, wie das von digitalen Strukturen gestützte Internet für mich selbst als Bildungsmedium funktioniert: Ich habe angefangen im Internet zu schreiben, Artikel zu Bildungsthemen zu lesen und zu kommentieren, die andere geschrieben haben, mich mithilfe des Instruments „Twitter“ zu vernetzen.

Das hat zu meinem großen Erstaunen eine große Dynamik entwickelt.

Hatte ich zu Beginn meiner Zeit im Internet noch mit einseitig Informationen verteilenden Websites zu tun, so befinde ich mich heute in einem kontinuierlichen Kommunikationsprozess. Der kontinuierliche Dialog – unter anderem mit sehr vielen Menschen, die professionell mit Bildungsfragen zu tun haben –, ist für mich selbst zum Lernprozess geworden. Dabei geht es zentral um Fragen der gegenseitigen Achtung, Toleranz, praktische Solidarität wird geübt und viele nutzen digitale Medien auch, um Gerechtigkeit einzufordern und zu deren Umsetzung beizutragen.

Dass elektronische Bücher die Schultaschen von Schülerinnen und Schülern erleichtern können, dass digitale Medien leichter aktuell gehalten werden können als analoge, dass Computer und Internet eine enorme Anziehungskraft für Schülerinnen und Schüler haben, sind marginale Nebeneffekte, angesichts der hochkarätig kommunikativ ausgelegten Strukturen, die digitale Medien bereithalten – auch für Schule und Unterricht.

Bereits heute halten Schüler und Schülerinnen, die sich im Rahmen internationaler Schüleraustauschprogramme kennen gelernt haben, intensiven Kontakt mittels sozialer Netzwerk. Dabei erfahren Sie ganz konkret, welchen Wert sprachliche und auch fremdsprachliche Kompetenzen haben, um überhaupt kommunizieren zu können. Auch wenn es früher die Möglichkeit für Brieffreundschaften gab, so hat diese alltägliche und sehr kontinuierliche Konfrontation mit der Notwendigkeit, über entsprechende sprachliche Kompetenzen verfügen zu müssen, wenn mit anderen Menschen Kommunikation gelingen soll, in meiner Wahrnehmung eine ganz andere Qualität.

Das von Bertolt Brecht in seiner Radiotheorie noch als anzustrebendes Ziel formulierte Ideal, dass das Radio von einem Instrument der einseitigen Verteilung von Inhalten zu einem Kommunikationsmedium werden möge, ist Wirklichkeit geworden. Das Internet hat das Potenzial, jedem und jeder Möglichkeiten der Teilnahme am Diskurs der Gesellschaft (weit über Schule hinaus!) zu ermöglichen. – Entsprechend haben digitale Medien ein enormes Potenzial, die Qualität von Unterricht zu unterstützen, weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Dazu sind selbstverständlich Wissen und Kompetenzen nötig: zunächst bei Lehrerinnen und Lehrer, die diese dann den Schülerinnen und Schülern vermitteln. Zu diesen Kompetenzen gehört aber auch, dass Lehrerinnen und Lehrer akzeptieren, dass im Kontext digitaler Medien zumindest hin und wieder Schüler und Schülerinnen bereits kompetenter sind als sie selbst.

Auch beim Einsatz digitaler Medien kommt es, mittlerweile ist es fast schon eine Binsenweisheit, zentral auf den Lehrer oder die Lehrerin an. Bildungsprozesse sind nach wie vor personalisierte Prozesse, die von Persönlichkeit und Feedback-Kultur leben

Zugegeben, ich habe keine großen Projekte am laufen, in denen es um digitale Medien in der Schule gehen würde. Und dennoch befindet sich ein zentrales Instrument zur Verbesserung des Unterrichts in den Hosentaschen überraschend vieler meiner Schüler. Es ist nicht nur das Wissen der Welt einen Klick weit entfernt, es ist auch die Möglichkeit zur Kommunikation ständig vorhanden. Sicher: Die ständige Verfügbarkeit von Kommunikationsmöglichkeiten verlangt selbst wieder Lernprozesse, die dazu beitragen, die Möglichkeiten digitaler Vernetzung reflektiert zu nutzen – und auch den aktiven Verzicht auf diese Optionen zu erlernen.

Ging ich früher in den PC-Raum der Schule, musste ich damit rechnen, dass in dem Augenblick, in dem die Schüler Platz genommen und die Rechner eingeschaltet worden waren, auch schon die ersten Ausflüge auf nicht zum Unterricht gehörende, für die Schüler aber sehr spannend Websites losgingen. Immer wieder war es nötig, Schülerinnen und Schülern der Sonderwelt des PC-Raums zu ermahnen, den Besuch auf unterrichtsfremden Seiten doch bitte zu unterlassen.

Neben dieser Erfahrung, dass der Einsatz von PC-Räumen der Qualität von Unterricht mehr schadet als nutzt, war es für mich die Irritation darüber, dass die Gestaltung der PC-Räume an den meisten Schulen den didaktischen Grundsatz angemessener Phasenwechsel nahezu unmöglich machte, die mich fragen ließ, wo eigentlich der große Unterschied zu meinem eigenen sehr positiven Lernerfahrungen im Internet liegt.

Anders als in der Schule nutze ich digitalen Medien immer dann, wenn es mir in einem Arbeitsprozess notwendig erscheint. Manchmal muss ich nur ein Wort recherchieren, manchmal fehlt mir ein bestimmtes Sachwissen, auf das ich via Internet sehr schnell zugreifen kann

Ich begann vor ca. eineinhalb Jahren, mein eigenes digitales Endgerät (Tablet) als ein selbstverständlich im Unterricht verfügbares Instrument zu betrachten. Das führte dazu, dass nun auch Schüler und Schülerinnen die ihren verfügbaren digitalen Endgeräte zu Zwecken des Unterrichts nutzen. Die Notwendigkeit zur Ermahnung, doch bitte nur unterrichtsrelevante Websites zu besuchen, ist seitdem deutlich zurück gegangen. Digitale Medien werden vielmehr ganz selbstverständlich zum Teil des Arbeitsprozesses im Klassenraum. Dies führt immer wieder zu Metagesprächen, zur Reflexion über die Nutzung dieser Instrumente, sei es nun in Bezug auf die Seriosität aufgefundener Materialien oder auch in Bezug auf Fragen der Privatsphäre und des Datenschutzes.

Andere Lehrer und Lehrerinnen, andere Schulen gehen andere Wege. Es gibt mehr und mehr Schulen, die das System produktiv nutzen, das auch so große Projekte wie die Wikipedia ermöglicht. In diesen Fällen zum Einsatz kommende Software ermöglicht es allen Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrenden, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Interaktivität wird hier also produktiv für schulische Zwecke genutzt.

Dass solche schulspezifischen Plattformen allerdings akzeptiert werden, ist meist mit großen Mühen verbunden. Sie werden oftmals wiederum als Sonderwelten im Internet wahrgenommen, so dass sie nicht mit der Anziehungskraft, die digitale Strukturen auf Schülerinnen und Schüler ausüben können, mithalten können.

Ist aber erst einmal die Versuchung überwunden, beim Einsatz digitaler Medien im schulischen Unterricht wiederum nicht zu differenzieren, sondern alle Schüler und Schülerinnen das gleiche machen zu lassen, können diese Instrumente außerordentlich fruchtbar werden.

Wenn Schüler Facharbeiten erstellen, so stelle ich ihnen mittlerweile frei, ob diese analog oder digital produziert werden. Ich bestehe zwar in der Regel darauf, dass neben digitalen ein Mindestzahl an analogen Quellen genutzt wird, doch pendelt sich das Verhältnis der eingesetzten Medien und Produktionsformen interessanterweise fast immer sehr gleichmäßig ein: etwa ein Drittel erstellt die Arbeiten rein digital, etwa ein Drittel nutzt sowohl digitale als auch analoge Darstellungsmöglichkeiten, ein letztes Drittel zieht nach wie vor analogen Medien vor. – Unmöglich, eine solche Heterogenität der Arbeitsformen und damit verbunden auch der Lernstile in einem PC-Raum oder einen Raum ohne PC methodisch und didaktisch fruchtbar werden zu lassen.

Natürlich, es gibt mittlerweile viele Beispiele, wie digitale Quellen und Darstellungsformen für den Unterricht genutzt werden können. Dabei werden diese Quellen häufig jedoch zu einem Ersatz für den Frontalunterricht, weil Ihnen ein oft rein instruktiver Charakter zugeschrieben wird.

In vielen Fällen bedeutet der Einsatz von Computern im Unterricht, dass Schülerinnen und Schüler Inhalte von Websites aufnehmen. Die kommunikativen Grundstrukturen des Web 2.0 werden dabei sehr häufig völlig ausgeblendet, auch weil sie vielen Lehrern und Lehrerinnen nach wie vor sehr fremd sind.

Die Notwendigkeit des Erwerbs von Medienkompetenz beschränkt sich nicht auf Schüler; sehr viele Lehrer und Lehrerinnen müssen sich die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien als Kommunikationsmedien noch aneignen. Darüber hinaus entfalten digitale Medien dann ihren Charme, wenn sie genutzt werden.

Anfang April 2012 hatte ich abends eine kurze, aber intensive Diskussion mit zwei Schülern, die auf Twitter präsent sind, in der es um nichts geringeres ging als um die Philosophie Immanuel Kants. Diese Diskussion fand öffentlich statt und war öffentlich fruchtbar, erwuchs doch aus ihr die Idee, dass ein Kollege aus Köln und ich in Frankfurt am Main gemeinsam überlegen, ob und wie wir unsere Schüler und Schülerinnen miteinander in einen Kommunikationsprozess bringen können, der fachbezogen die Möglichkeiten des Netzes nutzt, um gemeinsam und dialogisch an konkreten Themen zu arbeiten und dabei gleichzeitig auch Grundformen demokratischen Miteinanders einzuüben. Das Projekt selbst noch nicht umgesetzt, zeigt aber, was mit Öffnung von Schule und Unterricht gemeint sein kann.

Nach wie vor gilt: die Qualität des Unterrichts hängt sehr stark von der Person des Lehrers ab. In Zeiten digitaler Medien und des Internets bedeutet dies auch, dass die Qualität von Unterricht, der sich digitaler Medien bedient, auch davon abhängt, welche Kompetenz der unterrichtenden Lehrer selbst hat, um mit diesen digitalen Medien souverän umgehen zu können. Die Chancen moderner Medien zur Bereicherung des Unterrichts, zur Verbesserung des Unterrichts, hängen von der Medienkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer ab.

Da diese Kompetenz häufig noch einen großen Fortbildungsbedarf hat, bedeutet dies natürlich auch, dass Kultusminister Kultusministerinnen dringend darüber nachdenken müssen, wo sie Lehrer und Lehrerinnen einerseits zu den notwendigen Fortbildung verpflichten können, aber auch, wie sie zur Ermöglichung solcher Fortbildungen Entlastungen anbieten.

Digitale Medien können Schüler und Schülerinnen sehr schnell in kommunikative Prozesse hineinführen, die sowohl dem Erwerb von Fachwissen dienen, die aber gleichzeitig all jene Kompetenzen und Werthaltungen fördern können, die mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schule verbunden sind. Und dieser Bildungs- und Erziehungsauftrag steht im Zentrum. Die Debatte um Instrumente, die diesem Ziel dienen, ist diesem Auftrag untergeordnet und immer auch darauf hin zu befragen, ob dieser Auftrag im Blick behalten oder von Technikdebatten überlagert wird.

 

„Schule 3.0: digital total?“ – Diskussionsbeitrag zu einem Artikel von Prof. Dr. Christian Spannagel

Dieser Beitrag bezieht sich auf den gerade im Blog von Prof. Dr. Christian Spannagel erschienen Artikel „Schule 3.0: digital total?“. Da mein Beitrag für die Kommentarspalte des Blogartikels ein wenig zu umfangreich wurde, erscheint er hier, ist aber ein Diskussionsbeitrag zum genannten Blogartikel, der zunächst gelesen werden sollte

Großartig, lieber Christian, mit welcher Konsequenz du im Vorfeld von Podien auf denen du sitzt oder von Vorträgen, die du hältst, deine Gedanken mitteilst, sodass andere dir ihre Gedanken mitteilen können.

Was also geht mir durch den Kopf, wenn ich deine Statements lese? Das will ich hier sammeln.

Ich finde deine Überschrift einigermaßen „voreilig“ ;-) . Gut, Versionszahlen sind heute allgegenwärtig und seit „2000“ als Metapher für „Zukunft“ nicht mehr taugt, lehnt man sich jetzt an die Versionbezeichnungen von Software an bzw. an jenes „Web 2.0“, das einst ausgerufen wurde und dessen Begriff auf Dale Dougherty, Craig Cline und Tim O’Reilly zurück gehen soll. Die Bezifferung von Software-Versionen als Zukunftsmetapher! Das sagt einiges über die Erwartungen gegenüber dieser Zukunft aus, die als digitale gedacht wird. Mit „Schule 3.0“ willst du auf diesen Faktor hinweisen. Gut so. Schaue ich mir aber die Schlüsseprinzipien an, die O’Reilley und Batelle zusammgestellt haben, komme ich doch ins Grübeln.

Wende einfach mal diese Schlüsselprinzipien des Web 2.0 auf Schule an – und der ganze Mut, der hinter deiner Überschrift steckt, wird erkennbar:
  • das Web als Plattform (anstatt des lokalen Rechners)
  • datengetriebene Anwendungen (Inhalte sind wichtiger als das Aussehen)
  • die Vernetzung wird verstärkt durch eine „Architektur des Mitwirkens“ (jeder kann mitmachen)
  • Innovationen beim Aufbau von Systemen und Seiten durch die Verwendung von Komponenten, welche von verschiedenen Entwicklern erstellt worden sind und beliebig miteinander kombiniert werden können (ähnlich dem Open-Source-Entwicklungsmodell)
  • einfache Geschäftsmodelle durch das verteilte, gemeinsame Nutzen von Inhalten und technischen Diensten
  • das Ende des klassischen Softwarelebenszyklus; die Projekte befinden sich immerwährend im Beta-Stadium
  • die Software geht über die Fähigkeiten eines einzelnen Verwendungszwecks hinaus
  • es wird nicht nur auf die Vorhut von Web-Anwendungen abgezielt, sondern auf die breite Masse der Anwendungen
Von „http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Web_2.0&oldid=99313823

Lese ich das, so kommt es, um in schulischen Belangen Version 3.0 zu erreichen, entweder zum Überspringen einer Version oder aber es ist zunächst einmal anzuerkennen, dass Schule in Deutschland heute gerade dabei ist, sich sehr langsam an die auf sie anwendbaren Schlüsselprinzipien des Web 2.0 anzunähern.

Inwiefern die genannten Schlüsselprinzipien auf Schule angewendet werden können oder ob die Versionen-Nummern-Metapher als Metapher für die Schule überhaupt trägt, soll hier jetzt nicht Gegenstand sein. Das muss mal an anderer Stelle Platz finden. Hier soll der Hinweis reichen, dass bereits der von dir, Christian, gewählte Titel enorm viele mitgedachte Voraussetzungen (Implikationen) in sich trägt, die für eine eigene Diskussionsrunde reichen würden.

Zeit, mich deinen Statements zuzuwenden:

ad 1. Es geht nicht nur um die schulische Integration digitaler Endgeräte und vernetzter Strukturen, deren Alltagsrelevanz enorm ist, sondern auch um die Reflexion des Umgangs mit den Herausforderungen des Umgangs mit der dialektischen Spannung, die zur Zeit zwischen analoger und digitaler Weltsicht besteht.

Ich bin Schülern begegnet, für die waren die gerade aktuellen Proteste gegen ACTA ihr erstes aktives politisches Engagement. „Das ist meine erste Demonstration“, sagte mir ein Schüler am Rande der Frankfurter Stop-ACTA-Proteste. – Schulen verändern sich und ich stimme dir zu: Wenn Schule auch in digitalen Zusammenhängen „Weltorientierung“ ermöglichen soll, dann ist die Integration digitaler Endgeräte und vernetzter Strukturen im Kontext Schule „in erheblich stärkerem Maße“ notwendig.

Ich spreche an dieser Stelle nicht von Unterricht, weil das Schule zu eng führt, denn digitale Strukturen lassen „Unterricht“ eben nicht mehr nur als klassischen „Unterricht“ zu. Neben den Präsenzzeiten könnten stärker digitale Vernetzungen eine Rolle spielen, in denen dann auch Lehrer mitwirken.

Aber: Wie soll Weltorientierung in digitalen Strukturen gelingen, wenn diese Strukturen in Politikerreden zwar vorkommen, aber nicht wirklich offensiv und verbindlich sichergestellt wird, dass die Lehrerinnen und Lehrer selbst diese „Weltorientierung“ für sich leisten bzw. aktiv für sich erschließen?

Wenn du forderst, dass Schule digital werden müsse, ich würde etwas vorsichtiger sagen, Schule muss selbstverständlicher mit digitalen Endgeräten und vernetzten Strukturen umzugehen lernen, musst du auch fordern, dass Lehrer entsprechend kompetent in diesen Bereichen arbeiten können (hier bin ich schon bei deinem Punkt 7 angelangt, aber das gehört ja doch zusammen, ich würde also Punkt 1 und 7 näher zueinander rücken, um diese enge Verbindung stärker zu machen).

Grundsätzlich gilt hier: Ja, die systematisch im schulischen Curriculum verankerte Medienkompetenz muss Teil der Schule werden, die von meiner Warte aus aber durchaus nicht zur Monokultur zu werden braucht.

ad 2. Hier habe ich wenig hinzuzufügen, mal abgesehen von der Erfahrung, von der auch André Spang erzählt, dass die Verfügbarkeit digitaler Endgeräte mit Zugang zum Internet die Phasenwechsel bzw. das Arbeiten der Schüler und Schülerinnen verändert. Das Smartphone, das Tablet, das Laptop mit UMTS-Karte ergänzen Wörterbücher, ersetzen Lexika – und fordern dazu heraus, konsequent nach Qualitätskriterien bezüglich der angebotenen Informationen zu fragen. – Als Religionslehrer weiß ich ganz besonders, wovon ich hier spreche, denn wenn Schüler Grundbegriffe dieses Faches recherchieren, stoßen sie schnell auch auf eher christlich-fundamentalistisch orientierte Seiten. Das Argument, dass genau aus diesem Grunde Schulbücher und gefilterte Bildungsmedien nötig seien, hat zwar etwas und ist in bestimmten Kontexten auch hilfreich, löst aber nicht das Problem, dass Schüler und Schülerinnen bei ihren dennoch stattfindenden Recherchen dann eben unbegleitet durch einen fachlich und im Umgang mit Recherchetechniken kompetenten Lehrer (von denen es  nicht genug zu geben scheint – vgl. deinen Punkt 7) auf solche Seiten stoßen. Damit sind wir wieder bei der Frage der systematischen Einbettung der Medienkompetenz in das Curriculum der Schulen und in die Methodik und Didaktik der Fächer.

ad 3. Digitale Werkzeuge sind nicht sinnstiftend, die Sinnfrage ist aber Kernbestand des Erziehungsauftrages. Die Intensität, die Gespräche zu solchen Themen in Lerngruppen erzeugen, ist rein analog. Es entsteht da meist eine Stimmung, in der digitale Werkzeuge fehl am Platz sind. Anders ausgedrückt: So sehr ich digitale Werkzeuge schätze, gilt für sie das gleiche wie für die von mir ebenso geschätzten analogen Bücher und Schreibwerkzeuge: Die Erfahrung des eigenen Selbst – ohne eine äußere Beschäftigung oder Ablenkung, die über das Sitzen oder das Wandern hinaus geht – ist eine existentielle Erfahrung, die ich für ein glückliches Leben für notwendig erachte, die aber digitale Werkzeuge nicht darzustellen in der Lage sind. – Das mag ein wenig esoterisch klingen, ist aber durchaus ernst gemeint.

ad 4. PC-Räume sind aber so etwas von Frontalunterricht und bieten nur sehr begrenzt die Möglichkeit des Methodenwechsels: Schüler sitzen frontal vor Bildschirmen, der Lehrer blickt auf die Wand aus Bildschrimrückseiten, sieht die Schüler nicht und Platz für andere Arbeitsmaterialien oder die Möglichkeit, mit seinem Gerät schnell mal zu einem Schüler in der anderen Ecke des Raumes zu gehen, sind nicht vorgesehen. Stationäre IT läuft dem Interesse an eigenständigem Lernen zuwider, weil der Desktop nicht mal so eben zur Buchrecherche mit in die Schulbibliothek genommen werden kann. Meine Annahme: PC-Räume werden verschwinden wie Sprachlabore und durch persönliche Endgeräte von Schülern und Lehrern ersetzt.

ad 5. Ich bin mir nicht sicher, ob das genau so aussehen wird, wie du das beschreibst, weil z. B. der Kunst- und Musikunterricht sicher nicht nur mit digitalen Instrumenten arbeiten können, aber auch, weil ich vor einer digitalen Monokultur noch ein wenig zurück schrecke.

Vielleicht liege ich falsch, wenn ich Handschriftlichkeit und zumindest das Beherrschen analoger Arbeitstechniken nach wie vor als eine Voraussetzung für digitales Arbeiten sehe, aber noch bin ich nicht völlig davon überzeugt, dass z. B. die von mir empfundene Ästhetik mancher analogen Medien durch digitale Ästhetiken ersetzt werden kann, ohne dass dies zu Verlusten führt, die ich nicht will. Ja – hier bin ich altmodischer Bildungsbürger, der im wahrsten Sinne des Wortes zwischen analogen und digitalen Medien lebt.

ad 6. Nun, der Gastgeber der Diskussion, zu der du eingeladen bist, wird hier ja eine Revolution im Rahmen der Didacta präsentieren, bei der ich mir duchaus vorstellen kann, dass sie zunächst einmal vorhandene Schulbücher digital zu vermarkten versuchen wird, ohne konkret zu realisieren, dass digitale Bildungsmedien anders aussehen müssen.

Zumindest die bislang von den Verlagen zur Verfügung gestellten digitalen Medien sind im Grunde meist genau das, was du als „sinnlos“ beschreibst: PDF-Dateien, die für PC / Tablets verfügbar gemacht werden. – Wenn man im Web bessere Materialien finden wird als in kommerziellen Angeboten, teilweise geschieht das ja schon, aber viel Material krankt z. B. an mangelndem Willen zu schönem Layout, dann werden sich Schulbuchverlage wirklich innovativ zeigen müssen, wenn sie nicht mittelfristig von großen Konzernen geschluckt werden wollen, in deren Portfolio gerade Platz für Bildungsmedien geschaffen wurde oder wird.

Dass Schulbuchverlage als Unternehmen, die Bildungsprozesse begleiten und Lehrern Arbeit erleichtern, ihre Geschäftsmodelle wahrscheinlich werden verändern müssen, um auf Dauer zu überleben, habe ich schon mal formuliert und du verlinkst das auch entsprechend (Danke dafür!). Aber dazu ist Innovationkraft nötig. Dass Schulbuchverlage die entsprechenden „Nerds“ einkaufen, die solche Innovation in digitaler Hinsicht erwarten ließen, ist mir allerdings bislang noch nicht zu Ohren gekommen – wobei mir sehr vieles nicht zu Ohren kommt ;-)

ad 7. Dazu habe ich oben schon einiges gesagt. Lehrpersonen müssen sich mehr und mehr zu medienkompetenten Nutzern digitaler Medien entwickeln, um zeigen zu können, wie man mit digitalen Endgeräten arbeitet.

Mein erster Schritt der Aktivierung digitaler Mediennutzung für meinen Unterricht war nicht, dass ich mit den Schülern Projekte startete, sondern dass ich mein digitales Arbeiten in den Klassenraum brachte, meine Unterrichtsentwürfe auf dem Tablet hatte. Ich schleppte weiter Schulbücher mit, weil ich die natürlich nicht digitalisierte (digitalisieren darf, auch nicht zur Eigennutzung, wenn ich das Schulbuch gekauft habe, womit wir wieder bei der dringenden Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter wären, bei der nicht nur die Rechte der Rechteinhaber – die oft gar nicht die Urheber sind – im Zentrum stehen, sondern ebenso stark die Nutzungsrechte mit bedacht werden).

Mein erster Schritt war also das Arbeiten mit digitalen Endgeräten und meine eigene Vernetzung im WorldWideWeb.

Aus diesem Schritt ergab sich dann, dass Schüler und Schülerinnen vermehrt nachfragten, ob sie ihre Geräte auch nutzen dürften. So ist die Nutzung dieser Geräte organisch aus dem Unterricht und vor allem aus der vorgelebten Praxis des Lehrers entstanden.

Das habe ich mir alles autodidaktisch angeeignet, was man sicher nicht als Standard erwarten kann. Deshalb ist dein persönlicher Eindruck, den ich nur unterstreichen kann, so erschreckend wie leider auch sehr treffend: Fortbildungen im Bereich Medien und IT für Lehrer sind qualitativ oft eher anstrengend als motivierend.

Dennoch: Ja, hier bedarf es der eigenen Verantwortung von Lehrenden. Problem: Um diese Verantwortung zu übernehmen bräuchte man die entsprechende Zeit. Aber dazu sagst du ja in 10 entsprechendes.

Lehrende brauchen Entlastung um dem Lernbedarf nachkommen zu können, der mit einem Leitmedienwechsel verbunden ist!

ad 8. Nimm dich als Beispiel. Du nutzt digitale Medien in der Lehrerausbildung.

Es scheint mir mehr und mehr Hochschullehrer zu geben, die sich da heran trauen. – Aber leider muss ich dir bei dem Problem der PDF-Massen-Erzeugung, also der Verlagerung des Papiers in seine nicht gedruckte Form, zustimmen. Da gibt es Verbesserungspotential – einerseits.

Andererseits bin ich ein großer Anhänger der reflexiven, analytischen, integrierenden, Erkenntnisse verschaffenden Kraft der Sprache und sehe manche Vorstellung interaktiver Materialbearbeitungen fast schon als eine Multi-Media-Ideologie, die mehr Material gestaltet als dessen Inhalte durchdringt.

Wittgensteins Ausspruch – „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ – ist mir in diesem Zusammenhang  erkenntnisleitend.

Bilder können die Potentiale, die in sprachlicher Kompetenz liegen, ergänzen, multimediale Ausarbeitungen können Zugänge für unterschiedliche Lerntypen schaffen, aber die Sprache gehört ins Zentrum auch der Lehrerausbildung, da sie für Weltorientierung zentral ist. Und was das Sprachbewusstsein in der Lehrerausbildung betrifft, hat es das Melancholie auslösende Moment mit der Frage der Medienkompetenz in diesem Sektor leider gemeinsam.

  1. Das trifft Veränderungen meines Denkens, die ich seit einiger Zeit beobachte. Träumt ich einst von WLan an der Schule, kann ich heute gut auf das vorhandene UMTS und bald auch auf LTE zurückgreifen. SmartBoards sind nett, aber zu teuer und zu unflexibel in unterschiedlichen Räumen nutzbar. Viel wichtiger wäre ein funktionierendes Bildungsnetz mit guter Serverstruktur und zuverlässigem Service. Vieles krankt hier, so dass Lehrer Netzweradministratoren werden sollen, die dafür eigentlich kaum / keine Zeit haben.

Lehrende müssen die Medien nutzen können, man sollte nicht von ihnen erwarten, dass sie vorher erst einmal selbst Kabelschächte ziehen oder Software programmieren – um das mal überspitzt zu formulieren.

Aber: Schulserverinfrastrukturen sind datenschutztechnisch äußerst relevant und sensibel, was bei der Nutzung vorhandener Zugangsmöglichkeiten ins Netz über z. B. LTE entsprechend bereits bei der Anlage der Infrastruktur angemessen integriert werden muss. (Und die Verschlüsselung von E-Mails wird nicht nur in die Lehreraccounts integriert, sondern Lehrenden auch zur Pflicht gemacht, wenn es sich um dienstliche Belange handelt.)

  1. Politisch muss gefordert werden, dass die Voraussetzungen einer Verankerung der Medienbildung geschaffen werden und beispielsweise auch Standards für die  Medienkompetenz und das Medienwissen der Lehrenden formuliert werden, auf das Lehrende dann auch verpflichtet werden.

So dürften bspw. keine Führungspositionen in der Schule und der Schulverwaltung ohne entsprechende Kompetenznachweise (Kompetenznachweise sind etwas anderes als Zertifikate, die oft reine Sitzscheine sind) mehr besetzt werden, um hier deutliche Zeichen zu setzen.

Und dann, da stimme ich dir zu, gehört die Medienbildung in die Curricula aller Alterstufen und aller Fächer.

Kurz: Christian, deine Statements gefallen mir und ich finde sie zutiefst anregend für mein eigenes Denken. Danke dafür und eine spannende Diskussion am Donnerstag (wird die eigentlich aufgezeichnet, gestreamt, online nachvollziehbar gemacht werden?).

 

Apples Bildungsinitiative oder: Vom Aufstellen weiterer Weidezäune.

Stellt Apple neue Produkte vor, entsteht schnell der Eindruck, dass es sich jedes Mal um eine große Innovation handele. – Schnell wird dann die Frage gestellt, welche Art von Technik oder welchen Teil der Gesellschaft Apple dieses Mal „revolutioniere“.

Diese Reaktionen erfolgen mehr oder weniger reflexartig. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich oft, dass Apple bereits vorhandenen Konzepte populärer und marktfähig macht, komplizierte Bedienungen vereinfacht und dafür sorgt, dass jeder, der sich auf dieses „großartige“, „fantastische“, „innovative“ und „so noch nie da gewesene“ Produkt einlässt, fest in Apples Wertschöpfungskette eingebunden wird.

Keine Frage, ich selbst mag Design und Funktionalität der Produkte aus Cupertino sehr, gehe mit ihnen gleichzeitig aber auf der Basis eines sehr ambivalenten Gefühles um.

Apple verbindet Design und Funktionalität seiner Produkte mit einem geschickten und bislang äußerst erfolgreichen Marketing. Beim iPad hat das mit dem geschlossenen System des App-Stores hervorragend funktioniert: Apple stellt entsprechende Werkzeuge kostenlos zur Verfügung, die es Entwicklern ermöglichen, auf einfache Art und Weise Programme zu schreiben. Als „Gegenleistung“ lassen sich die Entwickler darauf ein, ihre Produkte erstens ausschließlich über Apples App-Store zu vertreiben und zweitens einem intransparenten Freigabeprozess zu unterwerfen.

Das gleiche Modell überträgt Apple nun auf Schulbücher.

Sowohl die Software, die zum Lesen dieser Schulbücher notwendig ist, als auch die zum Erstellen dieser Schulbücher zu verwendende Software werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Wenn die so entstandenen Schulbücher kommerziell vertrieben werden, darf dies, so sagt es die Lizenzvereinbarung des Programms iBooksAuthor, ausschließlich über Apples eigenen Store erfolgen; wie üblich nimmt Apple 30 % des im Store erhobenen Preises für sich.

Wiederum behält sich Apple zudem das Recht vor, Veröffentlichungen nach eigenem Gutdünken zuzulassen oder abzulehnen.

An dieser Stelle schätzt Apple zumindest den deutschen Schulbuchmarkt falsch ein. – Offizielle Schulbücher bedürfen der Freigabe durch die entsprechenden Prüfungsbehörden der Länder: Ich stelle mir vor, ein solches freigegebenes Schulbuch enthält Themenbereiche, die mit Apples Meinung, was in einem Schulbuch zu veröffentlichen sei und was nicht, nicht übereinstimmen; ich stelle mir vor, Apple verweigerte einem von einem Bundesland freigegeben Schulbuch die Aufnahme in den iBooks-Store…

Gemäß der aktuellen Lizenzvereinbarung zur Nutzung von iBooksAuthor könnte so etwas passieren.

Darüber hinaus lassen sich Lehrer und Lehrerinnen in Deutschland nicht gerne vorschreiben, welche digitalen Endgeräte sie zu verwenden haben. Im Gegenteil: Es ist damit zu rechnen, dass zahlreiche Lehrer und Lehrerinnen sich gegen die Verwendung von iPads aussprechen werden, da sie sich mit technischen Monokulturen schwer tun. – Der Vorwurf, Apple gehe es vor allem darum, durch frühzeitige Gewöhnung langfristige Kundenbindung zu erreichen, ist schon laut geworden und mit Sicherheit auch nicht völlig von der Hand zu weisen.

Dass Lehrerinnen und Lehrer Entscheidungsfreiheit in Sachen eingesetzter Bildungsmedien haben, insofern sie als solche zugelassen sind oder keiner Zulassung bedürfen, da es sich nicht um explizit als Schulbücher gekennzeichnete Bildungsmedien handelt, steht außer Frage.

Dass mit einer einmal getroffenen Entscheidung eine langfristige Bindung zum Beispiel an ein bestimmtes Schulbuch verbunden ist, steht ebenso außer Frage. In der Regel bleibt aber die relative Vielfalt der Verlage, die Schulbücher zuliefern, erhalten. Diese Vielfalt nehmen die Schülerinnen und Schüler durchaus auch war – ob unreflektiert und bewusst oder, was wahrscheinlicher ist, einfach so nebenbei.

Wenn nun aber Lehrer und Lehrerinnen über den Einsatz von Computertechnologie entscheiden müssen, so sind Bildungsmedien anschließend an ein Gerät gekoppelt.

Selbst wenn die Inhalte aus unterschiedlichen Verlagen kommen, sie sind immer mit einem Gerät verbunden. Darüber hinaus ist es schwieriger, unterschiedliche Plattformen unterschiedlicher Anbieter zu verwenden.

Zudem haben die deutschen Schulbuchverlage bereits angekündigt, im Februar eine eigene Branchenlösung vorzulegen, eine App vorzustellen, die selbstverständlich auch ein geschlossenes System sein dürfte, um so auf dem Markt einer zunehmenden Digitalisierung von Schule und Bildung Fuß zu fassen.

Ob eine vorgestellte Softwarelösung für den Bildungssektor rezipiert wird, ihren Weg zur Zielgruppe findet, hängt immer von der Bereitschaft der Multiplikatoren ab, eine solche Softwarelösung im Bildungskontext zu akzeptieren oder auch nicht.

So sehr ich von den vorgestellten Produkten aus dem Hause Apple in Bezug auf den Bildungssektor beeindruckt bin, so skeptisch bin ich angesichts ihrer – schon im Vorfeld erwartbaren – geschlossenen Architektur.

Die bildungspolitischen Voraussetzungen mögen in anderen Ländern anders sein, sollen doch bereits jetzt ganze Schulbezirke in den USA auf digitale Endgeräte setzen, die in der Regel von einem Hersteller stammen. Es gibt Schulbezirke die haben sich auf Apples iPad festgelegt. Auf diesem Markt könnte Apples Angebot funktionieren. Um auf dem deutschen Markt funktionieren zu können, müsste Apple seine Vertriebsstrategie an die Gegebenheiten in Deutschland anpassen.

Dennoch werde ich mich mit den neu vorgestellten Produkten beschäftigen. Letztgültige Entscheidungen, wie ich mit ihnen umgehen werde, habe ich noch nicht gefällt. Das hindert mich nicht daran, meine Skepsis kundzutun, zu formulieren, wie ich mir solche digitalen Bildungslösungen eigentlich vorstelle. Ohne Visionen davon, wie Schule sein kann und sein soll, gibt es keine Ziele, die erreicht werden können.

Bildungsprozesse haben in meinen Augen etwas mit Freiheit zu tun. Ich habe überhaupt kein Problem, die Produkte einer Firma zu mögen und zu benutzen, solange diese Produkte erlauben, etwas zu produzieren, dessen Rezeption nicht auf die gleichen Produkte der gleichen Firma beschränkt ist. Idealerweise kann ich Inhalte erstellen, die in freien Formaten verfügbar gemacht werden können, also unabhängig von der genutzten Plattform sind.

Lernprozesse verlaufen individuell unterschiedlich, die Zugangsweisen unterschiedlicher Menschen zu ähnlichen Themen sind äußerst vielfältig. Um Bildungsmedien an diese unterschiedlichen Bedürfnisse anpassen zu können, müssen sie dem Lehrer bzw. der Lehrerin größtmögliche Freiheiten geben. Diese Freiheiten haben schon Schulbücher nicht gegeben – geschlossene Softwarelösungen werden sie auch nicht fördern.

Apples Vorstellungen, wie das Schulbuch der Zukunft aussehen könnte, sind zudem äußerst konservativ, wenn ich mir das von Apple zur Verfügung gestellte Ansichtsexemplar eines solchen Schulbuches anschaue. Dieses Musterbuch ist sehr stark instruktiv ausgerichtet, hat in meinen Augen sehr leichte Feedbackfragen integriert und kommt in der Regel immer erst am Ende eines Kapitels dazu, die Eigenaktivität der Lernenden in den Vordergrund zu stellen. Entsprechend hieß es bei der Keynote in New York auch, dass das Schulbuch als Schulbuch unpraktisch sei, seine Inhalte aber qualitativ wertvoll sein würden. Bereits an dieser Stelle war zu ahnen, dass Apple selbstverständlich weder methodisch noch didaktisch irgendwelche Innovationen vorlegen würde.

Selbstverständlich können in mit iBooks-Author erstellten Schulbüchern methodisch und didaktisch neue Wege gegangen werden, aber möglicherweise besteht der Grundfehler darin, dass Apple nach wie vor auf die Buchmetapher vertraut, dabei aber aus dem Blick verliert, dass ein multimediales „Buch“ eben kein Buch mehr ist. Einzig die Buchmetapher ist geblieben. – Entsprechend linearer ist das von Apple vorgelegte Beispielbuch aufgebaut, die nichtlinearen Grundstrukturen des Denkens und Lernens werden hier entsprechend nicht abgebildet, obwohl genau dies in digitalisierten Kontexten problemlos möglich ist.

Apple beantwortet nicht die Frage, die die Gegenwart an im Unterricht eingesetzte Materialien stellt. Apple beantwortet vielmehr vor allem die Frage, wie Verlage ihre Geschäftsmodelle in die digitale Wirklichkeit hinüberretten können. Sich auf die von Apple gegebene Antwort zu verlassen, könnte für die Schulbuchverlage mittelfristig verheerende Folgen haben, so die Annahme stimmt, dass es das Buch selbst ist, das im Kontext der Nutzung digitaler Endgeräte aus dem Lernalltag verschwinden dürfte. Der Lernprozess selbst verändert sich grundlegend – so zumindest meine bisherigen Beobachtungen an mir selbst und an digitale Geräte bereits nutzenden Schülerinnen und Schülern.

Apple hat aber trotz allem erreicht, dass die Diskussion um im Unterricht genutzte Computer einen neuen Anstoß bekommen hat. Dies habe ich bereits einen Tag nach der Präsentation Apples in New York unter Lehrerinnen und Lehrern beobachtet. Deshalb hoffe ich, dass von der Initiative dieses Computerherstellers ein Anstoß ausgeht, der weitere Initiativen, Ideen und Projekte motivieren, intensivieren bzw. lostreten wird.

Letztlich wird es darum gehen, ob es gelingt, von geschlossenen Lösungen hin zu offenen Lösungen kommen, die vermutlich eher browsergestützt zu denken sind.

Doch das Gefühl bleibt ambivalent: Der von Apple konstruierte „goldenen Käfig“, das „Disneyland“ vieler, vieler bunter Apps, hat einen echten Wohlfühlwert, ist schön gestaltet und in vielerlei Hinsicht hochgradig effizient. Andererseits, wenn man den Blick doch einmal von all den Attraktionen abwendet, hat man ständig diesen Zaun im Nacken, der diese Welt massiv nach außen hin abgrenzt. Und dieser Zaun sieht aus, wie alle Zäune letztlich aussehen: unfreundlich, abweisend, grau, kalt. Es ist ein Weidezaun, der die Konsumenten auf der Weide halten soll. Es könnte aber sein, dass es wieder modern wird, sich gerne in der freien „Natur“ bewegen zu wollen. Ich hoffe, diese in meinen Augen wünschenswerte „Mode“ lässt nicht mehr lange auf sich warten.