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Überwachungsstaat konkret – oder: Nachgerechnet

Chris Inglis ist stellvertretender NSA-Direktor. Er sagte bei einer Anhörung im Rechtsausschuss des Repräsentantenhauses des Vereinigten Staaten von Amerika, dass im Verdachtsfall nicht nur Verdächtige beobachtet werden, sondern darüber hinaus deren „Kommunikationspartner“. Dabei gehe man 3 Schritte weit.

Person a ist verdächtig. In der Freundesliste der Person a auf Facebook stehen x Personen (1. Schritt). Nun wird aber nicht nur die Kommunikation von a mit x überwacht, sondern auch die Kommunikation von x mit jedem in ihrer Freundesliste auftauchenden Menschen (y). (2. Schritt) Damit nicht genug: Auch die Kommunikation der Menschen, die mit y befreundet sind (z) wird überwacht, obwohl die meisten aus der Gruppe y die Person a überhaupt nicht kennen dürften. (3. Schritt)

Wenn Person a nun auf Facebook, auf Twitter, auf Xing oder LinkedIn ein Profil hat, muss man natürlich alle „Kommunikationspartner“ – verlinkt zu sein, heißt noch nicht, dass man auch regelmäßig kommuniziert – auf jeder dieser Plattformen nehmen und all die dort entstehende Kommunikation 3 Schritte tief beobachten.

Da man nach Studien auf Facebook über 4,74 Schritte mit quasi jedem online aktivem Menschen verbunden ist (zumindest auf der Facebook-Welt), kann man erahnen, wie umfassend die Kommunikation der im Netz aktiven Menschen von den USA im Verdachtsfall (einer verdächtig, gegebenenfalls ein paar Millionen Leute fallen in den Bereich der Kommunikation über 3 Schritte) überwacht wird.

Ich habe das Experiment jetzt mal auf Xing nachgerechnet. Auf Xing deshalb, weil mir dort ein Tool meine Verbindungen bis zum 3. Grad darstellt.

Und die Zahlen stimmen so immer noch nicht, denn z. B. auf Twitter habe ich zur Zeit über 800 Profile, denen ich folge und über 1800 Profile die mir folgen. Legte man diese Zahlen zu Grunde, hätte das Erschrecken über die jetzt bekannt gewordenen Überwachungsstrategien, denen sicher nicht nur die NSA, sondern bestimmt auch andere Geheimdienste anderer Länder folgen, eine vermutlich noch deutlich erschütternde Dimension.

Jetzt also einmal das „harmlose“ Beispiel auf der Basis von nur 84 Kontakten auf XING:

Auf Xing habe ich derzeit 84 Kontakte. Diese Kontakte haben zusammen wiederum 16970 Kontakte – von denen ich die wenigsten Personen kennen. Diese 16970 Kontakte haben zusammen wiederum 990 685 Kontakte.

Würde nun der US-Geheimdienst mich überwachen (vielleicht, weil ich das Wort Bombe einmal zu oft benutzt habe), dann würde er meine Kommunikation mit Kontakten 1 Grades beobachten und die Kommunikation der Kontakte 2. und 3. Grades gleich auch noch.

Auf der viel zu niedrigen Basis von 84 Leuten, mit denen ich auf XING direkten Kontakt habe,  würde bereits die Kommunikation von  84+16970+990685=1 007 739 Personen von der NSA überwacht werden.

Das ist mit den „3 Schritten“ gemeint, die im verlinkten Spiegel-Artkel genannt sind.

Das ist doch echt beruhigend. So macht deutsch-amerikanische Freundschaft richtig Spaß. Und die Bundesregierung?

Sascha Lobo fasst es wie folgt zusammen: „Meine Heimat wird illegal attackiert, aber die Bundesregierung weiß von nichts, ist nicht zuständig oder wiegelt ab.“

Man reiche mir eine Nierenschale.

Vernetzung ist Arbeit – Über Blogs im Jahr 2013

Dieser Beitrag wurde von Johnny Häuslers Artikel „2013: Das Web zurückerobern“ angeregt und versteht sich als meine reflektierende Verarbeitung dieser Denkanregungen.

Es stimmt, dass geschlossene „soziale Plattformen“ eine ganze Menge an Diskussionen an sich ziehen. Immer mehr an thematischen und auch eher belanglosen Gesprächssträngen wird hinter Registrierungsschranken verborgen. Teilweise sind die Inhalte zwar frei zugänglich, aber um mitreden zu können, muss zunächst diese Registrierungsschranke überwunden werden. Da mit den Daten, die mit der Registrierung und der sich anschließenden Nutzung eines Dienstes anfallen, kommerzielle Interessen verbunden sind, sind „Bezahlschranken“ längst im Netz etabliert: Nutzer bezahlen mit ihren Daten und Aktivitäten.

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#Bloggertreffen und #Tweetup @Schirn @Liebieghaus in #Frankfurt – „Jeff #Koons. The Painter & The Sculptor“

Ich war am 26. Juli 2012 beim ersten Bloggertreffen, das die Frankfurter Kunsthalle Schirn veranstaltete. Aufhänger für diese Initiative der Kunsthalle war die vom 20. Juni – 23. September in Frankfurt stattfindende Doppelausstellung mit Werken von Jeff Koons. 

Im Rahmen des Bloggertreffens habe ich getwittert. Für mich sind solche Tweets nicht nur eine Art Live-Berichterstattung für Interessierte, die nicht da sein können, sondern gleichzeitig Notizen für mich. Bislang habe ich diese Notizen nur für mich mittels eines kleinen Programms wie eine Art Tagebuch abgelegt. 

Aber warum soll ich nicht die „Liveberichterstattung“, die ich ja schon angefertigt habe, die aber auf Twitter nicht als Zusammenhang so einfach erkennbar ist, nutzen und hier als Twitterprotokoll des Bloggertreffens zugänglich machen? 

Ich habe alle Links zu den Tweets, die ich hier aufnehme stehen lassen. (Das sind die langen Links, die jeweils am Ende eines Tweets stehen).

Ich habe alle Links aufgenommen, die ich getwittert habe. Dazu gehören insbesondere Fotos, die ich angefertigt habe.1 Dazu gehören schließlich noch sogenannte Retweets.

An der einen oder anderen Stelle ergänze ich Links, die ich beim schnellen Notieren während der Veranstaltung nicht eingefügt habe. 

An einigen Stellen kommentiere ich zudem die Tweets, sodass für diejenigen, die bereits auf Twitter mitgelesen haben, ein Mehrwert dieses Blogbeitrages entsteht.

Dienstag, 24. Juli 2012

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14:42 Hiermit kündige ich an, dass der Hashtag #schirnup – mit Schwerpunkt am Do – von mir besonders aufmerksam verfolgt (&genutzt) wird. @SCHIRN

http://twitter.com/16905397/status/227745483379077120


Auf meinen Tweet bekam ich eine Anfrage, was denn mit „#schirnup“ gemeint sei, die ich selbstverständlich beantwortet habe.
Und wenn jemand nicht weiß, was ein Hashtag ist: Es handelt sich dabei um ein Schlagwort, das in eine Twitternachricht eingefügt wird. Vor das Schlagwort setzt man eine Raute (#), die dazu führt, dass das Schlagwort wie ein Link angeklickt werden kann und automatisch die Suche nach dem Schlagwort in allen Twitternachrichten gestartet wird. Das ist vor allem bei Veranstaltungen wie dem Treffen von Blogger in der Schirn sehr hilfreich, weil man sich dann für die Zeit der Veranstaltung auf die veranstaltungsbezogenen Nachrichten konzentrieren kann. #Schirnup war das Schlagwort für diese Veranstaltung, abgeleitet von dem Wort „Tweetup“ mit dem ein reales Treffen von Twitternutzern bezeichnet wird. 

15:34 @vilsrip das hier ist mit #schirnup gemeint http://www.schirn-magazin.de/panorama/koons-up-bloggertreffen-schirn-frankfurt/

http://twitter.com/16905397/status/227758686091747329


Mittwoch, 25. Juli 2012

14:43 #schirnup bedeutet auch, reflexiv ans Projekt ran zu gehen, um nicht zum Marketingvieh der PR-Abteilung zu werden. Bin gespannt auf morgen.

http://twitter.com/16905397/status/228108128552640513


 20:23 Spätestens morgen haben Tweets die Chance #Kunst zu werden. Obwohl: Die meisten Tweets halte ich schon jetzt z. T. für #Popart. #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228193706774245377

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Donnerstag, 26. Juli 2012

(Der Tag des Bloggertreffens in der Schirn Kunsthalle zu Frankfurt am Main. Laut Teilnehmerliste waren 56 Blogger, Bloggerinnen und Leute den beteiligten Frankfurter Institutionen beim Treffen dabei.
Am Abend kam noch ein sogenanntes „KultUp“ hinzu, das das Bloggertreffen ergänzte und zu dem die Teilnehmerzahl noch einmal deutlich stieg. Dieses Kultup fand gleichzeitig in der Schirn und dem Liebieghaus statt. Ich habe zu dieser Veranstaltung aus dem Liebieghaus getwittert.)
Zunächst ein paar Tweets im Vorfeld der Veranstaltung:

10:32 So, Follower, werdet heute oft #schirnup lesen. Erklärung: http://www.schirn-magazin.de/panorama/koons-up-bloggertreffen-schirn-frankfurt/ mit @MrsBunz und Mat­thias Pla­nit­zer http://www.castor-und-pollux.de/

http://twitter.com/16905397/status/228407490075840513


13:28 Einer der Orte des Geschehens im Sonnenlicht und unter blauem Himmel. #schirnup http://t.co/oXcKt8CC http://twitter.com/16905397/status/228451677437583360


13:44 So. WLan steht. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228455784399380480


13:51 #schirnup hat an die wichtigen Kleinigkeiten gedacht :-)) http://t.co/T40kycVu http://twitter.com/16905397/status/228457560036999168


13:57 Es füllt sich. #tweetup #schirnup http://t.co/2GsPbdll http://twitter.com/16905397/status/228459067767672832


14:04 Und wieder einmal sehe ich manche #Twitterer zum ersten Mal. Z. B. @bembel #schirnup großartig. http://twitter.com/16905397/status/228460786048188416


Und dann ging es los. Zunächst der Vortrag von Mercedes Bunz

14:06 Jetzt @MrsBunz beim #schirnup. Warum ist es wichtig, dass Formate Kunst / Kultur und Bloggen heute zusammenkommen, sei ihr Thema. http://twitter.com/16905397/status/228461233639133184


14:07 Museen haben sich geöffnet, sind Orte des Publikums, beliebter als ein Fußballspiel. Sagt @MrsBunz beim #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228461620056170497 (Tweet enthielt Fehler, wurde hier korrigiert.)


14:09 Exkurs 1 @MrsBunz #schirnup : Blogs begleiten einen. Auch wenn ihres seit Twitter eingeschlafen sei. Schreibt Blogs pers. Bedeutung zu. http://twitter.com/16905397/status/228462032175890434


14:10 RT @TanjaNeumann: #bunz: #Blogger sind nicht die neuen Journalisten, sie schreiben andere Reviews” #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462199939678208


14:11 Bloggen führt zu anderem Sehen und anderem Erfahren. sagt @mrsbunz beim #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462465736921088


14:12 Blogger nehmen Rolle im Kapitalismus ein, da Kultur und Kapital in Spannung zueinander stehen. @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462879588880384


14:13 Regeln der Kultur (Selbstbestimmung) sind ausgeschwärmt. Autonomie (der Kultur) ist heute weiter verbreitet. #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228463164025626624


14:14 RT @Liebieghaus: sehr sympathisch! RT @tanjapraske: #bunz: haben #blogger schlechtes gewissen, wenn nicht 1x pro Woche Post? Einhellig: ja! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228463222515175424


14:15 @MrsBunz zeigt dieses Video http://www.youtube.com/watch?v=B3z2Wx6v4ec #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228463617899630592


14:19 Kultur ist mehr als Entertainment. Bloggen folgt persönl. Interessen, werden aber wahrgenommen. Austausch findet statt. @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228464579016019968


14:20 RT @TanjaPraske: @MrsBunz Wir sind global. Gibt es da nicht noch mehr? wir koennen nicht dagegen sein. #skepsis #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228464700227198976


14:21 Verweis auf #Tate und deren Website, die wie ein Magazin / Blog gestaltet wird. #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228464984366125056


14:23 Die Apps werden mehr im Museumsbereich. (noch nicht in der @Schirn ;-) ) #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228465582394204160


14:23 RT @cogries: @mrsbunz: digitalisierunug als gegenbewegung zur #entertainisierung #kultup #schirnup #mus20ger http://twitter.com/16905397/status/228465642351779841


14:25 Blogger schärfen Blick, machen auf Kleinigkeiten aufmerksam und Kunstinstitutionen müssen im Netz sein #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228466092912300033


14:30 #tessellation #unhappyHippsters #mondoblogo #lepetitechomalade (Notizen zu Verweisen von @mrsbunz beim #schirnup ) http://twitter.com/16905397/status/228467274535804928


Zum letzten Tweets müssen ein paar Links ergänzt werden, denen zu folgen ich dringend empfehle. Mercedes Bunz zeigte an diesen Beispielen, dass Blogs selbst Kunstcharakter bekommen können, also unter Umständen für Kunstinstitutionen nicht nur inhaltlich relevant, sondern als Kunst interessant sein können:

 14:31 Bloggen kann selbst zur Kunst werden. #schirnup @mrsbunz – Bloggen und Fotografieren schärft das Denken.

http://twitter.com/16905397/status/228467515918012416


14:32 @mrsbunz bringt es unterhaltsam auf den Punkt: Hier ist heute Teil neuer Öffentlichkeit. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228467739147268097


Nach Mercedes Bunz kam Matthias Planitzer zu Wort. Seinen Vortrag gibt es als PDF-Download hier. Gerade hier empfehle ich den Links in den Tweets zu folgen, das diese teilweise Fotos von Planitzers Folien sind.

 14:34 Jetzt Matthias Planitzer von http://www.castor-und-pollux.de/ #planitzer #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228468319911559171


14:35 RT @Liebieghaus: Nächste Schätzaufgabe: wie viele iPads und Laptops sind beim #schirnup? Schneller könnte man wohl die Teilnehmer mit Stift und Block zählen. http://twitter.com/16905397/status/228468558051553281


14:36 @Liebieghaus hab gerade mind. sechs analog notierende gezählt. #schirnup @tanjaneumann http://twitter.com/16905397/status/228468760237973505


14:36 RT @KuWiWege: Tolles Beispiel für kreatives (Kunst-)Bloggen: http://lepetitechomalade.com/ @MrsBunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228468951213023233


14:39 #planitzer #schirnup Titel: Das Blog, die Galerie und die Institution. http://post.ly/8Ufd0 http://twitter.com/16905397/status/228469579087757312


14:41 Egills.de – Basis Erfahrungsbericht von #planitzer bei #schirnup. Problem: Wie kommt man an Fotos von Performance? Z. T. gar nicht. http://twitter.com/16905397/status/228470140252073984


14:42 Pos. Beispiel #MoMa für exzellente Pressearbeit #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228470348276973568


14:44 Status Blogpräsenz – Kulturinstitutionen #planitzer #schirnup http://post.ly/8UfrU http://twitter.com/16905397/status/228470739156750336


14:46 Interessen von Museen, Galerien und Bloggern sind z. T. grundlegend unterschiedliche, stellt #planitzer dar. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228471264786919424


14:48 Blogs sind vollwertige Medien, wenn es um Meinungsbildung geht. sie haben Relevanz und SocialMediaKnowHow #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228471886198214656


14:49 Das Publikum von Blogs als Beispiel. #planitzer #schirnup http://post.ly/8Ug81 http://twitter.com/16905397/status/228472070118469633


14:51 Publikum 2 #planitzer #schirnup Protest von Mitautorin von StilInBerlin ;-) http://post.ly/8UgDQ http://twitter.com/16905397/status/228472576517742592


14:52 Wie werden Kulturblogs wahrgenommen 1? #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgIL http://twitter.com/16905397/status/228472947545866241


14:53 Wie werden Kulturblogs wahrgenommen 2 #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgKh http://twitter.com/16905397/status/228473189901148162


14:58 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Multimediale Verknüpfungen; Erweiterung v. Ausstellungsräumen #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228474248933543936


14:59 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Echtzeitberichterstattung; vernetzte Berichterstattung (BlogParade) #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228474558783582208


15:01 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: virtueller Austausch mit Besuchern. Oft sehr ehrliche Kommentare. Diskussion! #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475137790459904


15:02 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Diskussionen sind archiviert; weiterführende Informationen für Besucher. #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475390228848641


15:03 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: viele Museumsblogs sind unbekannt, Vernetzung funktioniert noch nicht. #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475563797524480


15:05 #planitzers Vortrag zum Download #schirnup http://post.ly/8UgqG http://twitter.com/16905397/status/228476015452753920


15:05 Fazit #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgsQ http://twitter.com/16905397/status/228476236400304129


Nach Matthias Planitzer stellte dann das Öffentlichkeitsteam der Schirn Kunsthalle die SocialMedia-Aktivitäten der Schirn vor.

 15:06 Jetzt stellt Schirn ihre OnlineAktivitäten. #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228476268511903744


15:09 @SCHIRN stellt ihr Ausstellungsprogramm vor. #schirnup Online bei Kommunikation sei sehr wichtig. (Wo ist die KoonsApp???) http://twitter.com/16905397/status/228477091321110528


15:11 Blogger werden von @SCHIRN wie „normale“ Presse behandelt. Der Journalistenberuf bekommt Konkurrenz. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477558923067394


15:11 RT @TanjaNeumann: @herrlarbig Dafür ist die Microsite sehr schön – auch mobil! Koons-in-Frankfurt.de cc @SCHIRN #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477622592610304


15:12 RT @TanjaPraske: #blogger sind herzlich zum Mitmachen eingeladen. Wer fuehlt sich ueber was angesprochen? #feedback von @schirn erwuenscht! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477787613327362


15:12 RT @jennifuchs: The @Schirn invites bloggers to their press viewings alongside journalists. Recognise their value. Good practice! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477832613998592


15:13 #schirnup steht bei Trends Deutschland gerade auf Platz 3 auf Twitter. http://twitter.com/16905397/status/228478122796912640


15:15 Marketingfrau der @SCHIRN stellt nun ihre Arbeit vor. #schirnup Ausstellungshaus braucht andere PR als Museum mit Dauerausstellung. http://twitter.com/16905397/status/228478621222834176


15:17 Unterhaltung UND Anspruch? Natürlich sind wir heute als Blogger hier auch Teil der Marketingstrategie zu Koons. Aber sympathisch. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228479033598414848


15:17 RT @Book_Fair: @herrlarbig @SCHIRN Auch die Frankfurter Buchmesse behandelt akkreditierte Blogger so wie akkreditierte Journalisten. #fbm12 http://twitter.com/16905397/status/228479245402402816


15:19 RT @TanjaNeumann: oO, jetzt kommt das berühmt-berüchtigte “Ja! Nein!” der @SCHIRN. Lachen im Publikum. #Bachmann #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228479669509451777


15:22 Nun gut. die Botschaft lautet: Wir machen viel und sind eigentlich schon ganz toll. #Selbstdarstellung @Schirn #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228480401046388738


15:23 RT @TanjaPraske: #bachmann: Ausstellung #geheimgesellschaften – microsite geheime Informationen zur Ausstellung + Veranstaltungen – #Partizipation #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228480602175860736


15:24 Und jetzt wird das OnlineMagazins der @schirn vorgestellt. #schirnup http://post.ly/8Uhcd http://twitter.com/16905397/status/228480938420609024


15:25 RT @TanjaNeumann: #Bachmann: “Nicht nur der physische Besuch zählt, sondern auch das Erlebnis Kunst und Vermittlung im Netz.” Bravo! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228481123905318912


15:26 RT @TanjaPraske: #famulok ueber#Schirnmagazin – #storytelling – Struktur wird erklaert. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228481338091651073


15:33 RT @Tweet_TrendsDE: Trending auf 26-07-2012 14:41:03: #5reasonsIHateFaceBook-#blogstars-#blamenolan-#Pressemitteilung-#schirnup-#haz… http://bit.ly/O1837P http://twitter.com/16905397/status/228483117340565504


 Zeit für die Diskussion zum Thema.

 15:41 Diskussionsrunde #schirnup http://post.ly/8UiSa

http://twitter.com/16905397/status/228485224038801409


15:42 @mrsbunz Wurde schon die Frage nach Copyright gestellt, wenn ich in der Ausstellung twitter und Fotos anhänge. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228485514444017664


15:43 1. Konflikt zwischen kommerziellen und nicht kommerziellen Bloggern. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228485717691617280


15:44 2. Konflikt: Fallhöhe zwischen Kunsthistoriker und sonstigen Bloggern. #schirnup Qualifikationsproblem. Kommerzialisierung. http://twitter.com/16905397/status/228486049012281344


15:46 Kompetent ist der, der Kompetenz zeigt, nicht der, der sie formal irgendwie hat. Das ist neu in vernetzter Welt. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228486390889984000


15:49 RT @LauraNanaKitten: Die Frage nach kommerziellem und privatem Blog bringt nach wie vor die Gemüter zum Kochen #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228487331391344641


15:52 Gerade gelernt: Wer twittert / bloggt kann fragen, wie z. B. Bilder genutzt werden können. Macht es für PRAbt. nicht leichter ;-) #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228488067474939904


15:54 Finde es ehrlich, dass @Schirn von Magazin und nicht von Blog im #Schirnmag spricht. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228488427417526273


15:58 Für Künstler sei große Öffentlichkeit nicht immer gut. Galerien seien stark auf elitäre Öffentlichkeit aus. Lerne ich von @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228489586601512960


16:09 Die überwiegende Mehrheit der Blogger sind hier privat und nicht kommerziell. Es gibt aber auch alle anderen Formen. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492222889332737


16:09 RT @KuWiWege: Von vielen Kultureinrichtungen werden Blogger noch als suspektes Wesen betrachtet, meint @cogries Sie scheinen unberechenbar #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492296964947968


16:11 Ende des ersten Durchgangs mit Vorträgen und Diskussion. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492737970839552


Es folgte die erste Führung, die noch ohne TweetUP stattfand und den Teilnehmenden des Bloggertreffens vorbehalten war. Ea war überraschend leer in der Kunsthalle, was sicherlich den Temperaturen von über 30 Grad geschuldet war. Ich war am 4. Juli schon einmal in der Ausstellung. Ging damals enttäuscht wieder nach Hause, weil sich die unkommentiert da hängenden Bilder nicht gerade für mein Auge erschlossen. 
Ich empfehle dringend, eine Erstannäherung mit einer Führung zu verbinden oder intensiv die Beiträge auf der Website des Schirn-Magazins zur Ausstellung zu lesen. – Zumindest mir hat sich Koons und die Diskussion um Koons, den nicht alle toll finden, deutlich mehr erschlossen als es das reine Betrachten der Bilder vermochte.

 16:34 Jetzt Führung mit Kurator der #koons Ausstellung in der @SCHIRN #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228498536961044480


16:49 #schirnup man hängte die Bilder von #koons hier assoziativ, nicht nach best. Konzept. @SCHIRN http://twitter.com/16905397/status/228502299654377474


16:52 #schirnup je teurer ein Produkt, um so abstrakter seine Darstellung in #koons Serie von Ende der 80iger Jahre. http://twitter.com/16905397/status/228503185654960128


16:55 #schirnup #koons hat z. T. 50 bis 100 Leute, die für ihn arbeiten. Hinzu kommt viel Zeit, die Koons sich für Bilder lässt. #tweetup http://twitter.com/16905397/status/228503820567707648


16:59 #schirnup die Bilder hier bewegen sich finanziell deutlich im 7stelligen Bereich. #koons ist eine Art Kunstfabrik. http://twitter.com/16905397/status/228504933660495874


17:05 RT @SCHIRN: #schirnup Erst die Arbeit, jetzt das Vergnügen: Kurator Matthias Ulrich führt durch #Koons @SCHIRN http://t.co/XdZa3OmX http://twitter.com/16905397/status/228506362244657152


17:09 #koons traut sich mit großem Aufwand auf Wirkung hin zu arbeiten. Daran scheiden sich die Geister in der Koonsbewertung. #schirnup #tweetup http://twitter.com/16905397/status/228507216938926080


17:13 Als ich 1. Mal in #Koons Ausstellung in @SCHIRN war, irritierte mich Fotorealismus der GEMÄLDE massiv. #schirnup http://t.co/HFQUCqNE http://twitter.com/16905397/status/228508465314795520


Der Übergang zum Liebieghaus gestaltete sich sehr komfortabel. 

17:47 Von #schirnup zum #tweetup im @Liebieghaus haben die tatsächlich nen Shuttle. #Luxus http://t.co/DyMImmbQ http://twitter.com/16905397/status/228516782988738560


Pünktlich zum Beginn des Kultups war Twitter ausgefallen. Also wurden die Tweets als Entwürfe gespeichert und später dann verschickt. Schade, denn der Reiz diese Kultups wäre die Gleichzeitigkeit der Veranstaltung in Schirn und Liebieghaus gewesen. Das war so nicht möglich, aber die Tweets sind vorhanden und gerade weil hier die „Liveberichterstattung ausgefallen ist, bietet sich hier dieses Twitterprotokoll statt eines „üblichen“ Blogartikels an.

 18:17 Twitter ist zu #tweetup im @Liebieghaus down. Also Entwürfe und später raus. #schirnup http://t.co/eu0egdBU

http://twitter.com/16905397/status/228524412767449088


19:07 #tweetup #lh Koons ist im @Liebieghaus zu Gast und ist hier anscheinend oft zu Gast. #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537034602598400


19:07 #koons arbeitet mit kulturellem Gedächtnis und manchmal auch mit Sex und mit Vorstellungen der Betrachter. #koons #KultUp #lh #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228537032471891968


19:07 Grundthese unseres Kunsthistorikers: #koons ist eigentlich konservativ. #tweetup #KultUp #lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228537039795130370


19:07 #koons schiebt #Banalität in die Kunst. #tweetup #lh #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537037005942786


19:07 44 #koons #Skulpturen sind im @Liebieghaus versammelt. Größte KoonsSkulpturenausstellung aller bisherigen Zeiten. #lh #schirnup #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537035936366592


19:10 „der ist so ägyptisch“ – womöglich größte Porzellanskulptur, die es gibt. #KultUp #lh #schirnup #koons http://t.co/Vd97VuDp http://twitter.com/16905397/status/228537740386521088


19:10 „Edelstahl ist Luxus für das Proletariat“ #koons #KultUp #schirnup #lh http://t.co/kEHPKC4Q http://twitter.com/16905397/status/228537739308593152


19:10 Kunst von #Koons funktioniert nur über dessen Perfektionismus. #KultUp #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/4TPtEoii http://twitter.com/16905397/status/228537737794441217


19:10 Farben haben in der Natur überall dort ihre Funktion, wo es um Sex geht. #koons #KultUp #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/0mwmE82i http://twitter.com/16905397/status/228537740692705280


19:13 #KultUp. Venus. #koons #lh langsam bekomme ich Zugang zu Koons. Beginnt spannend zu werden. http://t.co/DV6uq2NN http://twitter.com/16905397/status/228538585685557251


19:18 #kultup Pink Panther. Natürlich Porzellan. Asexuell. Total. #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/b1WEkkSJ http://twitter.com/16905397/status/228539874817499136


19:25 #kultup zählt der Handwerker oder der Ideengeber oder … #Lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228541660693417985


19:26 #kultup ferdisch. War spannend und bereichernd. #lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228541861361483776


So. Das war es gewesen. Ein langer, für mich subjektiv lehrreicher, extrem sommerlicher Nachmittag ging zu Ende. Das Team von Schirn und Liebieghaus hat sich offen für den Kontext sozialer Medien gezeigt und den Bloggern und Twitterern einiges geboten. Klar: Ziel ist unter anderem, Blogger als Teil der Öffentlichkeitsarbeit zu betrachten und entsprechend zu „pflegen“. Solange die Blogger sich dadurch ihre Freiheit nicht nehmen lassen, ist das durchaus in Ordnung. Nun noch das Nachspiel. Sollten sich bei mir noch Tweets sammeln, die in diesen Zusammenhang gehören, werde ich diese ergänzen und als Nachtrag an den Beitrag anhängen.

19:40 @visitatio das war ne subjektive Einschätzung. #KultUp #schirnup #lh @Liebieghaus

http://twitter.com/16905397/status/228545231598006272


20:35 Den Spiegel find ich toll. #koons #tweetup #lh #schirnup @Liebieghaus http://t.co/NrTHcKs6 http://twitter.com/16905397/status/228559079692439552


20:36 RT @SCHIRN: MADE IN HEAVEN führte zum einstweiligen Stillstand für #Koons in der Kunstwelt #kultup http://twitter.com/16905397/status/228559402226049025


20:36 RT @cogries: Geniale Inszenierung: 44 Skulpturen von Koons im Dialog mit 5000 Jahren Kulturgeschichte #kultup http://bit.ly/MVPCk8 @liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228559433473593344


23:24 hier mal eine kleine Statistik zum #schirnup heute: http://archivist.visitmix.com/herrlarbig/1 @schirn http://twitter.com/16905397/status/228601776830545922

  1. Das Fotografieren war uns als Teilnehmer dieses Bloggertreffens in der Schirn und im Liebieghaus ausdrücklich erlaubt! Vor allem im Liebieghaus ist das normalerweise nicht so, aber heute gab es für Teilnehmende an dem Treffen von Bloggern und Twitterern diese Vorgabe nicht. []

Von der Notwendigkeit einer netzpolitischen Grundsatzdebatte

Es besteht die Gefahr, dass Sie Spuren Ihrer Existenz hinterlassen, die Sicherheitsbehörden, Polizei oder böswillig mit möglicherweise verfügbaren Daten umgehende Personen nutzen könnten. Aber das wissen Sie ja bestimmt, auch wenn Sie es vermutlich – genau wie der Verfasser dieses Textes – nicht immer präsent haben.

Telepolis wies gerade darauf hin, dass Apples Stimmerkennunssoftware „Siri“ zum Erstellen von Stimmprofilen genutzt werden kann. – Der Artikel nimmt sich eines Einzelphänomens an, ohne darauf hinzuweisen, dass aus Podcasts ebenso Stimmprofile gezogen werden können, wie aus VIdeo-Logs (VLogs), die im Internet veröffentlicht werden.

Amazon, Apple und Co beobachten die Nutzer ihrer Endgeräte, Google benutzt das Verhalten im Netz noch umfassender zur Gewinnung von personalisierten Daten. Facebook sammelt alles an Daten, was im Rahmen der eigenen Plattform nur möglich ist. — Wer mag, muss nur mal die entsprechenden Anbieternamen und die Begriffe „Datenchutz“ oder „Privacy“ mithilfe einer Suchmaschine recherchieren, um wesentlich umfassendere Übersichten zum Thema Datenschutz in digitalen Kontexten zu bekommen, als ich es an dieser Stelle leisten kann.

Was nur täten Nachrichtenmedien, deren Schwerpunkt auf Themen des digitalen Wandels liegt, nur, könnten sie nicht in kurzen Zeiträumen immer wieder von neuen datenschutzrelevanten Phänomenen berichten, die mit digitalen Medien und deren Nutzung verbunden sind.

Die einzelnen Artikel zu einzelnen Phänomenen sind sicherlich hilfreich, wenn es darum geht, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Menschen Spuren ihrer Existenz hinterlassen und es in digitalen Zusammenhängen besonders einfach ist, diese zu sammeln und auszuwerten, um sie anschließend zu nutzen.

Bislang sind es vor allem ökonomische Interessen, die mit der Datensammelei verbunden sind, aber auch Regierungen und Sicherheitsbehörden sind an solchen Daten und deren Nutzung interessiert.

Funktionierende Demokratien bilden zu diesen Interessen der jeweils Regierenden zwar eine gewisse Barriere gegen diese Datengier, aber das bedeutet nicht, dass auf diesem Wege auch die Sensibilität für das Thema wachsen würde, wie die Ereignisse rund um die Aktualisierung des Meldegesetzes in den vergangenen Tagen gezeigt haben. – Das sich dort zeigende Problem mangelnden Bewusstseins für Fragen des Datenschutzes zeigt sich in der politischen Entscheidungsfindung auch an anderen Stellen, wobei hier nur die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung genannt werden soll.

Die Arbeit von Journalisten, die auf potentielle Datenschutzprobleme bei der Nutzung von Siri oder Facebook oder Amazon oder … aufmerksam machen, verändert eher wenig. Zumindest scheint Facebook nach wie vor kaum über sinkende Nutzerzahlen klagen zu können, Amazon ist weiter erfolgreich am Markt, Siri ist, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, extrem komfortabel.

Die Ambivalenz des Themas zeigt sich dort, wo Politiker gegen Unternehmen wettern, die Daten speichern und nutzten, während diese Politiker zum Teil für eine Vorratsdatenspeicherung sind, die auf den Servern der privaten Telekommunikationsanbieter stattfinden soll.

Wir leben in schizophrenen Argumentationskontexten, wenn es um diese Fragen des Datenschutzes und der Profilbildung geht. Kundenkarten werden genutzt, obwohl bekannt ist, dass sie vor allem der Datensammlung und Profilbildung dienen; Kreditkarten werden benutzt, obwohl mit ihrer Hilfe erzeugten Daten missbraucht werden können, ganz zu schweigen von dem Problem, dass Kreditkartendaten auch schon einmal geklaut werden können.

Das Problem mit den vereinzelten Artikeln zu Fragen des Datenschutzes ist, dass auf Einzelphänomene hingewiesen wird, dabei aber allzuoft und allzuleicht das grundsätzliche Problem hinter Einzelphänomenen verschwindet.

Es gibt zwar die Post-Privacy-Debatte, in der die Phänomene und Gegebenheiten vernetzter digitaler Kommunikation treffend dargestellt und kontrovers diskutiert werden, aber diese Debatte ist bislang kein umfassender gesellschaftlicher Diskurs. Ein solcher ist aber dringend nötig, weil es Entscheidungen grundsätzlicher Art braucht, wie wir mit dem Phänomen der digital erzeugten Datenspuren grundsätzlich umgehen.

Der Rahmen, in dem Individuen dann Entscheidungen treffen können, wie sie digitale Angebote nutzen wollen, müsste verlässlich sein. Das ist heute nicht der Fall, wie die ständigen Veränderungen von Datenschutzbestimmungen großer Anbieter von Diensten im Netz zeigen.

Bislang findet bei netzpolitischen Fragen, also nicht nur bei Fragen des Datenschutzes oder der etwas breiter aufgestellten Debatte um ein modernisiertes Urheberrecht, weniger ien breiter gesellschaftlicher Diskurs als vielmehr ein Katz-und-Maus-Spiel von Interessengruppen statt.

ACTA, Vorratsdatenspeicherung, Probleme des Datenschutzes in sozialen Netzwerken, die zudem global agieren, sind sicherlich auch journalistisch interessante Einzelphänomene, aber ohne eine sachlich geführte Grundsatzdebatte, die sich nicht nur auf Ebene der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des deutschen Bundestages und Lobbygruppen wie „Digitale Gesellschaft“, GEMA, Zeitungsverlegerverband, Sicherheitsbehörden etc. beschränkt, führen diese Einzelberichte höchstens zu punktuellen Bewusstseinbildungsprozessen oder Nachjustierungen kritisierter Phänomene.

Aber vielleicht ist der Grundkonsens ja auch schon längst vorhanden und besteht darin, dass es grundsätzlich immer und überall um ein möglichst umfassendes Durchsetzen der jeweils eigenen Interessen geht und somit um Fragen von Einfluss und Macht. – Wäre dem so, würden wir schon in Kürze nicht mehr nur von „Post-Privacy“ sprechen, sondern auch von „Post-Democracy“. – Ich zöge einen gesellschftlichen Grundkonsens im Umgang mit Daten und dem Thema „Privacy“ dieser Option eindeutig vor.

Wie eine solche breite Diskussion initiiert werden kann, wer sie moderiert und wie in ihrem Rahmen Richtlinien beschlossen werden, ohne dass es wieder ein Machtspiel von Lobbygruppen wird, lauten in meinen Augen die Fragen, die dringend angegangen werden müssen; – freilich ohne die Wachsamkeit gegenüber Plänen wie ACTA, der Vorratsdatenspeicherung, dem Leistungsschutzrecht, dem Meldegesetz und was Politik sonst noch planen könnte aufzugeben; – freilich ohne darauf zu verzichten, immer wieder auf die Datenschutzproblemen bei Firmen und in sozialen Netzwerken hinzuweisen.

Die Einzelphänome nicht aus dem Blick verlieren und das Ganze in einen gesellschaftlichen Diskurs einbinden, der möglichst nationale Grenzen überschreitend und idealerweise mindestens gesamteuropäisch ist, ist das Gebot der Stunde. – Es geht zwar auch ohne, aber die Konflikte im Kontext der Netzpolitik drohen schon heute so sehr die Gefahr eines „Kulturkampfes“ in sich zu tragen, dass ein breiter Diskurs in meinen Augen nur als vernünftig und somit als erstrebenswert bezeichnet werden kann.

#Educamp – Bielefeld: Die Reisemetapher – oder: Das Ziel wird dennoch erreicht #ecbi11

EduCamp Bielefeld :: 18.-20. November 2011

Der Zug kam schon vom Bahnsteig in Frankfurt nicht richtig weg.

Kaum war er angefahren, blieb er ruckelnd wieder stehen.

Dann schlich er, ein Modell des schnellsten und modernsten Zuges, der in Deutschland unterwegs ist, Richtung Frankfurter Flughafen. Doch bereits am Stadion kam die Ansage, dass der Zug am Flughafen enden würde, da es eine Störung am Antrieb gebe, mit der man nicht nach Köln fahren könne. 

Werden eigentlich Züge vor der Abfahrt nicht technisch geprüft? Gibt es an einem so zentralen Knotenpunkt der Bahn, wie es Frankfurt nun einmal ist, keine Ersatzzüge?

Der Zug wurde geräumt und der nächste angebotene Zug Richtung Köln wäre ca. 30 Minuten später gefahren – allerdings nur bis Köln-Deutz. Ich musste aber zum Hauptbahnhof, um von dort meine Reise zum Educamp in Bielefeld fortsetzen zu können.

Und da gab es einen ICE, der früher fuhr. Ich bin rein gekommen. Ich habe einen Sitzplatz bekommen und dann – Weiterlesen

Vorspiel zum #Educamp – Das Motto: „Neue Lernkulturen entwickeln und vernetzen“ – #ecbi11

EduCamp Bielefeld :: 18.-20. November 2011

Da zur Zeit im Zusammenhang mit „Lernen“, „Bildung“, „Schule“ – und wahrscheinlich auch noch in anderen Zusammenhängen – ständig davon gesprochen wird, man müsse diese Bereiche „neu denken“, bin ich gegenüber dem Wort „neu“ in all seinen Anwendungsfacetten skeptisch geworden.

Nein, es geht nicht um „neu gedachtes“ Lernen, „neu gedachte“ Schulen, Bildung, „neu gedachten” Unterricht. Und deshalb freue ich mich über zwei Verben im Titel des Educamps in Bielefeld, die über das „Neu“ hinausgehen (auch wenn es reingerutscht ist, aber eben nicht als ein Denken, sondern, sondern als Begrifflichkeit, die auf konkrete Praxis verweist). Die Verben lauten „entwickeln“ und „vernetzen“. Sympathische Wörter sind das, finde ich.

„Entwickeln“ ist ein reflexives Verb, das heißt, es wird (oft) mit dem Reflexivpronomen „sich“ verbunden verwendet. Ein Reflexivpronomen „ist ein Pronomen, das sich auf das inhaltliche oder grammatische Subjekt eines Satzes oder Textes bezieht“.

Das eine solche sprachanalytische Zugangsweise zum Titel des Educamps in Bielefeld nicht völlig weit hergeholt ist, verdeutlicht vielleicht der Blick auf drei Quellen, die das Verb „entwickeln“ in den Blick nehmen:

  1. Das Grimmsche Wörterbuch
  2. Das Projekt Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)
  3. Das Wortschatzlexikon der Uni Leipzig

Wenn sich „neue Lernkulturen“ entwickeln sollen, dann ist das etwas anderes als „Lernen neu denken“. Eine kleine Auswahl synonymer Formulierungen,

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Von der Umwertung von Werten oder: Kritische Anmerkungen zur „PostPrivacy“

Anonymität galt früher gilt als ein grundlegendes Recht des Bürgers in einer Demokratie. Wann ich mich wo aufgehalten habe, wann ich mit wem telefonierte, wem ich wann einen Brief schrieb etc., ging geht weder den Staat noch irgendwelche Firmen etwas an.

Für den Staat gab gibt es eine Ausnahme: Wenn der berechtigte Verdacht bestand besteht, dass ein Bürger schwere kriminelle Handlungen plant oder durchführt, konnten kann das Brief- und das Telefongeheimnis von einem Richter ohne Wissen der betroffenen Person eingeschränkt werden. – Diese Möglichkeiten gibt es heute auch noch, aber die Begehrlichkeiten der Sicherheitsbehörden scheinen mit den Möglichkeiten zur Überwachung zu steigen.

Grundsätzlich aber gilt galt einmal: Der Bürger kann sich unbeobachtet bewegen, unbeobachtet telefonieren, unbeobachtet Briefe schreiben und unbeobachtet seine Schreibmaschine benutzen.

Kurioserweise ist der Begriff „Anonymität“ in den vergangenen Jahren mehr und mehr mit negativen Assoziationen verbunden worden, die „Anonymität“ nicht mehr als ein grundlegendes Freiheitsrecht verstehen, sondern diese Weiterlesen

Perspektiven für Blog-Debatten: Aktuelle Entwicklungen im Netz

Zwei Blogbeiträge geben Anlass zu diesem Blogbeitrag. Warum es wichtig ist, dass ich hier auf Einträge in anderen Blogs reagiere, wird gleich deutlich werden.

Via Twitter stieß ich auf einen Beitrag Matthias Schwenke im „bwl zwei null”-Blog mit dem Titel

Blogs in der Defensive? Über den Kommunikationswandel in sozialen Medien

und von diesem ausgehend dann auf einen Beitrag, der bereits im Mai 2011 von Robert Basic veröffentlicht wurde, in dem er fragt:

Wo ist die Blog-Debatte hin?

In diesem Zusammenhang stieß ich dann bei Robert Basic auf den

Blog-Blurb,

der im Juli 2011 veröffentlicht wurde.

„Blog-Blurb“ meint die kleinen Knöpfchen und nicht immer so kleinen Bildchen unter Blogeinträgen, die der Einspeisung des in Blogs erstellten Inhalts (Contents) in die soziale Netzwerke dienen, in denen sich die Leute heute eigentlich tummeln. Und die Quintessenz der Frage, ob Blogs in der Defensive seien (Matthias Schwenk) und wo die Blog-Debatte hin sei (Robert Basic) hat viel mit dem „Blog-Blurb“ zu tun.

Ja, Diskussionen wandern aus den Blogs aus, so der Eindruck. Sie emigrieren mehr und mehr in soziale Netzwerke jenseits der großen Blogbetreiber, die eigentlich Netzwerke anbieten, selbst soziale Netze sein wollen. Das ist zumindest dann so, wenn ein Blog bei Blogger, blogspot, WordPress.com oder wie die Dienste alle heißen betrieben wird.

Und dann gibt es noch Domain-Inhaber, die eigene Blogs betreiben, die sich selbst um die Infrastruktur kümmern und damit belohnt werden, dass sie die Hoheit über die Inhalte und, das wird in der Debatte oft vergessen, die anfallenden Besucherdaten haben, so keine externen Statistikinstrumente wie Google-Analytics verwendet werden.

Doch dieser Lohn ist ein magerer, angesichts der Frage, Weiterlesen

Verlinken! Oder: Über das dezentrale Vernetzen

„Warum verlinken die meisten dt. Blogger eigentlich bevorzugt Seiten, die nie zurücklinken werden, also US-Blogs und dt. Altlastmedien?” (Marcel Weiss)

Um es gleich zu sagen: Wenn ich Links setze, dann nicht in der Hoffnung, dass da jemand zurück verlinkt. – Wenn ich E-Mails mit der Aufforderung zum Linktausch bekomme, am besten noch von wildfremden Personen, die offenbar gerade das Träumchen vom großen E-Bussiness an die Stelle des Schäfchen-Zählens gesetzt, die Website schon gebastelt haben und jetzt feststellen, dass eine Website ohne Besucher keine besonders gute Basis für das Träumelchen ist, mindenstens auf Amazon-Umsatzzahlen zu kommen… ∞ wenn ich also solche E-Mails bekomme, dann werden die nicht nur als Spam gekennzeichnet, dann landen diese nicht nur im virtuellen Papierkorb, sie werden auch noch durch eine „sichere“ Löschroutine gejagt, damit möglichst wenig digitale Staubreste solcher digitalen Belästigungen übrig bleiben. Weiterlesen

Das Netz, seine Funktionen und die „Null Blog“-Debatte

Die Realität der Welt liegt nicht in ihren Abbildern, sondern in ihren Funktionen. Funktionen sind zeitliche Abläufe und müssen im zeitlichen Kontext erklärt werden.
Susan Sonntag, Über Fotografie, Frankfurt 2008 (18. Aufl., zuerst 1980), S. 29.

Welche Funktion hat das Internet für einzelne Benutzer und Benutzerinnen? Die Antwort auf diese Frage bestimmt, wie das Netz genutzt wird. Von dieser Frage ist auszugehen, wenn heute die Frage nach dem Umgang mit dem Netz und der Bedeutung des Netzes gefragt wird. Die Ergebnisse von Studien decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen: Weiterlesen