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		<title>Fotografie und die Kunst des Sehens in Schule und Unterricht</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 01:22:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Resume: Auf herrlarbig.de gab es in der Vergangenheit immer wieder Fotos zu sehen – und dies wird in Zukunft auch wieder so sein. Grund genug also, sich hier einmal Gedanken dar&#252;ber zu machen, was Bilder mit Bildungsprozessen zu tun haben &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/16/fotografie-und-die-kunst-des-sehens-in-schule-und-unterricht/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Resume: Auf herrlarbig.de gab es in der Vergangenheit <a href="http://herrlarbig.de/category/fotografie/" target="_blank">immer wieder Fotos zu sehen</a> – und dies wird in Zukunft auch wieder so sein. Grund genug also, sich hier einmal Gedanken dar&#252;ber zu machen, was Bilder mit Bildungsprozessen zu tun haben und welche Fragen dabei eine Rolle spielen.</em></p>

<p><em>Hier wird die These vertreten, dass Fotografie nach wie vor ein Leitmedium unserer Gesellschaft ist und gleichberechtigt neben audiovisuellen Medien und  dem Internet steht, mit dem die Ver&#246;ffentlichung von Fotografien heute sehr eng verbunden ist. </em></p>

<p><em>Dennoch erscheint mir die Ber&#252;cksichtung und Reflexion von Fotografien im schulischen Unterricht eher ein Randph&#228;nomen zu sein. Warum es interessant sein kann, Fotografie an geeigneten Stellen im Unterricht (auch au&#223;erhalb des Kunstunterrichtes) in didaktische &#220;berlegungen mit einzubauen, wird hier zur Diskussion gestellt. Dar&#252;ber hinaus werden konkrete Vorschl&#228;ge in Form eines Brainstormings f&#252;r den Einsatz von Fotografie in unterschiedlichen F&#228;chern vorgelegt.
</em></p>

<h2>Fotografie als Thema der Mediendidaktik</h2>

<p>In der Mediendiaktik der Gegenwart scheint mir eine der meist genutzten visuellen Medienformen ein wenig „unterbelichtet“ zu sein. Film, Internet und auch Produkte der darstellenden und bildenden Kunst spielen z.B. im Deutschunterricht eine Rolle, so in Unterrichtsteilen, in denen es um  Theater,  Schreiben im Museum oder nach Bildvorlagen, Filmanalyse, Nutzung von Foren und Weblogs etc. geht. Fotografie hingegen begegnete mir explizit bislang nur im Rahmen des Kunstunterrichts oder im Rahmen von Unterrichtseinheiten, in denen <a href="http://www.bpb.de/themen/H3NJF8,0,0,Manipulation_und_Propaganda.html" target="_blank">die manipulative Kraft von Bilder zu Propagandazwecken</a> – beispielsweise im Dritten Reich – reflektiert werden. Dar&#252;ber hinaus werden ans Bild gebundene Gestaltungsformen bislang vor allem dann aufgegriffen, wenn p&#228;dagogische Interventionen n&#246;tig sind, weil beispielsweise viele Jugendliche, ohne gro&#223; dar&#252;ber nachzudenken, „kompromittierende“ Party-Bilder in Online-Communities einstellen oder problematische Videos auf Videoplattformen ver&#246;ffentlichen.</p>

<p>Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fotografie" target="_blank">Fotografie</a>, als das erste visuelle Massenmedium, dem der Film folgte, kommt in meiner Wahrnehmung der Mediendidaktik trotz der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Fotografie" target="_blank">Vielfalt ihrer Formen</a> &#252;berraschend wenig vor, <span id="more-1326"></span>auch wenn nat&#252;rlich im Unterricht immer wieder Fotografien genutzt werden und auch im Rahmen der Gestaltung von Lehrmaterial eine nicht kleine Rolle spielen. Und an vielen Schulen gibt es auch Foto-AGs, in denen meist eher kleine Gruppen von Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern sich dem Thema Fotografie stellen.</p>

<h2>Fotografie im Kontext der Bilddidaktik</h2>

<p>Gehe ich einmal kurz von der Fotografie weg und setze statt dessen den Begriff „Bilddidaktik“. Auf diesem Wege komme ich zu einem weiteren Bereich, in dem mir in der Schule Bilder begegnen, denn eine Suchanfrage bei Google f&#252;hrt direkt mit dem ersten Suchergebnis (Stand: 15. April 2009) zur Bilddidaktik im Religionsunterricht und anschlie&#223;end auch zur Bilddidaktik im Ethikunterricht. Und nahezu alle Formen des Umgang mit Bildern k&#246;nnen nat&#252;rlich auch auf die Fotografie &#252;bertragen werden. – Warum dann ein Nachdenken &#252;ber die m&#246;gliche Bedeutung von Fotografie in Bildungsprozessen?</p>

<h2>Gr&#252;nde f&#252;r die Auseinandersetzung mit Fotografie im Rahmen von Mediendiaktik</h2>

<p>Der erste Grund ist f&#252;r mich ein pers&#246;nlicher: Ich fotografiere nach ersten intensiven Besch&#228;ftigungen mit dem Thema als Jugendlicher seit zwei Jahren wieder sehr intensiv und befasse mich in meiner Freizeit auch mit technischen und theoretischen Fragen der Fotografie, soweit dies einem in diesem Bereich autodidaktisch arbeitenden Amateur mit eingeschr&#228;nktem Zeitbudget m&#246;glich ist.</p>

<p>Im Rahmen dieser Besch&#228;ftigung stie&#223; ich sehr schnell auf Fragen zum Umgang mit Fotografie, zum Beispiel in Gestalt des Essaybandes von Susan Sonntag mit dem Titel „Das Leiden anderer betrachten“, in dem es um Kriegsfotografie geht<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/16/fotografie-und-die-kunst-des-sehens-in-schule-und-unterricht/#footnote_0_1326" id="identifier_0_1326" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" Susan Sonntag, Das Leiden anderer betrachten, M&amp;#252;nchen 2003">1</a></sup>. Hier wurde mir die Aktualit&#228;t der Fragestellung sehr deutlich bewusst, denn im Rahmen des „Kampfes gegen den internationalen Terrorismus“ in Folge der Anschl&#228;ge vom 11. September 2001 spielten auch Fotografien – wie in nahezu allen kriegerischen Auseinandersetzungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts – eine bedeutende Rolle.</p>

<p>Ein dritter Grund, der mein Nachdenken &#252;ber den Umgang mit Fotografie, f&#252;r mich selbst und in Bezug auf Bildungsprozesse, in Gang gesetzt hat, h&#228;ngt unmittelbar mit der technischen Entwicklung der Fotografie hin zur digitalen Fotografie zusammen, mit der <a href="http://www.bpb.de/themen/H3NJF8,0,0,Manipulation_und_Propaganda.html" target="_blank">die schon immer m&#246;gliche Manipulation von Bildern</a> dank Bildbearbeitungsprogrammen deutlich leichter geworden ist.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/16/fotografie-und-die-kunst-des-sehens-in-schule-und-unterricht/#footnote_1_1326" id="identifier_1_1326" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Beispiele solcher Manipulationen lassen sich im Internet sehr schnell in gro&amp;#223;er Zahl finden, sodass ich hier auf Einzelbeispiele verzichte.">2</a></sup></p>

<p>Und schlie&#223;lich spielt Fotografie danke heute mehr denn je verf&#252;gbarer „Immer-dabei-Kameras“ in Form von in Mobiltelefone integrierten Fotoapparaten im Alltag eine sehr gro&#223;e Rolle. Sowohl <a href="http://www.flickr.com/" target="_blank">Flickr</a> als auch die Ver&#246;ffentlichung von Bildern im Rahmen von <a href="http://twitter.com">Twitter</a> via <a href="http://twitpic.com/" target="_blank">Twitpics</a> spielen hier eine gro&#223;e Rolle, aber auch Zeitungen haben Leser als „Leserreporter“ entdeckt und nutzen die Verf&#252;gbarkeit von Fotoapparaten in gro&#223;er Zahl f&#252;r ihre Zwecke.</p>

<h2>Konsequenzen f&#252;r Bildungsprozesse</h2>

<p>Auch in Zeiten der bewegten Bilder spielen Fotos nach wie vor eine enorm gro&#223;e Rolle, sodass sie auch in Bildungsprozessen angemessen ber&#252;cksichtigt werden m&#252;ssen, um so mehr, als es ja gerade Jugendliche sind, die sich der M&#246;glichkeiten von Handy-Kameras mehr oder weniger unreflektiert bedienen.</p>

<p>Doch dabei sind nicht nur die oben angedeuteten kritischen Reflexionspotentiale im Umgang mit Bildern von Bedeutung. Viel mehr stellt sich auch die Frage, wie die Anfertigung von Fotografien und die damit verbundenen Herausforderungen in den Blick genommen werden k&#246;nnen. Hier hat der Kunstunterricht sicherlich eine zentrale Aufgabe, aber im Sinne eines f&#228;cherverbindend und f&#228;cher&#252;bergreifend angelegten Unterrichts, spielt diese Frage auch in anderen F&#228;chern eine Rolle, in denen f&#252;r die rein technischen Fragen, wie Belichtung, Tiefensch&#228;rfe, Grundlagen der Motivgestaltung, Bildbearbeitung (und auch Bildmanipulation) kaum Platz sein d&#252;rfte.</p>

<h2>Einsatz von Fotografie im bisherigen Unterricht</h2>

<p>Das Medium Fotografie wird im Unterricht schon heute genutzt. Vor einer Weile begegnete mir ein Unterrichtsprojekt, in dem Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler einer siebten Klasse im Deutschunterricht eine Kurzgeschichte in Form einer Fotostory bearbeitet haben. Ich selbst lasse Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler im Religionsunterricht immer wieder nach Spuren von Religion auf ihrem Schulweg forschen und per Fotografie dokumentieren. Doch dabei spielte die Frage der Grenzen und M&#246;glichkeiten des genutzten Mediums als einer Form der „Kunst des Sehens“ und der „Kunst der Motivgestaltung“ auch bei mir kaum eine Rolle. Dennoch fiel mir auf, dass die meisten Bilder nur „Abbildungen“ ohne weiter bemerkenswerte fotografische Zugangsweisen zu den Motiven waren. – Dem entsprechend f&#228;llt oft auch der Umgang mit anderen Bildern im Unterricht aus, obwohl hier interessanterweise oft das pure Beschreiben des Bildes (was ist mit Hilfe welcher Umsetzungsformen und Gestaltungsmittel zu sehen, wie ist das Bild aufgebaut etc.) ein gr&#246;&#223;eres Problem darstellt als ein deutender Zugang zu den Bildern.</p>

<p>F&#252;r mich ist dies ein Zeichen, dass Jugendlichen schon klar ist, dass Bilder mit k&#252;nstlerischem Anspruch etwas bedeuten wollen, doch, &#228;hnlich wie beim Umgang mit Texten – insbesondere Gedichten –, f&#228;llt die Zusammenschau von Inhalt und Form im Rahmen einer angemessenen Bilddeutung vielen Jugendlichen, trotz ihres st&#228;ndigen Umgangs mit Bildern sehr schwer.</p>

<h2>Fotografie als Medium in unterschiedlichen F&#228;chern</h2>

<p>Hier liegt meines Erachtens eine der Chancen des Umgangs mit Fotografie im Rahmen unterschiedlicher Fachdidaktiken: Fotografie ist das Malen mit Licht, aber auch und f&#252;r mich fast noch viel mehr die Kunst des Sehens. Und das Sehen spielt in unterschiedlichsten F&#228;chern eine Rolle, wobei ich mich hier nur auf ein Brainstorming beschr&#228;nken will – vielleicht hat ja der eine oder andere konkretere Ideen, die gerne per Kommentar hinzugef&#252;gt werden k&#246;nnen:</p>

<ul>
    <li>Mir f&#228;llt f&#252;r das Fach Deutsch die &#220;bertragung von Kurzgeschichten oder Szenen aus Dramen und Romanen in die schon genannte Form der Fotostory ein, die dann freilich mit der Frage nach ausdrucksstarker Gestaltung von Motiven verbunden sein muss.</li>
    <li>Au&#223;erdem k&#246;nnte ich mir vorstellen, wenn vielleicht auch eher in Sekundarstufe II, dass Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler Gedichte in Fotografien umsetzen und von diesen ausgehend z.B. die von ihnen gew&#228;hlten Gedichte, ganz im Sinne des Konzeptes von Lehren durch Lernen, &#252;ber das ich hier in den vergangen Wochen schon einiges geschrieben habe, formal und inhaltlich mit der Lerngruppe erarbeiten.</li>
    <li>In Religion, Ethik und auch Sozialkunde / Politik und Wirtschaft k&#246;nnten zu Einzelthemen Fotoreportagen angefertigt werden, verbunden mit einer Hinf&#252;hrung zu den damit verbundenen rechtlichen Fragen in Bezug auf das „Recht am eigenen Bild“ und den damit verbundenen notwendigen Einverst&#228;ndniserkl&#228;rungen abgebildeter Menschen. Hier m&#252;ssten die Jugendlichen dann den Themen auch sehr pers&#246;nlich begegnen, weil sie z.B. bei einer Reportage &#252;ber Armut nicht nur respektvolle Bilder anfertigen, sondern wirklich auch mit den Menschen ins Gespr&#228;ch kommen m&#252;ssten, um entsprechende Einverst&#228;ndiserkl&#228;rungen f&#252;r das Recht auf die Nutzung der Abbildungen von Einzelpersonen bekommen zu k&#246;nnen. – Ein zugegebenerma&#223;en &#228;u&#223;erst anspruchsvoller Ansatz des didaktischen Umgangs mit Fotografie.</li>
    <li>In Sport k&#246;nnten Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler die Aufgabe bekommen, Bewegungsabl&#228;ufe fotografisch so festzuhalten, dass sie diese z.B. in Form eines Referates den Mitsch&#252;lerinnen und Mitsch&#252;lern vermitteln k&#246;nnten. Hier k&#246;nnte ich mir auch f&#252;r Pr&#228;sentationspr&#252;fungen im Sportabitur so manche nette Aufgabe denken.</li>
    <li>In Biologie k&#246;nnte die Fotografie von Pflanzen oder (wenn das auch sehr anspruchsvoll ist) von Tieren eine Rolle spielen, aber z.B. auch die Fotodokumentation von Landschaftsversiegelung, Umweltverschmutzung etc.</li>
    <li>In Physik und Chemie k&#246;nnten Versuchsaufbauten fotografisch dokumentiert werden, in Physik k&#246;nnten dar&#252;ber hinaus Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler vor die Herausforderung gestellt werden, physikalische Ph&#228;nomene fotografisch zu gestalten (z.B. Aggregatzust&#228;nde von Wasser im &#220;bergang von Winter zu Fr&#252;hling)…</li>
    <li>Ob es m&#246;glich ist, aus Aufgaben zur Geometrie in Mathematik fotografische Arbeitsauftr&#228;ge zu entwickeln? Ich denke da z.B. an eine Darstellung von Rechtecken, Quadraten, Kreise etc. im Rahmen von Landschaftgestaltung, Architektur etc.</li>
    <li>Im Fremdsprachenunterricht k&#246;nnten &#228;hnliche Aufgaben wie oben f&#252;r den Deutschunterricht vorgeschlagen eine Rolle spielen, aber auch Aufgaben, die den Einfluss von Fremdsprachen (inbesondere des Englischen, in einer Stadt wie Frankfurt am Main aber auch des T&#252;rkischen, des Arabischen etc.) im eigenen Lebensumfeld dokumentieren (und damit ins Bewusstsein rufen).</li>
    <li>Im Kunstunterricht spielt Fotografie ja schon heute eine Rolle. Hier kann wohl am intensivsten den k&#252;nstlerischen Fragen nachgegangen werden, die von der Motivgestaltung bis zur Bildbearbeitung gehen.</li>
    <li>In Erdkunde liegt die fotografische Dokumentation geographischer Ph&#228;nomen nahe, aber auch die Aufbereitung bestimmter Aufgabenstellungen zum Zwecke der Gestaltung von Unterricht durch Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler (Lernen durch Lehren).</li>
    <li>In Geschichte k&#246;nnte Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler mit Hilfe der Fotografie auf Spurensuche gehen, insbesondere im Rahmen der neueren Geschichte, aber beispielsweise auch im Rahmen der Architekturgeschichte und in Frankfurt am Main auch bei Fragen der Geschichte der Entwicklung der Stadt oder der Spuren, die die in Frankfurt einst verorteten Kaiserwahlen hinterlassen haben &#8211; in anderen St&#228;dten sind es andere bedeutende Ereignisse, denen so auf die Spur gekommen werden k&#246;nnte.</li>
    <li>Dar&#252;ber hinaus k&#246;nnte eine Foto-AG an einer Schule den Anspruch entwickeln, Ereignisse an einer Schule nicht nur zu dokumentieren, sondern z.B. auch Reportagen &#252;ber Schulveranstaltungen anfertigen oder sich in der Form der Reportage bestimmten, an einer Schule relevanten Themen widmen.</li>
</ul>

<p>Habe ich alle F&#228;cher genannt? Ich freue mich &#252;ber Erg&#228;nzungen oder ganz andere Vorschl&#228;ge in den Kommentaren.</p>

<h2>Bildgebende Verfahren als Schl&#252;sselkompetenz</h2>

<p>Bei all diesen Unterrichtsideen, um es nochmal zu sagen, m&#252;sste es idealerweise nicht nur darum gehen, dass etwas abgebildet wird, sondern auch darum, wie einem Bild eine Bedeutung gegeben werden kann, wie Motive gestaltete werden k&#246;nnen etc. Das ist auch deshalb relevant, weil bildgebende Verfahren in der heutigen Wirtschaft, insbesondere der naturwissenschaftlichen Forschung, eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielen und Schule bereits Grundlagen auch der Refelexionsf&#228;higkeit von M&#246;glichkeiten und Grenzen solcher Verfahren legen kann. Au&#223;erdem w&#252;rde f&#252;r den Umgang mit den uns st&#228;ndig umgebenden Bildern, auch im Fernsehen und im Internet, sensibilisiert.</p>

<h2>Probleme und Grenzen</h2>

<p>Zum Ende dieses Beitrages m&#246;chte ich noch auf ein Umsetzungproblem eingehen. Bis jetzt habe ich einige, bislang nicht genannte Voraussetzungen gemacht, die nicht unbedingt vorausgesetzt werden k&#246;nnen. Ich bin bislang von dem Ideal ausgegangen, dass zumindest einigerma&#223;en ertr&#228;gliche Formen von Fotom&#246;glichkeiten den Lernenden zur Verf&#252;gung stehen. In Wirklichkeit werden in der Regel vielen Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen nur Fotoapparate an Handys zur Verf&#252;gung stehen; einige wenige Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler haben da wom&#246;glich weiter gehende M&#246;glichkeiten. – Diese Grenze muss nat&#252;rlich bei dem Anspruch mit ber&#252;cksichtigt werden, der mit solchen Projekten verbunden ist.</p>

<p>Dennoch hindert dieses Problem den Unterricht noch nicht daran, mit guten Fotografien und deren genauer Betrachtung als einer „Schule des Sehens“ umzugehen. Es muss ja nicht immer die eigene fotografische Bildgestaltung sein, die zu der Kompetenz f&#252;hrt, reflektiert mit Bildern umgehen zu k&#246;nnen. Es gibt heute gen&#252;gend Ressourcen, die einen solchen Zugang erm&#246;glichen k&#246;nnen, wenn dabei auch immer auf das jeweilige Copyright und die damit verbundenen Verwertungsgrenzen geachtet werden muss.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>»Schlechte« Bilder – Holga und Lomo</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 04:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Holga und Lomo – zwei Fotoapparate der besonderen Art. Die erste wird in Hong Kong gebaut und war als billige Massenkamera f&#252;r den chinesischen Markt bestimmt. Die Lomo wird in St. Petersburg produziert. Beide Kameras verbindet, dass sie in jedem &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2008/10/02/schlechte-bilder-holga-und-lomo/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holga" target="_blank">Holga</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lomo" target="_blank">Lomo</a> – zwei Fotoapparate der besonderen Art. Die erste wird in Hong Kong gebaut und war als billige Massenkamera f&#252;r den chinesischen Markt bestimmt. Die Lomo wird in St. Petersburg produziert. Beide Kameras verbindet, dass sie in jedem Test garantiert und hundertprozentig durchfallen w&#252;rden. So liest sich das im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holga" target="_blank">Holga-Artikel </a>auf Wikipedia:<span id="more-407"></span></p>

<blockquote>»Mit der Holga gemachte Fotos weisen all die Fehler auf, die herk&#246;mmliche Kameras zu korrigieren versuchen: Unsch&#228;rfen, Streulichter, Farbverf&#228;lschungen etc. Au&#223;erdem bietet sie sehr wenige Einstellm&#246;glichkeiten. Auf der anderen Seite bietet sie wiederum M&#246;glichkeiten, welche bei herk&#246;mmliche Kameras zwecks ›Fehlervermeidung‹ gesperrt sind. So l&#228;sst sich z.B. der Spulknopf beliebig weit drehen, womit sich partielle Doppelbelichtungen kreieren lassen.

Die Philosophie der Holga-Fans besteht darin, die Fehler der Kamera zu zelebrieren, sie zu verst&#228;rken und sie bewusst und gekonnt einzusetzen. Die Meister der Holga-Szene greifen zu verschiedensten Mitteln beim Umbau der Kamera, wie z.B. zus&#228;tzlichen Belichtungen des Films durch bestehende oder gebohrte L&#246;cher im Geh&#228;use. Da die Kamera sehr g&#252;nstig ist, braucht man sich bei der Modifikation auch keine Gedanken wegen eventueller finanzieller Einbu&#223;en zu machen.

Besonders beliebt ist die Holga in der Lomographie und bei Weblogs, die sich auf Fotografien spezialisiert haben.«</blockquote>

<p>So weit so gut. Jetzt aber beginnt der Wahnsinn digitaler Bildbearbeitung: In den letzten Jahren wurde die Nutzung der Fehler dieser Kameras f&#252;r k&#252;nstlerische Zwecke entdeckt. Damit verbunden gingen Lomographen dazu &#252;ber, Bilder vor allem aus der H&#252;fte zu schie&#223;en und den Sucher Sucher sein zu lassen. Und da dies nun einmal zum Kult wurde, wollen nun nat&#252;rlich auch digitale Fotografen an diesem Trend teilhaben. Dabei gibt es nur ein kleines Problem: Wie umgehe ich nur all die Fehlervermeidungstechnologien digitaler Kameras? Die Antwort ist nat&#252;rlich ganz einfach: Ich <a href="http://www.docma.info/Workshop-Lomographi.4003.0.html" target="_blank">bearbeite die »perfekten« Bilder</a> einfach nach und tue nur so, als ob es sich um eine Lomographie handeln w&#252;rde.</p>

<p>Einerseits wird also immer wieder hervorgehoben, dass digitale Bildbearbeitung ideal sei, um Bilder zu verbessern – und nun soll sie also pl&#246;tzlich dazu dienen, fehlerhaft wirkende Bilder zu imitieren. Ja, was denn nun?</p>

<p>Das Problem scheint mir nicht, dass digitale Bildbearbeitung eingesetzt wird, um bestimmte Bildeffekte zu erzeugen. Das Problem f&#252;r mich ist eher, dass Bilder, die mit Lomos oder Holgas gemacht wurden, gezielt mit den <em>Eigenarten der Kameras</em> arbeiten und eben nicht nur so tun als ob.</p>

<p>Digital auf fehlerhaft getrimmte Bilder nutzen genau solche Eigenarten der benutzten Kamera nicht. Und damit geht f&#252;r mich der k&#252;nstlerische Reiz verloren; es entsteht nur die Illusion einer Lomographie. Und dabei k&#246;nnten die <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lomographie" target="_blank">Zehn Goldenen Regeln der Lomographie</a> </em>ganz locker auch im digitalen Bereich gelten:</p>

<blockquote>
<ol>
    <li>Nimm die Kamera mit, wohin du auch immer gehst!</li>
    <li>Benutze sie Tag und Nacht!</li>
    <li>Lomographie ist Teil deines Lebens!</li>
    <li>»Schie&#223;« aus der H&#252;fte!</li>
    <li>Bring die gew&#252;nschten Objekte so nah wie m&#246;glich an die Linse!</li>
    <li>Denke nicht!</li>
    <li>Sei schnell!</li>
    <li>Es ist vorher nicht wichtig zu wissen, was du auf den Film gebannt hast!</li>
    <li>Erst recht nicht nachher!</li>
    <li>Denke nicht &#252;ber Regeln nach!</li>
</ol>
</blockquote>

<p>Von gezielter »Fehlerhaftigkeit« der Bilder ist da an keiner Stelle die Rede. Allerdings wird da auch der Satz ein wenig relativiert, dass die Hauptaufgabe des Fotografen das Sehen sei. <em>Lomographie</em> stellt eine andere Form des Sehens in das Zentrum des Fotografierens. Hier geht es nicht um die bewusste Gestaltung von Motiven. Hier geht es um das Entdecken von sonst nicht Gesehenem – und das hat f&#252;r mich durchaus einen ganz besonderen Reiz.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/09/17/der-fotograf-ist-mit-im-bild/" rel="bookmark" title="17. September 2008">Der Fotograf ist mit im Bild</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2008/11/25/brunnen/" rel="bookmark" title="25. November 2008">Brunnen – oder: Der Fotograf und die Ausr&#252;stung</a></li>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/20/digitale-erinnerung-an-analoge-zeiten-beispiel-fotografie/" rel="bookmark" title="20. April 2009">Digitale Erinnerung an analoge Zeiten – Beispiel: Fotografie</a></li>
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