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Digitaler Workflow: Twitter als Mitschrifts- und Liveberichterstattungsinstrument unter iOS nutzen

„Manchmal twitterst du schon viel“, bekomme ich immer mal zu hören. – Der zweite Satz ist dann entscheidend. Der zweite Satz gibt mir, wenn nicht schon im Unterton enthalten, die Information, ob mein Gegenüber sich  genervt fühlt oder ob da jemand froh ist, dank der Twitterei z. B.  einen Vortrag in seinen Grundsätzen mitbekommen zu haben, der ihn / sie interessiert, von dem er / sie aber nichts wusste oder bei dem er / sie nicht anwesend sein konnte.

Beide Seiten haben irgendwie Recht. Der Seite, die sich von zeitweise erhöhtem Tweetaufkommen genervt fühlt, kann ich nur sagen, dass es auch Tage gibt, an denen ich fast gar nichts in diese Welten des Microbloggings entsende.

Den anderen, die mich um meines Informationsaltruismus loben wollen, weil ich Einblicke in interessante Ereignisse und öffentliche Veranstaltungen gebe, muss ich sagen: Ganz so altruistisch ist das gar nicht. Ich würde nicht Twitter zu dem Medium machen, mittels dessen ich z. B. einen Vortrag mitschreibe, wäre damit nicht die Möglichkeit verbunden, die Tweets, die ich da absende auch als persönlichen Notizzettel zu verwerten. Denn zunächst kommt es mir darauf an, dass ich mir notiere, was mir wichtig ist.

Ich habe ein solches Tool gefunden – und damit sind wir hier dann plötzlich in einem Workflow-Artikel. Das von mir genutzte Werkzeug, das es wie so oft mal wieder nur für eine Plattform gibt, ist Momento.

Momento ist eine Tagebuch-App für das iPhone. Das Programm kann meine eigenen Tweets abrufen und ablegen. Darüber hinaus kann Momento aus unterschiedlichsten anderen sozialen Netzwerken meine Informationen abrufen und erstellt daraus, ohne dass es für mich mit Mehraufwand verbunden ist, ein Tagebuch, in dem natürlich auch noch Einträge direkt niedergeschrieben werden können. Das Tagebuch kann ich dann exportieren und z. B. die Tweets aus dem Zeitraum eines Vortrages kopieren und mir eine eigene Mitschrift zu dem Vortrag in kürzester Zeit anlegen, die ich dann, wenn ich das will, ergänzen und erweitern kann.

Wenn ich also von Vorträgen twittere, Veranstaltungen live verfolge und von ihnen via Twitter Bericht erstatte oder einen Satz, den ich mir merken will, aber auch für veröffentlichbar halte, via Twitter poste, dann geht das nur, weil ich damit fast automatisch mein persönliches Notizbuch mit füttere. Fast automatisch bedeutet, dass ich Momento zumindest öffnen muss, damit es, nachdem man es mittels Einstellungen dafür eingerichtet hat, die Daten sammeln kann – nicht in der Cloud, sondern direkt auf dem iPhone. Das ist aber keine große Herausforderung ;-)

Dieser Workflow funktioniert übrigens auch beim Lesen, wenn ich dabei online bin. Aber vom E-Book-Reader aus kann ich z. B. kurze Zitate auch direkt vertwittern und so für andere und für mein persönliches digitales Notizbuch, das nicht in der Cloud liegt (wie es bei Evernote der Fall ist), verfügbar machen.

Ähnlich einfach kann man übrigens von bestimmten E-Book-Readern aus mit Anstreichungen und Notizen umgehen, aber das ist dann wieder ein anderer Workflow, den ich an anderer Stelle in den Blick nehmen werde.

Wer kennt ähnliche Apps? Wer kennt ähnliche Apps für andere Plattformen? Bitte hinterlasst eure Hinweise als Kommentar :-)

Open Educational Resources – OER: Geschichte und Einordnung der deutschen Debatte seit Herbst 2011

Open Educational Ressources (OER) – man kann das sinngemäß in etwa mit „frei verfügbaren Lernmaterialien“ übersetzen – können das in ihnen liegende Potential vor allem dort zeigen, wo sie Bildung erst möglich machen, weil sonstiges hochwertiges Lernmaterial nicht verfügbar ist. Die UNESCO schreibt:

“UNESCO believes that universal access to high quality education is key to the building of peace, sustainable social and economic development, and intercultural dialogue. Open Educational Resources (OER) provide a strategic opportunity to improve the quality of education as well as facilitate policy dialogue, knowledge sharing and capacity building.”
(Übersetzung T. Larbig: Die UNESCO ist davon überzeugt, dass der weltweite Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung der Schlüssel beim Aufbau von Frieden, nachhaltiger sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung und für den interekulturellen Dialog ist. Freie Lern-/Bildungsmaterialien sind eine strategische Chance, sowohl die Qualität von Bildung zu verbessern als auch den politischen Dialog, den Austausch von Wissen und den Aufbau von Kapazitäten zu erleichtern.)

Globale Orientierung

Es geht OER um globale Ziele, die mit kommerziell erstellten Lernmaterialien nicht erreicht werden konnten. Es geht OER, das möchte ich den UNESCO-Anmerkungen hinzufügen, auch um Freiheit, welche als grundlegendes Menschenrecht nach wie vor in vielen Regionen der Welt auch daran scheitert, dass mangelnde Bildung den Ausbruch aus Teufelskreisen von Armut, verzweifelter Passivität oder ebenso verzweifelter Gewaltbereitschaft verhindert oder zumindest erschwert.

Lehrer und Lehrerinnen in vielen Regionen der Welt sind nicht nur schlecht ausgebildet, ihnen steht sehr oft darüber hinaus kein oder bestenfalls veraltetes Lehrmaterial zur Verfügung. Hier setzen OER an.

Entsprechend haben sich im Kontext der Pariser OER-Deklaration von 2012fünf Länder bereit erklärt, aktiv OER-Initiativen zu entwickeln. Diese Länder spiegeln wider, welche Regionen der Erde von OER am meisten profitieren können: Weiterlesen

Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht (Vortragsskript)

An dieser Stelle veröffentliche ich mein „Skript“ – also das, was früher mal auf Karteikarten stand, wenn man einen Vortrag hielt – zu meinem Vortrag beim „Fachforum “E-Learning in der Lehrerbildung“ an der Justus-Liebig-Universität am 15. Mai 2012 mit dem Titel „Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht“ Der Vortrag wird aufgezeichnet und steht später dann voraussichtlich auch online zur Verfügung.

Dieses „Skript“ ist erst mal nur eine Materialsammlung. Ich werde sicher nicht auf jeden Punkt ausführlich eingehen (die Zeit ist beschränkt) und wie heißt es so schön: Vor Ort zählt dann das gesprochene Wort ;-)

Gespannt, ob es im Kommentarteil oder per Blogbeitrag mit Pingback zu so etwas wie einer Diskussion kommt.

Weiterlesen

#Bloggertreffen und #Tweetup @Schirn @Liebieghaus in #Frankfurt – „Jeff #Koons. The Painter & The Sculptor“

Ich war am 26. Juli 2012 beim ersten Bloggertreffen, das die Frankfurter Kunsthalle Schirn veranstaltete. Aufhänger für diese Initiative der Kunsthalle war die vom 20. Juni – 23. September in Frankfurt stattfindende Doppelausstellung mit Werken von Jeff Koons. 

Im Rahmen des Bloggertreffens habe ich getwittert. Für mich sind solche Tweets nicht nur eine Art Live-Berichterstattung für Interessierte, die nicht da sein können, sondern gleichzeitig Notizen für mich. Bislang habe ich diese Notizen nur für mich mittels eines kleinen Programms wie eine Art Tagebuch abgelegt. 

Aber warum soll ich nicht die „Liveberichterstattung“, die ich ja schon angefertigt habe, die aber auf Twitter nicht als Zusammenhang so einfach erkennbar ist, nutzen und hier als Twitterprotokoll des Bloggertreffens zugänglich machen? 

Ich habe alle Links zu den Tweets, die ich hier aufnehme stehen lassen. (Das sind die langen Links, die jeweils am Ende eines Tweets stehen).

Ich habe alle Links aufgenommen, die ich getwittert habe. Dazu gehören insbesondere Fotos, die ich angefertigt habe.1 Dazu gehören schließlich noch sogenannte Retweets.

An der einen oder anderen Stelle ergänze ich Links, die ich beim schnellen Notieren während der Veranstaltung nicht eingefügt habe. 

An einigen Stellen kommentiere ich zudem die Tweets, sodass für diejenigen, die bereits auf Twitter mitgelesen haben, ein Mehrwert dieses Blogbeitrages entsteht.

Dienstag, 24. Juli 2012

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14:42 Hiermit kündige ich an, dass der Hashtag #schirnup – mit Schwerpunkt am Do – von mir besonders aufmerksam verfolgt (&genutzt) wird. @SCHIRN

http://twitter.com/16905397/status/227745483379077120


Auf meinen Tweet bekam ich eine Anfrage, was denn mit „#schirnup“ gemeint sei, die ich selbstverständlich beantwortet habe.
Und wenn jemand nicht weiß, was ein Hashtag ist: Es handelt sich dabei um ein Schlagwort, das in eine Twitternachricht eingefügt wird. Vor das Schlagwort setzt man eine Raute (#), die dazu führt, dass das Schlagwort wie ein Link angeklickt werden kann und automatisch die Suche nach dem Schlagwort in allen Twitternachrichten gestartet wird. Das ist vor allem bei Veranstaltungen wie dem Treffen von Blogger in der Schirn sehr hilfreich, weil man sich dann für die Zeit der Veranstaltung auf die veranstaltungsbezogenen Nachrichten konzentrieren kann. #Schirnup war das Schlagwort für diese Veranstaltung, abgeleitet von dem Wort „Tweetup“ mit dem ein reales Treffen von Twitternutzern bezeichnet wird. 

15:34 @vilsrip das hier ist mit #schirnup gemeint http://www.schirn-magazin.de/panorama/koons-up-bloggertreffen-schirn-frankfurt/

http://twitter.com/16905397/status/227758686091747329


Mittwoch, 25. Juli 2012

14:43 #schirnup bedeutet auch, reflexiv ans Projekt ran zu gehen, um nicht zum Marketingvieh der PR-Abteilung zu werden. Bin gespannt auf morgen.

http://twitter.com/16905397/status/228108128552640513


 20:23 Spätestens morgen haben Tweets die Chance #Kunst zu werden. Obwohl: Die meisten Tweets halte ich schon jetzt z. T. für #Popart. #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228193706774245377

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Donnerstag, 26. Juli 2012

(Der Tag des Bloggertreffens in der Schirn Kunsthalle zu Frankfurt am Main. Laut Teilnehmerliste waren 56 Blogger, Bloggerinnen und Leute den beteiligten Frankfurter Institutionen beim Treffen dabei.
Am Abend kam noch ein sogenanntes „KultUp“ hinzu, das das Bloggertreffen ergänzte und zu dem die Teilnehmerzahl noch einmal deutlich stieg. Dieses Kultup fand gleichzeitig in der Schirn und dem Liebieghaus statt. Ich habe zu dieser Veranstaltung aus dem Liebieghaus getwittert.)
Zunächst ein paar Tweets im Vorfeld der Veranstaltung:

10:32 So, Follower, werdet heute oft #schirnup lesen. Erklärung: http://www.schirn-magazin.de/panorama/koons-up-bloggertreffen-schirn-frankfurt/ mit @MrsBunz und Mat­thias Pla­nit­zer http://www.castor-und-pollux.de/

http://twitter.com/16905397/status/228407490075840513


13:28 Einer der Orte des Geschehens im Sonnenlicht und unter blauem Himmel. #schirnup http://t.co/oXcKt8CC http://twitter.com/16905397/status/228451677437583360


13:44 So. WLan steht. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228455784399380480


13:51 #schirnup hat an die wichtigen Kleinigkeiten gedacht :-)) http://t.co/T40kycVu http://twitter.com/16905397/status/228457560036999168


13:57 Es füllt sich. #tweetup #schirnup http://t.co/2GsPbdll http://twitter.com/16905397/status/228459067767672832


14:04 Und wieder einmal sehe ich manche #Twitterer zum ersten Mal. Z. B. @bembel #schirnup großartig. http://twitter.com/16905397/status/228460786048188416


Und dann ging es los. Zunächst der Vortrag von Mercedes Bunz

14:06 Jetzt @MrsBunz beim #schirnup. Warum ist es wichtig, dass Formate Kunst / Kultur und Bloggen heute zusammenkommen, sei ihr Thema. http://twitter.com/16905397/status/228461233639133184


14:07 Museen haben sich geöffnet, sind Orte des Publikums, beliebter als ein Fußballspiel. Sagt @MrsBunz beim #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228461620056170497 (Tweet enthielt Fehler, wurde hier korrigiert.)


14:09 Exkurs 1 @MrsBunz #schirnup : Blogs begleiten einen. Auch wenn ihres seit Twitter eingeschlafen sei. Schreibt Blogs pers. Bedeutung zu. http://twitter.com/16905397/status/228462032175890434


14:10 RT @TanjaNeumann: #bunz: #Blogger sind nicht die neuen Journalisten, sie schreiben andere Reviews” #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462199939678208


14:11 Bloggen führt zu anderem Sehen und anderem Erfahren. sagt @mrsbunz beim #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462465736921088


14:12 Blogger nehmen Rolle im Kapitalismus ein, da Kultur und Kapital in Spannung zueinander stehen. @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228462879588880384


14:13 Regeln der Kultur (Selbstbestimmung) sind ausgeschwärmt. Autonomie (der Kultur) ist heute weiter verbreitet. #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228463164025626624


14:14 RT @Liebieghaus: sehr sympathisch! RT @tanjapraske: #bunz: haben #blogger schlechtes gewissen, wenn nicht 1x pro Woche Post? Einhellig: ja! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228463222515175424


14:15 @MrsBunz zeigt dieses Video http://www.youtube.com/watch?v=B3z2Wx6v4ec #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228463617899630592


14:19 Kultur ist mehr als Entertainment. Bloggen folgt persönl. Interessen, werden aber wahrgenommen. Austausch findet statt. @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228464579016019968


14:20 RT @TanjaPraske: @MrsBunz Wir sind global. Gibt es da nicht noch mehr? wir koennen nicht dagegen sein. #skepsis #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228464700227198976


14:21 Verweis auf #Tate und deren Website, die wie ein Magazin / Blog gestaltet wird. #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228464984366125056


14:23 Die Apps werden mehr im Museumsbereich. (noch nicht in der @Schirn ;-) ) #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228465582394204160


14:23 RT @cogries: @mrsbunz: digitalisierunug als gegenbewegung zur #entertainisierung #kultup #schirnup #mus20ger http://twitter.com/16905397/status/228465642351779841


14:25 Blogger schärfen Blick, machen auf Kleinigkeiten aufmerksam und Kunstinstitutionen müssen im Netz sein #schirnup @mrsbunz http://twitter.com/16905397/status/228466092912300033


14:30 #tessellation #unhappyHippsters #mondoblogo #lepetitechomalade (Notizen zu Verweisen von @mrsbunz beim #schirnup ) http://twitter.com/16905397/status/228467274535804928


Zum letzten Tweets müssen ein paar Links ergänzt werden, denen zu folgen ich dringend empfehle. Mercedes Bunz zeigte an diesen Beispielen, dass Blogs selbst Kunstcharakter bekommen können, also unter Umständen für Kunstinstitutionen nicht nur inhaltlich relevant, sondern als Kunst interessant sein können:

 14:31 Bloggen kann selbst zur Kunst werden. #schirnup @mrsbunz – Bloggen und Fotografieren schärft das Denken.

http://twitter.com/16905397/status/228467515918012416


14:32 @mrsbunz bringt es unterhaltsam auf den Punkt: Hier ist heute Teil neuer Öffentlichkeit. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228467739147268097


Nach Mercedes Bunz kam Matthias Planitzer zu Wort. Seinen Vortrag gibt es als PDF-Download hier. Gerade hier empfehle ich den Links in den Tweets zu folgen, das diese teilweise Fotos von Planitzers Folien sind.

 14:34 Jetzt Matthias Planitzer von http://www.castor-und-pollux.de/ #planitzer #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228468319911559171


14:35 RT @Liebieghaus: Nächste Schätzaufgabe: wie viele iPads und Laptops sind beim #schirnup? Schneller könnte man wohl die Teilnehmer mit Stift und Block zählen. http://twitter.com/16905397/status/228468558051553281


14:36 @Liebieghaus hab gerade mind. sechs analog notierende gezählt. #schirnup @tanjaneumann http://twitter.com/16905397/status/228468760237973505


14:36 RT @KuWiWege: Tolles Beispiel für kreatives (Kunst-)Bloggen: http://lepetitechomalade.com/ @MrsBunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228468951213023233


14:39 #planitzer #schirnup Titel: Das Blog, die Galerie und die Institution. http://post.ly/8Ufd0 http://twitter.com/16905397/status/228469579087757312


14:41 Egills.de – Basis Erfahrungsbericht von #planitzer bei #schirnup. Problem: Wie kommt man an Fotos von Performance? Z. T. gar nicht. http://twitter.com/16905397/status/228470140252073984


14:42 Pos. Beispiel #MoMa für exzellente Pressearbeit #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228470348276973568


14:44 Status Blogpräsenz – Kulturinstitutionen #planitzer #schirnup http://post.ly/8UfrU http://twitter.com/16905397/status/228470739156750336


14:46 Interessen von Museen, Galerien und Bloggern sind z. T. grundlegend unterschiedliche, stellt #planitzer dar. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228471264786919424


14:48 Blogs sind vollwertige Medien, wenn es um Meinungsbildung geht. sie haben Relevanz und SocialMediaKnowHow #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228471886198214656


14:49 Das Publikum von Blogs als Beispiel. #planitzer #schirnup http://post.ly/8Ug81 http://twitter.com/16905397/status/228472070118469633


14:51 Publikum 2 #planitzer #schirnup Protest von Mitautorin von StilInBerlin ;-) http://post.ly/8UgDQ http://twitter.com/16905397/status/228472576517742592


14:52 Wie werden Kulturblogs wahrgenommen 1? #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgIL http://twitter.com/16905397/status/228472947545866241


14:53 Wie werden Kulturblogs wahrgenommen 2 #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgKh http://twitter.com/16905397/status/228473189901148162


14:58 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Multimediale Verknüpfungen; Erweiterung v. Ausstellungsräumen #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228474248933543936


14:59 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Echtzeitberichterstattung; vernetzte Berichterstattung (BlogParade) #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228474558783582208


15:01 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: virtueller Austausch mit Besuchern. Oft sehr ehrliche Kommentare. Diskussion! #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475137790459904


15:02 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: Diskussionen sind archiviert; weiterführende Informationen für Besucher. #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475390228848641


15:03 Ausblicke auf Blogs im Kulturbetrieb: viele Museumsblogs sind unbekannt, Vernetzung funktioniert noch nicht. #planitzer #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228475563797524480


15:05 #planitzers Vortrag zum Download #schirnup http://post.ly/8UgqG http://twitter.com/16905397/status/228476015452753920


15:05 Fazit #planitzer #schirnup http://post.ly/8UgsQ http://twitter.com/16905397/status/228476236400304129


Nach Matthias Planitzer stellte dann das Öffentlichkeitsteam der Schirn Kunsthalle die SocialMedia-Aktivitäten der Schirn vor.

 15:06 Jetzt stellt Schirn ihre OnlineAktivitäten. #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228476268511903744


15:09 @SCHIRN stellt ihr Ausstellungsprogramm vor. #schirnup Online bei Kommunikation sei sehr wichtig. (Wo ist die KoonsApp???) http://twitter.com/16905397/status/228477091321110528


15:11 Blogger werden von @SCHIRN wie „normale“ Presse behandelt. Der Journalistenberuf bekommt Konkurrenz. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477558923067394


15:11 RT @TanjaNeumann: @herrlarbig Dafür ist die Microsite sehr schön – auch mobil! Koons-in-Frankfurt.de cc @SCHIRN #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477622592610304


15:12 RT @TanjaPraske: #blogger sind herzlich zum Mitmachen eingeladen. Wer fuehlt sich ueber was angesprochen? #feedback von @schirn erwuenscht! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477787613327362


15:12 RT @jennifuchs: The @Schirn invites bloggers to their press viewings alongside journalists. Recognise their value. Good practice! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228477832613998592


15:13 #schirnup steht bei Trends Deutschland gerade auf Platz 3 auf Twitter. http://twitter.com/16905397/status/228478122796912640


15:15 Marketingfrau der @SCHIRN stellt nun ihre Arbeit vor. #schirnup Ausstellungshaus braucht andere PR als Museum mit Dauerausstellung. http://twitter.com/16905397/status/228478621222834176


15:17 Unterhaltung UND Anspruch? Natürlich sind wir heute als Blogger hier auch Teil der Marketingstrategie zu Koons. Aber sympathisch. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228479033598414848


15:17 RT @Book_Fair: @herrlarbig @SCHIRN Auch die Frankfurter Buchmesse behandelt akkreditierte Blogger so wie akkreditierte Journalisten. #fbm12 http://twitter.com/16905397/status/228479245402402816


15:19 RT @TanjaNeumann: oO, jetzt kommt das berühmt-berüchtigte “Ja! Nein!” der @SCHIRN. Lachen im Publikum. #Bachmann #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228479669509451777


15:22 Nun gut. die Botschaft lautet: Wir machen viel und sind eigentlich schon ganz toll. #Selbstdarstellung @Schirn #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228480401046388738


15:23 RT @TanjaPraske: #bachmann: Ausstellung #geheimgesellschaften – microsite geheime Informationen zur Ausstellung + Veranstaltungen – #Partizipation #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228480602175860736


15:24 Und jetzt wird das OnlineMagazins der @schirn vorgestellt. #schirnup http://post.ly/8Uhcd http://twitter.com/16905397/status/228480938420609024


15:25 RT @TanjaNeumann: #Bachmann: “Nicht nur der physische Besuch zählt, sondern auch das Erlebnis Kunst und Vermittlung im Netz.” Bravo! #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228481123905318912


15:26 RT @TanjaPraske: #famulok ueber#Schirnmagazin – #storytelling – Struktur wird erklaert. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228481338091651073


15:33 RT @Tweet_TrendsDE: Trending auf 26-07-2012 14:41:03: #5reasonsIHateFaceBook-#blogstars-#blamenolan-#Pressemitteilung-#schirnup-#haz… http://bit.ly/O1837P http://twitter.com/16905397/status/228483117340565504


 Zeit für die Diskussion zum Thema.

 15:41 Diskussionsrunde #schirnup http://post.ly/8UiSa

http://twitter.com/16905397/status/228485224038801409


15:42 @mrsbunz Wurde schon die Frage nach Copyright gestellt, wenn ich in der Ausstellung twitter und Fotos anhänge. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228485514444017664


15:43 1. Konflikt zwischen kommerziellen und nicht kommerziellen Bloggern. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228485717691617280


15:44 2. Konflikt: Fallhöhe zwischen Kunsthistoriker und sonstigen Bloggern. #schirnup Qualifikationsproblem. Kommerzialisierung. http://twitter.com/16905397/status/228486049012281344


15:46 Kompetent ist der, der Kompetenz zeigt, nicht der, der sie formal irgendwie hat. Das ist neu in vernetzter Welt. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228486390889984000


15:49 RT @LauraNanaKitten: Die Frage nach kommerziellem und privatem Blog bringt nach wie vor die Gemüter zum Kochen #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228487331391344641


15:52 Gerade gelernt: Wer twittert / bloggt kann fragen, wie z. B. Bilder genutzt werden können. Macht es für PRAbt. nicht leichter ;-) #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228488067474939904


15:54 Finde es ehrlich, dass @Schirn von Magazin und nicht von Blog im #Schirnmag spricht. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228488427417526273


15:58 Für Künstler sei große Öffentlichkeit nicht immer gut. Galerien seien stark auf elitäre Öffentlichkeit aus. Lerne ich von @mrsbunz #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228489586601512960


16:09 Die überwiegende Mehrheit der Blogger sind hier privat und nicht kommerziell. Es gibt aber auch alle anderen Formen. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492222889332737


16:09 RT @KuWiWege: Von vielen Kultureinrichtungen werden Blogger noch als suspektes Wesen betrachtet, meint @cogries Sie scheinen unberechenbar #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492296964947968


16:11 Ende des ersten Durchgangs mit Vorträgen und Diskussion. #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228492737970839552


Es folgte die erste Führung, die noch ohne TweetUP stattfand und den Teilnehmenden des Bloggertreffens vorbehalten war. Ea war überraschend leer in der Kunsthalle, was sicherlich den Temperaturen von über 30 Grad geschuldet war. Ich war am 4. Juli schon einmal in der Ausstellung. Ging damals enttäuscht wieder nach Hause, weil sich die unkommentiert da hängenden Bilder nicht gerade für mein Auge erschlossen. 
Ich empfehle dringend, eine Erstannäherung mit einer Führung zu verbinden oder intensiv die Beiträge auf der Website des Schirn-Magazins zur Ausstellung zu lesen. – Zumindest mir hat sich Koons und die Diskussion um Koons, den nicht alle toll finden, deutlich mehr erschlossen als es das reine Betrachten der Bilder vermochte.

 16:34 Jetzt Führung mit Kurator der #koons Ausstellung in der @SCHIRN #schirnup

http://twitter.com/16905397/status/228498536961044480


16:49 #schirnup man hängte die Bilder von #koons hier assoziativ, nicht nach best. Konzept. @SCHIRN http://twitter.com/16905397/status/228502299654377474


16:52 #schirnup je teurer ein Produkt, um so abstrakter seine Darstellung in #koons Serie von Ende der 80iger Jahre. http://twitter.com/16905397/status/228503185654960128


16:55 #schirnup #koons hat z. T. 50 bis 100 Leute, die für ihn arbeiten. Hinzu kommt viel Zeit, die Koons sich für Bilder lässt. #tweetup http://twitter.com/16905397/status/228503820567707648


16:59 #schirnup die Bilder hier bewegen sich finanziell deutlich im 7stelligen Bereich. #koons ist eine Art Kunstfabrik. http://twitter.com/16905397/status/228504933660495874


17:05 RT @SCHIRN: #schirnup Erst die Arbeit, jetzt das Vergnügen: Kurator Matthias Ulrich führt durch #Koons @SCHIRN http://t.co/XdZa3OmX http://twitter.com/16905397/status/228506362244657152


17:09 #koons traut sich mit großem Aufwand auf Wirkung hin zu arbeiten. Daran scheiden sich die Geister in der Koonsbewertung. #schirnup #tweetup http://twitter.com/16905397/status/228507216938926080


17:13 Als ich 1. Mal in #Koons Ausstellung in @SCHIRN war, irritierte mich Fotorealismus der GEMÄLDE massiv. #schirnup http://t.co/HFQUCqNE http://twitter.com/16905397/status/228508465314795520


Der Übergang zum Liebieghaus gestaltete sich sehr komfortabel. 

17:47 Von #schirnup zum #tweetup im @Liebieghaus haben die tatsächlich nen Shuttle. #Luxus http://t.co/DyMImmbQ http://twitter.com/16905397/status/228516782988738560


Pünktlich zum Beginn des Kultups war Twitter ausgefallen. Also wurden die Tweets als Entwürfe gespeichert und später dann verschickt. Schade, denn der Reiz diese Kultups wäre die Gleichzeitigkeit der Veranstaltung in Schirn und Liebieghaus gewesen. Das war so nicht möglich, aber die Tweets sind vorhanden und gerade weil hier die „Liveberichterstattung ausgefallen ist, bietet sich hier dieses Twitterprotokoll statt eines „üblichen“ Blogartikels an.

 18:17 Twitter ist zu #tweetup im @Liebieghaus down. Also Entwürfe und später raus. #schirnup http://t.co/eu0egdBU

http://twitter.com/16905397/status/228524412767449088


19:07 #tweetup #lh Koons ist im @Liebieghaus zu Gast und ist hier anscheinend oft zu Gast. #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537034602598400


19:07 #koons arbeitet mit kulturellem Gedächtnis und manchmal auch mit Sex und mit Vorstellungen der Betrachter. #koons #KultUp #lh #schirnup http://twitter.com/16905397/status/228537032471891968


19:07 Grundthese unseres Kunsthistorikers: #koons ist eigentlich konservativ. #tweetup #KultUp #lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228537039795130370


19:07 #koons schiebt #Banalität in die Kunst. #tweetup #lh #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537037005942786


19:07 44 #koons #Skulpturen sind im @Liebieghaus versammelt. Größte KoonsSkulpturenausstellung aller bisherigen Zeiten. #lh #schirnup #KultUp http://twitter.com/16905397/status/228537035936366592


19:10 „der ist so ägyptisch“ – womöglich größte Porzellanskulptur, die es gibt. #KultUp #lh #schirnup #koons http://t.co/Vd97VuDp http://twitter.com/16905397/status/228537740386521088


19:10 „Edelstahl ist Luxus für das Proletariat“ #koons #KultUp #schirnup #lh http://t.co/kEHPKC4Q http://twitter.com/16905397/status/228537739308593152


19:10 Kunst von #Koons funktioniert nur über dessen Perfektionismus. #KultUp #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/4TPtEoii http://twitter.com/16905397/status/228537737794441217


19:10 Farben haben in der Natur überall dort ihre Funktion, wo es um Sex geht. #koons #KultUp #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/0mwmE82i http://twitter.com/16905397/status/228537740692705280


19:13 #KultUp. Venus. #koons #lh langsam bekomme ich Zugang zu Koons. Beginnt spannend zu werden. http://t.co/DV6uq2NN http://twitter.com/16905397/status/228538585685557251


19:18 #kultup Pink Panther. Natürlich Porzellan. Asexuell. Total. #lh @Liebieghaus #schirnup http://t.co/b1WEkkSJ http://twitter.com/16905397/status/228539874817499136


19:25 #kultup zählt der Handwerker oder der Ideengeber oder … #Lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228541660693417985


19:26 #kultup ferdisch. War spannend und bereichernd. #lh #schirnup @Liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228541861361483776


So. Das war es gewesen. Ein langer, für mich subjektiv lehrreicher, extrem sommerlicher Nachmittag ging zu Ende. Das Team von Schirn und Liebieghaus hat sich offen für den Kontext sozialer Medien gezeigt und den Bloggern und Twitterern einiges geboten. Klar: Ziel ist unter anderem, Blogger als Teil der Öffentlichkeitsarbeit zu betrachten und entsprechend zu „pflegen“. Solange die Blogger sich dadurch ihre Freiheit nicht nehmen lassen, ist das durchaus in Ordnung. Nun noch das Nachspiel. Sollten sich bei mir noch Tweets sammeln, die in diesen Zusammenhang gehören, werde ich diese ergänzen und als Nachtrag an den Beitrag anhängen.

19:40 @visitatio das war ne subjektive Einschätzung. #KultUp #schirnup #lh @Liebieghaus

http://twitter.com/16905397/status/228545231598006272


20:35 Den Spiegel find ich toll. #koons #tweetup #lh #schirnup @Liebieghaus http://t.co/NrTHcKs6 http://twitter.com/16905397/status/228559079692439552


20:36 RT @SCHIRN: MADE IN HEAVEN führte zum einstweiligen Stillstand für #Koons in der Kunstwelt #kultup http://twitter.com/16905397/status/228559402226049025


20:36 RT @cogries: Geniale Inszenierung: 44 Skulpturen von Koons im Dialog mit 5000 Jahren Kulturgeschichte #kultup http://bit.ly/MVPCk8 @liebieghaus http://twitter.com/16905397/status/228559433473593344


23:24 hier mal eine kleine Statistik zum #schirnup heute: http://archivist.visitmix.com/herrlarbig/1 @schirn http://twitter.com/16905397/status/228601776830545922

  1. Das Fotografieren war uns als Teilnehmer dieses Bloggertreffens in der Schirn und im Liebieghaus ausdrücklich erlaubt! Vor allem im Liebieghaus ist das normalerweise nicht so, aber heute gab es für Teilnehmende an dem Treffen von Bloggern und Twitterern diese Vorgabe nicht. []

Über den Bildungsauftrag der Schule und digitale Medien

Schule hat den Auftrag, junge Menschen im Rahmen ihrer Sozialisation zu bilden und zu erziehen.

Das habe nicht ich mir ausgedacht.

Das steht im für mich verbindliche Schulgesetz des Landes Hessen. –  Das erste dort genannte Ziel von Bildung ist es, die Grundrechte für sich und andere wirksam werden zu lassen.

Es geht dort um Beziehungen zu anderen Menschen, die von Achtung und Toleranz, Gerechtigkeit und Solidarität geprägt sein sollen.

Es geht um die Beförderung der Gleichberechtigung, um das Verständnis anderer Kulturen und deren Leistungen, um die Fähigkeit, das eigene Handeln auf seine Konsequenzen befragen zu können.

Erst nachdem diese Ziele deutlich formuliert worden sind – meiner Kenntnis nach unterscheiden sich die Gesetze der unterschiedlichen Länder in ihren Zielen nicht sonderlich voneinander –, wird der Auftrag der Schule konkretisiert: Wissen, Kompetenzen und auch Werthaltungen sollen vermittelt werden.

Das Sachwissen spielt eine große Rolle, wenn es um das Erreichen dieser Ziele geht; doch dieses Sachwissen muss immer mit dem Handeln in Beziehungen verbunden werden, ja, das Ergebnis des Handelns in Beziehungen sein: Achtung und Toleranz sind keine theoretischen Konstrukte, Gerechtigkeit und Solidarität sind Teil einer Grundhaltung von Menschen, die sich in konkreten Handlungsweisen zeigen.

Schlagwörter, mag mancher sagen, lauter leere Phrasen, deren ermüdende Kraft nicht unterschätzt werden darf; Achtung, Toleranz, Solidarität, Gerechtigkeit – nichts davon läuft irgendwo auf der Straße herum, das sind alles abstrakte Begriffe. – Ob und wie es gelingt diese Worthülsen mit Inhalt zu füllen, mit konkreten Handlungskompetenzen zu verbinden, ist für mich zu einem der zentralen Kriterien für die Frage nach der Qualität von Unterricht geworden.

Ob digitale Medien dabei helfen können, den Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schulen zu erreichen? Können sie dazu beitragen, die Qualität von Unterricht zu stützen, zu fördern und wenn nötig auch zu verbessern?

Nach wie vor wird auf diese Fragen mehr mit Vorurteilen reagiert als mit sachlich reflektierten Argumenten. Die Ablehnung digitaler Skepsis gegenüber digitalen Technologien als Instrumente des Unterrichts ist oft ebenso irrational wie deren glühende Befürwortung.

Dabei wird weitgehend ausgeblendet, dass die Frage eingesetzter Technologien im Kontext des Bildungsauftrags von Schulen zu betrachten ist. – Als Lehrer bevorzuge ich selbstverständlich nach bestem Wissen und Gewissen und im Rahmen struktureller Gegebenheiten auf Dauer jene Instrumente, die das Erreichen der Ziele von Bildung und Erziehung am nachhaltigsten unterstützen.

Deshalb war es für mich naheliegend, zuerst für mich selbst herausfinden zu wollen, wie das von digitalen Strukturen gestützte Internet für mich selbst als Bildungsmedium funktioniert: Ich habe angefangen im Internet zu schreiben, Artikel zu Bildungsthemen zu lesen und zu kommentieren, die andere geschrieben haben, mich mithilfe des Instruments „Twitter“ zu vernetzen.

Das hat zu meinem großen Erstaunen eine große Dynamik entwickelt.

Hatte ich zu Beginn meiner Zeit im Internet noch mit einseitig Informationen verteilenden Websites zu tun, so befinde ich mich heute in einem kontinuierlichen Kommunikationsprozess. Der kontinuierliche Dialog – unter anderem mit sehr vielen Menschen, die professionell mit Bildungsfragen zu tun haben –, ist für mich selbst zum Lernprozess geworden. Dabei geht es zentral um Fragen der gegenseitigen Achtung, Toleranz, praktische Solidarität wird geübt und viele nutzen digitale Medien auch, um Gerechtigkeit einzufordern und zu deren Umsetzung beizutragen.

Dass elektronische Bücher die Schultaschen von Schülerinnen und Schülern erleichtern können, dass digitale Medien leichter aktuell gehalten werden können als analoge, dass Computer und Internet eine enorme Anziehungskraft für Schülerinnen und Schüler haben, sind marginale Nebeneffekte, angesichts der hochkarätig kommunikativ ausgelegten Strukturen, die digitale Medien bereithalten – auch für Schule und Unterricht.

Bereits heute halten Schüler und Schülerinnen, die sich im Rahmen internationaler Schüleraustauschprogramme kennen gelernt haben, intensiven Kontakt mittels sozialer Netzwerk. Dabei erfahren Sie ganz konkret, welchen Wert sprachliche und auch fremdsprachliche Kompetenzen haben, um überhaupt kommunizieren zu können. Auch wenn es früher die Möglichkeit für Brieffreundschaften gab, so hat diese alltägliche und sehr kontinuierliche Konfrontation mit der Notwendigkeit, über entsprechende sprachliche Kompetenzen verfügen zu müssen, wenn mit anderen Menschen Kommunikation gelingen soll, in meiner Wahrnehmung eine ganz andere Qualität.

Das von Bertolt Brecht in seiner Radiotheorie noch als anzustrebendes Ziel formulierte Ideal, dass das Radio von einem Instrument der einseitigen Verteilung von Inhalten zu einem Kommunikationsmedium werden möge, ist Wirklichkeit geworden. Das Internet hat das Potenzial, jedem und jeder Möglichkeiten der Teilnahme am Diskurs der Gesellschaft (weit über Schule hinaus!) zu ermöglichen. – Entsprechend haben digitale Medien ein enormes Potenzial, die Qualität von Unterricht zu unterstützen, weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Dazu sind selbstverständlich Wissen und Kompetenzen nötig: zunächst bei Lehrerinnen und Lehrer, die diese dann den Schülerinnen und Schülern vermitteln. Zu diesen Kompetenzen gehört aber auch, dass Lehrerinnen und Lehrer akzeptieren, dass im Kontext digitaler Medien zumindest hin und wieder Schüler und Schülerinnen bereits kompetenter sind als sie selbst.

Auch beim Einsatz digitaler Medien kommt es, mittlerweile ist es fast schon eine Binsenweisheit, zentral auf den Lehrer oder die Lehrerin an. Bildungsprozesse sind nach wie vor personalisierte Prozesse, die von Persönlichkeit und Feedback-Kultur leben

Zugegeben, ich habe keine großen Projekte am laufen, in denen es um digitale Medien in der Schule gehen würde. Und dennoch befindet sich ein zentrales Instrument zur Verbesserung des Unterrichts in den Hosentaschen überraschend vieler meiner Schüler. Es ist nicht nur das Wissen der Welt einen Klick weit entfernt, es ist auch die Möglichkeit zur Kommunikation ständig vorhanden. Sicher: Die ständige Verfügbarkeit von Kommunikationsmöglichkeiten verlangt selbst wieder Lernprozesse, die dazu beitragen, die Möglichkeiten digitaler Vernetzung reflektiert zu nutzen – und auch den aktiven Verzicht auf diese Optionen zu erlernen.

Ging ich früher in den PC-Raum der Schule, musste ich damit rechnen, dass in dem Augenblick, in dem die Schüler Platz genommen und die Rechner eingeschaltet worden waren, auch schon die ersten Ausflüge auf nicht zum Unterricht gehörende, für die Schüler aber sehr spannend Websites losgingen. Immer wieder war es nötig, Schülerinnen und Schülern der Sonderwelt des PC-Raums zu ermahnen, den Besuch auf unterrichtsfremden Seiten doch bitte zu unterlassen.

Neben dieser Erfahrung, dass der Einsatz von PC-Räumen der Qualität von Unterricht mehr schadet als nutzt, war es für mich die Irritation darüber, dass die Gestaltung der PC-Räume an den meisten Schulen den didaktischen Grundsatz angemessener Phasenwechsel nahezu unmöglich machte, die mich fragen ließ, wo eigentlich der große Unterschied zu meinem eigenen sehr positiven Lernerfahrungen im Internet liegt.

Anders als in der Schule nutze ich digitalen Medien immer dann, wenn es mir in einem Arbeitsprozess notwendig erscheint. Manchmal muss ich nur ein Wort recherchieren, manchmal fehlt mir ein bestimmtes Sachwissen, auf das ich via Internet sehr schnell zugreifen kann

Ich begann vor ca. eineinhalb Jahren, mein eigenes digitales Endgerät (Tablet) als ein selbstverständlich im Unterricht verfügbares Instrument zu betrachten. Das führte dazu, dass nun auch Schüler und Schülerinnen die ihren verfügbaren digitalen Endgeräte zu Zwecken des Unterrichts nutzen. Die Notwendigkeit zur Ermahnung, doch bitte nur unterrichtsrelevante Websites zu besuchen, ist seitdem deutlich zurück gegangen. Digitale Medien werden vielmehr ganz selbstverständlich zum Teil des Arbeitsprozesses im Klassenraum. Dies führt immer wieder zu Metagesprächen, zur Reflexion über die Nutzung dieser Instrumente, sei es nun in Bezug auf die Seriosität aufgefundener Materialien oder auch in Bezug auf Fragen der Privatsphäre und des Datenschutzes.

Andere Lehrer und Lehrerinnen, andere Schulen gehen andere Wege. Es gibt mehr und mehr Schulen, die das System produktiv nutzen, das auch so große Projekte wie die Wikipedia ermöglicht. In diesen Fällen zum Einsatz kommende Software ermöglicht es allen Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrenden, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Interaktivität wird hier also produktiv für schulische Zwecke genutzt.

Dass solche schulspezifischen Plattformen allerdings akzeptiert werden, ist meist mit großen Mühen verbunden. Sie werden oftmals wiederum als Sonderwelten im Internet wahrgenommen, so dass sie nicht mit der Anziehungskraft, die digitale Strukturen auf Schülerinnen und Schüler ausüben können, mithalten können.

Ist aber erst einmal die Versuchung überwunden, beim Einsatz digitaler Medien im schulischen Unterricht wiederum nicht zu differenzieren, sondern alle Schüler und Schülerinnen das gleiche machen zu lassen, können diese Instrumente außerordentlich fruchtbar werden.

Wenn Schüler Facharbeiten erstellen, so stelle ich ihnen mittlerweile frei, ob diese analog oder digital produziert werden. Ich bestehe zwar in der Regel darauf, dass neben digitalen ein Mindestzahl an analogen Quellen genutzt wird, doch pendelt sich das Verhältnis der eingesetzten Medien und Produktionsformen interessanterweise fast immer sehr gleichmäßig ein: etwa ein Drittel erstellt die Arbeiten rein digital, etwa ein Drittel nutzt sowohl digitale als auch analoge Darstellungsmöglichkeiten, ein letztes Drittel zieht nach wie vor analogen Medien vor. – Unmöglich, eine solche Heterogenität der Arbeitsformen und damit verbunden auch der Lernstile in einem PC-Raum oder einen Raum ohne PC methodisch und didaktisch fruchtbar werden zu lassen.

Natürlich, es gibt mittlerweile viele Beispiele, wie digitale Quellen und Darstellungsformen für den Unterricht genutzt werden können. Dabei werden diese Quellen häufig jedoch zu einem Ersatz für den Frontalunterricht, weil Ihnen ein oft rein instruktiver Charakter zugeschrieben wird.

In vielen Fällen bedeutet der Einsatz von Computern im Unterricht, dass Schülerinnen und Schüler Inhalte von Websites aufnehmen. Die kommunikativen Grundstrukturen des Web 2.0 werden dabei sehr häufig völlig ausgeblendet, auch weil sie vielen Lehrern und Lehrerinnen nach wie vor sehr fremd sind.

Die Notwendigkeit des Erwerbs von Medienkompetenz beschränkt sich nicht auf Schüler; sehr viele Lehrer und Lehrerinnen müssen sich die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien als Kommunikationsmedien noch aneignen. Darüber hinaus entfalten digitale Medien dann ihren Charme, wenn sie genutzt werden.

Anfang April 2012 hatte ich abends eine kurze, aber intensive Diskussion mit zwei Schülern, die auf Twitter präsent sind, in der es um nichts geringeres ging als um die Philosophie Immanuel Kants. Diese Diskussion fand öffentlich statt und war öffentlich fruchtbar, erwuchs doch aus ihr die Idee, dass ein Kollege aus Köln und ich in Frankfurt am Main gemeinsam überlegen, ob und wie wir unsere Schüler und Schülerinnen miteinander in einen Kommunikationsprozess bringen können, der fachbezogen die Möglichkeiten des Netzes nutzt, um gemeinsam und dialogisch an konkreten Themen zu arbeiten und dabei gleichzeitig auch Grundformen demokratischen Miteinanders einzuüben. Das Projekt selbst noch nicht umgesetzt, zeigt aber, was mit Öffnung von Schule und Unterricht gemeint sein kann.

Nach wie vor gilt: die Qualität des Unterrichts hängt sehr stark von der Person des Lehrers ab. In Zeiten digitaler Medien und des Internets bedeutet dies auch, dass die Qualität von Unterricht, der sich digitaler Medien bedient, auch davon abhängt, welche Kompetenz der unterrichtenden Lehrer selbst hat, um mit diesen digitalen Medien souverän umgehen zu können. Die Chancen moderner Medien zur Bereicherung des Unterrichts, zur Verbesserung des Unterrichts, hängen von der Medienkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer ab.

Da diese Kompetenz häufig noch einen großen Fortbildungsbedarf hat, bedeutet dies natürlich auch, dass Kultusminister Kultusministerinnen dringend darüber nachdenken müssen, wo sie Lehrer und Lehrerinnen einerseits zu den notwendigen Fortbildung verpflichten können, aber auch, wie sie zur Ermöglichung solcher Fortbildungen Entlastungen anbieten.

Digitale Medien können Schüler und Schülerinnen sehr schnell in kommunikative Prozesse hineinführen, die sowohl dem Erwerb von Fachwissen dienen, die aber gleichzeitig all jene Kompetenzen und Werthaltungen fördern können, die mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schule verbunden sind. Und dieser Bildungs- und Erziehungsauftrag steht im Zentrum. Die Debatte um Instrumente, die diesem Ziel dienen, ist diesem Auftrag untergeordnet und immer auch darauf hin zu befragen, ob dieser Auftrag im Blick behalten oder von Technikdebatten überlagert wird.

 

„Schule 3.0: digital total?“ – Diskussionsbeitrag zu einem Artikel von Prof. Dr. Christian Spannagel

Dieser Beitrag bezieht sich auf den gerade im Blog von Prof. Dr. Christian Spannagel erschienen Artikel „Schule 3.0: digital total?“. Da mein Beitrag für die Kommentarspalte des Blogartikels ein wenig zu umfangreich wurde, erscheint er hier, ist aber ein Diskussionsbeitrag zum genannten Blogartikel, der zunächst gelesen werden sollte

Großartig, lieber Christian, mit welcher Konsequenz du im Vorfeld von Podien auf denen du sitzt oder von Vorträgen, die du hältst, deine Gedanken mitteilst, sodass andere dir ihre Gedanken mitteilen können.

Was also geht mir durch den Kopf, wenn ich deine Statements lese? Das will ich hier sammeln.

Ich finde deine Überschrift einigermaßen „voreilig“ ;-) . Gut, Versionszahlen sind heute allgegenwärtig und seit „2000“ als Metapher für „Zukunft“ nicht mehr taugt, lehnt man sich jetzt an die Versionbezeichnungen von Software an bzw. an jenes „Web 2.0“, das einst ausgerufen wurde und dessen Begriff auf Dale Dougherty, Craig Cline und Tim O’Reilly zurück gehen soll. Die Bezifferung von Software-Versionen als Zukunftsmetapher! Das sagt einiges über die Erwartungen gegenüber dieser Zukunft aus, die als digitale gedacht wird. Mit „Schule 3.0“ willst du auf diesen Faktor hinweisen. Gut so. Schaue ich mir aber die Schlüsseprinzipien an, die O’Reilley und Batelle zusammgestellt haben, komme ich doch ins Grübeln.

Wende einfach mal diese Schlüsselprinzipien des Web 2.0 auf Schule an – und der ganze Mut, der hinter deiner Überschrift steckt, wird erkennbar:
  • das Web als Plattform (anstatt des lokalen Rechners)
  • datengetriebene Anwendungen (Inhalte sind wichtiger als das Aussehen)
  • die Vernetzung wird verstärkt durch eine „Architektur des Mitwirkens“ (jeder kann mitmachen)
  • Innovationen beim Aufbau von Systemen und Seiten durch die Verwendung von Komponenten, welche von verschiedenen Entwicklern erstellt worden sind und beliebig miteinander kombiniert werden können (ähnlich dem Open-Source-Entwicklungsmodell)
  • einfache Geschäftsmodelle durch das verteilte, gemeinsame Nutzen von Inhalten und technischen Diensten
  • das Ende des klassischen Softwarelebenszyklus; die Projekte befinden sich immerwährend im Beta-Stadium
  • die Software geht über die Fähigkeiten eines einzelnen Verwendungszwecks hinaus
  • es wird nicht nur auf die Vorhut von Web-Anwendungen abgezielt, sondern auf die breite Masse der Anwendungen
Von „http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Web_2.0&oldid=99313823

Lese ich das, so kommt es, um in schulischen Belangen Version 3.0 zu erreichen, entweder zum Überspringen einer Version oder aber es ist zunächst einmal anzuerkennen, dass Schule in Deutschland heute gerade dabei ist, sich sehr langsam an die auf sie anwendbaren Schlüsselprinzipien des Web 2.0 anzunähern.

Inwiefern die genannten Schlüsselprinzipien auf Schule angewendet werden können oder ob die Versionen-Nummern-Metapher als Metapher für die Schule überhaupt trägt, soll hier jetzt nicht Gegenstand sein. Das muss mal an anderer Stelle Platz finden. Hier soll der Hinweis reichen, dass bereits der von dir, Christian, gewählte Titel enorm viele mitgedachte Voraussetzungen (Implikationen) in sich trägt, die für eine eigene Diskussionsrunde reichen würden.

Zeit, mich deinen Statements zuzuwenden:

ad 1. Es geht nicht nur um die schulische Integration digitaler Endgeräte und vernetzter Strukturen, deren Alltagsrelevanz enorm ist, sondern auch um die Reflexion des Umgangs mit den Herausforderungen des Umgangs mit der dialektischen Spannung, die zur Zeit zwischen analoger und digitaler Weltsicht besteht.

Ich bin Schülern begegnet, für die waren die gerade aktuellen Proteste gegen ACTA ihr erstes aktives politisches Engagement. „Das ist meine erste Demonstration“, sagte mir ein Schüler am Rande der Frankfurter Stop-ACTA-Proteste. – Schulen verändern sich und ich stimme dir zu: Wenn Schule auch in digitalen Zusammenhängen „Weltorientierung“ ermöglichen soll, dann ist die Integration digitaler Endgeräte und vernetzter Strukturen im Kontext Schule „in erheblich stärkerem Maße“ notwendig.

Ich spreche an dieser Stelle nicht von Unterricht, weil das Schule zu eng führt, denn digitale Strukturen lassen „Unterricht“ eben nicht mehr nur als klassischen „Unterricht“ zu. Neben den Präsenzzeiten könnten stärker digitale Vernetzungen eine Rolle spielen, in denen dann auch Lehrer mitwirken.

Aber: Wie soll Weltorientierung in digitalen Strukturen gelingen, wenn diese Strukturen in Politikerreden zwar vorkommen, aber nicht wirklich offensiv und verbindlich sichergestellt wird, dass die Lehrerinnen und Lehrer selbst diese „Weltorientierung“ für sich leisten bzw. aktiv für sich erschließen?

Wenn du forderst, dass Schule digital werden müsse, ich würde etwas vorsichtiger sagen, Schule muss selbstverständlicher mit digitalen Endgeräten und vernetzten Strukturen umzugehen lernen, musst du auch fordern, dass Lehrer entsprechend kompetent in diesen Bereichen arbeiten können (hier bin ich schon bei deinem Punkt 7 angelangt, aber das gehört ja doch zusammen, ich würde also Punkt 1 und 7 näher zueinander rücken, um diese enge Verbindung stärker zu machen).

Grundsätzlich gilt hier: Ja, die systematisch im schulischen Curriculum verankerte Medienkompetenz muss Teil der Schule werden, die von meiner Warte aus aber durchaus nicht zur Monokultur zu werden braucht.

ad 2. Hier habe ich wenig hinzuzufügen, mal abgesehen von der Erfahrung, von der auch André Spang erzählt, dass die Verfügbarkeit digitaler Endgeräte mit Zugang zum Internet die Phasenwechsel bzw. das Arbeiten der Schüler und Schülerinnen verändert. Das Smartphone, das Tablet, das Laptop mit UMTS-Karte ergänzen Wörterbücher, ersetzen Lexika – und fordern dazu heraus, konsequent nach Qualitätskriterien bezüglich der angebotenen Informationen zu fragen. – Als Religionslehrer weiß ich ganz besonders, wovon ich hier spreche, denn wenn Schüler Grundbegriffe dieses Faches recherchieren, stoßen sie schnell auch auf eher christlich-fundamentalistisch orientierte Seiten. Das Argument, dass genau aus diesem Grunde Schulbücher und gefilterte Bildungsmedien nötig seien, hat zwar etwas und ist in bestimmten Kontexten auch hilfreich, löst aber nicht das Problem, dass Schüler und Schülerinnen bei ihren dennoch stattfindenden Recherchen dann eben unbegleitet durch einen fachlich und im Umgang mit Recherchetechniken kompetenten Lehrer (von denen es  nicht genug zu geben scheint – vgl. deinen Punkt 7) auf solche Seiten stoßen. Damit sind wir wieder bei der Frage der systematischen Einbettung der Medienkompetenz in das Curriculum der Schulen und in die Methodik und Didaktik der Fächer.

ad 3. Digitale Werkzeuge sind nicht sinnstiftend, die Sinnfrage ist aber Kernbestand des Erziehungsauftrages. Die Intensität, die Gespräche zu solchen Themen in Lerngruppen erzeugen, ist rein analog. Es entsteht da meist eine Stimmung, in der digitale Werkzeuge fehl am Platz sind. Anders ausgedrückt: So sehr ich digitale Werkzeuge schätze, gilt für sie das gleiche wie für die von mir ebenso geschätzten analogen Bücher und Schreibwerkzeuge: Die Erfahrung des eigenen Selbst – ohne eine äußere Beschäftigung oder Ablenkung, die über das Sitzen oder das Wandern hinaus geht – ist eine existentielle Erfahrung, die ich für ein glückliches Leben für notwendig erachte, die aber digitale Werkzeuge nicht darzustellen in der Lage sind. – Das mag ein wenig esoterisch klingen, ist aber durchaus ernst gemeint.

ad 4. PC-Räume sind aber so etwas von Frontalunterricht und bieten nur sehr begrenzt die Möglichkeit des Methodenwechsels: Schüler sitzen frontal vor Bildschirmen, der Lehrer blickt auf die Wand aus Bildschrimrückseiten, sieht die Schüler nicht und Platz für andere Arbeitsmaterialien oder die Möglichkeit, mit seinem Gerät schnell mal zu einem Schüler in der anderen Ecke des Raumes zu gehen, sind nicht vorgesehen. Stationäre IT läuft dem Interesse an eigenständigem Lernen zuwider, weil der Desktop nicht mal so eben zur Buchrecherche mit in die Schulbibliothek genommen werden kann. Meine Annahme: PC-Räume werden verschwinden wie Sprachlabore und durch persönliche Endgeräte von Schülern und Lehrern ersetzt.

ad 5. Ich bin mir nicht sicher, ob das genau so aussehen wird, wie du das beschreibst, weil z. B. der Kunst- und Musikunterricht sicher nicht nur mit digitalen Instrumenten arbeiten können, aber auch, weil ich vor einer digitalen Monokultur noch ein wenig zurück schrecke.

Vielleicht liege ich falsch, wenn ich Handschriftlichkeit und zumindest das Beherrschen analoger Arbeitstechniken nach wie vor als eine Voraussetzung für digitales Arbeiten sehe, aber noch bin ich nicht völlig davon überzeugt, dass z. B. die von mir empfundene Ästhetik mancher analogen Medien durch digitale Ästhetiken ersetzt werden kann, ohne dass dies zu Verlusten führt, die ich nicht will. Ja – hier bin ich altmodischer Bildungsbürger, der im wahrsten Sinne des Wortes zwischen analogen und digitalen Medien lebt.

ad 6. Nun, der Gastgeber der Diskussion, zu der du eingeladen bist, wird hier ja eine Revolution im Rahmen der Didacta präsentieren, bei der ich mir duchaus vorstellen kann, dass sie zunächst einmal vorhandene Schulbücher digital zu vermarkten versuchen wird, ohne konkret zu realisieren, dass digitale Bildungsmedien anders aussehen müssen.

Zumindest die bislang von den Verlagen zur Verfügung gestellten digitalen Medien sind im Grunde meist genau das, was du als „sinnlos“ beschreibst: PDF-Dateien, die für PC / Tablets verfügbar gemacht werden. – Wenn man im Web bessere Materialien finden wird als in kommerziellen Angeboten, teilweise geschieht das ja schon, aber viel Material krankt z. B. an mangelndem Willen zu schönem Layout, dann werden sich Schulbuchverlage wirklich innovativ zeigen müssen, wenn sie nicht mittelfristig von großen Konzernen geschluckt werden wollen, in deren Portfolio gerade Platz für Bildungsmedien geschaffen wurde oder wird.

Dass Schulbuchverlage als Unternehmen, die Bildungsprozesse begleiten und Lehrern Arbeit erleichtern, ihre Geschäftsmodelle wahrscheinlich werden verändern müssen, um auf Dauer zu überleben, habe ich schon mal formuliert und du verlinkst das auch entsprechend (Danke dafür!). Aber dazu ist Innovationkraft nötig. Dass Schulbuchverlage die entsprechenden „Nerds“ einkaufen, die solche Innovation in digitaler Hinsicht erwarten ließen, ist mir allerdings bislang noch nicht zu Ohren gekommen – wobei mir sehr vieles nicht zu Ohren kommt ;-)

ad 7. Dazu habe ich oben schon einiges gesagt. Lehrpersonen müssen sich mehr und mehr zu medienkompetenten Nutzern digitaler Medien entwickeln, um zeigen zu können, wie man mit digitalen Endgeräten arbeitet.

Mein erster Schritt der Aktivierung digitaler Mediennutzung für meinen Unterricht war nicht, dass ich mit den Schülern Projekte startete, sondern dass ich mein digitales Arbeiten in den Klassenraum brachte, meine Unterrichtsentwürfe auf dem Tablet hatte. Ich schleppte weiter Schulbücher mit, weil ich die natürlich nicht digitalisierte (digitalisieren darf, auch nicht zur Eigennutzung, wenn ich das Schulbuch gekauft habe, womit wir wieder bei der dringenden Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter wären, bei der nicht nur die Rechte der Rechteinhaber – die oft gar nicht die Urheber sind – im Zentrum stehen, sondern ebenso stark die Nutzungsrechte mit bedacht werden).

Mein erster Schritt war also das Arbeiten mit digitalen Endgeräten und meine eigene Vernetzung im WorldWideWeb.

Aus diesem Schritt ergab sich dann, dass Schüler und Schülerinnen vermehrt nachfragten, ob sie ihre Geräte auch nutzen dürften. So ist die Nutzung dieser Geräte organisch aus dem Unterricht und vor allem aus der vorgelebten Praxis des Lehrers entstanden.

Das habe ich mir alles autodidaktisch angeeignet, was man sicher nicht als Standard erwarten kann. Deshalb ist dein persönlicher Eindruck, den ich nur unterstreichen kann, so erschreckend wie leider auch sehr treffend: Fortbildungen im Bereich Medien und IT für Lehrer sind qualitativ oft eher anstrengend als motivierend.

Dennoch: Ja, hier bedarf es der eigenen Verantwortung von Lehrenden. Problem: Um diese Verantwortung zu übernehmen bräuchte man die entsprechende Zeit. Aber dazu sagst du ja in 10 entsprechendes.

Lehrende brauchen Entlastung um dem Lernbedarf nachkommen zu können, der mit einem Leitmedienwechsel verbunden ist!

ad 8. Nimm dich als Beispiel. Du nutzt digitale Medien in der Lehrerausbildung.

Es scheint mir mehr und mehr Hochschullehrer zu geben, die sich da heran trauen. – Aber leider muss ich dir bei dem Problem der PDF-Massen-Erzeugung, also der Verlagerung des Papiers in seine nicht gedruckte Form, zustimmen. Da gibt es Verbesserungspotential – einerseits.

Andererseits bin ich ein großer Anhänger der reflexiven, analytischen, integrierenden, Erkenntnisse verschaffenden Kraft der Sprache und sehe manche Vorstellung interaktiver Materialbearbeitungen fast schon als eine Multi-Media-Ideologie, die mehr Material gestaltet als dessen Inhalte durchdringt.

Wittgensteins Ausspruch – „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ – ist mir in diesem Zusammenhang  erkenntnisleitend.

Bilder können die Potentiale, die in sprachlicher Kompetenz liegen, ergänzen, multimediale Ausarbeitungen können Zugänge für unterschiedliche Lerntypen schaffen, aber die Sprache gehört ins Zentrum auch der Lehrerausbildung, da sie für Weltorientierung zentral ist. Und was das Sprachbewusstsein in der Lehrerausbildung betrifft, hat es das Melancholie auslösende Moment mit der Frage der Medienkompetenz in diesem Sektor leider gemeinsam.

  1. Das trifft Veränderungen meines Denkens, die ich seit einiger Zeit beobachte. Träumt ich einst von WLan an der Schule, kann ich heute gut auf das vorhandene UMTS und bald auch auf LTE zurückgreifen. SmartBoards sind nett, aber zu teuer und zu unflexibel in unterschiedlichen Räumen nutzbar. Viel wichtiger wäre ein funktionierendes Bildungsnetz mit guter Serverstruktur und zuverlässigem Service. Vieles krankt hier, so dass Lehrer Netzweradministratoren werden sollen, die dafür eigentlich kaum / keine Zeit haben.

Lehrende müssen die Medien nutzen können, man sollte nicht von ihnen erwarten, dass sie vorher erst einmal selbst Kabelschächte ziehen oder Software programmieren – um das mal überspitzt zu formulieren.

Aber: Schulserverinfrastrukturen sind datenschutztechnisch äußerst relevant und sensibel, was bei der Nutzung vorhandener Zugangsmöglichkeiten ins Netz über z. B. LTE entsprechend bereits bei der Anlage der Infrastruktur angemessen integriert werden muss. (Und die Verschlüsselung von E-Mails wird nicht nur in die Lehreraccounts integriert, sondern Lehrenden auch zur Pflicht gemacht, wenn es sich um dienstliche Belange handelt.)

  1. Politisch muss gefordert werden, dass die Voraussetzungen einer Verankerung der Medienbildung geschaffen werden und beispielsweise auch Standards für die  Medienkompetenz und das Medienwissen der Lehrenden formuliert werden, auf das Lehrende dann auch verpflichtet werden.

So dürften bspw. keine Führungspositionen in der Schule und der Schulverwaltung ohne entsprechende Kompetenznachweise (Kompetenznachweise sind etwas anderes als Zertifikate, die oft reine Sitzscheine sind) mehr besetzt werden, um hier deutliche Zeichen zu setzen.

Und dann, da stimme ich dir zu, gehört die Medienbildung in die Curricula aller Alterstufen und aller Fächer.

Kurz: Christian, deine Statements gefallen mir und ich finde sie zutiefst anregend für mein eigenes Denken. Danke dafür und eine spannende Diskussion am Donnerstag (wird die eigentlich aufgezeichnet, gestreamt, online nachvollziehbar gemacht werden?).

 

Schule „muss“ sich nicht verändern; sie tut es einfach. Eine Provokation.

Als ich gerade in die Oberstufe gekommen war, wollte ich unbedingt dieses vierundzwanzig Bände umfassende Lexikon im Taschenbuchformat haben.

Als ich es dann hatte, kamen in besonders ereignisreichen Jahren Einzelbände dazu, die die Informationen im Lexikon aktualisierten. 

Mir kam dieser Regalmeter an Wissen damals so vor, als ob es unmöglich sei, noch viel mehr zu wissen oder in noch kompakterer Form, Wissen zugänglich zu machen. 

In der gleichen Zeit war ich zutiefst davon beeindruckt, dass Briefe an und von einem Brieffreund in Singapur in der Regel nur zwei Werktage unterwegs waren, bis sie ankamen und eine mir völlig unbekannte Welt ins Haus brachten. 

Es gab für solche Brieffreundschaften Vermittlungsagenturen, die damals bei uns Jugendlichen recht beliebt waren, konnte man auf dem Wege über eine Brieffreundschaften doch Fremdsprachenkenntnissen so etwas wie Praxisrelevanz abtrotzen. 

Das Lexikon steht noch immer in meinem Regal, aber weniger, weil ich davon einen Nutzen habe, sondern eher als eine Art „romantische“ Erinnerung an Zeiten, die gar nicht lange her sind, dafür aber sehr schnell vergangen sind. 

Das Wissen der Welt steht heute tagesaktuell via Internet zur Verfügung. 

Das Internet und Computer machen Englischkenntnisse unmittelbar praxisrelevant. Freundschaften auf Distanz werden heute via Facebook und Skype gepflegt. 

Was einst ein für mich mit schier unvorstellbaren Wissensmengen gefüllter Regalmeter war, neben dem einige Zeit später noch alle damals unter dem Label „Duden“ verfügbaren Wörterbücher, zehn an der Zahl, einzogen und so auch umfassendes Sprachwissen für mich greifbar machten, kommt mir heute so vor, als seien es letztlich doch sehr bescheidene Wissensmengen gewesen. Und der Regalmeter mit gewichtigen Büchern reicht nicht im mindesten an das verfügbare Wissen in meiner Hosentasche heran, das ich immer bei mir trage.

Neben Lexikon und Wörterbüchern habe ich eine über hundert Bände umfassende Klassikerbibliothek, die in Druckform einige Umzugskisten benötigte, um transportiert werden zu können, in der Hosentasche. Das Smartphone macht es möglich.

Außerdem trage ich eine vollwertige Schreibmaschine mit mir herum, die kleiner als ein Collegeblock ist, die mir komfortablen Internetzugang erlaubt, mit der ich mit anderen Menschen kommunizieren kann.

Fotoapparat, die Möglichkeit, hochwertige Videos anzufertigen und sogar zu schneiden, ein Audiorekorder, einen Scanner mit OCR, eine vollständige Fahrplanauskunft (früher war dazu ein dickes „Kursbuch“ nötig), eine Sammlung historischen Kartenmaterials, eine mehrere hundert „Platten“ umfassende Musiksammlung etc. führe ich ständig in der Hosentasche mit mir herum.

Das alles kam mir in den Sinn, als ich über die mir kürzlich gestellte Frage nachdachte, ob Schule sich nicht verändern müsse. 

Je mehr ich über diese Frage nachdenke, deren Zielrichtung ich natürlich verstehe (zu verstehen meine), um so sinnloser, an der eigentlich zu stellenden Frage vorbei gestellt erscheint sie mir. 

Schule „muss“ sich nicht verändern. Das muss man nicht fordern, als ein „Muss“ in den Raum projizieren. Schule tut das einfach. Schule verändert sich. Schule ist längst vom informationstechnologischen Wandel durchdrungen und geprägt – auch dort, wo die Veränderungsresitenzen von Lehrenden noch versuchen, „alte Selbstverständlichkeiten“ gegen den „Angriff“ aus der Welt des Internets und des Hosentaschenwissens am Leben zu erhalten. 

Wenn dann Lehrer und Lehrerinnen im Lehrerzimmer „ihre Klausuren von vor ein paar Jahre, die sie bislang problemlos immer wieder verwenden konnten, die jetzt aber im Internet kursieren und die sie deshalb nicht mehr verwenden können“ hochhalten, die sie bei Schülern gefunden haben, während diese Arbeit wieder einmal geschrieben wurde, so ist das ein fast tragikomischer Anblick.

Wenn Schülern und Schülerinnen der Gebrauch mobiler Endgeräte mit Internetzugang verboten wird, wirkt das zunehmend so, als würde man die Nutzung von Wörterbüchern verbieten. 

Nein, Schulen sehen sich keinem „Muss“ zur Veränderung ausgesetzt. Schulen verändern sich parallel zum Leitmedienwechsel von alleine, organisch, egal ob Lehrer, Eltern, Schulträger, Kultusbehörden,  Schulbuchverlage etc. sich gegen das „Wuchern dieses digitalen Unkrauts“ wehren oder ob sie sich auf den Medienwandel in der Wissensgesellschaft einlassen und Schüler dabei unterstützen, mündige Bürgern in dieser Wissensgesellschaft zu werden. 

Weg also mit dem „Muss“, wenn es um Fragen der Veränderung von Schule geht. 

An die Stelle dieses „Muss“ sollte man die Forderung nach Professionalität im Umgang mit diesem Leitmedienwechsel setzen und diese Professionalität gleichzeitig einfordern.

Es ist nicht die Aufgabe von Lehrern, den Leitmedienwechsel (immer noch) zu verteufeln oder einfach zu ignorieren. 

Es ist Aufgabe von Lehrern, kompetent mit dem Leitmedienwechsel umzugehen, theoretisches und Anwendungswissen zu erwerben, um den Möglichkeiten und Chancen des Leitmedienwechsels auch reflektierend begegnen zu können. 

Natürlich ist das mit Arbeit verbunden, aber als Fachlehrer kann man sich zum Beispiel in den Naturwissenschaften neuen fachlichen Erkenntnissen auch nicht verweigern, wenn man den eigenen Beruf wirklich ernst nimmt. 

Es ist nicht so, dass man sich zurücklehnen und entscheiden kann, ob einen als Lehrer dieser Leitmedienwechsel betrifft oder nicht, ob man diesem gegenüber Kompetenzen erwerben möchte oder nicht. Diese Entscheidung mag mir als Privatperson möglich sein; will ich meinem Erziehungsauftrag angemessen nachkommen, muss ich zum kompetenten Umgang mit dem Leitmedium in der Lage sein. 

Ich kann mich als Lehrer ja auch nicht weigern, Bücher oder Fachzeitschriften in die Hand zu nehmen, wenn ich den Beruf ernst nehme. 

Ich stelle mir vor, Automechaniker verhielten sich wie manche Lehrer, sie würden sich weigern, von ihren mechanischen Reparaturkompetenzen auf Mechatronik umzustellen, sie würden sich weigern, den Umgang mit Computern zu erlernen, um Fehleranalysen an der Bordelektronik eines Autos durchführen zu können: Wenn ein solcher Automechaniker nicht gerade in einer Werkstatt arbeitet, die sich auf Oldtimer spezialisiert hat, würde er seinen Beruf verlieren. 

Ich hielte es für keinen Eingriff in die gesetzlich verankerte pädagogische Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern, würde eine Dienstanweisung ergehen, in der klar definiert ist, welche Kompetenzen der Leitmedienwechsel von Lehrenden fordert, damit dieser kompetent reflektiert und auch praktisch fruchtbar gemacht werden kann. Diese Dienstanweisung dürfte freilich nur von Leuten erarbeitet werden, denen man genügend Wissen und Fähigkeiten zutraut, dies angemessen zu tun, also nicht von Politikern, die sich E-Mails nach wie vor ausdrucken lassen ;-)

Ich hielte es für keinen Eingriff in die gesetzlich verankerte pädagogische Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern, bekäme jede und jeder eine Dienstemailadresse, die verpflichtend mind. an den Tagen abzurufen wäre, an denen die Kollegen in der Schule sind, wo Dienstrechner verfügbar sind. 

Solange es aber nicht als seltsam angesehen wird, dass Lehrer und Lehrerinnen sich teilweise dem Leitmedienwechsel offensiv verweigern, solange nicht verbindlich eingefordert wird, dass Medienkompetenz ebenso wie Sprach- und Schreibkompetenz in allen Fächern zu fördern ist, solange wird sich Schule weiter verändern, worauf Lehrer weiter mit Restriktionen reagieren werden, um den StatusQuo zu bewahren, um die Veränderungen vielleicht doch noch zu verhindern, wodurch die Atmosphäre in den Schulen zunehmend von dem nicht reflektierten Konflikt zwischen „digitalen Selbstverständlichkeiten“ im außerschulischen Alltag und der vor diesem Alltag „geschützten“ Schule geprägt wird.

Der Leitmedienwechsel wird zu einer neuen Lernkultur führen.

Die sich mit ihm ergebenden Möglichkeiten und Risiken wollen reflektiert Einzug in die Schulwirklichkeit finden. 

Um diesen reflektierten Umgang mit dem Leitmedienwechsel leisten zu können, müssen Lehrer und Lehrerinnen lernen. 

Ja, das ist mit Arbeit verbunden. Aber diese Arbeit ist nicht zu vermeiden, soll sich in der Schule nicht ein Dauerkonflikt zwischen „digitalen Selbstverständlichkeiten“ (das Vorhandensein einer dienstlichen  E-Mail-Adresse ist eine solche, der gemeinfreie Klassiker auf dem E-Book-Reader bzw. dem Smartphone oder dem Tablet ist gerade dabei eine solche zu werden) und analoger Beharrlichkeit festsetzen, der dem Auftrag der Schule und somit der Pädagogen in der Schule zuwider liefe.

Schule „muss“ sich nicht verändern; Schule verändert sich angesichts des Leitmedienwechsels einfach; sie tut das einfach, völlig ohne „Muss“. 

Die Frage lautet also, wie sehr die an der Gestaltung von Schule beteiligten Professionellen professionell in der Lage sind, diese Veränderungen wahrzunehmen, zu beschreiben, zu reflektieren und dann in die Didaktik und Methodik der Fächer zu integrieren. 

Das ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. Und deshalb muss die Herausforderung noch umfassender beschrieben werden: Wie sehr sind Politik und gesamtgesellschaftliche Stimmungen bereit und in der Lage, den an der Gestaltung von Schule beteiligten Professionellen professionelle Fortbildungsmöglichkeiten zu geben, die keine Zusatzbelastungen sind, sondern durch Entlastungen an anderen Stellen eigentlich erst erwartbar und möglich werden. 

Solange dies nicht geschieht, ist freilich nicht unbedingt zu erwarten, dass Lehrer und Lehrerinnen die Kraft, Energie und Bereitschaft aufbringen (können), sich den faktischen Veränderungen von Schule im digitalen Kontext zu stellen; solange ist es durchaus nachvollziehbar, dass vielen Lehrer und Lehrerinnen der an „analogen Selbstverständlichkeiten“ orientierte Schulalltag der „sicherere Grund“ zu sein scheint, auf dem sie agieren können. 

Doch von all dem unabhängig: Schule verändert sich; Schule hat sich angesichts neuer „digitaler Selbstverständlichkeiten“ längst verändert. 

Es ist Zeit, diese Veränderungen reflexiv und praktisch  einzuholen.