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Ein „Rant” für digitale Bildung …

Ich schaute mir gerade das gaaaanz am Ende diese Beitrags eingebettete Videos mal wieder an. – Nach wie vor bin ich nicht mit jedem Detail einverstanden, das Tanja Haeusler und Johnny Haeusler in diesem Beitrag zur re:publica 2013 benennen. Die Grundrichtung aber finde ich durchaus bedenkenswert. Und das die zunehmende Kasernierung  pädagogisch wertvolle Rundumversorgung von Kindern in Krippen, Kindergärten, Ganztagsschulen, Horten etc. möglicherweise nicht die optimale Form ist, um Kinder und Beruf miteinander in Einklang zu bringen, sprechen die Haeuslers ziemlich deutlich an.

Oh ja, und dann haben wir auch noch, die Haeuslers formulieren das auch in dem Video, das am Ende dieses Beitrags verfügbar ist, die Aufgabe Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden, von der wir vieles heute noch gar nicht wissen. Wir wissen nicht, wie stark die Digitalisierung letztlich den Alltag wirklich durchdringen wird. Dass die Digitalisierung den Alltag aber mehr und mehr durchdringt, ist so offensichtlich, dass man es eigentlich nicht mehr leugnen kann. Die Erkenntnis, dass das Internet nebenbei ein ideales System zum Datensammeln und zur Überwachung unter anderem für staatliche Geheimdienste ist, dürfte die digitale Durchdringung des Alltags nicht verhindern.

Oh ja, wir haben Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden. Wir machen das in PC-Räumen. Ansonsten wird in den Schulen immer noch mit Büchern gearbeitet. Das ist nicht schlimm. Das ist nicht gut. Das ist eben so. Und ich bin wirklich froh, dass mehr und mehr Lehrende sich selbst auf den Weg begeben, sich digital kompetent zu machen und z. B. Tablets im Unterricht für sich zu nutzen. So ist das zumindest an der Schule, an der ich unterrichte. Einst war ich der erste mit Tablet im Unterricht; heute gibt es nicht nur Kollegen und Kolleginnen, die diese Geräte für sich einsetzen, sondern auch erste Reflexionen über den Einsatz des Tablets als Schulheft in der Hand eines Schülers. Immerhin; Schule ist bei solchen Entwicklungsprozessen von ihrer Aufgabe und ihrer Struktur her nun einmal nicht gerade als avantgardistisch zu betrachten.

Wir haben Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden. Und diese digitale Welt ist längst Teil der Schule, weil Schüler und Lehrer diese Welt zunehmend bevölkern. Aber immer noch gibt es Schulen, in denen der wesentliche Umgang mit Smartphones darin besteht, dass diese von Lehrern eingezogen werden, weil es Handyverbote unterschiedlichster Ausprägung gibt, die in Vereinbarungen mit den Eltern festgehalten wurden.

Wir bringen den Schülern und Schülerinnen nach wie vor nicht bei, dass Smartphones und Tablets fantastische Geräte zur lernenden Welterschließung sind, die neben alle anderen Formen der Welterschließung treten, die wir schon so kennen. Wie soll  das auch gehen, wenn z. B. jeder Lehrer, dem ich gegenüber das Wort Etherpad in den Mund nehme, erst einmal eine Erklärung braucht, was das ist? Wie soll das gehen, wenn Lehrer zwar wissen, dass Google seinem „Don’t be evil“ wohl doch nicht ganz treu geblieben ist, die aber nicht wissen, dass die Werkzeuge, die Google anbietet, tatsächlich auch zum Arbeiten geeignet sind? Wie sollen wir Schüler und Schülerinnen so  vorbereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden, wenn in einigen Bundesländern die Nutzung sozialer Netzwerke für „dienstliche Belange” (Kommunikation mit Schülern, Eltern etc.) ausdrücklich verboten wird, während selbst Lehrer und Lehrerinnen über Facebook hinaus andere soziale Netzwerke kaum für sinnvolle Belange nutzen?

Wir haben – gilt nicht für alle Bundesländer – Lehrmittelfreiheit, aber die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler in der Schule außerhalb der PC-Räume mit eigenen Geräten das Lehrmittel Internet nutzen können, gehört in vielen Fällen nach wie vor nicht dazu. Lehrmittelfreiheit bedeutet nach wie vor nicht, dass WLan-Zugänge verfügbar sind und Schulträger wissen, wie deren Aufbau und Unterhaltung finanziert werden kann.

Während in den USA dutzende von Twitterchats von hunderten von Lehrkräften Woche für Woche bevölkert werden, verzeichnet der erste deutschsprachige Twitterchat für Lehrende im Schnitt ca. 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Das ist aus der Perspektive eines Lehrers in Deutschland gesprochen übrigens eine beeindruckende Zahl, trotz der ca. 800000 Lehrer und Lehrerinnen an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland.

800000 Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen, von denen sich ca. 40 seit September 2013 Woche für Woche zu einem Chat treffen, der ihrer eigenen Fortbildung und Vernetzung dient, und von denen vielleicht ein paar hundert sich ernsthaft Gedanken darum machen, welcher Mehrwert im Lernen mit digitalen Geräten und Netzen zu finden ist und wie dieser in eine digitale Didaktik überführt werden kann. Oder sind es doch mehr und wir wissen nichts davon? Oder sind es viel weniger und ich bin ein unverbesserlicher Optimist?

Wir haben Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden – und tun es allzuoft nach wie vor nicht. Das beunruhigt aber nicht wirklich nachhaltig, gehen wir doch davon aus, dass Jugendliche sich ihre eigenen Wege suchen, in dieser Welt mit ihrem Internet zurechtzukommen. Das stimmt auch für einige. Aber die meisten Jugendlichen haben keine Ahnung, wie sie sich (reflektiert) in der digitalen Welt zurechtfinden: Schüler können Facebook nutzen, WhatsApp bedienen, Quiz-Duell spielen, Instagram-Accounts füllen, vielleicht auch noch die Basisfunktionen von OpenOffice, LibreOffice, Word oder Pages bedienen und mittels Powerpoint oder hin und wieder auch Prezi Präsentationen erstellen. Das ist eine ganze Menge – und im Zentrum der meisten Aktivitäten von Jugendlichen im Netz steht der Austausch mit anderen Jugendlichen, mit Freunden etc.

Weil Jugendliche sich viel im Netz bewegen, gehen wir davon aus, dass sie dort schon ihren Weg finden werden, auch wenn in der Schule dieses Netz nach wie vor oft nur dann eine Rolle spielt, wenn ein Lehrer oder eine Lehrerin einen Film nun eben nicht mehr von einer Videokassette abspielt, sondern von einer digitalen Version. YouTube bedienen können doch einige Lehrende, denn immerhin gibt es da Filme. Aber die Zahl der Lehrenden, die den inneren Drang haben, digitale Realitäten für sich so zu erschließen, dass sie diese mit Schülerinnen und Schülern reflexiv erschließen und reflektiert nutzen können, ist gering. Sie ist auch so gering, weil es nach wie vor ein hohes Maß selbständigen Lernens der Lehrer benötigt, sich in diese Welt einzufinden, Zeit, die sie oft nicht haben, wenn sie neben ihrem extrem zeitaufwändigen Beruf eine Beziehung pflegen und Kinder großziehen wollen.

Und selbst in Kontexten, in denen was möglich ist, um Jugendliche digital zu bilden, passiert zu wenig. Hier fasse ich mich an die eigene Nase. In vielen meiner Lerngruppen habe ich mittlerweile eine annähernd oder tatsächliche 100%-Abdeckung mit Smartphones, mit denen Schülerinnen und Schüler, wer immer das auch finanzieren mag, das Netz nutzen können, auch wenn es im Sinne von Lehrmittelfreiheit kein frei zugängliches WLan gibt. Und selbst wenn ich immer mal wieder Projekte starte, die diese Optionen nutzen, interessiert mich doch eigentlich der selbstverständliche Gebrauch der vorhandenen Lernoptionen im Unterricht und in der Schule (also auch in Pausen, in Freistunden). Was passiert, wenn ich nicht mehr in speziellen Situationen sage, dass Schüler und Schülerinnen jetzt ihre Smartphones nutzen dürfen, sondern mit ihnen vereinbare, dass die Geräte von den Lernern im Unterricht frei genutzt werden dürfen, solange der Bezug zum Unterricht vorhanden ist?

Dabei darf ich natürlich nicht vergessen, immer wieder auch auf die Nutzung echter Bücher zu drängen und zu bestehen, insbesondere von Wörterbüchern, weil Schülerinnen und Schüler in Prüfungssituationen nur diese nutzen dürfen und ich, ließe ich Smartphones z. B. in Klausuren zu, zwar Aufgaben finden würde, die angemessen wären, sicher aber zu hören bekäme, dass die Vergleichbarkeit der Leistungen meiner Schüler mit anderen nicht mehr gegeben sei, wenn diese Smartphones nutzen dürften.

Wenn jetzt Leute sagen, dass es wirklich ein Problem sei, wenn in Prüfungen z. B. Internet verfügbar sei, dann mag das für die Mentalität hierzulande zutreffen, in Dänemark denkt man da etwas anders.

Oh ja, sicher, im Laufe der Zeit wird sich das alles ändern! Sicher, bestimmt. Vielleicht. Möglicherweise.

Es ändert sich auch faktisch vieles an den Schulen, ich erlebe das hautnah, sehe wie Diskussionen in Gremien zu Fragen des digitalen Lehrens und Lernens im Vergleich zu Diskussionen zu diesen Themen vor zwei bis drei Jahren entspannter werden, wie immer mehr Schulen sich der Realität stellen, dass Handyverbote irgendwie seltsam sind. Ich erlebe, wie sich langsam mehr Lehrende – aller Lehrergenerationen und eben nicht nur junge Nachwuchskräfte – mit Laptop und Tablets ausstatten, die sie dann auch im Unterricht nutzen – auf eigene Kosten.

Wir haben Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden. Dazu müssen wir uns als Erwachsene und insbesondere als Lehrende in dieser Welt bewegen und zurechtfinden; dazu müssen wir uns von den Jugendlichen auch mal was erklären lassen, was für sie im Netz wichtig ist,  obwohl wir es (vielleicht) nicht verstehen oder nachvollziehen können. Dazu müssen wir die Chancen der Digitalisierung reflektieren und ebenso reflektiert mit den Risiken umgehen.

Reflektierter Umgang mit der Digitalisierung aber ist etwas anderes als das Verbot der Instrumente, die diese Digitalisierung repräsentieren (Smartphone, Tablet, Laptop, WLan…); reflektierter Umgang mit der Digitalisierung ist etwas anderes als eine Fixierung auf faktisch vorhandene Risiken, die so stark wird, dass die Chancen nicht mehr gesehen werden. Oh nein, es muss sich nicht jeder im Internet bewegen wollen; aber es sollte sich jeder gegebenenfalls verantwortet und reflektiert im Internet bewegen können. Die Kinder und Jugendlichen suchen sich da ihren Weg. Bislang tun sie dies, ohne dass ihnen dabei selbstverständlich von den Erwachsenen in ihrem Umfeld, von den Institutionen, in denen sie ihre Sozialisation erfahren, Unterstützung über Sorgen um das Kindeswohl und den Jugendschutz hinaus – und somit über Verbote, Einschränkungen, Mahnungen hinaus – zuteil wird.

Das finde ich schade.

Luft holen

So. Das ist jetzt ein Rant für die Bildung im digitalen Zeitalter geworden, obwohl ich ursprünglich doch „nur“ ein Video hier einbetten wollte. Aber so ist das nun einmal. Jetzt aber Bühne frei für Tanja Haeusler und Johnny Haeusler und ihren Beitrag zur republica 2013 The Kids are allright. Vielleicht merkt der eine oder die andere ja, inwiefern dieser Beitrag meinen hier entstandenen Artikel beeinflusst hat.

Lernlab Berlin 2013 – Vorbericht: Was ich geplant habe

Das Lernlab Berlin ist ein Experiment: Einen Tag lang wird an der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule digital unterrichtet, der Unterricht beobachtet und am Abend in einem pädagogischen und einem politischen Forum über die Erfahrungen des Tages diskutiert werden.

Hier gibt es einen kurzen Überblick über meine Planungen für die Teilnahme am Lernlab.

Die erste Einheit…

…geht in den laufenden Unterricht einer jahrgangsübergreifenden Klasse M1 (Sekundarstufe 1 / Mittelstufe, Jahrgänge 9/10).

Die Klasse liest im Deutschunterricht zur Zeit den Roman »Nathan und seine Kinder« von Mirjam Pressler. Dieser Roman ist an Lessings »Nathan der Weise« angelehnt und behandelt eine ähnliche Thematik.

Die Klasse hat die Lektüre des Romans zu Beginn dieser Woche abgeschlossen und zum Leseprozess ein Lesebegleitheft geführt, das am vergangenen Dienstag abgegeben wurde.

Bis heute (Donnerstag) wurde in der Lerngruppe mit der Deutschlehrerin das Wesen und der Inhalt der Charakterisierung als Textform behandelt.

Zunächst wurde überlegt, unter der provokanten Fragestellung »Welche ist die beste Religion« an die Ringparabel heran zu gehen, wobei Nathans Antworten und die der Schüler miteinander verglichen worden wären. Grund für diese Überlegung war, dass sich bereits beim Einstieg in die Lektüre bei den Jugendlichen ein großes Interesse am Thema »Die drei Weltreligionen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede« gezeigt habe, so die mir vorliegenden Informationen, die ich im Vorfeld von der Deutschlehrerin bekommen habe,

Da die Charakterisierung aber gerade in den Unterricht eingeführt wurde, hielt ich es nicht für sinnvoll, die Schülerinnen und Schüler aus diesem Prozess heraus zu nehmen und mein Projekt mit Ihnen unverbunden mit dem zu gestalten, an dem die Klasse gerade dran ist.

Ich habe mich entschieden, den Schülerinnen und Schüler zum im Unterrichtsverlauf nun anstehenden Verfassen von Charakterisierungen, welches notwendig ist, damit diese Textsorte geübt wird, ein Werkzeug an die Hand zu geben, das es ihnen erlaubt, auch außerhalb des Unterrichts gleichzeitig oder zeitversetzt an ihren Texten arbeiten zu können.

Der Einfachheit halber habe ich mich für Etherpad als Werkzeug entschieden: Einfachheit heißt hier, dass das Werkzeug einfach verfügbar und sehr einfach zu bedienen ist, sodass ich davon ausgehen kann, dass eine Lerngruppe, deren Mitglieder sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen, mit diesem Werkzeug erfolgreich wird arbeiten können.

Methodisch wird es so sein, dass fünf Gruppen mit max. fünf Schülerinnen und Schüler an je einer Charakterisierung gleichzeitig arbeiten werden. Das ist mit Etherpad problemlos möglich. Die einzelnen Gruppen werden aber nicht als Gruppe zusammensitzen, sondern verteilt über den Raum. Dabei hat jedes Gruppenmitglied einen Teil der Charakterisierung zu erstellen und dazu entsprechende Textstellen als Hilfestellung vorliegen.

Die inhaltliche Differenzierung hat die Deutschlehrerin vorgenommen, die die Aufgaben zur Erstellung der Charakterisierung erstellt hat, was mit sinnvoll erschien, weil sie die Klasse im Gegensatz zu mir sehr gut kennt.

Meine Aufgabe ist es nun, die Schüler und Schülerinnen mit dem Werkzeug vertraut zu machen und dort, wo es nötig ist, entsprechend Unterstützung anzubieten.

Am Ende der Stunde wird eine Reflexion über die Frage stehen, wie die Schülerinnen mit dem Werkzeug zurecht gekommen sind und wo bzw. in welchen Lernzusammenhängen sie sich einen sinnvollen Einsatz vorstellen können.

Natürlich ist die Situation mit verteilt über den PC-Raum sitzenden Gruppen konstruiert. Für die Einführung von Etherpad hat sich dieses Szenario in meinem eigenen Unterricht bereits bewährt, was ich daran festmache, dass Schülerinnen und Schüler, die methodisch auf diesem Wege mit dem Werkzeug vertraut gemacht worden waren, Etherpad ohne weitere Aufforderung durch den Lehrer für andere Unterrichtsprojekte und Arbeitsgruppen genutzt haben.

Die zweite Einheit…

…, die ich am Vormittag des Lernlabs unterrichten werde, ist wesentlich experimenteller.

Gemeinsam mit dem Kölner Kollegen André Spang ist geplant, die zwei Klassen  J8 (Mittelstufe) und C (Oberstufe – Jahrgang 11) miteinander zu vernetzt und auf Distanz miteinander arbeiten zu lassen.

Die beiden Klassen werden bei der Produktion eines Videos zum Thema »Schule im Jahr 2023«  kollaborieren. Die Arbeitsplattform auf der alles zusammen läuft ist ein Wiki ( http://bit.ly/lernlab13 ), genutzt werden aber auch Etherpad, Twitter, Google+Hangout und Audioboo.

Die von mir betreute Lerngruppe liefert kurze (Song-)Text-Snippets per Etherpad, die von der Mittelstufe zu 10 kurzen Videosequenzen und schließlich zu einem Trailer »Schule im Jahr 2023« ausproduziert werden.

Die Beats zu diesem Video sind in einer Doppelstunde entstanden, die Spang mit seiner Musikklasse vor unserer Zusammenschaltung gehalten hat. Diese Beats  dienen als »Filmmusik«, cc-by-Bilder aus dem Fundus der Wikimedia Commons visualisieren das »Digital Storytelling«. Die App iMovie und die Tablets der von André Spang betreuten Klasse J8 sind dabei mobiles Produktionsstudio, beide Lerngruppen sind klassen(raum)übergreifend per Internet und Googlehangout verbunden und eine Kollegin der HvS wird mit ihrer Tabletklasse noch ein wenig Salz in die Suppe streuen.

Das Video stellen wir am Ende der 4. Stunde auf YouTube und im Wiki ( http://bit.ly/lernlab13 ) bereit. Dort findet man auch alle Beats, Snippets, Tutorials, den Stundenverlauf und einen längeren Text zum Thema »Was erwarte ich für meine Bildung«, den ich in meiner Lerngruppe während der Schnittphase des Videos gemeinsam schreiben lasse.

In diesem Teil wollen André Spang und ich testen, was möglich ist: Wir wollen das Netz und die im Netz mögliche Kollaboration produktiv nutzbar machen.

Angesichts der vielen eingesetzten Tools und der Notwendigkeit, dass das Internet wirklich funktioniert und verfügbar ist, wird diese Einheit auch ein Test sein, ob und wie ein solches ambitioniertes Projekt im Rahmen der Infrastruktur von Schule möglich ist.

Wie auch meine erste Doppelstunde ist das Projekt didaktisch inszeniert. Natürlich kann man, wenn zwei Klassen im gleichen Schulgebäude sind, auch ohne Internet Lerngruppen kollaborieren lassen. Was wir hier »inszenieren« ist im Idealfall eine Vernetzung, die zwischen Lerngruppen stattfindet, die nicht am gleichen Ort sind, ja, die nicht einmal im gleichen Land sein müssen. – Das ist ja die Situation, die bereits heute bei Kollaborationen anzutreffen ist, bei denen Menschen auf Distanz miteinander arbeiten und Produkte vorlegen. So ist zum Beispiel auch dieses Unterrichtsprojekt im Internet von Köln und Frankfurt aus geplant worden, um schließlich in Berlin umgesetzt zu werden. Der Unterschied zu Vernetzungen im Alltag, die im Berufsleben mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, ist bei diesem Projekt die Didaktisierung und methodische Anleitung zu Lernzwecken.

Wie überzeugt man Schulträger von freien Bildungsmedien (#OER)

Manchmal hat man Ideen, die man gerne in die Schule integriert sähe, und dann taucht oft die Frage auf: Wie mach’ ich das? Habe ich als Einzelkämpfer überhaupt eine Chance? Wen spreche ich an. – Das sind Fragen, die mich umtreiben, wenn es um „Open Educational Resources“ oder die Integration drahtloser Internetabdeckung (WLan) im schulischen Kontext geht.

Da kam mir das OER-Barcamp in Köln gerade recht.

OER = Open Educational Resources –  Mehr Infos dazu gibt es hier.

Barcamp? Mehr Infos gibt es hier.

In Köln wurde von der Stadt Köln das OER-Barcamp veranstaltet. Ein Schulträger, der sich auf etwas ganz neues einlässt. Das hat mich neugierig gemacht und ich habe ein paar der Verantwortlichen zu einem Interview zusammengetrommelt, das Lutz Berger freundlicherweise produziert hat.

Deshalb keine lange Vorrede, sondern direkt zum Video:

BYOD-Klasse oder integrierende Didaktik und Methodik? – Kommentar zu Manfred Korens „Wenn mein Kind in der BYOD-Klasse wäre….“

Diesen Beitrag begann ich als Kommentar zu dem Beitrag „Wenn mein Kind in der BYOD-Klasse wäre….“ von Manfred Koren im Rahmen des Blogs zum BYOD-Projekt des Eichendorff-Gymnasiums in Koblenz. Beim Schreiben wurde daraus ein eigener Artikel, sodass ich mich entschieden habe, ihn im Rahmen meines Blogs zu veröffentlichen, inkl. Trackback zum Originalartikel natürlich.

Ich beobachte neugierig und gespannt, welche praktischen Erkenntnisse das BYOD-Projekt am Eichendorff-Gymnasium Koblenz bringen wird!

Ich arbeite selbst an Konzepten für die sinnvolle Nutzung bereits vorhandener Endgeräte und nehme deshalb einen Beitrag von Manfred Koren, einem Elternteil, das seine Gedanken im Blog des BYOD-Projekts veröffentlicht, zum Anlass für ein paar Gedanken, die mich in diesem Bereich umtreiben, wenn es um Segregation im Kontext des Einsatzes digitaler Endgeräte geht.

Manfred Koren spricht die Sorge von Eltern an, dass in einer BYOD-Klasse eine soziale Hierarchie über den Besitz bestimmter Marken bzw. Geräte entstehen könne, dass also Weiterlesen

Open Educational Resources – OER: Geschichte und Einordnung der deutschen Debatte seit Herbst 2011

Open Educational Ressources (OER) – man kann das sinngemäß in etwa mit „frei verfügbaren Lernmaterialien“ übersetzen – können das in ihnen liegende Potential vor allem dort zeigen, wo sie Bildung erst möglich machen, weil sonstiges hochwertiges Lernmaterial nicht verfügbar ist. Die UNESCO schreibt:

“UNESCO believes that universal access to high quality education is key to the building of peace, sustainable social and economic development, and intercultural dialogue. Open Educational Resources (OER) provide a strategic opportunity to improve the quality of education as well as facilitate policy dialogue, knowledge sharing and capacity building.”
(Übersetzung T. Larbig: Die UNESCO ist davon überzeugt, dass der weltweite Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung der Schlüssel beim Aufbau von Frieden, nachhaltiger sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung und für den interekulturellen Dialog ist. Freie Lern-/Bildungsmaterialien sind eine strategische Chance, sowohl die Qualität von Bildung zu verbessern als auch den politischen Dialog, den Austausch von Wissen und den Aufbau von Kapazitäten zu erleichtern.)

Globale Orientierung

Es geht OER um globale Ziele, die mit kommerziell erstellten Lernmaterialien nicht erreicht werden konnten. Es geht OER, das möchte ich den UNESCO-Anmerkungen hinzufügen, auch um Freiheit, welche als grundlegendes Menschenrecht nach wie vor in vielen Regionen der Welt auch daran scheitert, dass mangelnde Bildung den Ausbruch aus Teufelskreisen von Armut, verzweifelter Passivität oder ebenso verzweifelter Gewaltbereitschaft verhindert oder zumindest erschwert.

Lehrer und Lehrerinnen in vielen Regionen der Welt sind nicht nur schlecht ausgebildet, ihnen steht sehr oft darüber hinaus kein oder bestenfalls veraltetes Lehrmaterial zur Verfügung. Hier setzen OER an.

Entsprechend haben sich im Kontext der Pariser OER-Deklaration von 2012fünf Länder bereit erklärt, aktiv OER-Initiativen zu entwickeln. Diese Länder spiegeln wider, welche Regionen der Erde von OER am meisten profitieren können: Weiterlesen

Von der Digitalisierung, freien Bildungsmaterialien und dem Lernen im digitalen Leitmedienwandel

Das Co:llaboratory »Internet und Gesellschaft« befasste sich in einem seiner letzten Schwerpunkte mit dem »Lernen in der digitalen Gesellschaft«. In diesem Zusammenhang reflektierte Jöran Muuß-Merholz die Frage, was Open Educational Ressources (Freie Lern-/Bildungsmaterialien –> OER) mit digitaler Integration und Medienkompetenz zu tun haben.

Ein lesenswerter Beitrag, dem ich an dieser Stelle in einer Replik eigene Gedanken zur Seite stellen will. – Dabei lehne ich mich in der Struktur an die Vorgabe des Artikels an, wobei ich durchaus bewusst teilweise die Schwerpunkte anders setze.

Im Grunde nehme ich den letzten Satz des Beitrages ernst. Muuß-Merholz schreibt dort: »Diese Argumentsammlung ist einseitig.« – Ich versuche, ihr zumindest eine weitere Seite hinzuzufügen.

1 Technik verändert das Menschenbild

Inhalte des Internets können konsumiert werden, aber seit die technischen Möglichkeiten des Internets für Interaktionen nutzbar sind, in diesem Zusammenhang spricht man von Web 2.0, liegt es nahe, produktiv mit dem Netz umzugehen.

Die einen machen das im eher »kleinen« Rahmen, indem sie twittern, Statusmeldungen und sonstige Möglichkeiten von z. B. Facebook oder Google+ nutzen.

Die anderen weiten den Rahmen aus, pflegen Videokanäle auf Vimeo oder Youtube, erstellen Podcasts, führen – teilweise schon seit Jahren – ausführliche Blogs.

Neben die erweiterte Möglichkeit der eigenen Produktivität und deren Veröffentlichung tritt der drastisch erweiterte Zugang zu Expertenwissen. Dabei verändert sich die Rolle von Experten (vgl. Bunz, 2012) ebenso, wie die Rolle der die analoge Gesellschaft bestimmenden Filter (Redaktionen, Institutionen, Titel …).

Die technischen Möglichkeiten betonen damit heute ein Menschenbild, Weiterlesen

Tablet! Oder: Was eigentlich ist aus dem Laptop geworden?

Seit über zweieinhalb Jahren bin ich nun mit einem Tablet unterwegs. Nach anfänglichen Zweifeln hatte ich mir im Herbst 2010 die Frage gestellt, warum ich meinen Laptop, der doch ein Versprechen des mobilen Arbeitens war, so selten bei mir hatte. Ich fragte mich, für welche Szenarien ich einen Computer unterwegs brauche und warum ich ihn so selten dabei habe. Als ich die Liste fertig hatte, stand da etwas von geringem Gewicht, langer Batterielaufzeit, Internetzugang …

Es gab damals ein Gerät, das diesen Anforderungen entsprach und kein Netbook war: Ich schaffte mir dann doch ein iPad der ersten Generation an. Es tut bis heute seinen Dienst, wenn auch mittlerweile bei seinem Zweitbesitzer. Oh nein, ich habe das Tablet nicht abgeschafft, sondern mir ein iPad der dritten Generation mit Kamera und deutlich höher auflösendem Display angeschafft. Auf dem ich nun auch diesen Text verfasse.

Was ich mir da im Herbst 2010 vorgestellt hatte, Weiterlesen

Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht (Vortragsskript)

An dieser Stelle veröffentliche ich mein „Skript“ – also das, was früher mal auf Karteikarten stand, wenn man einen Vortrag hielt – zu meinem Vortrag beim „Fachforum “E-Learning in der Lehrerbildung“ an der Justus-Liebig-Universität am 15. Mai 2012 mit dem Titel „Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht“ Der Vortrag wird aufgezeichnet und steht später dann voraussichtlich auch online zur Verfügung.

Dieses „Skript“ ist erst mal nur eine Materialsammlung. Ich werde sicher nicht auf jeden Punkt ausführlich eingehen (die Zeit ist beschränkt) und wie heißt es so schön: Vor Ort zählt dann das gesprochene Wort ;-)

Gespannt, ob es im Kommentarteil oder per Blogbeitrag mit Pingback zu so etwas wie einer Diskussion kommt.

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Im Übergang: Das Buch in Vergangenheit und Zukunft

In diesem Beitrag gehe ich der Frage nach, warum ich vielleicht doch nicht in zwei Welten lebt, wenn ich Bücher in gedruckter und digitaler Form schätze und nutze. Weiterlesen

Über Bücher aus Papier und EBooks aus digitalen Zeichen – Vermarktung und Infrastruktur

Bücher aus Papier sind in sich geschlossene, analoge Einheiten. Der Datenträger Papier wird einmal bedruckt und dann kann, genügend Licht vorausgesetzt, der Text unbegrenzt häufig gelesen werden, es können Anstreichungen hinzugefügt, Anmerkungen notiert werden. Den Datenträger kann man als Ganzheit weitergeben, also auch verleihen oder verschenken. Die Lesespuren bleiben dabei erhalten. Die Haltbarkeit des Datenträgers – und somit der mit ihm fest verbundenen Information – beläuft sich auf einige Jahrzehnte bei schlechter Papierqualität bis hin zu mehreren Jahrhunderten bei guter Papierqualität, das Papier nicht zerstörender Tinte und trockener sowie lichtgeschützter Lagerung.

EBooks bestehen aus digitalen Zeichen in elektrischer Form, die als reine Datenpakete zunächst einmal nicht gelesen werden können. Anders als Bücher aus Papier werden EBooks ohne einen Datenträger ausgeliefert, an den das jeweilige „Exemplar“ gebunden wäre. Als Datenträger und Übersetzer in lesbare Schrift bedarf es entsprechender Programme, die entweder als Einzelprogramme vorliegen, die dann als App zum Beispiel auf einem Tablet oder dem Smartphone das Lesen erlauben, oder als eine Koppelung von Hard- und Software in Form eines speziell zum Lesen dieser Bücher gedachten EBook-Lesegerätes (EBook-Readers).

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