Schlagwort-Archiv: Lehrerinnen

11 Tipps für Lehrer, wie digitale Geräte das Arbeiten erleichtern können

Fast alle Lehrerinnen und Lehrer arbeiten heute mit dem Computer. Dennoch scheint die Arbeitsbelastung oft nicht ab-, sondern sogar zuzunehmen. So zumindest mein Eindruck aus Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern.

Ich selbst erlebe das digitale Arbeiten als eine große Erleichterung.

Deshalb hier nun eine Sammlung von Tipps, die sich in meiner Praxis bewährt haben und die vielleicht dazu beitragen, dass ein paar Leute mehr digitales Arbeiten als Erleichterung empfinden.

Die Tipps sind subjektiv und garantiert unvollständig. Gerne darfst du sie in den Kommentaren um deine Tipps bereichern. – Ich bin sehr neugierig, was andere als wichtig für ihre eigenen (gelungenen) Arbeitsabläufe (Workflow) sehen.

Hier meine Tipps:

  1. Digitale Geräte helfen dann beim Arbeiten, wenn man sie beherrscht. Ein Tischler muss einen Hobel gekonnt benutzen können. Wer digital arbeitet, muss die Technik so beherrschen, dass nicht jedes Mal aufs Neue überlegt werden muss, auf welcher Taste des Computers welcher Befehl liegt.
  2. Mit zehn Fingern schnell, fehlerarm und möglichst blind schreiben zu können, ist weit weniger verbreitet, als es sein sollte, selbst unter Leuten, die täglich mit der Tastatur zu tun haben. An dieser Stelle steckt viel verschwendete Zeit, da mangelndes Können zum Zeitfresser wird.
  3. Wenn Protokolle z. B. von Konferenzen geschrieben werden, dann werden die direkt am Computer (Laptop oder Tablet) getippt, anschließend noch einmal überarbeitet und noch am gleichen Tag verschickt. Wer heute noch per Hand Protokoll schreibt, es dann abtippt und über eine zu hohe Arbeitslast klagt, sollte sich nicht wundern, wenn das mit der hohen Arbeitslast möglicherweise vom Gegenüber nicht so ganz ernst genommen werden kann ;-)
  4. Auf dienstliche EMails sollte man möglichst sofort reagieren, wenn eine Reaktion nötig ist. Die meisten Reaktionen dauern nicht mehr als zwei Minuten, sodass hier sowieso die Zweiminutenregel greift.
  5. Den täglichen Weg zur Arbeit kann man im Auto ebenso verschwenden wie im ÖPNV. In Bus und Bahn aber kann man die Zeit z. B. für die Bearbeitung von EMails nutzen oder auf dem Heimweg schon die Grundstrukturen der nächsten zu planenden Unterrichtsstunden notieren. Der Mehrwert von Tablets wird spätestens an dieser Stelle massiv greifbar.
  6. Alternativ zur Nutzung des Weges zur und von der Schule nach Hause kann man diesen Weg auch – wenn man die Möglichkeit dazu hat – verkürzen, wenn man sich an eine wohnortnahe Schule versetzen lässt oder in die Nähe der Schule zieht.
  7. Lehrer neigen nach wie vor dazu, Unterrichtsmaterial nach Unterrichtseinheiten zu sortieren. Effizienter ist es, digitales Material zu verschlagworten und Unterrichtseinheiten dann mithilfe intelligenter und passgenauer Suchroutinen zu erstellen, sodass Material, das für mehr als eine Unterrichtseinheit und vielleicht auch in mehreren Altersstufen genutzt werden kann, dennoch nur einmal im Archiv abgelegt werden muss. Zudem kann man so auch neue Unterrichtsreihen auf der Grundlage verfügbaren Materials erstellen.
  8. Den Wert von Vernetzung in sozialen Netzwerken erkennt man häufig erst dann, wenn man nicht nur einen Account hat, sondern wirklich aktiv Vernetzungsarbeit betreibt. Inhalte geben ist mit die beste Strategie, um von anderen Hinweise auf Inhalte zu bekommen.
  9. Kollaboration bedeutet nicht, dass man sich Word-Dokumente hin und her schickt und dann irgendwann Version 876 hat. Kollaboration bedeutet, an einem Dokument zu arbeiten, das in der Cloud liegt, insofern der Datenschutz das zulässt. Für z. B. das gemeinsame Erstellen von Förderplänen ist die Cloud nicht geeignet; für das Erstellen von Unterrichtsentwürfen hingegen sehr wohl. Noch muss man fast jedes Mal, wenn man Kollegen Kollaboration mittels Google Docs oder Etherpad vorschlägt, erst einmal erklären, was das ist. – Wenn du aber doch einmal Dokumente verschicken musst, dann verschicken Sie als PDF und nicht als Word Dokument. Denke immer daran: Nicht jeder Nutzer eines Computers kann oder will Word Dokumente problemlos öffnen und lesen.
  10. Teile dein Wissen bzw. von dir erstellte Materialien etc. großzügig. Das heißt an dieser Stelle: Teile hier als Kommentar oder durch einen Artikel in deinem eigenen Blog deine Tipps für das effiziente Arbeiten mit digitalen Werkzeugen. Einen Blogartikel könntest du dann in einem Kommentar oder per Backlink einfach vernetzen.
  11. Nutze, wann immer es möglich ist, Diktierfunktionen. Wir können viel schneller sprechen, als wir tippen können. Deshalb lohnen sich diese mittlerweile zum Teil sehr zuverlässigen Diktierfunktionen in vielen Fällen. Dabei sollte man aber noch einmal besonders auf das Thema Datenschutz achten: Diktiere nie etwas, das im Netz übersetzt wird, wenn das Diktierte persönliche Daten enthält. (Gerade dieser letzte Abschnitt über das Diktieren wurde diktiert und von der das Gesprochene ins Geschriebene übersetzenden Software zuverlässig übertragen.)


Ich hoffe, der eine oder andere Tipp ist für dich hilfreich. Ich freue mich über (konstruktive) Kommentare zu diesem Artikel und bin auf jeden gespannt, der sich via Twitter mit mir aktiv vernetzen mag.

Lehrerblogs sind tot.

Blogs sind schon seit drei Jahren tot. Möglicherweise sind Blogs aber auch erst seit Weihnachten 2013 tot. – Wer daran glauben mag, kann an dieser Stelle aufhören, diesen Artikel zu lesen.

Wer jetzt weiterliest, vertritt möglicherweise die Position, dass das mit dem Schwarz und Weiß bei Formen des Auftretens im Internet ganz so einfach dann doch nicht ist. Nach wie vor gibt es Leute, die Blogs schreiben, die mit ihren Inhalten nicht in geschlossene Biotope sozialer Netzwerke abwandern – und gelesen werden.

Sicher: Das mit dem Bloggen ist harte Arbeit. So etwas hält nicht jeder über einen längeren Zeitraum durch. Manch einer schätzt da die interaktivere Form sozialer Netzwerke, in die eher knappere Beiträge eingebracht werden.

Aber es gibt nach wie vor immer wieder neue Blogs und damit auch neue Blogger.

In den vergangenen Jahren sind pro Jahr ca. 15 bis 20 neue Blogs von Lehrern entstanden, glaubt man der Aufstellung der Lehrerblogs, die seit ein paar Tagen bei der „Zentrale für Unterrichtsmedien“ (ZUM) zu finden ist. Beginnend mit dem Jahre 2000 sind da zur Zeit etwa 170 Blogs verzeichnet, die als Lehrerblogs bezeichnet werden.

Es gibt in Deutschland ca. 800.000 Lehrer und Lehrerinnen an allgemeinbildenden Schulen.

Das Lehrerblog muss man also nicht für tot erklären.

Es hat nie gelebt.

Bei ca. 800.000 Lehrerinnen und Lehrern in Deutschland ist das sich explizit als Lehrerblog sehende Blog eine marginale Erscheinung, sodass man eigentlich nur dann glauben kann, es sei etwas lebendiges, wenn man sich innerhalb dieser kleinen Gruppe von (mehr oder weniger) aktiven Bloggern bewegt und dabei durchaus ein wenig Nabelschau und Selbstbespiegelung betreibt.

Es ist ein kleiner Haufen von Geeks, die als Lehrer bloggen und das dann auch noch Lehrerblog nennen. – Das mit den „Geeks“ ist gar nicht so despektierlich gemeint, wie es klingen mag, denn der Autor dieser Zeilen gehört ja irgendwie auch zu dieser Gruppe dazu.

Wenn es nie eine Kultur der Lehrerblogs gab, dann hat dies möglicherweise unter anderem mit dieser Geek-Kultur zu tun: Man schmort im eigenen Saft, wählt untereinander das Lehrerblog des Jahres, wobei nur die Stimmen von ausgewiesenen Lehrerbloggern zugelassen werden, als rechne man gar nicht mehr damit, dass es eine Außenwirkung über die Lehrerblogger-Mini-Welt hinaus geben könnte, die sich möglicherweise auch in einer solchen Abstimmung widerspiegeln würde.

Frage ich im Lehrerzimmer, welche Lehrerblogs Lehrerkollegen kennen, bestätigt sich dieser Eindruck übrigens: Es ist eine marginale Bekanntheit, die Lehrerblogs unter Lehrern haben.

Und welche Lehrerblogs werden über Lehrerbloggerkreise hinaus im Internet wahrgenommen? – Es sind Lehrerblogs, die sehr lange aktiv sind oder die irgendwann mal irgendwo in den größeren Tagesmedien auftauchten; und es sind Blogger, die sich aktiv vernetzen, die die engen Grenzen derjenigen, die sich mit Blogs im Hintergrund in sozialen Netzwerken herumtreiben, aufbrechen wollen, um für die Sache Öffentlichkeit zu schaffen.

Das bedeutet ja nicht, dass man das „Geekige“ aufgeben müsste. Ich bin gerne (in gewissem Maße) „Geek”.

Nach nunmehr fast sechs Jahren als Blogger merke ich, dass ich zunehmend von deutschsprachigen Lehrerblogs abwandere und mehr und mehr englische Blogs und Websites rund um Schule und Bildung lese. Ich merke, dass ich neue Formen der Vernetzung pflege, weil ich weiß, dass Form und Inhalt zusammenhängen und ich endlich auch neue Inhalte will.

In den alten Formen (der Blogs) weiß ich zu oft schon bei der Überschrift, was anschließend zu erwarten ist. Selten werde ich da überrascht, angeregt, auf neue Ideen gebracht.

Wenn ich sage, dass Lehrerblogs tot sind, dann schließe ich natürlich mein eigenes mit ein, sehe ich mir an, wie viele Kommentare nicht geschrieben werden. In den meisten Blogs schreibe ich auch kaum noch Kommentare. Warum auch, wenn ein großer Teil der kontinuierlichen Diskussion auf Twitter läuft? Diskussionen erlebe ich in Twitter-Chats.

Also doch in soziale Netzwerke abwandern, was ich oben noch zwischen den Zeilen kritisiert habe?

Mitnichten. Ganz im Gegenteil. Ein Hoch auf den hiermit verkündeten Tod der Lehrerblogs, denn dieser gibt die Freiheit zurück, ein Blogger sein zu dürfen, der Lehrer ist und in seiner „Freizeit“ bloggt, wobei eben auch Themen rund um den Beruf einfließen. Denn in Wirklichkeit lese ich keine Blogs, weil jemand einen spannenden Beruf hat und diesen in einem Blog (ausschließlich) reflektiert. Ich lese Blogs, weil ich auf den von mir gelesenen Blogs für mich spannende Inhalte finde, die in der Regel von für mich spannenden Persönlichkeiten stammen, von denen einige dann auch noch Lehrer oder Lehrerin sind.

Natürlich kann es in einem von einem Lehrer betriebenen Blog auch um den Beruf und um Schule gehen. Deshalb lasse ich im Untertitel dieses Blogs das mit dem „Lehrerblog“ auch zwischen „Bildungs-Neuron“ und „etc.” stehen. Aber ich habe mich nie auf den Beruf beschränkt und werde das auch in Zukunft nicht tun. Das gilt auch für meine Vernetzung, die nach wie vor vor allem über Twitter läuft. – Da geht es auch um Bildung, Schule, Unterricht, aber eben nicht nur.

Und nein: Wenn ich Lehrerblogs für tot erkläre, dann eben nicht, weil ich sie nicht zu schätzen wüsste, sondern als Aufruf, wieder mehr zu spielen, weniger mit den Blogs zu wollen. – Was das dann aber wieder für jeden Einzelnen heißt, der das Blog als eine Form seines Ausdrucks zu nutzen und zu schätzen weiß, muss jeder Einzelne selbst herausfinden. Denn das gehört auch zu lebendigen Blogs dazu: Jedes wird von der Person geprägt, die es schreibt, jedes besetzt eine eigene Nische, hat einen eigenen Stil und seinen eigenen Charakter.

Und damit ist es höchste Zeit, an die Regeln für Neuronen (nicht nur im Netz) zu erinnern, die Jean-Pol Martin formuliert hat und an die ich mich anlehne, wenn ich mich im Untertitel des Blogs als „Bildungs-Neuron“ bezeichne, das (auch) einen „Lehrerblog“ schreibt und sich die Freiheit für ein offenes „etc.“ nimmt.

Ich empfehle an dieser Stelle, die Lektüre im Netz bei Jean-Paul Martin fortzusetzen, neben den Regeln für Neuronen die „Basisregeln für Internet-Projekte“ zu verinnerlichen und mal wieder zur Kenntnis zu nehmen, was Jean-Paul Martin mit „Netzsensibiltät“ meint, über die auch in diesem Blog bereits nachgedacht wurde.

Lehrerblogs sind tot. Lassen wir sie als Knotenpunkte im neuronalen Netz des Internets wiedererstehen und zum Teil eines komplexen Ganzen werden, in dem „Lehrerblogs“ Teil eines Diskurses sind, der über „Lehrer“ und „Schule“ hinausgeht. In diesem Diskurs werden nicht nur die Stimmen von ausgewiesenen Lehrerbloggern zugelassen, sondern gerade das Übersteigen der Grenzen der „Lehrerblogs“ wird in ihm als notwendig angesehen. Neben die digitale Vernetzung in unterschiedlichste Richtungen tritt die breite Vernetzung in analogen Formen der Begegnung und des Diskurses.

Die Fortentwicklung des „Lehrerblogs“ ist der „vernetzte Lehrer“, in dessen Netzwerk das Blog ein Baustein unter vielen sein kann, der aber nicht unbedingt ein solches führen muss. Solche „vernetzten Lehrer“ sind regional, überregional und gegebenenfalls sogar überkontinental vernetzt. Man diskutiert miteinander, man arbeitet zusammen, man lernt andere Bildungssysteme und vieles darüber hinaus kennen.

Lehrerblogs sind tot.

Die Netzwerke vernetzter Lehrer (connected educators) aber sind quicklebendig.

 

Ein „Rant” für digitale Bildung …

Ich schaute mir gerade das gaaaanz am Ende diese Beitrags eingebettete Videos mal wieder an. – Nach wie vor bin ich nicht mit jedem Detail einverstanden, das Tanja Haeusler und Johnny Haeusler in diesem Beitrag zur re:publica 2013 benennen. Die Grundrichtung aber finde ich durchaus bedenkenswert. Und das die zunehmende Kasernierung  pädagogisch wertvolle Rundumversorgung von Kindern in Krippen, Kindergärten, Ganztagsschulen, Horten etc. möglicherweise nicht die optimale Form ist, um Kinder und Beruf miteinander in Einklang zu bringen, sprechen die Haeuslers ziemlich deutlich an.

Oh ja, und dann haben wir auch noch, die Haeuslers formulieren das auch in dem Video, das am Ende dieses Beitrags verfügbar ist, die Aufgabe Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden, von der wir vieles heute noch gar nicht wissen. Wir wissen nicht, wie stark die Digitalisierung letztlich den Alltag wirklich durchdringen wird. Dass die Digitalisierung den Alltag aber mehr und mehr durchdringt, ist so offensichtlich, dass man es eigentlich nicht mehr leugnen kann. Die Erkenntnis, dass das Internet nebenbei ein ideales System zum Datensammeln und zur Überwachung unter anderem für staatliche Geheimdienste ist, dürfte die digitale Durchdringung des Alltags nicht verhindern.

Oh ja, wir haben Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden. Wir machen das in PC-Räumen. Ansonsten wird in den Schulen immer noch mit Büchern gearbeitet. Das ist nicht schlimm. Das ist nicht gut. Das ist eben so. Und ich bin wirklich froh, dass mehr und mehr Lehrende sich selbst auf den Weg begeben, sich digital kompetent zu machen und z. B. Tablets im Unterricht für sich zu nutzen. So ist das zumindest an der Schule, an der ich unterrichte. Einst war ich der erste mit Tablet im Unterricht; heute gibt es nicht nur Kollegen und Kolleginnen, die diese Geräte für sich einsetzen, sondern auch erste Reflexionen über den Einsatz des Tablets als Schulheft in der Hand eines Schülers. Immerhin; Schule ist bei solchen Entwicklungsprozessen von ihrer Aufgabe und ihrer Struktur her nun einmal nicht gerade als avantgardistisch zu betrachten.

Wir haben Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden. Und diese digitale Welt ist längst Teil der Schule, weil Schüler und Lehrer diese Welt zunehmend bevölkern. Aber immer noch gibt es Schulen, in denen der wesentliche Umgang mit Smartphones darin besteht, dass diese von Lehrern eingezogen werden, weil es Handyverbote unterschiedlichster Ausprägung gibt, die in Vereinbarungen mit den Eltern festgehalten wurden.

Wir bringen den Schülern und Schülerinnen nach wie vor nicht bei, dass Smartphones und Tablets fantastische Geräte zur lernenden Welterschließung sind, die neben alle anderen Formen der Welterschließung treten, die wir schon so kennen. Wie soll  das auch gehen, wenn z. B. jeder Lehrer, dem ich gegenüber das Wort Etherpad in den Mund nehme, erst einmal eine Erklärung braucht, was das ist? Wie soll das gehen, wenn Lehrer zwar wissen, dass Google seinem „Don’t be evil“ wohl doch nicht ganz treu geblieben ist, die aber nicht wissen, dass die Werkzeuge, die Google anbietet, tatsächlich auch zum Arbeiten geeignet sind? Wie sollen wir Schüler und Schülerinnen so  vorbereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden, wenn in einigen Bundesländern die Nutzung sozialer Netzwerke für „dienstliche Belange” (Kommunikation mit Schülern, Eltern etc.) ausdrücklich verboten wird, während selbst Lehrer und Lehrerinnen über Facebook hinaus andere soziale Netzwerke kaum für sinnvolle Belange nutzen?

Wir haben – gilt nicht für alle Bundesländer – Lehrmittelfreiheit, aber die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler in der Schule außerhalb der PC-Räume mit eigenen Geräten das Lehrmittel Internet nutzen können, gehört in vielen Fällen nach wie vor nicht dazu. Lehrmittelfreiheit bedeutet nach wie vor nicht, dass WLan-Zugänge verfügbar sind und Schulträger wissen, wie deren Aufbau und Unterhaltung finanziert werden kann.

Während in den USA dutzende von Twitterchats von hunderten von Lehrkräften Woche für Woche bevölkert werden, verzeichnet der erste deutschsprachige Twitterchat für Lehrende im Schnitt ca. 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Das ist aus der Perspektive eines Lehrers in Deutschland gesprochen übrigens eine beeindruckende Zahl, trotz der ca. 800000 Lehrer und Lehrerinnen an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland.

800000 Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen, von denen sich ca. 40 seit September 2013 Woche für Woche zu einem Chat treffen, der ihrer eigenen Fortbildung und Vernetzung dient, und von denen vielleicht ein paar hundert sich ernsthaft Gedanken darum machen, welcher Mehrwert im Lernen mit digitalen Geräten und Netzen zu finden ist und wie dieser in eine digitale Didaktik überführt werden kann. Oder sind es doch mehr und wir wissen nichts davon? Oder sind es viel weniger und ich bin ein unverbesserlicher Optimist?

Wir haben Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden – und tun es allzuoft nach wie vor nicht. Das beunruhigt aber nicht wirklich nachhaltig, gehen wir doch davon aus, dass Jugendliche sich ihre eigenen Wege suchen, in dieser Welt mit ihrem Internet zurechtzukommen. Das stimmt auch für einige. Aber die meisten Jugendlichen haben keine Ahnung, wie sie sich (reflektiert) in der digitalen Welt zurechtfinden: Schüler können Facebook nutzen, WhatsApp bedienen, Quiz-Duell spielen, Instagram-Accounts füllen, vielleicht auch noch die Basisfunktionen von OpenOffice, LibreOffice, Word oder Pages bedienen und mittels Powerpoint oder hin und wieder auch Prezi Präsentationen erstellen. Das ist eine ganze Menge – und im Zentrum der meisten Aktivitäten von Jugendlichen im Netz steht der Austausch mit anderen Jugendlichen, mit Freunden etc.

Weil Jugendliche sich viel im Netz bewegen, gehen wir davon aus, dass sie dort schon ihren Weg finden werden, auch wenn in der Schule dieses Netz nach wie vor oft nur dann eine Rolle spielt, wenn ein Lehrer oder eine Lehrerin einen Film nun eben nicht mehr von einer Videokassette abspielt, sondern von einer digitalen Version. YouTube bedienen können doch einige Lehrende, denn immerhin gibt es da Filme. Aber die Zahl der Lehrenden, die den inneren Drang haben, digitale Realitäten für sich so zu erschließen, dass sie diese mit Schülerinnen und Schülern reflexiv erschließen und reflektiert nutzen können, ist gering. Sie ist auch so gering, weil es nach wie vor ein hohes Maß selbständigen Lernens der Lehrer benötigt, sich in diese Welt einzufinden, Zeit, die sie oft nicht haben, wenn sie neben ihrem extrem zeitaufwändigen Beruf eine Beziehung pflegen und Kinder großziehen wollen.

Und selbst in Kontexten, in denen was möglich ist, um Jugendliche digital zu bilden, passiert zu wenig. Hier fasse ich mich an die eigene Nase. In vielen meiner Lerngruppen habe ich mittlerweile eine annähernd oder tatsächliche 100%-Abdeckung mit Smartphones, mit denen Schülerinnen und Schüler, wer immer das auch finanzieren mag, das Netz nutzen können, auch wenn es im Sinne von Lehrmittelfreiheit kein frei zugängliches WLan gibt. Und selbst wenn ich immer mal wieder Projekte starte, die diese Optionen nutzen, interessiert mich doch eigentlich der selbstverständliche Gebrauch der vorhandenen Lernoptionen im Unterricht und in der Schule (also auch in Pausen, in Freistunden). Was passiert, wenn ich nicht mehr in speziellen Situationen sage, dass Schüler und Schülerinnen jetzt ihre Smartphones nutzen dürfen, sondern mit ihnen vereinbare, dass die Geräte von den Lernern im Unterricht frei genutzt werden dürfen, solange der Bezug zum Unterricht vorhanden ist?

Dabei darf ich natürlich nicht vergessen, immer wieder auch auf die Nutzung echter Bücher zu drängen und zu bestehen, insbesondere von Wörterbüchern, weil Schülerinnen und Schüler in Prüfungssituationen nur diese nutzen dürfen und ich, ließe ich Smartphones z. B. in Klausuren zu, zwar Aufgaben finden würde, die angemessen wären, sicher aber zu hören bekäme, dass die Vergleichbarkeit der Leistungen meiner Schüler mit anderen nicht mehr gegeben sei, wenn diese Smartphones nutzen dürften.

Wenn jetzt Leute sagen, dass es wirklich ein Problem sei, wenn in Prüfungen z. B. Internet verfügbar sei, dann mag das für die Mentalität hierzulande zutreffen, in Dänemark denkt man da etwas anders.

Oh ja, sicher, im Laufe der Zeit wird sich das alles ändern! Sicher, bestimmt. Vielleicht. Möglicherweise.

Es ändert sich auch faktisch vieles an den Schulen, ich erlebe das hautnah, sehe wie Diskussionen in Gremien zu Fragen des digitalen Lehrens und Lernens im Vergleich zu Diskussionen zu diesen Themen vor zwei bis drei Jahren entspannter werden, wie immer mehr Schulen sich der Realität stellen, dass Handyverbote irgendwie seltsam sind. Ich erlebe, wie sich langsam mehr Lehrende – aller Lehrergenerationen und eben nicht nur junge Nachwuchskräfte – mit Laptop und Tablets ausstatten, die sie dann auch im Unterricht nutzen – auf eigene Kosten.

Wir haben Kinder und Jugendliche darauf vorzubereiten, dass sie sich in einer digitalisierten Welt zurechtfinden. Dazu müssen wir uns als Erwachsene und insbesondere als Lehrende in dieser Welt bewegen und zurechtfinden; dazu müssen wir uns von den Jugendlichen auch mal was erklären lassen, was für sie im Netz wichtig ist,  obwohl wir es (vielleicht) nicht verstehen oder nachvollziehen können. Dazu müssen wir die Chancen der Digitalisierung reflektieren und ebenso reflektiert mit den Risiken umgehen.

Reflektierter Umgang mit der Digitalisierung aber ist etwas anderes als das Verbot der Instrumente, die diese Digitalisierung repräsentieren (Smartphone, Tablet, Laptop, WLan…); reflektierter Umgang mit der Digitalisierung ist etwas anderes als eine Fixierung auf faktisch vorhandene Risiken, die so stark wird, dass die Chancen nicht mehr gesehen werden. Oh nein, es muss sich nicht jeder im Internet bewegen wollen; aber es sollte sich jeder gegebenenfalls verantwortet und reflektiert im Internet bewegen können. Die Kinder und Jugendlichen suchen sich da ihren Weg. Bislang tun sie dies, ohne dass ihnen dabei selbstverständlich von den Erwachsenen in ihrem Umfeld, von den Institutionen, in denen sie ihre Sozialisation erfahren, Unterstützung über Sorgen um das Kindeswohl und den Jugendschutz hinaus – und somit über Verbote, Einschränkungen, Mahnungen hinaus – zuteil wird.

Das finde ich schade.

Luft holen

So. Das ist jetzt ein Rant für die Bildung im digitalen Zeitalter geworden, obwohl ich ursprünglich doch „nur“ ein Video hier einbetten wollte. Aber so ist das nun einmal. Jetzt aber Bühne frei für Tanja Haeusler und Johnny Haeusler und ihren Beitrag zur republica 2013 The Kids are allright. Vielleicht merkt der eine oder die andere ja, inwiefern dieser Beitrag meinen hier entstandenen Artikel beeinflusst hat.

Lernlab Berlin 2013 – Alles wie immer. Oder: Das Netz kommt dann später dazu

Wie immer: Das Internet geht nicht.

Da will man mit Schülerinnen und Schülern lernen und lernt erst einmal die Macken der Technik kennen. Das dauert dann bis zum Mittagessen und nach dem Mittagessen hat dann ein Techniker sein bestes gegeben, um das Netz zum Laufen zu bringen. Und dann geht es.

Wie immer: Erst einmal geht das Internet nicht.

Wie immer: Lehrer und Lehrerinnen suchen nach Alternativen.

Es ist eine Binsenweisheit, dass im Unterricht was schief gehen kann und in der Regel auch wirklich oft schief geht. Deshalb hat man als Lehrer in der Regel einen Plan b, einen Plan c und manchmal muss man selbst im laufenden Unterricht noch einen Plan d oder gar e entwickeln.

Wie immer: Lehrerinnen und Lehrer sind dran gewöhnt, dass sie zu Alternativen greifen müssen.

Ich wollte mit einer Gruppe auf Etherpad arbeiten.

Etherpads liegen auf einem Server. Also muss das Internet funktionieren. Hat es aber nicht. Zwar waren in diesem Fall vor allem die LAN-Anbindung zu langsam und die Rechner auffällig schwerfällig, sodass die Verbindungen oft schneller abbrachen, als das System die Eingaben der Schüler speichern konnte. Eine Gegenprüfung mit eigenen Verbindungen via 3G- und LTE-Netz führte zumindest auf stabile Etherpads. Also wurden die kollaborativen Texte erst einmal nicht kollaborativ in OpenOffice geschrieben und dann entweder auf einem USB-Stick gespeichert, per E-Mail an das eigene Postfach geschickt  – oder es gelang am Ende doch noch den einen oder anderen Abschnitt auf Etherpad unterzubringen. Es sollte ja um Inhalte gehen. Aber wie die TZI richtig sagt: Störungen nehmen sich Vorrang.

Im zweiten Unterrichtsblock, wie der erste dauerte er 90 Minuten, haben wir Schüler und Schülerinnen vernetzt. – Indem sich die Gruppen gegenseitig besuchten und die Schülerinnen und Schüler aus meiner Gruppe zu denen in der Gruppe André Spangs gingen, um mit diesen Texte und Musik zusammenzubringen.

Das war Vernetzung 1.0.

Ich habe gehört, die Oberstufenschüler der in diesem Jahr im ersten Jahr befindlichen Oberstufe der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule hätten zum ersten Mal mit Schülern der Mittelstufe zusammengearbeitet. – Vernetzung hat hier also funktioniert, wenn auch anders als erwartet ;-) – Ob sie für das geplante Video reicht, bleibt noch abzuwarten.

Außerdem haben sie die Oberstufenschüler mit den Unterrichtshospitanten noch in einen Sitzkreis gesetzt und über die Frage, wie Schule in zehn Jahren aussehen könnte diskutiert. Kluge Frage eines Schülers: „Ja, aber wie hat sich denn Schule in den letzten 10 Jahren verändert?“

Und was haben wir nun gelernt: Sollen Inhalte im Zentrum stehen, darf die Technik nicht auffallen, muss die Technik einfach funktionieren. Wenn wir also digtiale Lernmöglichkeiten in den Lernprozess integrieren wollen, heißt es, wir müssen Infrastrukturen schaffen, in denen das auch geht. Ob das nun ein Schulnetzwerk ist oder ob die Lernenden ihre eigenen Geräte dabei haben (Bring your own device – BYOD) und man z. B. das LTE-Netz so ausbaut, dass Schulen auf diesem Wege gut abgedeckt sind, ist dabei zweitrangig.

Und trotz aller Pannen haben alle Fassung bewahrt. Es war ja wie immer. Erst ging das Internet nicht, dann greifen Lehrer und Lehrerinnen auf Alternativen zurück. Im Zweifel steht das etablierte System analogen Arbeitens zur Verfügung und am Ende ist man gut durch den Tag gekommen, auch wenn da so ein Gefühl zurückbleibt, dass alles hätte anders laufen können.

Ist es aber nicht.

Du sollst mehr bloggen ;-)

Es kommt mir manches Mal so vor, als gehöre es fast schon zum „State of the Art“, über das Nischendasein deutschsprachiger Blogs in der deutschsprachigen Internetlandschaft ein wenig zu jammern. Zum Spiel gehört wohl auch, dass Vorschläge gemacht werden, wie sich das ändern könnte.

Die Überschrift dieses Artikels verweist weder darauf, dass ich hier einschätzen will, wie der gesamtgesellschaftliche Status von Blogs ist, noch enthält dieser Beitrag ein Patentrezept, wie ein Blog „erfolgreich“ werden kann. Das „Du“ in der Überschrift könnte auch „Ich“ heißen, wobei man die Überschrift dann auch noch grammatikalisch anpassen müsste ;-)

Anlass für diese Überlegungen ist eine ganz andere Beobachtung: Es kommt vor, dass das eine oder andere Thema, das für mich eigentlich ein klassischer Gegenstand des Bloggens ist, in sozialen Netzwerken untergebracht wird, auf denen es sich relativ schnell „versendet“. Die Wahrnehmungsspanne, die ein Standardtweet bekommt, scheint mir deutlich unter vierundzwanzig Stunden zu liegen. Wie stark Beiträge auf Google+ wahrgenommen werden, vermag ich nicht zusagen, aber überbevölkert scheint diese Plattform nicht zu sein, die Aktivitäten der Nutzer sind meiner Wahrnehmung nach nicht als hyperaktiv zu bezeichnen. – Wie das auf Facebook aussieht, kann ich aufgrund anhaltender Abstinenz nicht bewerten, aber so wahnsinnig viel bekomme ich von außerhalb über die dortigen Aktivitäten nicht mit.

Kein Zweifel, ich schätze die ganz eigene Dynamik, die Twitter entwickeln kann. Das gilt auch für Inhalte: Den einen sind hundertvierzig Zeichen zu wenig, um sich ausdrücken zu können; andere vermuten, Tiefgang sei in dieser Kürze kaum zu erreichen. Ich halte es eher mit der sprichwörtlichen Würze, die der Kürze eigen ist. Hundertvierzig Zeichen und dennoch – oder gerade aus diesem Grund – auf den Punkt zu kommen, ist durchaus eine intellektuelle Herausforderung, die ich mag.

Trotz dieser starken Sympathien für die Kürze und die dynamische Kompexität, die der Austausch auf Twitter bekommen kann, ist mir in den vergangenen Wochen ein paar Mal aufgefallen, dass ich Themen auf Twitter kurz anreiße, die ich eigentlich vertiefen will, was nicht immer einen ewig langen Artikel mit sich bringen muss. Obwohl ich ein Werkzeug benutze, das mir die Wiederverwertung und nachhaltige Speicherung einer Serie von Tweets zu einem Thema komfortabel ermöglicht, mache ich es mir teilweise leicht, indem ich manche Themen, die mich interessieren, kürzer kommen lasse, als ich das eigentlich will.

Darüber hinaus ist ein Blog von seiner Struktur her ein Tagebuch und keine Fachzeitschrift. ;-) In einem Blog dürfen – ja, sollen – Gedanken entwickelt werden können und nicht vor allem Ergebnisse von Prozessen präsentiert werden. Natürlich sollen die Gedanken und auch Geschichten, die einem Blog anvertraut werden, zumindest soweit es mich betrifft, nicht allzu platt sein.

In diesem Sinne ist es gemeint, wenn ich mir und vielleicht der einen oder dem anderen zuraune: „Du sollst mehr bloggen“.

Das ist ja gar nicht so viel Aufwand. Man kann, mit ein wenig Übung, in überschaubaren Zeiten solch einen Eintrag verfassen. So ist einer der am meisten gelesen Artikel der vergangenen Wochen in weniger als fünfundvierzig Minuten entstanden. Ursprünglich als Notiz beim Lesen eines Buchs geschrieben, habe ich den Text dann online gestellt.

Diesen Artikel hier schreibe ich auf dem iPad unterwegs. Da steckt auch nicht so viel Aufwand dahinter, vorausgesetzt, man verzichtet auf die original WordPress-App für iOS-Geräte.

Es war immer Konzept meines Blogs, dass ich mir keine festen Regeln bezüglich des Inhaltes und der Frequenz der Beiträge gebe. Also kann ich mich der von mir an mich gestellten Aufforderung entspannt stellen: „Du sollst mehr bloggen“. – Vielleicht geht meine Phantasie ja mit mir durch, aber ich kann mir vorstellen, dass diese Aufforderung vor dem hier dargestellten Hintergrund nicht nur für mich selbst von Interesse ist.

„Du sollst mehr bloggen“, ist durchaus ein Aufruf, der dem Nischendasein von Blogs im deutschsprachigen Raum entgegenwirken kann, wenn es das denn gibt und wenn die Inhalte zumindest den einen oder anderen Anknüpfungspunkt für Diskussionen enthalten.

Es gibt aber noch einen Grund, warum ich vor allem Lehrern und anderen Bildungsmenschen diese Satz „Du sollst mehr bloggen“ mitgeben möchte: Die Themen Schule, Hochschule und Bildung sind schon lange ein Kernbestand des Diskurses in Deutschland, an dem alle möglichen Leute beteiligt sind, in dem aber professionelle Expertise von Lehrenden für meinen Geschmack zu wenig vorkommt.

Das liegt nicht an mangelnder Expertise der Lehrenden. Das liegt nicht an mangelndem Interesse der Öffentlichkeit, die diese Äußerungen nicht wahrnehmen würde. Das liegt vor allem daran, dass sich nur wenige Lehrende da ran wagen.

Hochschullehrer scheinen oft in einer Umgebung zu arbeiten, in der eventuelles Bloggen kritisch bis abfälllig beäugt wird.

Lehrerinnen und Lehrer hingegen finden oft keine Zeit und kommen oft nicht auf die Idee, dass so manches, was man im stillen Kämmerlein an Sachanalysen erstellt, eine gute inhaltliche Basis für ein Blog sein könnte, das man explizit als private Gedankenspielwiese kennzeichnet. Da könnten dann auch andere Themen ihren Platz finden, die bearbeitet werden, wenn man Zeit und Lust hat. Es geht auch, wenn nur Lust oder nur Zeit da sind, dann ist es eben etwas stärker eine Frage der Selbstdisziplin ;-).

In anderen Ländern, ausdrücklich nenne ich hier die Länder Nordamerikas, ist das Angebot bildungsbezogener Websites und Blogs mit oft erstaunlicher hoher Qualität deutlich breiter und etablierter als in Deutschland. Das liegt auch an der deutlich größeren Zielgruppe als die auf Deutsch erreichbare, obwohl die Reichweite mit Deutsch gar nicht mal so schlecht ist.

Die bislang insgesamt eher geringe Wahrnehmbarkeit von Lehrenden im Netz dürfte aber auch daran liegen, dass es in anderen Ländern einen etwas entspannteren Umgang mit Netzaktivitäten Lehrender gibt als in Deutschland, wo Netzaktivitäten von Lehrenden von ministerialen Bedenkenträgern eher kritisch beäugt werden. Auch um hier Überzeugungsarbeit zu leisten und dabei gleichzeitig das Know-how im Umgang mit sozialen Netzwerken im Internet zu erwerben, zu erweitern bzw. zu vertiefen, das notwendig ist, um die Didaktik in diesen neuen Kontexten gewinnbringend weiterzuentwickeln, wiederhole ich den Imperativ dieses Blogeitrags am Ende noch einmal: „Du sollst mehr bloggen.“ – Es lohnt sich.

 

Open Educational Resources – OER: Geschichte und Einordnung der deutschen Debatte seit Herbst 2011

Open Educational Ressources (OER) – man kann das sinngemäß in etwa mit „frei verfügbaren Lernmaterialien“ übersetzen – können das in ihnen liegende Potential vor allem dort zeigen, wo sie Bildung erst möglich machen, weil sonstiges hochwertiges Lernmaterial nicht verfügbar ist. Die UNESCO schreibt:

“UNESCO believes that universal access to high quality education is key to the building of peace, sustainable social and economic development, and intercultural dialogue. Open Educational Resources (OER) provide a strategic opportunity to improve the quality of education as well as facilitate policy dialogue, knowledge sharing and capacity building.”
(Übersetzung T. Larbig: Die UNESCO ist davon überzeugt, dass der weltweite Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung der Schlüssel beim Aufbau von Frieden, nachhaltiger sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung und für den interekulturellen Dialog ist. Freie Lern-/Bildungsmaterialien sind eine strategische Chance, sowohl die Qualität von Bildung zu verbessern als auch den politischen Dialog, den Austausch von Wissen und den Aufbau von Kapazitäten zu erleichtern.)

Globale Orientierung

Es geht OER um globale Ziele, die mit kommerziell erstellten Lernmaterialien nicht erreicht werden konnten. Es geht OER, das möchte ich den UNESCO-Anmerkungen hinzufügen, auch um Freiheit, welche als grundlegendes Menschenrecht nach wie vor in vielen Regionen der Welt auch daran scheitert, dass mangelnde Bildung den Ausbruch aus Teufelskreisen von Armut, verzweifelter Passivität oder ebenso verzweifelter Gewaltbereitschaft verhindert oder zumindest erschwert.

Lehrer und Lehrerinnen in vielen Regionen der Welt sind nicht nur schlecht ausgebildet, ihnen steht sehr oft darüber hinaus kein oder bestenfalls veraltetes Lehrmaterial zur Verfügung. Hier setzen OER an.

Entsprechend haben sich im Kontext der Pariser OER-Deklaration von 2012fünf Länder bereit erklärt, aktiv OER-Initiativen zu entwickeln. Diese Länder spiegeln wider, welche Regionen der Erde von OER am meisten profitieren können: Weiterlesen

Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht (Vortragsskript)

An dieser Stelle veröffentliche ich mein „Skript“ – also das, was früher mal auf Karteikarten stand, wenn man einen Vortrag hielt – zu meinem Vortrag beim „Fachforum “E-Learning in der Lehrerbildung“ an der Justus-Liebig-Universität am 15. Mai 2012 mit dem Titel „Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht“ Der Vortrag wird aufgezeichnet und steht später dann voraussichtlich auch online zur Verfügung.

Dieses „Skript“ ist erst mal nur eine Materialsammlung. Ich werde sicher nicht auf jeden Punkt ausführlich eingehen (die Zeit ist beschränkt) und wie heißt es so schön: Vor Ort zählt dann das gesprochene Wort ;-)

Gespannt, ob es im Kommentarteil oder per Blogbeitrag mit Pingback zu so etwas wie einer Diskussion kommt.

Weiterlesen