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	<title>herrlarbig.de &#187; Melanie Gottschalk</title>
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	<description>Bildungs-Neuron &#124; Lehrerblog &#124; Etc.</description>
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		<title>Herr Larbig im Gespr&#228;ch mit der Bildungsexpedition 2009</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 22:25:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[F&#252;nf Expeditionsteilnehmer, eine Menge miniaturisierte Technik und so ziemlich alle kostenfrei verf&#252;gbaren Vernetzungsdienste, die es im Internet gibt: So kam die Bildungsexpedition 2009 am 01. September 2009 auch nach Frankfurt. Und selbst nach einer Fahrt von M&#252;nchen &#252;ber Kassel nach &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/09/08/herr-larbig-im-gespraech-mit-der-bildungsexpedition-2009/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;nf Expeditionsteilnehmer, eine Menge miniaturisierte Technik und so ziemlich alle kostenfrei verf&#252;gbaren Vernetzungsdienste, die es im Internet gibt: So kam die <a href="http://bildungsexpedition.de" target="_blank">Bildungsexpedition 2009</a> am 01. September 2009 auch nach Frankfurt. Und selbst nach einer Fahrt von M&#252;nchen &#252;ber Kassel nach Frankfurt am Main, lud die Expedition zum „Get Together“ am Abend.</p>

<p>So kamen wir um 21:30 in einem Thai- und Pizzaimbiss an der Mainzer Landstra&#223;e zusammen, a&#223;en, plauderten, tauschten uns aus. Kurz nach 22:00 holte <a href="http://lutzland.de/" target="_blank">Lutz Berger</a> dann sein Telefon heraus, stellte eine Verbindung zu <a href="http://www.1000mikes.com/show/bildungsexpedition" target="_blank">1000mikes.com</a> her und dann wurde ich in ein Interview verwickelt, das live on Air mitverfolgt werden konnte (wie so ziemlich alle Begegnungen der Bildungsexpedition, in deren Rahmen ich echt Hochachtung vor all den engagierten Bildungsmenschen in Deutschland bekommen habe, die dort vorgestellt wurden). Und selbstverst&#228;ndlich steht das Interview auch als Archivbeitrag zur Verf&#252;gung.</p>

<p>Aber es w&#228;ren nicht Leute wie Lutz Berger und <a href="http://cspannagel.wordpress.com" target="_blank">Christian Spannagel</a> in einem Team, wenn nicht selbst noch ein solches Interview am Abend interaktiv w&#228;re. Und so sa&#223;en da <a href="http://twitter.com/melgottschalk" target="_blank">Melanie Gottschalk</a>, <a href="http://twitter.com/cervus" target="_blank">Bastian Hirsch</a>, <a href="http://twitter.com/cspannagel" target="_blank">Christian Spannagel</a> und <a href="http://twitter.com/lutzland" target="_blank">Lutz Berger</a> mit ihren Taschencomputern um uns herum und <a href="http://twitter.com/expeditiond" target="_blank">twitterten</a> mit einigen H&#246;rern und H&#246;rerinnen live zum Interview, sodass auch diese Kommentare und Fragen direkt in das Gespr&#228;ch einflie&#223;en konnten.  – Danke euch und Ihnen allen f&#252;r die R&#252;ckmeldungen, Kommentare, den Applaus etc…</p>

<p>Von meiner Seite her war das Interview nicht geplant; von Seiten der Expedition war dieses Interview wohl weit mehr geplant, als ich urspr&#252;nglich annahme, wie ich nach dem Gespr&#228;ch (nat&#252;rlich via Twitter) erfuhr. Dementsprechend viele unterschiedliche Themen wurden angesprochen und im Zentrum stand weniger ein Projekt, wie bei den meisten anderen Interviews und Videoaufzeichnungen, sondern ein Strom an Assoziationen – sowohl bei mir als auch bei den Interviewenden. Knapp eine Stunde ging das so, ohne dass ich bemerkt h&#228;tte, wie die Zeit verging.</p>

<p>Und doch hatte das Interview einen roten Faden, der darin bestand, dass ich mich als Lehrer mit anderen Lehrern und anderen an Bildungsprozessen Beteiligten Leuten vernetzt habe. Auch wenn man am Anfang meinen k&#246;nnte, es gehe um vernetzte Theologen, so war dieser Einstieg doch eher Zufall, weil – nat&#252;rlich &#252;ber Twitter – nat&#252;rlich <a href="http://twitter.com/bruderpaulus" target="_blank">&#252;ber Twitter</a> – gerade an diesem Abend <a href="http://bruderpaulus.de/" target="_blank">Br. Paulus Terwitte</a> auf die Bildungsexpedition aufmerksam wurde und mit uns twitterte, was die Expeditionsteilnehmer doch sichtlich begeistert hat, sodass dieses Thema, &#252;ber das wir gerade noch offline gesprochen hatten, nun also zum Einstieg unseres Gespr&#228;chs wurde.</p>

<p>Da wir im Verlauf des Interviews einmal das Telefon wechseln mussten, gibt es das Gespr&#228;ch in zwei Teilen. Und wer es ganz h&#246;ren will, sollte sich nun eine Stunde Zeit nehmen – ob sich das lohnt, m&#252;ssen dann andere entscheiden:</p>

<p><span><em>Interview mit dem vernetzten Lehrer Torsten Larbig in Frankfurt, Teil 1 – 45 Minuten:</em>
</span></p>



<p>(<a href="http://herrlarbig.de/podcasts/Larbig_Bildungsexpedition_1.mp3" target="_blank">Als MP3 ohne Flashplayer</a>)</p>

<p><span><em>Interview mit dem vernetzten Lehrer Torsten Larbig in Frankfurt, Teil 2 – 16 Minuten</em>:
</span></p>



<p>(<a href="../../podcasts/Larbig_Bildungsexpedition_2.mp3" target="_blank">Als MP3 ohne Flashplayer</a>)</p>

<p>Aber dieses Interview ist nat&#252;rlich nur ein winziger Teil der f&#252;r mich in allen anderen Teilen h&#246;chst spannenden Expedition, die im Sp&#228;tsommer 2009 schlaglichtartig erhellte, wie lebendig die Bildungslandschaft in Deutschland ist. Die Bildungsexpedition hat Spuren hinterlassen, die unter folgenden Links zu finden sind:</p>

<ul>
    <li><a rel="external" href="http://bildungsexpedition.wordpress.com/">im Blog</a></li>
    <li><a rel="external" href="http://twitter.com/expeditiond">24/7 auf Twitter</a></li>
    <li><a rel="external" href="http://www.1000mikes.com/app/channelArchive.xhtml?channelId=14372">im Handy-Radio</a></li>
    <li><a rel="external" href="http://youtube.com/lutzland">auf youtube</a></li>
    <li><a rel="external" href="http://www.flickr.com/groups/bildungsexpedition/pool/">auf Flickr und</a></li>
    <li><a title="Tagebuch" rel="self" href="http://bildungsexpedition.de/page11/page11.html">im Reisetagebuch</a></li>
</ul>

<p>Und da die Expedition selbst hochgradig vernetzt ist, hier noch eine ganze Reihe an Links, hinter denen Menschen stehen, die als „Stimmen aus dem Off“ die Expedition bis jetzt begleitet haben:</p>

<ul>
    <li>René Scheppler: Lehrer, Blogger, Netzwerker, Inspirateur und <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=2761">zu Gast bei der Bildungsexpedition.</a></li>
    <li>D&#246;rte Giebel: <a href="http://diegoerelebt.wordpress.com/2009/09/06/ich-bin-ein-lernjunkie-bildungsexpedition/">„Ich bin ein Lernjunkie!“</a></li>
    <li>Jean-Pol Martin: <a href="http://jeanpol.wordpress.com/2009/09/05/nicht-medienfachleute-lehrer-schaffen-sinn/">„Nicht Medienfachleute, Lehrer schaffen den Sinn“</a> &amp; <a href="http://jeanpol.wordpress.com/2009/09/04/leidensdruck-als-erkenntnismotor/">Leidensdruck als Erkenntnismotor</a></li>
    <li>Michael Kerres: <a href="http://blog.kerres.name/2009/09/bildungsexpedition-am-duisburg-learning.html">Bildungsexpedition am Duisburg Learning Lab</a></li>
    <li>Lisa Rosa: <a href="http://lisarosa.twoday.net/stories/5924936/">Anregungen und Conclusio</a></li>
    <li>Thomas Sporer (imb): <a href="http://www.imb-uni-augsburg.de/studium/news/2009-08/3084">Start der Bildungsexpedition</a></li>
    <li>Sl-Talk (Andreas Mertens und Tobias W&#252;rtz): <a href="http://www.sltalk.de/index.php/2009/09/03/die-bildungsexpedition-zu-gast-bei-sltalk-partner/">&#220;ber Guerillas und Stromr&#228;uber</a></li>
    <li>Herr Larbig: <a href="../../2009/09/01/bildungsexpedition-d-2009/">Bildungsexpedition in Frankfurt am Main</a></li>
    <li>KOMA-Medien: <a href="http://www.koma-medien.de/elearning/blog/pm-bildungsexpedition-deutschland/">PM:Bildungsexpedition Deutschland</a></li>
    <li>Johannes Moskaliuk: <a href="http://blog.moskaliuk.com/bildungsexpedition-in-tuebingen/">Bildungsexpedition in T&#252;bingen</a></li>
    <li>Weiterbildungsblog Jochen Robes: <a href="http://www.weiterbildungsblog.de/2009/06/02/bildungsexpedition-d/">BildungsexpeditionD</a></li>
    <li>reticon Bildung und neue Medien: <a href="http://www.reticon.de/nachrichten/bildungsexpedition-durch-deutschland_2478.html">Expedition durch Deutschland</a></li>
    <li>Blogpatenschaften: <a href="http://www.bloggerpatenschaften.de/bildungsexpedition-deutschland/">Vorbericht</a></li>
    <li>trau.kainehm: <a href="http://trau.kainehm.de/2009/08/bildungsexpedition-d/">Lutz Berger und Christian Spannagel gehen auf Tour</a></li>
    <li>riecken.de: <a href="http://riecken.de/index.php/2009/05/bildungsexpedition/">Vorwerbung</a></li>
</ul>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/11/die-schueler-sind-zufrieden-ich-auch-erich-hammer-im-gespraech/" rel="bookmark" title="11. April 2009">„Die Sch&#252;ler sind zufrieden &#8211; ich auch“ – Erich Hammer im Gespr&#228;ch</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/27/lustfaktor/" rel="bookmark" title="27. April 2009">Lustfaktor</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/25/neugierig-machen/" rel="bookmark" title="25. April 2009">„Neugierig machen“</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/09/01/bildungsexpedition-d-2009/" rel="bookmark" title="1. September 2009">Bildungsexpedition D 2009</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/06/07/was-moeglich-ist-schuelerkooperation-ein-beispiel/" rel="bookmark" title="7. Juni 2009">Was m&#246;glich ist: Sch&#252;lerkooperation – ein Beispiel</a></li>
</ul>

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		<title>Vernetzen macht Spa&#223; – und ist lehrreich</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 22:19:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[1985, lange bevor Computer und Internet bei mir einzogen, machte ich als Jugendlicher erste Erfahrungen mit „Vernetzung“: Ich schrieb und erhielt Briefe – aus fast allen Regionen der Welt. Heute kaum mehr vorstellbar, gab es zu dieser Zeit viele Jugendliche, &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/24/vernetzen-macht-spass-und-ist-lehrreich/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1985, lange bevor Computer und Internet bei mir einzogen, machte ich als Jugendlicher erste Erfahrungen mit „Vernetzung“: <span id="more-1417"></span>Ich schrieb und erhielt Briefe – aus fast allen Regionen der Welt. Heute kaum mehr vorstellbar, gab es zu dieser Zeit viele Jugendliche, die sich nicht in Online-Communities trafen, sondern &#252;ber Brieffreund-Agenturen Kontakte in unterschiedlichsten L&#228;ndern suchten. Der Grund war zun&#228;chst ein ganz einfacher. Es ging oberfl&#228;chlich betrachtet darum, erworbene Fremdsprachenkenntnisse endlich einmal anwenden zu k&#246;nnen. Und da ich gerade, nach zwei Sprachaufenthalten in England, im Englischen „drinnen“ war, suchte ich mir also englischsprachige Brieffreunde und -freundinnen, die dann entweder auch auf Englisch antworteten oder es sogar auf Deutsch versuchten.</p>

<p>Das ging meist z&#246;gerlich und mit den &#252;blichen Erz&#228;hlungen &#252;ber das eigene Land einher, das schlief oft schnell wieder ein. Es gab aber ein paar Kontakte, die lange hielten, ohne dass man sich je gesehen h&#228;tte. Im R&#252;ckblick wei&#223; ich heute, was diese Kontakte am Leben erhielt: Dort, wo schnell gemeinsame Interessen, &#252;ber die man ins Gespr&#228;ch kommen konnte, gefunden wurden, hielten die Kontakte so lange, bis eine der beiden Seiten – und das kommt bei Jugendlichen ja durchaus vor – andere Interessen entdeckte, die sich dann nicht mehr mit denen der anderen Seite deckten.</p>

<p>T&#228;glich lief ich in diesen Zeiten zum Briefkasten, hoffte auf Post, sa&#223; am Schreibtisch und schrieb teilweise viele Seiten lange Briefe (schon damals konnte ich mich schriftlich nicht kurz fassen, das &#252;be ich jetzt aber &#252;ber twitter <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ), wusste genau, wann der Briefkasten geleert wurde und wie lange die Brieflaufzeiten waren: Nach Singapur waren es damals z.B. 2-3 Tage, was f&#252;r mich beeindruckend schnell war. Ging Montags ein Brief raus, konnte er am Mittwoch ankommen, am Donnerstag lag dann meist die Antwort dort im Briefkasten, kam meist Samstags an, so dass am Montag wieder ein Brief rausgehen konnte und ich den ganzen Sonntag zum Schreiben hatte.</p>

<p>Es gab aber auch Freunde und Freundinnen in Deutschland verstreut, mit denen &#252;ber Telefon und mit Briefen kommuniziert wurde, so sie nicht irgendwo in der N&#228;he wohnten und man sich eben einfach treffen konnte.</p>

<p>Im R&#252;ckblick waren das meine ersten Vernetzungen und ich lernte enorm viel dabei. Der st&#228;ndige Austausch und vor allem das Schreiben &#252;ber unterschiedlichste Themen, zwangen mich dazu, mir immer wieder Klarheit &#252;ber die Inhalte zu verschaffen. Der Unterschied zum schulischen Lernen war enorm: Ich schrieb Englisch, weil ich mit jemandem in den Austausch treten wollte (dass es dabei um das Lernen der Sprache ging, war eher das Argument gegen&#252;ber den Erwachsenen, eigentlich ging es um die Inhalte oder auch einfach nur darum zu entdecken, dass Papier in unterschiedlichen L&#228;ndern v&#246;llig unterschiedliche Qualit&#228;ten hatte, Leute deren Muttersprachen nicht in lateinischen Buchstaben notiert sind ganz andere Handschriften entwickeln etc.).</p>

<p>So erinnere ich mich noch gut daran, wie ich die als Sechszehnj&#228;hriger nach Erfahrungen in einer B&#252;cherei die Hessische Landesbibliothek entdeckte und meinen ersten echten Bibliotheksausweis in H&#228;nden hielt. Meine erste Ausleihe – und jetzt bitte nicht lachen, war wirklich so – waren 1. ein Buch zur Handschriftenkunde und 2. eine Einf&#252;hrung in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie" target="_blank">philosophische Ontologie</a>. Ich verstand nat&#252;rlich erst einmal gar nichts. Hatte aber das Problem, dass ich einem Brieffreund davon erz&#228;hlt hatte und der jetzt unbedingt wissen wollte, was denn um Himmels Willen „Ontologie“ sei. – Jetzt hatte ich das Problem, ich brauchte eine Antwort. Also las ich – und mein Gegen&#252;ber wartete und wartete auf meine Antwort.</p>

<p>Weil ich einen Brief schreiben musste, lernte ich zumindest in den Grundz&#252;gen, was es mit Ontologie auf sich hat – und zwar beim Schreiben des Briefes selbst, das pure Lesen war da damals nicht sehr fruchtbar.</p>

<p>Ich war zwar kein miserabler Sch&#252;ler, aber ein solches Engagement in Sachen Lernen war f&#252;r mich v&#246;llig neu. Ich hatte mich vernetzt und jetzt hatte ich gef&#228;lligst auch was zu bieten, wollte ich die Kontakte am Leben erhalten. Das machte riesigen Spa&#223;, war spannend und eben auch lehrreich, sodass mich diese Form des Gedankenaustausches, insbesondere &#252;ber den Brief und somit in schriftlicher Form, auch noch in Studienzeiten begleitete.</p>

<p>Doch als wir in einem Seminar zur k&#252;nstlerischen &#196;sthetik einmal auf ein Buch stie&#223;en, dass nun wirklich niemand von uns verstand (sp&#228;ter merkten wird, dass es da auch nichts zu verstehen gab), warben wir im Seminar f&#252;r eine Lekt&#252;regruppe – und als unsere Dozentin das mitbekam, schloss sie sich uns an und gab ihr Wohnzimmer als Treffpunkt her. Heute w&#252;rde man das dann wohl eine Community nennen, denn nat&#252;rlich lasen wir nicht nur. Nachdem wir das urspr&#252;nglich den Anlass f&#252;r diese Gruppe bildende Buch mangels erkennbarer Qualit&#228;t zum Verstauben ins Regal gestellt hatten, lasen wir dann eben Kants Kritik der Urteilskraft und brauchten dazu immerhin zwei Jahre mit Treffen im Zweiwochenrhythmus.</p>

<p>Eine Ver&#228;nderung dieser Formen der Vernetzung kam  erst mit dem Einzug des Internets in mein Leben. Das war 1999.</p>

<p>Die E-Mail hatte ich so ziemlich sofort ins Herz geschlossen, meine erste Website entstand im Jahr darauf. F&#252;r Vernetzung spielte sie als klassische Web 1.0 Website keine Rolle, auch weil sie einfach keiner lesen (oder anschauen?) wollte. Aber immerhin: Ich lernte ein wenig html und konnte davon fasziniert sein, dass das jetzt theoretisch in der ganzen Welt in Sekundenbruchteilen lesbar war.</p>

<p>Und dann kam das Web 2.0. Es dauerte nicht lange und ich hatte mein erstes Blog und kurz danach sogar eine eigene Domain, ich entdeckte IRC, Chat, InstantMessaging als M&#246;glichkeit des Austausches, trug mich in Newsgroups ein – und es passierte erst einmal gar nichts.</p>

<p>Knapp neun Jahre war ich im Internet vertreten, bis sich dies &#228;nderte. Ich legte mir eine zweite Domain zu und begann ein Blog, in dem zun&#228;chst einmal einfach Texte abgelegt werden sollten, die im Rahmen meiner Arbeit entstanden sind: Textinterpretationen vor allem, aber zur Auflockerung eben auch ein paar Sachen, die mit meinem Hobby der Fotografie zu tun haben.</p>

<p>Es gab erste Kommentare und erste neue Gespr&#228;che kamen in Gang. Und dann kam twitter, &#252;ber twitter stie&#223; ich auf <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">ldl.mixxt.de</a> und <a href="http://maschendraht.mixxt.de" target="_blank">maschendraht.mixxt.de</a>, zwei Communities mit lauter an Bildungsfragen interessierten Menschen. Und ich mache, wir sind mittlerweile in der Gegenwart angekommen, wieder die Erfahrung, dass Kommunikation in vernetzten Strukturen dann gelingt, wenn man ein gemeinsames Interessengebiet hat.</p>

<p>Mein Blog ver&#228;nderte sich in dieser Zeit. Ich schrieb weniger &#252;ber Inhalte, die mich im Unterricht gerade besch&#228;ftigen, obwohl es auch f&#252;r solche Eintr&#228;ge mal wieder Zeit wird, ist da doch das eine oder andere an (handschriftlichen) Texten aufgelaufen, sondern mehr und mehr &#252;ber bildungstheoretische Fragen, die unmittelbar mit der Praxis verbunden sind. – Ich konnte gar nicht anders, sp&#228;testens seit mir in diesem Kontext <a href="http://jeanpol.wordpress.com" target="_blank">Jean-Pol Martin</a>, <a href="http://mila78.wordpress.com/" target="_blank">Melanie Gottschalk</a> und <a href="http://cspannagel.wordpress.com/" target="_blank">Christian Spannagel</a> begegnet sind. Es folgten noch einige mehr, aber diese drei nenne ich mit Namen, weil sie der Ansto&#223; waren, mit ihrem Engagement im Internet auch meine Gedanken anzuregen. Und kaum begann ich diese zu &#228;u&#223;ern, war ich „endg&#252;ltig“ im Web 2.0 gelandet: Kommentare in anderen Blogs schreiben, twittern, neue Blogs entdecken, Kommentare im eigenen Blog vorfinden und reagieren m&#252;ssen / wollen.</p>

<p>Pl&#246;tzlich war ich in einem Prozess drinnen, den ich f&#252;r mich Fortbildung 2.0 nenne, weil hier f&#252;r mich, neben dem Spa&#223; des gemeinsam an gemeinsamen Themen Arbeitens und den Anregungen zu neuen Themen und Fragestellungen, die auf diesen Wegen entstehen, die Situation zum Dauerzustand geworden ist, die ich mit dem Erz&#228;hlen von dem Buch &#252;ber philosophische Ontologie und der Nachfrage, was das denn sei, zum ersten Mal erlebt hatte: Es tauchen Fragen auf, die mich besch&#228;ftigen und die irgendwie bearbeitet werden m&#252;ssen / wollen. So war das in dem philosophischen Lesekreis w&#228;hrend des Studiums und so ist es jetzt wieder.</p>

<p>Es mag nicht so scheinen, aber das Schreiben der Texte f&#252;r dieses Blog ist f&#252;r mich Lernen, begleitet von der Lekt&#252;re anderer Blogs (und nat&#252;rlich weiterhin von B&#252;chern), dem einen oder anderen Kurzaustausch auf Twitter etc. – Und das alles neben der nicht gerade geringen Arbeit in Sachen Unterricht, denn das l&#228;uft ja alles im Grunde in der Freizeit. – Der pers&#246;nliche und fachliche Gewinn sind aber so hoch, dass es Spa&#223; macht und eben lehrreich ist.</p>

<p>Dabei hat sich, wie ich jetzt zu meinem eigenen Erstaunen feststelle, das Grundprinzip der Vernetzung nicht ver&#228;ndert, wohl aber die Form: Im Internet gibt es so etwas wie Brieflaufzeiten nicht, der Adressatenkreis eines Eintrages ist deutlich gr&#246;&#223;er, es gibt schnelle Reaktionen, die aber nicht un&#252;berlegter erscheinen als in Briefzeiten.</p>

<p>Digitale Technologie hat aber auch ein Eigenleben insofern sie die Vernetzungen komplexer und geographisch deutlich unabh&#228;ngiger werden l&#228;sst. Dar&#252;ber hinaus ist die Pluralit&#228;t der Menschen beeindruckend, die mir im Netz begegnen und die mich bereichern oder mir auch einmal zur&#252;ckmelden, dass meine Arbeit sie bereichert. Viele Anregungen und mancher Gedankenaustausch w&#228;ren im analogen Kontext entweder nicht,  nur per Zufall, unter hohem Aufwand oder eben gar nicht zustande gekommen.</p>

<p>Warum aber arbeitet man zusammen? Klar, da stehen Themen im Vordergrund. &#220;ber diese w&#252;rde man aber im Internet nicht miteinander reden, wenn das gemeinsame und vernetzte Nachdenken nicht auch von Sympathie und Wertsch&#228;tzung getragen w&#252;rden. Und genau diese weiche Faktoren f&#246;rdern die Arbeit. – Ich kenne bislang noch niemanden all der engagierten Lehrenden und Unterrichtsinteressierten pers&#246;nlich, mit denen ich seit einiger Zeit mehr oder weniger regelm&#228;&#223;ig im Austausch stehe, wei&#223; aber, dass in diesem Netzwerk, in das ich da gl&#252;cklicherweise hineingeraten bin, die meisten sich eben doch auch pers&#246;nlich kennen und ich freue mich schon darauf, dass in wenigen Wochen auch ich einige in Ludwigsburg auf dem <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">LdL-Tag</a> kennenlernen werde.</p>

<p>Und damit ist ein weiterer Faktor angesprochen, der vernetztes Arbeiten so wohltuend sein l&#228;sst (zumindest wenn alles gut l&#228;uft): Die eigene Arbeit ist mehr oder weniger &#246;ffentlich, bietet also auch Dritten Ankn&#252;pfungsm&#246;glichkeiten, die ich eben noch nicht kenne.</p>

<p>Zeit f&#252;r ein Fazit: In selbst verantworteten Bildungsprozessen spielen f&#252;r mich schon seit Jahren Netzwerke eine Rolle, zun&#228;chst analoger und heute digitaler Art. Umgekehrt habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Netzwerke selbst in der Lage sind, das selbst verantwortete Lernen anzuregen und enorm zu f&#246;rdern. Es scheint mir sogar so zu sein, dass selbst verantwortetes Lernen von solchen Netzwerken lebt, da sie den st&#228;ndigen Austausch &#252;ber das eigene Nachdenken erm&#246;glichen und so den entsprechenden „Spa&#223;faktor“ mit ins Spiel bringen, der f&#252;r nachhaltiges Lernen einfach wichtig ist.</p>

<p>Vor diesem Hintergrund eigener Lernerfahrungen, bin ich so ein Verfechter von Netzwerken geworden. Sowohl Lehrende als auch Lernende sollten sich untereinander und miteinander an Themen orientiert vernetzen, um gemeinsam zu lernen. Und da solche Strategien der auf Lernen hin ausgerichteten Vernetzungen nicht jeder autodidaktisch lernt (lernen kann, lernen will), finde ich es wichtig, dass solche Strukturen zunehmend auch im Unterricht bzw. in die Lernkultur im schulischen Kontext Einzug halten. Es gibt Blogs, in denen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler einer Lerngruppe gemeinsam arbeiten und dabei zum Teil erste Erfahrungen mit sozialen Lernformen im digitalen Zeitalter machen, die &#252;ber (oft kommerzielle) Hausaufgabenforen und Sch&#252;lercommunities hinaus gehen. Es wird gechattet, getwittert (in meiner Wahrnehmung sind Microbloggingsysteme bei Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen in Deutschlang bislang nicht sonderlich weit verbreitet, wohl aber bei den Lehrenden, die im Netz aktiv sind).  Es werden aber auch zunehmend im Unterricht Arbeitsformen (zum Beispiel „Lernen durch Lehren“, Projektarbeit, Forschungsprojekte…) eingesetzt, die Kollaboration (auch digitaler Art) unausweichlich machen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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