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Ein Panther im botanischen Garten – Rilkes »Der Panther«

Dienstag, 4. November 2008 22:41

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein, geht durch der Glieder angespannte Stille - und hört im Herzen auf zu sein.

Ein Panther ist ein Leopard [1], eine Wildkatze, die in einer Großstadt wie Paris nichts verloren hat. Bereits die von Rilke dem Titel beigefügte Ortsbezeichnung weist auf einen Un-Ort hin, einen Ort, der keine Heimat für ein solch majestisches Tier ist. [...]

  1. »Panther« bezeichnet aber auch einfach nur eine Gattung von Großkatzen (Pantherinae) []
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Der Fotograf ist mit im Bild

Mittwoch, 17. September 2008 22:11

Auf einem Foto ist der Fotograf ebenso präsent wie das Motiv, das der Betrachter sieht. Auch wenn der Fotograf auf einem Bild (meist) nicht zu sehen ist: Sein Standpunkt zum Motiv spielt eine zentrale Rolle für das Bild.

Der Fotograf ist mit im Spiel, wenn auch (meist) nicht in der Szene. Er zeigt seinen Blick, der für mich mehr ist als mein Standort. Jedes Bild ist ein Akt der Kommunikation, spiegelt Nähe oder Distanz, ist engagiert, beobachtend neutral oder auch kritisch gegenüber der dargestellten Situation.

In meinem Verständnis von Fotografie spielt der Fotograf eine bedeutende Rolle. »Spielen«, »Rolle«? [...]

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