Schlagwort-Archiv: Perspektive

Herrn Larbigs Bibliothek 18: Massimo Carlotto, Mama Sabot – Tödlicher Staub

Hinter Mama Sabot steckt eine Gruppe von sardischen Journalisten. Sie waren an der Recherche zu Massimo Carlottos Thriller „Tödlicher Staub“ beteiligt, dem ein Ökoskandal auf Sardinien zu Grunde liegt. Salto di Quirra ist ein Truppenübungsplatz, der mit 116 Quadratkilometer das größte militärische Sperrgebiet Europas ist. Und dieses Sperrgebiet hat es in sich.

Weiterlesen

Wood_KunstDesErzaelens

Herrn Larbigs Bibliothek 12 – James Wood: Die Kunst des Erzählens

Ich habe nun ja schon eine ganze Reihe an Büchern darüber gelesen, „wie Schriftsteller zu Werke gehen“ (Herlinde Kölbl), was einen guten Roman ausmacht, wodurch Gedichte geprägt sind.

Mir ist noch kein Buch über das Lesen und Schreiben von Literatur begegnet, nach dessen Lektüre mein Arbeitsplatz so hell von „Kronleuchtern“ bestrahlt wurde, die mir während der Lektüre aufgegangen sind.

Gleichzeitig weiß ich , dass dieses Buch noch mehrfach zu lesen sein wird, um seinen Tiefgang, seine Differenziertheit und all seine Anregungen wirklich für meinen Alltag fruchtbar zu machen.

Die Erstlektüre von James Woods „Die Kunst des Erzählens“ hat mich gefesselt. Weiterlesen

Lösungsorientierte Kooperation mit Schülern, Schülerinnen und Eltern

Wenn ich es richtig beobachte, kommen Lehrer und Lehrerinnen mit Eltern immer dann in Kontakt, wenn es ein „Problem“ mit einem Schüler oder einer Schülerin gibt. Manche Schülerinnen und Schüler machen die Erfahrung, dass sie alleine auf ihre Mängel hingewiesen werden.

Es mag nun die Aufgabe von Lehrerinnen und Lehrern sein, dass sie vor allem dort Herausforderungen sehen, wo Schülerinnen und Schüler offensichtlichen Lernbedarf erkennen lassen, aber wenn ich den Satz höre „Oh, ein Lehrer der mich lobt, das hatte ich schon lange nicht mehr“, erschrecke ich schon. Es mag sein, dass der Satz übertrieben war, aber dass ich ihn überhaupt zu hören bekam, stimmt mich nachdenklich. Weiterlesen

Vernetztes Lernen und Lehrer-Fortbildung in sozialen Netzwerken

Dieser Text stellt die Basis meines Vortrages im Rahmen des Fachforums „Lernen in sozialen Netzwerken“ am 21. Juni 2011 dar. Verantwortlich für dieses Fachforum ist StudiumDigitale an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität. Der gesprochene Text wird von diesem geschriebenen Text zwar mit großer Wahrscheinlichkeit abweichen, aber inhaltlich wird es eher weniger Abweichungen geben.

Das Fachforum bietet zehn Minuten Diskussionszeit. An dieser Stelle hier kann weiter diskutiert werden. Die Kommentare sind offen, für Teilnehmende des Fachforums und alle, die etwas zu dieser Diskussion beitragen wollen.

Die Blogversion ist leicht bearbeitet. Stellen, an denen ich im Leseskript die Zuhörenden direkt anspreche, sind hier in blogverträgliche Sprache gebracht.

—-

Vom Netz reden macht Angst, wenn man sich anschaut, was mit dem Inhalt von Netzen geschieht, nachdem Fischer sie an Bord geholt haben.

oder

Spinnen haben Netze. Bist du Spinne oder klebst du an den Fäden?

Netze sind dafür da, um etwas zu beinhalten, seien es Fische, das Insekt, an dem die Spinne sich gleich laben wird, seien es Benutzerdaten, die Hacker Cracker abgreifen und missbrauchen…

Netze und damit meine ich auch das Internet, sind eben nicht, Weiterlesen

Produktive Beratung und Förderung in der Schule

„Lassen Sie uns jetzt gemeinsam überlegen, wie eine Lösung aussehen kann und was wir tun werden, um diese möglichst zu erreichen…“

Dieser Satz in Gesprächen mit Eltern führt manchmal zu Reaktionen, die mich wirklich erschüttern. Nicht, dass Eltern da unhöflich würden, weil der Lehrer davon spricht, dass man gemeinsam überlegen solle, da doch eigentlich immer der Lehrer „schuld“ sei. Ganz im Gegenteil: Ich stoße oft meistens auf Eltern, die überrascht sind, dass Weiterlesen

P1000548 - Arbeitskopie 3

Architektur in Frankfurt am Main – Der OpernTurm


© T. Larbig 2010

Dieses Bild gefällt mir, so sehr es das Ergebnis eines Zweifels ist.

Was soll ich davon halten, fragte ich mich, dass da mitten in Frankfurt, direkt neben der Alten Oper, ein Hochhaus entstehen sollte, das mit seinen 170 Metern alles um sich herum erdrücken könnte?

Skeptisch sah ich den Bau, sah ich, wie sich er Beton mehr und mehr in die Höhe streckte, sah ich meine Befürchtungen Wirklichkeit werden. Das graue Betongerippe wirkte bedrohlich. – Um so erstaunlicher, wie der OpernTurm sich nun in das Stadtbild einfügt, seinen Ort neben der Alten Oper gefunden zu haben scheint.

Dennoch blieb da Fremdheit. Die strenge Symmetrie des Gebäudes, die sich aus Quadraten und Rechtecken als architektonischer Grundform ergibt, zog mich an und hielt mich gleichzeitig auf Distanz.

So sehr mir der neue OpernTurm – zu meiner eigenen Überraschung – gefällt, so ästhetisch kalt, anziehend, abstoßend, vertraut und fremd zugleich wirkt er auf mich als Bewohner dieser Stadt Frankfurt am Main.

Also nahm ich meinen Fotoapparat und versuchte auf diesem Wege, diesen zentral in der Stadt verorteten neuen Turm visuell und perspektivisch zu erkunden. Als ich da nun fotografierte, hatte ich immer stärkere Assoziationen in Richtung eines Raumschiffs, das hier in Frankfurt am Main gelandet ist und nun dort als Hochhaus steht. Diese Assoziation scheint die ambivalente Wahrnehmung des Gebäudes für mich widerzuspiegeln.

Nun galt es nur noch, diese Assoziation in ein Bild zu bekommen. In diesem Fall kam mir das Phänomen der „stürzenden Linien“ sehr entgegen, konnte ich es doch für meine Bildidee nutzen.

Ich versuchte also, die Symmetrie des Turms aufzugreifen, diese mit dem optischen Phänomen der stürzenden Linien zu kombinieren und so meine Wahrnehmung des Gebäudes in ein Bild zu bekommen.

Um zumindest aus meiner Sicht diesem Ziel abschließend so nah wie möglich zu kommen, waren noch zwei Arbeitsschritte nötig, die ich in der digitale „Dunkelkammer“ am Computer ging: Das Bild wurde in ein Schwarz-Weiß-Bild umgewandelt und um 180 Grad gedreht, sodass der Eindruck entstand, da schwebe tatsächlich ein Raumschiff über den schwarzen Blättern und nur andeutungsweise sichtbaren Bäumen.

Ob es gelungen ist, die ambivalente Wahrnehmung des Gebäudes fotografisch so umzusetzen, dass sie sich anderen aus diesem Bild erschließt, müssen andere entscheiden. Bei mir hat sich das Gefühl beim Betrachten des Bildes ein paar Monate nach seinem Entstehen wieder eingestellt. Aber das kann ja auch daran liegen, dass ich die Geschichte des Bildes einfach kenne – oder?