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	<title>herrlarbig.de &#187; Selbstbestimmung</title>
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	<description>Bildungs-Neuron &#124; Lehrerblog &#124; Etc.</description>
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		<title>Vernetztes Lernen und Lehrer-Fortbildung in sozialen Netzwerken</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 21:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser Text stellt die Basis meines Vortrages im Rahmen des Fachforums „Lernen in sozialen Netzwerken“ am 21. Juni 2011 dar. Verantwortlich f&#252;r dieses Fachforum ist StudiumDigitale an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universit&#228;t. Der gesprochene Text wird von diesem geschriebenen Text zwar mit &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2011/06/20/vernetztes-lernen-und-lehrer-fortbildung-in-sozialen-netzwerken/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Text stellt die Basis meines Vortrages im Rahmen des <a href="http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/events/va/fachforum_sn/index.html" target="_blank">Fachforums „Lernen in sozialen Netzwerken“</a> am 21. Juni 2011 dar. Verantwortlich f&#252;r dieses Fachforum ist <a href="http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/" target="_blank">StudiumDigitale</a> an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universit&#228;t. Der gesprochene Text wird von diesem geschriebenen Text zwar mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit abweichen, aber inhaltlich wird es eher weniger Abweichungen geben. </em></p>

<p><em>Das Fachforum bietet zehn Minuten Diskussionszeit. An dieser Stelle hier kann weiter diskutiert werden. Die Kommentare sind offen, f&#252;r Teilnehmende des Fachforums und alle, die etwas zu dieser Diskussion beitragen wollen.</em></p>

<p><em>Die Blogversion ist leicht bearbeitet. Stellen, an denen ich im Leseskript die Zuh&#246;renden direkt anspreche, sind hier in blogvertr&#228;gliche Sprache gebracht.</em></p>

<p><em>&#8212;-
</em></p>

<p>Vom Netz reden macht Angst, wenn man sich anschaut, was mit dem Inhalt von Netzen geschieht, nachdem Fischer sie an Bord geholt haben.</p>

<p>oder</p>

<p>Spinnen haben Netze. Bist du Spinne oder klebst du an den F&#228;den?</p>

<p>Netze sind daf&#252;r da, um etwas zu beinhalten,
seien es Fische,
das Insekt, an dem die Spinne sich gleich laben wird,
seien es Benutzerdaten,
die <del>Hacker</del> Cracker abgreifen und missbrauchen…</p>

<p>Netze und damit meine ich auch das Internet, sind eben nicht,<span id="more-5993"></span> wie die Metapher scheinbar manchmal missverstanden wird, um ihrer selbst willen interessant. Es geht nicht nur um die Knotenpunkte, von denen ausgehend das Netz sich ausbreitet, zwischen denen Informationen hin und her flie&#223;en.</p>

<p>Soziale Vernetzungen sind keine inhaltsleeren Knoten und Verbindungslinien zwischen diesen Knoten, sondern immer von Inhalten gepr&#228;gt.</p>

<p>Eine solche soziale Vernetzung ist die Voraussetzung jeglichen Lernens. Und es gibt sie seit Menschengedenken.</p>

<p>Kinder lernen in sozialen Netzen sprechen, gehen, werden sozialisiert.
Schule ist schon an sich immer ein soziales System, also eine vernetzte Struktur. Die Universit&#228;t, die Arbeitswelt, Fortbildungen… &#220;berall arbeiten wir vernetzt. Das ist schon lange so. Das war auch ohne Internet schon so. Und dennoch ist mit dem Internet nicht nur technisch, sondern auch qualitativ etwas Neues hinzu gekommen.</p>

<p>Dieses Neue fasse ich versuchsweise in drei Begriffe zusammen:</p>

<ul>
    <li>Weltoffenheit des Zugangs</li>
    <li>Zeitautonomie der Zugreifenden</li>
    <li>Kompetenzen- statt Zertifikatsorientierung</li>
</ul>

<p>Die Infrastruktur dieses vernetzten Lernens ist offen und dezentral. Mit allen Vor- und Nachteilen, die eine solche Struktur mit sich bringt.</p>

<p>Die Inhalte dieses vernetzten Lernens sind potentiell ebenso offen und dezentral. Auch das hat Vor- und Nachteile. Deshalb trifft man auch immer wieder auf Lernplattform, die geschlossen sind. Die nennen sich Lernmanagementsysteme. Genau genommen sind es aber Lern-Zugangs-Regulierungs- und Kontrollmechanismen.</p>

<p>Der offenen und dezentralen Infrastruktur wird die geschlossene und zentralisierte Zugangskontrolle zur Seite gestellt. Das kann sinnvoll sein. Das ist hier zun&#228;chst auch nur beschreibend gemeint. Und dennoch ist diese Zugangskontrolle gravierend, begrenzt sie doch Lernm&#246;glichkeiten auf bestimmte Zielgruppen, ohne dass der Mehrwert dieser Begrenzung in allen F&#228;llen nachvollziehbar ist.</p>

<p>Es handelt sich oft um formelle, mit Pr&#252;fungen und Zertifikaten, mit Modulen und Abschl&#252;ssen verbundene Lernformen, die so abgeschottet werden. Formelle Lernprozesse sind hierarchischer Natur. Sie finden in der Regel in geschlossenen, zugangsregulierten Systemen statt.</p>

<p>Und genau mit solchen Systemen bin ich als Lehrer, der sich als reflektierender Praktiker versteht, sehr schnell an die Grenzen dessen gesto&#223;en, was ich mir selbst an Fortbildung w&#252;nsche. Ich wollte nicht nur punktuell reflektieren und neuen Input bekommen. Das funktioniert in der Regel nur sehr reduziert und ist oft mit enormem Aufwand verbunden.</p>

<p>Es wird von Lehrern und Lehrerinnen erwartet, dass sie sich fortbilden. Das ist gut so. Es wird von Lehrern und Lehrenden erwartet, dass sie mit ihrem konkreten Unterricht so reflektiert umgehen k&#246;nnen, dass sie Rechenschaft &#252;ber den gehaltenen Unterricht ablegen k&#246;nnen. Auch das ist gut so.</p>

<p>Zwecks Fortbildung geht man dann zu Veranstaltungen, die einen oder auch mal mehrere Tage dauern, auf denen man vor allem Lehrern und Lehrerinnen begegnet. Vielleicht sind die Referenten externe Fachleute, aber im Grunde bleibt man bei diesen Fortbildungen unter sich. Die Perspektiven von z. B. Sch&#252;lern und Eltern, die f&#252;r den Beruf wichtig sind, bleiben au&#223;en vor.</p>

<p>Ein paar willk&#252;rlich aus dem aktuellen Fortbildungsangebot herausgenommene Titel:</p>

<blockquote>
<ul>
    <li>&#8220;SICHERHEIT IM UMGANG MIT GEWALTHANDLUNGEN&#8221; Gewaltpr&#228;vention an weiterf&#252;hrenden Schulen. Handlungsorientiertes Training f&#252;r Lehrerinnen und Lehrer auf der Basis &#8220;Konfrontativer P&#228;dagogik&#8221;. (f&#228;llt aus) – 110 Euro</li>
</ul>
<ul>
    <li>Einf&#252;hrung in die Personzentrierte Gespr&#228;chsf&#252;hrung &#8211; Teil 1 – 234 Euro</li>
</ul>
<ul>
    <li> Einf&#252;hrung in die Personzentrierte Gespr&#228;chsf&#252;hrung &#8211; Teil II – 234 Euro</li>
</ul>
<ul>
    <li>Elterngespr&#228;che: Das kleine Kunstwerk, Elterngespr&#228;che so zu f&#252;hren, dass sie auch ankommen. Kommunikation, Gespr&#228;chsf&#252;hrung, Umgang mit Konflikten – 120,00 €</li>
</ul>
</blockquote>

<p>Voraussetzung f&#252;r diese Fortbildungsangebote sind folgende:</p>

<ol>
    <li>Man muss sich an den Ort begeben, an dem die Fortbildung stattfindet.</li>
    <li>Man muss an dem Tag, an dem eine Fortbildung stattfindet frei haben oder beurlaubt werden.</li>
    <li>Viele der Fortbildungen kosten Geld. Es gibt einen Fortbildungsmarkt, der nat&#252;rlich auch dazu beitr&#228;gt, dass die Inhalte nicht netz&#246;ffentlich gemacht werden k&#246;nnen, weil man davon lebt, dass die Angebote formeller Natur sind, also oft mit Zerftifikaten enden, und somit hierarchisch strukturiert sein m&#252;ssen.</li>
</ol>

<p>Eine Garantie, dass eine gew&#228;hlte Fortbildung mich in meiner Handlungsf&#228;higkeit im Beruf weiterbringt, gibt es &#252;brigens nicht. Auch wenn das Zertifikat hundert Mal belegt, dass ich mich fortgebildet habe.</p>

<p>Was mich ins Internet brachte, dem ich durchaus auch kritisch gegen&#252;ber zu stehen meine, waren nicht die Themen von Fortbildungen. Es war nicht die Geschlossenheit formeller, hierarchischer Lernstrukturen, die mir nicht erlauben wollten, zu Zeiten zu lernen, zu denen mir das m&#246;glich ist, und auch Menschen beim Lernen zu begegnen, die vielleicht nicht zur eigenen Profession geh&#246;ren.</p>

<p>Was mich ins Internet brachte war schlicht und ergreifend der Mangel an angemessenen auf Computer bezogene Fortbildungen, die nicht bei der Erl&#228;uterung des Einloggens in einen Rechner begannen. Als ich im Jahr 2000 meine erste Website in m&#252;hevoller Kleinarbeit bastelte, hatte ich genau zwei Stunden Hinweise zu Grundlagen von einem Freund bekommen, der HTML schon konnte. Den Rest habe ich mir dann selbst zusammen gesucht. Zugang zum Internet und den notwendigen Ressourcen hatte ich ja.</p>

<p>Damals war ich noch auf dem Weg, Lehrer zu werden. Und mir war klar: Wenn ich mit dem Leitmedienwechsel in Richtung digitaler Medien nicht kompetent mitgehe, werde ich als Lehrer, angesichts von Jugendlichen, die selbstverst&#228;ndliche mit diesen Medien gro&#223; geworden sind, unter meinen M&#246;glichkeiten bleiben, wenn es um sch&#252;lerorientiertes Unterrichten geht.</p>

<p>Damit behaupte ich nicht, dass Jugendliche heute kompetent mit digitalen Medien umgehen k&#246;nnen. Damit sage ich nur: Ich als Lehrer erwartet von mir den kompetenten Umgang mit digitalen Medien, weil ich sonst eher wenig zum Kompetenzengewinn der Jugendlichen in diesem Zusammenhang beitragen kann.</p>

<p>Anders ausgedr&#252;ckt: Ich kam ins Internet, weil ich wissen wollte, wie das funktioniert. Und aus dem gleichen Grund kam ich in soziale „Mitmach“-Strukturen, auch wenn ich <a href="http://herrlarbig.de/2010/03/29/und-tschuess-facebook/" target="_blank">auf Facebook nicht vertreten</a> bin. Das hier aber nur am Rande.</p>

<p>Als dann Technologien zur Verf&#252;gung standen, die interaktive Webinhalte m&#246;glich machten, kam mir das sehr recht. Auch hier wollte ich urspr&#252;nglich vor allem wissen, wie das geht, was da m&#246;glich ist. Ich begann zu bloggen.</p>

<p>Es hat eine Weile gedauert, bis davon jemand etwas gemerkt hat. Aber dazu war ein weiterer Schritt n&#246;tig. Wie kann es jemandem, der nicht zu den f&#252;nf bis zehn bekannten deutschsprachigen Bloggern geh&#246;rt, gelingen, zumindest den einen oder anderen Leser zu gewinnen?</p>

<p>Diese Fragen stellte sich mir nicht, weil ich einen besonderen Ehrgeiz mit dem Bloggen verband, sondern weil ich wissen wollte, wie das alles funktioniert. Und wenn ich wissen will, wie etwas funktioniert, dann will ich etwas lernen. Und schon war ich im Fortbildungsprozess drinnen.</p>

<p>Die Antwort, wie man Leser f&#252;r einen Blog bzw. eine Website findet, meine ich heute zu wissen. Sie besteht aus mehreren Antworten:</p>

<ul>
    <li>Bringe Inhalte ins Blog, die deine Inhalte sind. Orientiere dich nicht daran, wie andere bloggen, denn das gibt es ja schon, sondern lege einfach drauf los.</li>
    <li>„Einfach drauf los“ bedeutet aber nicht, dass die Qualit&#228;t der Inhalte nicht stimmen m&#252;sste. Also: Bringe Inhalte ins Blog, die andere interessieren k&#246;nnen.</li>
</ul>

<p>Das alles bringt noch wenig, solange nicht einzelne Beitr&#228;ge in Suchmaschinen sehr weit oben angezeigt werden. Deshalb habe ich dar&#252;ber hinaus folgende Antwort gefunden:</p>

<ul>
    <li>Sei &#246;ffentlich im Web pr&#228;sent. Diese „&#246;ffentliche Pr&#228;senz“ gilt auch f&#252;r „social communities“ wie z. B. <a href="https://twitter.com/#!/herrlarbig" target="_blank">Twitter</a>. Zwar erlaubt Twitter, dass Botschaften nicht in der &#246;ffentlichen Zeitleiste erscheinen und nur f&#252;r zugelassene Personen lesbar sind, aber das Internet ist von seiner Infrastruktur her offen und dezentral. Entsprechend offen und dezentral gilt es dann auch das Internet zu nutzen.</li>
</ul>

<p>Im Prinzip, das habe ich in dieser fr&#252;hen Phase meiner Fortbildung im Internet gelernt, lebt das Internet davon, dass sich die Struktur seiner Infrastruktur in der Form des inhaltlichen Umgangs mit ihm widerspiegelt. Und damit ist der vierte Teil der Antwort auf die Frage verbunden, wie man Leser f&#252;r eine Website findet:</p>

<ul>
    <li>Sprich mit anderen Menschen im Internet. Kommentiere Blogbeitr&#228;ge, nutze Twitter, <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34996/1.html" target="_blank"><del>Facebook</del></a> und Co nicht alleine, um Links in die Welt zu senden, sondern sprich mit den Menschen, die dir dort begegnen. Und wenn dieser Punkt erreicht ist, man also Gespr&#228;che mit anderen f&#252;hrt, die sich f&#252;r &#228;hnliche Themen interessieren wie man selbst, dann kommt auch das Lernen im Internet, die Fortbildung, auf eine mehr und mehr inhaltliche Ebene.</li>
</ul>

<p>Zun&#228;chst einmal muss man lernen, wie das Netz, dass man verwenden will, funktioniert. Dann kann man es mit Inhalten f&#252;llen. Ein Fischernetz ist sinnlos, wenn ich nicht wei&#223;, welche Maschengr&#246;&#223;e f&#252;r welche Fische gebraucht wird. Ein Einkaufsnetz ist wenig hilfreich, wenn die Maschen so gro&#223; sind, dass die Butter raus f&#228;llt.</p>

<p>Und damit war die Basis f&#252;r andere Fortbildungsaktivit&#228;ten geschaffen, die sich „einfach so“ einstellten, weil der Dialog mit Menschen, die an Bildungsfragen interessiert sind, zu einem dauernden Dialog wurde, der nicht nur punktuell stattfindet, sondern st&#228;ndig.</p>

<p>Die Themen dieses Dialogs folgen keiner logischen Reihenfolge, sondern den Interessen der Aktiven. Und den anderen steht es frei, auf welches Thema sie aufspringen. Jeder und jede entscheidet f&#252;r sich, zu welchem Thema jemand was beitragen kann und ob es die Zeit gerade erlaubt.</p>

<p>Das bedeutet aber auch, dass die Selbstbestimmung im Rahmen dieser st&#228;ndig vorhandenen Fortbildungsm&#246;glichkeit steigt. Der sich fortbildende Bildungsinteressierte, wir nennen den online eher den Edu-Hacker oder auch den den Edu-Punk, wird autonomer: Er ist autonom beim Zugriff auf die Inhalte, er kann autonom &#252;ber die Zeit bestimmen, die er mit den Inhalten verbringen kann oder will und er orientiert sich an dem Gehalt dessen, was andere beizutragen haben und nicht an deren Zertifikaten.</p>

<p>Ein Beispiel aus der Praxis: Auf diesem Blog gibt es keine explizite Seite, auf der ich mich selbst vorstelle. Keine biographischen Daten, keine Angaben zur Ausbildung und zu den formalen Abschl&#252;ssen. Es ist zwar erkennbar, dass hier ein Lehrer bloggt, aber das war es dann auch schon. – Umgekehrt wei&#223; ich von vielen Leuten, mit denen ich online in Kontakt stehe und von denen ich schon einer &#252;berraschend gro&#223;en Zahl in real life begegnet bin, auch nicht, was so genau deren formale Abschl&#252;sse sind. Das ist auch uninteressant, denn an die Stelle des formalen Abschlusses tritt die Kompetenz im Umgang mit den Themen, der im Diskurs &#252;ber die unterschiedlichen Blogs vernetzt und auf Twitter zusammengef&#252;hrt stattfindet.</p>

<p>Formelle Lernprozesse, ich wiederhole das als Teil meiner Diskussionshypothese, sind hierarchischer Natur. Sie finden in geschlossenen, zugangsregulierten Systemen statt, in denen die Rollen und das Rollenverhalten der an Bildungsprozessen Beteiligten festgelegt sind.</p>

<p>Das m&#252;ssen zum Beispiel Professoren erfahren, die nicht immer entspannt damit umgehen k&#246;nnen, wie in offenen, informellen Lernprozessen, zum Teil live via Twitter, ein Vortrag kommentiert wird. Denn die Teilnehmer in sozialen Netzwerken, die in keiner formellen, pr&#252;fungsorientierten, hierarchischen Beziehung zu dem Professor stehen, sagen das, was Studenten in Vorlesungen h&#246;chstens denken.</p>

<p>Informelles Lernen, das qualitativ oft &#252;berraschend hochwertige Diskussions- und damit auch Lernprozesse lostritt, findet in sozialen Netzwerken statt. Soziale Netzwerke sind in der Regel „offen“. Sie haben zumindest eine niedrigschwellige Zugangsregulierung, wenn eine solche Regulierung &#252;berhaupt betrieben wird.</p>

<p>Das Lernen in sozialen Netzwerken &#246;ffnet Lernprozesse auf eine &#214;ffentlichkeit hin, was „klassischen“ Bildungsprozessen fremd ist. In formellen Zusammenh&#228;ngen hat nicht jeder Teilnehmer am Bildungsprozess einen Blog, einen Twitter-Account, vielleicht noch eine Pr&#228;senz bei Facebook. Der <a href="http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/events/va/fachforum_sn/index.html" target="_blank">Ank&#252;ndigungstext des Fachforums „Lernen in sozialen Netzwerken“</a> formuliert das treffend so:</p>

<blockquote>„W&#228;hrend die Vernetzung in den so genannten Social Communities f&#252;r viele Menschen zur Selbstverst&#228;ndlichkeit geworden ist, wagen sich Hochschulen und Bildungseinrichtungen nur langsam an die Einbeziehung solcher Netzwerke in ihre Bildungsprozesse heran.“</blockquote>

<p>Diese Zur&#252;ckhaltung gegen&#252;ber der Einbeziehung solcher Netzwerke in formelle Bildungsprozesse ist strukturell bedingt.</p>

<p>Diese Strukturen zeigen sich auch dort, wo versucht wird, soziale Netzwerke auch im Kontext der je eigenen Institution formeller Bildung aufzubauen. Statt sich im Rahmen vorhandener Netzwerke, die global sind, zu vernetzen, bastelt man sich lieber sein eigenes Netzwerk und wundert sich dann vielleicht, warum Studenten oder auch Sch&#252;ler dieses Netzwerk eher zur&#252;ckhaltend nutzen: Warum soll ich ein internes Netzwerk nutzen, in dem ich mich mit dem Studenten aus dem Seminar vernetzen kann, wenn ich mich in offenen sozialen Netzwerken mit dem Studenten in Harvard oder am MIT oder in Z&#252;rich, M&#252;nchen, Oxford etc. vernetzen kann?</p>

<p>Warum soll ein Sch&#252;ler seine Ideen und Produkte nur schul&#246;ffentlich vorstellen? Warum soll ich als Lehrer meine Sachanalysen f&#252;r mich behalten, als ob es ein Geheimnis w&#228;re, was ich mir im Vorfeld von Unterricht an Gedanken &#252;ber die Inhalte des Unterrichts mache? Warum soll ich nicht mit Lehramtsstudenten auf Twitter Kontakt haben und so zur gr&#246;&#223;eren N&#228;he von Studium und Lehreralltag beitragen?</p>

<p>Warum soll ich dar&#252;ber jammern, dass all das nicht zertifiziert wird? Im Netz z&#228;hlt Kompetenz und nachvollziehbare Expertise, die sich durchaus von nachgewiesener Expertise unterscheiden kann, wie sich an verlorenen Doktortiteln im Augenblick sch&#246;n verfolgen l&#228;sst.</p>

<p>„Vernetztes Lernen und Lehrer-Fortbildung in sozialen Netzwerken“ bringt neben all den Lerneffekten noch ein paar Nebeneffekte mit sich, die hier noch kurz genannt werden sollen. Sie tragen einiges bei, um die Weite der Lernfelder noch zu vergr&#246;&#223;ern, die im Netz im Lauf der Zeit begangen werden:</p>

<ul>
    <li> Die &#214;ffentlichkeit f&#252;hrt dazu, dass ich nicht nur mit Lehrern zu tun habe. Nat&#252;rlich finden mit ihnen viele Diskussionen statt, aber eben auch mit Medienp&#228;dagogen, Professoren unterschiedlicher Fachrichtungen. Auf Twitter folgen mir Eltern und Sch&#252;ler, auf Twitter lese ich aber mit, was z. B. Sch&#252;ler dort ver&#246;ffentlichen. Manchmal werden die Direktnachrichten f&#252;r Beratungszwecke genutzt.</li>
</ul>

<ul>
    <li> Die &#214;ffentlichkeit produziert Aufmerksamkeit. Ohne meine Aktivit&#228;ten in sozialen Netzwerken w&#228;re weder bei einem <a href="http://www.ph-ludwigsburg.de/lernendurchlehren+M54a708de802.html" target="_blank">Studientag zur Methode „Lernen <del>und</del> durch Lehren“ in Ludwigsburg</a> gewesen, h&#228;tte ich die <a href="http://bildungsexpedition.de/" target="_blank">Bildungsexpedition rund um Christian Spannagel</a> nicht kennengelernt, w&#228;re ich nicht beim <a href="educamp.mixxt.de" target="_blank">EduCamp in Bremen</a> gewesen, w&#252;rde ich den n&#228;chsten Redner <a href="http://lernwolke.de" target="_blank">René Scheppler</a> nicht schon seit l&#228;ngerem bei seinen interessanten Projekten an der Schule beobachten k&#246;nnen, die ich sehr anregend finde, w&#252;rde ich nicht am von Studium-Digitale veranstalteten <a href="http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/" target="_blank">OpenCourse2011 „Die Zukunft des Lernens“</a> teilnehmen, der wirklich neue Wege beschreitet.</li>
</ul>

<p>Und so merke ich am Ende, dass ich den Fischern und der Spinne zu Beginn meines Vortrages Unrecht getan habe:</p>

<p>Fischer benutzen Netze, weil der Inhalt sie und andere Menschen n&#228;hrt. Spinnen nutzen Netze, um Nahrung zu finden. In diesem Sinne kann ich mit der Netzmetapher dann am Ende doch gut leben, denn auch das Internet kann dazu beitragen, dass man im Lehreralltag kontinuierlich Nahrung findet, die dazu beitr&#228;gt, dass man wirklich ein reflektierender Praktiker wird, Nahrung, die im Austausch besteht, der sich nicht auf Lehrerzimmerthemen beschr&#228;nkt, weil man eben nicht an einer Schule ist.</p>

<p>Manche Nahrung bekomme ich sogar aus Nunavut, einer Inuitregion im Norden Canadas, von wo aus <a href="https://twitter.com/#!/nunavut_teacher" target="_blank">Brian Barry als Nunavut-Teacher</a> twittert. Und nat&#252;rlich hat auch Brian Barry einen <a href="http://nunavutteacher.blogspot.com/" target="_blank">Blog</a>…</p>

<p>Es zeichnet sich f&#252;r mich eine v&#246;llig neue, nicht formelle und entsprechend nicht &#252;ber klassische Zertifizierungssysteme abzudeckende Form des Lernens ab. Nicht, dass wir keine formelle Bildung mehr br&#228;uchten. Aber in der Fortbildung nach der Berufsausbildung oder dem Studium werden sich informelle Formen des Lernens heraus kristallisieren, die demokratisierend wirken, weil nicht mehr Zertifikate im Zentrum stehen, sondern die konkrete „Leistung“, die nachvollziehbare Kompetenz.</p>

<p>In diesem Rahmen selbst Kompetenzen zu erwerben, diese mit Inhalten zu f&#252;llen und das als Fortbildung anzusehen, halte ich durchaus f&#252;r angemessen. Wenn ich dann in Fortbildungen, im Unterricht und vor allem auch in informellen Gespr&#228;chen mit Kollegen, Kolleginnen und auch Sch&#252;lern etwas von diesem Wissen weitergeben kann, dann habe ich zwar kein Medienzertifikat, keinen Internetf&#252;hrerschein, keine Fakultas im nicht vorhandenen Fach „Internet“, aber ich bin Multiplikator dessen, was ich im Netz gelernt habe.</p>

<p>Es gibt nur eine Voraussetzung, um sich auf dieses Spiel im Netz einzulassen. Man muss selbst Lust aufs Spielen haben und die Scheu davor ablegen, dass einem andere bei diesem Spiel &#252;ber die Schulter schauen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Und tsch&#252;ss, Facebook</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 16:48:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass Facebook aus der Perspektive deutscher Datensch&#252;tzer problematische AGBs hat, ist hinl&#228;nglich bekannt und wurde k&#252;rzlich auch von Stiftung Warentest einmal mehr best&#228;tigt. Bei mir hat das Fass nun folgende Passage in einer Erg&#228;nzung der „Datenschutz“-Richtlinie Facebooks zum &#220;berlaufen gebracht. &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/03/29/und-tschuess-facebook/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Facebook aus der Perspektive deutscher Datensch&#252;tzer problematische AGBs hat, ist hinl&#228;nglich bekannt und wurde k&#252;rzlich auch von <a href="http://www.test.de/themen/computer-telefon/test/Soziale-Netzwerke-Datenschutz-oft-mangelhaft-1854798-1855785/" target="_blank">Stiftung Warentest einmal mehr best&#228;tigt</a>.</p>

<p>Bei mir hat das Fass nun folgende Passage in einer Erg&#228;nzung der „Datenschutz“-Richtlinie Facebooks zum &#220;berlaufen gebracht. Dort hei&#223;t es:</p>

<blockquote>„Um dir die M&#246;glichkeit zu geben, auch au&#223;erhalb von Facebook n&#252;tzliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen zu k&#246;nnen, sind wir gelegentlich gezwungen, anderen &#252;berpr&#252;ften Webseiten und Anwendungen, die sich auf die Facebook-Plattform st&#252;tzen, allgemeine Daten &#252;ber dich zur Verf&#252;gung zu stellen, wenn du diese besuchst (wenn du noch bei Facebook angemeldet bist).“

<a href="http://www.facebook.com/note.php?note_id=10150163898150301" target="_blank">Auszug aus dem Entwurf der neuen Fassung der Facebook-Datenschutzrichtlinie, die ab April gelten soll.</a></blockquote>

<p style="text-align: left;">Das hei&#223;t konkret: Wenn ich bei Facebook angemeldet bin und dann eine „&#252;berpr&#252;fte Website“ besuche, bekommt diese Website automatisch (sic!) „allgemeine Informationen“ &#252;ber mich.</p>

<p style="text-align: left;">Das ist mir unsympathisch.</p>

<p style="text-align: left;">Interessant auch die Sprachwahl:</p>

<blockquote>
<p style="text-align: left;">„…n&#252;tzliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen zu k&#246;nnen, sind wir gelegentlich gezwungen…“.</p>
</blockquote>

<p style="text-align: left;">In einer E-Mail las ich dazu folgenden so treffenden Kommentar, dass ich diesen hier wiedergebe:</p>

<blockquote>
<p style="text-align: left;">„‚Gezwungen‘. Gezwungen! Damit ich ‚n&#252;tzliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen‘ kann. Also, zu meiner Zeit h&#228;tte diese Formulierung noch bedeutet, in einer Kirchengemeinde die Obdachlosenspeisung zu unterst&#252;tzen.</p>
Ich habe sicherheitshalber in den Kalender geschaut, aber nein, es ist noch nicht der 1. April. Auch nicht in der Zeitzone von Facebook.“</blockquote>

<p style="text-align: left;">Es scheint ja schon l&#228;nger so zu sein, dass ich, bei aller kontrollierten Mitteilung pers&#246;nlicher Daten im Rahmen eigener Netzaktivit&#228;ten, bei Facebook immer wieder gute Gr&#252;nde finde, die mir sagen: „Jetzt l&#246;sche endlich den Account dort“. So zuletzt im Dezember 2009, als Facebook die Benutzereinstellungen dahingehend &#228;nderte, dass zun&#228;chst einmal die Profilinfos mehr oder weniger &#246;ffentlich waren, wenn man diese ver&#228;nderten „Einstellungsempfehlungen“ annahm. <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-verstoesst-gegen-europaeische-Datenschutzstandards-915756.html" target="_blank">Hier wurde breits darauf hingewiesen, dass Facebook gegen europ&#228;ische Datenschutzrichtlinien verst&#246;&#223;t</a>.</p>

<p style="text-align: left;">Und nun der „Vorschlag“, mal wieder die „Datenschutz“-Richtlinie zu &#228;ndern, eine „Datenschutz“-Richtlinie, die im Kern aus kaum verst&#228;nlichen Formulierungen besteht, die darauf hinweisen, an welchen Stellen die Daten eben nicht gesch&#252;tzt, sondern benutzt werden. Eigentlich m&#252;sste diese „Datenschutz-Richtlinie“ „Datennutzungs-Richtlinie“ hei&#223;en, denn mit Datenschutz hat sie in meinen Augen nicht mehr viel zu tun.</p>

<p style="text-align: left;">Nun also sollen automatisiert Daten weiter gegeben werden. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,686154,00.html" target="_blank">Spiegel-Online fasst die Pl&#228;ne kurz zusammen</a>. Es scheint so zu sein, dass man diese Weitergabe nur verhindern kann, wenn man ihr aktiv widerspricht und nicht etwa so, dass man ihr aktiv zustimmen m&#252;sste.</p>

<p style="text-align: left;">Nun k&#246;nnte jemand anmerken: Na, wenn diese Richtlinie in Kraft treten sollte (und wenn ich mir die bisherigen Kommentare zu ihr anschaue, habe ich nicht den Eindruck, dass gegen sie Sturm gelaufen w&#252;rde), dann kannst du doch widersprechen.</p>

<p style="text-align: left;">Stimmt. Aber das Denken hinter einem solchen Vorgehen reduziert mein Vertrauen gegen&#252;ber Herrn Zuckerberg als CEO Facebooks und dem ganzen Unternehmen dann schon so sehr, dass die auf diesem Wege erzeugten Minusgrade in Sachen Vertrauen so &#252;berhaupt nicht in den nun gerade sich m&#252;hsam durchsetzenden Fr&#252;hling passen wollen. – Das gilt selbst, falls Facebook zur&#252;ck rudern sollte, denn die Denkstrukturen der Macher von Facebook werden in solchen Dokumenten doch deutlich: Es geht nicht um die Privatsph&#228;re der Nutzer, sondern darum, die Informationen m&#246;glichst gewinnbringend zu nutzen.</p>

<p style="text-align: left;">Und damit zeigt sich dann auch, dass <a href="http://riecken.de/index.php/2009/11/facebook_ist_mir_potentiell_zu_teuer/" target="_blank">Facebook nicht kostenlos ist</a>. Der Preis, den die Nutzer f&#252;r Facebook (im Augenblick) zahlen, besteht darin, dass ihre Daten in bare M&#252;nze umgesetzt werden, wobei die Nutzer zugleich und zunehmend die Kontrolle &#252;ber ihre Daten verlieren. Klar: Im Netz sollte sowieso nichts ver&#246;ffentlicht werden, das nicht auch an der Plakatwand um die Ecke h&#228;ngen k&#246;nnte, aber diesem Grundsatz folgen dann doch eher wenige Facebook-Nutzer, wenn mich mein Eindruck nicht t&#228;uscht. Da bekommen (externe, nicht von Facebook betriebene!) Anwendungen Zugriff auf meine Daten (wenn ich das nicht aktiv verhindere), da werden E-Mail-Adressen auf eine Weise gesammelt, die im schlimmsten Fall <a href="http://riecken.de/index.php/2009/12/das-macht-facebook-nicht/" target="_blank">Facebook Zugriff auf alle E-Mails der User gew&#228;hren</a> kann (auch wenn Facebook von diesen M&#246;glichkeiten nat&#252;rlich, selbstverst&#228;ndlich und ganz sicher keinen Gebrauch macht (machen wird?).)</p>

<p style="text-align: left;">Was also soll ich tun? Ich habe sehr lange gez&#246;gert, Facebook beizutreten und habe in den neun Monaten, die ich nun Mitglied <span style="text-decoration: line-through;">bin</span> war, durchaus zu sch&#228;tzen gelernt, was hier an Kommunikationm&#246;glichkeiten vorhanden ist. Au&#223;erdem sind zwar die meisten der Facebook-Kontakte auch &#252;ber Twitter aktiv, aber eben nicht alle. (Apropos Twitter: Twitter ist von vorne herein auf „&#214;ffentlichkeit“ hin angelegt und eben nicht auf „Privatkontakte“, auch wenn man den Twitteraccount so einstellen kann, dass nur „Follower“ Zugriff auf die Inhalte haben. Das hei&#223;t aber auch, dass der Umgang mit Twitter bei den meisten Nutzern ein anderer ist, als bei Facebook, sodass diese beiden Plattformen nicht vergleichbar sind, auch wenn Facebook den Eindruck erweckt, es w&#228;re den Machern am liebsten, die Nutzer h&#228;tten alle ihre Informationen &#228;hnlich Twitter &#246;ffentlich verf&#252;gbar.)</p>

<p style="text-align: left;">Einerseits also will ich die Kontakte &#252;ber Facebook nicht missen, muss mir aber andererseits die Frage stellen, ob ich die Schw&#228;chen im Umgang mit den Nutzerdaten als Preis f&#252;r diese Kontaktm&#246;glichkeiten akzeptieren will.</p>

<p style="text-align: left;">Nun, ich will diesen Preis nicht akzeptieren – und zwar aus Prinzip und nicht, weil ich in Facebook Daten oder sonstige Infos verf&#252;gbar gemacht h&#228;tte, die nicht im Grunde auch &#246;ffentlich sein k&#246;nnten.</p>

<p style="text-align: left;">Also gehe ich – oder, um genau zu sein, bin ich schon gegangen, wenn dieser Beitrag in meinem Blog erscheinen wird. Ich warte auf „soziale“ Gemeinschaften, die anders mit Daten umgehen – <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EF0E73085AC8540ECA32CFDCED6F98BCD~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Entwickler in diese Richtung sind bereits aktiv</a>.</p>

<p style="text-align: left;">Ich ziehe mich nicht aus dem so genannten Web-2.0 zur&#252;ck, denn dazu sind meine<a href="http://herrlarbig.de/2009/04/24/vernetzen-macht-spass-und-ist-lehrreich/" target="_blank"> konkreten Erfahrungen im Umgang mit der Vernetzung viel zu gut</a>. Facebook aber zeige ich die kalte Schulter, da ich keine Lust mehr habe, alle paar Monate mit neuen kreativen Ideen konfrontiert zu werden, die das Recht des Individuums auf selbst bestimmte Freigabe von Daten in Frage stellen. Ich will nicht jedes Mal aktiv werden m&#252;ssen, um das „Schlimmste“ hinter den Ideen der Facebook-Betreiber zu verhindern, sondern erwarte viel mehr, dass zun&#228;chst einmal die restriktivsten Datenfreigaben als Standard voreingestellt sind und jeder, der es m&#246;chte, diese Einschr&#228;nkungen aufheben kann. Facebook geht den umgekehrten Weg und somit einen, den ich nicht l&#228;nger mitzugehen bereit bin. Ich bin dann also mal weg.</p>

<p style="text-align: left;">P.S.: Es ist &#252;brigens gar nicht so leicht, auf Facebook die M&#246;glichkeit zur L&#246;schung des Accounts zu finden. <a href="https://ssl.facebook.com/help/contact.php?show_form=delete_account" target="_blank">Deshalb verlinke ich sie hier mal</a>.</p>

<p style="text-align: left;">P.P.S.: Selbst beim L&#246;schen des Kontos ist Facebook &#252;brigens nicht bereit, meinen Willen einfach so zu akzeptieren. Es kommt da folgende Nachricht:</p>

<blockquote>
<p style="text-align: left;">Dein Konto wurde von Facebook deaktiviert und wird innerhalb von 14  Tagen dauerhaft gel&#246;scht. Wenn du dich innerhalb der n&#228;chsten 14 Tage  anmeldest, wird dein Konto reaktiviert und du kannst deine Anfrage  zur&#252;ckziehen.</p>
</blockquote>

<p style="text-align: left;">Also: ich sage „Konto l&#246;schen“, Facebook sagt „ok, aber deine L&#246;schung akzeptieren wir so richtig erst in zwei Wochen“. – Und auch hier wieder keine Auswahlm&#246;glichkeit, die die Option der sofortigen L&#246;schung (mit der zeitlichen Verz&#246;gerung, die angesichts vorhandener Datensicherungskopien immer eingerechnet werden muss) &#252;berhaupt anb&#246;te… Und dann kommt auch noch eine E-Mail, in der gesagt wird, man habe eine „Anfrage auf dauerhafte L&#246;schung“ des Kontos erhalten… Ja bitte, bin ich denn ein Bittsteller, wenn ich sage, dass ich mein Konto l&#246;schen will? Es w&#228;re ja ok, wenn, um gegen Fremdl&#246;schung eine Sicherung einzubauen, eine E-Mail k&#228;me, in der ein Best&#228;tigungslink in Sachen L&#246;schung vorhanden w&#228;re, aber nein, auch hier wieder nur ein Link, der eine Reaktivierung des Kontos zul&#228;sst. – Mal schauen, wie viele Erinnerungs-E-Mails trotz Account-L&#246;schung in den n&#228;chsten Tagen hier noch eingehen werden, die versuchen werden, mich zur&#252;ck zu gewinnen… Ein wenig erinnert mich das an eine Sekte, die den erkl&#228;rten Willen zum Austritt einfach nicht akzeptieren will…</p>

<p style="text-align: left;">Nachtrag – Die Zahl der Erinnerungsmails</p>

<p style="text-align: left;">2010-03-29: 3</p>

<p style="text-align: left;">2010-04-03: Ich bekomme die Mitteilung, dass mich ein Facebook-User als „Freund“ verlinken m&#246;chte. Das kann doch eigentlich nur passieren, wenn mein Profil nach wie vor anzusehen ist. Aber ich habe das doch gel&#246;scht und mir wurde doch mitgeteilt, dass mein Account deaktiviert worden sei und in 14 Tagen endg&#252;ltig gel&#246;scht w&#252;rde… Ich kann das jetzt nicht &#252;berpr&#252;fen, da ich mich dann ja wieder anmelden und den Account reaktivieren m&#252;sste… Dass ich diese E-Mail bekommen habe, ist f&#252;r mich ein weiteres Zeichen, dass Facebook den Userwillen nicht akzeptiert. Es kann einfach nicht sein, dass ich meinen Account l&#246;sche und Tage danach pl&#246;tzlich eine „Freundschafts“-Anfrage bekomme. Ein Punkt mehr, der Facebook zu einem Megafail macht.</p>

<p style="text-align: left;"></p>

<p style="text-align: left;"></p>

<p style="text-align: left;"></p>

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