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	<title>herrlarbig.de &#187; Web 2.0</title>
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		<title>Grenzen der Kommunikationsf&#228;higkeit</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 14:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich Vierzehn war, gab es noch kein Internet f&#252;r die Massen, wohl aber schon die M&#246;glichkeit, mithilfe eines Telefonmodems ins Netz zu gehen. Es gab <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildschirmtext" target="_blank">Bildschirmtext (BTX)</a>, aber bis sich digitale Vernetzung zu einem Massenph&#228;nomen ausbreitete, sollte es noch einige Jahre dauern. Ich setze den Starttermin des Web-Hypes auf den 13. Oktober 1994 fest, den Tag, an dem Netscapes „Navigator“ in einer ersten Version ver&#246;ffentlicht wurde und somit erstmals ein Browser vorlag, der eine grafische Oberfl&#228;che hatte.</p>

<p>Es gab zwar vorher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Usenet" target="_blank">Usenet</a> und Co, Welten, die mir und den meisten v&#246;llig fremd waren und in denen sich die PC-Geeks tummelten, doch erst die Browser mit grafischer Oberfl&#228;che, die das „Erklicken“ des Netzes m&#246;glich machten, &#246;ffneten das Netz, demokratisierten das Netz.</p>

<p>Bis zum „interaktiven“ Netz „Web 2.0“ sollte es fast zehn Jahre dauern. Und meines Erachtens ist das „Web 2.0“ zwar zur Zeit die dominierende Form der vernetzten Kommunikation, aber mit Sicherheit nicht das Ende der Entwicklung, &#252;ber deren Verlauf ich mir gar nicht mehr so sicher bin, entgegen der Vorhersagen, dass Netzanbindung und Alltag eine immer engere Verbindung eingehen werden. Eine nahezu symbiotische Verbindung von Alltag und digitalen Netzwerken scheint gegenw&#228;rtig durchaus absehbar. Dabei ist eine Symbiose in der Regel eine „Vergesellschaftung von Individuen unterschiedlicher Arten, die f&#252;r beide Partner vorteilhaft ist“ (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Symbiose" target="_blank">Quelle</a>).</p>

<p>Das Netz als Lebensform, dessen Verbindung mit der Lebensform des Homo Sapiens f&#252;r beide Seiten von Vorteil ist? Ein wenig erinnert mich das an die Entwicklung, die als fiktiver Hintergrund f&#252;r die „Matrix“-Trilogie der Br&#252;der Wachowski angenommen wird.</p>

<blockquote>Anfang des 21. Jahrhunderts geriet die Entwicklung der <a title="K&#252;nstliche Intelligenz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz">K&#252;nstlichen Intelligenz</a> au&#223;er  Kontrolle. Die Menschen verdunkelten den Himmel, um den solarbetriebenen  Maschinen die Energiequelle zu nehmen. Die Maschinen passten sich der  Dunkelheit jedoch an und unterwarfen die Menschheit, deren Exemplare sie  seitdem zur Energiegewinnung z&#252;chten. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matrix_%28Film%29#Handlung" target="_blank">Wikipedia</a>)</blockquote>

<p>Ob es so unrealistisch ist, dass „das Netz“ mehr und mehr die „Anpassung“ der Menschen an seine Vorgaben und Grenzen verlangt? Schon heute gibt es Tendenzen, die davon sprechen, dass man, so man nicht im Netz vertreten sei, zunehmend Probleme bekomme, in Kommunikationsprozesse einzutreten oder in diesen &#252;berhaupt beachtet zu werden.</p>

<p>Andererseits gibt es Menschen, die sich auf das Netz eingelassen haben und dabei dennoch weder ihre Selbstbeobachtungskompetenzen noch ihre Kritikf&#228;higkeit gegen&#252;ber Kommunikationsstrukturen verloren haben, die durchaus dazu geeignet sind, mehr und mehr Ressourcen des Individuums „auszusaugen“ und sich somit, statt zu einer symbiotischen Verbindung zu f&#252;hren, als Schmarotzer entpuppen, die den Menschen aussaugen.</p>

<p>Um diesen Schmarotzer „Web 2.0“ dann wieder los zu werden, scheint es f&#252;r einige (immer mehr?) Menschen nur noch den Weg des etwas &#252;berspitzt aber gar nicht so abwegig benannten „digitalen Selbstmordes“ („digital sucide“) zu geben.</p>

<p>Ein paar Beispiele f&#252;r diese Tendenz:</p>

<ul>
    <li>Das <a href="http://www.socialnetworking-weblog.com/50226711/digital_suicide.php" target="_blank">Social-Networking-Weblog berichtete</a> &#252;ber die Sucide Machine f&#252;r soziale Netzwerke.</li>
    <li>Im <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,532070,00.html" target="_blank">Uni-Spiegel dokumentiert</a> Frauke L&#252;bke-Narberhaus ihren Ausstieg bei studiVZ und Xing als „digitalen Selbstmord“.</li>
    <li>Der Heidelberger Professor f&#252;r Informatikdidaktik <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/03/things-change/" target="_blank">Christian Spannagel beendet</a>, obwohl bis dahin als intensiver Nutzer, Fan und auch theoretisch die Vernetzung positiv darstellend, seine Mitgliedschaften bei Facebook, Twitter, XING, Linked-In, wer-kennt-wen, myspace, … und reflektiert anschlie&#223;end die massive &#220;berforderung, die das Web 2.0  f&#252;r ihn mit sich brachte, nachdem er sich zu einem prominenten  „&#246;ffentlichen Wissenschaftler“ entwickelt hatte und mit den daraus  entstehen Anspr&#252;chen nicht mehr mithalten konnte, da sie mehr und mehr  Lebensenergie aufsaugten. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">Spannagel schreibt</a>:</li>
</ul>

<blockquote>Im sozialen Netz erlebte ich so etwas wie eine soziale Verpflichtung zur  Kommunikation. Diese Informationsvielfalt kann man als einzelner nicht  bew&#228;ltigen.</blockquote>

<p>Ein Protagonist des Web 2.0 f&#252;r Bildung und Wissenschaft „steigt aus“: Eigentlich doch ein gefundenes Fressen f&#252;r all diejenigen, die  ja schon immer wussten, dass das Internet mit seinen Ablenkungspotentialen und Kommunikations&#252;berforderungstendenzen eigentlich b&#246;se ist. Doch wer „digital sucide“ so versteht, hat etwas missverstanden, da es sich in diesen F&#228;llen in der Regel um solche handelt, die die &#220;berforderung durchaus auf <em>eigene</em> Formen des Umgangs mit diesen M&#246;glichkeiten hin zu reflektieren verm&#246;gen. So z. B. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">Spannagel</a>:</p>

<blockquote>„Das <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Neuron" target="_blank">Neuronenverhalten</a> muss kontrolliert und situationsabh&#228;ngig  eingesetzt werden.“ Genau das trifft den Punkt: Ich werden zuk&#252;nftig das Web 2.0  zielgerichtet, situationsabh&#228;ngig und punktuell einsetzen. Ich werde  Web-2.0-Anwendungen selektiv nutzen.</blockquote>

<p>Dies ist der eigentliche Punkt: Menschliche Kommunikationsf&#228;higkeit ist eine begrenzte F&#228;higkeit. Das Individuum muss f&#252;r sich Wege finden, zwischen Kommunikationsbed&#252;rfnis und Privatheit, die f&#252;r gelingende Kommunikation meines Erachtens unabdingbar ist, ein Gleichgewicht zu erzeugen.</p>

<p>Und diese Notwendigkeit des Gleichgewichts ist keine, die exklusiv f&#252;r das Internet gilt, auch wenn die Grenzen der individuellen Kommuniaktionsf&#228;higkeit aufgrund der „Einfachheit“ der Initiierung solcher Prozesse im Netz m&#246;glicherweise schneller und vor allem auch wiederum selbst kommunizierbarer erfahren werden. Ja, Christian Spannagel kommuniziert seinen Ausstieg aus weiten Teilen der „social communities“ &#252;ber das Web 2.0 im Rahmen seines Blogs.</p>

<p>Wie aber komme ich zu der Behauptung, dass die Notwendigkeit des Gleichgewichts zwischen „Privatheit“ und Kommunikationsbed&#252;rfnis keine ist, die exklusiv f&#252;r das  Internet gilt?</p>

<p>Als ich Vierzehn war, gab es noch kein Internet f&#252;r die Massen, wohl  aber schon die M&#246;glichkeit, mithilfe eines Telefonmodems ins Netz zu  gehen. In dieser Zeit gab es aber das Ph&#228;nomen, dass eine nicht kleine Zahl Jugendlicher Brieffreundschaften mit anderen Jugendlichen in der ganzen Welt begannen. Es gab damals eigene Agenturen, die solche Briefkontakte vermittelten. Als „&#220;berbleibsel“ dieser Agenturen gibt es heute z. B. <a href="http://www.letternet.de/web/friends/home">das von der Deutschen Post betriebene „letternet“</a>.</p>

<p>Ich war, wie viele andere Jugendliche von der M&#246;glichkeit fasziniert, mit Jugendlichen in unterschiedlichen Teilen der Welt in Verbindung zu treten und machte mit. Die Zahl der „Brieffreund“, die ungef&#228;hr genau so ernsthaft „Freunde“ zu nennen sind, wie dies f&#252;r die Gro&#223;zahl der „Kontakte“ in sozialen Netzwerken gilt, auch wenn deren Betreiber hartn&#228;ckig den Freundschaftsbegriff missbrauchen, stieg allm&#228;hlich und irgendwann merkte ich, dass es zwar toll ist, pers&#246;nliche Briefe im Postkasten zu finden und auf diese zu antworten, dass aber diese Form von Kontakt auf einen begrenzten Personenkreis beschr&#228;nkt bleiben muss, da es sonst irgendwann zu viel wird. Die F&#228;higkeit, Kommunikationsprozesse zu pflegen ist begrenzt – auch in rein analogen Formen der Kommunikation.</p>

<p>Es ist zwar banal, an dieser Stelle davon zu sprechen, dass es um das rechte Ma&#223; an gepflegten Kontakten und Kommunikationsprozessen geht, es sei aber dennoch einmal mehr erw&#228;hnt. Wird das rechte Ma&#223; &#252;berschritten, dann tritt ein, <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Neuron#10._ACHTUNG.2C_HOHE_SUCHTGEFAHR:_das_Neuronenverhalten_muss_kontrolliert_und_situationsabh.C3.A4ngig_eingesetzt_werden.21" target="_blank">was Jean-Pol Martin „die Suchtgefahr des Neuronenverhaltens“ bezeichnete und als zehnte Regel seinem Kommunikationsmodell hinzuf&#252;gte</a>.</p>

<p>&#196;hnliche Erfahrungen der kommunikativen Grenzen, wie ich sie als Jugendlicher bei der Pflege von (zeitweise zu vielen) Brieffreundschaften machte, tauchen bis heute immer mal wieder auf, was im Lehrberuf an f&#252;r sich auch kaum &#252;berraschend ist, da es ein Beruf ist, der in h&#246;chstem Ma&#223;e von Kommunikation lebt und st&#228;ndig vor die Herausforderung stellt, ein Ma&#223; zwischen Gespr&#228;chspr&#228;senz und Privatheit im Rahmen der je eigenen Ressourcen zu finden. – In diesem Zusammenhang wage ich die Prognose, dass die Bereitschaft von Lehrenden, die die M&#246;glichkeiten von Web-2.0-Tools (z. T. &#228;u&#223;erst intensiv) nutzen, um &#252;ber Unterrichtszeiten hinaus Lernprozesse zu unterst&#252;tzen und zu f&#246;rdern, im Laufe der Zeit genau an dem „Ort“ ankommen wird, den Christian Spannagel in seiner <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/05/07/uber-radikale-vernetzung-und-radikale-ehrlichkeit/" target="_blank">hervorragenden Reflexion auf die Grenzen eigener Kommunikationsf&#228;higkeit </a>beschreibt: Den Ort der selektiven Nutzung der nach wie vor als wirkliche Bereicherung anzusehenden Web-2.0-Tools f&#252;r berufliche und private Kommunikationsprozesse.</p>

<p>Ein reflektierter R&#252;ckzug aus sozialen Netzen, der &#252;brigens nicht nur aus Gr&#252;nden der &#220;berlastung erfolgen kann, sondern auch mit dem etwas <a href="http://herrlarbig.de/2010/03/29/und-tschuess-facebook/" target="_blank">eigenwilligen Verst&#228;ndnis von „Privatheit“ zusammenh&#228;ngen kann, das einige Betreiber sozialer Webangebote haben</a>, ist in meinen Augen kein Urteil &#252;ber die Qualit&#228;t solcher Netzwerke, keine Tendenz, die geeignet w&#228;re, den Radikalkritikern des Web 2.0 Argumente zu liefern, sondern vielmehr ein Prozess, der mit der „Entdeckungsreise“ in die nach wie vor jungen „Welten“ des Web 2.0 zusammenh&#228;ngt.</p>

<p>Das Web 2.0 bietet faszinierende M&#246;glichkeiten. Jeder Nutzer und jede Nutzerin dieser M&#246;glichkeiten muss (sic!) jedoch fr&#252;her oder sp&#228;ter in einen Reflexionsprozess dar&#252;ber eintreten, welche der M&#246;glichkeiten aus welchen Gr&#252;nden genutzt werden und an welchen Stellen die Nutzung der M&#246;glichkeiten &#252;ber das f&#252;r einen selbst angemessene Ma&#223; hinaus geht. Dies gilt &#228;hnlich f&#252;r analoge Kommunikationsprozesse, denen es gut tut, wenn sie immer wieder in Formen der Meta-Kommunikation, z. B. im Rahmen von Supervision, aber z. B. auch in der „einfachen“ Form des Tagebuchschreibens, selbst zum Gegenstand der Reflexion werden.</p>

<p>Diese Notwendigkeit zur Reflexion eigenen Kommunikationsverhaltens ist in meinen Augen eine der zentralen Aufgaben einer gelingenden Mediendidaktik und Medienp&#228;dagogik. Dieser darf es eben nicht nur um „Prim&#228;rkompetenzen“ wie die Nutzung von Suchmaschinen, Textverarbeitungsprogrammen, Tabellenkalkulation, Pr&#228;sentationsprogrammen etc. gehen. Sie muss dar&#252;ber hinaus zentral an der Entwicklung von „Meta-Kompetenzen“ arbeiten, um den individuellen Nutzern von (digitalen) Arbeits- und Kommunikationsinstrumenten die F&#228;higkeit zur Reflexion dessen, was f&#252;r sie jeweils angemessen ist, mit auf den Weg zu geben.</p>

<p>Eine zentrale Frage bez&#252;glich der Nutzung von Kommunikationsinstrumenten und -wegen darf dabei nie aus dem Blick verloren werden: Wie finde ich einen Ausgleich zwischen Kommunikation und „Schweigen“ (Privatheit“), der mir angemessen ist, der mir gut tut. Wenn Kommunikationsprozesse das Individuum auslaugen, ausbrennen, in eine innere Leere hineinf&#252;hren, dann ist es h&#246;chste Zeit, diese Prozesse in den Blick zu nehmen, denn wer im Rahmen der eigenen Kommunikationsgewohnheiten sich innerlich leer f&#252;hlt, der hat bald nichts mehr zu sagen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Vernetzter Diskurs – Ein Beitrag zur „Schulmeister-Debatte“</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 23:34:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Blogs sind in der Breite, in der sie genutzt werden, eine interessante Innovation &#8211; aber sie sind in der Regel nicht besonders nachhaltig. Sie reproduzieren etwas, was man sowieso in der Massenkommunikation vorfindet &#8211; eine eher monologische Form des Ausdrucks. &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/02/15/vernetzter-diskurs-ein-beitrag-zur-schulmeister-debatte/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><em>„Blogs sind in der Breite, in der sie genutzt werden, eine interessante Innovation &#8211; aber sie sind in der Regel nicht besonders nachhaltig. Sie reproduzieren etwas, was man sowieso in der Massenkommunikation vorfindet &#8211; eine eher monologische Form des Ausdrucks. So entsteht in den Blogs meist kein ‚Thread‘, es erfolgt dort in der Regel keine Erarbeitung und Weiterentwicklung von Themen und Inhalten. Die persönliche Äu&#223;erung steht stark im Vordergrund statt des Aufbaus eines konsistenten und verzweigten Diskussionsfadens. Blogs sind sehr egomane Veranstaltungen, Ich-AG&#8217;s &#8211; auf die Beiträge von ande- ren wird nicht besonders geachtet.“ (Leggewie 2006)</em><sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/15/vernetzter-diskurs-ein-beitrag-zur-schulmeister-debatte/#footnote_0_2452" id="identifier_0_2452" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Leggewie, Claus (2006). Politische Beteiligung, bürgerschaftliches Engagement und das Internet. In- terview der Stiftung digitale Chancen, 21.07.06">1</a></sup></blockquote>

<p>Dieses Zitat steht dem Beitrag Rolf Schulmeisters „<a href="http://www.zhw.uni-hamburg.de/uploads/ansichten-zur-kommentarkultur.pdf" target="_blank">Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs</a>“ voraus, der unter Beteiligung von Roland Leikauf und Mathias Bliemeister entstanden ist und zur Zeit heftig in unterschiedlichsten Blogs diskutiert wird. Zur Orientiert hier zun&#228;chst eine &#220;bersicht, soweit ich sie &#252;berhaupt noch behalten kann (Erg&#228;nzungen bitte in den Kommentaren)</p>

<ul>
    <li style="text-align: left;">Michael Kerres: <a href="http://blog.kerres.name/2010/02/kommentar-zu-rolf-schulmeisters.html" target="_blank">http://blog.kerres.name/2010/02/kommentar-zu-rolf-schulmeisters.htm</a></li>
    <li style="text-align: left;">Joachim Wedekind: <a href="http://konzeptblog.joachim-wedekind.de/?p=415" target="_blank">http://konzeptblog.joachim-wedekind.de/?p=415</a></li>
    <li style="text-align: left;">Jochen Robes: <a href="http://www.weiterbildungsblog.de/2010/02/12/ansichten-zur-kommentarkultur-in-weblogs" target="_blank">http://www.weiterbildungsblog.de/2010/02/12/ansichten-zur-kommentarkultur-in-weblogs</a></li>
    <li style="text-align: left;">Gabi Reinmann: <a href="http://gabi-reinmann.de/?p=1751" target="_blank">http://gabi-reinmann.de/?p=1751</a></li>
    <li style="text-align: left;">Christian Spannagel: <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2010/02/13/schulmeisters-ansichten/" target="_blank">http://cspannagel.wordpress.com/2010/02/13/schulmeisters-ansichten/</a></li>
    <li style="text-align: left;">Sandra Hofhues: <a href="http://sandrainthesky.wordpress.com/2010/02/13/kontroverse-ansichten/" target="_blank">http://sandrainthesky.wordpress.com/2010/02/13/kontroverse-ansichten/</a></li>
    <li style="text-align: left;">Jean-Pol Martin: <a href="http://jeanpol.wordpress.com/2010/02/13/zum-schulmeister-artikel/" target="_blank">http://jeanpol.wordpress.com/2010/02/13/zum-schulmeister-artikel/</a></li>
    <li style="text-align: left;">Karsten Ehms: <a href="http://www.ehms.net/?story=3597" target="_blank">http://www.ehms.net/?story=3597</a></li>
    <li style="text-align: left;">Lutz Berger: <a href="http://www.lutzlandblog.de/2010/02/schulmeister-fleiskartchen-und-edublogger/" target="_blank">http://www.lutzlandblog.de/2010/02/schulmeister-fleiskartchen-und-edublogger/</a></li>
    <li>Alexander Florian: <a href="http://alexander-florian.de/?p=785" target="_blank">http://alexander-florian.de/?p=785</a></li>
    <li style="text-align: left;">Frank  Vohle: <a href="http://frank-vohle.de/node/216" target="_blank">http://frank-vohle.de/node/216</a></li>
    <li style="text-align: left;">mons7: <a href="http://lernspielwiese.wordpress.com/2010/02/14/ganz-unwissenschaftliche-anmerkungen-zu-schulmeisters-ansichten/" target="_blank">http://lernspielwiese.wordpress.com/2010/02/14/ganz-unwissenschaftliche-anmerkungen-zu-schulmeisters-ansichten/</a></li>
    <li style="text-align: left;"><a href="http://etherpad.com/GGICl17qIi" target="_blank">Etherpad-Diskussion</a></li>
    <li style="text-align: left;">Au&#223;erdem die Debatte unter dem Hashtag #schulmeister auf <a href="http://twitter.com" target="_blank">Twitter</a></li>
</ul>

<p>Gerade die Etherpad-Diskussion ist hier zu empfehlen, weil dort gerade versucht wird, eine kolaborative Rezension des Artikels Schulmeisters zu verfassen, mit der ich hier nat&#252;rlich nicht in Konkurrenz treten will.</p>

<p>Mein Ausgangspunkt sind zwei S&#228;tze aus dem oben angef&#252;hrten Leggewie-Zitat:</p>

<blockquote><em>„Blogs sind in der Breite, in der sie genutzt werden, eine  interessante Innovation &#8211; aber sie sind in der Regel nicht besonders  nachhaltig. Sie reproduzieren etwas, was man sowieso in der  Massenkommunikation vorfindet &#8211; eine eher monologische Form des  Ausdrucks.“ (ebd.)</em></blockquote>

<p>Ich habe geschluckt, als ich das las. Denn einerseits hat Leggewie recht, so mein erster Gedanke, da Blogs nicht gedruckt vorliegen. Andererseits war ich &#252;berrascht, dass Blogs als pure Instrumente der Reproduktion dessen gesehen werden, „<em>was man sowieso in der  Massenkommunikation vorfindet”. </em>Hier werden Blogs recht skeptisch betrachtet, wenn es um den Prozess der Generierung von Wissen geht. Doch unter diesen Voraussetzungen ist es kaum verwunderlich, dass Schulmeister am Abschluss seines Beitrages ein Zitat integriert, das er bereits 2000 formulierte:</p>

<blockquote>„Der Hypothese, die massenhaftes Wachstum gleich Qualitätssprung setzt, lässt sich nun gleich Mehreres entgegenhalten: Das Internet führt zu gravierendem Wissensverlust, denn Information ist nicht gleich Wissen und die Informationsflut steigert das Nicht-Wissen bzw. die Ohnmacht, das wirklich relevante Wissen zu selektieren.“ (Schulmeister 2000)<sup><a href="http://herrlarbig.de/2010/02/15/vernetzter-diskurs-ein-beitrag-zur-schulmeister-debatte/#footnote_1_2452" id="identifier_1_2452" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schulmeister, Rolf (2000). Zukunftsperspektiven multimedialen Lernens. In: K.-H. Bichler/W. Matt- auch. Multimediales Lernen in der medizinischen Ausbildung. Springer: Heidelberg.">2</a></sup></blockquote>

<p>F&#252;r die Erfahrungen der Mehrzahl der Blogger wird diese Beobachtung durchaus anwendbar sein. Doch der Schluss, dass Blogs per se nicht f&#252;r den Prozess der Generierung von Wissen geeignet seien, scheint doch ein wenig zu kurz gegriffen zu sein, gibt es doch andere Erfahrungen von Menschen, die sowohl die vordigitalen Zeiten als auch die Entwicklung des Internets mitgemacht haben – <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/24/vernetzen-macht-spass-und-ist-lehrreich/" target="_blank">unter anderem auch von mir</a>.</p>

<p>Aus empirischen Daten, die zudem noch auf einen relativ kleinen Datenbestand zur&#252;ckgreifen, zu dem Schluss zu gelangen, dass das Internet per se zu einem Wissensverlust f&#252;hre, erscheint mir weder auf der Basis der Daten noch aus den Befunden der Darstellung Schulmeisters nachvollziehbar. Auch wenn qualitative Formen der Sozialforschung mit kleineren Stichproben auskommen als es bei quantitativer Sozialforschung der Fall ist: Daten leben immer von den Fragen, die an sie gestellt werden. Und solche Fragen zeigen sich dann in den Antworten bzw. in Formulierungen, die gefunden werden.</p>

<p>Dazu ein Beispiel aus dem Aufsatz Schulmeisters:</p>

<blockquote>Zu <a href="http://gabi-reinmann.de/" target="_blank">Gabi Reimanns Blog</a> schreibt er: „Es fällt auf, dass über die Hälfte der Kommentare von Personen stammt, die dreimal oder öfter kommentieren (mittlere Länge 108 Wörter)“</blockquote>

<blockquote>Im Falle <a href="http://cspannagel.wordpress.com" target="_blank">Christian Spannagels</a> liest sich das dann so: „Erstens zieht Spannagel eine kleine Anhängerschar von Kommentatoren an, die über 60% aller Kommentare abgeben: 15 der insgesamt 69 Personen (22%) geben 5 oder mehr Kommentare ab, davon 4 Personen mehr als 10 und einer allein 33. Und zweitens präsentiert er Themen, die sehr viele Kommentare bekommen.” ((Schulmeister (2010), S. 17.)</blockquote>

<p>W&#252;rde ich mir das Netzwerk eines analog arbeitenden Wissenschaftlers anschauen, so w&#252;rde mir auffallen, dass die meisten Reaktionen auf die Arbeiten von meist den gleichen Personen kommen. Wie man dann aber Mitglieder eines Netzwerkes online fast schon diskreditierend als „kleine Anhängerschar“ bezeichnen kann, ist kaum nachzuvollziehen. Ebenso wenig treibt es den Erkenntnisgewinn voran, wenn gesagt wird, dass jemand Themen pr&#228;sentiere, die sehr viele Kommentare bekommen.  Dies liest sich fast wie ein Populismusvorwurf. Doch k&#246;nnte man den Befund auch so deuten, dass hier jemand mit besonderer Wahrnehmungsgabe die „hei&#223;en“ Themen aufgreift.</p>

<p>Entsprechend solcher Urteile &#252;ber Blogs und der mit ihnen verbundenen Kommentarkultur, kann leicht der Eindruck entstehen, dass hier eher Vorurteile reproduziert wurden. Das Zitat aus 2000, mit dem die Studie „Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs“ abgeschlossen wird, l&#228;sst zumindest den Eindruck entstehen, dass es hier in den vergangenen 10 Jahren keine Weiterentwicklungen gegeben h&#228;tte. Doch die Kommunikationsprozesse haben sich im Rahmen des „Web 2.0“ ver&#228;ndert. Und so m&#252;sste die Frage aus meiner Sicht lauten, unter welchen Voraussetzungen Blogs, Kommentare in Blogs und die Vernetzung von Bloggern in sozialen Netzwerken und im realen Leben f&#252;r den Prozess der Generierung von Wissen bedeutsam sein k&#246;nnen.</p>

<p>Hierzu an dieser Stelle ein paar Hypothesen, deren &#220;berpr&#252;fung sicherlich eine spannende Aufgabe darstellen k&#246;nnte:</p>

<ol>
    <li>Digitale Netzwerke dienen im Rahmen wissenschaftlicher T&#228;tigkeit nicht prim&#228;r der nachhaltigen Pr&#228;sentation von Wissensbest&#228;nden. Sie zielen nicht auf abschlie&#223;ende Darstellungen von Forschungsergebnisse. Sie sind eher Instrumente &#246;ffentlicher Denkprozesse (vgl. z. B. das Blog des Eichst&#228;tters <a href="http://jeanpol.wordpress.com" target="_blank">Prof. em. Dr. Jean-Pol Martin</a>), die ein bestehendes Netzwerk nutzen, um den Denkprozess selbst bereits in einen Evaluationsprozess einzuspeisen. Und zumindest bei Jean-Pol Martin l&#228;sst sich beobachten, wie Kommentare und auch Blogbeitr&#228;ge, die sich auf seine Beitr&#228;ge beziehen, sehr unmittelbar in den Denkprozess einflie&#223;en, diesen sogar ver&#228;ndern k&#246;nnen, wenn sie dem Wissenschaftler Martin nachvollziehbar sind.</li>
    <li>Digitale Netzwerke machen Material verf&#252;gbar, dass der Forschung sonst nicht verf&#252;gbar w&#228;re. So k&#246;nnte gerade die Bildungsforschung im schulischem Bereich von den praxisnahen Beitr&#228;gen sehr viel profitieren, w&#252;rden die an ihr Beteiligten st&#228;rker den Dialog mit denen suchen, die unmittelbar Praxis reflektieren oder darstellen. (vgl. z. B. die Lehrerblogs von <a href="http://www.herr-rau.de/wordpress/" target="_blank">Thomas Rau</a> und <a href="http://riecken.de/" target="_blank">Maik Rieken</a>) Hier wird vielleicht per se kein neues Wissen im wissenschaftlichen Sinne produziert, es findet aber auch kaum Reproduktionen dessen statt, was man sowieso in der Massenkommunikation vorfindet.</li>
    <li>Die Reflexionsprozesse in Bildungsblogs erheben, so sie von Lehrern und Lehrerinnen stammen, nicht den Anspruch wissenschaftlich unangreifbare Reflexionen zu sein. Sie sind Zeugnis der umgesetzten Forderung, dass Lehrer reflektierende Praktiker sein sollen / m&#252;ssen. Viele Lehrerblogs geben Zeugnis dieses Reflexionsprozesses, ohne dass die Reflexion der an Schulen Lehrenden von an Hochschulen Lehrenden in angemessenem Ma&#223;e ernst genommen w&#252;rden. Es entsteht manchmal der Eindruck, dass an Hochschulen zur Bildung Forschende meinen, die Bildungserfahrungen an der Hochschule erg&#228;ben ein ad&#228;quates Bild von Bildung und Lernen in jedem Zusammenhang.</li>
    <li>Zur Unterrichtsforschung, die meiner Wahrnehmung nach in Deutschland immer noch ein stiefm&#252;tterliches Dasein fristet, geh&#246;rt auch Lehrerforschung. Die Lehrenden, die Blogs schreiben, liefern hierzu erste Zugangsm&#246;glichkeiten, die zwar weder hin- noch ausreichend sind, aber als Ansatzpunkte einer solchen Forschung dienen k&#246;nnten.</li>
    <li>Lernprozesse k&#246;nnen von vernetzten Strukturen in „Communities“ begleitet werden. Es handelt sich hier um eine Form der nicht formalisierten, aber kontinuierlichen Fortbildung, die hochgradig dialogisch ist. Blogs sind, wenn ihre Autoren vernetzt sind und diese Vernetzung gezielt und eben nicht beliebig betreiben, eben keine<em> „eher monologische Form des Ausdrucks“,</em> wie Leggewie schreibt, sondern enthalten Beitr&#228;ge, die aus einem Dialog heraus entstanden sind. Dieser Dialog findet auf mehreren Ebenen statt: Blogs werden abonniert (RSS-Feeds – die &#252;brigens mehr &#252;ber gegenseitige Rezeption aussagen als Blogrolls), es werden Kommentare geschrieben und gelesen, Beitr&#228;ge sind oft Antworten auf Beitr&#228;ge anderer oder zumindest Zeugnis von Denkprozessen, die durch solche Beitr&#228;ge angeregt wurden. Dar&#252;ber hinaus findet ein auf Kontinuit&#228;t hin angelegter Austausch via Twitter, Facebook, Skype und auch (man will es kaum glauben) im Rahmen „echter“ Begegnungen in „real life“ statt. Diese Vernetzung erreicht dabei so komplexe Formen, dass sie alleine aus den Blogs und deren Blogrolls nicht angemessen darstellbar sind. (Dem Beitrag Schulmeisters scheinen solche komplexe Formen der Vernetzung nicht zug&#228;nglich gewesen zu sein. Es entsteht sogar der Eindruck, dass Schulmeister zwar andere Blogs in den Fokus nimmt, dabei aber auf keine eigenen Erfahrungen dieser Form der Vernetzung zur&#252;ckgreift. Daraus w&#228;re kein Vorwurf zu machen, da Forschung nicht immer mit eigenen Erfahrungen im Bereich des Erforschten einhergehen muss, w&#252;rde nicht der Eindruck entstehen, dass Schulmeister letztlich vor allem eine medienkritischen Position reproduzieren w&#252;rde, die man eh schon in den Massenmedien kennt – und das ganz ohne zu bloggen.)</li>
    <li>Um &#252;ber Edu-Blogs zu forschen, ist es sicherlich keine gute Wahl, wenn vor allem &#252;ber Blogs geforscht wird, die sich mit E-Learning besch&#228;ftigen, wie es in Schulmeisters oben zitierter und verlinkter Studie geschieht. In diesen Blogs geht es meist um bestimmte Lerntechnologien, <a href="http://herrlarbig.de/2008/12/15/diskussion-ueber-lern-management-systeme-lms/" target="_blank">die weit von dem entfernt sind</a>, was vernetztes Lernen und Arbeiten via Blog und in Web 2.0 Netzwerken ausmacht. Wenn die Frage nach der Kommentarkultur in Blogs gestellt wird, dann ist die Frage nach der Kommunikation vernetzt arbeitender Personen &#252;ber diese Kommentare hinaus in den Blick zu nehmen, da diese in der Regel wesentlich komplexer ist, als es in Blog-Kommentaren erkennbar wird. Dabei zeigt sich die Nachhaltigkeit gerade dort, wo Kommentatoren regelm&#228;&#223;ig in Blogs kommentieren. Das hat nichts mit „Anh&#228;ngerschaft“ zu tun, sondern ist Zeugnis der Anregungspotentiale solcher Blogs.</li>
</ol>

<p>Soweit diese Thesen, die teilweise auch kritisch kommentierend zu Schulmeisters Beitrag geraten sind. Sie erheben keinen wissenschaftlich fundierten, sondern alleine einen erfahrungsfundierten Anspruch. Dennoch glaube ich, dass sie zur Reflexion der Genese von Geltungsanspr&#252;chen beitragen k&#246;nnen. Dabei nehme ich f&#252;r mich Anspruch, dass ich bislang l&#228;nger in unversit&#228;ren Kontexten als in schulischen Zusammenh&#228;ngen mein Brot verdient habe und beide Seiten aus eigener Anschauung, die nat&#252;rlich keinerlei theoretischen Anspruch erheben mag, angemessen kenne. Gleiches gilt f&#252;r meine Positionierung gegen&#252;ber Blogs. Mein erkenntnisleitendes Interesse, das mich &#252;berhaupt erst zum Blogger gemacht hat, war die Frage, ob Blogs als „Basisstation“ vernetzter und zielgerichteter Denkprozesse funktionieren k&#246;nnen. Alleine in diesem Prozess habe ich enorm viel gelernt, sowohl fachlich als auch &#252;ber Kommunikationsprozesse in den vernetzten Strukturen des Web 2.0. Unter anderem lernte ich, dass Vernetzung, die effektiv und interessegleitet ist, die also versucht an der „<em>Erarbeitung und Weiterentwicklung von Themen und Inhalten“ (Leggewie, a.a.O.)
</em>Anteil zu haben, mit zu arbeiten und nicht monologisch zu sein, erarbeitet werden muss. Kommentare bekommen Blogger nicht geschenkt. Wenn ein Blog als irrelevant wahrgenommen wird, schweigen die Kommentatoren.</p>

<p>Dar&#252;ber hinaus lebt diese Vernetzung auch vom Dissens. Gerade an diesen Reibungsfl&#228;chen entstehen Denkprozesse, die, ich spreche nach wie vor aus der Position eines reflektierenden Praktikers, Positionen ver&#228;ndern oder auch verfestigen k&#246;nnen.</p>

<p>Rolf Schulmeister hat Dissens erzeugt, hat Denkprozesse angeregt (ganz ohne Blog, aber somit m&#246;glicherweise, ohne diese in ihrer Bandbreite dialogisch rezipieren zu k&#246;nnen) und eine Flut von „Peer-Reviews“ ausgel&#246;st, die er in so kurzer Zeit und in dieser F&#252;lle au&#223;erhalb vernetzter Strukturen nicht bekommen h&#228;tte. Sein Beitrag liegt in gedruckter Form vor. Eine Integration und Ber&#252;cksichtigung des von ihm ausgel&#246;sten Diskussionsprozesses ist im Kontext des Beitrages also nicht m&#246;glich. Wenn dies mit „Nachhaltigkeit“ einer wissenschaftlichen Arbeit gemeint sein sollte, wird an dieser Stelle vielleicht deutlich, dass die Diskussion – und hier gleite ich nun v&#246;llig in den Bereich der zwar reflektierten, aber dennoch pers&#246;nlichen Meinung ab – im Prinzip noch wesentlich umfassendere Faktoren in den Fokus nimmt, als auf den ersten Blick erkennbar ist.</p>

<p>Die Diskussion um Schulmeisters Artikels, die seit Tagen &#252;ber Twitter und in diversen Blogs gef&#252;hrt wird, ist auch eine Diskussion um Definitionsmacht. Das Web 2.0 wird oft als ein demokratisierendes Medium beschrieben, mit allen Licht- und Schattenseiten, die es mit sich bringt, wenn sich pl&#246;tzlich Personen au&#223;erhalb der gew&#246;hnten Zirkel zu Themen &#228;u&#223;ern, die sonst nur in den (meist durch formale Zugangsbeschr&#228;nkungen geregelten) akademischen Kreisen stattfinden.</p>

<p>In Fragen der Bildungsforschung entsteht oft der Eindruck, dass es eine Kluft zwischen der akademischen Forschung, die selbst in Lehr-Lernzusammenh&#228;ngen stattfindet, und der Reflexion auf Bildungsprozesse in schulischen Kontexten gibt. Oft entsteht (bei mir) der Eindruck, dass die Reflexionen auf Lernen und Lehre, wie sie im universit&#228;ren Bereich stattfindet, vor allem die eigenen Erfahrungen in der universit&#228;ren Lehre in den Blick nehmen, dann aber &#252;berrascht sind, dass Lehrende in schulischen Lehr-Lern-Zusammenh&#228;ngen diese Reflexionen nicht mit ihren eigenen Erfahrungen und deren Reflexion zusammenbringen k&#246;nnen.</p>

<p>Auff&#228;llig ist in der Diskussion um Schulmeisters Beitrag, dass sich auch einige der „Beforschten“ zu Wort gemeldet haben, dar&#252;ber hinaus aber auch „neutrale“ Beobachter der Diskussion zu Refelexionsprozessen angeregt wurden. Und damit liegt mit diesem Diskussionsprozess meines Erachtens eine ideales Beispiel vor, welche Funktion Blogs im Prozess der Generierung von Erkenntnissen einnehmen k&#246;nnen. Sie sind Teil von Denkprozessen, die kontinuierlich ablaufen und der Illusion entgegen wirken, dass einmal ver&#246;ffentlichte Forschungsergebnisse in dem Sinne nachhaltig sind, dass sie monologisch in gedruckter Form erscheinen. Und um Schulmeisters Zitat noch einmal aufzugreifen, hier mein Versuch einer (&#252;berspitzt ironischen) Antwort:</p>

<blockquote><em>Gedruckte Forschungsergebnisse sind in der Breite, in der sie genutzt werden, eine   interessante Innovation &#8211; aber sie sind in der Regel nicht besonders   nachhaltig. Sie behaupten eine Sicherheit von Wissen, die den mit Wissen verbunden st&#228;ndigen Reflexionsprozess nicht angemessen widerzuspiegeln verm&#246;gen und sind somit eine hochgradig monologische Form des   Ausdrucks.</em></blockquote>

<p>Und zu Claus Leggewie (wohl wissend, dass aus dem Zusammenhang gerissene Zitate immer mit Vorsicht zu genie&#223;en sind) – ebenso ironisch und nat&#252;rlich massiv &#252;bertreibend:</p>

<blockquote><em>„Wissenschaftliche Beitr&#228;ge, die in wenig gelesenen B&#252;chern erscheinen, sind in der Begrenztheit, in der sie genutzt werden, eine  interessante Innovation – aber sie sind in der Regel nicht besonders  nachhaltig. Sie produzieren etwas, was nur in seltenen F&#228;llen zu  nachhaltigen Diskussions- und Reflexionsprozessen &#252;ber kleine Zirkel von Insidern im akademischen Bereich hinaus f&#252;hrt &#8211; eine eher monologische Form des  Ausdrucks. Gedruckte wissenschaftliche Beitr&#228;ge machen es schwierig  dem „Thread&#8221;, in dessen Zusammenhang sie m&#246;glicherweise stehen, zu folgen. In den Beitr&#228;gen selbst ist die Erarbeitung und Weiterentwicklung von Themen und Inhalten meist nur sehr indirekt und &#252;ber aufw&#228;ndige Bibiliotheks- und Zeitschriftenrecherchen nachzuverfolgen. Die persönliche Äu&#223;erung steht stark im Vordergrund, auch wenn &#252;ber die Einarbeitung von Forschungsliteratur ein konsistenter und verzweigter Diskussionsfaden dargestellt wird, der jedoch fr&#252;hestens in einer Neuauflage aktualisiert werden kann und zudem die meisten der Rezipienten aus dem Diskussionprozess ausschlie&#223;t. Klassische (Bildungs- und Sozial)Forschung ist eine sehr egomane Veranstaltungen, es entstehen akademische „Geheimgesellschaften”, die auf Beitr&#228;ge au&#223;erhalb ihrer geschlossenene Zirkel nicht besonders achten.</em></blockquote>

<p>Wie austauschbar doch die Begrifflichkeiten sind; wie einfach es ist, die Kritik umzudrehen. Ich will hier nicht zynisch sein, ich will zum Nachdenken anregen, ob die wissenschaftliche Erforschung &#246;ffentlicher Denkprozesse nicht zun&#228;chst mit einer klaren Reflexion dessen einhergehen m&#252;sste, was sich hier zur Zeit am ver&#228;ndern ist, statt aus scheinbar eindeutigen, aber letztlich die Strukturen der Vernetzung nicht einholen k&#246;nnenden, Analysen von Blogkommentaren R&#252;ckschl&#252;sse zu ziehen, die den Erfahrungen der in vernetzten Strukturen arbeitenden Personen zumindest in weiten Teilen zuwider laufen.</p>

<p>Und au&#223;erdem (mit Dank an <a href="http://twitter.com/filterraum" target="_blank">Michael Wald</a>):</p>

<p>http://www.youtube.com/watch?v=3uMmQL04jV0&amp;feature=player_embedded</p>

<p><strong>Nachtrag, 16.02.2010</strong>: Rolf Schulmeister hat mit Bezug auf die Diskussion um seinen Aufsatz und mit Bezug auf die <a href="http://www.ifeb.uni-bremen.de/wordpress_staedtler/community_etherpad.html" target="_blank">1. Etherpaddiskussion</a> (die 2. l&#228;uft wohl wesentlich sachorientierter), eine Replik verfasst, <a href="http://www.zhw.uni-hamburg.de/uploads/replik2.pdf" target="_blank">die hier als PDF vorliegt</a>, die zu lesen ich sehr empfehle.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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</ul>

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		<title>Vernetzen – eine Kunst f&#252;r sich</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 18:14:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist Zeit, meine eigenen Erfahrungen mit sozialen Netzwerken einmal in den Blick zu nehmen. Die Frage lautet: Wie baue ich mir ein soziales Netzwerk auf, das diesen Namen auch verdient. Der erste Schritt in diesen &#220;berlegungen: Was verstehe ich &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2010/02/08/vernetzen-eine-kunst-fuer-sich/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Zeit, meine eigenen Erfahrungen mit sozialen Netzwerken einmal in den Blick zu nehmen. Die Frage lautet: Wie baue ich mir ein soziales Netzwerk auf, das diesen Namen auch verdient.</p>

<p>Der erste Schritt in diesen &#220;berlegungen: Was verstehe ich unter einem sozialen Netzwerk?</p>

<p>Es ist scheinbar so einfach, sich mit Menschen im Netz zu verbinden. Auf Twitter „followen“ Twitterer einander „einfach“, auf Facebook „freunden”  sich Mitglieder „einfach“ so an, schauen vielleicht, wer da als „gemeinsamer Freund“ bei einem potentiellen Vernetzungskandiaten angegeben ist – und fertig. Dar&#252;ber hinaus gibt es in vielen F&#228;llen RSS-Feed-Leselisten in „Newsreadern“, die automatisch darauf hinweisen, wenn in einem der gelesen Blogs oder auf einer der gelesenen Websites etwas Neues passiert. M&#246;glicherweise ergeben sich dann Diskussionen &#252;ber Blogs hinweg, die oft nur von anderern Mitgliedern im eigenen Netzwerk &#252;berhaupt noch einigerma&#223;en angemessen wahrgenommen werden k&#246;nnen.</p>

<p>Das alles ist noch kein soziale Netzwerk – oder zumindest nur ein soziales Netzwerk in seinen Grundz&#252;gen.</p>

<p>Ein soziales Netzwerk hat mehr mit der Qualit&#228;t der Nutzung der via Internet verf&#252;gbaren Ressourcen zu tun als mit der Menge der Kontakte.</p>

<p>F&#252;r mich ergibt sich daraus die erste Hypothese:</p>

<blockquote>Soziale Netzwerke sind zielgerichtet und themenorientiert oder es ensteht kein Netzwerk, sondern ein Gewirr von lauter offenen Enden, ein unheimlich lautes Geschnattere, ohne Konzentration auf Inhalte.</blockquote>

<p>Kontakte m&#252;ssen „gekn&#252;pft“, die F&#228;den miteinander verbunden werden, damit ein Netzwerk f&#252;r alle daran Beteiligten ein Gewinn ist, ohne dass sich das Netzwerk in sich verschlie&#223;t und nach au&#223;en abgeschlossen ist, da sonst eine qualitative Erweiterung des Netzes, was nat&#252;rlich auch eine quantitative Erweiterung mit sich bringt/bringen kann, nicht m&#246;glich ist.</p>

<p>Um solche Verkn&#252;pfungen zu erreichen, muss es F&#228;den der eigenen Netzpr&#228;senz geben, die &#252;berhaupt miteinander verbunden werden k&#246;nnen. Dabei kann es sich durchaus um unterschiedliche F&#228;den handeln, aber eine grundlegende Ausrichtung der Arbeit am eigenen Netzwerk ist notwendig.</p>

<p>Ja, das Web 2.0 ist Arbeit, wenn es etwas anderes als eine belanglose Spielerei sein soll. Doch wer in diese Arbeit investiert, kann durch sie enorm bereichert werden – auch hinsichtlich konkreter Begegnungen mit interessanten Menschen, die ohne das „Netzwerken“ wohl  nicht in dieser Intensit&#228;t m&#246;glich w&#228;ren.</p>

<p>Diese Arbeit besteht folgenden Arbeitsbereichen:</p>

<ol>
    <li>Zun&#228;chst gilt es, die Frage zu beantworten, ob ich mich vernetzen will oder nicht. Diese Frage kann durchaus unterschiedlich beantwortet werden. Ich gehe jetzt einmal von meinem Fall aus und somit von einer positiven Beantwortung der Frage.</li>
    <li>Fast ebenso wichtig wie die erste Frage ist die zweite: Wie trete ich im Netz auf? Als reine Privatperson, als Profi in bestimmten Arbeitsbereichen, in einer Mischform aus beidem? – Ein „Ich lege einfach mal los, der Rest wird sich dann schon ergeben” ist zwar auch ein Ansatz, doch sollte bei ihm nie vergessen werden, dass das Ged&#228;chtnis des Netzes sehr lang ist: Einmal etwas ver&#246;ffentlicht, kann es von jedem gefunden werden, der wei&#223;,  wie man mit Suchmaschinen und Verlinkungsstrukturen im Netz an Informationen herankommen kann, die irgendwo &#246;ffentlich zug&#228;nglich im Netz liegen.</li>
    <li>Zu einem Netzwerk geh&#246;ren mehrere Personen. Um also mit dem Netzwerken zu beginnen, muss einerseits Content angeboten werden (z. B. durch das F&#252;hren eines Blogs) und andererseits der Content anderer, f&#252;r mein Netzwerk interessantere Personen, wahrnehmbar rezipiert werden. Wahrnehmbar wird eine solche Rezeption z. B. durch Kommentare zu Beitr&#228;gen, durch Verlinkung zu Beitr&#228;gen, durch Verweise zu Beitr&#228;gen via Twitter, Facebook etc. – Das klingt anspruchsvoller als es ist. In den meisten F&#228;llen sind Menschen in Netzwerken n&#228;mlich relativ freundlich zueinander (so es thematisch und somit an einer Sache interessierte Netzwerke sind) und nehmen angebotene Gespr&#228;chsf&#228;den gerne auf, was in vielen F&#228;llen zu echten Bereicherungen aller Beteiligten f&#252;hrt.</li>
    <li>In sozialen Netzwerken gilt es, offensiv und zielorientiert zu „folgen“ und ebenso repressiv die „Schmarotzer“ im Netz m&#246;glichst aus dem eigenen Netzwerk drau&#223;en zu halten. Was hei&#223;t das konkret: Offensiv folgen hei&#223;t, dass ich, zumindest auf Twitter, jedem, der irgendwie an meinen Themen dran ist folge. Das k&#246;nnen ganz unterschiedliche Menschen sein: Da sind Senioren, die sich f&#252;r Bildungsfragen interessieren; da sind Journalisten, die sich mit Fragen der Schulentwicklung befassen; da sind Lehrer und Lehrerinnen, da sind Hochschullehrer und -lehrerinnen, die nicht nur in erziehungswissenschaftlichen oder an der Lehrerausbildung beteiligten Fakult&#228;ten arbeiten, sondern m&#246;glicherweise auch im Bereich Programmierung, digitale Medien…, da sind Eltern, die an Bildungsfragen interessiert sind usw. – Andererseits gibt es Leute und Firmen, die erst einmal allem und jedem folgen, der oder das ihnen begegnet, immer in der Hoffnung, dass ihnen auch zur&#252;ck gefolgt wird, was &#252;berraschend gut zu funktionieren scheint. Followerlisten auf Twitter, die zahlreiche solcher „Verfolger“ beinhalten, wirken auf mich ungepflegt und beliebig, sodass ich bereits hier den Eindruck gewinne, dass diese Person nicht sonderlich aktiv ihr Netzwerk pflegt.</li>
</ol>

<p>Daraus ergibt sich meine zweite Hypothese:</p>

<blockquote>Netzwerke m&#252;ssen offensiv gepfelgt werden. Einerseits m&#252;ssen aktiv Kontakte aufgebaut werden, die in meinen Augen zumindest immer auch theoretisch zu pers&#246;nlichen Begegnungen f&#252;hren k&#246;nnen und potentiell einander etwas zu sagen haben. (Wenn mir zum Beispiel jemand folgt, der erkennbar kein Deutsch kann und meine Beitr&#228;ge in Netzwerken entsprechend gar nicht verstehen d&#252;rfte, neige ich dazu, diesen Knoten schnell zu kappen.) Andererseits gilt es,  das eigene Netzwerk nicht mit hei&#223;er Luft (Spam-Followern) aufzublasen. Nat&#252;rlich ist es bei Twitter relativ einfach, auf 1000 Follower zu kommen, das wird aber oft mit einem schlechten Verh&#228;ltnis von Quantit&#228;t und Qualit&#228;t bezahlt. Ich habe jetzt ca. 350 Follower auf Twitter – und meiner Rechnung nach mind. 700 Follow-Versuche durch Blocken des Kontaktes unterbunden, denn ich brauche keine Leute als Follower, die die „besten Sonderangebote“ im Netz twittern oder Dauerwerbekan&#228;le f&#252;r Firmen, Produkte und Dienstleistungen sind, die jenseits meiner eigenen Interessen liegen.</blockquote>

<p>Das klingt jetzt viel restriktiver, als es gemeint ist. In der Regel freue ich mich n&#228;mlich &#252;ber jede und jeden, der oder die meint, meine Beitr&#228;ge in einem Netzwerk k&#246;nnten ihn oder sie bereichern – und umgekehrt ist es meist auch so. Diese Zahlen kommen vor allem deshalb zustande, weil es so unglaublich viele Spammer in Netzwerken gibt. Und ja: Es ist Arbeit, diese heraus zu filtern, um das eigene Netzwerk gepflegt und „aufger&#228;umt“ zu halten. Aber diese Arbeit wird durch die Qualit&#228;t dessen, was an Input &#252;ber das Netzwerk bei mir anbekommt, belohnt.</p>

<p>Was hier jetzt wie ein Schritt-f&#252;r-Schritt-Prozess aussehen mag, geschieht in Wirklichkeit gleichzeitg:</p>

<p>Content verf&#252;gbar machen, Verlinkungen aktiv pflegen, das Netzwerk erweitern, anderen Content rezipieren, das Netzwerk pflegen, Content verf&#252;gbar machen usw.</p>

<p>Doch ein Netzwerk ist an sich noch kein Zugewinn, wenn es nicht um Inhalte geht. Und die Rezeption von Inhalten ist ein anstrengendes Gesch&#228;ft. Nicht jede ins Netzwerk eingespeiste Information ist f&#252;r mich interessant. Und angesichts der F&#252;lle der Informationen bedarf es einer Art „inneren Redakteur“, bedarf es der &#220;bung, schnell entscheiden zu k&#246;nnen, welche Informationen f&#252;r mich bedeutsam sein k&#246;nnen und welche nicht. Und das wird oft in Sekundenbruchteilen entschieden, denn mein Netzwerk ist eine Freizeitbesch&#228;ftigung, so sehr sie beruflich relevant ist. Und diese Zeit aus dem Freizeittopf muss, da ich ja auch noch ein Privatleben jenseits digital vernetzter Strukturen lebe, beschr&#228;nkt sein. Die zum Filtern notwendige Kompetenz wird durch &#220;bung erworben. Sehr schnell habe ich gelernt, welche Contentproduzenten solche Inhalte zur Verf&#252;gung stellen, die f&#252;r mich interessant sein k&#246;nnen und welche Inhalte ich nur dann intensiv rezipiere, wenn ich mehr Zeit habe, weil diese zwar interessant, aber nicht unbedingt f&#252;r mich interessant sind.</p>

<p>Daraus ergibt sich die dritte Hypothese:</p>

<blockquote>Die effektive Arbeit in Netzwerken bedarf der Filterstrategien, um in der F&#252;lle der Informationen den &#220;berblick nicht zu verlieren und dar&#252;ber hinaus die Zeit f&#252;r echte Rezeption zu haben. Es ist wie bei B&#252;chern: Um etwas zu lernen, reicht es nicht, Zugriff auf sie zu haben, sondern es muss auch die Zeit aufgebracht werden, die das Gehirn zum Verstehen und zur Integration oder auch Ver&#228;nderung bestehender Denkstrukturen braucht.</blockquote>

<p>Wenn diese Kompetenzen erst einmal erworben sind, kann ein Netzwerk &#252;ber sich selbst hinaus erweitert werden. Es k&#246;nnen Netzwerke in anderen Interessensgebieten mit dem „Hauptnetzwerk“ verkn&#252;pft werden. An diesem Punkt bin ich jetzt gerade angelangt, wenn ich auch Content aus mehr privaten Interessensgebieten (z. B. Podcasts) in mein Hauptnetzwerk &#252;ber Twitter oder Facebook „einspiele“, so sehr die Grenzen der Interessen da auch flie&#223;end sind.</p>

<p>F&#252;r mich haben sich so neue Kontakte ergeben, die &#252;berraschend h&#228;ufig auch am Content meines Hauptnetzwerkes interessiert sind und zu den dort reflektierten Gebieten etwas beitragen k&#246;nnen.</p>

<p>Aber auch hier gilt: Die zeitlichen Ressourcen, die ich f&#252;r digitale gest&#252;tzte Vernetzung aufzubringen bereit bin, sind (selbst)beschr&#228;nkt.</p>

<p>Was f&#252;r ein Aufwand! Ich w&#228;re schon l&#228;ngst ausgestiegen, wenn das Ergebnis nicht so enorm bereichernd w&#228;re, auf allen Ebenen: Auf der fachlichen Ebene ist das vernetzte Arbeiten eine kontinuierliche Fortbildung; auf pers&#246;nlicher Ebene habe ich interessante Menschen kennen gelernt – und ganz nebenbei habe ich gelernt, wie soziale Netzwerke etwas anderes als „Klow&#228;nde des Internets“ sein k&#246;nnen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Lineares und Vernetzes Denken: Ein Konflikt zwischen „digital natives“ und „digital emigrants“?</title>
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		<comments>http://herrlarbig.de/2009/11/27/lineares-und-vernetzes-denken-ein-konflikt-zwischen-digital-natives-und-digital-emigrants/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 00:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf der einen Seite stehen Menschen, die vernetzt arbeiten und ihre Denkstrukturen als „vernetzt“ bezeichnen. Auf der anderen Seite stehen Kritiker der Vernetzung, die im hohen Informationsaufkommen, das in technisch vernetzten Strukturen entsteht als eine Gefahr sehen, da ein Mensch &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/11/27/lineares-und-vernetzes-denken-ein-konflikt-zwischen-digital-natives-und-digital-emigrants/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der einen Seite stehen Menschen, die vernetzt arbeiten und ihre Denkstrukturen als „vernetzt“ bezeichnen. Auf der anderen Seite stehen Kritiker der Vernetzung, die im hohen Informationsaufkommen, das in technisch vernetzten Strukturen entsteht als eine Gefahr sehen, da ein Mensch so viel Informationen gar nicht verarbeiten k&#246;nne.</p>

<p>Andrian Kreye bringt diesen scheinbar bestehenden Konflikt in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/52/495378/text/" target="_blank">S&#252;ddeutschen Zeitung auf den Punkt und benennt dabei auch die vermeintlichen Gegner in diesem Konflikt</a>:</p>

<blockquote>„Widersprechen sich das lineare und das vernetzte Denken nicht so sehr, dass sie keine gemeinsame Ebene finden k&#246;nnen?“</blockquote>

<p>In dieser Gegen&#252;berstellung von linearem und vernetztem Denken wird ein Widerspruch behauptet, der analog und digital gest&#252;tztes Denken gegeneinander stellt. Dabei taucht in Kreyes Artikel implizit die Behauptung auf, dass mit analogen Mitteln arbeitende Denkenprozesse „linear“ seien und digital gest&#252;tzte Denkprozesse „vernetzt“.</p>

<p>Dies kann nicht unwidersprochen hingenommen werden, denn es ist eben nicht so, dass analog gest&#252;tzte Denkprozesse „linear“ und digitale Medien automatisch „vernetzt“ sind. Das Problem liegt in der Gegen&#252;berstellung von linearem und vernetztem Denken im Kontext einer Diskussion um die Wissensbildung per analoger bzw. digitaler Methoden.</p>

<p>Der Hauptvorwurf gegen&#252;ber den sich, um es ganz genau zu sagen, digitaler <em>Hilfs</em>mittel bedienender Wissensbildungsprozesse scheint aus zwei Str&#228;ngen zu bestehen:</p>

<ol>
    <li>Die Masse an Informationen, die &#252;ber digitale Hilfsmittel auflaufen, ist nicht verarbeitbar und f&#252;hre zunehmend dazu, dass wir</li>
    <li>das Denken an den Computer deligieren.</li>
</ol>

<p>Nun, statt auf solchen Wegen der Unterstellungen zu L&#246;sungen zu kommen, wird vielmehr mit einem Chaos unklarer Begriffe gearbeitet, das das Denken viel mehr erschweren d&#252;rfte, als die Art der Hilfsmittel, die im Kontext kognitiver Prozesse eingesetzt werden. Deshalb kurz eine Darstellung meines Begriffsverst&#228;ndnisses, mit der es vielleicht m&#246;glich wird, sachlich &#252;ber die hier angerissenen Probleme zu diskutieren:</p>

<ol>
    <li>„Lineares Denken“ bezeichnet ein Denken in Ursache-Wirkungs-Zusammenh&#228;ngen. „Lineares Denken“ beschreibt hingegen nicht die Art von Hilfsmittlen, die f&#252;r diese Denkprozesse herangezogen werden. Zum „linearen Denken“ kann auch das „analytische Denken“ gez&#228;hlt werden, da Analyse in der Regel einge&#252;bten Schritt-f&#252;r-Schritt-Methoden folgt.</li>
    <li>Vernetztes Denken zeichnet sich hingegen durch folgende Punkte auf, die im Kontext des Edward de Bono entwickelten Konzeptes des „lateralen Denkens“ weitgehend abgebildet werden:
<ul>
    <li>„Es wird zugelassen, dass vorliegende Informationen subjektiv bewertet und selektiv verwendet werden. Details werden nicht analytisch, sondern intuitiv erfasst.</li>
    <li>Gedankliche Spr&#252;nge und Assoziationen werden zugelassen, nicht jedes Zwischenergebnis muss richtig sein.</li>
    <li>Ja/Nein-Entscheidungen werden vermieden. Auch nicht durchf&#252;hrbare L&#246;sungen k&#246;nnen ein Schritt zum besseren Verst&#228;ndnis des Problems sein.</li>
    <li>Konventionelle Denkmuster werden in Frage gestellt, indem z.B. bewusst nach der unwahrscheinlichsten L&#246;sung eines Problems gesucht wird.</li>
    <li>Ausgangssituation und Rahmenbedingungen werden nicht als unver&#228;nderbar hingenommen.“ (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laterales_Denken" target="_blank">Quelle</a>)</li>
</ul>
Auch hier ist der Denkprozess nicht daran gebunden, ob er sich analoger oder digitaler Hilfsmittel bedient.</li>
</ol>

<p>Lineares und vernetztes Denken beziehen sich als Begriffe also nicht auf den Einsatz bestimmter medialer Formen, sondern auf eine Art des Denkens eines Individuums. Lineares und vernetztes Denken beziehen sich eher auf eine Grundeinstellung gegen&#252;ber Denkprozessen als auf jeweils eingesetzte (analoge oder digitale) Technologie.</p>

<p>Dennoch wird in der Diskussion immer wieder die Kluft zwischen analogen und digitalen Hilfsmitteln des Denkens aufgemacht und somit ein Konflikt erzeugt, in dem es gar nicht um das Denken als solches geht. Als Argument h&#228;lt oft die scheinbare F&#252;lle an Informationen her, die im Internet vorf&#252;gbar sind, verbunden mit der Annahme, dass der Mensch nicht multitaskingf&#228;hig sei.</p>

<p>Bei genauerem Hinsehen aber scheinen die Konfliktlinien ganz anders zu verlaufen, als es von den Kritikern des Web (2.0) gesehen wird. Es geht um einen Konflikt zweier Denkmodelle: Das „analytische“, „lineare“ Denkmodell vs. „vernetzte“ Denkstrukturen.</p>

<p>In diesem Konflikt sind beide Seiten nicht zimperlich mit Vorw&#252;rfen, wobei es heute akzeptiert zu sein scheint, dass auf beiden Seiten mit Stereotypen gearbeitet wird, die im Prinzip Absolutheitsanspr&#252;che f&#252;r das eigene Denkmodell erheben. Der lineare Denker gilt dem vernetzen Denker dabei als Relikt einer vergangenen Zeit und der vernetzt Denkende wird von linearen Denkern als jemand gesehen, der mehr mit ausgelagerten Instrumenten arbeite als mit dem eigenen Gehirn.</p>

<p>Beide Annahmen sind zwar wunderbar geeignet, um einen Konflikt herauf zu beschw&#246;ren, der sich dann pl&#246;tzlich nicht mehr um Denkstrukturen sondern um Fragen des Einsatzes analoger oder digitaler Technologien (Medien) dreht, sie sind aber auch Zeugnis von Imunisierungsstrategien, die letztlich die die jeweils eigene liebgewonnene Art des Denkens tendenziell mit einem Alleinvertretungsanspruch versehen und somit kommunikationsunf&#228;hig werden, zu reflexartigen Reaktionen auf Erscheinungen der jeweils anderen Denkweise neigen.</p>

<p>Die Fokussierung der Diskussion auf eine Entgegensetzung von analogen und digitalen Arbeitsinstrumenten, hat aber dennoch einen realen Hintergrund: Es scheint so zu sein, dass lineare Denkstrukturen eher zu analogen Medien greifen und vernetzte Denkstrukturen sich eher im medialen Kontext dessen wohl zu f&#252;hlen scheinen, das heute als „Web 2.0“ bezeichnet wird.</p>

<p>Dies ist eine Erscheinung der letzten Jahre. Die unterschiedlichen Denkstrukturen bestehen aber unabh&#228;ngig der technischen M&#246;glichkeiten, derer sie sich zu bedienen verm&#246;gen.</p>

<p>An dieser Stelle sei dem analytischen (linearen) Denken der Begriff des synthetisierenden (vernetzten) Denkens gegen&#252;ber gestellt: Das analytische Denken neigt dazu, Zusammenh&#228;nge Schritt f&#252;r Schritt in Details zu zerlegen; das synthetisierende Denken hingegen versucht, assoziative Gedankenbilder eines gr&#246;&#223;eren Zusammenhanges zu erstellen, wobei sich auch diese Form des Denkens analytischer Denkweisen nicht entziehen kann, wenn nach M&#246;glichkeiten der Verkn&#252;pfung von Elementen eines Zusammenhangs gesucht wird.</p>

<p>Das erkl&#228;rt dann auch, warum lineare Denkstrukturen den Hypertextstrukturen im so genannten „Web 2.0“ kritisch gegen&#252;ber stehen, w&#228;hrend vernetzte Denkstrukturen sich dort pudelwohl f&#252;hlen, so es gelingt, mit den Verkn&#252;pfungsoptionen, die digitale Technologien heute bieten, so umzugehen, dass keine &#220;berforderung entsteht. Dieser Umgang mit dem Netz muss gelernt werden. Es m&#252;ssen Strategien zur Nutzung des Netzes erlernt werden.</p>

<p>Die Kritiker dieser Form des vernetzten und vernetzenden Denkens richten sich oft gegen die scheinbare &#220;berf&#252;lle an Informationen im Netz. Das Irritierende daran ist, dass diese Kritik genau so auch auf bedeutende Bibliotheken mit Buchbest&#228;nden von mehreren Millionen Exemplaren angewandt werden k&#246;nnte; au&#223;erdem findet die gleiche &#220;berlastung an Informationen dort statt, wo B&#252;cher mit zahlreichen Verweisen auf andere B&#252;cher rezipiert werden, bei denen zwar keine Links aber analog zu diesen Literaturverzeichnisse und Fu&#223;noten eingesetzt werden. Mit dieser Informations&#252;berf&#252;lle umzugehen muss genau so gelernt werden wie mit der in digitalen Netzwerken. Der Unterschied ist nur, dass sich dieser Umgang mit der Informationsf&#252;lle analoger Medien, die in Wahrheit immer intertextuelle Strukturen bieten und somit auch vernetzte Strukturen in analoger Form aufweisen, als Kompetenz &#252;ber einen wesentlich l&#228;ngeren Zeitraum entwickeln konnte, als dies bislang beim Umgang mit digital vernetzten Hypertextstrukturen der Fall ist.</p>

<p>Damit ist die Spannung zwischen linearen und vernetzten Denkstrukturen freilich nicht aufgehoben, aber zumindest schon einmal von der Ebene einer eher kulturkritischen als epistemologischen Auseinandersetzung herunter geholt. Denn in Wirklichkeit haben wir es zur Zeit mit einer Auseinandersetzung um die Frage zu tun, wie Erkenntnisse angemessen generiert werden.</p>

<p>Vor diesem Hintergrund ist es dann auch kein Zufall, das Kritiker des Internets immer wieder (zu Recht) auf die oft fragliche Relevanz der dort gemachten &#196;u&#223;erungen hinweisen, ohne gleichzeitig die Demokratisierung von Wissensbildungsprozessen ins Augen zu nehmen, die mit dieser Schw&#228;che des Netzes verbunden sind. Es ist tats&#228;chlich n&#246;tig, einen kompetenten Umgang mit &#196;u&#223;erungen im so genannten „Web 2.0“ zu entwickeln, eine kritische Kompetenz im Umgang mit Wissen. Diese kritische Kompetenz ist zwar auch in analogen Strukturen notwendig, dort aber weit weniger bewusst, da das Vertrauen in Redaktionen und Lektorate oft &#252;bersieht, das auch dort irrelevante Wissensbest&#228;nde generiert werden, denen allerdings das Korrektiv abgeht, das in vernetzten Strukturen zumindest deutlich schneller zu Wort kommt als im einzigen Vernetzungsmedium analoger Art – in Leserbriefen.</p>

<p>&#220;berspitzt ausgedr&#252;ckt: Lineare Denkstrukturen bringen oft die &#252;berrationalisierten Erkenntnisprozess der Sp&#228;taufkl&#228;rung zum Tragen, die zumindest tendenziell mit universalem Geltungsanspruch vertreten werden, w&#228;hrend vernetzte Denkstrukturen eher der Gegenbewegung zur Sp&#228;taufkl&#228;rung entsprechen, die sich in der Epoche der Romantik deutlich vernehmbar zu Wort meldete und mehr nach der tieferen Bedeutung des „Ganzen“ suchte, mit Pluralit&#228;t selbstverst&#228;ndlicher umzugehen vermochte und sich dabei auch auf Assoziationen und Umwege einzulassen bereit war, als dies von analytischen Denkmodellen akzeptiert wird.</p>

<p>Lineare Denkstrukturen dr&#252;cken sich, so das vorl&#228;ufige Fazit, eher in analogen Medien aus; vernetzte Denkstrukturen hingegen finden sich in den Strukturen des so genannten „Web 2.0“ fast schon optimal abgebildet. Der Konflikt zwischen denen, die analoge Prozesse des Erkenntnisgewinns bevorzugen und denen, die die Optionen digital vernetzter Erkenntnisprozesse als f&#252;r sich optimal betrachten, ist aber bei genauer Betrachtung nicht der Konflikt, als der er sich oft ausgibt: Es geht nicht um die Frage, ob analoge Medien das Abendland bewahren oder retten und digitale Medien den kulturellen Niedergang mit sich bringen; es geht vielmehr um eine Auseinandersetzung unterschiedlicher Formen des Erkenntnisgewinns. An der Oberfl&#228;che sehen wir ein medienkritische Auseinandersetzung, die letztlich lineare Fragen nach dem Muster von „Ursache“ und „Wirkung“ in den Blick nimmt (Kinder lesen immer weniger, die Verf&#252;gbarkeit des Internets ist Schuld; Leute laufen Amok, Gewalt betondende Computerspiele sind Schuld etc.) und somit Oppositionen schafft. Unter der Oberfl&#228;che aber geht es um grundlegende Fragen der Erkenntnistheorie (Epistemologie). Hier aber haben vernezte Denkstrukturen einen gro&#223;en Vorteil: Sie k&#246;nnen mit linearen Denkstruren im Grunde leben, da sie die so gewonnen Erkenntnisse eigentlich in ihr Netz integrieren k&#246;nnen, w&#228;hrend lineare Denkstrukturen vernetzte Formen des Erkenntnisgewinns zwar analysieren, nicht aber integrieren k&#246;nnen.</p>

<p>Um so erstaunlicher ist es allerdings, dass die Kritik an Vernetzungsverweigeren bei denen so gro&#223; ist, die sich selbst vernetzen. Dies liegt vermutlich an den massiven Widerst&#228;nden, denen digital vernetzt Arbeitende oft ausgesetzt sind, was sie in eine Verteidigungshaltung bringt, die selbst wieder missionarischen Charakter annimmt, da es &#252;berhaupt nicht nachvollziehbar erscheint, dass jemand die wunderbaren M&#246;glichkeiten der Vernetzung nicht zumindest akzeptiert.</p>

<p>Zur&#252;ck zum<a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/52/495378/text/" target="_blank"> Zitat am Anfang dieses Beitrages</a>:</p>

<blockquote>„Widersprechen sich das lineare und das vernetzte Denken nicht so sehr, dass sie keine gemeinsame Ebene finden k&#246;nnen?“</blockquote>

<p>Ja, der Widerspruch in beiden Denkformen ist gegeben. Es ist ein Widerspruch im Streit um Genese und Geltung von Erkenntnissen, der sich nur dann aufl&#246;st, wenn gegenseitig akzeptiert wird, dass beide Formen des Denkens zu relevanten Erkenntnissen gelangen k&#246;nnen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Herrn Larbigs Bibliothek 1: Rainald Goetz – Abfall f&#252;r alle</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 22:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Abfall f&#252;r alle“ – wenn dieser Name nur nicht zum Motto dieser Reihe „Herrn Larbigs Bibliothek“ wird… Wir schreiben das Jahr 1998. Von Blogs hat noch keiner was geh&#246;rt und das Web 2.0 ist noch in weiter Ferne, da schreibt &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/10/27/herrn-larbigs-bibliothek-1-rainald-goetz-abfall-fuer-alle/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Abfall f&#252;r alle“ – wenn dieser Name nur nicht zum Motto dieser Reihe „Herrn Larbigs Bibliothek“ wird…</p>

<p>Wir schreiben das Jahr 1998. Von Blogs hat noch keiner was geh&#246;rt und das Web 2.0 ist noch in weiter Ferne, da schreibt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rainald_Goetz" target="_blank">Rainald Goetz</a> schon im Internet Tagebuch. Das gibt es dort zwar nicht mehr, das gab es schon Ende 1999 dort nicht mehr, aber es wurde ein Buch daraus. Und dieser „Roman eines Jahres“ hei&#223;t, war es Voraussicht oder Selbstironie, „<a href="http://www.perlentaucher.de/buch/237.html" target="_blank">Abfall f&#252;r alle</a>“.</p>

<p>Es ist das Jahr, in dem ich Rainald Goetz im Rahmen der <a href="http://www.poetikvorlesung.uni-frankfurt.de/" target="_blank">Frankfurter Poetikvorlesung</a> erlebe. Und ich erinnere noch gut jenen Dienstag, den 28. April 1998, 18:00 Uhr, als Goetz zum ersten Mal die B&#252;hne der Frankfurter Poetikvorlesung betrat und versuchte (sic!) frei zu reden. Das hat er so in den Folgewochen nicht mehr gewagt. Da gab es dann, ich erinnere mich daran und irgendwo m&#252;sste ich sie auch noch haben, winzigst gedruckte Textkonvolute als Skript zur Vorlesung. Aber nicht zur ersten.</p>

<p>Und dann lese ich in „Abfall f&#252;r alle“ unter dem 29.4.98:</p>

<blockquote>„941. Diese Unf&#228;higkeit, frei zu reden. Fast schon eine geistige Behinderung.“</blockquote>

<p>Stimmt. Aber <em>so</em> habe ich es nach wie vor in neugieriger Erinnerung. Es sind eben nicht die glatt gestylten Performances, die sich in der Erinnerung festbei&#223;en, sind die doch alle irgendwie geklont und gleich in ihrer (Nicht-)Wirkung; das Unerwartete, &#220;berraschende und in diesem Falle auch die Suchbewegung eines Autors, die er in einer Vorlesung (ungewollt) sichtbar macht. Da stand dieser Autor, in seinen vierziger Jahren, in diesem H&#246;rsaal VI, in dem schon so viele Autoren vor ihm zu Gast waren, und versucht eine freie Poetik-Vorlesung zum Titel „Praxis“ – und wirkt… improvisiert.</p>

<p>Eine Woche sp&#228;ter kommt der Autor dann schon mit einem ausgearbeiteteren Text, der, wie auch die Rekonstruktion der ersten Vorlesung, Einzug in „Abfall f&#252;r alle“ gefunden hat.</p>

<p>Das aber ist nicht der einzige Inhalt der 864 Seiten, die von diesem Jahr des Internettagebuchs des Rainald Goetz Zeugnis geben. Es soll keine Literatur werden! So sagt sich der Autor am Anfang immer wieder. Und heute steht das Buch in meiner Bibliothek. Keine Literatur? Was aber dann? Ein Arbeitstagebuch? Eine Selbstentbl&#246;&#223;ung des Autors im Netz? „Nur“ das Zeugnis einr Art Blog-Vorl&#228;ufer? Das Buch ist alles von dem und nichts von dem zugleich:</p>

<p>Teilweise knappste Notizen, die locker in eine Twitternachricht mit ihrer Beschr&#228;nkung auf 140 Zeichen passen w&#252;rde, teilweise l&#228;ngere Reflexionen &#252;ber Leseerfahrung, Begegnungen und eben Dokumentation der Poetikvorlesung.</p>

<p>Und im Zentrum des Buches? Es geht zum Teil um das Abschlie&#223;en eines Werkes, aber meist um das Anfangen. Banalit&#228;ten reihen sich an differenzierte Reflexionen. Eigentlich ein viel zu dickes Buch mit viel zu vielen Nebens&#228;chlichkeiten – und trotzdem nehme ich es ziemlich regelm&#228;&#223;ig zum Schm&#246;kern wieder in die Hand. Irgendwas fasziniert mich an diesem Buch. Bis heute wei&#223; ich nicht, was das eigentlich ist…</p>

<blockquote>Rainald Goetz, Abfall f&#252;r alle. Roman eines Jahres, Frankfurt am Main (Suhrkamp) 1999 (Taschenbuchausgabe 2003).</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Antwort auf die Frage: Was ist das Web 2.0</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 16:19:57 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe dies zwar schon in meinem letzten Blogbeitrag geschrieben, will es aber, leicht ver&#228;ndert, aus dem Kontext dort heraus nehmen, weil ich die &#220;bertragung der &#196;u&#223;erung Kants auf heutige Zusammenh&#228;nge im Web 2.0 gerne als solche zur Diskussion stellen will:</p>

<div><b>Web 2.0 ist der Ausgang des Menschen aus einer strukturell bedingten Unm&#252;ndigkeit. Strukturell bedingte Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, die T&#228;tigkeit des eigenen Verstandes aufgrund begrenzter Kommunikationsm&#246;glichkeiten in den Diskurs einzubringen. Strukturell bedingt ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht im Mangel des Verstandes, sondern im Mangel der M&#246;glichkeit begr&#252;ndet liegt, den eigenen Verstand mit Hilfe verf&#252;gbarer Medien in den Prozess der &#246;ffentlichen Diskussion einzubringen. <i>Habe den Mut mitzudenken und deinen eigenen Verstand in den Diskussionsprozess einzubringen</i>, ist also der Wahlspruch des WEB 2.0.</b><p><br /></p>
<blockquote><p>Kants Original:<br />
„Aufkl&#228;rung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm&#252;ndigkeit. Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschlie&#223;ung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufkl&#228;rung.“ (<a href="http://www.digbib.org/Immanuel_Kant_1724/Was_ist_Aufklaerung" mce_href="http://www.digbib.org/Immanuel_Kant_1724/Was_ist_Aufklaerung" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
</div>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Immanuel Kant, Bertolt Brecht, das Web 2.0 und der Fall Jack Wolfskin</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 13:53:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Immanuel Kant schreibt in seiner „Beantwortung der Frage: Was ist Aufkl&#228;rung“: „Aufkl&#228;rung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm&#252;ndigkeit. Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immanuel Kant schreibt in seiner „Beantwortung der Frage: Was ist Aufkl&#228;rung“:</p>

<blockquote>„Aufkl&#228;rung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unm&#252;ndigkeit. Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschlie&#223;ung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufkl&#228;rung.“ (<a href="http://www.digbib.org/Immanuel_Kant_1724/Was_ist_Aufklaerung" target="_blank">Quelle</a>)</blockquote>

<p>&#220;bertrage ich diese Aussage einmal in die Gegenwart, k&#246;nnte sie lauten:</p>

<blockquote>Web 2.0 ist der Ausgang des Konsumenten aus einer strukturell bedingten Unm&#252;ndigkeit. Strukturell bedingte Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, die T&#228;tigkeit des eigenen Verstandes aufgrund begrenzter Kommunikationsm&#246;glichkeiten in den Diskurs einzubringen. Strukturell bedingt ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht im Mangel des Verstandes, sondern im Mangel der M&#246;glichkeit begr&#252;ndet liegt, den eigenen Verstand mit Hilfe verf&#252;gbarer Medien in den Prozess der &#246;ffentlichen Diskussion einzubringen. Habe den Mut mitzudenken und deinen eigenen Verstand in den Diskussionsprozess einzubringen, ist also der Wahlspruch des WEB 2.0.</blockquote>

<p>Gab es bis vor einigen Jahren kaum die M&#246;glichkeit, interaktiv vernetzt mit Hilfe digitaler Medien in einen Diskussionsprozess einzusteigen, haben wir heute den Idealzustand, den Bertolt Brecht in seiner Radio-Theorie beschrieb:</p>

<blockquote>„Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk w&#228;re der denkbar gro&#223;artigste Kommunikationsapparat des &#246;ffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das hei&#223;t, er w&#228;re es, wenn er es verst&#252;nde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuh&#246;rer nicht nur h&#246;ren, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen.“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/#footnote_0_2151" id="identifier_0_2151" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bertolt Brecht: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat, in: Bertolt Brecht: Werke. Gro&amp;#223;e kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe (GBA). Berlin/Frankfurt 1988, Band 22.">1</a></sup></blockquote>

<p>Wer heute ein Blog schreibt, kann mit Reaktionen rechnen, wer sich auf Twitter, Facebook, MySpace und wie die auf Kommunikation hin angelegten Instrumente, die gegenw&#228;rtig zur Verf&#252;gung auch immer hei&#223;en m&#246;gen, bewegt, muss kommunizieren, im Gespr&#228;ch sein, zuh&#246;ren, nachdenken, reagieren, Ideen einspeisen… Im Idealfall steht heute jedem, der sich einen Internetzugang leisten kann, die M&#246;glichkeit zur Verf&#252;gung, den eigenen Verstand in den Diskussionsprozess einzubringen.</p>

<p>Nat&#252;rlich steht der Nutzer dieser Kommunikationsmedien damit auch vor neuen Herausforderungen, sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Die Kommunikationsm&#246;glichkeiten, die das interaktive Netz erlauben, stehen n&#228;mlich allen offen, die sich einbringen wollen. Die Informationen, die das Netz liefert, m&#252;ssen selbst noch einmal auf ihre Qualit&#228;t hin &#252;berpr&#252;ft werden, denn die M&#246;glichkeit des Einbringens des eigenen Verstandes im Rahmen dieser Prozesse ist noch kein Qulit&#228;tsgarant. Was im Netz ver&#246;ffentlicht ist, muss noch nicht richtig sein. Der Prozess der Genese von Inhalten entspricht also dem Brechtschen Ideal; die Geltungsanspr&#252;che der in diesem ideal Kontext entstandenen Inhalte bed&#252;rfen aber nach wie vor nat&#252;rlich der &#220;berpr&#252;fung und somit Kriterien.</p>

<p>In den meisten F&#228;llen geschieht diese &#220;berpr&#252;fung im interaktiven digitalen Netz durch andere, die Beitr&#228;ge kommentieren, erg&#228;nzen, auf m&#246;gliche Fehler hinweise etc. Hier bildet sich im Idealfall also ein Korrektiv aus der Vernetzung mit anderen, so es sich wirklich um ein ausdifferenziertes Netzwerk handelt. Ein Kriterium f&#252;r die Qualit&#228;t von Beitr&#228;gen im Netz ist heute also auch die Qualit&#228;t der Kommentare und des die Beitr&#228;ge begleitenden Netzwerkes.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/20/immanuel-kant-bertolt-brecht-das-web-2-0-und-der-fall-jack-wolfskin/#footnote_1_2151" id="identifier_1_2151" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auf herrlarbig.de finden sich beispielsweise Kommentare von Professoren, Mitarbeitern in Bildungsbeh&amp;#246;rden, die eigene Unterrichtspraxis reflektierenden Lehrerinnen und Lehrern, die nahezu alle &amp;#252;ber eigene Blogs im Netz transparent nachvollziehbare Qualifikationen nachweisen k&amp;#246;nnen.">2</a></sup></p>

<p>Die &#246;ffentlich nachvollziehbare Nutzung des eigenen Verstandes, das „sapere aude“ Kants, erlebt heute eine Bl&#252;te wie nie zuvor; die Aufkl&#228;rung kann mit ihren Anspr&#252;chen heute so weitreichend umgesetzt werden, wie in kaum einer Zeit zuvor. Und Brechts Visionen eines diaologischen „Radios“ haben sich im Internet verwirklicht. – Und das hat Folgen.</p>

<p>Wenn sich die Nutzung des eigenen Verstandes heute in vernetzen Strukturen abbildet und in diesen wirkt, gilt es nicht nur, dies als eine neue Qualit&#228;t der Umsetzbarkeit des aufkl&#228;rerischen Ideals zu betrachten, sondern es m&#252;ssen die auch damit verbundenen Voraussetzungen ganz neu ernst genommen werden.</p>

<p>Eine zentrale Voraussetzung, die die Nutzung des eigenen Verstandes von einer rein philosophischen auf eine Handlungsebene hebt, dr&#252;ckt sich im „Kategorischen Imperativ“ der kantischen Ethik aus:</p>

<blockquote>„Der <strong>kategorische Imperativ</strong> (kurz KI) ist das grundlegende Prinzip der <a title="Ethik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ethik" target="_blank">Ethik</a> <a title="Immanuel Kant" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant" target="_blank">Immanuel Kants</a>. Er gebietet allen endlichen vernunftbegabten Wesen und damit allen Menschen, Handlungen darauf zu pr&#252;fen, ob sie einer universalisierbaren Maxime folgen und ob dabei die betroffenen Menschen je auch in ihrer Selbstzweckhaftigkeit ber&#252;cksichtigt werden.“ (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ" target="_blank">Wikipedia</a>)</blockquote>

<p>Vereinfacht ausgedr&#252;ckt: „Handle nur nach derjenigen <a title="Maxime" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maxime" target="_blank">Maxime</a> (Gesetz, Grundsatz, &#220;berzeugung), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ oder, etwas verk&#252;rzt und nicht ganz genau: Was du willst, dass man dir tu, das tu auch den anderen und vergesse dabei auch nicht, dass der andere Mensch einen Selbstzweck hat, einen Eigenwert, v&#246;llig jenseit von fuktionalen Interessen.</p>

<p>In dem KI inbegriffen ist die Vorstellung, dass nicht bewertet wird, was eine Handlung bewirkt, sondern welche Absichten hinter einer Handlung stehen. Der Wille zum Guten ist das, was moralisch gerechtfertigt ist.</p>

<p>Und wenn nun heute der eigene Verstand &#246;ffentlich gebraucht werden kann, dann stellen sich auch bez&#252;glich der Nutzung dieses Verstandes konkrete Fragen, die diese &#246;ffentlichen Kommunikationsprozesse ber&#252;cksichtigen m&#252;ssen, will man „Gutes“ im Kantischen Sinne bewirken.</p>

<p>Aus aktuellem Anlass und weil es in diesem Kontext bereits (am Ende <a href="http://blog.karlshochschule.de/2009/10/20/die-marke-jack-wolfskin-fletscht-seine-zahne/" target="_blank">des Artikels</a> Patrick Breitenbachs) schon eine Verweis auf Kant gibt, werden diese Gedanken am Fall <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,655890,00.html" target="_blank">Jack Wolfskin vs. Dawanda</a> hier einmal konkretisiert.</p>

<p>Die Vorgeschichte: Jack Wolfskin hat als Markenzeichen eine Wolfstatze. Dieses Markenzeichen unterliegt dem Markenschutz und ist somit rechtlich abgesichert. Nun st&#246;&#223;t die Firma, die zu den Riesen in der Bekleidungsbranche z&#228;hlt, auf die Produkte von Einzelpersonen, die Handarbeiten herstellen und diese &#252;ber Dawanda zum Kauf anbieten, auf denen sich ebenfalls Pfotenabbildungen befinden. Jack Wolfskin fordert Dawanda via Anwaltsschreiben auf, so die Darstellung Dawandas, die Produkte von der Plattform zu nehmen:</p>

<blockquote>„Als Reaktion auf das Schreiben der Anw&#228;lte von Jack Wolfskin haben wir die beanstandeten Produkte von der Seite genommen. Dennoch erhielten unsere Mitglieder Abmahnungen und dies, obwohl deren Artikel bereits nicht mehr auf DaWanda zu finden waren.“ (<a href="http://blog.dawanda.com/2009/10/20/jack-wolfskin-mahnt-dawanda-hersteller-ab/" target="_blank">Quelle</a>)</blockquote>

<p>Das Thema erregt Aufmerksamkeit, wird von stark wahrgenommenen Blogs wie <a href="http://www.netzpolitik.org/2009/abwahnsinn-jack-wolfskin-mahnt-bastelcommunity-ab/" target="_blank">netzpolitik</a> und <a href="http://www.spreeblick.com/2009/10/19/jackass-wolfskin/" target="_blank">spreeblick</a> aufgenommen und ger&#228;t so in den &#246;ffentlichen Diskurs, den <a href="http://blog.karlshochschule.de/2009/10/20/die-marke-jack-wolfskin-fletscht-seine-zahne/" target="_blank">Patrick Breitenbach so hervorragend reflektiert</a>.</p>

<p>Das Ergebnis: Der Wille eines Unternehmens, sein Markenrecht zu „verteidigen“, so in einer im Netz kursierenden, Jack Wolfskin zugeschriebenen offziellen Stellungnahme zu lesen:</p>

<blockquote>„[…] Jack Wolfskin dadurch zur Verteidigung der Marke gezwungen war. Dabei handelt es sich nicht um eine „Strafzahlung“, sondern um die Kosten, die Jack Wolfskin durch die Einschaltung der Anw&#228;lte entstanden sind und die im Falle der begr&#252;ndeten Abmahnung stets vom Markenverletzer &#252;bernommen werden m&#252;ssen. Somit dient die Abmahnung auch einer schnellen und relativ kosteng&#252;nstigen Beendigung der Angelegenheit. Sie verhindert also zus&#228;tzliche h&#228;ufig weit h&#246;here Kosten im Falle einer Einschaltung der Gerichte.“  (<a href="http://www.werbeblogger.de/2009/10/19/jack-wolfskin-stellungnahme/" target="_blank">Quelle</a>)</blockquote>

<p>Der Aufschrei im Netz richtet sich nun auff&#228;lligerweise nicht gegen den Markenschutz und die Markenrechte, sondern gegen die Handlungsentscheidungen der Firma. Und damit sind wir wieder bei Kant angenommen:</p>

<p>Eine Firma sieht ihre Markenrechte verletzt. Schaue ich mir die beanstandenden Produkte als <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,655890,00.html" target="_blank">Bilder bei Spiegel-Online</a> an, komme ich tats&#228;chlich zu dem Schluss, dass hier Tatzen / Pfoten dargestellt werden, wie sie jede Katze im Schnee hinterl&#228;sst, wenn sie sich im Winter durch die Stra&#223;en bewegt. Es k&#246;nnte also durchaus sein, dass diese Zeichen aufgrund ihrer Verbreitung in der Natur (und jeder, der eine Katze hat, kennt diese Pfotenabdr&#252;cke) ihren Weg auf die Handarbeiten, die nun wahrlich kein weit verbreitetes Produkt sind, gefunden haben – und m&#246;glicherweise bei den Herstellern &#252;berhaupt kein bewusster Bezug zur Marke vorhanden war.</p>

<p>Diese Hersteller bekamen nun aber dennoch, glaubt man den Darstellungen online, nachdem die Produkte von Dawanda aus dem Angebot genommen wurde, Abmahnbriefe, die mit Kosten von ca. 800–900 Euro verbunden waren und Kosten um die 10000 Euro im Wiederholungsfall androhten. Und in der im Netz kursierenden Stellungnahme wird dezent auf die m&#246;glicherweise noch h&#246;heren Kosten im Gerichtsfall hingewiesen, was man durchaus als Drohung verstehen kann.</p>

<p>Kant: „Handle nur nach derjenigen <a title="Maxime" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maxime" target="_blank">Maxime</a> (Gesetz, Grundsatz, &#220;berzeugung), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“</p>

<p>Also: Das Markenrecht ist ein Gesetz und es gibt gute Gr&#252;nde, in unserem &#246;konomischen System, solche Schutzmechanismen zu haben. Das gilt auch f&#252;r den Schutz geistiger Leistungen im Rahmen von Copyright oder Creativ-Commons-Lizenzen. Und es k&#246;nnte sogar sein, dass Jack Wolfskin hier im Recht ist. Aber wurde dann so gehandelt, dass die Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit des Handelns als eine gesehen werden kann, von der man wollen kann, das sie ein allgemeines Gesetz werde?</p>

<p>Um es ganz klar zu sagen: Es handelt sich um Handarbeiten, die in kleiner Menge hergestellt werden und als „Marke“ in der &#214;ffentlichkeit nicht bewusst sind, und nicht um Raubkopien, die in gro&#223;em Stil hergestellt und vermarket werden. Wie also w&#252;nscht man sich ein allgemeines Gesetz des Handelns in solchen F&#228;llen?</p>

<p>Wenn es sich um Raubkopien handelt, hat nat&#252;rlich der Rechtsweg seine v&#246;llige Berechtigung. Aber – und das muss Jack Wolfskin nun erfahren – es stellt sich die Frage, ob der finanziell die Betroffenen gleich so belastende Rechtsweg in dem hier beschriebenen Fall nicht ein Schie&#223;en mit Kanonen auf Spatzen ist.</p>

<p>Die M&#246;glichkeit des eigenen Gebrauchs des Verstandes, gepaart mit der M&#246;glichkeit, diesem Gebrauch des eigenen Verstandes in vernetzten Strukturen sehr schnell Ausdruck zu geben, hat nun dazu gef&#252;hrt, das „Netzb&#252;rger“ sich zu Wort melden und genau die Frage nach der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit des Handelns Jack Wolfskins stellen. Immer wieder ist, beispielsweise auf Twitter, genau die Kritik an der Abmanhung „kleiner Leute“ zu lesen. Diese Reaktionen w&#228;ren mit Sicherheit nicht entstanden, wenn Jack Wolfskin die eingesetzten Instrumente gegen kriminell agierende Raubkopierer genutzt h&#228;tte bzw. nutzt.</p>

<p>Was Jack Wolfskin gerade erlebt, und angesichts &#228;hnlicher Erfahrungen anderer Unternehmen in &#228;hnlichen F&#228;llen h&#228;tten sie es ahnen k&#246;nnen, ist also philosphisch betrachtet ein Zeichen daf&#252;r, dass Kants Kategorischer Imperativ lebt und in dem allgemeinen Bewusstsein vieler Menschen durchaus verankert ist. Die Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit des eigenen Handelns kritisch zu &#252;berpr&#252;fen, ist die Herausforderung, die sich in Zeiten des Web 2.0 in einem ganz neuen qualitativen Ma&#223;e stellt. Es geht nicht mehr nur um das Recht haben, sondern auch um die Frage, wie man mit dieser Rechtsposition umgeht. Im hier vorgestellten Fall h&#228;tte ein guter PR-Berater vermutlich darauf gedr&#228;ngt, den direkten und pers&#246;nlichen Dialog zu suchen und offensiv einvernehmliche L&#246;sungen zu suchen.</p>

<p><a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2009/10/jack-wolfskin-in-der-%C3%B6ffentlichen-abmahnfalle.html" target="_blank">Klaus Eck schreibt als PR-Blogger treffend</a>:</p>

<blockquote>„Obwohl der Bekleidungsanbieter das Markenrecht durchaus auf seiner Seite hat, muss das Unternehmen f&#252;r die Abmahnungen einen hohen Preis entrichten. Ausgerechnet am Wochenende fand das Thema viel Aufmerksamkeit. Was in der Vergangenheit durchaus notwendig zu sein schien, um die eigenen Markenrechte weiterhin in Anspruch nehmen zu d&#252;rfen, bedarf heute einer neuen Analyse. Wenn das Markenimage unter der &#246;ffentlichen Kritik leidet, stellt sich auch die Frage nach einer Abw&#228;gung und mehr Sensibilit&#228;t im Umgang mit den Prosumenten. Ist das Risiko einer Abmahnung f&#252;r eine Marke nicht inzwischen viel zu gro&#223;? Allzu schnell wird man an den Online-Pranger gestellt und k&#246;nnte dadurch Konsumenten zu verlieren? Meiner Ansicht nach sollten Markenartikler wie Jack Wolfskin immer auch mit den negativen Reaktionen rechnen und vor den juristischen Ma&#223;nahmen viel st&#228;rker auf den Dialog mit den Kunden setzen.“</blockquote>

<p>Es ist heute tats&#228;chlich so, dass das eigene Handeln, gerade von Unternehmen und von &#246;ffentlichen Personen, weit mehr &#214;ffentlichkeit bekommt als je zuvor. Dies gilt es zu ber&#252;cksichtigen. Und als ein Kriterium, wie man &#252;berzogene Reaktionen auf bestimmte Handlungen vermeiden kann, sei Kant einfach mal vorgeschlagen…</p>

<blockquote>„Handle nur nach derjenigen <a title="Maxime" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maxime" target="_blank">Maxime</a> (Gesetz, Grundsatz, &#220;berzeugung), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“</blockquote>

<p>Und welches allgemeine Gesetz k&#246;nnte in diesem Fall greifen? Im Prinzip ist es ganz einfach: Sieht man Differenzen oder gar sein eigenes Recht bedroht (ob man sich bedroht sieht, h&#228;ngt &#252;brigens auch vom eigenen Selbstbewusstsein ab), dann gilt es zun&#228;chst einmal zu schauen, mit wem hat man es zu tun. Wenn es sich um Einzelpersonen handelt, bei denen die Unterstellung einer „b&#246;sen Absicht“ bei etwas gutem Willen nicht so recht gelingen will, dann suche ich den Dialog. Wenn es sich um Angriffe auf das eigene Recht im gro&#223;en Stil handelt (kriminelle Markenpiraterie), dann reagiere ich im gro&#223;en Stil. Im vorliegenden Fall h&#228;tte die Maxime wohl hei&#223;en m&#252;ssen: Suchen wir den Dialog. Oder: Die Produkte wurden von Dawanda offline genommen – und damit lassen wir es gut sein.</p>

<p>Vielleicht sollte man neben Anw&#228;lten in Unternehmen auch h&#228;ufiger Philosophen besch&#228;ftigen. Oder aber, man sucht den offensiven Dialog (beispielsweise &#252;ber Twitter oder Facebook) und sagt: Liebe Leute, wir haben das und das entdeckt und finden, dass das unser Markenrecht ankratzt, wie seht ihr das? So ungew&#246;hnlich solche Wege in heutiger Unternehmenspolitik auch sein m&#246;gen, sie h&#228;tten sicher kein so ramponiertes Markenimage zur Folge, wie es sich jetzt gerade via Twitter, via Blogs und auch schon via Zeitungsbeitr&#228;gen im Netz abzeichnet, ganz zu schweigen von dem gegenw&#228;rtigen <a href="http://www.google.de/search?q=jack+wolfskin&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">Suchbild bei Google</a>.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Studie zur Web-2.0-Nutzung im Unterricht</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 09:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[J&#246;rg Depner, Student an der PH Ludwigsburg, hat in der Maschendraht-Community (MdC) eine didaktische Studie mit dem Thema „Einsatz von Web 2.0 Anwendungen im Unterricht“ durchgef&#252;hrt. Und dabei durfte J&#246;rg auch gleich erleben, was es hei&#223;t, im Rahmen des Webs &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/06/03/studie-zur-web-20-nutzung-im-unterricht/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>J&#246;rg Depner, Student an der PH Ludwigsburg, hat in der <a href="http://maschendraht.mixxt.de" target="_blank">Maschendraht-Community (MdC)</a> eine didaktische Studie mit dem Thema „Einsatz von Web 2.0 Anwendungen im Unterricht“ durchgef&#252;hrt. Und dabei durfte J&#246;rg auch gleich erleben, was es hei&#223;t, im Rahmen des Webs 2.0 eine solche Studie durchzuf&#252;hren: Es gab <a href="http://maschendraht.mixxt.de/networks/forum/thread.11229:1" target="_blank">Nachfragen und erste Diskussionsans&#228;tze zur Studie</a>.</p>

<p>Auch wenn J&#246;rg Depners Studie nicht repr&#228;sentativ ist, diesen Anspruch hatte sie nie und kann sie als Semesterarbeit auch gar nicht haben, so lassen sich doch zwei Tendenzen erkennen:</p>

<ol>
    <li>Lehrende, die Web-2.0-Anwendungen im Unterricht verwenden, w&#252;rden zu 100% den Einsatz dieser Instrumente weiter empfehlen, was sicherlich auch an den in den Daten abzulesenden Tendenzen im Bereich der Sch&#252;lermotivation und dem Sch&#252;lerengagement begr&#252;ndet liegt.</li>
    <li>Nach wie vor kl&#228;rt ca. 1/3 der Lehrkr&#228;fte, die mit Web-2.0-Anwendungen arbeiten nicht gen&#252;gend &#252;ber Fragen des Copyrights und die m&#246;glicherweise auftretenden sonstigen Risiken im Umgang mit dem Internet auf. (Eine Aufgabe, die &#252;brigens nicht unwichtig ist, wenn man Web-2.0-Anwendungen im Unterricht einsetzt.)</li>
</ol>

<p><del>Die gesamte Studie als PDF findet sich hier.</del> Leider hat J&#246;rg Depner die Studie offensichtlich entfernt, sodass ich sie hier nicht l&#228;nger verlinken kann. (29.11.2011)<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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</ul>

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		<title>Vernetzen oder: Anmerkungen zur „Netzsensibilit&#228;t“</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/05/12/vernetzen-oder-anmerkungen-zur-netzsensibiltaet/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 22:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ich mich nun also wirklich mehr und mehr, neben den vor allem auf pers&#246;nlicher Begegnung beruhenden Netzwerken, in digitalen Netzwerken bewege, ist es an der Zeit, mir &#252;ber das Thema einmal Gedanken zu machen. Zun&#228;chst eine Definition, die ich &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/05/12/vernetzen-oder-anmerkungen-zur-netzsensibiltaet/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich mich nun also wirklich mehr und mehr, neben den vor allem auf pers&#246;nlicher Begegnung beruhenden Netzwerken, in digitalen Netzwerken bewege, ist es an der Zeit, mir &#252;ber das Thema einmal Gedanken zu machen. Zun&#228;chst eine <a href="http://wiki.zum.de/Soziale_Netzwerke" target="_blank">Definition, die ich dem ZUM-Wiki entnommen habe</a>:</p>

<blockquote>Ein <strong>Soziales Netzwerk</strong> sind an sich alle menschlichen Gemeinschaften. Im Zusammenhang mit den <a title="Digitale Medien" href="http://wiki.zum.de/Digitale_Medien">neuen Medien</a> meint man damit im engeren Sinne Gemeinschaften, die sich im <a title="Internet" href="http://wiki.zum.de/Internet">Internet</a> bilden.

H&#228;ufig werden sie von darauf spezialisierten Internetdiensten wie <a title="Sch&#252;lerVZ" href="http://wiki.zum.de/Sch%C3%BClerVZ" target="_blank">Sch&#252;lerVZ</a>, <a title="Spickmich" href="http://wiki.zum.de/Spickmich" target="_blank">Spickmich</a>, <a title="Twitter" href="http://wiki.zum.de/Twitter" target="_blank">Twitter</a> und <a title="ZUM-Unity" href="http://wiki.zum.de/ZUM-Unity" target="_blank">ZUM-Unity</a> beherbergt. Sie bilden sich aber auch in der Blogosph&#228;re der <a title="Weblogs" href="http://wiki.zum.de/Weblogs" target="_blank">Weblogs</a> durch Verlinkung und Kommentargemeinschaften von Blogs.

Schlie&#223;lich entstehen solche Netzwerke auch da, wo Benutzer gemeinsam eigene Inhalte erstellen (<em>user generated content</em>), das bekannteste Beispiel daf&#252;r ist die <a title="Wikipedia" href="http://wiki.zum.de/Wikipedia" target="_blank">Wikipedia</a>. Solche soziale Netzwerke bezeichnet man auch als Soziale Medien. (Nicht selten werden wegen der Zusammenarbeit von Blogs auch diese zu den sozialen Medien gerechnet.)</blockquote>

<p>Der Umgang mit solchen Vernetzungen erfordert eine hohe Sensibilit&#228;t in mehreren Bereichen:</p>

<ol>
    <li>Im Web<span id="more-1584"></span> steht man potentiell immer unter Beobachtung; je bekannter eine Web-Pers&#246;nlichkeit wird, um so st&#228;rker ist diese Beobachtung. Aber auch scheinbar v&#246;llig nebens&#228;chliche Aktivit&#228;ten k&#246;nnen relevant werden, wenn z. B. bei einer Bewerbung auch eine Internetrecherche zu den Auswahlkriterien geh&#246;rt. Es bedarf einer hohen Sensibilit&#228;t f&#252;r den Umgang mit dem Web, um es produktiv nutzen k&#246;nnen, insbesondere bei der Frage, was im Web seinen Platz finden soll/kann oder nicht.</li>
    <li>Viele Online-Foren sind von Streitereien auf pers&#246;nlicher Ebene gepr&#228;gt, wozu die scheinbare Anonymit&#228;t im Netz m&#246;glicherweise seinen Teil betr&#228;gt. Soll Vernetzung im Web produktiv werden, muss diese Vernetzung strickt den Codes von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette" target="_blank">Netiquetten</a> folgen und diese, wo n&#246;tig, auch weiterentwickeln.</li>
</ol>

<p>Wie aber kann eine solche „Netzsensibilit&#228;t“ (Jean-Pol Martin) konkrete Formen annehmen? Was ist im Netz zu beachten, damit im „Zusammenhang der <a title="Globalisierung" href="http://wiki.zum.de/Globalisierung">Globalisierung</a> und der Wissensgesellschaft ein kognitiv, aber auch emotional wahrgenommenes Gesp&#252;r f&#252;r die Interdependenz und Verwobenheit der Welt und aller ihrer Konstituenten (Menschen, Regionen, L&#228;nder, Kontinente)“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/12/vernetzen-oder-anmerkungen-zur-netzsensibiltaet/#footnote_0_1584" id="identifier_0_1584" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://wiki.zum.de/Netzsensibilit&amp;#228;t">1</a></sup> entstehen kann? Diese Frage ist vor allem deshalb wichtig, weil Netzsensibilit&#228;t  die Voraussetzung daf&#252;r ist, „dass Vernetzungsw&#252;nsche anderer Menschen erkannt und fruchtbar umgesetzt werden“<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/12/vernetzen-oder-anmerkungen-zur-netzsensibiltaet/#footnote_1_1584" id="identifier_1_1584" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://wiki.zum.de/Netzsensibilit&amp;#228;t">2</a></sup>.</p>

<p>Damit bin ich beim Kern der Sache: Vernetzung beruht auf gegenseitigen Vernetzungsw&#252;nschen, wird also immer von pers&#246;nlichen Intentionen bestimmt, die mehr oder weniger spezifisch sein k&#246;nnen: In Fachcommunities geht es um bestimmte Sachfragen, die die Teilnehmenden zu Vernetzungsw&#252;nschen treiben, in vielen Social-Communities geht es eher um pers&#246;nliche Kontaktw&#252;nsche oder einfach darum, auch dort anzutreffen zu sein wo „alle“ sind (Sch&#252;lerVZ ist da ein typisches Beispiel).</p>

<p>Was das f&#252;r mich bedeutet, will ich hier entlang der von Jean-Pol Martin entwickelten Kriterien der „Netzsensibilit&#228;t“ reflektieren.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/12/vernetzen-oder-anmerkungen-zur-netzsensibiltaet/#footnote_2_1584" id="identifier_2_1584" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Jean-Pol Martin (2007): Wissen gemeinsam konstruieren: weltweit. In: Lernen und Lehren &amp;#8211; Zeitschrift f&amp;#252;r Schule und Innovation in Baden-W&amp;#252;rttemberg. 33(1): S.29/30. Neckar-Verlag Villingen-Schwenningen.">3</a></sup> Eine <a href="http://wiki.zum.de/Netzsensibilit%C3%A4t" target="_blank">&#220;bersicht &#252;ber den Stand der Entwicklung des Begriffs</a> findet sich im ZUM-Wiki.</p>

<p>Nun aber zu den „Komponenten“ der Netzsensibilit&#228;t nach Martin, die ich aus meiner Sicht kommentiere (und schon bin ich wieder mitten im Vernetzungsprozess drinnen):</p>

<ul>
    <li>Erkennen, dass man als Einzelner Tr&#228;ger von Ressourcen ist.</li>
</ul>

<p>Um sich &#252;berhaupt auf den Prozess der Vernetzung, zumindest wenn Vernetzung auf Sachfragen und Interessengebiete hin ausgerichtet ist, einlassen zu k&#246;nnen, muss der Einzelne &#252;berhaupt erst einmal zu der Einsicht kommen, dass er etwas zu sagen hat, das f&#252;r mehr als nur ihn selbst interessant sein kann. „Ich selbst“ verf&#252;ge &#252;ber eine Kombination aus Wissensbest&#228;nden und Lebenserfahrungen, die in dieser Zusammensetzung einmalig sind. Der Einzelne hat kognitive Reflexionsm&#246;glichkeiten, die in der Mischung der Voraussetzungen, der Sub- und Kontexte des Nachdenkens f&#252;r andere fruchtbar sein k&#246;nnen. Aber auch die Kombination der Wissensbest&#228;nde und Lebenserfahrungen anderer Individuen sind einmalig, so dass ein vernetzter Austausch zu einer Erweiterung der eigenen Ressourcen f&#252;hren kann. Deshalb ergibt sie die Notwendigkeit zu</p>

<ul>
    <li>erkennen, dass man das eigene Ressourcenpotenzial aktiv vermehren soll, damit man die eigene Attraktivit&#228;t in der Gruppe erh&#246;ht.</li>
</ul>

<p>Eine &#252;berraschende Wendung: Es geht zun&#228;chst nicht darum, dass Vernetzung die eigenen Ressourcen erweitert, sondern darum, dass mit der Erweiterung der eigenen Ressourcen auch die Ressourcen anderer in der Gruppe vermehrt werden. Je mehr man sich aktiv um die Vermehrung der eigenen Ressourcen k&#252;mmert, um so mehr steigt die Bereicherung, die andere durch einen selbst erfahren k&#246;nnen. So verstehe ich in diesem Zusammenhang die „Attraktivit&#228;t“: Es geht darum, die gegenseitige Anziehungskraft durch die Erfahrung der M&#246;glichkeit zur Vermehrung der eigenen Ressourcen in Netzwerken zu erh&#246;hen – und damit auch die Anziehungskraft der Mitglieder zu st&#228;rken, das gemeinsame Arbeiten also auf eine zuverl&#228;ssige Arbeitsgrundlage zu stellen. Andererseits entspricht die Erh&#246;hung der eigenen Attraktivit&#228;t durch aktive Vernetzung den Bed&#252;rfnissen, die der Mensch nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnispyramide" target="_blank">Maslow</a> hat. Direkt mit dieser Erh&#246;hung der eigenen Attraktiv ist die Erkenntnis verbunden,</p>

<ul>
    <li> dass man das eigene Ressourcenpotenzial durch <a title="Kommunikation" href="http://wiki.zum.de/Kommunikation" target="_blank">Kommunikation</a> erh&#246;hen kann.</li>
</ul>

<p>Und zwar nur durch Kommunikation, wobei ich unter Kommunikation auch die Auseinandersetzung mit B&#252;chern verstehe, aber nat&#252;rlich ebenso die konkrete Kommunikation von an Themen interessierten Individuen, sei es nun im Web oder in der pers&#246;nlichen Begegnung (oder in beiden Bereichen). Ich muss kommunizieren, damit Wissen entstehen kann. Die eigene Attraktivit&#228;t (oder auch Anerkennung)  h&#228;ngt wesentlich davon ab, dass ich mich selbst nicht f&#252;r zu wichtig halte und gleichzeitig doch darum wei&#223;, dass ich wichtig bin und das der andere wichtig ist und erkenne,</p>

<ul>
    <li>dass Kommunikation dann entsteht, wenn der eine wei&#223;, was der andere nicht wei&#223;.</li>
</ul>

<p>Dies ist eigentlich immer der Fall, wenn ich unter Wissen nicht nur lexikalisches Wissen verstehe, sondern ein Wissen, das mit eigenen Erfahrungen und den sich daraus ergebenden Denkhorizonten angereichert ist. Dabei muss das Kommunikation begr&#252;ndende, unterschiedliche Wissen nicht so unterschiedlich sein, dass es wieder ankn&#252;pfungslos wird, sondern kann auch darin bestehen, dass das Gegen&#252;ber gleiche Dinge anders sieht und somit neue, vertiefte oder ver&#228;nderte Wissensbest&#228;nde entstehen. Hier wirken die Menschen wie „<a href="http://www.adz-netzwerk.de/wiki/index.php/Benutzer:Jeanpol/Folie_3" target="_blank">Neuronen</a>“ aufeinander ein. Und weil das so ist, gilt es zu erkennen,</p>

<ul>
    <li>dass durch Kommunikation und Weitergabe von Wissen das eigene Wissen vermehrt wird.</li>
</ul>

<p>Wissen, dass man wie einen Schatz f&#252;r sich behalten will, verfault. Wer die eigenen Talente nicht zu erkennen vermag und mit den eigenen Talenten nicht loszieht, um sie zu vermehren, reduziert seine eigenen Entwicklungsm&#246;glichkeiten. Wenn ich meine Talente brach liegen lasse, dann verrotten sie und irgendwann sind sie verloren.<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/12/vernetzen-oder-anmerkungen-zur-netzsensibiltaet/#footnote_3_1584" id="identifier_3_1584" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vergleiche: http://www.abtei-kornelimuenster.de/Spirituelles/Kirchenjahr/Glauben%20wagen.htm">4</a></sup> Kommunikation ist die beste (einzige?) M&#246;glichkeit, das eigene Wissen (und damit meine ich nicht nur Theoriekenntnisse sondern auch praxisbezogenes Wissen) zu vermehren. Damit dies m&#246;glich ist, bedarf es der</p>

<ul>
    <li>F&#228;higkeit, Potenziale von anderen Gruppenmitgliedern zu erkennen, zu erschlie&#223;en und f&#252;r die Gruppe fruchtbar zu machen.</li>
</ul>

<p>Kommunikation lebt von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Empathie" target="_blank">Empathie</a>. Hier gilt das Gleiche, das f&#252;r Schauspieler oder (Jazz)Musiker gilt, die mit anderen zusammen spielen: Es geht darum, nicht gegen den anderen zu spielen und seine Spielangebote zu verneinen (insbesondere bei der Improvisation), sondern um ein Gesp&#252;r f&#252;r die Kommunikationsangebote der anderen Gruppenmitglieder und deren positiver Aufnahme. Kommunikation ist tot, wenn sie kein Gesp&#252;r f&#252;r die Potentiale der anderen Gruppenmitglieder zu entwickeln vermag. Deshalb bedarf es &#252;ber die Emapathie hinaus der</p>

<ul>
    <li>F&#228;higkeit, Kommunikation innerhalb einer Gruppe einzuleiten und aufrecht zu erhalten.</li>
</ul>

<p>Dies ist eine Grundqualifikation, um gemeinsame Konstruktion von Wissen zu erm&#246;glichen und sie bezieht sich nicht auf einen Gruppenleiter, sondern auf jedes Mitglied einer Gruppe! Die Aufgabe des Gruppenleiters (oder Lehrers) ist es unter anderem, diese F&#228;higkeit als Kompetenz zu vermitteln und deren praktische Umsetzung zu erm&#246;glichen und professionell zu begleiten. Das Ziel dabei ist die Bef&#228;higung zur symmetrischen Kommunikation und der</p>

<ul>
    <li>F&#228;higkeit, die Transformation von Information zu <a title="Wissen" href="http://wiki.zum.de/Wissen">Wissen</a> in der Gruppe [selbst] anzuleiten.</li>
</ul>

<p>Jedes Gruppenmitglied hat diese Aufgabe und „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_(Psychologie)" target="_blank">Flow</a>“ kann in einer Gruppe entstehen, wenn alle Mitglieder st&#228;ndig an diesem Prozess der Transformation beteiligt sind und dabei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Synergie" target="_blank">Synergien</a> frei werden. Der Wert von Vernetzung liegt darin, dass das Ganze immer mehr als seine Teile ist, dass das Zusammenwirken auf gegenseitige F&#246;rderung hin ausgerichtet ist. Und hieraus ergibt sich dann die Notwendigkeit der</p>

<ul>
    <li>F&#228;higkeit, f&#252;r die Gruppe relevante externe Ressourcen aktiv zu suchen.</li>
</ul>

<p>Vier, sechs, acht, x Augen sehen nun einmal mehr als zwei und die aktive Suche nach f&#252;r die Gruppe relevanten externen Ressourcen steht auch in Verbindung mit dem Kriterium, dass der Einzelne etwas wissen soll, das die anderen Gruppenmitglieder (noch) nicht wissen. Dies geschieht auch durch die Suche von Material, das in den vernetzten Prozess der Wissenskonstruktion eingespeist und miteinander erarbeitet wird. Doch Wissen, das nur konstruiert und keine konkreten Handlungen oder Handlungsbef&#228;higungen nach sich zieht, ist totes Wissen. Deshalb bedarf es der</p>

<ul>
    <li>F&#228;higkeit, Handlungsbereitschaft zu erkennen und zu mobilisieren,</li>
</ul>

<p>um Wissen f&#252;r sich und andere fruchtbar zu machen und einen Beitrag auch der Kommunikation in das Au&#223;erhalb eines Netzwerkes leisten zu k&#246;nnen. Denn jede Wissenskonstruktion muss zur Handlungsbef&#228;higung f&#252;hren, zu konkreten Projekten. Es reicht eben nicht, Wissensbest&#228;nde anzuh&#228;ufen, sie m&#252;ssen auch bewertet werden und zu Konsequenzen f&#252;hren. Es geht um die L&#246;sung von Probleme und „<a href="http://jeanpol.wordpress.com/2008/11/21/menschen-kommunizieren-wenn-der-eine-etwas-weis-was-der-andere-nicht-weis/" target="_blank">um Probleme zu l&#246;sen, m&#252;ssen wir ununterbrochen neues Wissen konstruieren. In Einsamkeit geht das nicht. Zur Produktion von neuem Wissen, m&#252;ssen Menschen kommunizieren</a>“. Von daher bedarf es schlie&#223;lich der</p>

<ul>
    <li>F&#228;higkeit, Kommunikation nach au&#223;en einzuleiten und aufrecht zu erhalten.</li>
</ul>

<p>Und so theoretisch dieser Beitrag auch klingen mag: Ich mache genau das, was hier beschrieben wird. Ich greife <a href="http://wiki.zum.de/Netzsensibilit%C3%A4t" target="_blank">eine Ressource</a> auf und erg&#228;nze sie um meine &#220;berlegungen zum Thema, wobei sich mein eigenes Resourcenpotential durch Vernetzungen in  fachbezogenen sozialen Gemeinschaften (Blogs, Feeds, <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">ldl.mixxt.de</a>, <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">maschendraht.mixxt.de</a>, Twitter) und der dort stattfindenden Kommunikationsprozesse selbst st&#228;ndig erweitert. Dieser Beitrag ist, wie viele andere Beitr&#228;ge auf dieser Website, Teil eines Kommunikationsprozesses, an dem mitlerweile &#252;berraschend viele Leute beteiligt sind. Dabei kann jeder eigenes Wissen beitragen und so wird die Kommunikation selbst &#252;berhaupt erst m&#246;glich, weil „man sich was zu sagen hat“. Ohne die Potentiale meiner Gespr&#228;chspartner im Netzwerk, w&#228;re das alles nicht m&#246;glich, da diese einfach &#252;ber Wissen verf&#252;gen, das mir so erst einmal nicht zur Verf&#252;gung steht. Doch das so gewonnene Wissen bleibt nicht in der Gruppe, sondern wird gestreut, „diffundiert“, sodass die in den Diskussionen ausgetauschten Informationen zu handlungsbef&#228;higendem Wissen werden, woraus sich dann die unterschiedlichsten Projekte ergeben, wobei der Projektbegriff hier sehr weit verstanden wird, denn auch dieses Blogs ist ein solches Projekt unter vielen anderen, die an &#228;hnlichen Themen arbeiten.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Medienkompetenzen und Sch&#252;lerorientierung</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 22:33:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Res&#252;me: Die Begriffe „Sch&#252;lerorientierung“ und „Medienkompetenz“ wirken heute oft wie wenig reflektierte Modebegriffe in Bildungskontexten. Ausgehend von Materialien, die im Rahmen der britischen Bildungsdiskussion entstanden sind, greift dieser Beitrag beide Begriffe auf und versucht einen Diskussionsbeitrag zur weiteren Kl&#228;rung der &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Res&#252;me: Die Begriffe „Sch&#252;lerorientierung“ und „Medienkompetenz“ wirken heute oft wie wenig reflektierte Modebegriffe in Bildungskontexten. Ausgehend von Materialien, die im Rahmen der britischen Bildungsdiskussion entstanden sind, greift dieser Beitrag beide Begriffe auf und versucht einen Diskussionsbeitrag zur weiteren Kl&#228;rung der Begriffe zu leisten, ohne dabei auf unterrichtspraktische Implikationen zu verzichten.</em></p>

<p><em>Eine der Schlussfolgerungen lautet: Die aktuelle Mediendebatte in Bildungskontexten </em><em>ist eine Debatte, in der es um die &#220;bertragung der Ideen der Aufkl&#228;rung in den Kontext neuer Medientechnologien und deren Anwendungsm&#246;glichkeiten geht!<span id="more-1451"></span></em></p>

<p>Auf das in Bristol ans&#228;ssige <a href="http://www.futurelab.org.uk" target="_blank">Futurelab</a> bin ich &#252;ber ein <a href="http://www.futurelab.org.uk/resources/publications-reports-articles/handbooks/Handbook1246" target="_blank">Handbuch</a> gesto&#223;en, in dem es um Ver&#228;nderungen von Curricula (Lehrpl&#228;nen) und Unterricht („classroom practice“) geht.</p>

<p>Zuerst etwas zu dem Institut und dann zu ein paar ersten Entdeckungen, die ich dort gemacht habe:</p>

<blockquote>“Futurelab is passionate about transforming the way people learn. Tapping into the huge potential offered by digital and other technologies, we develop innovative resources and practices that support new approaches to learning for the 21st century.”<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#footnote_0_1451" id="identifier_0_1451" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. Futurelab Website &ndash; About us">1</a></sup></blockquote>

<p>Es geht dem Futurelab um eine Ver&#228;nderung der Lernwege von Menschen in der Gegenwart. Es geht davon aus, dass digitale und andere Technologien ein gro&#223;es Potential f&#252;r diese Lernwege bieten und entwickelt deshalb Material und Praxisans&#228;tze, die sich den angenommenen M&#246;glichkeiten f&#252;r neue Lernwege widmen. Kurz: Das Futurelab ist davon &#252;berzeugt, dass  „neue“ Technologie, auch das Web 2.0, Potentiale f&#252;r Bildungsprozesse bieten und geh&#246;rt in den Kreis derjenigen, die sich hier theoretisch und praktisch engagieren.</p>

<p>Die<a href="http://www.futurelab.org.uk/resources/publications-reports-articles/handbooks/Handbook1246" target="_blank"> j&#252;ngste Produktion des Futurelabs</a> ist das oben schon erw&#228;hnte Handbuch, dass ich vor allem deshalb interessant finde, weil es das personalisierte Lernen als stark sch&#252;lerorientiertes Lernen ins Zentrum stellt. Dabei handelt es sich um eine Form des Lernens, die in Deutschland schon l&#228;nger propagiert wird, bei deren Umsetzung es aber nach wie vor durchaus Potential gibt, auch weil nicht in jedem Falle gekl&#228;rt zu sein scheint, was sch&#252;lerorientierter Unterricht eigentlich sein soll bzw. kann.</p>

<p>Zu dieser Frage findet sich im <a href="http://www.futurelab.org.uk/glossary" target="_blank">Glossar des Futurlabs</a> folgende <a href="http://www.futurelab.org.uk/glossary#personalisation" target="_blank">Definition</a>:</p>

<blockquote>“personalisation:</blockquote>

<blockquote>Personalised learning is an approach which advocates reversing the logic of education systems so that the system conforms to the learner, rather than the learner to the system, offering bespoke support for each individual in order to foster engaged and independent learners able to reach their full potential.”</blockquote>

<p>Es geht hier also, um zumindest den Sinn einmal zu „&#252;bersetzen“ darum, dass die Logik des Bildungssystems in den Blick genommen wird und das System sich den Anspr&#252;chen der Lernenden zu widmen habe und eben nicht mehr, wie es im alten Paradigma war und ist, den Lernenden an das System anzupassen. Es geht dem neuen Paradigma um Unterst&#252;tzung f&#252;r den individuellen Lerner, um so engagierte und unabh&#228;ngige Lernende zu gewinnen, die in der Lage sind, die eigenen Potentiale voll zu nutzen.</p>

<p>Um einen Begriff aufzugreifen, den <a href="http://bremerstudiblog.wordpress.com/" target="_blank">Thorsten Sch&#246;nbohm</a> k&#252;rzlich in einer <a href="http://bremerstudiblog.wordpress.com/2009/04/22/was-hat-die-padagogik-in-den-letzten-100-jahren-geleistet/" target="_blank">Reflexion &#252;ber die Leistungen der P&#228;dagogik in den letzten 100 Jahren in</a> Erinnerung gerufen hat: Es geht um M&#252;ndigkeit, darum, den Lernenden den Mut zu geben, sich des Verstandes fr&#252;her oder sp&#228;ter ohne Leitung eines anderen zu bedienen.</p>

<p>Es klingt &#252;berraschend, erstaunlich und gleichzeitig eigentlich selbstverst&#228;ndlich: Die medienp&#228;dagogische Debatte, die momentan hier, &#252;ber Twitter, in den unterschiedlichsten Lehrerblogs, in Fachliteratur und auch in den Massenmedien gef&#252;hrt wird, ist eine Debatte, in der es um die &#220;bertragung der Ideen der Aufkl&#228;rung in den Kontext neuer Medientechnologien und deren Anwendungsm&#246;glichkeiten geht!</p>

<p>Im Kontext neuer Medien wird oft, obwohl der Begriff f&#252;r den Umgang mit allen Medien gilt, von Medienkompetenz gesprochen. Im Englischen hat sich der Begriff der „media literacy“ f&#252;r diesen Komplex aus unterschiedlichen F&#228;higkeiten im Umgang mit Medien eingeb&#252;rgert. Was alles zur Medienkompetenz dazugeh&#246;rt, ist Teil eines Papieres, das <a href="http://www.lse.ac.uk/collections/media@lse/whosWho/soniaLivingstone.htm" target="_blank">Professorin Sonia Livingstone</a> von der <a href="http://www.lse.ac.uk/" target="_blank">Medienabteilung der London School of Economics and Politcal Siences</a> zur Verf&#252;gung gestellt hat und das <a href="www.lse.ac.uk/collections/media@lse/pdf/What_is_  media_literacy.doc " target="_blank">hier als Word-Dokument heruntergeladen werden kann</a>.</p>

<p>Livingston sieht vier Kompetenzbereiche, die zusammen die Media-Literacy ausmachen, n&#228;mlich die F&#228;higkeiten des Zugriffs, der Analyse, der Bewertung und der Erstellung von Inhalten in unterschiedlichen Kontexten (“the ability to access, analyse, evaluate and create messages across a variety of contexts”).<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#footnote_1_1451" id="identifier_1_1451" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sonia Livingston, What is media literacy, London">2</a></sup></p>

<p>Wenn man dieser Definition erst einmal zustimmt, ergeben sich daraus f&#252;r Lehrende, die Lernprozesse begleiten, in Hinsicht auf Medienkompetenz vier Bereiche, die in den Blick genommen werden m&#252;ssen, damit Bildungsprozesse auf Medienkompetenz hin gelingen k&#246;nnen.</p>

<ol>
<li><p>Welche Zugriffsm&#246;glichkeiten auf Information stehen zur Verf&#252;gung und was ist n&#246;tig, damit ein Zugriff auf die Informationen m&#246;glich wird?</p></li>
<li><p>Wie k&#246;nnen Informationen, die auf unterschiedlichen Kan&#228;len zur Verf&#252;gung stehen, ausgewertet werden?</p></li>
<li><p>Was ist n&#246;tig, damit zur Verf&#252;gung stehende Informationen bewertet werden k&#246;nnen, damit in der F&#252;lle der Informationen, mit denen wir es heute zu tun haben, &#252;berhaupt noch eine Auswahl nach Qualit&#228;tskriterien stattfinden kann.</p></li>
<li><p>Was ist n&#246;tig, damit Menschen nicht nur konsumierend mit den Medien umgehen, sondern selbst in die Lage versetzt werden, im Kontext dieser Medien (und hier geht es neben so etwas wie dem Leserbrief nat&#252;rlich explizit auch um eigene Aktivit&#228;ten im Web 2.0) Inhalte zu produzieren.</p></li>
</ol>

<p>Jeder dieser vier Bereich ist geeignet, selbst Thema in einem Beitrag zu werden. Um hier nicht zu umfangreich zu werden, an dieser Stelle nur ein paar Andeutungen:</p>

<p>@1: B&#252;cher, Bibliotheken, Radio, Fernsehen, Datenbanken, Internet, Lehrveranstaltunge, Vortr&#228;ge… Die Voraussetzungen f&#252;r einen Zugriff sind hierbei unterschiedliche, ich m&#246;chte aber einen nennen, der in der Diskussion oft vorausgesetzt wird: Die Grundvoraussetzungen f&#252;r den Zugang zu den meisten dieser Informationsquellen sind das Lesen und Schreiben, wobei es sich vor allem beim Lesen um eine Kompetenz handelt, die das den Sinn erfassende Lesen meint. – Zu den Zugriffsm&#246;glichkeiten geh&#246;ren aber nat&#252;rlich auch gegebenenfalls Computer und Internet und damit auch das Problem der Finanzierung der Zugriffsm&#246;glichkeiten bzw. die eigenen finanziellen M&#246;glichkeiten.</p>

<p>@2 Anders gefragt: Wozu braucht man so Sachen wie Inhaltsangabe, Interpreations- und Analysef&#228;higkeiten gegen&#252;ber Texten (oder Daten), Mathematikkenntnisse (Statistik)? Ganz einfach: Man braucht Werkzeuge, um zur Verf&#252;gung stehende Informationen auswerten zu k&#246;nnen. – Es sollte also m&#246;glich sein, diese Kompetenzen so zu vermitteln, dass ihr Wert f&#252;r die Praxis schnell einsichtig wird (oder?).</p>

<p>@3 Die F&#228;higkeit zur Bewertung von Material und Informationen ist heute fast noch wichtiger als in Zeiten vor dem Internet, da jeder (die technischen Zugangsm&#246;glichkeiten vorausgesetzt) heute Inhalte zur Verf&#252;gung stellen kann, die nicht immer problemlos sind. Ich muss ausw&#228;hlen k&#246;nnen und brauche Kriterien f&#252;r meine Auswahl.</p>

<p>@4 Sollte noch jemand fragen, warum die Arbeit mit Blogs und Wikis im Unterricht Potential hat: Hier ist ein Hinweis auf eine m&#246;gliche Antwort. Es geht hier aber auch um andere Formen der Gestaltung von Inhalten: Leserbriefe schreiben, Gestaltung eines Videos, von Fotografien, Dokumentation von Experimenten im naturwissenschaftlichen Unterricht, Erstellung von Materialien z.B. f&#252;r den Einsatz im Unterricht, f&#252;r eigenes Lernen etc. In diesen Bereich geh&#246;rt aber auch die Frage, wie ich beispielsweise in Communities Inhalte erstelle – und vor allem: welche.</p>

<p>Medienkompetenz (media literacy) ist, das ist eigentlich unstrittig, soll aber einfach mal wieder gesagt werden, ein komplexes Ineinander unterschiedlicher Kompetenzbereich, die in Lernprozessen erworben werden m&#252;ssen, damit das Ziel m&#252;ndiger Menschen im oben angef&#252;hrten, kantschen Sinne &#252;berhaupt &#252;berhaupt erreicht werden kann. Mangelnde Medienkompetenz ist also nicht nur f&#252;r die Berufsfindung ein Problem, sondern kann auch demokratische Strukturen gef&#228;hrden, da diese zumindest ein St&#252;ck weit vom kompetenten Umgang mit Informationen und Desinformationen leben.</p>

<p>Dabei ist es nicht n&#246;tig, dass der <em>gesamte Unterricht</em> auf digitale Medien ausgerichtet ist. Vor dem Hintergrund der &#220;berlegungen bis hierher ist da sogar eine Mischkultur sehr w&#252;nschenswert, um die Komplexit&#228;t des Kompetenzenfeldes &#252;berhaupt abdecken zu k&#246;nnen! Angesichts der voll im Gang befindlichen und sich abzeichnenden Entwicklung gilt aber nat&#252;rlich auch, dass digitale Medien angemessen in den Blick genommen werden m&#252;ssen. Im <a href="http://www.futurelab.org.uk/resources/publications-reports-articles/handbooks/Handbook1246" target="_blank">Handbuch “Curriculum and teaching innovation”</a> des Futurelabs liest sich das wie folgt:</p>

<blockquote>“A focus on media literacy must also account for the emergence of complex new ‘digital divides’. Until recently, the digital divide was conceived as a partition between those children able to access new technology and those who could not. Now, though, it is not so much a question of access as a question of how new technology and media are being used, and the extent to which they are understood. Do patterns of computer use mirror existing patterns of socio- economic inequality, and do schools have a role to play in ameliorating these differences? In addition, there may be a widening division developing between new technology and media use outside school and inside school, with schools unable to keep up with the relentless pace of either hardware development or the appearance of new online communication services such as Bebo, MySpace and Facebook. Although such services may not seem to have a natural place in a school curriculum, the implications of these for children and young people should not be underestimated. For teachers it is becoming increasingly important to engage with the experiences that many young people (but not all, and certainly not equally) are experiencing in the popular cultural worlds accessed via new media forms.”<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#footnote_2_1451" id="identifier_2_1451" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Curriculum and teaching innovation. Transforming classroom practice and personalisation , S. 35.">3</a></sup></a></blockquote>

<p>Und weil ich es so treffend finde, will ich zumindest einen kleinen Teil &#252;bersetzen: „Au&#223;erdem scheint sich eine zunehmende Trennung zwischen dem Gebrauch von neuer Technologien und Medien innerhalb und au&#223;erhalb der Schule zu entwickeln, in der die Schulen unf&#228;hig sind, mit der Geschwindigkeit der Hardware-Entwicklung oder dem Auftauchen neuer Kommunikationsdienste im Internet wie Bebo, MySpace und Facebook (in Deutschland w&#228;ren zu erg&#228;nzen MSN und Sch&#252;lerVZ) mitzuhalten. Auch wenn diese Angebote keinen nat&#252;rlichen Platz im Lehrplan der Schulen zu haben scheinen, sollten ihre Bedeutung f&#252;r junge Menschen nicht untersch&#228;tzt werden. F&#252;r Lehrende wird es zunehmend wichtig, sich mit den Erfahrungen junger Menschen (nicht aller und auch nicht in gleichem Ma&#223;e) zu besch&#228;ftigen, die in popul&#228;rkulturellen Welten in der Form neuer Medien gemacht werden.“</p>

<p>Ich verstehe diesen Abschnitt so, dass Medienkompetenz nur dann angemessen vermittelt werden kann, wenn die Lehrenden &#252;berhaupt erst einmal eine reale Ahnung davon haben, was Jugendliche, die sich in digitalen Kontexten bewegen, an Erfahrungen in diesen Kontexten machen und welche Bedeutung diese Erfahrungen f&#252;r die Jugendlichen haben.</p>

<p>Bislang scheint diese Debatte in Deutschland meiner Wahrnehmung nach nicht stattzufinden. (Sollte jemand Hinweise haben, dass doch, bitte als Kommentar hinterlassen.) – Welche Bedeutung haben von Jugendlichen genutzte soziale Plattformen f&#252;r die Jugendlichen? Nein, diese Frage habe ich noch nicht geh&#246;rt, wohl aber die Frage nach den Risiken, die mit diesen Plattformen f&#252;r Jugendlichen verbunden sind. Und ja, es ist von gro&#223;er Bedeutung f&#252;r die Entwicklung von Medienkompetenz, um solche Risiken zu wissen und hier haben Lehrende und Eltern eine wichtige Aufgabe im Kontext der Entwicklung von Medienkompetenz in Bezug auf digitale Medien, die aber nicht in einer kulturkritischen Manier daher kommen sollte, wie es sie immer beim Aufkommen neuer Medien gibt. Als die Schrift aufkam, wurde sie von Platon (Sokrates) im Phaidros massiv angegriffen, der Roman galt Anfang des 19. Jahrhunderts noch als ein Medium ohne Bildungswert etc. Nein, es geht um eine Aufkl&#228;rung wirklicher Risiken, die aber gerade die Bedeutung der von Jugendlichen genutzten Kommunikationsformen f&#252;r die Jugendlichen &#252;berhaupt erst einmal kennt und Ernst nimmt!</p>

<p>Soweit zur Theorie. Was aber bedeutet das alles f&#252;r die Gestaltung von Unterricht? Ein kurzes Brainstorming – Brainstorming deshalb, da f&#252;r unterschiedliche Lerngruppen oder Lernkonstellationen unterschiedliche L&#246;sungen angemessen und hier keine Rezepte angebracht sind. Ich beschr&#228;nke mich hier nat&#252;rlich nur auf die Frage, was m&#246;glicherweise f&#252;r die Entwicklung der oben dargestellten komplexen F&#228;higkeiten hilfreich sein kann, die zusammen so etwas wie Medienkompetenz (media literacy) ergeben:</p>

<ol>
<li><p>Die Erfahrungen mit Medien von Jugendlichen m&#252;ssen ernst genommen werden und sollte nicht vor allem Gegenstand der negativen Bewertung von Lehrenden, Elternverb&#228;nden, Politikern und anderen sein, da der Medienkonsum immer auch mit einer Bedeutsamkeit der konsumierten Medien f&#252;r die Jugendlichen verbunden ist. Das f&#228;ngt bei den Lekt&#252;ren der Jugendlichen an und nicht erst bei ihren Aktivit&#228;ten im Netz. Das hei&#223;t z.B., dass auch Platz f&#252;r B&#252;cher im Deutschunterricht sein sollte, die die Jugendlichen lesen, die von Deutschlehrern und -lehrerinnen aber eher aufgrund mangelnder literarischer oder gar „p&#228;dagogisch wertvoller“ Qualit&#228;ten argw&#246;hnisch betrachtet werden.</p></li>
<li><p>Die mit dem Mediengebrauch verbundene Bedeutung der Mediennutzung f&#252;r die Jugendlichen kann Zug&#228;nge f&#252;r gelingende Arbeit mit Medien bieten: Was f&#252;r Bedeutungen sind es denn eigentlich, die Jugendliche den Medien f&#252;r sich zuschreiben? K&#246;nnen die Medien die sich daraus ergebenden Funktionen &#252;berhaupt erf&#252;llen? Wo sind M&#246;glichkeiten, Grenzen und auch Risiken? Gibt es Alternativen?</p></li>
<li><p>Die genutzten Medien zugeschriebenen Bedeutungen (nochmal: das k&#246;nnen auch B&#252;cher etc.  sein, sind aber oft eben doch digitaler Art) und die faktisch mit ihnen gemachten Erfahrungen k&#246;nnen reflektiert werden und so zu einem Umgang mit Medien f&#252;hren, der unter Gebrauch des eigenen Verstandes und in Bezug auf Kriterien gestaltet wird.</p></li>
<li><p>Sch&#252;lerorientierung kann in methodischen Settings erreicht werden. Hier sei als Schlagwort der problemorientierte Unterricht genannt, in dessen Kontext f&#252;r mich &#252;brigens auch das hier schon &#246;fters in den Blick genommene Konzept „Lernen durch Lehren“ geh&#246;rt, weil hier Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler aktiv zur Arbeit an Unsch&#228;rfen (Problemen) angeleitet werden – also zum Gebrauch des eigenen Verstandes mit dem Ziel, dass dies ohne Anleitung durch andere gelingen soll.</p></li>
<li><p>Das Lernen auf die Produktion von Inhalten hin ausrichten! Dazu sind nat&#252;rlich differenzierte Fachkenntnisse n&#246;tig. Es ist aber ein Unterschied, ob diese auswendig gelernt oder in der Auseinandersetzung mit Problemen als notwendig erfahren werden k&#246;nnen.</p></li>
</ol>

<p>Dabei wird allerdings ein Problem, das im zitierten Handbuch des Futurelabs deutlich benannt wird, wahrscheinlich immer ein Problem bleiben, ohne dieses hier als Totschlagargument zu nutzen, sondern eher als einen ersten Hinweis, wie Jugendliche (nur Jugendliche?) Medien in und au&#223;erhalb der Schule m&#246;glicherweise erleben:</p>

<blockquote>“While children are experiencing a highly
seductive media environment outside school,
in school new technology use is restricted,
perhaps even considered banal by children
as failing to keep up with cutting edge
developments. In short, schools struggle
to compete with the slick and professional
presentations of the new media environment.”<sup><a href="http://herrlarbig.de/2009/04/28/medienkompetenzen-und-schuelerorientierung/#footnote_3_1451" id="identifier_3_1451" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Curriculum and teaching innovation. Transforming classroom practice and personalisation , S. 33.">4</a></sup></a></blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Vernetzen macht Spa&#223; – und ist lehrreich</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 22:19:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[1985, lange bevor Computer und Internet bei mir einzogen, machte ich als Jugendlicher erste Erfahrungen mit „Vernetzung“: Ich schrieb und erhielt Briefe – aus fast allen Regionen der Welt. Heute kaum mehr vorstellbar, gab es zu dieser Zeit viele Jugendliche, &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/24/vernetzen-macht-spass-und-ist-lehrreich/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1985, lange bevor Computer und Internet bei mir einzogen, machte ich als Jugendlicher erste Erfahrungen mit „Vernetzung“: <span id="more-1417"></span>Ich schrieb und erhielt Briefe – aus fast allen Regionen der Welt. Heute kaum mehr vorstellbar, gab es zu dieser Zeit viele Jugendliche, die sich nicht in Online-Communities trafen, sondern &#252;ber Brieffreund-Agenturen Kontakte in unterschiedlichsten L&#228;ndern suchten. Der Grund war zun&#228;chst ein ganz einfacher. Es ging oberfl&#228;chlich betrachtet darum, erworbene Fremdsprachenkenntnisse endlich einmal anwenden zu k&#246;nnen. Und da ich gerade, nach zwei Sprachaufenthalten in England, im Englischen „drinnen“ war, suchte ich mir also englischsprachige Brieffreunde und -freundinnen, die dann entweder auch auf Englisch antworteten oder es sogar auf Deutsch versuchten.</p>

<p>Das ging meist z&#246;gerlich und mit den &#252;blichen Erz&#228;hlungen &#252;ber das eigene Land einher, das schlief oft schnell wieder ein. Es gab aber ein paar Kontakte, die lange hielten, ohne dass man sich je gesehen h&#228;tte. Im R&#252;ckblick wei&#223; ich heute, was diese Kontakte am Leben erhielt: Dort, wo schnell gemeinsame Interessen, &#252;ber die man ins Gespr&#228;ch kommen konnte, gefunden wurden, hielten die Kontakte so lange, bis eine der beiden Seiten – und das kommt bei Jugendlichen ja durchaus vor – andere Interessen entdeckte, die sich dann nicht mehr mit denen der anderen Seite deckten.</p>

<p>T&#228;glich lief ich in diesen Zeiten zum Briefkasten, hoffte auf Post, sa&#223; am Schreibtisch und schrieb teilweise viele Seiten lange Briefe (schon damals konnte ich mich schriftlich nicht kurz fassen, das &#252;be ich jetzt aber &#252;ber twitter <img src='http://herrlarbig.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ), wusste genau, wann der Briefkasten geleert wurde und wie lange die Brieflaufzeiten waren: Nach Singapur waren es damals z.B. 2-3 Tage, was f&#252;r mich beeindruckend schnell war. Ging Montags ein Brief raus, konnte er am Mittwoch ankommen, am Donnerstag lag dann meist die Antwort dort im Briefkasten, kam meist Samstags an, so dass am Montag wieder ein Brief rausgehen konnte und ich den ganzen Sonntag zum Schreiben hatte.</p>

<p>Es gab aber auch Freunde und Freundinnen in Deutschland verstreut, mit denen &#252;ber Telefon und mit Briefen kommuniziert wurde, so sie nicht irgendwo in der N&#228;he wohnten und man sich eben einfach treffen konnte.</p>

<p>Im R&#252;ckblick waren das meine ersten Vernetzungen und ich lernte enorm viel dabei. Der st&#228;ndige Austausch und vor allem das Schreiben &#252;ber unterschiedlichste Themen, zwangen mich dazu, mir immer wieder Klarheit &#252;ber die Inhalte zu verschaffen. Der Unterschied zum schulischen Lernen war enorm: Ich schrieb Englisch, weil ich mit jemandem in den Austausch treten wollte (dass es dabei um das Lernen der Sprache ging, war eher das Argument gegen&#252;ber den Erwachsenen, eigentlich ging es um die Inhalte oder auch einfach nur darum zu entdecken, dass Papier in unterschiedlichen L&#228;ndern v&#246;llig unterschiedliche Qualit&#228;ten hatte, Leute deren Muttersprachen nicht in lateinischen Buchstaben notiert sind ganz andere Handschriften entwickeln etc.).</p>

<p>So erinnere ich mich noch gut daran, wie ich die als Sechszehnj&#228;hriger nach Erfahrungen in einer B&#252;cherei die Hessische Landesbibliothek entdeckte und meinen ersten echten Bibliotheksausweis in H&#228;nden hielt. Meine erste Ausleihe – und jetzt bitte nicht lachen, war wirklich so – waren 1. ein Buch zur Handschriftenkunde und 2. eine Einf&#252;hrung in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ontologie" target="_blank">philosophische Ontologie</a>. Ich verstand nat&#252;rlich erst einmal gar nichts. Hatte aber das Problem, dass ich einem Brieffreund davon erz&#228;hlt hatte und der jetzt unbedingt wissen wollte, was denn um Himmels Willen „Ontologie“ sei. – Jetzt hatte ich das Problem, ich brauchte eine Antwort. Also las ich – und mein Gegen&#252;ber wartete und wartete auf meine Antwort.</p>

<p>Weil ich einen Brief schreiben musste, lernte ich zumindest in den Grundz&#252;gen, was es mit Ontologie auf sich hat – und zwar beim Schreiben des Briefes selbst, das pure Lesen war da damals nicht sehr fruchtbar.</p>

<p>Ich war zwar kein miserabler Sch&#252;ler, aber ein solches Engagement in Sachen Lernen war f&#252;r mich v&#246;llig neu. Ich hatte mich vernetzt und jetzt hatte ich gef&#228;lligst auch was zu bieten, wollte ich die Kontakte am Leben erhalten. Das machte riesigen Spa&#223;, war spannend und eben auch lehrreich, sodass mich diese Form des Gedankenaustausches, insbesondere &#252;ber den Brief und somit in schriftlicher Form, auch noch in Studienzeiten begleitete.</p>

<p>Doch als wir in einem Seminar zur k&#252;nstlerischen &#196;sthetik einmal auf ein Buch stie&#223;en, dass nun wirklich niemand von uns verstand (sp&#228;ter merkten wird, dass es da auch nichts zu verstehen gab), warben wir im Seminar f&#252;r eine Lekt&#252;regruppe – und als unsere Dozentin das mitbekam, schloss sie sich uns an und gab ihr Wohnzimmer als Treffpunkt her. Heute w&#252;rde man das dann wohl eine Community nennen, denn nat&#252;rlich lasen wir nicht nur. Nachdem wir das urspr&#252;nglich den Anlass f&#252;r diese Gruppe bildende Buch mangels erkennbarer Qualit&#228;t zum Verstauben ins Regal gestellt hatten, lasen wir dann eben Kants Kritik der Urteilskraft und brauchten dazu immerhin zwei Jahre mit Treffen im Zweiwochenrhythmus.</p>

<p>Eine Ver&#228;nderung dieser Formen der Vernetzung kam  erst mit dem Einzug des Internets in mein Leben. Das war 1999.</p>

<p>Die E-Mail hatte ich so ziemlich sofort ins Herz geschlossen, meine erste Website entstand im Jahr darauf. F&#252;r Vernetzung spielte sie als klassische Web 1.0 Website keine Rolle, auch weil sie einfach keiner lesen (oder anschauen?) wollte. Aber immerhin: Ich lernte ein wenig html und konnte davon fasziniert sein, dass das jetzt theoretisch in der ganzen Welt in Sekundenbruchteilen lesbar war.</p>

<p>Und dann kam das Web 2.0. Es dauerte nicht lange und ich hatte mein erstes Blog und kurz danach sogar eine eigene Domain, ich entdeckte IRC, Chat, InstantMessaging als M&#246;glichkeit des Austausches, trug mich in Newsgroups ein – und es passierte erst einmal gar nichts.</p>

<p>Knapp neun Jahre war ich im Internet vertreten, bis sich dies &#228;nderte. Ich legte mir eine zweite Domain zu und begann ein Blog, in dem zun&#228;chst einmal einfach Texte abgelegt werden sollten, die im Rahmen meiner Arbeit entstanden sind: Textinterpretationen vor allem, aber zur Auflockerung eben auch ein paar Sachen, die mit meinem Hobby der Fotografie zu tun haben.</p>

<p>Es gab erste Kommentare und erste neue Gespr&#228;che kamen in Gang. Und dann kam twitter, &#252;ber twitter stie&#223; ich auf <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">ldl.mixxt.de</a> und <a href="http://maschendraht.mixxt.de" target="_blank">maschendraht.mixxt.de</a>, zwei Communities mit lauter an Bildungsfragen interessierten Menschen. Und ich mache, wir sind mittlerweile in der Gegenwart angekommen, wieder die Erfahrung, dass Kommunikation in vernetzten Strukturen dann gelingt, wenn man ein gemeinsames Interessengebiet hat.</p>

<p>Mein Blog ver&#228;nderte sich in dieser Zeit. Ich schrieb weniger &#252;ber Inhalte, die mich im Unterricht gerade besch&#228;ftigen, obwohl es auch f&#252;r solche Eintr&#228;ge mal wieder Zeit wird, ist da doch das eine oder andere an (handschriftlichen) Texten aufgelaufen, sondern mehr und mehr &#252;ber bildungstheoretische Fragen, die unmittelbar mit der Praxis verbunden sind. – Ich konnte gar nicht anders, sp&#228;testens seit mir in diesem Kontext <a href="http://jeanpol.wordpress.com" target="_blank">Jean-Pol Martin</a>, <a href="http://mila78.wordpress.com/" target="_blank">Melanie Gottschalk</a> und <a href="http://cspannagel.wordpress.com/" target="_blank">Christian Spannagel</a> begegnet sind. Es folgten noch einige mehr, aber diese drei nenne ich mit Namen, weil sie der Ansto&#223; waren, mit ihrem Engagement im Internet auch meine Gedanken anzuregen. Und kaum begann ich diese zu &#228;u&#223;ern, war ich „endg&#252;ltig“ im Web 2.0 gelandet: Kommentare in anderen Blogs schreiben, twittern, neue Blogs entdecken, Kommentare im eigenen Blog vorfinden und reagieren m&#252;ssen / wollen.</p>

<p>Pl&#246;tzlich war ich in einem Prozess drinnen, den ich f&#252;r mich Fortbildung 2.0 nenne, weil hier f&#252;r mich, neben dem Spa&#223; des gemeinsam an gemeinsamen Themen Arbeitens und den Anregungen zu neuen Themen und Fragestellungen, die auf diesen Wegen entstehen, die Situation zum Dauerzustand geworden ist, die ich mit dem Erz&#228;hlen von dem Buch &#252;ber philosophische Ontologie und der Nachfrage, was das denn sei, zum ersten Mal erlebt hatte: Es tauchen Fragen auf, die mich besch&#228;ftigen und die irgendwie bearbeitet werden m&#252;ssen / wollen. So war das in dem philosophischen Lesekreis w&#228;hrend des Studiums und so ist es jetzt wieder.</p>

<p>Es mag nicht so scheinen, aber das Schreiben der Texte f&#252;r dieses Blog ist f&#252;r mich Lernen, begleitet von der Lekt&#252;re anderer Blogs (und nat&#252;rlich weiterhin von B&#252;chern), dem einen oder anderen Kurzaustausch auf Twitter etc. – Und das alles neben der nicht gerade geringen Arbeit in Sachen Unterricht, denn das l&#228;uft ja alles im Grunde in der Freizeit. – Der pers&#246;nliche und fachliche Gewinn sind aber so hoch, dass es Spa&#223; macht und eben lehrreich ist.</p>

<p>Dabei hat sich, wie ich jetzt zu meinem eigenen Erstaunen feststelle, das Grundprinzip der Vernetzung nicht ver&#228;ndert, wohl aber die Form: Im Internet gibt es so etwas wie Brieflaufzeiten nicht, der Adressatenkreis eines Eintrages ist deutlich gr&#246;&#223;er, es gibt schnelle Reaktionen, die aber nicht un&#252;berlegter erscheinen als in Briefzeiten.</p>

<p>Digitale Technologie hat aber auch ein Eigenleben insofern sie die Vernetzungen komplexer und geographisch deutlich unabh&#228;ngiger werden l&#228;sst. Dar&#252;ber hinaus ist die Pluralit&#228;t der Menschen beeindruckend, die mir im Netz begegnen und die mich bereichern oder mir auch einmal zur&#252;ckmelden, dass meine Arbeit sie bereichert. Viele Anregungen und mancher Gedankenaustausch w&#228;ren im analogen Kontext entweder nicht,  nur per Zufall, unter hohem Aufwand oder eben gar nicht zustande gekommen.</p>

<p>Warum aber arbeitet man zusammen? Klar, da stehen Themen im Vordergrund. &#220;ber diese w&#252;rde man aber im Internet nicht miteinander reden, wenn das gemeinsame und vernetzte Nachdenken nicht auch von Sympathie und Wertsch&#228;tzung getragen w&#252;rden. Und genau diese weiche Faktoren f&#246;rdern die Arbeit. – Ich kenne bislang noch niemanden all der engagierten Lehrenden und Unterrichtsinteressierten pers&#246;nlich, mit denen ich seit einiger Zeit mehr oder weniger regelm&#228;&#223;ig im Austausch stehe, wei&#223; aber, dass in diesem Netzwerk, in das ich da gl&#252;cklicherweise hineingeraten bin, die meisten sich eben doch auch pers&#246;nlich kennen und ich freue mich schon darauf, dass in wenigen Wochen auch ich einige in Ludwigsburg auf dem <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">LdL-Tag</a> kennenlernen werde.</p>

<p>Und damit ist ein weiterer Faktor angesprochen, der vernetztes Arbeiten so wohltuend sein l&#228;sst (zumindest wenn alles gut l&#228;uft): Die eigene Arbeit ist mehr oder weniger &#246;ffentlich, bietet also auch Dritten Ankn&#252;pfungsm&#246;glichkeiten, die ich eben noch nicht kenne.</p>

<p>Zeit f&#252;r ein Fazit: In selbst verantworteten Bildungsprozessen spielen f&#252;r mich schon seit Jahren Netzwerke eine Rolle, zun&#228;chst analoger und heute digitaler Art. Umgekehrt habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Netzwerke selbst in der Lage sind, das selbst verantwortete Lernen anzuregen und enorm zu f&#246;rdern. Es scheint mir sogar so zu sein, dass selbst verantwortetes Lernen von solchen Netzwerken lebt, da sie den st&#228;ndigen Austausch &#252;ber das eigene Nachdenken erm&#246;glichen und so den entsprechenden „Spa&#223;faktor“ mit ins Spiel bringen, der f&#252;r nachhaltiges Lernen einfach wichtig ist.</p>

<p>Vor diesem Hintergrund eigener Lernerfahrungen, bin ich so ein Verfechter von Netzwerken geworden. Sowohl Lehrende als auch Lernende sollten sich untereinander und miteinander an Themen orientiert vernetzen, um gemeinsam zu lernen. Und da solche Strategien der auf Lernen hin ausgerichteten Vernetzungen nicht jeder autodidaktisch lernt (lernen kann, lernen will), finde ich es wichtig, dass solche Strukturen zunehmend auch im Unterricht bzw. in die Lernkultur im schulischen Kontext Einzug halten. Es gibt Blogs, in denen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler einer Lerngruppe gemeinsam arbeiten und dabei zum Teil erste Erfahrungen mit sozialen Lernformen im digitalen Zeitalter machen, die &#252;ber (oft kommerzielle) Hausaufgabenforen und Sch&#252;lercommunities hinaus gehen. Es wird gechattet, getwittert (in meiner Wahrnehmung sind Microbloggingsysteme bei Sch&#252;lern und Sch&#252;lerinnen in Deutschlang bislang nicht sonderlich weit verbreitet, wohl aber bei den Lehrenden, die im Netz aktiv sind).  Es werden aber auch zunehmend im Unterricht Arbeitsformen (zum Beispiel „Lernen durch Lehren“, Projektarbeit, Forschungsprojekte…) eingesetzt, die Kollaboration (auch digitaler Art) unausweichlich machen.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/21/lernen-bei-goethe/" rel="bookmark" title="21. August 2008">Lernen bei Goethe</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/05/05/ldl-tag-in-ludwigsburg-1-vorbericht/" rel="bookmark" title="5. Mai 2009">LdL-Tag in Ludwigsburg (1. Vorbericht)</a></li>

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		<title>Lehrende im Selbstversuch: Neue Formen selbst verantworteten Lernens</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 23:16:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Diskussion um medienp&#228;dagogische Fragestellungen wird zur Zeit an unterschiedlichen Stellen (im Netz) gef&#252;hrt. Unter anderem gibt es einen Artikel im ZUM-Wiki (ZUM steht f&#252;r „Zentrale f&#252;r Unterrichtsmedien im Internet“), der sich mit der Frage der Medienp&#228;dagogik befasst. Zu diesem &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/19/lehrende-im-selbstversuch-neue-formen-selbstverantworteten-lernens/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussion um medienp&#228;dagogische Fragestellungen wird zur Zeit an unterschiedlichen Stellen (im Netz) gef&#252;hrt. Unter anderem gibt es einen <a href="http://wiki.zum.de/Medienp%C3%A4dagogik" target="_blank">Artikel im ZUM-Wiki</a> (ZUM steht f&#252;r „Zentrale f&#252;r Unterrichtsmedien im Internet“), der sich mit der Frage der Medienp&#228;dagogik befasst. Zu diesem Artikel hat sich auf der jedem Wiki eigenen <a href="http://wiki.zum.de/Diskussion:Medienp%C3%A4dagogik" target="_blank">Diskussionseite zum Artikel</a> eine (bislang noch von einer &#252;bersichtlichen Zahl an Diskutanten gef&#252;hrte) Diskussion entwickelt, auf der unter anderem Fontane44 (der gleiche Fontane, der im letzten Beitrag unter Fontanefan gef&#252;hrt wird) in seiner anregend kritischen Art ein paar interessante Fragen stellt, die meines Erachtens in der Diskussion um die Medienp&#228;dagogik unabdingbar sind:<span id="more-1367"></span></p>

<blockquote>„Wie oft werden Aufgabenstellungen in <a title="Moodle" href="http://wiki.zum.de/Moodle" target="_blank">Moodle</a> bearbeitet, die ebenso im Schreibgespr&#228;ch, an Flipcharts oder mit Overheadfolien bew&#228;ltigt werden k&#246;nnten?”</blockquote>

<p>Zu Lern-Managementsystem (LMS) wie Moodle habe ich mich bereits <a href="http://herrlarbig.de/2008/12/15/diskussion-ueber-lern-management-systeme-lms/" target="_blank">an anderer Stelle grunds&#228;tzlich ge&#228;u&#223;ert</a> und habe dabei die Vermutung formuliert, dass diese LMS eigentlich eine neue Form des lehrerzentrierten Unterrichts sind.</p>

<p>Hier wird diese Verschiebung des Vorhandenen im Bereich der reinen &#220;bertragung klassischer Unterrichtsmethoden ins Netz nun von Fontane44 klar formuliert. Altbekanntes wird nun im Netz reproduziert – und das ist in Zeiten, in denen neue Medien entstehen, etwas ganz normales. Betrachte ich die ersten Buchdrucke und ihre Versuche, die fr&#252;heren handschriftlichen Werke nachzuahmen, so fand auch schon dort eine &#220;bertragung des Bekannten in eine neue Medientechnologie statt.</p>

<p>Die eigenst&#228;ndigen M&#246;glichkeiten eines neuen Mediums zeigen sich erst im Gebrauch und im Laufe eines gewissen Zeitraums. Vergessen wir nicht: Der selbstverst&#228;ndliche Umgang mit Computern und Internet ist noch keine zwei Jahrzehnte alt. Und jetzt zeichnen sich langsam Entwicklungen hin zu dem Bewusstsein ab, dass das Arbeiten im Web 2.0 m&#246;glicherweise mehr bieten kann als eine blo&#223;e &#220;bertragung bekannter Methodiken ins Netz.</p>

<p>Meiner Beobachtung nach, befinden sich gerade einige P&#228;dagogen und Wissenschaftler auf dem Weg, neue Methoden auszukundschaften, indem sie sie selbst ausprobieren.</p>

<p>Die vernetzte Welt der Lehrer und Lehrerinnen ist nach wie vor doch noch relativ klein. (Wenn ich die Zahl der in Deutschland t&#228;tigen Lehrkr&#228;fte einigerma&#223;en richtig erinnere, sch&#228;tze ich, dass die 1-Promille-Grenze nicht &#252;berschritten ist.)</p>

<p>Doch hier tut sich etwas: Blogs werden geschrieben und dabei findet in der Auseinandersetzung mit p&#228;dagogischen Themen im Prinzip das statt, was ich „Fortbildung 2.0“ nenne und das eine ganze Menge mit <a href="http://jeanpol.wordpress.com" target="_blank">Lernen durch Lehren</a> zu tun hat oder, um einen anderen Vergleich heran zu ziehen, ein wenig an autonome Seminare erinnert, die von institutionellen Strukturen losgel&#246;st eigene Bildungsprozesse initiieren, wobei die Beteiligten eigenverantwortlich lernen. – Die via Netz diskutierenden Lehrer und Lehrerinnen machen also im Prinzip das, was in der Bildungsdiskussion heute so oft gefordert wird: sie lernen eigenverantwortlich und kollaborativ, sammeln dabei Erfahrungen mit einer Lernform, die dann im Zusammenhang mit dem Bildungsauftrag an der Schule dort eingesetzt werden k&#246;nnen. Und das tolle ist: Jeder und jede, der oder die sich f&#252;r diesen Diskussionsprozess interessiert, kann ihn mitverfolgen.</p>

<p>Hier findet eine &#214;ffnung &#252;ber die Grenzen von p&#228;dagogischen Konferenzen, p&#228;dagogischen Tagen und anderen Fortbildungen statt, die gleichzeitig zu einer gr&#246;&#223;eren Kontinuit&#228;t dieser Fortbildungsprozesse der Lehrenden f&#252;hrt, die gleichzeitig sowohl von anderen Profis aus der Universit&#228;t oder z.B. dem Coachingbereich aufgeriffen und mit externem Fachwissen angereichert werden als auch beispielsweise Lernenden und Erziehungsbereichtigten die M&#246;glichkeit bieten, ihre &#220;berlegungen zu diesen Themen beizutragen. So stelle ich mir zumindest gegenw&#228;rtig den Idealzustand vor, der zumindest teilweise auch schon umgesetzt wird.</p>

<p>Vielen bloggenden Lehrenden reicht ein eigenes Blog dann bald nicht mehr aus. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Plattformen wie <a href="http://twitter.com" target="_blank">twitter</a> – ja, twitter ist kommerziell und propriet&#228;r und es entwickeln sich zur Zeit auch offene Plattformen nach diesem Vorbild, aber nach wie vor sind eben nun einmal sehr viele der netzaktiven P&#228;dagogen bei twitter anzutreffen… – die Vernetzung und die Diskussion lebendiger machen und (neben RSS-Feeds) eine zentrale Rolle im kontinuierlichen Gedankenaustausch spielen.</p>

<p>Zur&#252;ck zum Anfang: Nachdem die ersten Jahre des selbstverst&#228;ndlich werdenden Umgangs mit Computer und Internet also unvermeidlich von der &#220;bertragung bekannter Formen und Inhalte gepr&#228;gt waren (Web 1.0), zeichnet sich nun ab, dass nach dem Medium eigene Formen (Methoden) des Arbeitens gesucht wird. Hier entwickeln sich neue Methoden, insbesondere des kollaborativen Lernens, die so z.B. in zur Lehrerzentrierungen neigenden LMS wie Moodle oder auch lo-net2 grunds&#228;tzlich zwar angelegt sind, aber bislang kaum angemessen umgesetzt werden.</p>

<p>Und dieser Prozess der Reflexion ist mit der praktischen Entdeckung der Medien und ihrer M&#246;glichkeiten durch die Lehrkr&#228;fte selbst verbunden, die dann als Multiplikatoren versuchen, eigene Erfahrungen in den Unterricht und ins Kollegium zu tragen, ohne das von vornherein klar ist, wann und ob es zu Emergenzen kommt.</p>

<blockquote>„Werden nicht viel zu h&#228;ufig gerade von internetverliebten P&#228;dagogen allzu unbedenklich Namen und Leistungen von minderj&#228;hrigen Sch&#252;lern ins Netz gestellt, so dass damit die Gefahren des unbedenklichen Umgangs mit privaten Daten in sozialen Netzwerken verharmlost werden?“</blockquote>

<p>Hier wird scheinbar ein v&#246;llig anderes Thema angesprochen, das aber dennoch eng mit dem ersten Teil der Aussagen Fontanfans zusammenh&#228;ngen.</p>

<p>Zur Entdeckungsreise auf Neuland geh&#246;rt nat&#252;rlich auch die Frage, was eigentlich passiert, wenn ich altbekannte Vorgehensweisen der Kommunikation auf das Netz &#252;bertrage und mich dabei in Bereich begegebe, die datenschutzrelevant sind.</p>

<p>Das Netz kann nicht als klassisches Notenbuch oder der Kommunikation &#252;ber Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen dienen, wenn nicht angemessen Vorkehrungen getroffen werden, dass hier der Datenschutz nicht zu kurz kommt.</p>

<p>Dabei sto&#223;e ich aber z.B. auf das Problem, dass mir noch kein Lehrender begegnet ist, mit dem ich verschl&#252;sselte E-Mails austauschen kann, obwohl diese Technologie vorhanden und gar nicht so aufwendig zu implementieren ist.</p>

<p>Einerseits machen sich Lehrende viele Gedanken &#252;ber die Gefahren, denen Jugendliche im Internet ausgesetzt sind, warnen vor allzu unbedendlicher Preisgabe pers&#246;nlicher Daten in sozialen Netzwerken und nutzen gleichzeitig fr&#246;hlich Moodle und Co, aber auch E-Mails zur Preisgabe pers&#246;nlicher Daten genau der Jugendlichen, die sie gerade noch davor gewarnt haben. Mir ist &#252;berhaupt nur eine Plattform bekannt, die von Datenschutzbeauftragten in der Entwicklung begleitet wurde, so dass hier von einer recht hohen Sicherheit der Daten ausgegangen werden kann. Und das ist nicht Moodle, das ist <a href="http://edunite.de/" target="_blank">Edunite</a>, was freilich keine Lernplattform ist.</p>

<p>Die Nutzung des Internets durch Lehrende muss also, neben der Lust an der Entdeckung neuer M&#246;glichkeiten eigenverantwortlichen und kollaborativen Lernens am eigenen Leib und deren reflektierter &#220;bertragung in medienp&#228;dagogische Zusammenh&#228;nge, immer auch von der Kenntnis und der Reflexion der M&#246;glichkeiten und Grenzen dieses Mediums begleitet sein. Im Zusammenhang des Austauschs &#252;ber Lernende und deren Bewertung, die Lehrende nun einmal vorzunehmen angehalten sind, bedarf es also eines hohen Bewusstseins im Zusammenhang mit dem Datenschutz. – Und hier gilt, dass in diesem Zusammenhang nichts unverschl&#252;sselt passieren darf.</p>

<blockquote>Die <em>Leuchtt&#252;rme</em> vorbildlicher medienp&#228;dagogischer Arbeit gibt es gewiss, aber wie gut sind sie bekannt? Was k&#228;me heraus, wenn man in den Kollegien fragte, wer die im Hauptartikel vorgestellten <a title="Medienp&#228;dagogik" href="http://wiki.zum.de/Medienp%C3%A4dagogik#Materialien">Materialien</a> kennt? Wie weit ist die Schulung der Lehrkr&#228;fte gediehen?“</blockquote>

<p>Die Schulung der Lehrkr&#228;fte ist landauf landab in vollem Gange, auch wenn es nat&#252;rlich Lehrende geben mag, die sich auf diese Schulung nicht einzulassen bereit sind, aus welchen (v&#246;llig nachvollziehbaren !) Gr&#252;nden auch immer (nahende Pensionierung, grundlegende Skepsis gegen&#252;ber neuer Medien, gut eingespielte analoge Arbeitsformen, die im Sinne eines „never change a winning team“ nicht aufgegeben werden sollen…)</p>

<p>Es gibt zahlreiche Fortbildungen in Schulen und als Angebote der Tr&#228;ger der Lehrerfortbildung. Und es gibt den bereits oben ausf&#252;hrlich dargestellten selbst verantworteten Schulungsprozess der Lehrkr&#228;fte, die das Web 2.0 f&#252;r sich selbst fruchtbar machen, um es auf der Basis dieser Erfahrungen auch f&#252;r die Lernenden fruchtbar machen zu k&#246;nnen.</p>

<p>Hier geht es meines Erachtens nicht darum, die Kollegen und Kolleginnen zu fragen, wer die oben angef&#252;hrten Materialien kennt, denn kennt sie jemand nicht, f&#252;hlt er oder sie sich von dieser Frage m&#246;glicherweise (und vielleicht sogar zurecht) blo&#223; gestellt, in die Ecke gedr&#228;ngt, was zu Abwehrhaltungen f&#252;hren kann.</p>

<p>Meines Erachtens lebt diese Schulung der Lehrenden von der Neugier! Zumindest geht es mir so und ich wei&#223; auch von anderen im Netz aktiven Lehrenden, dass es oft mit Neugier losgeht und, wenn die Vernetzung funktioniert, mit Faszination angesichts der sich auftuenden M&#246;glichkeiten des lernenden Austauschs weiter geht.</p>

<p>Um also Schulungen effektiv gestalten zu k&#246;nnen, braucht es Lehrende, die in diesen Bereichen aktiv sind und von den Erfahrungen erz&#228;hlen, die sie hier machen. Es bedarf Lehrender, die aus eigener Erfahrung heraus die Sorge um noch gr&#246;&#223;ere Arbeitsbelastung durch den Umgang mit neuen Medien, eine durchaus berechtigte Sorge, wenn man die kollaborativen Lernm&#246;glichkeiten des Netzes nicht angemessen zu nuten vermag und vor allem daran denkt, vertraute Lehrstrategien nun netzbasiert zu gestalten, aufgreifen und vielleicht sogar zerstreuen k&#246;nnen.</p>

<p>Das ist sicher ein nicht immer einfacher Prozess. Zun&#228;chst gilt man m&#246;glicherweise als Exot oder Freak, der ins Netz verliebt ist. Das l&#246;st sich aber (teilweise) auf, wenn man von den Erfahrungen und auch Erleichterungen berichten kann, die der Einsatz dieses Mediums f&#252;r mich selbst mit sich bringt.</p>

<p>Kurz: Eine Schulung in Sachen Medienp&#228;dagogik, die zu einem angemessenen Umgang mit neuen Medien f&#252;hren will,  kann nur gelingen, wenn die Bereitschaft der Lehrenden geweckt wird, dieses Wissen auch haben zu wollen. Das geht nicht durch Zwang oder Nachfragen, ob bestimmte Materialien gekannt werden, sondern meines Erachtens nach nur durch die „Leuchtt&#252;rme“, von denen Fontane44 in seiner Diskussionsanmerkung im ZUM-Wiki spricht.</p>

<p>Wie sollen wir auch zu Schulungen &#252;bergehen, wenn wir doch selbst gerade erst entdecken, wie ein angemessener Umgang mit neuen Medien in Lehr-Lern-Zusammenh&#228;ngen gelingen kann. Sicher, in Sachen Datenschutz sind Schulungen dringend n&#246;tig. In vielen anderen Bereichen geht es darum, Kollegen und Kolleginnen f&#252;r eine Entdeckungsreise zu gewinnen und selbst auf Entdeckungsreise zu sein und dabei die Projekte und Resultate nicht f&#252;r sich alleine zu behalten, sondern die eigene Erfahrung der Bereicherung mitzuteilen und bei gewecktem Interesse als Mulitplikator auch die Grundlagen weiter zu geben, mit deren Hilfe man sich selbst in diese Erkundung eines neuen Mediums einbringen kann, die dann in eigenes unterrichtliches Handeln hinein emergieren.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Medien im Unterricht – Ein Diskussionsbeitrag</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 01:19:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Blog von Fontanefan fand ich einen Artikel, der sich mit einem Medienp&#228;dgogischen Manifest und einem Artikel von Ralf Hilgenstock besch&#228;ftigt und der mich zu ein paar eigenen &#220;berlegungen angeregt hat. Fontanefan schreibt: „1. P&#228;dagogik im Medienzeitalter ist notwendigerweise u.a. &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/18/medien-im-unterricht-ein-diskussionsbeitrag/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Blog von <a href="http://fontanefan.blogspot.com/" target="_blank">Fontanefan</a> fand ich <a href="http://fontanefan.blogspot.com/2009/04/medien-im-unterricht.html" target="_blank">einen Artikel</a>, der sich mit einem <a href="http://www.medienpaed.de/news/pdf/MedienpaedagogischesManifest_2009.pdf" target="_blank">Medienp&#228;dgogischen Manifest</a> und einem <a href="http://dialoge.info/b2/index.php/2009/04/03/vom-arg-begrenzten-wert-der-oeffentliche" target="_blank">Artikel von Ralf Hilgenstock</a> besch&#228;ftigt und der mich zu ein paar eigenen &#220;berlegungen angeregt hat.</p>

<p>Fontanefan schreibt:<span id="more-1356"></span></p>

<blockquote>„1. P&#228;dagogik im Medienzeitalter ist notwendigerweise u.a. Medienp&#228;dagogik. Das gilt aber schon, seit es B&#252;cher gibt.“</blockquote>

<p>Und somit ist jeder Umgang mit einem Informationstr&#228;ger mit Medienp&#228;dagogik gleich zu setzen: Handschrift als Kulturtechnik geh&#246;rt ebenso zur Medienp&#228;dagogik wie der Umgang mit B&#252;chern, Theater, Film, Tontr&#228;gern, Fotografie, Malerei, Internet, Handy und Festnetztelefon, Zeitung, Zeitschrift, Magazin und was nicht noch alles unter dem Begriff Medien gefasst werden kann.</p>

<p>Es ist kein Zufall, dass selten von der P&#228;dagogik eines Mediums gesprochen wird, sondern  meist im Plural von Medienp&#228;dagogik. Dieser Begriff ist schillernd. Bei Fontanefan beginnt das mit B&#252;chern, die <a href="http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=R009C6" target="_blank">Definition der Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung</a> ist da ein wenig einschr&#228;nkender, wenn sie den Begriff „Medien“ als einen „Sammelbegriff f&#252;r alle <em>audiovisuellen</em> Mittel und Verfahren zur Verbreitung von Informationen, Bildern Nachrichten etc.“ beschreibt. Wor&#252;ber sprechen wir also, wenn wir von „Medienp&#228;dagogik“ sprechen?</p>

<p>Es handelt sich vom Wortsinn her um eine p&#228;dagogisch gest&#252;tzte Heranf&#252;hrung an Medien. Ist das Heranf&#252;hren an B&#252;cher also Medienp&#228;dagogik? Oder gilt die Beschr&#228;nkung auf audiovisuelle Medien, wie sie von der Bundeszentrale f&#252;r politischen Bildung vorgeschlagen wird?</p>

<p>Fontanefan sagt etwas v&#246;llig richtiges, wenn P&#228;dagogik im Medienzeitalter notwendigerweise unter anderem Medienp&#228;dagogik sein m&#252;sse. Das „unter anderem“ darf dabei nicht &#252;berlesen werden, denn nat&#252;rlich ist die Heranf&#252;hrung an Medien nur ein Teil der p&#228;dagogischen Aufgabe aller an p&#228;dagogischen Prozessen beteiligten Personen.</p>

<p>Das Problem liegt beim Begriff „Medien“. Nicht nur hier, sondern in allen medienwissenschaftlichen Zusammenh&#228;ngen ist der Begriff eher unscharf bestimmt. Jeder, der in medienp&#228;dagogischen Kontexten arbeitet, muss sich also mehr oder weniger selbst eine Definition suchen, die dem Medienbegriff zumindest eine pragmatische Sch&#228;rfe gibt. Und damit sind wir beim zweiten Punkt, den Fontanefan anspricht:</p>

<blockquote>„2. Nicht zuf&#228;llig werden neuerdings fast nur noch die ‚neuen Medien’, also aufw&#228;ndige, teure und vom Verschlei&#223; besonders stark betroffene Medien im Zusammenhang mit Medienp&#228;dagogik diskutiert. Das liegt im Interesse der entsprechenden Industrie.“</blockquote>

<p>Dieser Aussage kann ich nur sehr begrenzt folgen, da hier Interessen ins Spiel gebracht werden, die ohne Zweifel vorhanden sind, aber eben auch wenn es um B&#252;cher, Zeitungen etc. geht. Wo immer ein Medium ins Spiel kommt, kommen heute auch wirtschaftliche Interessen ins Spiel – und das gilt auf f&#252;r B&#252;cher oder gar Schulb&#252;cher.</p>

<p>Aufgabe der Medienp&#228;dagogik ist aber nat&#252;rlich auch die Heranf&#252;hrung an die Kompetenz des kritischen Umgangs auch mit der wirtschaftlichen Bedeutung von Medien, wie weit dieser Begriff auch immer verstanden werden mag. Dazu geh&#246;rt unter anderem die Diskussion um propriet&#228;re und offene Software.</p>

<p>Schon der Begriff „Power-Point-Pr&#228;sentation“ ist n&#228;mlich Werbung, da damit ein propriet&#228;res Produkt zum „Standard“ erhoben wird und z.B. die Pr&#228;sentationsm&#246;glichkeiten im Bereich der OpenSource-Software ausgeblendet werden.</p>

<p>Medienp&#228;dagogik ist also auch eine P&#228;dagogik, die Lehrende zur Reflexion des eigenen Sprachgebrauchs zwingt, um eben zumindest auf Seiten der Software keine teuren propriet&#228;ren „Standards“ zu bef&#246;rdern. Dass dies in Bezug auf die Hardware nicht so einfach ist, steht au&#223;er Frage.</p>

<p>Ist Medienp&#228;dagogik also Schleichwerbung f&#252;r z.B. die Computerindustrie? Dem w&#228;re so, wenn Medienp&#228;dagogik das Ziel h&#228;tte, z.B. den Computer erst einzuf&#252;hren. Hier wird &#252;bersehen, dass Medienp&#228;dagogik, zumindest an Schulen, dann doch eher eine reagierende P&#228;dagogik ist. In ihr werden nicht die innovativen Produkte der Zukunkft „vermarktet“, sondern auf eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung aufgegriffen.</p>

<p>Dabei hat Medienp&#228;dagogik die Aufgabe, zur Reflexionsf&#228;higkeit gegen&#252;ber diesen Entwicklungen zu f&#252;hren. Dass mit diesen Entwicklungen auch Fragen der „Kurzlebigkeit“ der Produkte verbunden sind, hat nichts damit zu tun, dass medienp&#228;dagogisch aktive Lehrende die Industrie f&#246;rderten, sondern damit, dass sich in der Gesellschaft eine Entwicklung ergeben hat, die es notwendig macht, solche Medien in den Fokus zu nehmen – und zwar sowohl von der reflektierenden als auch von der praktischen Seite her.</p>

<p>Diese praktische Seite verlangt von Lehrenden sehr viel, da sie diese nat&#252;rlich erst einmal selbst beherrschen m&#252;ssen, bevor hier medienp&#228;dagogisch angemessen (und eben nicht nur in einseitiger Kulturkritik die jeweils neuen Medien verdammend) gearbeitet werden kann. – In diesem Zusammenhang stellt sich dann auch die Frage nach M&#246;glichkeiten des produktiven Umgangs mit diesen „neuen Medien“, denn zurecht wird oft beklagt, dass diese Medien (wie B&#252;cher &#252;brigens auch) vor allem rezeptiv konsumierend eingesetzt werden. Doch gerade hier gibt es im Kontext „neuer Medien“ zahlreiche M&#246;glichkeiten der aktiven Nutzung, die Wissen mit konstruiert und somit Lernprozesse f&#246;rdern und unterst&#252;tzten kann. Dies wird im dritten Punkt des Beitrags von Fontanefan auch zurecht angesprochen:</p>

<blockquote>3. Ich pers&#246;nlich nutze Web 2.0 gern und viel. Es hat viele Vorteile, auch f&#252;r das Lernen, aber auch viele Nachteile. &#8211; Doch ohne das Internet h&#228;tten sich nie so viele intelligente Menschen darauf eingelassen, mich bei meiner Arbeit zu unterst&#252;tzen, wie es inzwischen der Fall war. Ich nenne keine Namen.</blockquote>

<p>Dem stimme ich weitgehend zu. Nat&#252;rlich bringt jedes Medium immer auch m&#246;gliche Nachteile mit sich. Das wusste schon Platon, der Sokrates im Phaidros eine leidenschaftliche Kritik an der Schrift formulieren l&#228;sst, die fast so klingt, als ginge mit der Einf&#252;hrung der Schrift das Abendland, zumindest aber die Ged&#228;chtniskultur, zu Grunde. Andererseits ist es ebenfalls meine Erfahrung, dass ein gezielter, reflektierter (und auch gekonnter) Einsatz „neuer Medien“ Kontakte zu vielen intelligenten Menschen aufbauen kann, die so sonst nicht entstanden w&#228;ren. Auch ich nenne keine Namen, aber schon dieser von Fontanefan angeregte Diskussionsbeitrag ist genau so eine M&#246;glichkeit des produktiven Umgangs mit Medien und deren Inhalten.</p>

<blockquote>„4. Mir w&#228;re ein Ausbau der psychologischen Beratung von Sch&#252;lern, Eltern und Lehrern viel wichtiger als zus&#228;tzlicher Aufwand f&#252;r Medienp&#228;dagogik. Es besteht ein ungeheurer Bedarf, und der wird nur zu einem <span style="font-style: italic;">sehr</span> kleinen Teil abgedeckt.“</blockquote>

<p>Wer k&#246;nnte dem widersprechen? Ich tue es an einer Stelle, n&#228;mlich dort, wo bei mir der Eindruck entsteht, dass hier ein entweder–oder gemeint sein k&#246;nnte. Dass an der einen Stelle ein Mangel besteht, sogar ein sehr gro&#223;er Mangel, kann doch nicht bedeuten, dass an einer anderen Stelle ein solcher Mangel auch entstehen sollte. Heranwachsende wachsen mit Medien auf, Eltern und Lehrer leben, zumindest in den Kontexten, mit denen wir in Deutschland zu tun haben, in einer medial gepr&#228;gten Welt auf. Es bedarf zus&#228;tzlichen Aufwandes f&#252;r Medienp&#228;dagogik <span style="text-decoration: underline;">und</span> die Verbesserung der psychologischen Beratungsangebote. Das eine gegen das andere zu setzen wird den Herausforderungen und Problemen in p&#228;dagogischen Kontexten, die es ohne Frage in reichem Ma&#223;e gibt, nicht gerecht.</p>

<blockquote>„5. Wer Web 2.0 propagiert, sollte zumindest mit den Hauptgedanken der Computerkritik von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Weizenbaum" target="_blank">Joseph Weizenbaum</a> und der Internetkritik von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clifford_Stoll" target="_blank">Clifford Stoll</a> vertraut sein.“</blockquote>

<p>Ich kenne beide Positionen und halte beide Positionen zumindest f&#252;r ertr&#228;glicher als jene von <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15817/1.html" target="_blank">Neil Postman</a>, w&#252;rde an dieser Stelle aber vielleicht doch ein wenig offener sagen, dass der Umgang mit Web 2.0 ein reflektierter Umgang sein muss. Reflektiert bedeutet nat&#252;rlich auch, dass man zumindest einige theoretische Ans&#228;tze kennen sollte, die einen Reflexionsrahmen herstellen. Weizenbaum und Stoll bieten in diesem Zusammenhang einige wichtige Hinweise. Allerdings ist gerade Stolls Sichtweise eine vom Web 1.0 gepr&#228;gte Position, in der die partizipierende Teilhabe des Web 2.0 noch unber&#252;cksichtigt bleibt. Stoll kritisiert den reinen Konsumcharakter, den der Umgang mit dem Internet in weiten Teilen – auch noch in Web 2.0 Zeiten – hat. Und damit spricht er ein wichtiges Problem der Mediendidaktik und -p&#228;dagogik an.</p>

<blockquote>„6. Das Web dient mehr der Informationsbeschaffung als dem Lernen, aber wer keine solide Bildung hat, wird 10 Jahren ohne Nutzung des Internets einen wesentlichen Nachteil gegen&#252;ber Benutzern des Internets haben.“</blockquote>

<p>Jaein. Das Ph&#228;nomen wird hier richtig benannt und meine Beobachtung geht in genau die gleiche Richtung. Doch ist dies keine wirkliche Kritik an Medienp&#228;dagik oder ein Todesurteil f&#252;r den Einsatz von „neuen Medien“ im Unterricht, da gerade diese Informationsbeschaffungsmentalit&#228;t, mit der viele nahezu ausschlie&#223;lich an das Netz herangehen, ein echtes Problem f&#252;r das Lernen ist.</p>

<p>Ich habe selbst schon das Ph&#228;nomen beobachtet, dass Lernende, die mit Hilfe des Internets eigene Produkte erstellen sollen, pl&#246;tzlich vor dem Problem stehen, dass sie gar nicht wissen, wie das geht. Hier reproduziert sich ein Problem, das ich auch in anderen – analogen! – Lernprozessen beobachten kann, denn mit Hilfe von B&#252;chern ist das Erstellen eigener, die Ergebnisse aufgreifenden, &#252;bertragenden und z.B. f&#252;r eine Pr&#228;sentation umgestaltenden Produkte mit ebenso gro&#223;en Problemen verbunden, trotz Anleitungen.</p>

<p>Und ja: Die Nutzung des Internets ist in vielen F&#228;llen tats&#228;chlich auf Informationbeschaffung beschr&#228;nkt. Das gilt auch f&#252;r B&#252;cher, die oft mehr der Informationsbeschaffung als dem Lernen dienen. Doch gerade hier setzen ja all jene an, die die Nutzung des Web 2.0 „propagieren“. Hier wird versucht, das Internet f&#252;r Lernprozesse fruchtbar zu machen und gleichzeitig eine solide Bildung im kompetenten und produktiven Umgang mit dem Web 2.0 zu erm&#246;glichen, denn dies ist heute, neben all den anderen Inhalten und Kompetenzen, die mit einer soliden Bildung verbunden sind, <span style="text-decoration: underline;">ein</span><em> </em>wichtiger Teil einer solchen Bildung.</p>

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		<title>„Die Sch&#252;ler sind zufrieden &#8211; ich auch“ – Erich Hammer im Gespr&#228;ch</title>
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		<comments>http://herrlarbig.de/2009/04/11/die-schueler-sind-zufrieden-ich-auch-erich-hammer-im-gespraech/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2009 00:44:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit ich st&#228;rker im Web 2.0 unterwegs bin, stelle ich noch mehr und &#252;ber das eigene Kollegium hinaus gehend fest, wie viele tolle Lehrer und Lehrerinnen es gibt, die sich wirklich Gedanken dar&#252;ber machen, wie Unterricht gut gestaltet werden kann. &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/04/11/die-schueler-sind-zufrieden-ich-auch-erich-hammer-im-gespraech/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich st&#228;rker im Web 2.0 unterwegs bin, stelle ich noch mehr und &#252;ber das eigene Kollegium hinaus gehend fest, wie viele tolle Lehrer und Lehrerinnen es gibt, die sich wirklich Gedanken dar&#252;ber machen, wie Unterricht gut gestaltet werden kann. Der Mehrwert des Web 2.0 ist dabei allerdings, dass sich hier in entsprechenden Communities (schnell mal eine Werbepause, in der ich 1. die <a href="http://maschendraht.mixxt.de" target="_blank">Maschendraht-Community</a> und 2. die <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">LdL-Community</a> empfehle) weiter gehende Reflexionsm&#246;glichkeiten als in der doch oft gro&#223;en Arbeitsf&#252;lle und der sich daraus ergebenden Zeitknappheit im Schulalltag ergeben.</p>

<p>Ein Beispiel f&#252;r eine solche Reflexion ist ein informelles Gespr&#228;ch, dass Christian Spannagel mit Erich Hammer f&#252;hrte. Gemeinsam mit Lutz Berger war er in W&#252;rzburg, um sich Mathematikunterricht anzuschauen. <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2009/03/11/ldl-im-matheunterricht/" target="_blank">Ein zusammenfassender Bereicht &#252;ber die Erfahrungen vor Ort findet sich in Christian Spannagels Blog</a>. Die Lekt&#252;re dieses Berichtes sollte dem folgenden Video m&#246;glicherweise vorausgehen, auch wenn im Interview selbst sehr schnell deutlich werden d&#252;rfte, worum es hier geht – und f&#252;r alle, die genau wissen wollen, worum es hier geht: Die Aufzeichnung der betreffenden Unterrichtsstunde stelle ich hier auch zur Verf&#252;gung, weil ich finde, das diese „Schatzsuche“ in deutschen Klassenzimmern einfach wichtig ist.</p>

<p>Hier nun also das Gespr&#228;ch mit Erich Hammer:</p>

<p><object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/zzSd8-0R5Y0&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/zzSd8-0R5Y0&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>

<p>Die etwas mehr als doppelt so lange vollst&#228;ndige Version des hier f&#252;r YouTube aufbereiteten Interviews findet sich &#252;brigens <a href="http://www.lutzlandblog.de/2009/03/auf-kaffeepause-mit-erich-hammer/" target="_blank">hier</a>.</p>

<blockquote>Erg&#228;nzungen zum Interview:

JPM – Ist <a href="http://jeanpol.wordpress.com/" target="_blank">Jean Pol Martin</a>

Neuron – <a href="http://www.adz-netzwerk.de/wiki/index.php/Benutzer:Jeanpol/Folie_3" target="_blank">Erl&#228;uterung der Neuronmetapher</a></blockquote>

<p>Und hier das Video zur Unterrichtsstunde, um die es hier geht:</p>

<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/cRxY2jSUahU&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/cRxY2jSUahU&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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		<title>Stimmen der anderen: Lehrerfreund &#252;ber herrlarbig.de</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/03/08/stimmen-der-anderen-lehrerfreund-ueber-herrlarbigde/</link>
		<comments>http://herrlarbig.de/2009/03/08/stimmen-der-anderen-lehrerfreund-ueber-herrlarbigde/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 23:50:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[herrlarbig.de]]></category>
		<category><![CDATA[Notizen]]></category>
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		<description><![CDATA[Zum ersten Mal schreibt jetzt eine andere Website etwas &#252;ber mein Blog. Das finde ich klasse, das freut mich. (Dank an René Scheppler f&#252;r den Hinweis). Der »Lehrerfreund« schreibt: In den letzten zwei Jahren sind so viele private Lehrer/innensites aus &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/03/08/stimmen-der-anderen-lehrerfreund-ueber-herrlarbigde/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum ersten Mal schreibt jetzt eine andere Website etwas &#252;ber mein Blog. Das finde ich klasse, das freut mich. (Dank an <a href="http://www.blog.initiatived21.de" target="_blank">René Scheppler</a> f&#252;r den Hinweis). Der »<a href="http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrerblog-2009-1-saeuglinge/3422/" target="_blank">Lehrerfreund</a>« schreibt:</p>

<blockquote>In den letzten zwei Jahren sind so viele private Lehrer/innensites aus dem Boden geschossen wie nie zuvor. Wir stellen Ihnen im ersten Teil unserer Lehrerblogschau 2009 die wichtigsten der jungen Blogs/Sites vor, Gr&#252;ndungsdatum ab 2007.

&#8230;..

<dl> <dt><a title="herrlarbig.de" href="http://herrlarbig.de/" target="_blank">herrlarbig.de &#8211; Bildungs-Neuron | Lehrerblog</a></dt> <dd>Blog mit unterschiedlichen Schwerpunkten &#8211; mal gibt es eine Zeit lang Fotos, dann wieder reflektierte Ausf&#252;hrungen &#252;ber Wissenskonstruktion und Lernen mit Web 2.0, zwischendurch auch mal die Interpretation eines mittelhochdeutschen Gedichts.

<em>Schwerpunkte(e):</em> <strong>(vernetzte) Lernprozesse, Tools zum Lernen, Deutschunterricht</strong>
<em>Erster Eintrag:</em> <strong>07/2008</strong>
<em>Posts 01.11.2008-28.02.2009:</em> <strong>51</strong>
<em>Software:</em> <strong>WordPress</strong>

</dd> </dl></blockquote>

<p>Ich finde, das ist eine treffende Beschreibung … und eine R&#252;ckmeldung, wie Dritte mein Blog wahrnehmen. Gemessen an der Zahl der Beitr&#228;ge vom 1. November 2008 bis 28. Februar wird herrlarbig.de hier auf dem f&#252;nften Platz gef&#252;hrt. – Aber was w&#228;re mein Blog, wenn es, abgesehen von der erfreulichen Zahl an Leserinnen und Lesern, nicht – im Zusammenhang mit aktiven Vernetzungen im Web (2.0) – neue und f&#252;r mich enorm anregende Kontakte erzeugt h&#228;tte?! Daf&#252;r bin ich dankbar; dar&#252;ber bin ich sehr gl&#252;cklich; das ist das eigentlich Motivierende am Bloggen, Diskutuieren, Vernetzen, Kommentare schreiben etc.</p>

<p>Ein Wort f&#252;r das, was mir gerade passiert: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Flow_(psychology)" target="_blank">Flow</a>! (Link zur englischen Wikipedia-Seite, da <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_(Psychologie)" target="_blank">der deutsche Eintrag</a> zur Zeit als verbesserungswert angesehen wird.)<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2011/07/27/hausmitteilung-herrlarbig-de-ist-zum-3-geburtstag-umgezogen-und-doch-zuhause-geblieben/" rel="bookmark" title="27. Juli 2011">Hausmitteilung: herrlarbig.de ist zum 3. Geburtstag umgezogen und doch Zuhause geblieben</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/27/herrn-larbigs-bibliothek-1-rainald-goetz-abfall-fuer-alle/" rel="bookmark" title="27. Oktober 2009">Herrn Larbigs Bibliothek 1: Rainald Goetz – Abfall f&#252;r alle</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/09/16/verbesserungen-fuer-den-mobilen-zugriff-auf-herrlarbig-de/" rel="bookmark" title="16. September 2009">Verbesserungen f&#252;r den mobilen Zugriff auf herrlarbig.de</a></li>
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		<title>Vernetzt – Lernen im Web 2.0 (Teil 2)</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2009/02/14/1153/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 16:58:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine &#220;berlegungen zum vernetzten Lernen im Web 2.0 haben René Scheppler im Projektblog D21 zu einer ausf&#252;hrlichen und spannenden Reaktion unter dem Titel Weiche Faktoren des Web 2.0 veranlasst. An dieser Stelle f&#252;hre ich die Diskussion weiter und  stelle erst &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/14/1153/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Meine <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/13/vernetzt-lernen-im-web-20/" target="_blank">&#220;berlegungen zum vernetzten Lernen im Web 2.0</a> haben <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.scheppler-online.de');" href="http://www.scheppler-online.de/" target="_blank">René Scheppler</a> im <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=2096" target="_blank">Projektblog D21</a> zu einer ausf&#252;hrlichen und spannenden Reaktion unter dem Titel <a title="Permanent Link: Weiche Faktoren des Web 2.0" rel="bookmark" href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=2096">Weiche Faktoren des Web 2.0</a> veranlasst. An dieser Stelle f&#252;hre ich die Diskussion weiter und  stelle erst einmal an meinem eigenen Beispiel dar, was ich unter einer Lernumgebung verstehe, die au&#223;erhalb einer in sich geschlossenen Lernplattform in Anlehnung an die Idee des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space" target="_blank">OpenSpace</a> – &#252;bertragen in digitale Formen der Wissenskonstruktion – aufgebaut ist. Dabei verdanke ich viele Anregungen <a href="http://jeanpol.wordpress.com" target="_blank">Jean-Pol Martin</a>, der den OpenSpace-Gedanken <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Jeanpol" target="_blank">in seiner Arbeit</a> praktisch umsetzt.</p>

<p style="text-align: left;">Die nachfolgende Grafik fasst <em>meinen</em> <em>gegenw&#228;rtigen Stand der Vernetzung</em> zusammen. Dabei fehlen einige wichtige Plattformen, weil ich sie bislang nicht nutze, insbesondere <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space" target="_blank">Wikipedia</a> als die bekannteste Plattform kollektiver Wissenskonstruktion und <a href="http://de.wikiversity.org/wiki/Hauptseite" target="_blank">Wikiversity</a>. (Zum Vergr&#246;&#223;ern Grafik anklicken! – JavaScript f&#252;r Lightbox)</p>

<p style="text-align: left;">Glossar: <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">ldl</a> – Lernen durch Lehren; <a href="http://maschendraht.mixxt.de" target="_blank">mdc</a> – Maschendraht-Community; <a href="http://neuron.mixxt.de" target="_blank">neuron</a> – Neuron-Community)</p>

<p style="text-align: center;"><a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/vernetzung001.png"><img class="size-medium wp-image-1175 alignnone" title="Vernetzung – Ein Beispiel" src="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/vernetzung001-300x225.png" alt="Vernetzung – Ein Beispiel" width="300" height="225" /></a></p>

<p style="text-align: center;"></p>

<p style="text-align: left;">&#196;hnliche Strukturen sind auch mit E-Learning-Plattformen m&#246;glich, sowohl im Kontext einer solchen Plattform und somit in einem gesch&#252;tzten Rahmen, als auch &#252;ber die Plattform hinaus, so die dort verf&#252;gbaren Beitr&#228;ge &#246;ffentlich zug&#228;nglich sind, was  in an Klassen orientierten Programmen oft nicht (automatisch) die Regel ist. Das hier geschlossenste System ist meiner Wahrnehmung nach &#252;brigens <a href="http://www.lo-net2.de" target="_blank">Lo-Net2</a>, das eigens f&#252;r den Einsatz in den Schulen geschaffen wurde und ganz eigene Barrieren f&#252;r das Er&#246;ffnen von Lernr&#228;umen mit sich bringt, die an dieser Stelle aber nicht n&#228;her dargestellt werden sollen.</p>

<p style="text-align: left;">Der Hintergrund der geschlossenen R&#228;ume in vielen E-Learning-Kontexten scheint mir – und diese Einsicht verdanke ich auch dem Beitrag René Schepplers – zudem ein durchaus nachvollziehbarer zu sein: der Datenschutz. Wenn Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler mit solchen Plattformen arbeiten, werden sie nicht gleich zu &#246;ffentlich auffindbaren Personen. <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=320#comment-124" target="_blank">Nils van den Boom bringt dies in einem Kommentar auf dem D21-Projektblog auf den Punkt</a>:</p>

<blockquote style="text-align: left;">Was ich damit sagen will, ist, dass wir die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler auch erst einmal behutsam in die neue bunte Welt des Internet einf&#252;hren m&#252;ssen. Und dazu sind gesch&#252;tzte R&#228;ume gut geeignet. Warum nicht zun&#228;chst nur f&#252;r die Klassenkameraden bloggen und die eingestellten Youtube-Videos nur den Mitsch&#252;lern zur Verf&#252;gung stellen. Richtig, die Dynamik dieser Technologien erfahren sie zwar dann nicht in ihren vollen Ausma&#223;en, aber auch nicht ihre Risiken.</blockquote>

<p style="text-align: left;">Geschlossene E-Learning-Systeme bieten einen gesch&#252;tzten Raum, der verhindert, dass ihr Einsatz die beteiligten Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler gleich zu mehr oder weniger &#246;ffentlichen Personen macht. Ich kann dieses Argument gut nachvollziehen. Und dementsprechend soll dann auch René Scheppler hier <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=2096" target="_blank">das letzte Wort</a> haben:</p>

<blockquote style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">In diesem Sinne m&#246;chte ich zum Einen einen Stab f&#252;r gesch&#252;tzte Plattformen wie Moodle, die dann ja immer noch ge&#246;ffnet werden k&#246;nnen, brechen, da ich glaube, dass es aufgrund des zum herk&#246;mmlichen Unterricht doch sinnvoll sein kann, die Strukturen und Herausforderungen eines sich zu Gunsten des Lerners und dessen Selbstbestimmung verschiebenden Unterrichts mit den Sch&#252;lern in einem vertrauensvoll und f&#252;r alle Beteiligten sicheren Raum einzu&#252;ben bzw. kennen zu lernen. Zum Anderen m&#246;chte ich Mut machen, genauer hinzuschauen, wenn das Wiki, das Forum oder die Sch&#252;lerblogs sich auf den ersten Blick nicht so fruchtbar zu entwickeln scheinen, wie man es aufgrund eigener Erfahrungen mit etablierten Plattformen oder Tools im Internet erwartet hat. Dort sind halt oft “Profis” oder erfahrene Nutzer unterwegs, w&#228;hrend unsere Sch&#252;ler auch das Recht haben sollten, sich zu solchen zu entwickeln.</p>
</blockquote>

<p style="text-align: left;"><a href="http://herrlarbig.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/vernetzung001.png"></a></p>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/30/lernen-durch-lehren/" rel="bookmark" title="30. Januar 2009">Lernen durch Lehren</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/10/01/schmoeker-schnipsel-vom-auswendiglernen/" rel="bookmark" title="1. Oktober 2009">Schm&#246;ker-Schnipsel: Vom Auswendiglernen</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/03/17/140-zeichen-deutschunterricht-ein-twitterprojekt/" rel="bookmark" title="17. M&#228;rz 2010">140 Zeichen Deutschunterricht: Ein Twitterprojekt</a></li>
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		<title>Vernetzt – Lernen im Web 2.0</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 22:49:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Resume: Vernetztes Lernen bietet im Kontext des Web 2.0 bislang nur von wenigen genutzte M&#246;glichkeiten des Lernens, die Bildungsprozesse insgesamt offener zug&#228;nglich (demokratischer) gestalten. Hierbei helfen oft monolithische Lernumgebungen im Internet nur begrenzt weiter. Weit mehr M&#246;glichkeiten bietet die Vernetzung &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/13/vernetzt-lernen-im-web-20/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Resume: </strong>Vernetztes Lernen bietet im Kontext des Web 2.0 bislang nur von wenigen genutzte M&#246;glichkeiten des Lernens, die Bildungsprozesse insgesamt offener zug&#228;nglich (demokratischer) gestalten. Hierbei helfen oft monolithische Lernumgebungen im Internet nur begrenzt weiter. Weit mehr M&#246;glichkeiten bietet die Vernetzung auf unterschiedlichen Kan&#228;len im Kontext des Web 2.0. Einzige Voraussetzung: Der Lernende muss bereit sein, vom Wissenskonsumenten zum Wissenskonstrukteur zu werden und selbst aktiver Teil solcher Netzwerke werden.</em></p>

<p>Es geschieht noch viel zu selten, dass die M&#246;glichkeiten der Vernetzung genutzt werden, die das Internet &#252;ber das Lernen in traditionellen (und alles andere als &#252;berfl&#252;ssigen) Kontexten hinaus bietet. Conectivism hat zu diesem Thema einen kleinen Film bei YouTube ver&#246;ffentlicht: Networked Student, den ich hier einbette, weil er die Grundz&#252;ge der Vernetzung darstellt.<span id="more-1137"></span></p>

<p style="text-align: center;"><object width="425" height="344" type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/XwM4ieFOotA&amp;hl=de&amp;fs=1"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/XwM4ieFOotA&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>

<p>Hier findet E-Learning ohne E-Learning-Plattform statt, f&#252;r die an vielen Schulen und Universit&#228;t enorm viel Zeit (und teilweise auch Geld) investiert wird. Dabei ver&#228;ndern diese Angebote das traditionelle Lernen bislang kaum, au&#223;er dass die Aktivit&#228;ten ins Netz verlegt wurden.</p>

<p>Meine eigenen Besch&#228;ftigungen mit E-Learning-Plattformen, die &#252;ber das Internet betrieben werden k&#246;nnen, z. B. <a href="http://moodle.org" target="_blank">Moodle</a>), f&#252;hrten dem entsprechend auch zu keinen befriedigenden <span style="text-decoration: line-through;">Erlebnissen</span> Ergebnissen. Ich dachte immer: Was diese Programme k&#246;nnen, das kann auch jede Bibliothek, verbunden mit Telefon und E-Mail. In den meist f&#252;r Au&#223;enstehende geschlossenen Angeboten <span style="text-decoration: line-through;">fand</span> findet keine Vernetzung statt, die &#252;ber den Tellerrand des eigenen Seminars oder einer anders gearteten Lerngruppe hinaus geht.</p>

<p>Und sp&#228;testens nach dem Studium bringen einen solche Plattformen kaum noch weiter. Da kommt die Vernetzung &#252;ber Instrumente zum Tragen, die eine Vernetzung von Menschen erm&#246;glicht, die an &#228;hnlichen Themen und Fragen dran sind und nicht unbedingt immer um die Ecke wohnen. Das ist an sich nichts Neues, das haben Wissenschaftler in nicht digitalen Zeiten mit Hilfe von Briefen auch schon gekonnt – und blieben unter sich. Wissen war eine Art »Geheimlehre«.</p>

<p>An diesem Punkt bieten Vernetzungen mit dem Ziel gemeinsamer Wissenskonstruktion demokratischere M&#246;glichkeiten. Wissen kann offener erreicht werden, es besteht aber auch eine viel gr&#246;&#223;ere M&#246;glichkeit f&#252;r an Themen Interessierte, an dem Prozess der Wissensentstehung teilzunehmen.</p>

<p>So zumindest das Ideal. Nach wie vor gilt leider, dass das Wissen aus dem Internet konsumiert wird, oft v&#246;llig unkritisch gegen&#252;ber den jeweiligen Quellen: Ja, das Internet treibt auch die Verflachung von Wissen voran und es ist durchaus mit ein wenig Aufwand verbunden, die f&#252;r einen selbst richtigen Netzwerke aufzubauen. Aber hat man erst einmal einen Fu&#223; in der T&#252;r, haben sich erste Kontakte ergeben, dann kann ein Netzwerk schnell wachsen, sodass man zunehmend Teil eines &#252;ber das Individuum hinausgehenden Netzwerkes werden kann.</p>

<p>Technische Instrumente erweitern die F&#228;higkeiten der dem Menschen mitgegebenen Bedingungen. B&#252;cher und nun auch das Internet erweitern die F&#228;higkeit der Konstruktion von Wissen. Das Internet, anders als B&#252;cher, erlaubt die Teilhabe an der Konstruktion von Wissen f&#252;r viel mehr sehr f&#228;hige Menschen.</p>

<p>Nochmals: Mir ist bewusst, dass zahlreiche Netzwerke im Internet nicht funktionieren oder vor allem von der Vorstellung leben, die Teilnahme an irgendwelchen Netzwerken m&#252;sse ja wohl sein, da das ja alle machen. Ich wei&#223;, dass in vielen Foren sp&#228;testens mit dem f&#252;nften Beitrag die Streitereien beginnen. Das ist bekannt, von vielen erlebt und nicht zu leugnen.</p>

<p>Gerade deshalb dieser (erste) Beitrag hier zu der Frage, wie ein Ideal von vernetztem Lernen im Web 2.0, besser w&#228;re wohl zu sagen: mit Hilfe des Web 2.0, aussehen kann (und f&#252;r einige bereits heute aussieht).</p>

<p>Dabei ver&#228;ndert sich auch das Internet: Die benutzten Programme verlieren an Bedeutung gegen&#252;ber den Kontakten an sich, da sie als Webanwendungen weitgehend plattformunabh&#228;ngig funktionieren und in den meisten F&#228;llen auch ohne &#252;ber Netzanbindung und Hardware hinausgehende Kosten genutzt werden k&#246;nnen – mal abgesehen von den Reisekosten zu Tagungen, auf denen auch vernetzte Lerner den pers&#246;nlichen Kontakt pflegen.</p>

<p>Das Internet hat (nach wie vor nur von wenigen genutzte) Potentiale, das Lernen zu vertiefen, den Horizont produktiv zu erweitern und so eine wesentlich wichtigere Rolle f&#252;r lebenslange Lernprozesse zu spielen. Einzige Voraussetzung hierf&#252;r ist, dass sich die Beteiligten aus einer Konsumhaltung heraus bewegen und endlich den Mut fassen, sich selbst an Wissenskonstruktionsprozessen zu beteiligen, selbst Beitr&#228;ge zur Diskussion zu stellen und produktiv und konstruktiv in Diskussionen einzubringen.</p>

<p>Ich habe lange gebraucht, um Menschen zu finden, die einen solchen Prozess pflegen und offen f&#252;r neue Mitstreiter sind. Seit kurzem mache ich entsprechende Erfahrungen und werde &#252;ber diese neuen Wege des Lernens hier auch noch weiter schreiben m&#252;ssen (z.B. mal eine Bedienungsanleitung f&#252;r den Aufbau einer eigenen Lernumgebung ohne E-Learning-Plattformen in der geschlossenen Form eines Programmes, in dem dann alles stattfinden soll). F&#252;r den Anfang sollen diese angerissenen Gedanken reichen, allerdings nicht, ohne noch einen entscheidenden Hinweis einflie&#223;en zu lassen: Wer sich auf Bildungsprozesse im Web 2.0 einl&#228;sst, muss damit rechnen, dass er genau die Fragen gestellt bekommt, die die Schw&#228;chen bisheriger <span style="text-decoration: line-through;">&#220;berlegungen</span> &#220;berzeugungen offen legen und zum Weiterdenken zwingen. Wer damit kein Problem hat, der kann &#252;ber vernetztes Lernen im Web 2.0 viele neue Einsichten und Anregungen gewinnen, die das eigene Wissen vermehren, das Wissen anderer mit bilden und somit f&#252;r viele Menschen ganz neue M&#246;glichkeiten bieten.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/14/1153/" rel="bookmark" title="14. Februar 2009">Vernetzt – Lernen im Web 2.0 (Teil 2)</a></li>

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		<title>Wer sich einen »Wilhelm« vormachen l&#228;sst</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 23:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Resume: Wissenskonstruktion in vernetzten Strukturen ist von ethischen Voraussetzungen im Umgang mit Wissen abh&#228;ngig. Die bewusste Falscheingabe von Wissensbest&#228;nden in Plattformen zur gemeinsamen Wissenskonstruktion ist deshalb mindestens genau so kritisch zu betrachten, wie die unreflektierte und un&#252;berpr&#252;fte &#220;bernahme dieses Wissens &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/12/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Resume:</strong> <em>Wissenskonstruktion in vernetzten Strukturen ist von ethischen Voraussetzungen im Umgang mit Wissen abh&#228;ngig. Die bewusste Falscheingabe von Wissensbest&#228;nden in Plattformen zur gemeinsamen Wissenskonstruktion ist deshalb mindestens genau so kritisch zu betrachten, wie die unreflektierte und un&#252;berpr&#252;fte &#220;bernahme dieses Wissens durch Journalisten oder Wissenschaftler. An die Stelle des Feixens &#252;ber auf solche Fehlinformationen hereingefallen – und so ihre reduzierten Recherchen offenbarenden  – Journalisten sollte an dieser Stelle eine Diskussion &#252;ber eine Ethik der Wissenskonstruktion im Netz treten.
</em></p>

<p>Wer ist nun eigentlich der Schlimmere? Jener <a href="http://www.bildblog.de/5695/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/" target="_blank">anonyme Wikipedia-Manipulator / jene anonyme Wikipedia-Manipulatorin</a>, der / die dem neuen Bundeswirtschaftsminister von Guttenberg einen zus&#228;tzlichen Vornamen (Wilhelm) unterjubelte oder jene <a href="http://www.bildblog.de/5731/wilhelm-ii/" target="_blank">Schar von Journalisten und Journalistinnen</a>, die Wikipedia als Recherchequelle nutzt und dort abschreibt?</p>

<p>W&#228;hrend nun viel &#252;ber die mangelnden Recherchqualit&#228;ten der deutschen Qualit&#228;tspresse gefeixt wird, scheint sich kaum jemand &#252;ber jenen anonymen, dem <a href="http://www.bildblog.de" target="_blank">Bildblog</a> jedoch namentlich bekannten, Internetbenutzer zu &#228;rgern. Es ist bestimmt kein Zufall, dass jener Wikipedia-Mitschreiber seinen Namen nicht nennen will. Hier wurde eines der in meinen Augen wichtigsten Netiquette mit F&#252;&#223;en getreten, der jeder ernsthaft an der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsame_Wissenskonstruktion" target="_blank">Wissenkonstruktion</a> im Netz beteiligte Autor unterworfen sein sollte: Aufrichtige Gewissenhaftigkeit! – Und das nicht erst im Nachhinein &#246;ffentlichkeitswirksam im Bildblog.</p>

<p>Ja, Fehler k&#246;nnen passieren. Bewusst konstruierte Fehler aber geben keinerlei Anlass &#252;ber andere zu feixen, auch wenn es nat&#252;rlich interessant ist, in wie vielen Medien diese Fehler &#252;bernommen wurde! Das gibt einen tiefen Einblick in eine Recherchepraxis, die die gesamte Medienlandschaft durchzieht. Es scheint manchmal so, als schrieben auch Journalisten und Journalistinnen in vielen F&#228;llen einfach voneinander oder aus gleichen Quellen ab, so dass sich keine Vielfalt sondern vor allem <a href="http://lexikon.meyers.de/wissen/Redundanz+(Sachartikel)+Sprache%2C+Schriften" target="_blank">Redundanz </a>entwickelt.</p>

<p>Die gemeinsame Konstruktion von Wissen ist darauf angewiesen, dass alle an ihr Beteiligten nach bestem Wissen und Gewissen sorgf&#228;ltig mit den jeweils selbst beigetragenen Wissensteilen umgehen. Trotz Sichtungsmechanismen ist dies in Wikis leider nicht zu garantieren. Hier greift so etwas wie eine Ethik des Schreibens im Internet, die meines Erachtens nicht unter der Journalistenethik steht. Anders kann die Konstruktion von Wissen im Netz nicht funktionieren.</p>

<p>Die offene Struktur solcher Wissenbildungsprozesse kann nicht sicherstellen, dass nur solche Menschen im Netz schreiben, die sorgf&#228;ltig mit Wissen umgehen und sich Gedanken &#252;ber die Bedeutung des Netzes f&#252;r die moderne Wissensgesellschaft machen. Das ist ja der Grund, warum ich Wikipedia und viele andere Seite im Internet z.B. f&#252;r die Generierung von Wissen in Schule und Unterricht nur bedingt f&#252;r geeignet halte.</p>

<p>Und da sind wir beim n&#228;chsten Problem: Das Internet wird nach wie vor als Konsum-Medium genutzt. Verantwortete <a href="http://www.heise.de/newsticker/Web-2-0-hat-noch-nicht-die-Massen-aktiviert--/meldung/132355" target="_blank">Vernetzung zum Zwecke der Wissensbildung ist nach wie vor eher die Ausnahme</a>. Es ist nach wie vor so, dass eigentlich nur der oder die mit Gewinn im Netz recherchieren kann, der oder die Kriterien entwickelt hat, anhand derer er oder sie Informationen einsch&#228;tzen und bewerten kann, die ihm oder ihr dort vorgesetzt werden.</p>

<p>Trotz der relativ hohen Qualit&#228;t von kollektiv konstruiertem Wissens, dessen ber&#252;hmtestes Beispiel Wikipdedia ist, das durch die gegenseitige Kontrolle der am Wissensbildkonstruktionsprozess beteiligten Personen erreicht wird, die (unbewusst gesetzte) Fehler in der Regel schnell korrigieren, kommen wir um die Aufforderung der Aufkl&#228;rung auch heute nicht herum, dass man sich trauen solle, sich des eigenen Verstandes zu bedienen (sapere aude), statt in voraufkl&#228;rerischer Unm&#252;ndigkeit auf die &#220;berpr&#252;fung von Wissen zu verzichten, auch wenn dies en Detail in vielen F&#228;llen nahezu unm&#246;glich ist.</p>

<p>Ja, auch ich w&#228;re auf den Hoax mit dem untergejubelten »Wilhelm« hereingefallen. Das nur, damit mir keiner Selbstgerechtigkeit vorwerfen kann. Deshalb bin ich auf die betroffenen Medien auch fast nicht b&#246;se; wenig Humor habe ich aber gegen&#252;ber dem Verursacher oder der Verursacherin dieses bewusst gesetzten Fehlers. (Warum gehen eigentlich nahezu alle, zumindest sprachlich, davon aus, dass es sich um einen m&#228;nnlichen Autor gehandelt hat?) Gerade weil wir uns in eine gewisse Selbtsverst&#228;ndichkeit im Umgang mit Informationen aus dem Netz begegeben haben, ist es um so wichtiger, dass m&#246;glichst alle dort schreibenden Personen ernst nehmen, dass das Netz zu einem wichtigen Ort der Information und Wissenskonstruktion geworden ist.<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

<ul class="similar-posts"><li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/11/web-20-eine-paedagogische-herausforderung/" rel="bookmark" title="11. Februar 2009">Web 2.0 &#8211; eine p&#228;dagogische Herausforderung?</a></li>

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</ul>

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		<title>Web 2.0 &#8211; eine p&#228;dagogische Herausforderung?</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 00:13:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zugegeben: Ich bin schon l&#228;nger im Netz unterwegs und bin nach wie vor den M&#246;glichkeiten fasziniert, die es f&#252;r das produktive (sic!) Arbeiten bietet. Doch nach wie vor ist die Nutzung vor allem der Optionen von Web 2.0 durch »Ahnungslosigkeit &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/11/web-20-eine-paedagogische-herausforderung/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben: Ich bin schon l&#228;nger im Netz unterwegs und bin nach wie vor den M&#246;glichkeiten fasziniert, die es f&#252;r das produktive (sic!) Arbeiten bietet. Doch nach wie vor ist die Nutzung vor allem der Optionen von Web 2.0 durch »Ahnungslosigkeit 2.0« gekennzeichnet, wie es Volker R&#252;ddigkeit im unten verlinkten Interview mit »Schulen ans Netz« nennt.</p>

<p>Neben der »Ahnungslosigkeit 2.0«, die viele Lehrkr&#228;fte (und in Bezug auf das Lernen auch die meisten Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler) nach wie vor auszeichnet, ist die Skepsis gegen&#252;ber dem wirklich produktiven Einsatz der Web 2.0 Applikationen weit verbreitet. Und es stimmt ja: Gelungene Bildungsprozesse, die auf diesem Weg stattfinden, scheinen selten (dokumentiert?) zu sein. Dazu mag beitragen, dass das Web nach wie vor vor allem als Verteilungs-Medium von Informationen betrachtet wird: Wikipedia wird f&#252;r Recherchen genutzt, selten aber als Plattform, auf der eine Teilhabe an der Generierung von Wissen m&#246;glich ist. Social-Communitys dienen vor allem der privaten Kommunikation und werden nur selten als Bildungsplattformen benutzt, wie z.B. auf <a href="http://maschendraht.mixxt.de" target="_blank">maschendraht</a>, in der <a href="http://ldl.mixxt.de" target="_blank">ldl</a>- und <a href="http://neuron.mixxt.de" target="_blank">neuron</a>-Community, die allen professionell in Bildungsprozessen beteiligten lebendige Arbeitskontakte erm&#246;glichen.</p>

<p>Hier liegen l&#228;ngst (auch von mir noch) nicht ausgenutzte M&#246;glichkeiten, Bildungsprozesse wirklich so zu gestalten, dass Bildung nicht mehr vor allem als Pauken sondern als Lernen im besten Sinne des Wortes betrachtet wird, als ein interaktiver Prozess, der aktive Lernprozesse f&#246;rdert und z.B. sowohl Lehrer und Lehrerinnen als auch Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler nach Verlassen der Schule nicht als weitgehend isolierte Lern- und Lehr-Monade zur&#252;ckl&#228;sst.</p>

<blockquote>Gibt es &#252;berhaupt eine neue &#196;ra des Internets? Wer nutzt eigentlich Web 2.0? Folgt auf Web 2.0 bald Web 3.0? Fragen an Volker R&#252;ddigkeit vom Hessischen Amt f&#252;r Lehrerbildung.

<a href="http://www.schulen-ans-netz.de/themen/web20/interviewrueddigkeit.php" target="_blank">Schulen ans Netz e.V. &#8211; Web 2.0 &#8211; eine p&#228;dagogische Herausforderung?</a>.</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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</ul>

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		<title>Schm&#246;ker-Schnipsel: Die hart bloggenden Wissenschaftler</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 22:49:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Internet bin ich auf das Manifest der »hard bloggin’ scientists« gesto&#223;en. Ich kann nicht anders, weil ich es einen guten Ansatz finde, es muss hier zitiert werden! I am a hard bloggin’ scientist. This means in particular: 1. I &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/08/schmoeker-schnipsel-die-hart-bloggenden-wissenschaftler/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet bin ich auf das <a href="http://www.hardbloggingscientists.de/mitmachen/" target="_blank">Manifest der »hard bloggin’ scientists«</a> gesto&#223;en. Ich kann nicht anders, weil ich es einen guten Ansatz finde, es muss hier zitiert werden!</p>

<blockquote><strong>I am a hard bloggin’ scientist.</strong>

<strong>This means in particular:
1.</strong> I believe that science is about freedom of speech.
<strong>2.</strong> I can identify myself with the science I do.
<strong>3.</strong> I am able to communicate my thoughts and ideas to the public.
<strong>4.</strong> I use a blog as a research tool. That means in particular, that I
- express my thoughts,
- get in contact with others,
- have a sketch of my process online,
- get feedback and new ideas from others.
<strong>5.</strong> I trust myself.
<strong>6.</strong> I surf a lot and I read a lot.
<strong>7.</strong> I blog once in a day/week/month.
<strong>8.</strong> I give comments once in a day/week/month on other blogs.
<strong>9.</strong> I am self-aware and critical.
<strong>10.</strong> I refer to the people who done the work first.
<strong>11.</strong> I give love and respect to the people.</blockquote>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/02/12/wer-sich-einen-wilhelm-vormachen-laesst/" rel="bookmark" title="12. Februar 2009">Wer sich einen »Wilhelm« vormachen l&#228;sst</a></li>
</ul>

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		<title>Web 2.0 in Schule und Unterricht</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 22:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Ludwigsburger Juniorprofessor Dr. Christian Spannagel wurde von Deutschlandradio Kultur zu M&#246;glichkeiten des Einsatzes von Elementen des Web 2.0 in Schule und Unterricht befragt. Wichtig dabei: Web 2.0 ist eine Erg&#228;nzung zum klassischen Unterricht, nicht dessen Ersatz! Der Beitrag findet &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2009/02/08/web-20-in-schule-und-unterricht/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.ph-ludwigsburg.de/1561.html" target="_blank">Ludwigsburger Juniorprofessor Dr. Christian Spannagel</a> wurde von Deutschlandradio Kultur zu M&#246;glichkeiten des Einsatzes von Elementen des Web 2.0 in Schule und Unterricht befragt. Wichtig dabei: Web 2.0 ist eine Erg&#228;nzung zum klassischen Unterricht, nicht dessen Ersatz!</p>

<p>Der Beitrag findet sich <a href="http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&amp;playtime=1233216559&amp;fileid=92daa56d&amp;/" target="_blank">hier</a> (Javascript einschalten, sonst findet die Website des Deutschlandradios Kultur den Beitrag nicht).</p>

<p>Ein Transkript des Beitrages gibt es auf der Website des Deutschlandradios Kultur auch – <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/911685/" target="_blank">und zwar hier</a>.</p>

<p>Besonders gelungen finde ich den Beitrag, weil Spannagel kritisch mit dem Einsatz von Web 2.0 in Schule und Unterricht umgeht und auch die Grenzen und Gefahren anspricht. F&#252;r mich ein sehr anregender Beitrag!<strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/01/30/lernen-durch-lehren/" rel="bookmark" title="30. Januar 2009">Lernen durch Lehren</a></li>

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</ul>

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		<title>Jasper – »Neidlos«</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 14:41:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch einmal kommt hier Jasper zu Wort: &#60; p style=&#8221;text-align: center;&#8221;> Jasper &#8211; Neidlos &#8211; [original &#38; live] &#196;hnliche Beitr&#228;ge: Live und in SchwarzWei&#223;: Jaspers HDL-Song Tipps zum Deutschunterricht – 2010-03-20 Wissen im 21. Jahrhundert (Did you know?) Lustfaktor Lebenszeichen &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2008/11/12/jasper-neidlos/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://herrlarbig.de/2008/08/20/live-und-in-schwarzweiss-jaspers-hdl-song/" target="_blank">Noch einmal</a> kommt hier <a href="http://www.myspace.com/jaspermusik" target="_blank">Jasper</a> zu Wort:</p>

<p>&lt;</p>

<p>p style=&#8221;text-align: center;&#8221;><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/yT0hJqteikA&amp;hl=de&amp;fs=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/yT0hJqteikA&amp;hl=de&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

<p style="text-align: center;">Jasper &#8211; Neidlos &#8211; [original &amp; live]</p>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/03/20/tipps-zum-deutschunterricht-2010-03-20/" rel="bookmark" title="20. M&#228;rz 2010">Tipps zum Deutschunterricht – 2010-03-20</a></li>

<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/03/05/wissen-im-21-jahrhundert-did-you-know/" rel="bookmark" title="5. M&#228;rz 2009">Wissen im 21. Jahrhundert (Did you know?)</a></li>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2010/08/05/lebenszeichen/" rel="bookmark" title="5. August 2010">Lebenszeichen</a></li>
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		<title>Live und in SchwarzWei&#223;: Jaspers HDL-Song</title>
		<link>http://herrlarbig.de/2008/08/20/live-und-in-schwarzweiss-jaspers-hdl-song/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2008 22:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herr Larbig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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		<description><![CDATA[Warum soll ich es selbst sagen, wenn Jasper das viel besser kann. fg – Ein HDL der »Generation LOL«: Jasper &#8211; Der HDL-Song &#8211; [original &#38; live] Eine Liste entsprechender Abk&#252;rzungen der deutschen HDL-LOL-Sprache (Netzjargon) haben eifrige Wikipedia-Benutzer zusammengestellt. Und &#8230; <a href="http://herrlarbig.de/2008/08/20/live-und-in-schwarzweiss-jaspers-hdl-song/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum soll ich es selbst sagen, wenn Jasper das viel besser kann. <em>fg</em> – Ein HDL der »Generation <em>LOL</em>«:</p>

<div class="youtube-video">
<div class="youtube-video" style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/6_43S3lgq2Y" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://www.youtube.com/v/6_43S3lgq2Y" wmode="transparent"></embed></object></div>
<p style="text-align: center;">Jasper &#8211; Der HDL-Song &#8211; [original &amp; live]</p>

<blockquote>
<p style="text-align: left;">Eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Abk%C3%BCrzungen_(Netzjargon)" target="_blank">Liste entsprechender Abk&#252;rzungen der deutschen HDL-LOL-Sprache (Netzjargon)</a> haben eifrige Wikipedia-Benutzer zusammengestellt.</p>
<p style="text-align: left;">Und da Listen so lustig sind, gibt es hier gleich noch eine der <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/Wiktionary:Deutsch/Liste_der_Abk%C3%BCrzungen_im_Internet" target="_blank">in Internet-Welten verbreiteten Abk&#252;rzungen</a>, die doch deutlich &#252;ber jene mit K&#252;rzeln des Netzjargons hinaus geht.</p>
</blockquote>
</div>

<p><strong>&#196;hnliche Beitr&#228;ge:</strong></p>

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<li><a href="http://herrlarbig.de/2009/03/05/wissen-im-21-jahrhundert-did-you-know/" rel="bookmark" title="5. M&#228;rz 2009">Wissen im 21. Jahrhundert (Did you know?)</a></li>

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</ul>

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