Isabel Abedi, Isola – Mögliche Themen (Brainstorming)

Bevor ich mich mit Isabel Abedis Roman »Isola« näher befasse, will ich in einem ersten Schritt erst einmal überlegen, welche Themen ich mit dem Buch verbinde, die möglicherweise der Bearbeitung wert sein könnten. Dabe gehe ich bewusst über den reinen Inhalt des Romans hinaus. Die Überlegungen sind ungeordnet:

  • Der Roman enthält in meinen Augen Aspekte eines Abenteuerromans.
  • Außerdem dachte ich an verschiedene Thriller, die ich schon gelesen habe.
  • Darüber hinaus wird eine Liebesgeschichte erzählt.
  • Es geht in dem Roman um die Frage der Überwachung, wie Sie in Fernsehgenres wie »Big Brother« bereits vorgeführt wurde. – Voyeurismus, das Interesse am Verhalten anderer als Thema eines Romans.
  • Außerdem wird am Rande und in der Lebensgeschichte Joys das problematische Leben Jugendlicher und Erwachsener in brasilianischen Slums angerissen.
  • Mir fällt auch ein, dass viele Jugendliche (und nicht weniger Erwachsene) davon träumen, entdeckt und berühmt zu werden. Diese Chance bekommen auch die zwölf Jugendlichen geboten, die Quint Tempelhoff auf die Insel einlädt.
  • Lange Zeit nicht klar, aber für die Geschichte von zentraler Bedeutung ist das Thema »Datenschutz« und »Datensicherheit«. – Was machen Hacker? Wo gefährden wir selbst unsere Daten und Dateien und machen uns für andere so erkennbar, dass wir manipulierbar werden?
  • Von Anfang an wird in dem Roman von der Bedeutung der Namen gesprochen, die Menschen haben oder sich geben. In welchem Zusammenhang stehen also die selbstgewählten Namen der zwölf Jugendlichen mit ihrer jeweiligen Persönlichkeit?
  • Das Mörderspiel, von dem die Jugendlichen erst erfahren, nachdem sie schon auf der Insel sind, bringt die Frage mit sich: Wie gehen wir eigentlich mit Aufträgen um, die uns andere geben? Was beeinflusst unsere Entscheidungen? Warum unterwerfen wir uns Forderungen, die von außen kommen und welche Argumente werden für diese Anpassung angeführt?
  • Wie verändert das Spiel das Verhalten der Jugendlichen?
  • Nach welchen Kriterien suchen die Jugendlichen den »Schuldigen«, nachdem es einen wirklichen Toten gegeben hat?
  • Warum ist der Roman in der Ich-Erzählpersektive geschrieben? – Und warum aus der Sicht eines Mädchens?
  • Macht die Erzählperspektive aus dem Roman ein »Mädchenbuch«?
  • Wie funktioniert Liebe (am Beispiel von Joy und Solo)?
  • Welche Charaktere sind auf der Insel in den zwölf Jugendlichen eigentlich versammelt? In welchen Charakteren kann sich ein Leser wiederfinden und in welchen nicht?
  • Wie würde ich mich als Figur in dem Roman eigentlich verhalten? (Welche drei Gegenstände würde ich mit auf eine Insel nehmen?; Wie würde ich die Ereignisse erleben und mich in bestimmten Situationen entscheiden?)
  • Mit welchen Kunstgriffen gelingt es Abedi, Lesende so sehr in den Roman hinein zu ziehen, wie ich es selbst erlebt habe?

Einige dieser Fragen (und vielleicht auch noch andere), werde ich in der einen oder anderen Form beim Umgang mit dem Buch aufgreifen. Es gibt bislang so gut wie kein Material zu Abedis »Isola«. Um so gespannter bin ich, was es da alles zu entdecken geben wird.

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