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	Kommentare zu: Im Gehege des Deutschunterrichts oder: Der Zoo und die Wildnis	</title>
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	<description>Bildungs-Neuron &#124; Lehrerblog &#124; Etc.</description>
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		<title>
		Von: rip		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rip]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 22:05:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;&quot;Where the wild things are&quot; - wäre ein schöner Titel für deine Beschreibung der Welt der Literatur. Ich kann dir nur zustimmen in deiner Forderung danach, eine unverkopfte Begegnung mit Literatur zuzulassen, ja zu fördern.
Eines der Probleme dabei ist, dass Schüler oft abblocken und nach den Dingen fragen, auf die man Punkte bekommt. Da liegt es dann an der Lehrkraft, einiges klarzustellen:
1. Wenn Literatur und ein Leser aufeinandertreffen, muss nicht notwendigerweise das herauskommen, was im Lehrerhandbuch steht.
2. Fachbegriffe sind Hilfsmittel, die dazu dienen, die Wirkung der Literatur auf den Leser in den Griff zu bekommen - manchmal geht es ohne, manchmal besser mit.
3. Freude an der Literatur kann man lernen - wie man auch lernen kann, gutes Essen mehr zu mögen als Fastfood. Das setzt aber voraus, dass man sich damit beschäftigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Lehrer hat natürlich einen Vorsprung aufgrund seiner Leseerfahrung; das zu leugnen wäre unehrlich. Was er den Schülern ermöglichen muss, ist - nachdem sie den Text für sich entdeckt haben - die Einordnung in die Tradition: Ist das ein Text, der einer bestimmten Konvention entspricht oder bricht dieser Text mit herkömmlichen Formen? Spielt der Text mit direkten oder indirekten Zitaten? Was bewirken die sprachlichen Bilder - worauf spielen sie an?
Dies sind Aspekte, deren Beherrschung man nicht von vornherein bei Schülern erwarten kann (in unterschiedlichem Maß, je nach Alter). Hier ist die Kreativität des Lehrers gefragt: Wie bringe ich das zusätzliche Wissen, das der Begegnung mit diesem Text noch zusätzliche Tiefe verleiht, an den Mann?
Das kann im Unterrichtsgespräch/Lehrervortrag geschehen, das kann in geschickt formulierten Arbeitsaufträgen in Gruppenarbeit erarbeitet werden oder in Kombination mit einer materialgestützten Recherche (Sekundärliteratur im Klassenzimmer, in der Schulbibliothek, im Internet) - wie auch immer.
Der Text muss dabei nicht &quot;zerlegt&quot; oder &quot;zerredet&quot; werden - wenn man durch fundierte Betrachtung eines Details noch besser erkennt, wie der Text wirkt, dann schadet das dem Ganzen keineswegs (da schließe ich mich &lt;a href=&quot;http://books.google.de/books?id=139NBmXTNh8C&#038;pg=PA84&#038;lpg=PA84&#038;dq=Brecht:+%22Zerpfl%C3%BCcke+eine+Rose+und+jedes+Blatt+ist+sch%C3%B6n%22.&#038;source=bl&#038;ots=YXFEOiiVo1&#038;sig=wsWRWLV-D-2Lnh9par_HnHJpVxY&#038;hl=de&#038;ei=xg_NStGPOdCN_AbYktyfBQ&#038;sa=X&#038;oi=book_result&#038;ct=result&#038;resnum=3&#038;ved=0CA8Q6AEwAg#v=onepage&#038;q=Brecht%3A%20%22Zerpfl%C3%BCcke%20eine%20Rose%20und%20jedes%20Blatt%20ist%20sch%C3%B6n%22.&#038;f=false&quot;&gt;Brecht&lt;/a&gt; an).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich finde es immer schade, wenn ich Schüler verwundert sagen höre: &quot;Bei Herrn X (oder Frau Y) mussten wir immer etwas hineininterpretieren.&quot; Aber ich höre das in letzter Zeit seltener. Ein Silberstreif am Horizont?&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Where the wild things are&#8220; &#8211; wäre ein schöner Titel für deine Beschreibung der Welt der Literatur. Ich kann dir nur zustimmen in deiner Forderung danach, eine unverkopfte Begegnung mit Literatur zuzulassen, ja zu fördern.<br />
Eines der Probleme dabei ist, dass Schüler oft abblocken und nach den Dingen fragen, auf die man Punkte bekommt. Da liegt es dann an der Lehrkraft, einiges klarzustellen:<br />
1. Wenn Literatur und ein Leser aufeinandertreffen, muss nicht notwendigerweise das herauskommen, was im Lehrerhandbuch steht.<br />
2. Fachbegriffe sind Hilfsmittel, die dazu dienen, die Wirkung der Literatur auf den Leser in den Griff zu bekommen &#8211; manchmal geht es ohne, manchmal besser mit.<br />
3. Freude an der Literatur kann man lernen &#8211; wie man auch lernen kann, gutes Essen mehr zu mögen als Fastfood. Das setzt aber voraus, dass man sich damit beschäftigt.</p>
<p>Der Lehrer hat natürlich einen Vorsprung aufgrund seiner Leseerfahrung; das zu leugnen wäre unehrlich. Was er den Schülern ermöglichen muss, ist &#8211; nachdem sie den Text für sich entdeckt haben &#8211; die Einordnung in die Tradition: Ist das ein Text, der einer bestimmten Konvention entspricht oder bricht dieser Text mit herkömmlichen Formen? Spielt der Text mit direkten oder indirekten Zitaten? Was bewirken die sprachlichen Bilder &#8211; worauf spielen sie an?<br />
Dies sind Aspekte, deren Beherrschung man nicht von vornherein bei Schülern erwarten kann (in unterschiedlichem Maß, je nach Alter). Hier ist die Kreativität des Lehrers gefragt: Wie bringe ich das zusätzliche Wissen, das der Begegnung mit diesem Text noch zusätzliche Tiefe verleiht, an den Mann?<br />
Das kann im Unterrichtsgespräch/Lehrervortrag geschehen, das kann in geschickt formulierten Arbeitsaufträgen in Gruppenarbeit erarbeitet werden oder in Kombination mit einer materialgestützten Recherche (Sekundärliteratur im Klassenzimmer, in der Schulbibliothek, im Internet) &#8211; wie auch immer.<br />
Der Text muss dabei nicht &#8222;zerlegt&#8220; oder &#8222;zerredet&#8220; werden &#8211; wenn man durch fundierte Betrachtung eines Details noch besser erkennt, wie der Text wirkt, dann schadet das dem Ganzen keineswegs (da schließe ich mich <a href="http://books.google.de/books?id=139NBmXTNh8C&amp;pg=PA84&amp;lpg=PA84&amp;dq=Brecht:+%22Zerpfl%C3%BCcke+eine+Rose+und+jedes+Blatt+ist+sch%C3%B6n%22.&amp;source=bl&amp;ots=YXFEOiiVo1&amp;sig=wsWRWLV-D-2Lnh9par_HnHJpVxY&amp;hl=de&amp;ei=xg_NStGPOdCN_AbYktyfBQ&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=3&amp;ved=0CA8Q6AEwAg#v=onepage&amp;q=Brecht%3A%20%22Zerpfl%C3%BCcke%20eine%20Rose%20und%20jedes%20Blatt%20ist%20sch%C3%B6n%22.&amp;f=false">Brecht</a> an).</p>
<p>Ich finde es immer schade, wenn ich Schüler verwundert sagen höre: &#8222;Bei Herrn X (oder Frau Y) mussten wir immer etwas hineininterpretieren.&#8220; Aber ich höre das in letzter Zeit seltener. Ein Silberstreif am Horizont?</p>
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		<title>
		Von: Lisa Rosa		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2009/10/07/im-gehege-des-deutschunterrichts-oder-der-zoo-und-die-wildnis/comment-page-1/#comment-1954</link>

		<dc:creator><![CDATA[Lisa Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 17:11:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;Thema liegt in der Luft. Genau! Alles, was mit der Sinnfrage zu tun hat - und dieses hat es ja genauso. Nämlich mit der Frage, die bei allen Gegenständen, die in der Schule gelernt werden sollen, implizit oder explizit von den Schülern gestellt wird: &quot;Was hat das mit mir und meinem Leben zu tun?&quot; Aber davon hatten wir&#039;s ja schon ;-)&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Thema liegt in der Luft. Genau! Alles, was mit der Sinnfrage zu tun hat &#8211; und dieses hat es ja genauso. Nämlich mit der Frage, die bei allen Gegenständen, die in der Schule gelernt werden sollen, implizit oder explizit von den Schülern gestellt wird: &#8222;Was hat das mit mir und meinem Leben zu tun?&#8220; Aber davon hatten wir&#8217;s ja schon 😉</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Herr Larbig		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2009/10/07/im-gehege-des-deutschunterrichts-oder-der-zoo-und-die-wildnis/comment-page-1/#comment-1949</link>

		<dc:creator><![CDATA[Herr Larbig]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 13:51:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://herrlarbig.de/2009/10/07/im-gehege-des-deutschunterrichts-oder-der-zoo-und-die-wildnis/comment-page-1/#comment-1948&quot;&gt;Lisa Rosa&lt;/a&gt;.

&lt;p&gt;Wieso Tschuldigung? Das ist ein großartiger Link. Danke dafür und es wäre schade gewesen, wenn du ihn hier nicht noch als Ergänzung gepostet hättest. Das Thema scheint ja gerade in der Luft zu liegen.&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://herrlarbig.de/2009/10/07/im-gehege-des-deutschunterrichts-oder-der-zoo-und-die-wildnis/comment-page-1/#comment-1948">Lisa Rosa</a>.</p>
<p>Wieso Tschuldigung? Das ist ein großartiger Link. Danke dafür und es wäre schade gewesen, wenn du ihn hier nicht noch als Ergänzung gepostet hättest. Das Thema scheint ja gerade in der Luft zu liegen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Lisa Rosa		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2009/10/07/im-gehege-des-deutschunterrichts-oder-der-zoo-und-die-wildnis/comment-page-1/#comment-1948</link>

		<dc:creator><![CDATA[Lisa Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 13:38:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;Tschuldigung, dass ich mich gleich nochmal melde, aber hier habe ich so sehr Verwandtes gefunden - zwar bezieht es sich auf Novels (also zu deutsch: Romane), aber das Problem und die Einsichten sind dieselben:
Have you ever read a novel that affected your life? fragt Marc Hector in Psychologie Today:
http://www.psychologytoday.com/blog/novels-poetry-and-psychology/200910/have-you-ever-read-novel-affected-your-life&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tschuldigung, dass ich mich gleich nochmal melde, aber hier habe ich so sehr Verwandtes gefunden &#8211; zwar bezieht es sich auf Novels (also zu deutsch: Romane), aber das Problem und die Einsichten sind dieselben:<br />
Have you ever read a novel that affected your life? fragt Marc Hector in Psychologie Today:<br />
<a href="http://www.psychologytoday.com/blog/novels-poetry-and-psychology/200910/have-you-ever-read-novel-affected-your-life" rel="nofollow ugc">http://www.psychologytoday.com/blog/novels-poetry-and-psychology/200910/have-you-ever-read-novel-affected-your-life</a></p>
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		<item>
		<title>
		Von: Lisa Rosa		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2009/10/07/im-gehege-des-deutschunterrichts-oder-der-zoo-und-die-wildnis/comment-page-1/#comment-1947</link>

		<dc:creator><![CDATA[Lisa Rosa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 08:31:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;Ein großartiges Plädoyer für die Realbegegnung beim Lernen! 
&quot;Die unmittelbare, „gefährliche“ Begegnung mit Literatur wird höchstens noch methodisch geleitet zugelassen, die Frage nach dem ersten Leseeindruck der Schülerinnen und Schüler wird fast zu einer rhetorischen Frage, da sie oft beim weiteren Umgang mit einem literarischen Kunstwerk kaum noch eine Rolle spielt.&quot;
Du bringst es auf den Punkt, wie Schule allgemein funktioniert. Denn das ist ja nicht nur ein Problem des Deutschunterrichts oder ein Problem des Unterrichtsgegenstands Novelle. 
Die &quot;Durchdiaktisierung&quot; und Instrumentalisierung von Gegenständen der Realität zum Zwecke der &quot;Bildung&quot; zerstört häufig die Freude an den Gegenständen selbst. Die Schüler befriedigen ihr grundlegendes Bedürfnis, sich selbst in Beziehung zur Realität zu setzen, Gewinn für sich zu holen, zu Recht außerhalb dieser veranstalteten - im wörtlichen Sinne! - Zwangsbegegnung. Und man muss unter den Bedingungen der Verschulung von Kultur noch froh sein, wenn sie es überhaupt tun. Als Musiklehrerin weiß ich ein Lied davon zu singen, wie traditioneller Unterricht die Freude der Schüler an Musik für den Rest ihres Lebens vergällen kann - aller Absichtserklärung der Didaktiker zum Trotz.&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein großartiges Plädoyer für die Realbegegnung beim Lernen!<br />
&#8222;Die unmittelbare, „gefährliche“ Begegnung mit Literatur wird höchstens noch methodisch geleitet zugelassen, die Frage nach dem ersten Leseeindruck der Schülerinnen und Schüler wird fast zu einer rhetorischen Frage, da sie oft beim weiteren Umgang mit einem literarischen Kunstwerk kaum noch eine Rolle spielt.&#8220;<br />
Du bringst es auf den Punkt, wie Schule allgemein funktioniert. Denn das ist ja nicht nur ein Problem des Deutschunterrichts oder ein Problem des Unterrichtsgegenstands Novelle.<br />
Die &#8222;Durchdiaktisierung&#8220; und Instrumentalisierung von Gegenständen der Realität zum Zwecke der &#8222;Bildung&#8220; zerstört häufig die Freude an den Gegenständen selbst. Die Schüler befriedigen ihr grundlegendes Bedürfnis, sich selbst in Beziehung zur Realität zu setzen, Gewinn für sich zu holen, zu Recht außerhalb dieser veranstalteten &#8211; im wörtlichen Sinne! &#8211; Zwangsbegegnung. Und man muss unter den Bedingungen der Verschulung von Kultur noch froh sein, wenn sie es überhaupt tun. Als Musiklehrerin weiß ich ein Lied davon zu singen, wie traditioneller Unterricht die Freude der Schüler an Musik für den Rest ihres Lebens vergällen kann &#8211; aller Absichtserklärung der Didaktiker zum Trotz.</p>
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