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	Kommentare zu: Zwischen isoliertem Fachwissen und Projekt-Arbeit	</title>
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		<title>
		Von: Philippe Wampfler		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2013/01/21/zwischen-isoliertem-fachwissen-und-projekt-arbeit/comment-page-1/#comment-26419</link>

		<dc:creator><![CDATA[Philippe Wampfler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jan 2013 10:31:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;Ich bin mit der Kernaussage einverstanden: Wenn wir wissen, welche Einzelkenntnisse bedeutsam sind, dann müssen wir sie nicht verstecken, sondern sie ausstellen. Gerade im Deutschunterricht gibt es aber viele solche Einzelkenntnisse, von denen nicht alle Deutschlehrpersonen genau sagen können, warum sie vermittelt werden müssen. Zudem kommt man nicht umhin, Einzelkenntnisse auszuwählen, einige stärker zu gewichten als andere. 
Projektlernen heißt für mich nun, dass man darauf vertraut, dass Schülerinnen und Schüler diese Selektion selber leisten können. Sie müssen eine Fragestellung selber eine Relevanz zuschreiben für eine übergeordnete Fragestellung und bemerken selber, welche Einzelkompetenzen sie sich vielleicht aneignen müssen, um zu einem akzeptablen Resultat zu kommen. Das ist etwas ganz anderes als eine vom Lehrer oder von der Lehrerin vorgegeben narrative Einbettung eines Lerninhaltes.&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin mit der Kernaussage einverstanden: Wenn wir wissen, welche Einzelkenntnisse bedeutsam sind, dann müssen wir sie nicht verstecken, sondern sie ausstellen. Gerade im Deutschunterricht gibt es aber viele solche Einzelkenntnisse, von denen nicht alle Deutschlehrpersonen genau sagen können, warum sie vermittelt werden müssen. Zudem kommt man nicht umhin, Einzelkenntnisse auszuwählen, einige stärker zu gewichten als andere.<br />
Projektlernen heißt für mich nun, dass man darauf vertraut, dass Schülerinnen und Schüler diese Selektion selber leisten können. Sie müssen eine Fragestellung selber eine Relevanz zuschreiben für eine übergeordnete Fragestellung und bemerken selber, welche Einzelkompetenzen sie sich vielleicht aneignen müssen, um zu einem akzeptablen Resultat zu kommen. Das ist etwas ganz anderes als eine vom Lehrer oder von der Lehrerin vorgegeben narrative Einbettung eines Lerninhaltes.</p>
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		<title>
		Von: Martin Lindner		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2013/01/21/zwischen-isoliertem-fachwissen-und-projekt-arbeit/comment-page-1/#comment-26400</link>

		<dc:creator><![CDATA[Martin Lindner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jan 2013 07:55:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;Ich sehe das Problem hier nicht so sehr beim &quot;Projektlernen&quot;, wenn das tatsächlich im engen Sinn verstanden wird: Sich kooperativ organisieren, um in einem knappen Zeitraum ein definiertes Resultat auf einem Weg herzustellen, der apriori im Einzelnen noch nicht klar ist. (In den Schulen, die ich kenne, heißt allerdings &quot;Projekt&quot; üblicherweise soviel wie &quot;alles, was sich mit der Welt außerhalb der Schulbank beschäftigt&quot;, &quot;irgendwie mit der konkret gegebenem Außenwelt in Verbindung stehend&quot;.)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Fotografie- und das Lyrik-Beispiel scheinen mir auch nichts mit &quot;projektbasiertem Lernen&quot; zu tun zu haben, sondern mit einem didaktischen Wunsch nach Anschaulichkeit und greifbarer Verankerung des &quot;Stoffs&quot; in der Alltagsrealität. Das ist einerseits nicht unsympathisch, und gute ErklärerInnen machen das typischer Weise auch oft, aber in der schulischen Praxis ist es in der Regel alibihaft draufgepropft und interessiert die SchülerInnen dann in der Regel weniger als pure, aber eben echteTheorie, die tatsächlich eine Herausforderung darstellt. Und Veranschaulichung lenkt natürlich gerade vom Wesentlichen ab, wenn es wesentlich gerade um Abstraktionen geht (Grammatik), oder auch um das, was man aus der Konfrontation mit Lyrik über Sprache erfahren und lernen kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gedichte bestehen ja aus Sprache, nicht aus Gefühlen. Das ist ja gerade das Bereichernde, wenn es gut geht. Die Frage nach Analyse eines Gedichts vs. ästhetisches Erfahren und Erfassen, die IMHO nichts mit Projektlernen zu tun hat, interessiert mich als Sohn eines Deutschlehrers und Literaturwissenschaftlers mit textanalytischer Ausrichtung: Das Problem scheint mir zu sein, dass sich das Curriculum nicht entscheiden kann, ob es Textanalyse lehren will (wiue baut ein Text seine Welt aus Zeichen auf? Wie funktioniert das im Detail?) oder für reflektierte ästhetische Lese-Erfahrungen sensibilisieren. Mein Vater hat auch gern mit aktivem Gedichtschreiben (nach vorgegebenen Mustern) experimentiert und da z.T. sehr schöne Resultate auch bei solchen Schülern erzielt, die sonst nicht viel mit Hoher Lyrik am Hut hatten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Textanalyse und Lyrik als ästhetische Erfahrung: Beides ist wertvoll, denke ich, aber es sind einfach zwei verschiedene Dinge. Die Vermischung schadet im beiden Seiten. Sie kommt irgendwie aus der immer noch hegemonialen Wischiwaschi-Hermeneutik, die bei meinen Studenten seinerzeit dazu führte, dass ich gerade den sich als gut verstehenden immer ihre geistreich-einfühlenden Schwafeleien aus den Arbeiten herausstreichen musste, für die sie kurz vorher offenbar noch 15 Punkte bekommen hatten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In die Textanalyse anhand von Gedichten einführen habe ich auch schon gemacht, weil hier die verselbständigte Semantik einer Sprachwelt auf kleinstem Raum besonders markant sichtbar gemacht werden kann. Aber danach habe ich dann die Rede eines Wirtschaftskapitäns und einen Werbetext genommen: Es ging um semantische Aufladung, aber nicht (zuerst) um ästhetische Erfahrung.&lt;/p&gt;
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sehe das Problem hier nicht so sehr beim &#8222;Projektlernen&#8220;, wenn das tatsächlich im engen Sinn verstanden wird: Sich kooperativ organisieren, um in einem knappen Zeitraum ein definiertes Resultat auf einem Weg herzustellen, der apriori im Einzelnen noch nicht klar ist. (In den Schulen, die ich kenne, heißt allerdings &#8222;Projekt&#8220; üblicherweise soviel wie &#8222;alles, was sich mit der Welt außerhalb der Schulbank beschäftigt&#8220;, &#8222;irgendwie mit der konkret gegebenem Außenwelt in Verbindung stehend&#8220;.)</p>
<p>Das Fotografie- und das Lyrik-Beispiel scheinen mir auch nichts mit &#8222;projektbasiertem Lernen&#8220; zu tun zu haben, sondern mit einem didaktischen Wunsch nach Anschaulichkeit und greifbarer Verankerung des &#8222;Stoffs&#8220; in der Alltagsrealität. Das ist einerseits nicht unsympathisch, und gute ErklärerInnen machen das typischer Weise auch oft, aber in der schulischen Praxis ist es in der Regel alibihaft draufgepropft und interessiert die SchülerInnen dann in der Regel weniger als pure, aber eben echteTheorie, die tatsächlich eine Herausforderung darstellt. Und Veranschaulichung lenkt natürlich gerade vom Wesentlichen ab, wenn es wesentlich gerade um Abstraktionen geht (Grammatik), oder auch um das, was man aus der Konfrontation mit Lyrik über Sprache erfahren und lernen kann.</p>
<p>Gedichte bestehen ja aus Sprache, nicht aus Gefühlen. Das ist ja gerade das Bereichernde, wenn es gut geht. Die Frage nach Analyse eines Gedichts vs. ästhetisches Erfahren und Erfassen, die IMHO nichts mit Projektlernen zu tun hat, interessiert mich als Sohn eines Deutschlehrers und Literaturwissenschaftlers mit textanalytischer Ausrichtung: Das Problem scheint mir zu sein, dass sich das Curriculum nicht entscheiden kann, ob es Textanalyse lehren will (wiue baut ein Text seine Welt aus Zeichen auf? Wie funktioniert das im Detail?) oder für reflektierte ästhetische Lese-Erfahrungen sensibilisieren. Mein Vater hat auch gern mit aktivem Gedichtschreiben (nach vorgegebenen Mustern) experimentiert und da z.T. sehr schöne Resultate auch bei solchen Schülern erzielt, die sonst nicht viel mit Hoher Lyrik am Hut hatten.</p>
<p>Textanalyse und Lyrik als ästhetische Erfahrung: Beides ist wertvoll, denke ich, aber es sind einfach zwei verschiedene Dinge. Die Vermischung schadet im beiden Seiten. Sie kommt irgendwie aus der immer noch hegemonialen Wischiwaschi-Hermeneutik, die bei meinen Studenten seinerzeit dazu führte, dass ich gerade den sich als gut verstehenden immer ihre geistreich-einfühlenden Schwafeleien aus den Arbeiten herausstreichen musste, für die sie kurz vorher offenbar noch 15 Punkte bekommen hatten.</p>
<p>In die Textanalyse anhand von Gedichten einführen habe ich auch schon gemacht, weil hier die verselbständigte Semantik einer Sprachwelt auf kleinstem Raum besonders markant sichtbar gemacht werden kann. Aber danach habe ich dann die Rede eines Wirtschaftskapitäns und einen Werbetext genommen: Es ging um semantische Aufladung, aber nicht (zuerst) um ästhetische Erfahrung.</p>
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