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	Kommentare zu: Franz Kafka: Kleine Fabel	</title>
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	<description>Bildungs-Neuron &#124; Lehrerblog &#124; Etc.</description>
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		<title>
		Von: Mikado		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-223303</link>

		<dc:creator><![CDATA[Mikado]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2024 07:03:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie wäre es mit folgendem Interpretationsansatz: Die Maus repräsentiert ein Denken, das in Dualitäten gefangen ist: Es gibt für sie einerseits eine Welt, in der ein Übermaß an Möglichkeiten vorhanden ist (Offenheit), und andererseits eine Welt der sich zunehmend verringernden Möglichkeiten (Enge). beide Welten sind tendenziell lebensfeindlich; die überfordernde Fülle an Möglichkeiten in der offenen Welt lösen Gefühle von Überflutung und Auflösung, Ungeborgensein und Bindungslosigkeit aus, die enge Welt mit ihren sich zunehmend reduzierendem Angebot von Möglichkeit führt notwendigerweise zu einem Gefühl von Erstarren, zu einem Festgefahrensein - zu dem Gefühl, unentrinnbar in der Falle zu sitzen. 
Die Katze repräsentiert ein Denken, das sich von Dualitäten lösen kann: Sie weiß, dass es möglich ist, zwischen beiden Welten zu wechseln und sich so das herauszusuchen, was gerade lebbar ist; man kann jederzeit die Laufrichtung ändern. Nur: Sie hat kein Interesse daran, dies die Maus zu lehren; sie lebt  - ernährt ja von denen, die in Dualitäten gefangen sind. Dass sie der Maus, kurz bevor sie sie auffrißt, den Ausweg zeigt, ist typisch für eine Katze - Sie spielt mit ihrem Opfer. 
Dass die Mäuse in dieser Parabel / Fabel für uns Menschen stehen, scheind klar. Aber wen repräsentiert wohl die Katze?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wäre es mit folgendem Interpretationsansatz: Die Maus repräsentiert ein Denken, das in Dualitäten gefangen ist: Es gibt für sie einerseits eine Welt, in der ein Übermaß an Möglichkeiten vorhanden ist (Offenheit), und andererseits eine Welt der sich zunehmend verringernden Möglichkeiten (Enge). beide Welten sind tendenziell lebensfeindlich; die überfordernde Fülle an Möglichkeiten in der offenen Welt lösen Gefühle von Überflutung und Auflösung, Ungeborgensein und Bindungslosigkeit aus, die enge Welt mit ihren sich zunehmend reduzierendem Angebot von Möglichkeit führt notwendigerweise zu einem Gefühl von Erstarren, zu einem Festgefahrensein &#8211; zu dem Gefühl, unentrinnbar in der Falle zu sitzen.<br />
Die Katze repräsentiert ein Denken, das sich von Dualitäten lösen kann: Sie weiß, dass es möglich ist, zwischen beiden Welten zu wechseln und sich so das herauszusuchen, was gerade lebbar ist; man kann jederzeit die Laufrichtung ändern. Nur: Sie hat kein Interesse daran, dies die Maus zu lehren; sie lebt  &#8211; ernährt ja von denen, die in Dualitäten gefangen sind. Dass sie der Maus, kurz bevor sie sie auffrißt, den Ausweg zeigt, ist typisch für eine Katze &#8211; Sie spielt mit ihrem Opfer.<br />
Dass die Mäuse in dieser Parabel / Fabel für uns Menschen stehen, scheind klar. Aber wen repräsentiert wohl die Katze?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hermann Bahr		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-211218</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hermann Bahr]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Sep 2022 06:37:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;Kennt den Text Adorno, der die klaustrophobische Unentrinnbarkeit in der modernen, kapitalistischen Gesellschaft auf Hunderten von Seiten hämmernd beschrieben hat? Kafka braucht für seine These wenige Zeilen. Ich sehe die Maus als Stellvertreter für alle Tiere, die der Mensch in seinem Hass auf die biodiverse Vielfalt der Welt in immer engere Maschen einzäunt. Ja, die Katze - das ist der Mensch, der am Ende der Nahrungskette lauert.&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennt den Text Adorno, der die klaustrophobische Unentrinnbarkeit in der modernen, kapitalistischen Gesellschaft auf Hunderten von Seiten hämmernd beschrieben hat? Kafka braucht für seine These wenige Zeilen. Ich sehe die Maus als Stellvertreter für alle Tiere, die der Mensch in seinem Hass auf die biodiverse Vielfalt der Welt in immer engere Maschen einzäunt. Ja, die Katze &#8211; das ist der Mensch, der am Ende der Nahrungskette lauert.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Haydar		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-207371</link>

		<dc:creator><![CDATA[Haydar]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2022 14:44:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-2784&quot;&gt;rip&lt;/a&gt;.

&lt;p&gt;die eigenen Ängste und gesellschaftliche Einschränkungen des Systems führt am Ende dazu, daß dich etwas vorher schon einholt und auffrisst..&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-2784">rip</a>.</p>
<p>die eigenen Ängste und gesellschaftliche Einschränkungen des Systems führt am Ende dazu, daß dich etwas vorher schon einholt und auffrisst..</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Kennt ihr den &#8220;Chilling-Effekt&#8221;? &#124; Marcel_Baur		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-37969</link>

		<dc:creator><![CDATA[Kennt ihr den &#8220;Chilling-Effekt&#8221;? &#124; Marcel_Baur]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jul 2013 09:30:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;[...] Quelle: http://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/ [...]&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[&#8230;] Quelle: http://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/ [&#8230;]</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sebastian		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-6104</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 01:17:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&lt;p&gt;Der Text ist gut. Chapeau.&lt;/p&gt;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Text ist gut. Chapeau.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Fontanefan		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-2787</link>

		<dc:creator><![CDATA[Fontanefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 17:29:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein Zeitgenosse hat erklärt, nie einen traurigeren Menschen kennengelernt zu haben als Kafka. Seine Botschaft ist pessimistisch. Vor allem aber ist sie ungemein deutungsfähig:

Weltgeschichte: Mensch lernt Natur zu beherrschen, schließlich beseitigt er so seine Überlebensmöglichkeit. Aber seine Art der Anpassung an Lebensumstände ist immer Kultur, und unangepasst kann kein Lebewesen überleben.

Einige individuelle Deutungen sind schon genannt. Schnell noch die für Organisationen (einschließlich Staaten): Je besser eine Organisation ihren Zweck erfüllt, desto untauglicher ist sie für die Anpassung an neue Bedingungen, d.h. Organisation schränkt ein, Umkehr führt zu Zusammenbruch (Fressen der Katze). 
Freilich lässt sich die Geschichte auch aus der Sicht der Katze deuten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Zeitgenosse hat erklärt, nie einen traurigeren Menschen kennengelernt zu haben als Kafka. Seine Botschaft ist pessimistisch. Vor allem aber ist sie ungemein deutungsfähig:</p>
<p>Weltgeschichte: Mensch lernt Natur zu beherrschen, schließlich beseitigt er so seine Überlebensmöglichkeit. Aber seine Art der Anpassung an Lebensumstände ist immer Kultur, und unangepasst kann kein Lebewesen überleben.</p>
<p>Einige individuelle Deutungen sind schon genannt. Schnell noch die für Organisationen (einschließlich Staaten): Je besser eine Organisation ihren Zweck erfüllt, desto untauglicher ist sie für die Anpassung an neue Bedingungen, d.h. Organisation schränkt ein, Umkehr führt zu Zusammenbruch (Fressen der Katze).<br />
Freilich lässt sich die Geschichte auch aus der Sicht der Katze deuten.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: rip		</title>
		<link>https://herrlarbig.de/2010/01/24/franz-kafka-kleine-fabel/comment-page-1/#comment-2784</link>

		<dc:creator><![CDATA[rip]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 11:13:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://herrlarbig.de/?p=2355#comment-2784</guid>

					<description><![CDATA[Gefällt mir gut, sowohl die Lesung als auch die folgende Analyse.
Mir scheint es manchmal, als sei der Satz der Katze ein Gag, eine absichtliche Irreführung - wenn die Katze für den Tod steht und die Laufrichtung für die im uns bekannten Universum übliche Abfolge im Raum-Zeit-Kontinuum (man kann nur in der Zeit vorwärts leben, nicht rückwärts - und seitwärts erst recht nicht), dann ist hier auch keine Katastrophe beschrieben, sondern der normale Ablauf des menschlichen (mäuslichen) Lebens: Man wird geboren, man lebt, im Laufe des Lebens entstehen immer komplexere Strukturen aus sozialen, finanziellen usw. Gegebenheiten, und am Ende stirbt man.
Scheinbar traurig wird die Geschichte nur durch den Satz der Katze - den sie selbst als &quot;Witz&quot; zu verstehen scheint.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gefällt mir gut, sowohl die Lesung als auch die folgende Analyse.<br />
Mir scheint es manchmal, als sei der Satz der Katze ein Gag, eine absichtliche Irreführung &#8211; wenn die Katze für den Tod steht und die Laufrichtung für die im uns bekannten Universum übliche Abfolge im Raum-Zeit-Kontinuum (man kann nur in der Zeit vorwärts leben, nicht rückwärts &#8211; und seitwärts erst recht nicht), dann ist hier auch keine Katastrophe beschrieben, sondern der normale Ablauf des menschlichen (mäuslichen) Lebens: Man wird geboren, man lebt, im Laufe des Lebens entstehen immer komplexere Strukturen aus sozialen, finanziellen usw. Gegebenheiten, und am Ende stirbt man.<br />
Scheinbar traurig wird die Geschichte nur durch den Satz der Katze &#8211; den sie selbst als &#8222;Witz&#8220; zu verstehen scheint.</p>
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