Schlagwort: Digitalität

Digitalisierung ohne Tiefe: Was die Laptop-Generation lehrt

(© Torsten Larbig) Sasha Rogelberg veröffentlichte am 21. Februar 2026 im angesehenen Wirtschaftsmagazin Fortune einen Beitrag über eine ernüchternde Bilanz der digitalen Schuloffensive in den USA; Milliardeninvestitionen in Laptops und Tablets — ohne erkennbaren Lerngewinn: »The U.S. spent $30 billion to ditch textbooks for laptops and tablets: The result is the first generation less cognitively capable than their parents« (Abruf: 22.02.2026). Im Kern geht es um die Frage, was man mit Daten macht, die darauf hinweisen, dass bestimmte kognitive Leistungen erstmals seit Langem nicht mehr steigen, sondern teilweise zurückgehen. Die FAZ hat ebenfalls darüber berichtet und nachgedacht1 (Paywall möglich; Abruf:

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Jenseits der 4K: Was Bildung wirklich bedeutet

Wenn Kompetenz zur Ideologie wird Wem dient Bildung: Dem Arbeitsmarkt oder dem Individuum auf dem Weg zu einer ganzheitlich gedachten Persönlichkeit? Diese Frage stellt sich angesichts der allenthalben in Bildungsdebatten auftauchenden Future Skills, die oft in den 4K zusammengefasst werden: Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation, Kollaboration. Diese gelten dann als Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert, als unverzichtbare Fähigkeiten für eine digitalisierte, vernetzte Arbeitswelt. Aber statt von Kompetenzen, die in der Bildungsdebatte der Nullerjahre des 21. Jahrhunderts eine große Rolle spielten und sich bis heute in den Bildungsstandards der KMK finden, spricht man in Abgrenzung oder Ergänzung zu diesen nun also von

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Die glatte Oberfläche des Ungefähren: Warum Plausibilität in der Oberstufe nicht reicht

Wenn ich mir anschaue, was KI zu leisten in der Lage ist, beeindruckt mich (in den unterschiedlichen Modellen mit deutlichen Abstufungen, die hier aber nicht näher analysiert werden sollen) die rhetorische Eleganz, mit der diese generativen, rein auf Statistik beruhenden Sprachmodelle Leerstellen füllen. Wir sprechen bei der KI bei einer solchen Füllung von Leerstellen von »Halluzinationen«. Dabei erfindet eine KI Fakten, die statistisch wahrscheinlich, aber inhaltlich falsch sind. – Das ist im schulischen Kontext nicht neu. Als Deutsch- und Religionslehrer, als Philologe und Theologe, begegnet mir diese Form der Spekulation vor allem im schulischen Kontext regelmäßig. Und dennoch ist das,

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Lernender bleiben – Eine Selbstvergewisserung

Vor 32 Jahren schrieb ich meine ersten E-Mails und begann digitale Kommunikation in sogenannten »Internet-Relay-Chats« (IRC). Vor 26 Jahren lernte ich Grundlagen der HTML (Hypertext-Markup-Language), woraufhin ich mit viel Mühe meine erste Website programmierte. Vor 18 Jahren begann ich dann mit Content-Management-Systemen (CMS) zu experimentieren. Zwischenzeitlich versuchte ich mit verschiedenen Systemen Internetinhalte zu verwalten und zu publizieren. Aber dann entschied ich mich im Laufe des Jahres 2008 für WordPress und begann mit meinem Blog. Das gibt es bis heute. Und die Links zu den einzelnen Beiträgen haben sich seitdem nicht verändert. Das heißt: Wer 2008 einen Beitrag von mir in

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Über meinen Abschied von Twitter

Am 3. April 2024, abends um 21:07 Uhr, habe ich nach fünfzehn Jahren, fünf Monaten und zwölf Tagen (draußen regnete es) meinen Twitter-Account (heute heißt Twitter »X«) deaktiviert. Am 3. Mai 2024 wird er dann endgültig gelöscht sein. Bis dahin könnte ich den Account reaktivieren. Trotz der nicht erwarteten Emotionalität, die sich kurz nach dem Deaktivieren einige Momente zeigte, habe ich das nicht vor.  Im Jahr 2008 eröffnete Twitter für jene, die sich auf diese seit 2006 existierende soziale Kommunikationsphantasie einließen, deren Sinn, deren Zweck, deren Möglichkeiten und deren Abgründe damals noch weitgehend unklar waren, einen Raum des öffentlichen Denkens

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