Web 2.0 – eine pädagogische Herausforderung?

Zugegeben: Ich bin schon länger im Netz unterwegs und bin nach wie vor den Möglichkeiten fasziniert, die es für das produktive (sic!) Arbeiten bietet. Doch nach wie vor ist die Nutzung vor allem der Optionen von Web 2.0 durch »Ahnungslosigkeit 2.0« gekennzeichnet, wie es Volker Rüddigkeit im unten verlinkten Interview mit »Schulen ans Netz« nennt.

Neben der »Ahnungslosigkeit 2.0«, die viele Lehrkräfte (und in Bezug auf das Lernen auch die meisten Schülerinnen und Schüler) nach wie vor auszeichnet, ist die Skepsis gegenüber dem wirklich produktiven Einsatz der Web 2.0 Applikationen weit verbreitet. Und es stimmt ja: Gelungene Bildungsprozesse, die auf diesem Weg stattfinden, scheinen selten (dokumentiert?) zu sein. Dazu mag beitragen, dass das Web nach wie vor vor allem als Verteilungs-Medium von Informationen betrachtet wird: Wikipedia wird für Recherchen genutzt, selten aber als Plattform, auf der eine Teilhabe an der Generierung von Wissen möglich ist. Social-Communitys dienen vor allem der privaten Kommunikation und werden nur selten als Bildungsplattformen benutzt, wie z.B. auf maschendraht, in der ldl– und neuron-Community, die allen professionell in Bildungsprozessen beteiligten lebendige Arbeitskontakte ermöglichen.

Hier liegen längst (auch von mir noch) nicht ausgenutzte Möglichkeiten, Bildungsprozesse wirklich so zu gestalten, dass Bildung nicht mehr vor allem als Pauken sondern als Lernen im besten Sinne des Wortes betrachtet wird, als ein interaktiver Prozess, der aktive Lernprozesse fördert und z.B. sowohl Lehrer und Lehrerinnen als auch Schülerinnen und Schüler nach Verlassen der Schule nicht als weitgehend isolierte Lern- und Lehr-Monade zurücklässt.

Gibt es überhaupt eine neue Ära des Internets? Wer nutzt eigentlich Web 2.0? Folgt auf Web 2.0 bald Web 3.0? Fragen an Volker Rüddigkeit vom Hessischen Amt für Lehrerbildung. Schulen ans Netz e.V. – Web 2.0 – eine pädagogische Herausforderung?.

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