Gefunden: Jeremy Rifkin über die Wirtschaft der Zukunft. ==> Und da soll noch Platz für Schulbücher sein?
Ich bin auf ein Interview mit dem Zukunftsforscher Jeremy Rifkin gestoßen. in diesem wird die These vertreten, dass wir den größten wirtschaftlichen und damit auch gesellschaftlich relevanten Umbruch seit Beginn des [an der Industrie orientierten] Kapitalismus erleben. – Ich erinnerte mich direkt an eine Tagung, in deren Zentrum die Frage stand, wer bestimmt, was an Schulen gelernt wird und welche Rolle Schulbücher in diesem Kontext spielen. Diese beiden Aspekte (Rifkin und meine noch immer nicht abgeschlossene Reflexion der Erkenntnisse dieser Tagung) versuchte ich für mich ein wenig zu reflektieren und lasse die Lesenden dieses Blogs jetzt daran teilhaben. Freue mich, wenn diese Teilhabe zur Teilgabe wird, z. B. mittels der Kommentarmöglichkeit am Ende des Beitrags.
Schulbücher? Schulbuchverlage? Das Schulbuch (auch weiterhin) als Leitmedium mit Medien drum herum. – Schwer vorstellbar.
Doch gerade das hörte ich vor kurzem auf einer Tagung, die sich um die Frage des Schulbuchs und dessen Zukunft drehte. Im Zentrum stehe das Schulbuch und um dieses herum siedelten sich unterschiedlichste Medien an, die auch digitaler Natur seien. Und natürlich werde das alles aus Bildungsmedienbetrieben kommen. OER (Open Educational Resources) und cloudbasierte Projekte wurden in diesem Rahmen nicht wirklich als zukunftsfähige Alternativen betrachtet, die das bislang übliche Niveau erreichen und konstant halten könnten, das bisherige Bildungsmedienanbieter professionell seit Jahrzehnten sicherstellten.
Als ich im Rahmen einer Podiumsdiskussion bei dieser Tagung die Position einnahm, dass Professionalität in Bezug auf Lernmedien in Zukunft nicht mehr auf der heute bekannten Professionalität der Erstellung von Schulbüchern basieren, sondern anderer Art sein werde, spürte ich die deutlich wahrnehmbare Skepsis derer, die sich auf das KnowHow des Schulbuchmachens (im Medienverbund) verlassen und sich kaum vorstellen können, vielleicht teilweise aber irgendwie ahnen, dass dieses Wissen, diese Professionalität vor einem völligen Umbruch hin zu einer anderen Professionalität in Sachen Bildungsmedienerstellung steht.
Wie diese Professionalität en detail aussehen wird, wissen wir noch nicht. Sie wird aber etwas mit Vernetzung, Mobilität etc. zu tun haben. Jeremy Rifkin prognostiziert da manches, was auch für Bildung und Schule relevant sein wird. Ob dabei OER eine Rolle spielen werden, ist natürlich offen, denn auch die Inhalte werden sich wohl in Richtungen weiter entwickeln, bei denen die Frage der Lizenzen möglicherweise nicht mehr so im Vordergrund stehen wird, wie das heute noch der Fall ist. Wie wird sich das, was Jeremy Rifkin als das Null-Grenzkosten-Phänomen bezeichnet, im Bildungssektor auswirken? Wie werden sich Schulen als Gebäude und Schule als Institution vor diesem Hintergrund verändern?
Wer Antworten von mir erwartet, muss sich da noch gedulden, denn momentan versuche ich vor allem zunächst einmal die richtigen Fragen zu finden. Aber man kann ja auch eigene Fragen teilen und sich darüber austauschen. Vielleicht hat der eine oder die andere dazu ja Lust. Die Kommentarfunktion freut sich auf konstruktive Nutzung.
http://www.zeit.de/2014/50/jeremy-rifkin-kapitalismus-revolution/komplettansicht
Die großen analogen Lexika- und Wörterbuch-Herausgeber konnten sich auch nicht vorstellen, dass sie durch digitale Wikimedia-Projekte ersetzt werden. Selbst die digitale Encarta von Microsoft hat 2009 nach 16 Jahren die Segel gestrichen. Bei gedruckten, amtlich zugelassenen Schulbüchern muss zunehmend der ideologische Einfluss von Lobbyisten auf Verlage geprüft werden. Das gilt insbesondere für den Bereich Politik / Sozialwissenschaften.
Die Schulen (der Klassenraum und das Lehrerzimmer) werden durch das Internet entgrenzt. Das erzeugt vielerlei Ängste bei Lehrenden. Sollten Lernende und Lehrende in Kooperation Medienscouts werden?
Ich bin Schüler und beschäftige mich momentan auch recht intensiv damit wie Schule digitalisiert(er) und damit Zukunftsorientert werden kann.
Ich finde die Idee dass Schüler Lernstoff dadurch lernen und wiederholen, indem sie sie in digitaler Form für kommende Klassen aufbereiten einen tollen Ansatz um gleichzeitig Lernmaterial zu digitalisiern und Lizenzfrei zu machen. Klar muss man schauen dass man dabei nicht 1:1 abschreibt und damit das Urheberrecht verletzt aber duch Kombination mehrerer Quellen sollte das eigentlich möglich sein oder?
Und wenn das dann jedes Jahr von der aktuellen Klasse aktualisiert wird, wäre auch eine Aktualität gewärleistet, ohne jedes x-te Jahr neue Bücher zu kaufen.
Eine eierlegende Wollmilchsau ist dieses Konzept sicher nicht, aber ich finde es einen tollen ansatz 😀