Schlagwort: Bücher

Versuch über das Versagen von Bildungspolitik und Schule angesichts der Digitalisierung der Welt

1997 wurde der Verein »Zentrale für Unterrichtsmedien« (ZUM e. V.) gegründet. Lehrer*innen taten sich da zusammen und begannen, zunächst als gemeinsam geführte Linkliste angelegt, eine heute erwachsene Webpräsenz aufzubauen. Damals waren ca. 3% der Bundesbürger*innen im Internet unterwegs.  2019 gibt es immer noch Menschen, die der Meinung sind, die Frage sei so eindeutig nicht geklärt, was und wie viel man an Internet und Digitalisierung in der Schule überhaupt brauche. Ja, es gibt Stimmen, die sich

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Ich bin kein digitaler Dogmatiker. Leider. (Kann aber noch werden ;-) )

Ein nicht sehr dickes Buch, so ca. 240 Seiten, allerdings in gebundener Version, Textmarker und Notizbuch bringen 1238 Gramm auf die Waage. Ihr könnt mir das glauben, ich habe es gerade gewogen. Das Tablet mit Tastatur, Hülle und Stift kommt auf 865 Gramm, da sind die Bücher, mehr als hundert, bereits mitgewogen, außerdem beliebig viele Notizbücher, inklusive einer Handschriftenapp, Skizzenblöcke, Landkarten, ein Kompass, eine Kompaktkamera mit guter Bildqualität usw. Wenn ich Bücher umziehe, was zum

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Eine Seifenblase des Intellekts – Michel Houellebecqs »In Schopenhauers Gegenwart«

Michel Houellebecq legt mit »In Schopenhauers Gegenwart« ein seltsames Buch vor, das ich las, weil ich Houellbecq (bislang) immer wieder anregend fand und Arthur Schopenhauer mit Frankfurt am Main, der Stadt, in der ich lebe, verbunden ist. Kleine Ausschnitte aus Schopenhauers »Die Welt als Wille und Vorstellung«, im Kontext des gesamten Buches muss man allerdings sagen, dass relativ umfassend zitiert wird, reflektiert Houllebecq in dieser seiner jüngsten Publikation. Zwar bezeichnete er Schopenhauers »Die Welt als

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EBooks vs Papier-Bücher: Vom Kulturwandel und notwendigen Lernprozessen (in der Schule)

Beitrag als Podcast anhören:  Als Vorteil von Papierbüchern wird immer wieder deren Haptik angeführt. Es sei ein sinnliches Erlebnis, das Papierbücher vermitteln, da neben dem Seh- und dem Tastsinn oft noch der Geruchssinn eingebunden sei, dem der doch sehr unterschiedliche Geruch von Büchern schmeichele. An dieser Stelle werfe ich häufig ein, dass auch ein Lesegerät für digitale Bücher ein haptisches Erleben ermögliche, denn je nach Qualität und Verarbeitung des Lesegerätes gibt es angenehme sinnliche Reize,

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Gefunden: Jeremy Rifkin über die Wirtschaft der Zukunft. ==> Und da soll noch Platz für Schulbücher sein?

Ich bin auf ein Interview mit dem Zukunftsforscher Jeremy Rifkin gestoßen. in diesem wird die These vertreten, dass wir den größten wirtschaftlichen und damit auch gesellschaftlich relevanten Umbruch seit Beginn des [an der Industrie orientierten] Kapitalismus erleben. – Ich erinnerte mich direkt an eine Tagung, in deren Zentrum die Frage stand, wer bestimmt, was an Schulen gelernt wird und welche Rolle Schulbücher in diesem Kontext spielen. Diese beiden Aspekte (Rifkin und meine noch immer nicht abgeschlossene

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Amazon-Bashing allenthalben. Ein Kommentar.

Buchhandelsketten bekommen im Vergleich zur „kleinen Buchhandlung um die Ecke“ größere Rabatte und machen Bücher mit Top-Rabatten leichter verfügbar als andere Bücher,  z. B. durch die Positionierung im Laden. Bei 3sat heißt es bereits 2010: „Thalia fordert für verkaufsfördernde Büchertische und Anzeigen oft Geld, manchmal zehntausende Euro.“ Das hörte man, nahm man zur Kenntnis und gut war’s. Jetzt macht Amazon im digitalen Maßstab ähnliches. Bei Amazon aber schreien viel mehr Leute auf, als es angesichts der Marktmacht von

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Haruki Murakami: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Ich kann mich nicht satt hören an Franz Liszts »Le Mal du Pays« aus den »Années de Pelerinages« in der Interpretation von Lazar Berman. – Ohne die ständige Wiederaufnahme dieses Klavierstücks in Haruki Murakamis neuem Roman »Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki«, wäre mir dieses Werk weiter unbekannt geblieben. So aber habe ich einen doppelte Bereicherung bekommen: Ein ruhig dahin fließendes, spannungsreiches und gleichzeitig harmonisches Klavierstück, das ich vorher nicht wahrgenommen hatte, und einen ebenso

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Ich habe als #Leser mal nach einem #Buch recherchiert (Subjektive Marktstudie #EBook)

Ursprünglich als kurzer Beitrag für meine GooglePlus-Seite gedacht, habe ich mich jetzt doch entschieden, diese exemplarische Buchrecherche ins Blog aufzunehmen, weil sie in meinen Augen  Hinweise gibt, wo die Probleme des deutschen Buchhandels in einer Welt, in der es das Internet gibt und in der viele Leser und Leserinnen in Deutschland wohl Englisch einigermaßen beherrschen dürften, liegen. Außerdem will ich wissen, ob ich vielleicht falsch gesucht habe bzw. ob meine Rechercheergebnisse von anderen für andere

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Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht (Vortragsskript)

An dieser Stelle veröffentliche ich mein „Skript“ – also das, was früher mal auf Karteikarten stand, wenn man einen Vortrag hielt – zu meinem Vortrag beim „Fachforum „E-Learning in der Lehrerbildung“ an der Justus-Liebig-Universität am 15. Mai 2012 mit dem Titel „Nur Ersatz? – Nutzung und Integration (digitaler) Medien im Unterricht“ Der Vortrag wird aufgezeichnet und steht später dann voraussichtlich auch online zur Verfügung. Dieses „Skript“ ist erst mal nur eine Materialsammlung. Ich werde sicher nicht auf

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Didacta 2013 – Eine subjektive Nachlese oder: Der Exot aus Digitalien

Als ich auf der Didacta in Köln ankomme, bin ich über einen Teil der Besucher dieser Bildungsmesse amüsiert. Hatte ich es zunächst für ein Gerücht gehalten, dass viele Besucher Koffer auf Rollen dabei haben, um das einzusammelnde Material transportieren zu können, sehe ich nun, dass dieses Gerücht stimmt. Aus dem Zug, mit dem ich zur größten Bildungsmesse Europas angereist bin, steigen an der Messe Dutzende von Besuchern mit leeren großen Rucksäcken, Trolleys und Reisekoffern. Viele,

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