Ich habe als #Leser mal nach einem #Buch recherchiert (Subjektive Marktstudie #EBook)

Ursprünglich als kurzer Beitrag für meine GooglePlus-Seite gedacht, habe ich mich jetzt doch entschieden, diese exemplarische Buchrecherche ins Blog aufzunehmen, weil sie in meinen Augen  Hinweise gibt, wo die Probleme des deutschen Buchhandels in einer Welt, in der es das Internet gibt und in der viele Leser und Leserinnen in Deutschland wohl Englisch einigermaßen beherrschen dürften, liegen.

Außerdem will ich wissen, ob ich vielleicht falsch gesucht habe bzw. ob meine Rechercheergebnisse von anderen für andere Bücher nachvollzogen werden können (Ergebnisse bitte in Kommentare oder ins eigene Blog oder wo auch immer und dann via PingBack oder Kommentar verlinken wäre super.)

Ausgangspunkt war, dass ich die SWR-Bücher-Bestenliste las und William Vollmanns „Europe Central“ mein Interesse geweckt hatte.

William Vollmanns „Europe Central“ gilt als einer der großen Romane, die in diesem Jahr 2013 auf Deutsch bislang erschienen sind. Da dieser Roman Qualität und Echo in den Feuilletons miteinander verbindet, weil ich überlege, ihn zu lesen, habe ich diesen Roman einmal als Referenz ausgewählt. Sicher sehen die Ergebnisse bei anderen Büchern anders aus. Aber ich nehme hier jetzt ein Buch, das ich jetzt gerade recherchiert habe, weil ich das lesen will. Hier geht es nicht um einen repräsentativen Ausschnitt, sondern um eine subjektive Sicht (die sich allerdings schon häufiger so ergeben und hier einmal mehr bestätigt hat.

Hier die Basisdaten

deutsch:

  • William Vollmann, Europe Central, Berlin (Suhrkamp 2013), 1028 Seiten, 39,95, ISBN-13: 978-3-518-42368-4 (Findet man auf Suhrkam-Website sofort über ISBN)
  • Als EBook für 34,95 verfügbar (Preisbindung) – ISBN-13: 978-3-518-73178-9 – (Findet man auf der Suhrkam-Website über ISBN-Suche nicht.)

Englische Ausgabe: Hier gebe ich nur die ISBN an:

  • Taschenbuch 978-0-143-03659-3
  • EBook –  978-1-101-11819-1

Folgende Leseoptionen habe ich:

Deutsche Übersetzung:

  • Gebunden: 39,95€
  • EBook (Preisgebunden bei allen Anbietern ob nun im ePub- oder Kindle-Format): 34,95€

Englische Originalausgabe (Amazon):

  • Gebunden: 50,99€
  • Taschenbuch: 13,95 € (bei einigen dt. Versandbuchhändlern zwischen 15,00€ und 17,10€ verfügbar)
  • EBook (Kindle): 11,10€

Weitere EBook-Suche (ePub) mithilfe der ISBN 978-1-101-11819-1 (englischsprachige Ausgabe, die deutsche ist bei allen Anbietern für 34,95€ verfügbar):

  • ebook.de: Nicht gefunden
  • osiander.de: Nicht gefunden
  • Weltbild.de: Nicht gefunden
  • Libreka.de: Nicht gefunden
  • Thalia.de: Nicht gefunden
  • Hugendubel.de: Nicht gefunden
  • iBook (Apple): Nicht gefunden
  • PagePlace.de (Telekom – Tolino Shine): Nicht gefunden

Ich habe auch andere Suchoptionen genutzt, weil es ja sein könnte, ja, das traue ich deutschen Buchhandelsangeboten zu, dass die ISBN in diesem Format nicht erkannt wird. Ich bin dennoch in Sachen E-Book nicht fündig geworden. Was habe ich falsch gemacht? Oder ist das die deutsche Buchhandelsrealität in einer globalisierten Welt?

Und für welche Ausgabe entscheide ich mich nun?

Ich kann deutsche Texte als Muttersprachler locker lesen und englische Texte mithilfe eines Wörterbuchs ziemlich gut, noch besser, wenn ich mir mal Phrasen übersetzen lassen kann. Wörterbuch ist beim Kindle (und anderen EBook-Readern) inklusiv (beim  „Tolino“ auch nach FirmwareIUpdate nicht verfügbar), Übersetzung ist im WLan oder beim 3G-Paperwhite Kindle mit zwei Klicks komfortabel möglich.

Für diese kleine Marktanalyse habe ich inklusive Niederschrift ca. 60 Minuten gebraucht und meine doch, dass in dieser „Analyse“ einiges von den Schwächen des dt. Buchhandels abgebildet ist. Auf die Frage der Arbeitsbedingungen bei Amazon und im dt. Buchhandel bin ich dabei jetzt als mögliches Kaufentscheidungsargument nicht eingegangen; dass Amazon deutsches und internationales Steuerrecht so nutzt, wie es für das Unternehmen günstig ist, spielt hier auch keine Rolle. Ich war einfach mal als jemand unterwegs, der wissen wollte, wie das mit dem Buchmarkt denn aussieht, wenn ich als Leser mal ein wenig mehr recherchiere als vielleicht sonst üblich.

Wirklich deuten kann ich das Ergebnis nur subjektiv. Das müssten im Detail und auf repräsentativerer Datenbasis andere machen. Für mich erklärt diese kleine Untersuchung aber ein wenig den Erfolg von Amazon im Versand- und vor allem im E-Book-Markt. Insgesamt wird globaler gedacht (und globalisiert gehandelt, was der kleine Buchhändler vor Ort natürlich in dieser Form nicht kann – was ich aber auch bei dt. Versandbuchhändlern und E-Book-Anbietern nicht finden konnte, wie ich es erwartet hätte).

Ich weiß, dass unter meinen Lesern auch Menschen aus der Buchbranche sind. Vielleicht können diese einen Beitrag zur Deutung meiner Ergebnisse leisten, damit ich und andere vielleicht mehr von den Hintergründen verstehen, die im Augenblick die Buchbranche prägen.

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