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Vorbemerkung zu »Digitales Lernen neu denken: Öffentliche Diskussion in Rüsselsheim«

Unter anderem folgendes Thema wird am Mittwoch, dem 10.05.2017, bei einer Podiumsdiskussion von hr-Info und der Heraeus Bildungsstiftung am Neuen Gymnasium im Rüsselsheim diskutiert werden.

Glücklich bin ich nicht, dass so ein Haken genutzt wird, um das Thema daran aufzuhängen. So ein Aufhängen kann nämlich abwürgen, worum es in der Tat geht. Ein Blick in die Kommentare zu diesem Video auf Facebook kann da schon einen Eindruck vermitteln, wie von vielen ohne argumentative Differenziertheit über das Thema »diskutiert« wird.

Ob Handschrift oder nicht: Beides wird digital sein. Ich schreibe ja schon viel per Hand auf dem Tablet, ich kenne das also. Beim Schreiben scheint die gravierendere Frage, ob wir weiter »Schreiben nach Gehör« zulassen oder das endlich als Irrweg aus den Grundschulen werfen.

Bei der Digitalisierung im Kontext des Lernens geht es um Fragen des algorithmengesteuerten Lernens; da geht es um durch Big-Data unterstützte Diagnose- und Fördertools; da geht es um die Frage, wie wir Daten nutzen und sie unter der Kontrolle des die Daten besitzenden Subjekts belassen können. Es geht nicht mehr um Fragen der Handschrift oder der Druckschrift, sondern um die Frage, welche Schnittstellen zwischen Mensch und Datenträger genutzt werden können. Papier und Stift; Tastatur und Typen der Schreibmaschinen oder der Bildschirm sind ja nur Schnittstellen der Informationsübertragung vom Menschen auf ein Medium.

Das mag sehr technisch klingen, aber Schreiben ist eine Technik, eine Kulturtechnik zwar, aber eben eine Technik!

Warum sollte sich die Kulturtechnik der Übertragung von Information vom Menschen auf einen Datenträger nicht anders gestalten? Die Fortschritte im Bereich der Spracherkennung der vergangenen Monate sind enorm und machen KI wie Alexa, Siri oder Googles Sprachassistent erst möglich. An diesen Stellen sind wir in den Kinderschuhen der Digitalisierung.

Eine Diskussion über die Schreibschrift, mehr ist es ja nicht, was Holger Horz hier anführt, es geht ja nicht um die Abschaffung der Handschrift, sondern der Schreibschrift, die man durch Blockschrift ersetzt, führt da eher in die Irre. Das ist eine Diskussion um gestern. Damit ist die Diskussion aber noch kein bisschen im Morgen, das heute an vielen Stellen schon Wirklichkeit ist.

Wer wissen will, was die spannenden Fragen im Kontext der Digitalisierung sind, der möge sich folgendes anschauen:

Beitragsbild: CC0 via Pixabay

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