Nachdenken über (guten!) Unterricht

Lesetagebücher sind ein beliebtes Instrument, um mit literarischen Werken in unterschiedlichen Schulstufen umzugehen. Interessant finde ich dabei, dass viele Lehrerinnen und Lehrer, die das Lesetagebuch als Methode im Unterricht einsetzen, selbst nie ein solches im Unterricht erstellt haben – zumindest bis jetzt. Das wird sich in den kommenden Lehrergenerationen sicherlich ändern.

Deshalb habe ich mich entschieden, hier einmal selbst ein Lesetagebuch zu führen und meine Gedanken und Ideen zu unterschiedlichen Perspektiven auf (guten) Unterricht und professionelles Verhalten von Lehrerinnen und Lehrern im Rahmen einer wiederholten Lektüre von Hilbert Meyers „Was ist guter Unterricht“ festzuhalten.1

Ich führe diese Lesetagebuch so, wie ich mir durchaus auch vorstellen könnte, dass Schülerinnen und Schüler, sofern sie und ihre Erziehungsberechtigten damit einverstanden sind, heute ein Lesetagebuch führen könnten und dabei gleichzeitig die Sekundärerfahrung der Öffentlichkeit machen könnten.

Dennoch ist es ein Experiment, dass ich hier auf diesem Blog eine eigene Kategorie „Lesetagebuch“ einrichte und so selbst Erfahrungen damit sammeln will, ob ein solches Format für Dritte überhaupt interessant ist. „Öffentlichkeit“ um ihrer selbst Willen, halte ich nämlich für reichlich sinnlos.

Wenn ich Material oder, wie es auf Neudeutsch heißt, „Content“ zur Verfügung stelle, dann geht es natürlich darum, dass Lesende dieser Inhalte diese möglichst selbst als eine Anregung erfahren sollen, gegebenenfalls eigene Gedanken zu den Themen zu entwickeln. Wenn dies geschehen würde und meine eigenen Notizen und Gedanken zu Hilbert Meyers Überlegungen andere zum Mitdenken anregen würden, würde mich das sehr freuen, weil es meiner Vorstellung eines Blogs als Teil eines kommunizierenden Netzwerkes entsprechen würde.

Dieses Mitdenken kann in Form von Kommentaren zu den Beiträgen geschehen, aber auch durch eigene Beiträge in Blogs, die hier dann als „Trackback“ erscheinen könnten, sodass sich die Vernetzung von Leuten, die am Thema (guter) Unterricht interessiert sind, so auch einen physischen Ausdruck bekommen würde.

Ich habe nur eine vage Vorstellung davon, welche Themen in diesem Lesetagebuch als Teil meines Blogs aufgegriffen werden können. Ich kann mir vorstellen, dass in diesem Rahmen auch einige eher kurze Beiträge entstehen werden.

Dies ist ein Experiment, denn mir fällt auf, dass es konkrete Lesetagebücher online, zumindest im Rahmen meiner Suchroutinen im Netz, kaum gibt; mir fällt auf, dass Lehrende, die ein Blog führen zwar oft über Werke schreiben, die im Unterricht gelesen werden, aber kaum etwas zu Werken verlauten lassen, die sie im Rahmen ihres eigenen Reflexionsprozess über Unterricht bearbeiten.

Ich habe mich entschieden, mich auf diese Experiment einzulassen und würde mich über wohlwollend konstruktive Begleitung freuen, die nicht nur Kollegen und Kolleginnen leisten können, sondern im Prinzip jeder und jede, der oder die sich mit der Frage der Qualität von Unterricht beschäftigt bzw. beschäftigen will.

Ähnliche Beiträge:

  1. Hilbert Meyer, Was ist guter Unterricht, Berlin (Cornelsen Scriptor) 2004. []

2 Gedanken zu „Nachdenken über (guten!) Unterricht

  1. MAWSpitau

    Das ist mal mutig ;) Ich für meinen Teil habe mal ein Lesetagebuch in der Schule machen dürfen/müssen. Das war aber in der 5. oder 6. Klasse, also schon laaange her. Ich habe auch noch keines mit meinen Schülerinnen und Schülern gemacht, finde die Idee aber höchst interessant. Wobei ich doch lieber auf die Offlinevariante setzen würde – das ist bisher ein Bauchgefühl und kann noch nicht begründet werden. Ich freue mich auf Deinen Versuch.

    Antworten
  2. Pingback: Lesetagebücher « Schwamm drüber!

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