Schmöker-Schnipsel: Die Dinge der Literatur

Immer wenn Buchmesse in Frankfurt ist, schwebt angesichts der Masse an literarischen Werken und Autorenauftritten, die in diesen fünf Oktobertagen die Stimmung in der Stadt prägen, für mich die Frage im Raum, was Literatur denn nun eigentlich sei. Eine Antwort fand ich beim Schmökern in Raymond Carvers Erhählungenband »Würdest du bitte endlich still sein, bitte« (Berlin 2001, amerikanische Originalausgabe 1976). Richard Ford schreibt dort im Vorwort (Der gute alte Raymond – S. 9–40):

»Auf die eine oder andere Art geht es in Literatur natürlich immer um diese einfachen Dinge: mit den Folgen zurechtkommen zu müssen, wenn die Vergangenheit sich in der Gegegenwart auswirkt und auf manchmal erstaunliche Weise die Zukunft in Gang setzt.« (S. 27)

Von dieser einfachen Definition dessen, um was es in Literatur geht, ausgehend, einfach mal das nächste Buch danach befragen: Was aus der Vergangenheit wirkt sich in dieser Geschichte auf die Gegenwart so aus, dass sich daraus eine Zukunft (also möglicherweise der Handlungsverlauf des Romans) entwickelt?

Raymond Carver: Würdest du bitte endlich still sein, bitte. Erzählungen. Berlin 2001 (Berliner Taschenbuch Verlag).

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