Schlagwort: Literaturunterricht

Die glatte Oberfläche des Ungefähren: Warum Plausibilität in der Oberstufe nicht reicht

Wenn ich mir anschaue, was KI zu leisten in der Lage ist, beeindruckt mich (in den unterschiedlichen Modellen mit deutlichen Abstufungen, die hier aber nicht näher analysiert werden sollen) die rhetorische Eleganz, mit der diese generativen, rein auf Statistik beruhenden Sprachmodelle Leerstellen füllen. Wir sprechen bei der KI bei einer solchen Füllung von Leerstellen von »Halluzinationen«. Dabei erfindet eine KI Fakten, die statistisch wahrscheinlich, aber inhaltlich falsch sind. – Das ist im schulischen Kontext nicht neu. Als Deutsch- und Religionslehrer, als Philologe und Theologe, begegnet mir diese Form der Spekulation vor allem im schulischen Kontext regelmäßig. Und dennoch ist das,

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Das Gedicht / das Stilmittel der Woche, das Fremdwort des Tages. Über Routinen im Deutschunterricht.

Nachdem ich dem „Fremdwort des Tages“ im Deutschunterricht einer Kollegin begegnet war, wollte ich das direkt übernehmen. Immer am Anfang einer Deutschstunde nicht nur ein neues Wort kennenlernen, sondern auch etwas über dessen Geschichte, dessen Herkunft (Etymologie) zu vermitteln, schien mir ein guter Ansatz, um bewusste Sprachreflexion zu einem festen Bestandteil des Unterrichts zu machen. Spätestens in der Sekundarstufe II (Klassen 11–13 G9 / Klassen 10–12 G8) fiel mir auf, dass Schüler:innen Mittel zur stilistischen Gestaltung von Texten zu zwei Zeitpunkten des Unterrichts auswendig zu lernen versuchten: zum einen im Kontext der Analyse politischer Reden, zum anderen im Umfeld der

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